Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

$u Kasseler Neueslen Nachrichten erscheinen wöchenuich sechsmal und zwar abends.- Ter «bonnementSvrel« betrügt meeati. 6.00 Marl bet freier Zustellung in« Hau«. Bestellungen werben leberirtt v»n ber SeschäsrSftelle ober den Boten entgegengeno mmen. Truaerei, «erlog unb Redattion -. Sch achthossiraße 28/30. gür unverlangt eingefonbte Beitrage kann die Redaktion eine '-Uerantrooruing oder Gewahr in keinem Falle übernehmen. RückzabUmg de« BezugSgeldeS oder Ansprüche wegen etwaigernichtordnungSmätziger Lieferung auSgeschloffen.

Hessische Abendzeitung

gnseriion«preise, i) Einheimische Auftrage, Die einspaltige Anzeigen.Zeile M. 1.00. bie einspaltige Reklame,eile M. 2.50. d> Auswärtige Aufträge: Tie einspaltige Anjeigenjeile M. 1.20, die einspaltige Reklamezeile M. 2.76, alle« einschließlich TeuerungS,Uschlag unb Anzeigensteuer. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmedaten und Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlachihofstr. 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Sir. .. Telephon Sir 951 u. 952.

Kummer 254.

Dienstag, 2. November 1920

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

10. Jahrgang.

Sas deutsche Eigentum in England.

nun zum ersten Mal gefühlt. Die englischen Kaufleute wissen ganz gut, »atz Deutschland

und England aufeinander angewiesen sind. Sie haben die Dtutschen, die trotz der

Um deutschen Besitz.

Sie »rittsch-franzosische Verstimmung.

Das von England zugqichrrte Entgögenkom- »en, das deutsche Priv atelgentum. das in England angelegt ist, nicht zu liquidieren, falls eine vorsätzliche Nichterfüllung des Frie- densoertrags von feiten Deutschlands festgestellt werden sollte, ist in der deutschen Lcfsenttrchleit mit einer gewissen Genugtuung begrüßt werten, weil man darin den ersten Versuch zu einer Revision des Versailler Vertrags gesehen bat. Der Reichsminister des Auswärtigen Hai in sei­ner Etatrede aber bereits davor gewarnt, dieses Entgegenkommen zu überschätzen und es er­scheint tatsächlich nichts gefährlicher, als nunmehr davon zu träumen, daß der ganze Friedensver­trag oder seine wichtigsten Bestimmungen in oer nächsten Zeit einer Aenderung unterworsen wür­den. Das englische Entgegenkommen hat in erster Linie nur formale Bedeutung, denn wir werden unseren Gegnern nicht das Vergnügen bereiten, daß sie eine vorsätzliche Nichterfüllung der Verpflichtungen, die wir auf uns genommen haben, feststeüen können. Es brauch« nur an die Politik des Außenministers erinnert zu werden, die eine festumschriebene Politik der Erfüllung des Versailler Vertrags ist; rein praktisch wäre es also wahrscheinlich sowieso nicht zu einer Liquidation deutschen Eigentums in England gekommen. Tas Ent­gegenkommen besteht also eigentlich nur darin, daß nunmehr auch die bisher drohende Gefahr einer Liquidation gebannt erscheint.

Gerade der Artikel des Friedensvertrages, um den es sich hier handelt, ist ja kennzeichnend für die Art des gesamten Vertrages. Man hat damals in Versailles immer nur zu sehr an die Niederhaltung Deutschlands gedacht, ohne dabei zu bedeu-ken, daß man sich bet einer solchen Po­litik ins eigene Fleisch schneiden würde. Diesen Schnitt ins eigene Fleisch hat England, das ja immer noch einen Teil ruhiger und vernünftigir denkt, als man es in Frankreich gewohnt ist

schlechten Valuta die besten englischen Kunden sind, nötig. Die interessierten englischen Kreise haben deshalb die englische Regierung scharf gemacht, eine Bestimmung, unter der sie mehr als Deutschland zu leiden haben, aufzuheben In Frankreich sieht mm die Angelegenheit einst­weilen noch nicht vom wirtschaftlichen, sondern immer noch vcmt politischen Standpunkt aus an. Und da die Politik großer französischer Kreise immer noch die Politik des Hasses ist, so ist wohl eine Verstimmung gegen England wegen des unternommenen Schrittes entstanden, aber vorläufig wird Frankreich wohl noch nicht daran denken, seit englischen Schritt nachzuahmen.

In Paris hat man die Taktik, die London jetzr verfolgt, mit steigendem Mißtrauen und wachsertdem Mißvergnügen beobachtet. Herr Miller and bat es gegenüber London nicht an deutlichen Winken fehlen lassen, daß Frankreich von der Politik Englands nichts weniger als entzückt fei Lloyd Georg« aber hat durch oen englischen Gesandten in Paris mit ziemlicher Deutlichkeit zu verstehen gegeben, daß die bri­tische Regierung nicht bereit sei, auch nur um einen Zoll von ihrer jetzigen Politik abzuweichen. Mehr als die Oeffentlichkeit in den Entente- landern und bei uns ahnt, ist der Kamps nicht nur um Deutschland, sondern auch um Rußland entbrannt. Für die englische Diplo­matie bereutet Rußland die größere Sieges­beute. Es ist eine vovkornmene Verkennung oer Tatsachen, wenn man bei uns in Deutschland oloubt, daß sich in London alles um das deutsche Problem drehe. Rein, noch einmal so wichtig, wie das deutsche, ist Lloyd George die Lösung des russischen Problems in einem England gün­stigen Sinne. Die ganze Politik der englischen Regierung läuft darauf hinaus, sich hier Vor­hand zu ilchern und jeden anderen Staat von der Einmischung möglichst auszuschließen. Wem Rußland gehört, dem gehört Europa, dem ge­hört die Welt! Tas hat man in London mit scharfem Blick längst erkannt. Und um diesen Preis ist Lloyd George auch bereit, Frankreich freies Spiel nach anderer Richtung hm zu lassen. Das Opfer ist Deutschland. Man wun­dert sich bei uns nur allzu sehr, daß die eng­lische Politik den französischen Chauvinisten nie­mals kräftig in die Zügel falle. So lange der britische Löwe feinen R mb Rußland nicht in Sicherheit gebracht hat, wird er mit Frank­reich um Deutschlands willen nicht tn neuen Zank und Hader geraten. In London ist man klug genug, um zu erkennen, baß mit der Er­reichung der Ziele der englischen Politik in Ruß­land Londons Machtwort tn Europa für alle Zukunft allein Gültigkeit haben kann und habe t wird. Ihm wird sich dann auch eines Tages Frankreich beugen müssen. Aber heute ist der Tag noch nicht gekommen, wo die englische Po- Lik der französischen Deutschlands wegen in die

Arme fällt. Der Kamps Mischen Frankrelch und England geht vorläufig auch um Rußland, das zu beherrschen der kühnste Traum der eng­lischen Diplomatie ist R cht nur in der franzö­sischen sozialistischen Presse, sondern auch in den radikalen Zeitungen wird die Regierung dar­auf hingewiesen, daß alle Meinungsverschieden­heiten, die während der letzten Monate Mischen Frankreich und feinen BunLeSgeuoffen hervorge- trrten seien, aus der Frage um den Gewinn entftruugen seien und daß es für Frankreich höchste Zeit fei, sich endlich auch zur endgül­tigen Festsetzung der deutschen Entschädigung zu entschließen D. N.

Englands SonöetbetML

Frankreich macht England Vorwürfe.

(Eigener Drahtbericht.)

Rotterdam, 1. November.

Ans London wird gemeldet: Das engl'sckte Auswärtige Amt soll von Frankreich eine Note erhalten haben, deren Abfassung einen ziemlich dreisten Ton aufweist. Es wird darin ge­sagt, daß keiner der Alliierten den Para­graph 18 des Friedensvertrages auf eigene Faust auslegen solle. Der Versailler Vertrag, der die Unterschriften aller alliierten Mächte trage, könne nur durch ein vorheriges Einver­ständnis mit Frankreich abgeändert werden. Der betreffende Paragraph müsse in seiner Vollstän­digkeit angewandt werden, und England habe keinesfalls die Befugnis, auf Rechte zu verzich­ten, die ihm auf Grund dieses Paragraphen ein« geräumt wurden. Frankreich weist damit die englische Behauptung zurück, wonach es den ver­schiedenen alliierten Regierungen freigegeben sei, nach eigenem Ermessen Schritte zu unteruelMen, die sie für notwendig erachten. Ausfallend ist in der großspreckterischcn Rote die Stelle, die besagt, daß jede Vertragsänderung erst nach einer vor­herigen Beratung mit Frankreich erfolgen könne, während es heißen sollte, nach einer vorherigen Beratung mit allen Alliierten, die den Friedens- Vertrag unterzeichnet haben In der Rote kommt die französische Neigung, sich als den tonangeben­den Sieger hinzustcllen, sehr zum Ausdruck.

e

Milderer Ton der Preffe.

Paris, 1. November. (Eigene Trahtmeldung) In ihren Betrachtungen Wer den englischen Verzicht aus Beschlagnahme deutschen Privatbesitzes schlügt die Pariser Presse, im Gegensatz zur amtlichen Rote, mildere Töne an Die Blätter des Ministeriums des Aeußern, die drei Tage lang den englischen Mi­nisterpräsidenten nrit einem förmlichen Ultima­tum bedrohten, sind plötzlich der Meinung, daß der Zwischenfall nicht übertrieben werden dürfe, daß er sogar schließlich die gute Wirkung haben könne, daß eine allgemeine Regel für die Durch­führung des Versailler Vertrages ausgestellt werde, die in Zukunft ,edes Mißverständnis un­ter den Alliierten ausschlösse. Sie schlagen vor, die weitere Aussprache ht den Schoß der B c t - schasterkonferenz zu legen, der es nicht schwer fallen könne, die versöhnliche Formel zu finden, um damit zu Verbindern, daß die eng­lische Auslegung des Artikels 16 die Bedeutung eines imbeftrittenen Präzedenzfalles anneyme.

Kundgebung derSberschlefter.

Versammlung in Frankfurt am Main.

(Privat-Telearamm.1

Frankfurt a. 1. November.

Im Frankfurter Schauspielhawse versammel­ten sich gechern vormittag zahlreikche Schlesier zu einer erhebenden Kundgebung für die Erhaltung Oberschlesiens als deutsches Land. Die Begrüßungsansprache tolt Stadtrat Dr. Langer, ein gebürtiger QbeischHsier. Im Namen der Stadt Frankfurt sprach Bürgermeister Graef den Wunsch aus, daß der schwere Kampf der Ober- schlesier um ihr Deutschtum von Erfolg sein möge Im Namen der Stadt Frankfurt kann ich, so sagte ber Bürgermeister, Oberschlesien der vollen Sympachie der Stadt Frankfurt und sei- ner Einwohnerschaft versichern. Tie Autonomie Obcrschlestens steht fest. Der 1 Magistrat der Stadt Frankfurt hat m einem Telegramm den schwer um ihr Deutschtum ringenden Oberfchlc- siern die wärmste Sympathie zum Ausdruck ge­bracht. Glückauf zum Kampf. Mockaus tum Sieg. Der Vorsitzende Georg Glcmnitz stellte fest daß die Versammlung ohne jeden Partefunt.'r-

schied ein freudiges Bekenntnis zum Deutsch­tum sei Mit einem vaterländischen Lied schloß dann die eindrucksvolle Feier.

Sentschland nnd Frankreich.

Endlich ein richtiges Urteil (Eigene Drahttnelbun«.)

Hamburg. 1. November.

In einem Hamburger Ballhaus ist es kürzlich zu einem häßlichen Zusammenstoß zivischen dem Militärattache des französischen Generalkonsulats und Hamburger Kaufleuten gekonunen L o n - (tuet, der französische Soziallstenführer, schreibt jetzt imPopulaire":Ich habe mich be­müht, während meines letzten Aufenthaltes in Deutschland in Halle, Berlin und Frankstirt, mich über die Gründe der Feindschaft zu un­terrichten. Ich kam zu dem Ergebnis, daß der Franzosenhab von unserer Politik und von un­serer französischen Presse seit dem Wasfenstill stand ununterbrochen künstlich gezüchtet worden ist. Die unausgesetzte D r o h u n g mit der B e - setzung deS RuhrgebietcS, die Begünsti gung des unsinnigen polnischen Jmpe r i a l i s m u s und die brutale Verweigerung des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland sind die Ursachen der Erbttterung und des ständigen Hasse? Longuet hat Recht, nur schade, daß die Imperialisten in Paris ihm nicht glauben, oder, waS vielleicht richtiger ist, aus Angst vor der Wahrheit nicht glauben dürfen.

Bayerns Besorgnis.

München, 1. November. (Privattelegramm.) Die von der interalliierten Kontrollkommission der Reichsregierung überreichte Rote auf B.'lei­st gung der Einwohnerwehren wird von ber bayerischen Presse sehr ernsthaft besprochen. Wie in allen Fragen schwerwiegendster Bedeu- ntng wird auch diesmal wieder einzig und allein die Geschlossenheit und Einheit des Reiches nnd aller seiner Mieder die Kraft zur Erreichung alles dessen geben können, was uns not tut. Es zeigt sich von Zeit st, Zeit immer klarer, daß wir eine große Demütigung und Schädigung nicht werden abwenden können, was Frankreich ansirebt: Die Besetzung des Ruhrgebiets.

Anverantwstttiche Setze, ein verlogener Abenteurer festgenommen.

(Priv at-T el earamm.i

München, 1 November.

Der ehemalige Reichswehrsoldat Dogner, der in abenteuerlicher Weise erzählt hatte, es be- firhe bei der Münchener Polizei eine Organi­sation zur Beseitigung von Menschen, wurde von der Münchener Polizei verhaftet. Ter bel­gische Spitzel Fracheri wurde gleichfalls verhaftet und Mar auf Veranlassung der En­tentekommission, in deren Dienst er stand. Tie Verhandlungen im Ausschuß des bayerischen Landtages über die Mordanschuwigungcn gegen die Münchener Polizeidirektion haben am Sonnabend ihren Anfang genommen. Der Aus­schuß verhörte zwei angebliche Hauptbelastungs- zeugen. Das Verhör verlief resultaflos. Die Zeugen wußten nichts, sondern wollten nur in Wirtschaften und Gaststätten dergleichen Erzählungen gehört haben. Die drei restlichen Zeugen sollen am heutigen Montag verhört wer­den, ebenso die beschuldigten Polizeidezernenten und am Mittwoch soll bereits der Bericht des Ausschusses an die Volkskammer erstattet wer­den. Es gewinnt den Anschein, als ob es sich um durch nichts bewiesenen Klatsch gehandelt hat.

Kein Aihl im Landtag.

München, 1 November. (Privattelegramm.) Dogner und einer seiner Genossen sind im Landtags geb äude und zwar im Frak- lionszimmer der Unabhängigen verhaftet wor­den. Ter unabhängige Abgeordnete Gareis hatte bei der Begründung des Drinalichkeiisantrages erklärt, daß er Dogner in das Landtagsgeb ntde mitgebracht habe, um ihn gegen die Nachstellun­gen der Polizei sicherzusteltcn. Der Regierungs- Vertreter hatte zustimmend geantwortet. Am Sonnabend aber hat auf einen Dringlichkeit» antrag aller Parteien, mit Ausnahme der Unabhängigen, der Landtag ausgesprochen, daß kein Abgeordneter das Recht habe, irgend einer Person im Landtag ein Asyl zu gewähren.

tzegenNrbeitsloßzlett.

Ein Geseheuttvurs.

D e Gesetzesvorlage übet dre Arbeitslosen« Verorderung, d.e demnächst den 9teid>e;a# i>ei«l)äftigcn wird, ist >ur weite Kreil«, rite Arveitgeoer wie cudi fite Arbeitnehmer, von Bedeutung. 2m Nachstehenden find di« Lrnndzrigr des Entwurfs wtedsrgegebe«. Der Gesetzentwurf über Arbeitslojenvcrsiche- ntng stellt sich zwei Aufgaben: Unter st ützung bei Arbeitslosigkeit und Verhütung von Ar­beitslosigkeit. Zn die gesetzliche Siegelung sollen eirtbejogen werden: 1. Arbeiter, Gehilfen, Gesel­len; 2. sämtliche Angestellte ohne Rücksicht auf ihre Vorbildung; L. Apcthekergchilfen; 4. säuil- liche Bühnen- und Orchestermirglieder; 5. See­leute und Schiffer. Unter die Versichcruna fal­len staatliche und gemeindliche Beamte und An­gestellte, Lehrer an öffentlichen Schulen und an­dere mehr. Arbeitslosenunterstützung erhält, wer 1. die Wartezeit erfüllt hat (ber Versicherte mutz in den vierundMauzig Monaten vor dem Eintritt der Arbeitslosigkeit während fechsuno- ztvanzig Wochen Beiträge geleistet haben). 2- ver arbeitsfähig ist, aber nach Bcscheinr- aititg durch den Arbeitsnachweis eine passende Arbeit (drs ist jede Beschäftigung, die dem Ver­sicherten unter billiger Berücksichtigung feiner Ausbildung, seines mehrjährigen Berufs und seines Familienstandes zugemutet werden kann), innerhalb drei Tagen seit Verlassen seiner letzten Stelle nicht gefunden har, 3. wer seinen An­spruch auf 'Arbeitslosenunterstützung nicht er­schöpft bat. Eine Beschäftigung in einem Be­trieb, in welckfom Stellen infolge eines Ausstan- des oder einer Aussperrung frei sind. braucht der Versicherte nicht anzi«nehmcn. Tie Arbeitslosen- Unterstützung wird

nur in beschränktem Umfange

gewährt, und zwar binnen zwölf Monaten nut für insgesamt dreizehn Wochen. Ein Zeittaum, für welchen Krankengeld nsw. gewährt ist, wird auf die Dauer der Arbeitslosenunterstützung nickt angerechnet. Arbeitslosenunterstützung wird nicht gewährt, wenn der Versichette 1. seine Stelle freiwillig, ohne triftigen Grund aufge­geben hat, 2. wegen schuldhaften Verhaltens ent- lassen worden ist, 3. wenn der Versichette eine ihm nachgcwiesene passende Arbeit ohne triftigen Grund nicht angenommen bat, 4. wenn die Ar­beitslosigkeit durch Ausstand oder Aussperrung verursacht worden ist. Im letzteren Falle wird nach der vierten Woche seit Beendung des Aus­standes oder der Aussperrung die Unterstützung für die weitere Dauer der ArbeiMosigkeit ge­währt. Der Arbeitslose erhält vom dritten Tage a b Unterstützung. in Höhe des OrtS- lohnes. Die Leistungen der Arbeitslosenversiche­rung können in besonderen Fällen (Daisonbe- triebe) niebriaer, in anderen Fällen (den Betrieb störende Ereignisse) höher bemessen weiden. Zur Beschaffung von Berufskleidung und Werkzeug, Unterstützungen zur Reise ins Inland können Beihilfen gewährt werden. In gewissen Fällen (bei Bezug von Krankengeld ufto.) ruht die Ar­beitslosenunterstützung. Träger der Arbeitslosen- versicheiung ist die von dem Kassenverband, den die Krankenkassen d-s Bezirks bilden, errichtete Arbeitslosenkasse. Die Mitgliedschaft Versickerungspflichtiger beginnt mit dem Tage des Eintritts in die versicherungspflichtige Bc- f*Sftiaitng Der Arbeitgeber bat binnen drei Tagen jedem vor -Hm Beschäftigten, der unter die Arbeitslosenversicherung fällt, bei der Kran­kenkasse, tn welcher der Beschäftigte gegen Krank­heit versichert ist, oder bei der von ihr errichte­ten Meldestelle zu melden. Der Vorstand deS Kasi-nverbandes erläßt mit Genehmigung des Versicherungsamtes Vorschriften über

Meldung und Ueberwachung

der Arbeitslosen. Die Mittel sirr die Ar» beitslosenverfichemng werden aufgebracht durch Wochenbeitcäge der Arbeitgeber unb ter Versicherten zu Sketchen Teilen und durch Beiträge des Reichs und des für den Sasseu- beztrk "zuständigen Gemeinde vor bau des zu je ein Viertel der eingegangenen Vertrage der Arbeitgeber und Versicherten. Die Beiträge der Arbeitgeber und der Versicherten sind so M be­messen, daß sie, die anderen Einnahmen «ngo- rechnel, zusammen Mei Drittel der zuständige» Ausgaben der Kaffe decken. Die BeittaMmle der 'Versicherungspflichtigen werden bomBar- lohne abgezogen. Bei Ltreitigkeiten rutsche«« endgültig das Versicherungsrmtt. Dre Mittel zur Verhütung von Arbeitsbosigkett werde» ans der gemeinsamen, vorn ArbeiÄminister ver­walteten Rücklage entnommen, der jeder Ar- beitslosenkaffe jährlich ein Zehntel des Sahres- betrages der Kasim beiträge zuzuführen bat Sechs Monate nack dem Inkrafttreten des Ge­setzes über Arbeitslosenversicherung wenn an diesem Tage die Krankenkaffen eines Bezirkes noch nicht zu einem Kaffenverbande vereinigt sind. Hot die Allgenieine OrtSkranken'osse des Beschäftig ngsortes die Aufgabe drr Arbeits­losenkaffe " 4 erfüllen, bas heißt bu Arbeitslosm- Versicherung durchzuführen tritt die Reichs-,