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Hessische Abendzeitung

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Meter Neueste Nachrichten

_____ Kasseler Abendzeitung

Nummer 249»

Fernsprecher 951 und 952.

10« Jahrgang.

Mittwoch, 27. Oktober 1920

Fernsprecher 951 und 952.

Kohlennot, Teuerung und Lohnbewegung.

Ministerzeit folgen wird. Heute werden noch I die wegen Mangels an Aufträgen zeitweilig ent-. Aufklärungen bekannt, wonach der Fall der Be- lassen werden mußten, ein Konflikt ausgebrochen

stechung eines höheren Beamten, des Geheimrats

K. F. Dr.

sucht hat.

und an den Reichskanzler. Die aenannte Stelle deutschen Kohlenlicferungen müsse die Beset- hat den Zweck, die Golder, die Deutschland für z u n g des Ruhrgebietes bringen. Aus Rom

Die jetzige Preisentwicklung

reu SranL Hal, dem vielleicht das Ende seiner

rchärive verurteilt, daß einselne Händler, ar-

der Sozialisierung des Kohlenbergbaus öffentlich Stellung zu nehmen. Tie Kammer

fei. Die Arbeiter hätten die Heizung der Hochöfen eingestellt, wodurch die Direktion gezwungen fei, alle ihre Werkstätten zu f ch l i e- 6 ch. Der Rationalrat der französischen Berg­arbeiter hat dem Arbeitsminister und dem Mi­nister für öffenttiche Arbeiten seine Forde, r u n g e n unterbreitet. Er verlangt einen Tage­lohn, der fünfmol höher ist als vor dem Kriege, und ferner Zulagen für Arbeiter unter Tage.

wird gemeldet: Nach dem letzten Beschluß der Wiedergutmachungskommisfion erhält Italien ad 1. November monatlich zweihundertfünfzehn - taufend Tonnen deutsche Kohlk,

den Vorschläge zur Sozialisierung des Kohlen­bergbaus ein Problem, das ohne schwere Er­schütterungen zum Wiederaufbau unseres Mrt- schastslebens führen könnte. Die Handelskam­mer warnt zunächst die Reichsregierung ein­dringlich, mit der Durchführung eines der bei­den Vorschläge der Sozialisierungskommission ei» Experiment zu machen, dessen Fehlschläge bei der trostlosen Zwangslage deS Reiches eine Katastrophe herbeiführen müßte.

Augustin, dadurch in einem milderen Lichte für Hermes erscheint, daß die Bestechung monate­lang zu-rücklag als der Minister davon erfuhr und daß er die Anaelegenbeit auszuWren ver-

überhaupl die Wurscherftellun-g gewinnbriugen- der ist als der Fleischverkauf.

DerTemps" meldet, daß die Gewerkschaft der stanzöfischen Sohlenbergleute die vom deutschen Bergarbeiterverband gefor­derte Kontrolle der deutschen Kohlenlicferungen für den Weitertransport nach England verhin­dern sollte, verworfen haben. Eine große Lohnbewegung ist aber in Frankreich ausgebro- chen, die die dortige Industrie gefährdet. Dem de Paris" ist die Nachricht zugegange», daß in den Hochöfen von A d o u r (Departe­ment Riederpqrenäenl die Arbeiter wegen Ent­lassung von vierundsechzig Kameraden die H o ch- öfen besetzt und eine Art Sowjet einge­richtet hätten. Ferner meldet die Agence Ha- vas, daß zwischen der Direktion einer metal- lurgjschen Fabrik und de« Arbeiter«,

Böllerblllld ohne SeutMand.

Deutschlands Aufnahme nur empfohlen.

(Dtivat-Tolearamm.)

Berlin. 26. Oktober.

Zu der Meldung über die Stellungnahme der Mailänder Völkerbundkonferenz gegen Deutsch­lands Aufnahme in den Völkerbund berichtet uns die Deutsche Liga für Völkerbund: Der in Mai­land gestellte Antrag, für die unverzügliche Auf­nahme De «t s ch l a n d s in den Völkerbund ein- zutteten, ist von der Mehrheit der Konferenz a b - gelehnt worden, darunter selbst von der Schweiz und Holland. Diese bedauerliche Stel­lungnahme ist im wesentlichen darauf zurückzu­führen, daß diese Starten den Antrag als gegen die im Versailler Friedensverttag formulierten Zulassungsbedingungen gerichtet sahen, während die Antragsteller damit gerade zmn Ausdruck bringen wollten, daß die im Artikel 1 des Ver­sailler Vertrages geforderte Gewähr der aufrich­tigen Absicht, die internationalen Verpflichtur-- gen zu beobachten und die für die Rüstungen vom Völkerbund festgesetzte Ordnung anzuneh­men, von Deutschland jetzt gewährleistet sei. In diesem Sinne fand ein Antrag, die Ausnahme Deutfchlands zu empfehlen, w e n n es diese Ge- währ wirklich biete, Annahm«»

Verschwenderische Ausgaben.

Bafel, 26. Oftober. (Eigene Drahtmekdung.) Welche ungeheueren Summen die Or- ganifatio» und Verwaltung des Völkerbundes bis jetzt verfchlungen hat und noch verschlingen wird, darüber gibt das Budget für 1920 Auf- chluß, das wie folgt zusammengesetzt ist- Ge- amtausgaben über zwanzig Millionen Goldfrancs, hiervon sind über neunzehn Millionen Goldsranrs für die allgemeinen Ko­ten bestimmt, die in vier Kategorien zerfallen. Sieben Millionen Goldftanes sind dazu be- timmt, die Ausgaben des internationalen Ar­beitsbüros zu decken. Und dabei hat der Völ­kerbund bis jetzt noch nichts geleistet.

MviftersFreudundLeid

Haderseldtrribeu gegen Dr. Hermes.

Sonntag einstimmig befchloffen, bei einer weite­ren Steigerung der Kartoffelpreife, die in Grotzberlin bereits die Höhe von fünfzig Mark für den Zentner erreicht haben, den Gefamtaus- stand in der Berliner Industrie zu proklamieren.

Verhandlungen in Chemnitz.

Chemnitz, 26. Oktober. (Ptivattelegtamm.) In der Chemnitzer Metallindustrie ist wieder eine Lohnbewegung im Gange. Infolge 'er fortgesetzten Steigerung der Preise für Ge- brauchS gegenstände und Lebensmittel hat die Arbeiterschaft eine Lohnerhöhung gefor­dert, die aber vom Verbände der Metaüindu- striellen abgelehnt wurde. Daraufhin stellte die Arbeiterschaft dec Großbetriebe am Freitag auf kurze Zeit die Arbett ein, um ihren Fvt» der-mgen mehr Nachdruck zu verleihen. Gestern wurden Verhandlungen eingeleitet.

Auflehnung in Frankreich.

Die Wirkung des englische« Streiks.

(Eisen« Drahtmeldung.)

Paris, 26. Oktober.

Warnung vor Sozialisierung.

Eingabe »er Hamburger Handelskammer.

(Prwat-Telearamm.)

Hamburg, 26. Oftober.

Die Handelskammer Hamburg ha. eine Ein­gabe an das Reichswirtschastsministerium ge. richtet, in der sie ausführt, daß sie es für ihre Pflicht hält, zu deu Maßregeln der Sozfali-

Lohnbewegung unüTenemng.

Dlindigung «nb Streikandrohung.

lP rivat--T ökearamm.)

Berlin, 26. Oktober.

Am letzten Sonnabend ist zwölshrrndert Ar­beitern der Borsigwerkc in Berlin-Tegel g e - kündigt worden, weil sie die Weiter­arbeit zu den Tariflätzen wegen der Lebens- nnttelteuerung verweigert hatten. Darauf­hin hat der Betriebsrat der Fabrik die Zurück­nahme der Kündigungen gefordert unter An- drohung des Gesamt st reiks in der Berliner Metallindusttie. Tie kommunistischen Betriebsräte Großberlins haben am letzten

wird van den in Frage kommenden Behörden aufmeröfam beobachtet. Man wird sich in dieser Woche in einer Konferenz in Berlin, an der auch Fachleute teilnehmen, darüber schlüssig werden, tote dem Wucher, der von einzelnen unreellen Gestbäftsleuten in manchen GroßftÄrten getrie­ben wird, am besten begegnet werden kann. Es wird van der reellen Geichastswelt natürlich miss

Sorgen nm die Kohlen.

Anter dem Druck der Ententeforderungen.

(Privat-Telearamm.)

Berlin, 26. Oktober.

Der gemeinsame Ausschuß des Reich«. Wirtschaftsrats und des Reichskoh. lenrats beschloß in seiner gestrigen Sitzung zur Beschleunigung der Arbeiten täglich im Lause der Woche eine Sitzung abzuhalten. Dar­aus fand die Wetterberatung der Vorschläge der Sozilflisterungskommisfion statt. Die Mitglie- der der alliierten UeberwachungSkommission sind gestern abend ans dem Ruhrrevier zurüügekehrt. Heute begeben sich fünf Mitglieder der Kommis­sion nach Paris, um dem Alliiertenrat über die Kohlenfrage im Ruhrrevier Bericht zu erstatten. Ter Präsident der WiedergutmachungSkom- Mission hielt am Montag eine Rede zur inneren und äußeren Polittk, in der der Redner betonte, jeder eintretende Versuch der Hinderung der

Der Alliiertenrat.

Paris, 26. Oktober. (Eigene DrahttneldMvg.) Ter Vorschlag, den Lloyd George den alliierten Ministerpräsidenten unterbreiten will, den zwei nächsten Sitzungen des Völkerbundes in Gens beizuwohnen, scheint in Frankreich keine gute Aufnahme zu finden. Es ist zweifelhaft, ob die französische Regierung den Vorschlag an. nehmen wild. In authentischen Kreisen be» merkt man, daß unter diesen Umständen der Völkerbund nur eine Erweiterung des Obersten Kates ist, was für diesen wie für den Völkerbund bleich gefährlich sei. Die Presse polemisiert in halbosstziösen Artikeln gegen Lloyd George.

losigkett etwa eine »sachliche" Schuld? Soll hier mit Worten ein System bereitet werden, wobei es doch etwas zu r«rschleiern gibt?

Auf den von sozialdemokratischer. Seite ge­führten Kampf geht die halbamtliche Mitteilung nicht ein. DaS wird damit erklärt, daß der Reichstag sich denmiiMt mit der Geschäfts- ftrhrng deS Ministers befassen wird und daß das Reichskabinett deshalb keine Veranlassung gehabt habe, auch in dieser Richtung sich äußern. Man wird den Sachverhalt anerken­nen und doch sagen dürfen, daß die Beschränkung der Ehrenerklärung nur auf die Person des Ministers als beabsichtigt empftmden werden wird, denn selbstverständlich hätte es das Kabi­nett in der Hand gehabt, mit einer einzigen Wendung auch die zweite Seite des Problems zu streifen. Die linksstehenden Blätter beuten an, daß der Kampf gegen Dr. Hermes weiter geht und daß seines Bleibens auf dem Minister stuhl wahrscheinlich nicht mehr lange sein wird. Heute stützt er sich noch auf die beiden Rechts­parteien und das Zentrum und hat seine Fehl­griffe zum Teil bestritten. Wie feine Stellung nach den Reichstagsbebatten sein wird, ist noch

Wer in der Oeff.» itlichkeit steht, muß sich Kritik gefallen lassen. Minister müssen aber noch viel mehr. Sie müssen Pteßsehden, Mißtrauens­beschlüsse von Parteien und amtliche Unter­suchungen über sich ergehen lassen, bis sie mehr ober toeni.jer freiwillig das Feld räumen. Das war früher so und ist es heute noch. Dem in Ungnade Gefallenen kann es vielleicht letzten Endes einerlei sein, ob er von einem kaiserlichen Herrn entlassen wirb ober einem gegen ihn ge­richteten Interessenten- und Partettmnps zum Opfer fällt. Ein kleiner Unterschieb ist nur darin, daß heute die Opposition gröberes Ge­schütz auffähtt. Seit einigen Wochen ist der Reichsernährungsminister Dr. Hermes die Ziel­scheibe planmäßiger Angriffe durch einige Berliner Matter unter Führung der links-benio- kratischen »Morgenpost-. Aus dem Kasseler Par­teitag bet Sozialbemokratie 4st, wie erinnerlich, ein Mißtrauensbeschluß gefaßt worben. Man ist nicht mit der Ernährungspolitik zufrieden, weil et bei der Aufhebung der Zwangswirtschaft, und auch schon vorher, angeblich der Landwin- schaft zu weitgehende Konzessionen gemacht habe, ferner weil er eine planlose unb kurzsich­tige Wirtschaft geführt hübe. Man hat Matenal sachlicher und persönlicher Art zusam- mcngettagen, um ihn zu belasten. Die »Sozia- listtsche Korrespondenz" beruft sich bei den An­klagen auf zwei wichtige Dokumente, zunächst auf eine Eingabe der D ev ifenb esch af- s u n g sst e l l e an den ReickSwirtschastsminister

Sie Fleischversorgms.

Freier Handel oder Zwangswirtschaft?

®ie Steiger»»« de» Flrischpreis» ha« in weit«« «reise» grotz« Besorg»«« herdorgerosr». «« t# daher deachtenswert, was in de« nachßtede». den tut« zugelandten Aufsatz über di« Fletsch. Versorgung während de« Winter« gesagt-wird. Seit der Aufhebung der Fleifchrationierung wird von deren Anhängern oft darauf hingewie- sen, daß die jetzige freie Wirtschaft unweigerlich zu einer Katastrophe führen müsse, und die Ge­fahr eines völligen Fleischmangels für bett Win­ter bestehe. Diese Befürchtung geht bauen aus, daß augenblicklich Massenabschlachtungen ftott» finden sollen unb tut Winter ein starker Futter» mangel eintritt, der die Katastrophe wesentlich beschleunigen werde. Die Landwirte per» sichern, daß von Massenabschlachtungen keine Rede sein kann. Es liege auch umso weniger Befürchtung dazu vor, weil der Land­wirt schon aus Eigennutz soviel Vieh behalten wird, um die Fleischproduktion weiter zu stei­gern. Es träte also sogar damit zu rechnen, daß die Fleisch,zufuhren noch den Großstädten in bett nächsten Wochen unb Monaten wesentlich zuneh­men werben. Auch die Gefahr, baß unter bem Einfluß der freien Wirtschaft der Landwirt Brot­getreide verfüttern werde, sei nicht sehr groß weil Brotgetreide das landwirtschaftliche Prsdukt ist, das sich von d?n Behörden am besten ab­schätzen läßt. Plan rechnet sogar damit, daß mit der gesteigerten Fleischproduktion auch ein Ab­bau der Kleinhandelspreise möglich sein wird. Die Reichs fleifchstelle hat, wie wir weiter er­fahren, die

Möglichkeit von Etnahtuttzsschwietigkeiien

die Einfuhr vom Auslande braucht, in ausländi­scher Währung zu beschaffen und zu vereinheit­lichen. Es gehören ihr die Vertteter einiget Ministerien und einiget Großbanken an. Diese Devisenbeschaffungsstelle ist, wie der .Vorwärts" behauptet und wie die »Franksurter Zeitung" bestätigt, planmäßig von Dr. HermeS umgangen worden. Als nachteilige Folge wird angegeben, daß im letzten Sommer der günstige Valutastand ntcht ausgenutzt wurde und die Regierung späte« die nötigen Summen teurer habe kaufen müssen.

Tas andere Dokument ist das Protokoll einer Sitzung (vom 6. September) des Rcichsaus- s ch u s s e s für Oele und Fette. Der Gesamt- vorstand, die zwölf Pooikuristen und zwanzig lei­tende Angestellte des Ausschusses haben ihr Amt niedergelegt, weil sie mit der Hermesschen Poli­tik, wodurch Hunderte von Millionen ver­schleudert worden seien, nicht einverstanden sind. Außer ihnen haben angeblich auch Vertre­tet des Reichswirischasts- und des Reichsfinanz- ministetiums bem Ernähtungsminiftet den Vot- touTf gemacht, baß er die Zwangswirtschaft auk- göhoben habe, ohne zu wissen, was an ihre Stelle treten solle. Dazu ist zu bemerken, daß ber Aus­schuß, der vorher die Einkäufe besorgte, von Dr. Hermes kaltgestellt worden wat. Außer die­sen sachlichen Anklagen wurde eine ganze Reihe von persönlichen Beschuldigungen gegen Dt. Hermes erhoben, zum Beispiel, daß er auf Retchskosten sein M t n i st e t z i m m e r luxuriös ausgestattet und sich zwei teure Autos gekauft habe, und schließlich habe er seine schützende Hand über bestechliche Be­amte gehalten. Die Anklagen sind sehr schwer­wiegender Art, und es war selbstvetstündlich, daß sich die Regierung mit dem »Fcttl Hermes" beschäftigte. Die amtliche U ntersuchur-g durch den ReichsiustiMinister und den Reichs­ministet bet Finanzen hat aber, wie halbamtlich bekannt gegeben wird, bie »persönliche Schuld­losigkeit" des Ernähwngsministers ergeben. Was damit eigentlich gesagt sein soll, ist nicht recht flat. Gibt es neben der »persönlichen" Schurb­

ins Auge gefaßt, und aus diesem Grunde hält sie große Mengen ausländischen Gefrier­fleisches in Reserve. Von diesen Reserven hat die Fleischstelle allerdings schon in sächsischen und rheinisch-wesiMischen Industriegebieten Ge- brauch machen müssen, wo Fleifchknappheiten zu verzeichnen waten. Der Schleichhandel tst durch die aufgehobene Zwangswirtschaft lahm­gelegt worden. Allerdings läßt cs sich nicht leug­nen, daß der Schieberhandel sofort gewußt bat, sich neue Betätigungsfelder zu erschließen. Na­mentlich im Osten Deutschlands ist es in ber letzten Zeit ost wotgekvmmen, baß große Massen Lebendvieh übet die Grenze verschoben worden sind. Und zwar nicht etwa auf bem Schienen- trüge, der ja seht leicht zu kontrollieren ist, son­dern in der Weise, daß man größere Viehherden auf eine sich übet die Grenze erstreckende Weide getrieben hat. Hierbei toftnte es dann der Zoll- beamre natürlid) nicht kontrollieren, ob von dem Vieh, wenn es zurückgettieben wird, eipe be« -nächtliche Anzahl fehlte. Diese zweifellos üblen Begleiterscheinungen des steten Handels sind cber nicht so groß wie die der Zwangswirtschaft, die infolge der vielen Schwarzschlachtungen, Ver- chiebungen ufto fast völlig illusorisch geworden war.' Einen großen Vorteil hat der freie Han­del dadurch gebracht, daß jetzt tatsächlich. schon wieder vom Staufer sowohl als vom Verkäufer Qualitätsunterschiede gemacht werden und die Konkurrenz die Preise stellenweise doch sehr we­sentlich gedrückt hat. In Kassel zum Beispiel be­tragen die Kleinvetkaufsp'teise für Schweinefleisch zurzeit 18 bis 21 Mark, die für Rrndsleisch 11 bis 14 Mark. Diese Preise sind, bas wird allgemein zugegeb«r, natürlich noch immer sehr hoch und für die minderbemittelte Bevölkerung vielfach nicht zu erschwingen. Hier­bei darf aber nicht vergessen werden, daß dir bisherigen Kartenpreise für oft doch recht mitt» sertoertige Ware nicht viel unter diesen Pr-i- sen lagen, denn für Rindfleisch mußten die Frauen auch während der Rationierung in der letzten Zeit 9 oder 10 Mark bezahlen, ©djtoein?« fleisch kostete zwar 11,60 Mark, war aber nie- nrals zu haben. Von Fachleuten wurde sogar versichert, daß begründete Aussicht bestehe, bie Riitdfleischpreise in einiger Zeit unter den jetzi­gen Äusbandsgefeiersteffchpteis, bet 9,50 Mark beträgt, hrtabzudrücken. Eine Senkung bet Schweinesleischpteise ist allerdings in größerem Umfange n i cht zu erwarten. Der Rückgang des Rinberanstriebs auf den Märkten ist nur eine vorübergehende .Erscheinung, die mit einer ein geführten Seuche zusammenhünat. Es fällt bei den Zahlen allerdings auf, daß bet

ten unb fei bereit, mitzuarbeiten an ber Durch- laben steht. Das ist darauf zurückzuffühten, daß fuhrung notwendig werdender Orgamsations- die Wurstfabtiken seht viel Fleisch aufEmtfen unb änberungen, erblicke jedoch in keinem der bet ' ' ~

sierungskommission über die Frage