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Hessische Abendzeitung

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Meter Neueste MchMm

v Kasseler Abendzeitung

Nummer 245

Freitag, 22. Oktober 1920

Fernsprecher 951 und 952.

10. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Ernste Unruhe im Wirtschaftsleben.

M Aiehlieserungen.

Ra«» der Milchkühe.

Eine der drückendsten Forderungen des Ver­sailler Friedensvertrages ist ohne Frage die A-b- lieferung großer Mengen von Vieh, vor allem VoÄ MlchMhen an die Entmte. Der Friedens- Vertrag bestimmt bekanntlich darüber, daß als. Vor liefe rung en innerhalb von drei Mo­naten nach Inkrafttreten des Vertrages an Frankreich neunzigtausend Milchkiche unv zwei­tausend Stiere, an Belgien fünszigtausend Milch­kühe, vierzigtausend Färsen und zweitausend Stiere zu liefern seien. Nachdem der Versailler FriÄensvertrag am 10. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist, hätten oisse Äiehmengen am 10. April d. I. an die Entente abgeliefert sein müssen. ES war von vornherein vorauszu­sehen, daß es Deutschland unmöglich sein würde, in einem so kurzen Zeitraum einen unerhör­ten Eingriff in seinen Viehbestand zu tun, der die deutsche Landwirtschaft, die wäh­rend deS Krieges gerade Opfer genug gdb-racht Latte, vollständig zugrunde gerichtet hätte. Ver­schiedene äußere Umstände, vor allem der Aus- bruch der Maul- und Klauenseuche in Süd­deutschland, der dort Tausende von Rindern »um Opfer fielen, und die damit verbundene Einschleppungsgesahr der Seuche nach anderen Ländern, haben zudem die Ausführung der Be­stimmungen des Versailler Friedensvertrages bezüglich der Viehlieserungen verzögert. Bis heute sind nur etwa Dreiviertel der von der En­tente verlangten Viehmengen geliefert.

Ws seinerzeit der Oeffentlichkeii vie Ford >- Hing der Entente auf hundertvierzigtausend Milchkühe bekannt wurde, ging ein Schrei der Entrüstung durch ganz Teutschlano. Mit Fug und Recht hielt man es für eine Grausamkeit und Brutalität sondergleichen, einem Volke, daß vier Jahre lang unter oen schwersten Entbehrun­gen und abgeschnitten von jeder Zufuhr seinen Existenzkampf geführt hatte, auch nach geschloffe­nem Frieden noch weiter durch Entziehung eines wichtigsten Nahrungsmittels für seine Kinder das Mart aus den Knochen zu saugen. Man dachte damals aber noch nicht daran, daß diese hundertvierzigtausend Milchkühe sozusagen nur eine V o r l ei st u n g für die endgültigen Forderungen der Entente sein sollten Nun 6a1 der WiedergutmachungSausschuß die endgültigen Forderungen an Vieh ausgestellt, und es werden danach, wir nun bekannt geworden ist von Deutschland nicht weniger als rund achthundert- einundzwanzigtausend Milchkühe verlangt. Den Löwenanteil tritt ft'mshunderttausend Stück soll auch hier unser erbittertster Feind. Frankreich erhalten.

Es braucht wohl kein Wort darüber verloren zu werden, daß, wie so uianche andere, auch die Erfüllung dieser Forderung der Entente, selbst beim besten Willen- Deutschlands, einfach u n - m ö gltch ist. Keine Regierung, sie mag sich zu- sammensetzen wie sie will, könnte es heute vor dem gesamten Volke verantworten, ein Verlan­gen der Gegner zu erfüllen, das aus nichts wei­teres, als auf eine tödliche Schwächung unserer Volkskrast hinausläust. Abgesehen von dem da­mit unvermeidlichen Zusammenbruch der deut­schen Tierzucht würde die Ablieferung einer so großen Menge von Milchkühen die Unterer« nährung der deutschen Kinder, die, wie man glauben möchte, durch alle möglichen und unmöglie-rn Entente-Konnnissionen seit Jahren zur Genüge festgestellt ist, in? Unerträgliche stei­gern. Die Entente muß sich doch schließlich auch einmal darüber klar werden, daß der deutsche Bauer seine Milchkühe nicht deshalb groß zieht, nm sie dann d>r Entente abzuliefern, während Deutschlands Kinder Hungers sterben. Die En­tente toeift zwar immer darauf hin, daß die Blok- kade über Deutschland doch längst aufgehoben sei, aber sie weiß doch ganz genau, daß auch heute noch die Ernährung des gesamten deutschen Volke' eine so mangelhaft- ist, daß sie auf die Daue^ nicht erträglich ist.

Gibt sich noch Jemand in Deutschland dar­über einem Ztt^isel hin, daß Frankreich, das nicht umsonst einen Marquis de Dade zu den Seinen zählt, mtt Deutschlands Kindern kein Erbarmen Hai? Wir wissen, daß wir von einer Regierung, die sich nicht schämte, offen zu- zu geben. daß sie mtt ihren schwarzen Truppen kn den besetzten Gebieten Deutschland infiziere» und damit seine Volkskrast untergraben wolle, nichts M erwarten haben. Aber gerade diele unmenschliche Art, wie vor allem Frankreich ge­gen Deutschland wütet, muß schließlich ein Volk zum äußersten Widerstand herauSsordern Der Versailler Friedensvertrag soll und muß er- Et werden, soweit er überhaupt erfüllt werden

n. Aber keiner Ratton in der Welt, auch be*n besiegten Deutschland nicht, kann zugemutet wer­den, daß es die Erfüllung des einen oder ande­ren Paragraphen des Fttevensvertrages mtt dem Todevon Ta us enden feiner Kin­derbezahlt. Es wäre an der Zeit, daß an­gesichts der neuen ungeheuerlichen Forderungen d-r -RErente jn .bet Frage der Viehablieserung-m

das ReichsgesundheitSamt mir statistischen Zah­len über die Unterernährung der deutschen Kin­der und die Säuglingssterblichkeit an die Oef- fentlichkeit treten würoe. Dann wird es sich zei­gen, daß trotz Beendigung des Krieges Hunger und Not noch immer Tausende von Opfern tu Deutschland fordern. S.

las Stiel mit dem Feuer.

Agitation für «ine« Generalstreik.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 21. Oftober.

Es wird uns von einer Versammlung der Unabhängigen und Kommunisten mit den Ge­werkschaften berichtet, in der die A r b e i t s l o - senfrage behandelt wurde. Als der Ver­treter der Berliner Gewerkschastskommisston dem Wunsche nach konkreten Forderungen Ausdruck gab und erklärte, daß er für die Arbeitslosen die Lieferuna von Lebensrnitteln und Kleidung verlange, daß aber von einem 24- stündigen Generalstreik abgesehen wer­den müsse, wurden die Vertreter der Gewerk- schastskommisfion von den Unabhängigen ausge­fordert, sich aus dem Sanft zu entfernen, was denn auch geschah. ES scheint eine Mahnung notwendig, sich nicht zu unüberlegten Schritten verleiten zu lassen. Die Frankfurter Zeitung weist darauf hin, daß unverantwortliche Ele­mente bereits für einen Generalstreik agitiere», der am Montag zu beginnen hätte.

Ernste Entwicklung in Bremen.

Bremen, 21. Oktober. (Privattelegramm.) Die LoHndisferenzen zwischen dem Senat und den städtischen Arbeitern haben gestem eine ernste Wendung genommen. Die Beleg- schäft des Elektrizitätswerks in Hastedt hat die Arbeit nicht ausgenommen, wodurch eine teil­weise Einschränkung der Stromerzeugung ein» treten müßte. Viele große Firmen waren des­halb gezwungen, ihre Betriebe teilweise zu s ch l i e n und die Arbeiter nach Hause zu senden. Auf der AktiengesellschaftWeser* hiel­ten die Arbeiter eine Betriebsversammlung ab und faßten den Beschluß, heute zu demonstrieren und den Generalstreik zu erklären, wenn die Technische Nothilfe herangezogen werden sollte. Auch die Straßenbahn verkehrt nur mit starken Einschränkungen. Die GaZ- und Wasserwerke arbeiten Wetter.

Set englische Umstand.

Lohn-Verhandlungen tm Parlament.

(Eigene Drahtmeldnna.)

London, 21. Oftober.

Das Parlament ist zum unparteiischen Forum im Bergarbeiterstreik geworden und hat durch eine Verhandlung zwischen Kommission und Arbeiterpartei die Führung in der Lohnstrerk- frage übernommen. Allgemein besteht der Ein­druck, daß ein Ausgleich auf der Basis der Vor­schläge Braces, des Sprechers der Arbeiterpartei, möglich ist. Den Kern dieser Vorschläge bildet die Lohnforderung von zwei Schflling und die Anregung einer gemeinsamen Beratung der Bergwerksbefitzer, Arbeiter und Regierung zur Erhähung der Förderung und Aus­arbeitung einer neuen Lohnbasis. Die Times tadelt Lloyd George, weil er ans dieses An­gebot nicht einging, das nach einer baldigen Einigung den Weg zu einer radikalen Lösung der Lohnfrage finden ließe. Der Londoner Korre­spondent desManchester Guardian" rügt da­gegen die Versöhnlichkeit Llochp Georges und stellt als Gesamteindruck fest/ daß man große Hoffnungen auf neue Verhandlungen und eine Einigung allenfalls zum Wochenende hegen dürfe. DerDaily Herold" ist höchst unbcfrie- digt und nennt die Sitzung eine Farce. Ent­scheidend ist, daß die Eisenbahner und Trans­portarbeiter sich sehr zurückhalten, um die par­lamentarische Mion nicht zu stören.

Lloyd Georges Rücktritt?

Basel, 21. Oktober. (Eigene Drahtmelbnng.V Die Baseler Nationalzeitung meldet aus Paris: Das Echo -e Paris berührt in seinem heutigen Morgenblatt die Möglichkeit des Rücktritts Llovd Georges. Das Blatt berichtet, daß Lord Edward Grctz habe dssÄhblicken lassen, daß er

vielleicht das Präsidium übernehmen würde. Diese Meldung erscheint schi tendenzlos zu sein.

Raub deutscher Meute.

Spione und Agenten der Entente.

(Privat-Telegrammsi

Frankfurt, 21. Oktober.

Mit Bezug auftdie Artikel in deutschen Zei­tungen über die Entdeckung eines Patent-Dieb­stahls in Frankfurt teilt ein Korrespondent aus Paris mit, daß sich in Paris ein Büro befindet, da8 sich mit dem Schmuggel von deut- schen Patenten schon feit dem Waffenstill­stand befaßt- Gleich in den ersten Tagen nach der deutschen Revolution reisten eine Anzahl Agenten dieses Büros, worunter sich damals auch noch Interessenten von England befanden, nach dem Rheinland. Fuder Verwirrung, die damals dort herrschte, wurde versucht, die Fa- brikgeheimnisse verschiedener Fabriken, haupt­sächlich der chemischen Branche, von dm An­gestellten dieser Fabriken, oder durch Einbruch z« erhalten. Drei Agenten wurden für Hefen Zweck zweieinhalb Millionen Mark mitgegeben. Rach mehreren Wochen tauchte einer dieser Agen­ten in Paris bei dem Büro auf und teilte -nit. daß eine Anzahl Fabrikaftonsprozeffege­kauft" seien, die durch Kuriere folgen würden. Jn Leverkusen bei Köln habe man wenig Erfolg gehabt, da die Fabriken zu stark bewacht worden seien, weil sich dort noch Soldaten be­fanden. Aber die Agenten seien nun nach Frank­furt, wo sie auf gute Verbindungen gestoßen feien. Dort ist dann fettens des Parjfer Büros, das Belgier, Franzosen, Holländer und Polen in seine Dienste genommen hatte, weiter gear- bettet und gestohlen worden.

Ausländische Einbrecher.

Frankfurt, 21. Oftober. (Privattelegramm.) Neber die Methoden des Patentraubes durch Ausländer erzählten Agenten des Pariser Bü­ros im letzten Jahre in Pariser Kaffees wo sie verkehren und große Summen Geld auSgaben, daß ihre Arbeit von Erfolg Weitet war. Tat­sächlich haben auch amerikanische chemische Fabrtten solche Fabrikgeheimnisse Belauft und ausprobiert. Auch sind in England derartige Rezepte, die aber unvollkommen schienen, ver­sucht worden. Letzthin arbeiteten die Agenten mit dem Trick, daß sie selbst Arbeiter und An­gestellte in die Fabriken sandten, um dort be­schäftigt zu werden. Diese hatten nur die Auf­bewahrungsorte festznstellen, wo bk Dokumente oder die Laboratoriums-Untersuchungen lagen, worauf von anderer Seite bann durch Ein­bruch oder dergleichen versucht werden sollte, 'ch der Dokumente oder Mittel zu bemächtigen. Die Engländer haben sich aus der Sache zurück­gezogen unb in letzter Zeit scheint eS nur auf eigene Verantwortung der betreffenben Aben­teurer, die damit ihr Geld zu machen suchen, vorläufig weiter zu ctiftieren.

FnmMscheMMr.

Aeberwachmtg der deutsche« Post i« Speyer.

(Vrivat-Telearamm.1

Mannheim, 21. Oktober.

Aus Speyer wird gemeldet' Bor vierzehn Tagen erschienen ein französischer Offizier und fünf Soldaten im Gebäude der Oberpostdireftion Speyer. Der Offizier bezeichnete zwei Dicnst- zimmer und erklärte, innerhalb vierzig Minuten müßten biefe Zimmer geräumt fein. Die Ober, postdirektton mußte sich diesem Zwange fügen. Seitdem üben die Franzosen in Speyer eine rücksichtslose Kontrolle der aus- und eingehenden Post aus. Auch die Einschretbe- briefe werden geöffnet Sämtliche Postsachen er­leiden durch diese Kontrolle eine Verspätung von mindestens einem Tage und noch länger, wodurch die Geschästswelt von Speyer schwer benachtei­ligt wird. Tie Kontrolle scheint im Besitz von schwarzen Lisienz« fein, da die Korrespon. den; einer Reihe von Personen immer wieder geöffnet wird. Der Telegrammverkehr wird durch französische Soldaten überwacht. Durch ehre be­sondere Umschaltung der Telephonleitungen wer­den alle vorkommenden Telephon-Ge­spräche, besonders die auswärtigen, überwacht.

RMchePropaganda.

Sm Dienste des Bolschewismus.

Eine de» Ursachen, die e» der Lowjeireglerung ermöglichen, ihr« Macht trotz der allgemeinen rlnrusrtedentzeit «och aufrecht zu erhalten, ist die Beherrfchnna der Presse und Me Unter driiEung jeder nicht bolschewistische» Meinung

Bei Gelegenhett der Besprechung auf dem Kasseler Sozialdemokratischen Parteitag über Presse-Propaganda wurde unter anderem darauf hingewiesen, daß die russische Sowiet- regierunfl es meisterhaft verstehe, durch ihre Presse und Telegraphenbüros Propaganda in Rußland und im Auslande zu machen. Ucbcr den derzeitigen Stand der Journalisten im bol­schewistischen Rußland bringt der »Petit Pari- ften" interessante Mitteilungen. Die verbreitet­ste Zeitung ist danach die53iebnota" (Das Elend"), die im vorigen April 600 000 Exem­plare herausgegeben hat und dazu bestimmt war, besonder^ auf dem Lande Artikel und Zeichnungen zu verbreiten, die in den Köpfen ver Landleute die Grundsätze und die äußere Erscheinung der Diktatoren festhal­ten sollten. Die großen Männer des Bolschc- wismus, Lenin, Trotzki und andere arbeiten an der .Jswestja" (»Nachrichten") mtt, der offi­ziellen Zeitung des russischen Exekutivko­mitees der Sowjers, die eine Auflage von 275000 Exemplaren hat. Der Hauprschriftlriter dieser Zeitung heißt Stecklow; er verdanft sei­ner unleugbaren politischen Geschicklichkeit und seinem Diensteifer den hervorragenden Posten, den er einninmtt. Die »Prawda" (Wahrheit"), das Organ der Moskauer Kommune, Auflage 250000, und die andere »Prawda", das Organ der Petersburger Arbeitet, predigen beide das kommunistische Evangelium. An der letztgenannten arbeitet Maxim Gorft mit. Weiter wären noch zu erwähnen die .Js- westja" des Volkskommissariats für den Krieg (Auflage 30000), hauptsächlich für Sol da- ten bestimmt, und »Die kommunistische Arbeit", die einen oberflächlichen Ton hat unb reich ist an kleinen Notizen.Das wirtschaftliche Le­ben" (Ekonomivscheskaja Shizen", Auflage 30000) ist nicht besonders einflußreich. ES ist daZ Organ des große« Volkswirtschaft­lichen RateS, besten Vorsitz Rykow fühlt, und der Kommissariate der Finanzen, der Le­bensmittelversorgung unb beS Handels; es bringt regelmäßige Nachrichten aus dem wirt­schaftlichen Lebien. Jn dieser Zeitung werben bie künftigen Geschichtsschreiber des Bolschewismus

bas wahre Bilb deS heutigen Rußland

Snben; hier gibt eS Berichte über das Gleich tatistiken über die Lebensmittelteuerung, Be­trachtungen über die Verkehrskrise, Berichte über die Erfolge oder Mißerfolge der sozialisier­ten Unternehmungen, Studien wissenschaftlichen CharafterS über die bösen unb guten Seiten des Systems neben tendenziösen Begeisterungsarti­keln. Die Feinde der Sowsetz werden darin ein zermalmendes Material gegen die prafti- fchen Ergebniffe des Kommunismus finden. Doch ist es schwer, einer vollständigen Ausgabe fftibhaft zu werben. Die Bedeutung der Tel«- graphenagentur »Rosta" ist ziemlich begrenzt. Rußland lebt heute in derartiger Abgeschlossen­heit, daß eS ihm wenig darauf ankomntt, die neuesten Nachrichten aus Europa zu erfahren. Daher Khmneit sich die Presse fehr wenig um Aktualität. Das Hauptlosungswort beißt: Propaganda. Die Pressestecheit existiert nur für die Blätter der kommunistischen Partei. Diese Partei, bte genau so vergeht wie eine Re­gierung, gewährt oder entzieht bas Recht, eine Zeitung herauSzugeben. Tie Opposition kann auf keine Weise ihre Stimme erheben. Der Staat ist Eigentümer beS Papiers; bie Drucke­reien finb sozialisiert, nichts Wird veröffentlicht, was nicht ein Ausfluß deS kommunistischen Ge­dankens wäre. Die Herren deS Kremls haben *u eigenem Vorteil die öffentliche Mei­nung monopolisiert. Sie haben sie durch ein System von Druckschriften, Vorträgen, Films und photographischen Platten derartig eingekerkert, daß dem Volke nichts als die rote Lehre eingetrichtert wird.

LehrkrMe unb'SMlerzM.

Umfrage deS Preußischen Lehrervereins.

Der Paragraph 42 des Gesetzentwurfes, bei eine DurchschnittS-Schüler zahl von sechzig für die den Schukverbänden zu gr» währenden Staatsbeiträge kestsetz-t, ist in ver Presse bereits bekannt gegeben worden. Aus den Kreisen der Lehrerschaft, ebenso aus Ettern- retfen ist die Meinung Saut geworden, daß bie Zahl sechzig zu hoch sei unb möglichst auf vier­zig herabgesetzt werden müsse. Der Vorstand des Preußischen Lrhrerve'-eins vertritt den Standpnnft, daß die Durchschnittszahl in Mm Gesetzentwurf sehr wohl erniedrigt WeOen