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Kasseler Abendzeitung

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Meter Nemste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

10. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Freitag, 29. Oktober 1920

Nummer 251

Fernsprecher 951 und 952.

Eine Reform der Frachttarife.

* Heber tmfere Kraft.

Die Grenzen des Versaillers Vertrags.

Gens wirst seine Schatten voraus. Durch den Blätterwald der Ententepresse geht ein Rauschen von den Milliarden, die die kommende Konferenz den alliierten Bokkern alsSttgesprcis" in ken Schoß werfen wird, und die chauvinistischen Scharfmacher in Paris wiflen geschickt die auch in ihren Ländern bereits in Bewegung gekom­menen Massen damit zu beruhigen, daß Deutsch­land allez bezahlen werde Als die deutsche Regieruna im Juni des vergangenen Jahres durch chre Vertreter die Unterschrift unter den Schmachsrieden setzen ließ, erklärte sie gl eich zei­tig, daß der Friedensvertrag von Versailles .unerfüllbar und unerträglich' sei. Trotzdem hat sie sich nach bestem Willen bemüht, den kolossalen Forderungen, die uns die En­tente in dem Friedensinstrumcnte stellte, gerecht zu werden. Sie hat von Anfang darauf ver­zichtet, sich darauf zu berufen, daß eine Willens­erklärung, die einem Staate unter Drohungen abgerungen worden ist, null und nichtig sei. Im­mer wieder hat die deutsche Regierung bei allen möglichen Gelegenheiten sich bereit erklärt, den Versailler Friedensvertrag nach besten Kräften zu erfüllen. Aber gerade daZ soll uns jetzt zum Verhängnis werden.

Die Entente wird sich aber eines Tage? doch siberlegen müssen', daß auch dem famosen Ver­sailler Frieden, kn dem sich der Geist des angeb­lichen Weltsriedensengels Wilson rind des Welt­teufels Clemenceau als edles Pach^nsammen- fauden, in sich selbst Grenzen g^ogen sind, deren Ueberschretrung den Zusammenbruch des ganzen künstlich gefügten Gebäudes des Vertra­ges bedeutet. Die Entente stellt sich auf den Standpunkt, daß Deutschland sozusagen nur aus Mache immer wieder erkläre, es könne den Vertrag nicht erfüllen. Die französische Regie­rung bringt dafür als Hauptbeweis in der letz­ten Zeit imm-r wieder die Tatsache bei, day Deutschlands Vertreter in Spa ursprünglich eine Kohlenlteferung von zwei Millionen Tonnen fiir gänzlich unmöglich erklärt hätten, und daß Deutschland nun schon drei Monate lang diesen Forderungenmit Leichtigkeit' ge­recht geworden sei. Daß aber das Spaer Ab­kommen Mr die deutsche Industrie geradezu ein erhängnis bedeutet, darüber schwelgt sich

; französische Regierung und Presse aus leicht einzusehenden Gründen vollkommen aus. tilehn- lich steht es mit den neuen zu erwartenden Wiedergutmachung s-F orderung en. Die Klique in Frankreich und England, die sich die Vernichtung Deutschlands zum Ziel gesetzt bat erklärt, daß die deutsche Regierung recht wohl in der Lage sei, ihre Unterschrift unter neue Milliaroenforderungen der Entente zu setzen. Auch diese könnten von Deutschland ge­tragen werden.

Es ist an der Zeit, der Entente mit aller Schärfe und Deutlichkeit einmal klar zu machen, das? die deutsche Regierung und das deutsche Volk sich immer mehr an die äußerste Grenze der Erfüllung des Versailler Friedensvertrages und seiner Zusatzabkommen gerückt sehen. Der Bogen ist von gegnerischer Seite bis a>.-,s äußerste gespannt und kann jede Stunde zer­springen. Wir nähern uns mit Riesenschritten dem Augenblicke, wo keine deutsche Regierung mehr in der Lage ist, den ßVersailler Friedens-- vertrag zu erfüllen, und zwar nicht deshalb, weil sie nicht selbst den Wunsch hätte, ihren Verpflichtungen nachzukommen, sondern weil das Volk, auf dessen Schultern die Lasten des verlorenen Krieges ruhen, nicht mehr kann. Wäre die Entente klug, so müßte ;te wissen, daß es heute in Deutschland noch Tau­sende und Millionen gibt, die von dem ehrlichen Willen beseelt sind, ihren Teil zu dem Wieder- aufbmi der Welt, vor allen Dingen der schwer durch den Krieg heimgesuchten Länder Belgien und Frankreich beizrttragen. Aber, der' Mttc Wille dieser Millionen wird und muß ins Ge­genteil umschlagen, wenn sie sehen, daß es die Entente nur darauf abgesehen hat, das deutsche Volk in Sklavenketten zu schmieden und es das Bleigewicht des verlorenen Krieges durch die Jahrhunderte schleppen zu lassen. Wenn an englischer diplomatischer Stelle vor einigen Mo­naten einmal das Wort gefallen ist, daß Deutschland das Arbeiterland für Euro- p a werden solle, so haben sich diejenigen, die dieses Wort unvorsichttgerweise aussprachen, wohl nickst überlegt, daß nur eine stete und sich frei fühlende deutsche Arbeiterschaft den Ver­trag von Versailles erMllen kann und erfüllen will. Die Forderungen der Entente finden ihre natürliche Grenze in der ErMllbarkeit. Nun ist es klar, daß nach dieser Richtung zwilchen den Auffassungen in London und.Paris auf der einen, Bettln auf der anderen Seite wesentliche Unterschieds bestehen werden. Was man in Patts für leicht erfüllbar betrachtet, wird man in Beüir, als unerträglich zurückweisen.

Schließlich mutz aber doch nicht die Entenie, tue ja verschiedentlich bewiesen hat, dah sie von deutschen Verhältnissen keine Ahnung besitzt, sondern die deutsche Regierung wissen, was wir leisten können und was nicht. Was Deutschland erfüllen kann, das wird es auch leisten. Aber Forderungen, die ihm die notwendige Luft zum Leben nehmen und es vollkommen um die Früchte feiner Arbeit bringen, kann das deutsche Volk nie und nimmer erfüllen. Damit sind dem Vettailler Fttedensvettrag und allen künftigen Forderungen der Entente di« Grenzen ge­zogen. s-

Reform der Gütertarifs. Inkrafttreten am 1. Dezember. lVrivat-Telearamm.1

Berlin, 28. Oktober.

Räch Mitteilung von amtticher Stelle ist jetzt mit dem Inkrafttreten der Frachtreform am L Dezember zu rechnen. Mit dieser Reform wird zum erste« Male ein Staffel- oder Zonentarif für den Güterverkehr ein- gcMhrt werden. Während bisher der Kilometer bei einer Entfernung von fünfzig oder ftnfhun- dett Kilometern das gleiche kostete, ist in der Reform eine nicht unwesentliche Erhöhung des Kilometers bei kurzen und eine ent- sprechende Herabsetzung bet wet­ten Entfernungen vorgenommen. Der Botteil ist einleuchtend. Da bei den gegenwär. tigen Balutaveryältniffen das Reich auf fest-- eigenen Erzeugnisse, vor allem in der Lebens­mittelversorgung, angewiesen bleibt, so wird ein Güterftachtausgleich dazu beitragen, die UebersckMfle der entfernten, namentlich öst. lichen Produktionsgebiete, in stärkerem Matze für die Bedarfszentren herauSzuholen als bis­her. Außerdem wird der Unterschied der P r e i- s e der einzelnen Lebensmittel, z. B. der Kartof­feln, in den einzelnen Bedarfsotten, die sich nach den Erzeugerpreisen wesentlich nach den Frachtsätzen richten mutzten, abgeschwächt. Die Preis« Mr bestimmte Lebensmittel im rheitti- schen Industriegebiet, das kein ausreichendes agrarisches Hinterland besitzt und daher zum großen Teil von weither seinen Bedarf decken muß, werden nicht mehr in dem Grade wie bis­her die Preise Mr Groß-Berlin zu übersteigen brauchen, das in den nahegelegenen branden­burgischen Kreisen den größten Teil seines Be­darfs an Lebensmitteln decken kann.

Keine Ermäßigung.

Berlin, 28. Oktober. (Privat - Telegramm.) Zu der kommenden Fracht-Tarifreform Wird noch mitgeteilt: Die Fehlbeträge, die die Reichs- eisenbahn auftoeist, sind auch weiter so außeror­dentlich geblieben, daß an eine Ermäßigung der Frachten vor der Hand nicht zu denken ist. Die Regierung muß vielmehr darauf bedacht sein, durch alle neuen Maßnahmen eine Ver- mehrung der Einnahmen und eine Vermlnde- ntna der Betriebsunkosten herbeiznfuhren, da sonst nicht nur keine Verminderung der Aus­gaben. sondern nicht einmal eine Stabilisierung des bisherigen monatlichen Fehlbetrages erreicht werden würde. Es schweben jedenfalls zttrzeft im Verkehrsministettum im Benehmen mit den einzelnen Eisenbabn-Direftionen Erwägungen und Pläne verschiedenster Att, die eine wenig­stens teilweise Sanierung dieses Titels tot Reichshaushalt zum Ziele haben.

Set Siefe!mototett--Stteit.

Mäßigung de» Ententesorderung.

(Pttvah-Telearamm-l

Berlin, 28. Oktober.

Bekanntlich hat der ReichSautzenminister Dr Simons gestern im Reichstag erklärt, er werde die Interpellation über die vom Alliiertenrat verlangte Auslieferung und Zerstörung der Dieselmotoren am Freitag beautwotten. Dieser Termin ist deshalb gewählt, weil an die­sem Freitag eine englische Note in Paris ein- treffen wird, in der die Entente von ihrem Ver­langen Ab stand nimmt. Die mutige Haltung der deutschen Arbettgeber- und Arbeitnehmer­schaft hat also über das in jeder Hinsicht im­moralische, aber auch unberechtigte Feindbegehren gipeflt. Wie in London von zuständiger Stelle vcrsichett wird, besteht bei der Entente keine Ab­sicht, sich mit ande.en Dieselmotoren zu befassen

.als mit denen, die für Unterseeboote be stimmt waren. Auch besteht bei der Entente nicht die Absicht, die Diesel-Industrie Deutschlands zu vernichten. Solange die Entscheidung der verbün­deten Regierung in der Schwebe sich befindet, ist die Zerstörung aller Unterseeboots-Dieselmvtorei. eingestellt und ausgeschoben worden.

Um die EsziaWtung.

Der Reichswirtschafts, und Kohlenrat.

(Privat-Telearamm.)

Berlin, 28 Oktober.

In der gestrigen Sitzung des gemeinsamen Uliterausschuffes des ReichSwittschafts- und Reichskohlenrats wurde die Beratung der S o - zialisierungsfrage fortgesetzt- Der Vor- itzende Edler von Braun führte aus, er habe den Eindruck, daß eine Reihe gemeinsamer Gesichts­punkte bereits gefunden sei. Tie Arbeitnehmer hätten betont, daß die bisherigen Vorschläge der Arbeitgeber das dringende Sehnen der Arbeiter­schaft nickft erMllten. Dieses Sehnen könne aber nur zum Teil erMllt werden, soweit die Wirt- schafttichkeit des Betriebes und dir Volkswir:- chaft dies zulassen. Er empfehle, erst einmal zu prüfen, ums bei einem Ausbau des Bestehen­den zu belassen und was abznändern fei. Tann würden sich die Gegetsätze rascher lösen. Rach weiterer Aussprache und sehr langer Geschästs- ordnungs-Tetotte wurde in deren Verlauf be­schlossen, einen Serständigungs > Ausschuß, be stehend aus sieben Personen, zu bilden, von de­nen je drtt den Arbeitgebern und Arbeitneh­mern zu entnehmen sind, während als sieben­tes Mitglied ein Vettreter des Reichs« irt- schastsrates bestellt werden soll.

Eine DerstSndigungs.Kommisfion.

Berlin, 28. Oktober. (Privattelegramm.) Im Unterausschuß des Reichswirtschafls- und Koch- lenvats wurde gestern eine Verständigungskom- Mission gewählt, und zwar von den Arbeit- gebern die Herren Sttunes, Silverberg, Gc° neraldirettor Bögler; von den Arbeitneh­mern die Herren Wegener, Werner, IMbuich; als Vettreter des Reichswirtschastsrates Dr. Berthold. Darauf vertagte der Unterausschuß die Verhandlungen bis zum 10. November.

3m gärenden Mn.

Vorbereitungen für eine Aaren-Monarchiek (Eigene Drahtmeldung.)

Patts, 28. Oktober.

In einem Bettckst über die politische Lage in Südrutzland teilt derWtixt mit. daß seit kurzer Zeit besonders in der Krim Mr die Wiedererrichtung des Zarenthrones Stim­mung gemacht werde. Ws Anwärter wird Grotz- Mrst Michael Alerandrowitsch, der zweite Bru­der des Zaren Nikolaus, genannt. Der Vor­sitzende der Negierung Sörenyet. Krimoschcin, äußerte sich dahia, man sei überzeugt, daß, wenn die Stunde gekommen sei, sich die Volksbefragung zugunsten der konstitutiv rellea Monarchie aus- sprechen «erde. Die Regierung werde aber nichts tun, um diese Stunde näher zu rücke« oder die Bolksabstimmung zu beschleunigen. Der Bolsche­wismus werve von selbst atovirtschaften. Die Bauernbevölkerung sei wieder monarchistisch ge­sinnt; sie werde dies auch «ach Besettigung des bolschewistischen Terrors zum Ausdruck bringen.

*

Furcht vor Hungerrevolten.

Riga, 24 Oktober. (Eigene Drahtmeldimg.) T-ieDevodnja' meldet, daß in achtzehn Distrik­ten in Rußland der Belagerungszustand ertfört ist, unter anderem in Petersburg, Mos- kau, Nowgorod und Smolensk. Tie Sowjet-Re­gierung beMrchtet Hunger-Demonstrattonen. Die Bolschttviften sind augenblicklich dabei, Lebens­mittel und Vieh in Karelien in Beschlag zu neh­men und die Männer zum Militärdienst zu zwingen. An einigen Plätzen treffen sie auf Widerstand, während andere nach Finnland flüchtest. Die französische Miütärmiffion ist Ms Rußland in Paris eingetroffen und durch den Vertreter dir fvanzösifchen Regierung, G'ne- tal Pau, empfangen worden. Bei dem Empfang übergab General Pau der Kraukenfchwester Charlier das Kv-uz der Ehrenlegion.

Große politische Rede«.

Kanzler und Finanzminister im Reichstag (Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 28. Oftober.

Die große politifche Aussprache im Reichstag bat ihren Anfang genommen. Die Mitlwoch- sitzuna des Reichstages wurde mit einer pro­grammatischen Rede des Reichs­kanzlers eingeleitet. Die Interpellationen über die Eraebnisse des Entwaffnung? - g e setz es und über die Vernichtung der Dieselmotoren wurde mit der ersten Lesung des Rcichshaushaltes verbun­den. So ergibt sich ein gewaltiger Beratungs-- ftoff dessen Erörterung mehrere Tage tn An­spruch nehmen wird Die einzelnen Minister werd-n über ihre Arbeitsgebiete berichten und die Parteiführer werden zum Regieruugspro- aramm Stellung nehmen. Der Reichskanzler gab in seiner Einführungsrede ein getreues Bild der Schwierigkeiten, unter denen das deut­sche Volk leidet. Er erinnerte an die Konferen­zen von Spa und Brüssel, die keine Er­leichterung unserer Lage gebracht haben und er stellt fest, daß wir in der äußeren Politik, soweit wir eine solche noch treiben können, den nchtt» gen Wea innegehalten hoben, nämlich den der strengsten Neutralität. Hätten wir in den ruf« sisch-polnischen Krieg eingegrisfen, so waren wir rettungslos in den Abgrund gestürzt. Emen deutschen Militarismus gibt es nicht mehr. Nun sollen aber auch die anderen Staaten anfangcn, abzurüsten, wie das in bem Friedensvertrag« vorgeschrieben wird, denn die Abrüstung ^eutf-*!ands sollt? Mir der erste Sck-ttft zu allo«- meiner Äbrüstuna fein. Die Aussichten für eine solche sind allerdings nur gering, denn Frank­reich hat inzwischen eine immer

größer werdende« Militärmacht aufgebaut. Wir sind mit allen Kräften bemüht, unseren Verpflichtungen nachzukommen. Leb- haste Bewegung rief es im ganzen Hause her- vor, als der Kanzler feststellte, daß unsere Kohlen!ieserungen nach Frankreich so programmäßig erfolgt sind, daß die Franzosen überreich mit Kohlen eingedeckt sind, wahrend bei uns die Wirtschaft unter dem Kohlenmangcl erheblich N o t leidet. Schwer und unettraglich sind die Leiden der Bevölkerung in den besetzten Gebieten. Das gilt auch von Oberschlesien, von dem wir hoffen, daß es dem Reiche treu der- Hunden bleiben wird Der Reichskanzler teilt mit, daß das Gesetz über die Autonomie ut Oberschlesien dem Reichstag baldigst zu? gehen wird, ebenso ein Gesetz über die Sozi­alisierung des Kohlenbergbaues. Bei der Schilderung der wirtschaftlichen Lage bespricht der Kanzler die ErnäLrunMchwiettg- ketten und ttchtet an alle Landwirte die Aus? forderung, chre Pflicht zu tun. Mit ernsten ein­dringlichen Worten wendet sich Fehrerchach ge­gen den kommunistischen Wahnsinn. Er kündet unter dem Beifall des Hauses Gewalt gegen die Gewaltmaßnahmen der Kommunisten an Mit Set Aufforderung an die Mitarbeit aller Patteien schloß die ersteKanzlerredederneuen ParlamentStagung.Eine eingehende, von rei­chem Zahlenmaterial gestützte Dattegung deS Reichsfinanzministers Dr. Wirth folgte. Er besprach die Ergebnisse der Konferenzen in Spa und Brüssel und mahnte zur Sparsamkeit an allen Ecken und Enden. Er kündet« ernt Novelle »um Reichsnotopfergesetz an, durch die ein beträchtlicher Teil des

Rekchsnotopfers sofort flüssig

gemacht werden soll. Die Frage eines allgemel« nen Dienstjahres soll erwogen werden. Den ganzen Reichstag aber tief der Finanzml- nister zu wirtschaftlichen Taten auf. An Bröt» getreid« brauchen wir einen Zuschuß von zwei Millionen Tonnen. Neue Beamtenforde- runaen sind bereits angemeldet. Bon der Geld- fette her wird überhaupt keine Besserung der Lage möglich sein. Durch den Neudruck von Noten kann nichts erzielt werden. Zwet Grund- Probleme beschäftigen uns vor allem Wrr «ms- sen Mr die Bevölkerung das nöttge Brot be­schaffen und auch daMr sorgen, haß die get- stige Sage Deuffchlands nicht ganz zum Stillstand kommt. Forschungsinstitute, Akade­mien und Universitäten müssen mit Reichsmit­teln unterstützt werden. Es ist eine Tragödie der Wirtschaft der Völker, daß in dem Augen­blick wo die deuffche Arbeitettchast auf den Po- littschen Gang der Dinge großen Einfluß hat, der Mehrwett au die Alliierten abflietzt. Der Finanzmiulster gibt bann einen Ueberbstck über bteSchulbverhältnlssebes ReickeS. Die erschreckenb hohen Z-chlen sind bekannt.

Lage bes Reiches ist überaus schwierig. ES ist nicht notwendig, daß man ein so hartes Los stumm trägt. Darum werden wir alles daran setzen, uns gegen das erbarmungslose Sckncksal zu wehten und eS zu meistern suche«. 'Senn