Mittwoch, 3. November 1920.
Kasseler Neueste Nachrichten
10. Jahrgang. — Nr. 255.
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Die Walderholungsstätte Hat seit dem 1. Ok- lober mit UnlcrMtzung Der Stadt Kassel versuchsweise 75 besonders schwächliche und unter» ernährte Kinder tn verschiedenen Mtersstusen auch für die Nacht ausgenommen. Da beherzte Räum« in genügender Anzahl vorhanden sind, befinden sich sämtliche Kinvor in vorzüglich«: Verfassung und Stimmung. Oberschwester F. DörrieS und die leitenden Damen Frl. Grete Herrmann und Irl. Emma Rode sorgen mir großer Liebe für ihre Schutzbefohlenen, so daß die Erfolge durchweg sehr gute und zum Teil glänzend« sind. Die erste Gruppe hat in 26 Tagen durschnittlich rund 5 Pfund, die zweite in 15 Tagen rund 4 Pfund zugenommen. Mauch- Eltern haben daher auch gebeten, ihre Kinder länger, tunlichst bis zum 1. Dezember draußen zu behalten und sich bereit erklärt, die Kosten zu tragen. Wenn das Wetter nicht gar zu schlecht wird, soll diesem Wunsche entsprochen werden. Die Kinder tummeln sich stundenlang frisch und munter im Walde herum. Neuerdings werde« auch schon Pläne gemacht, bei Schneefall Rodelbahnen einzurichten, wozu da? Gelände besonders e i n l a d e t. Im Jnterefle unserer gesundheitlich außerordentlich gefährde- ten Jugend ist zu wünschen, daß der diesmalioe Versuch, die Kurzeit in den Winter auszudeh- rtett. gelingt u. eine dauernde Einrichtung wird
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dcch schließlich fest. Die festere Tendenz am Te- visewmrrkt blieb ohne wesentliche Einwirkung aus AuslandÄwerte. Im freien Abendverlehr lagen Valutawerte fest. Die Mark wurde aus der Schweiz mit 8,22^, aus Holland mit 4,20 gemeldet
** Frankfurter Getreidebörse. An der aeftci- gen Frankfurter Getreidebörse waren die Preise durch die andauernden großen Schiwarckunaen am Valutamarkt für alle Artikel hoch und die Kauflust trotz der das Angebot überschreitenden Nachfrage gering. Die Umsätze kamen über einen als bescheiden anztrsprechenden Umsang nicht hinaus.
** Berliner Produktenmarkt. Im freien Pro- dukterwerk-hr zeigte sich gestern ttttmS mehr Nachfrage für Hülsenfrüchte die sich in der Hauptsache auf Futtermaterial beschränke, für welche höher« Preise bewilligt wurden. Die Tendenz für Oelsarten blieb fest. Sehr knapp ist das verfügbare Material in Mohn, so daß Phantasiepreise dafür bezahlt werden. Raub- futter blieb tut Preise wenig verändert. Für Mais überseeischer Herkunft wurden etwas höhere Preise bezahlt.
** Gummiwerke Sterbfritz. Das Fabrikcm- wesen der chemaligen Ghamottefabrif Sterbfritz ist an • ein Frankfurter Konsortium käuflich übergegangen. Die Umbauten sollen derart <te» fördert werden, daß noch Ende des Jahres die zu gründenden Gummiwerke in Betrieb kommen. Die im Frühjahr hier gegründetm „Basalt- und Kunstisteinwerke« können ibr qe» planies Projekt nickst verwirklichen, weil dir Aufschlüsse des Basaltvorkommens unbefriedigt ausgefallen sind.
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* Kirchhain, 2. November. (Die Viehzucht gefährdet.) Im hiesigen Kreis« waren anfangs dieses Monats nach behördkichen Zusammenstellungen ungefähr sechzig Stück Rindvieh an der Maul- und Klauenseuche verendet oder notge schlachtet worden. Auch für den laufenden Monat sind Wieder eine große Anzahl Verendungen gemeldet. Unter dem Kleinvieh hat die Seuche ebenfalls eine größere Anzahl von Opfern gefordert.
* Neustadt (Kreis Kirchhain), 2. November, lWassermühlen ohne Wasser.) Infolge der anhaltenden Trockenheit ist der Wassermangel tn den Mühlgräben und Bächen so stark, daß eine größere Anzahl Mühlen den Betrieb e i n- stellen mußten. Auch in den Nachbargemein- don ist dies der Fall. Der Mangel an Mehl ist deshalb sehr groß, sodaß viele Selbstversorger nicht in der Lag« sind, ihr Brot backen zu lassen. Dringend wird die Vollendung des Ortsnetzes der Hochsvannleitung erwartet, damit die Mühlen mit elektrischer Kraft betrieben werden können, wozu die Motoren bereits beschafft sind.
* Frankfurt, 1. November. (Schwerer Auto- Unfall.) Auf der Straß« OberforsthauS—Jsen- burgerschneise verunglückte der Ingenieur R i e d h e i m aus München mit seinem Auto, das in der DurckeWeit von dem Weg« abkam und ein« Böschung hinabstürzte. Riedheim erlitt einen Schädelbruch, edenko wurde seine Frau ziemlich schwer verletzt. Mit verhältnismäßig leichteren Verletzungen kämm die Mitfahrenden davon. Die Rettungswache Münz-
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gaste war bald mit zwei Wagen zur Stell« und brachte die vier Verunglückten in das Städtische Krarckenhaus. We das Unglück eigentlich geschah, ist noch nicht aufgeklärt, wenn man aber das Jagen und Wettrennen der Autobesitzer gerade rat StadVvÄd zu beobachten Gelegenheit hat, braucht man sich über solche Unfälle nicht zu wundern.
* Frankfurt, 2. November. (Schwere Gasvergiftungen.) In den Adlertverken erlitten zwei Arbeiter fdjtoere Karbilvergistungen. Sie wurden in das städtische Krankenhaus überführt An ihrem Aufkommen wird gezweifelt.
Aus den Nachbar-Gebieten.
* Arolsen, 2. November. (Peinlicher Diebstahl.) Auf d:r nahen Staatsdomäne Hün ig- Hausen sollte dieser Tage ein Dchaupflügen von einer Krast-Pflug-GesMckast vorgeführt werden. Alles war bestens vorbereltet, zahlreiche Interessenten hatten sich eingefunden. Als man beginnen wollte, versagte der Motor und man mußte beim NachprSfen die unangenehme Feststellung machen, daß der Magnet gestohlen war.
* Corbach, 2. November. (Sich selbst ent- leibt.) Ein 21 Jahre alter Arbeiter der hiesigen Gummifabrik hat sich im Walde in der Nähe seines Heimatdorfes Gembeck erschossen.
Börsen« und Marktberichte.
** Frankfurter Börsenbericht. Während die Frankfurter und Berliner Börse gestern geschlossen blieben, hielt die Hamburger Börse den V r- kehr aufrecht. Die Tendenz war mangels Anregung von den auswärtigen Plätzen abwartend.
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Di« Verteilung erfolgt Ende dieser oder Anfang nächster Woche.
Auf dem Fluchtlinien- plan Nr. 264III soll die Fluchtlinie der Kölnischenstraße zwischen Königsplatz u. Wolss- schlucht innerhalb deS Gaussschen Grundbesitzes abgeändert worden. .
Der Plan wird vom 4. November 1920 ab vier Wochen lang im Rathaus, Zimmere 184, zu jedermanns Einsicht offengelegt werden.
Einwendungen gegen die Abänderung deS Planes können nur innerhalb dieser Frist beim Magistrat entweder schriftlich ob. mündlich im Zimmer 184 des Rathauses angebracht werden.
Kassel, L Niw. 1920. Der Magistrat: Höpfner
6ffliWol$Wn in Fuhren und einzeln billig abzugeben.
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Der unterzeichnete Lokalverband hat für Speditionen und Lagerungen Bedingungen ausgestellt. Diese sind in einer Besprechung zwischen Vertretern deS LokalvevbandeS und v. bei Handelskammer geladenen Geschäftsinha - beru unter Vorsitz der Handelskammer verein- vart worden, ©te gelten für alle Aufträge.
Die Bedingungen können von Interessenten in den Geschäften der unterzeichneten Firmen eingesehen werden.
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