Meler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hefstsche Abendzeitung
C-
Nummer 246
Fernsprecher 951 und 952.
SourraLend, 23. Oktober 1920
10. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
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Beratung über Ernähmngssragen.
ßnslands Bergarbeiter.
Die Folge« des Streiks.
Trotz der Bemühungen von Regierung und Parlament im London, zwischen den Bergwerks- besitzern und den Arbeitern zu vermitteln, gehr der Ausstand ungefchwächt weiter. Zwei Millio- nen Bergarbeiter feiern, und chnen haben sich viele Lausende Arbeiter anderer Gewerbe anHeichlosfen, so daß die Menge der Streikenden feine ansehnliche Macht darftellt, die unter Um- stäntden ftoti genug wäre, ihren Willen durchzu- setzen. Andererseits sicht dem erttg-egen, daß infolge des Ausbleibens der Kohlen zahlreich« industrielle Unternehmungen still- liegen und diese Arbeiterschaft gegen ihren Willen arbeitslos ist. Auch der Verkehr ruht teilweise. Deshalb wird der Ausstand im englischen VolSe sehr verurteilt, zumal man einer Verminderung der Hausbrandkohle mit Furcht entgegensiehi. Trotzdem sind die Bergleute em- schlossen, aus ihrer Forderung einer Lohn» erhöhung von zwei Schilling fiir den Tag zu bestehen, die die Unternehmer erst dann bewilligen wollen, wenn dafür entsprechende Mehrarbeit geleistet wird. In englischen WirÜchaftskrrifen gibt man sich keiner Dämschuna darüber hin. daß die Folgen des StreW gerade jetzt für das Insel» reich katastrophal sein müssen. Denn der Streik bedeutet Mr England einen Forderung«Verlust von vierundeinhalb Millionen Tonnen Kohle wöchentlich mit einem annähernden Wert ab Grube von sechsundeinhalb Millionen Pmnd. Dazu wird die Produktion auf fast allen Gebieten während der Zeit lahmgeleqt, wodurch natürlich eine Verteuerung der Waren entstehen muß.
Die. ganze WarenverteÄung wird für lange Zeit in Unordnung gebracht werden, und man braucht sich nur daran Mi erinnern, daß die Folgen des englischen Bergarvelterstreiks im Jahre 1912 beispielsweise in der SchiffÄhrtsinduftrie sich zwei Jahre lang fühlbar machten, um die Schwere der Wirkungen des gegenwärtigen StreW zu ermessen. Die Leb ensmittel- preife in London, die in den letzten Wocb-n eine, wenn auch langsam, so doch ständig fallend Tendenz zeigten, beginnen neuerdings wieder, und zwar nicht unerheblich, an zu zieh en. Teilweise ist bei Lebensmitteln schon innerhalb der Mrzen Frist von zwei Tagen eine Steigerung um fünfzehn bis Munzig Prozent eingetreten. Angepchts der sich täglich immer mehr fühlbar machenden Wirkungen des Riesenstreiks hat sich die englische Regierung genötigt gesehen, um den weiteren Betrieb ihrer wichtigsten Industrien wenigstens einigermaßen sicherzustellen, jegliche Ausfuhr von Kohle zu verbieten. Insofern kommt dem englisthen Bergarbeiterstreik auch Mr Deutschland eine erhebliche Bedeutung zu. Das wird ohne weiteres klar wenn man berücksichtigt, daß noch int letzten Monate Enalind an Frankreich rund achthunderttaufend Tonnen Kohle geliefert hat, die nun plötzlich ausbleiben und anderswoher nicht ersetzt werden können.
Was liegt näher, als daß Frankreich, das ja bekanntlich auf dem Standpunkt steht, daß Deutschland alles bezahlen und liefern müsse, schließlich von uns noch höhere Lieferungen an Kohle verlangt, als sie ihm bisher durch das Spaer Abkommen bereits zugesichert sind Deutschland würde naturgemäß einem solchen Verlangen, das auch beim besten Willen uner- füllbar wäre, entschlossenen Widerstand entgegensetzen. 9toer Marschall Fach und seine Clique scheint in diesem Falle der Ansicht zu fein, daß man sich die Kohle, die man freiwillig nicht bekomme, mit Gewalt aus dem Ruhrg». biet holen könne. Tiefe Rechnung dürfte ab-r ohne den Wirt gemacht sein. Man kann nämlich die Meinung hochpolitischer Kreise Deutsch, lauds teilen, daß der englische Bergarbeiterstreik für uns nicht ein gefahrerhöhendes, sondern ein gefahrminderndes Moment bedeutet, soweit die Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich in Frage steht. Denn die englische Bergarhei- terschast hat ja seinerzeit erklärt, daß sie im Falle eines Einmarsches der Alliierten in das Ruhrrevier in einen Sympathiestreik mit den deut- scheu Bcrgarbeirern eintreten werde. Ein Vormarsch der Franzosen müßte also unter den gegenwärtigen Verhältnissen für England die Fortsetzung des Bergarbeiterstreiks im eigenen Lande auf unbestimmte Zeit bedeuten. Tie englische Regierung wird sich hüten, in diesem kritischen Augenblick einen neuen Anlaß zur weiteren Durchführung des Streikes zu liefern, und es ist durchaus anzunehmen, daß London ein energisches Veto gegen neue VormarschpWne der Franzosen einlegen würde.
Es mag der"britischen Regierung zwar eine schmerzliche Erkenntnis sein, daß auch sie gezwungen ist, den geänderten Verhältnissen Rechnung zu tragen. Aber bei der gegenwärttge» wirtschaftlichem Lage Europas hat sich die Dero- arbeiterschaft zu einem Machtfaktor entwickelt, von dessen gutem Willen jede Regierung, auch ti« englische, mehr oder weniger abhängig ist.
Selbst Lloyd George könnte auf die Dauer einen Kamp' gegen die Ler§arbeiter nicht mit Erfolg durchfuhren. Die englische Politik hat es immer verstanden, von zwei liebeln das kleinere zu wählen. Ihr kann es heute nur darauf ar> kommen, den Bergarbeiterstreik mit allen seinen wirtschaftlichen und auch Politischen Gefahren füt England in kürzester Frist zum Abschluß zu bringen. Gegenüber dieser wichtigsten Frage werden aöe Wünsche Frankreichs zurücktreten müssen. Die englische Freundschaft für Frank- reich hört da am, wo die Gefährdung seiner eigenen Staatssicherheit beginnt. «ss»
$m SrMnrrM-Proble«. Maßnahmen zur Regelung bee Preise.
(Prwat-Tekearamm.1
Braunschweig, 22. Oktober.
Unter dem Borsitz des ErnährunSmlntsters sand am Donnerstag eine Besprechung zwischen Vertretern der Landwirtschaft, Viehhändler um» Fleischer statt, um Maßnahmen und Wege gegen die Verteuerung des Fleisches zu suchen. Der Ernährungsminister erklärte, daß die Besorgnis der Regierung über die Folgen des freien Fleischhandels durch die Tatsachen übertrgffen seien. Die Auf- wärtsbewegung der Fleischpreise sei geradezu toll. Wenn es so weiter gehe, koste das Schwei- nesleisch in vier Wochen vierzig Mark das Pfmw. Der Ernährungsminister empfahl, in den Organisationen der Landwirte, Viehhändler und Fleischer Mr Braunschweig, Unteraus, schüffe Mr Regelung der Fleischpreise zu bil- de». In diese Ausschüsse sollen Vertreter der Verbraucher entsandt werden. Versagen diese AuSfchüffe, dann wird die Regierung ge. meinschaftlich mit Hannover und Magdeburg zu Zwangsmaßnahmen greifen.
Landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Berlin, 22. Oktober. (Privat - Telegramm.) Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurde eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Landwirtschaft, Industrie und Technik ins Leben gerufen, die eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion unter Nutzbarmachung aller techni. scheu und industriellen Hilfsmittel zum Ziele hat. Die Arbeitsgemeinschaft trägt den Titel Ausschuß für Technik und Landwirtschaft und wird aus sechs Vertretern der Landwirtschaft, sechs Vertretern der Technik und Industrie und einem Vertreter des Handels bestehen.
Billiger« Kartoffeln, mehr Kohle».
Dresden, 22. Oktober. (Privattelegramm.) Die Steinkohlenbergstute deS Lugau-r Reviers haben sich an die sächsische Ernahvungsftelle mit dem Ersuchen gewandt, ihnen billige Kartoffeln zu beschaffen. Wenn dieser Wunsch erfüllt wird, erklären sie sich bereit, eine achte Stunde zu verfabren. Dadurch würden dann in Sachsen täglich siebzigtausend Tonnen Kohlen mehr gefördert werde».
Deutschland» SeiStSmet?
FranrreichS »«erschüttert- Hoffnung.
(Eigene Drahtmeldung.)
Straßburg, 22. Oktober.
Der französische Fimmzminifter hat in Straß, bürg eine Rede gehalten, um Stimmung für die nette Anleihe zu machen, die w Zeichnung aufgelegt ist. Ter Minister hat na- türlich die Finanzlage Frankreichs so rosig wie möglich geschildert und hat MMtrntlich die Bedenken. die in Frankreich in bezug auf die deutsche Zahlungsfähigkeit bestehen, zerstrent. Die inneren Finanzschwierigkeiten Deutschlands und der Niedergang des MarkMrseS hätten keine Bedeuttmg für die wirkliche Zahlung«, fähigkeit Deutfchlands, denn eine finanzielle Krise, so ernst sie MgebenensallS euch sein könne, vernichte in keinem Falle die produktive Kraft eine« Landes. Was auch kommen möge, Deutschllms verMge über die beträchtlichen Reichtümer feines BodenS, die der Krieg ebenso wenig zerstört habe wie seine Artz eits- kraft. Es habe Kohlen, Holz und Kalisalze, es könne also arbeiten und produzi«en und es
könne die Schulden abtragen, die tatsächlich nicht über feine LeistuugsfähiKeit hinausgehen. (?)
Die Streiklase in Snzlsud. Verhandlungen tot Parlament.
(Eigene Drahtmekdung.)'
London, 22. Oktober.
In der Kohkendebatte im Unterhaus erregte die Rede des MinenaibriterS Brace Auf. sehen, der sehr starkes Gewicht darauf fegte, daß die Forderung der Minenarbrifer auf Nationalisier ung der Bergwerke zurückgezogen worden fei. Diese« Entgegenkommen werde die Lösung der Streitfrage beschleunigen. Au« eigener Initiative schlug er dann vor. Landes- tntä Distriktkomitecs zur Erhö - hung der Kohlenproduktion einzurichten und einen Lanbeslöhnnngsrat einzusetzen. Bis ein vollständiger Plan für die allgemeine Regulierung der Lohnsragen durch diesen Löb- nungerat ausgestellt worden fei, sollen aber die Bergwerksbesitzer nicht zögern, die geforderte Erhöhung von zwei Schilling zn zahlen. Es wäre sek» leicht, die Beschlüsse dieses Rates am Ende eines jeden Jahres einer Revision zu unterziehen. Ganz allgemein wird von allen Seiten erklärt, daß in der Streitfrage starke Friedenöstimmung herrscht. Da inzwischen sb«t d--> Streik weiter geht, verschärft sich die Sagt der Bevölkerung immer mehr.
Blutige Anruhe«.
London, 22. Oktober. (Eigene Drahtmelgung.) Von Tag zu Tag treten zu den bisherigen Arbeitslosen weitere Tausende, weil die Fabriken, hauptsächlich die Stahlwerke, des Kohlenmangels wegen geschlossen werden müssen. Die Konferenz der Exekutive der Transportarbeiter, die am Dienstag zusammcngc- treTcn war, hat sich nach dreistündiger geheimer Sitzung vertagt. Inzwischen hat der tägliche Dampserdienst zwischen Cherbourg und Southampton wegen Kohlenmangels eingestellt werden müssen. Verschärft wird weiter die Lage durch die Unruhe unter den Londoner Arbeitslosen, W scheinbar den Streik als günstiges Mittel ansshen, um ihre Wunsche gleich- kalls durchzusetzen. Bei den Unruhen an der Downingstrett wurden, wie nunmehr seftsteht, siebzig Personen verwundet-
Deutschland Md Rußland.
Vertrag zur Lieferung vo« Lokomotive«.
(Prwat-T elearamm.l
Berlin, 22. Oktober.
Wie wir aus industriellen Kreisen aus Men erfahren, steht der Abschluß eine« für die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft wichtigen Bertrage§ Mischen Sowjet-Rußland und der deutschen Regierung unmittelbar bevor. Es handelt sich um eine Bestellung von Lokomotiven in Deutschland im Bettage von sechshundett Millionen Goldmark. Die Verträge find bereits in allen Einzelheiten fertig und harren nur noch der Unterzeichnung. Dir russischen Gelder find bei zwei auswärtigen Banken angelegt, wofür der brutschen Regierung Srcbtte für Lebensmittel und Rohstoffe eröffnet werden. Für die AusMhrung der russischen Riesenbetzellung hat fich in der deutschen Industrie ein Konzern «bildet, dem unter anderen die Firmen Borfig-Lerlin, Krupp-Essen, Henschel und Sohn in Kassel und Maffei-München an- örffören. Die Verhandlungen, die bisher in Berlin geführt wurden, werden in Stockholm fort gesetzt und stehen vor dem Abschluß.
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Die ansgetviesenen Agitatoren.
Bersin, 22. Oktober. (Privattelegramm.) Infolge der Ausweisung der russischen Sowjetvertreter aus Deutschland hat die russische Regierung die Einreiseerlaubnis für eine Reihe deutscher politischer Persönlichkeiten zurückgezogen. Auch die vor der Abreise nach Rußland stehenden Mitglieder der Gewerkschaften können vorläufig das Reichsgebiet nicht verlassen. — Nach einer Mitteilung des Vorsitzenden Müller in der Zentralstelle der Be- triebS-Organisation sind zurzeit dreizehn b o l s ch e w i st i f ch e Agitatoren in T eutschland tätia, und bei den Gewerkschaften auSgewstsen ■
Genossenschafts-Ausbau.
Pläne des Vereins für BolkssrnShrung.
Unter« r>»l«»mährung liegt not» immer fetz, im argen. Wir leiten noch unter »en g»lsw der kri,g«g,teUs«hafttt<heu Zwangswirtschaft. Don den vielem «vliinon jur Erreichung gesunder Derhiiltuisse treten »eionbet« die vtsteetzungem *nr Selbsthilfe durch Genossenschaften iw den Dordergrumd. Wir erhallen folge»»« Bericht.
Wir müsse« neue Wege finden, wenn wir aus dem über uns hereiugebrochenen Elend herauskommen wollen. Der unvermittelte Hebei« gang zum freien Handel erweist sich als nicht möglich Man spricht zwar vom Ende des Krieges. Aber wir befinden uns doch nicht im Zustand des Friedens. Die »ehemaligen" Feinde im Westen drohen mit immer neuen Erpressungen, die auch unsere Einährungswiitschast berühren; denken wir nur an den neuen Eingriff, der aus unserem Viehbestand Mein 810000 Kühe rauben soll. Im Osten sind uns widerrechtlich die landwirtschaftlich reichsten Provinzen geraubt, Kolonien haben wir nicht mehr, die uns in der Versorgung unterstützen könnten, und auch der Verkehr mit dem ferneren Ausland ist durch die Ablieferung der Handelsflotte unterbunden. Es gilt also, im Inneren solche Zustände zu schaffen, daß wir möglichst frei vom Ausland Wirtschaften können, dazu ist eS aber nötig, daß der Preistreiberei und dem Schleichhandel ein Ende bereitet wird, den Aufkäufern und Schiebern, die uns dadurch schädigen, daß sie deutsche Lebensrnittel ins Ausland bringen, oder damit speku- lieren. Es helfen, wie es sich gezeigt hat, Gesetze nicht viel. Die Rettung ist nur möglich durch setanttvcitiidj#
Selbstverwaltung der schaffenden Kräfte.
Für Verwirklichung dieses Gedankens tritt der Vorsitzende des deutschen Vereins für Volksernährung, Nüst, ein. Nüst will durch die ge- nossenschafLkche Aufgliederung unserer Erwerbs- stände das Gegengewicht bilden gegen das bedenkliche, volksfeindliche Heberharidnehmen des internationalen Großkapitals. DaS VM solle fich vom würdelosen, weil einseitig, deurschey Inter- Nationalismus befreien, der die Kraft lähmt, das Ansehen des Volkes schädigt und den Eiw- siuß in der Welt untergräbt. Veietnigun-i gen von landwirtschaftlichen Genossen, «Hasten und Aufgliederungen, städtischen und ländlichen Gemeinden, Jnduftri«. und S ch i f f a h 11 s - Verbänden, Gewerkschaften und Handelsvertretungen müßten mölich sein, und der Mittelstand solle hier Anschluß und Stütze finden. Alle ErweibSschich» ten stönde.n in einem gewissen natürlichen Abhän- gigkeitsverhältnis zu einander, das Gedeihen des einen Teils käme auch allen übrigen zugute. In der Erfüllung dieser Forderungen sicht Nüst die einzig wirkungsvolle Waffe gegen die Bcrpras- fang, Vernichtung und unsachgemäße Behandlung wichtiger Nahrungsmittel. Zugleich muss« damit eine Wiederherstellung des Gleichgewichts unsercs Geldwesens gehen. Die Papier- zcttelwirtschaft beraube uns jedes wirtschaftlichen Verttauens und verschütte die Möglichkeit einer Wieberauftichttmg. Es müsse wieder ein« Deckung für das Papiergeld geschaffen werden. Auch hier könnten die SÄlbstverwaltun^körpcr helfend eingreifen. Jeder dieser Körper ftütst sich auf eine Summe von unbeweglichen Ver- mögenswerten. Diese sollten anstelle deS bisherigen GoDvorratS der Reichsbank zur Bei- füguug geftetOt werden. (Grundstücke, Gebäude, Industrieanlagen, innere und fttlle Rücklagen usw.) Wenn diese Werte bi® zu einer bestimmten Höhe für die umlaufenden Noten Haffen würden, dann fei die Deckung geschaffen, die
der Mark den inneren Wert
zurückgäbe. Mit diesem gedeckten Zahlungsmittel könnten wir im Ausland billig Rohstoffe ?rr.« fühlen und so an den Wiederaufbau der Wirtschaft gehen Die wirtschaftlichen Selbsiverwal- tungskörper sollten sich besser in die Hand arbeiten. Es fei zum Beispiel erwiesen, daß unsere Bergwerke wohl in der Sage wären, mehr Kohle zu fördern. Tie Förderung wäre aber gering, weil die Zwangswirtsibaft versagt hab«, die den Bergarbeitern zu wenig und schlechte Lebensmittel geliefert habe. Hätten die Genossenschaften den Austausch in der Hand, würden die Landwirte schon deshalb fiir die Bergarbeiter sorgen, damit die Landwirtschaft ihrerseits genügend und gute Kehle bekäme. Dann könnte die Landwirtschaft wiederum mehr urS» billigere SebenSmittek liefern. Durch die Zwangsmaßnahmen der .ehemaligen* Feinde stünde uns dauernd die Hungersnot bevor. Die Abwendung der Hungersnot müsse das vornehmste Ziel jeder sachgemäß vorgehenden Regierung fein. Durch die gesunden Mchstl- bcziehunaen Mischen Stadt, Industrie itfto. und Land würde die gesicherte Ernährung verbürgt, würden die Preis- und Lohnverhäli- nisse nach Recht und Billigkeit geregelt. Wir stünden vor der Wahl zwischen dem Unter» aawr durch allaemeine Auflösung unseres Staa-