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Nummer 255. Fernsprecher 951 ünd 952. Mittwoch, 3. November 1920 Fernsprecher 951 und 952. 10. Fahrgang.
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Gegensätze in den preußischen Ministerien.
Kapital-Beteiligung.
Industrie und Arbeiterschaft.
Die Fruge der Produktionsförderung ist schon eft Gegenstand ernster Beratungen gewesen. Die Parteien, die ihr Programm aus den Zweck des Aufbaues eingestellt haben, beschästigen sich seit langem mit diesem Problem. Da sich heraus- gestellt hat, daß die Gewerkschaften über ein gewisses Maß von Arbeit nicht hinausgehen wollen, weil sie auf ihrem Achtstundentag bestehen und. nach den theoretischen Grundsätzen handeln, nicht mehr zu produzieren als verbraucht tone, so sucht man durch Sonderbeloihnungen einen Anreiz zur Mehrabeit zu schassen. Daß die Produktion Deutschlands, als Ganzes ge- normnen, gehoben werden muß, haben schon alle DMskveise, denen das Wohl des Vaterlandes am Herzen liegt, eingesehen. Die Notwendigkeit einer vermehrten Leistung ist in erster Linie dadurch bewiesen, daß im Lande dauernder Mangel an allen Dingen herrscht und die Teuerung, anstatt akyunchmen, noch immer zunimmt. Außerdem «ft sehr wickstig, daß wir urehr Erzeugnisse haben müssen die wir an das Ausland verkaufen können, um von dort billigere Rohstoffe und Lebensmittel zu erhalten. Als Anreiz zur Mehrleistung erachtet man unter anderem die Kapitalbeteiligung 'der Arbeiter an der Industrie.
Der Abgeordnete Streiemann hat bei der SffiuL-Haltsüeratung im ReichAtag diesen Eedan- cken in die Erörterung geworfen, der zwar an sich durchaus nicht neu ist, aber im Parlament unseres Wissens noch nicht zur Sprache gebracht wurde. Es handelt sich hierbei in gewissem Sinne um die Weiterbildung des Systems der Gewinnbeteiligung, mit dem durchaus geteilte Erfahrungen gemacht worden sind. In Deutschland erscheinen sie alles in allem nicht als sehr günstig, und insbesondere in der jüngsten Zeit, also in einer Aera eines Amten Machtzuwachses der Arbeiter, ist die Gewinnbeteiligung in einem Teil der nicht allzu vielen Betriebe, bei denen sie bestand, eingestellt worden, und zwar «in n ei ft auf Wunsch oder doch wenigstens mit Zustimmung der Arbeiter und Angestellten. Es wurde dabei vor allem geltend gemocht, daß die ©etotnit6ctmge zu gering feien und die jährliche Auszahlung wenig verlockend. Etwas bessere Erfahrungen sind mehrfach im Ausland, besonders in der nvrdamerikanischcn Union, mit der Gewinnbeteiligung gemacht werden, wo sie allerdings ganz überwiegend r.tii der Kapitalbeteiligung der Arbeiiucb- mer a m W e r k vereinigt ist. Mau knüpfte daoci an die sogenannte Arbeitsgeseüschast an, eine Produktion^form, die schon früher sowohl in dir Union wie in England in etlichen Fällen mit Erfolg durchgesührt worden war. Bei der Ar- beitsyesellschast erhalten die Arbeiter als solche Lohn und Gewinnquote; zugleich sind sie aber durch Kauf kleinerer Geschäftsanteile, in die der Betrieb nach seinem buchmäßigen Werte zerlegt ist, Mitbesitzer geworden und beziehen alS solche.einen weiteren Gewinnanteil, entsprechend der Größe ihres Anteils am Geschäft. Bei dieser Betriebssorm ist also der Arbeiter durch seine Doppeleigenschaft als Arbeitnehmer und Teilhaber mit dem wirtschaftlich n Erfolge des Unternehmens auf das allerengste verknüpft.
In Amerika hat man durch die nach dem Vorbild der englischen Pfundaktie geschaffene Kleinakrie die Einführung dieser Kapitalbeteiligung wesentlich ^leichtert, und auch in Frankreich ist während des Krieges ein Gesetz geschaffen worden, durch das eine besondere rechtliche Ausgestaltung bei Aktt-ngesellschasten mit Gewinnbeteiligung herbei geführt wurde. Und zwar liegt diese Form etiva in derselben Richtung, wie die in Deutschland neuerdings vorgeschlagene Werkgemeinschaft, die Herr Stresemann im Reichstag empfohlen hat. Er legte hierbei besonders auch Wert darauf, daß dadurch die Frage der Beteiligung der Arbeiter an der Verwaltung gelöst werden könne. Industrie und Gewerbe wahnen sich dagegen, Arbeiter im Auf. sichtsrat zu haben, die sich lediglich zur Lösung von Lohn fragen verpflichtet fühlten, während aus dem hier vorgeschlagenen Wege das gemein- same Interesse die Gewähr einer Mme inwirtschaftlichen Denkmrgsweise und damit einer Pro- dukstonsfökderung gegeben werde. Weiter mie§ er auch darauf hin, daß, wenn auf diele Weise die Jndustriearbeiier mit einer Kapitalbeteiligung in die Bresche springen würden, dies zugleich einen Schutz vor ber drohenden Ueber- fremdung der deutschen Volkswirtschaft bieten würde. Wobei er l-as lockende Bild einer Beteiligung von hunderivierzigtausertd Arbeitern mit le tausend Mark, gleich Hundertvierzig Millionen Mark, ausmalte.
Es ist nun vorauszusehen. daß sich dieser theoretisch zweifellos sehr begrüßenswerten Au- regung in Wirklichkeit mancherlei Hindernisse entgsgenstellen werden. Denn einmal ist es frag- lich, ob ein nennenswerter Teil der Arbeiter zu der als Einlage erforderlichen Kapitalsersparnis
geneigt oder in der Lage sein wird. Zweitens glauben viele Arbeiter, dadurch an die Scholle gebunden und in ihrer leiver vielfach beliebten ^Beweglichkeit* gehemmt zu werden. Endlich befürchtet man besonders in sozialistischen Kreisen, daß diese Kapitalbeteiligung der ersehnten Sozialisierung Abbruch tun könnte. Immerhin hat man aus den Ausführungen Stresemanns erfahren, daß nicht mrr die Unternehmer, sondern auch die Arbeiter sich bereit erklärt haben, die Fraee der Kapitalbeteiligunz zu prüfen, und man hat alle Ursache, der weiteren Erörterung dieses zweifellos höchst bedeutsam >n Problems mit Aufmerksamkeit entgegenzusehen. *ss«
Streit mn die Srzefch.
De« Jn«e»minister gegen den Justizministe«. lDrivat-T elegramm.)
Berlin, 2. November.
lieber daS Bestehen der Organisation Esche» rich (Orgesch) hat das preußische Juftizministe- tiitm in diesen Tagen ein Gutachten abgegeben, wonach die Organisation mit der Verfassung tticht im Widerspruch sei, also zu Recht bestehe. Dagegen Hai nun der preußische Innenminister Severin« die genannte Organi- sation verboten und zwar in folgendem Erlast: „Die Betätigung und Wirkung der Organisation Escherich' stellt eine immer mehr wachsende Gefahr für die öffentliche Ruhe, Sicherheit und Ordnung dar. Einerseits fordert die Organisation Escherich in besonderen Aufrufen nicht nur ihre Mitglieder, sondern darüber hinaus die Allgemeinheit zum Ungehorsam trotz aller Strafen gegen die Staatsgewalt auf, indem sie geltend macht, dast auffeiten der Organisation Escherich die Macht sei. Andererseits verfolgt sie durch die Art und den Geist ihrer Agitation nicht nur den Widerspruch, sondern e-wiesenermasten auch den Zusammenschluß der auf entgegengesetztem Boden stehenden Klassen der Bevölkerung. Gerade die Anzeichen mehren sich in bedrohlichem Maße, sodaß es bei einer weiteren Versalzung dieses Weges zu schweren Erschütterungen des Staates lommen kann. Im Hinblick darauf ersuche ich unter Bezugnahme auf mein au die Herren Oberpräfldenten gerichteteil Drahterlast vom 15. August 1920, sämtliche der Organisation Escherich angehörenden oder mit ihr verbündeten auf gleichem Boden stehenden Vereine gemäß § 2 des Reichsvereinsgesetzes aufzulösen, insbesondere alle Versammlungen zu verbieten und zu verhindern, sowie in gebotener Weise gegen die Zeitungsanzeigen, Aufrufe usw. vorzugehen."
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Einspruch gegen das Verbot.
Berlin, 2. November. (Privattelegramm) Auf Grund des in der Presse bekanntgegebenen Gutachtens des preußischen Justiztninisters haben die Grotzberk-iner Einwohnerwehren nunmehr gegen ihre vom Minister des Innern anzeordnete Auflösung gerichtlichen Einspruch erhoben. Mit der Wiedererrich- tuna der preußischen Einwohnerwehren und Selbstschutzverbände ist zu rechnen.
Sie russische Verwirrung.
Wiederauferstehung Kerenskis t (Eigener Drahtbericht.)
Riga, 2. November.
LuS Paris wird hierher gemeldet, die französische Regierung stehe vor der Anerkennung Kerenskis als Megsführeude Macht in Rußland. Die Verhandlungen mit Kerenskis Vertretern ständen vor dem Abschluß. Dem neuen Unternehmen Kerenskis, das den Stur, des Bolschewismus beschleunigen würde, messe man in Frankreich große Wichtigkeit bei. Kerenski begibt sich nach Warschau, wo er kein Hauptguartier einzurichteu gedenkt. Er gibt auch eine Zeitung heraus, deren erste Nummer bereits erschienen ist. Der Leitartikel, von Kerenski gezeichnet, fordert alle Offiziere und Partisane der DenMn- und Judenitsch-Armeen aus, nach Warschau zu kommen, wo die Vertreter Wrangels erwartet werden. Kerenski kündet an. daß er die Leitung zur Vernichtung der Bolschewisten persönlich übernimmt.
Kämpfe in Südruffland.
Paris, 2. November. (Eigener Drahtberichr.> Die »Chicago Tribüne" meldet aus Konstanit-
nopel, daß die seit langem angekündigte bolschewistische Offensive aus allen Fronten gegen die Armee Wrangel entbrannt ist. Heftige Kümpfe fanden statt. General Wrangel erklärte, daß er bolschewistische Truppen in der Nähe von Nakopol am User des Dnjepr geschla- Sunb diese verhindert habe, den Fluß zu über-
eiten. Tie bäuerliche Bevölkerung des Kuban und der Ukraine erhebt sich mit militärischer Unterstützung gegen den Bolschewismus.
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Offensive mit allen Mitteln.
Helsingfors, 2. November. (Eigener Drahtbericht.) Wie die „Jswestia" aus Moskau meldet, werden alle verfügbaren Truppen der Moskauer und Petersburger Garnison an die S ü d - front gebracht. Die Sowjetregievuna hat beschlossen, die Offensive gegen die weiße Armee Wrangels mit allen Mitteln durchzuführen.
Btaummg in der latente.
Der Streit zwischen Lugland und Frankreich.
(Eigene Drahtmekdung.)
Rotterdam, 2. November.
Tas Pariser „Petit Journal" meldet, daß Millerand telegraphisch Lloyd George und Gio litti eine Konferenz vorgeschlagen habe, auf der die bestehendett Zwistigkeiten besprochett und nach Möglichkeit behoben werden sollen. Lloyd George hat für eine solche Zusammenkunft bisher noch keine besttmntte Zusage gegeben. Ein neuer Grund zu diesem Streit ist es, daß Lloyd George eine Erklärung abgegeben hat, wonach er den ungarisch-französischen Vertrag nicht anerkenne. Tie ungarische Regierung wttrde daraufhin von dem französischen Ministerpräsidenten informiert,, das? der Vertrag als hinfällig zu betrachten sei. Weiter erfährt man aus Budapest, daß die Lage in Ungarn sich zugespitzt habe. Der Rücktritt des Laudesverwesers Horthy gilt hier als unmittelbar bevorstehend. Man befürchtet eine jeden Augenblick zu erwartende Umwäl- z u n g und einen Staatsstreich der Demokraten und der Fortschrittler, die sich der Regierung in Ungarn zu bemächtigen suchen»
Am Deutschland.
Rotterdam, 2. November. (Eigene Drahtmel- dung.) Nach der Pariser Presse ist am Sonnt to Hie französische Protestnote nach England abgegangen, worin die französische Regierung die Folgen des englischen Verzichtes auf wirtschaftliche Strafmaßnahmen gegenüber Deutschland für Frankreich darlegt.
Unsere geraubten Manien. England hat de« Kanptgewiirn.
(Privat-Telegramm.',
Leipzig, 2. November.
Der bekannte Kolonialgeograph Dr Hans Meyer sprach in einer toisscnfchaftlichen Gesellschaft über die Verteilerg der deutschen Kolo n i e n auf Grund des Verttages von Versailles. Danach hat England das größte Gebiet eingebeimst mit zweiundeinhalb Millionen Quadratkilometer Fläche und über sieben Millionen Bewohnern. England und seine Dominions übernahmen einen Gesamthandel von fast zweihundert Millionen Mark (Ergebnis des Jahres 1913), der früher Deutschland zugute kam. Deutschland, seines Koftrniallandes verlustig, muß auf neue SSege sinnen, zu neuem Kolonialbesitz zu gelangen. Sie zu erreichen, bedarf es der Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund und der Zulassung zu den Mandaten nicht, auch nicht der Möglichkeit des Kaufes von Kolonialland aus der Hand anderer Staaten.
Um Griechenlands Thron.
Prinz Paul als künftiger König.
(Eigene Drahtmeldung.)
Genf, 2. November.
Tie Agentur Stefant meldet: Prinz Paul von Griechenland hat die Abreise nach Griechenland auf kommenden Freitag verschoben. Eine Thronverzichterklärung des Königs Kon- st a n t i n lag dis Sonntag abend nicht vor. Der frühere Kronprinz hat bereits erklärt, er denke nicht daran, auf feine Ansprüche auf den griechischen Thron Verzicht zu leisten. —. Wie verlautet, wird Prinz Paul der Regierung persönlich ein Handschreiben seines Vaters, des Exkönigs Konstantin, überreichen, worin dieser seinen endgültigen Verzicht auf dcn griechischen Thron ausspricht Die Krönung des Prinzen Paul dürste nach alledem wohl schon in den ersten Novembertagen vor sich gehe«.
Stadtrat Wagner.
Das Stadtparlament als Tribunal. 6ine Transaktion mit Kriegsanleihe.
Stad «injiihrigrr Beratung tu zehn ze«n «infame» Sitzung«» erstatteten gestern die Äomtnlifton«» zur Prüfung der Fiaanzgebahrung leim Stadt, einfauf und fite di« Abwicklung Bet Geschäfte der Ausgabestelle für bezahlte Frauen» Arbeit eine» Bericht, der zu einer aksrttigen Der- »rteilnng deS frühere» StadttatS Wagner führt« Das, was gestern im Rathaussaale Beigeordneter Geheimrat Dr. Schröder und nach ihm die Stadtverordneten Göpsiahrt, Ballin und Hebel :rls Ergebnis der Prüfung der bekannten Anklagen gegen den früheren Stadtrat Wagner in der Sitzung vom 10. November 1919 vorbrachten, war für Letzteren vernichtend. Es ergab sich, daß nicht allein die Bücker des Stadteinkauss nicht ordnungsmäßig geführt worden sind, daß der damalige Lebensmiiteldikkator von Kassel nach dem Umsturz im November 1918, als die Heeresverwaltung gegen Bezahlung mit Kriegs, anleihe Lebensmittel verkaufte, außer ftädtischen Kriegsanleihen auch solche von Beamten und Angestellten des Stadteinkaufs und sogar für über 200000 Mark persönliche Anleihe« stücke zum Kurs von 98 in Zahlung gab und, hreil der allgemeine Kurs schon auf 79% gesunken war, erhebliche Kursgewinns erzielte. Er hatte diese Anleihestücke über die von seiner Frag geleitet Ausgabestelle für bezahlte Frauenarbeit zur Städthaupffasse geleitet. Wohl lrmrden seine Verdienste um die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln und die jener Ausgabestelle anerkannt, umsomehr aber die Handlungsweise bei diesem Geschäft verur- teilt Dr Schröder mußte zunächst feststellen, daß sich die am 10. November 1919 in der Sitzung der Stadtverordneten von Wagner abgegebene Erklärung, keine anderen als städtischen Kriegsanleihen in Zahlung gegeben zu Haben, als unrichtig hercmsgestellt Hai. Dem stadtrctt ivill nicht ins Gedächtnis gekommen fern, daß er für eine Reibe von Beamten und Angestellten Kriegsanleihe mit verkauft habe. Allerdings hab» er deshalb beim Bürgermeister Brunner angefragt. Und dann ergab die Unter« sitchung, daß der Stadtrat sogar
persönlich gezeichnete Kriegsanleihe in Zahlung gegeben hat. Neber die Angelegen- beit hat Justizrctt Stahl ein Gutachten erstattet, wonach Wagner feine Pflicht als Magi- ftratsmitglied verletzt hat. Wagners Rechtsbeistand. Justizrat Battels. ist in einem Gegenautachien zu dem Ergebnis ^gekommen, daß Wagner nicht fchadensersatzpfllchtig set, machst aber trotzdem einen VerAelchsvo-rschlag dahinqebnd, daß Wagner zu einer vor Jabres- srist bereits geleisteten Zahlung an die Stadt noch 16050 Mark zurückerstattet. Jedenfalls sei die unrichtige Erklärung Wagners zu bedauern Aus Vorschlag des Vorsitzenden Grezo- sinski wurde beschlossen, über diesen VergleichS« vorschlaa in vertraulicher Sitzung zu bergen. Göpf fahrt (Soz.) kam auch auf ben Ja* den in der Opernstraße zu sprechen. Hier wurde durck Um. und Nachbuchungen intb Verbesserungen in den Büchern "schein UebeffchM* von 7000 Mark herausgerechnet. Der Ab'Mnß de? Herrn Wagner bereMete Licht Heizung, Miete, Löhne und Gehalter überhaupt nicht! Eine größere Differenz M überhaupt nicht durch die Büchst-. (Zurufe:Wo bleibt der Staatsanwalt?) Stadt» Ballin (Dem.) machte Mgende Mitteilung: Bevor Herr Eigner von der Fraktion nmnimert Warden war gab er auf dringliche Anfrage die Erna- rmrä ab, er könne die volle Verantwortung Übernehmen und fei überzeugt, alle Einwendun- gen zu entkräften, bte von irgend einer -eite gegen ihn erhoben werden. Die Fraktion gebe jetzt die Erklärung ab, daß fit bte j>anijn>s2. iMife Wacmer« aufs Tiefste bedau^tund "Us das Entschiedenste verurteilt. L^NEen der Freien bürgerlichen Vereinigung brachte S^t« verordneter Hebel zum Ausdruck Wagner habe sich selbst in kttöbster Werse gezchadiftund die Anerkennung der z^ifettos erworbenen Verdienste um die Stadt Kassel verfch-rft M er entschuldigend auf Wagne^ große Nervosität hinwieS, Wb's lautes Gelächter beider Mehrheit und erneute Ruse nach dem S.aatSan- walt. Bürgermeister Brunner land kein Nein und »ein Ja dafür, daß Wagner ihn Sst« fragt habe ES war gerade während der Umwälzung im November 1918 Aber persönliche Kriegsanleihe zu verwerten, da« habe er sicher nicht zugegeben. Der damalige
Oberbürgermeister Koch
habe die Ausgabestelle als privat angesehen und keine Kontrolle dogch die Statsthauptkasse gestattet. Diese funktionierte lediglich als Bank der Ausgabestelle. Es entspann gch eine lebhafte Debatte, in deren Verlauf Stadtv. «Hans Wild (Dem.) u. a. erzählte, Oberbür-