Kasseler Neueste Nachrichten
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Am Sonnabend vormittag kurz nach acht Uhr
von nur hundert Mark für jedes Ferkel an-
R r. 244.
3-h»t-- Safcjaaj.
traut ift, stellte fest, daß es sich um ein Straßenmädchen handelt, das feit Sonnabend ad end
* Schlagende Wetter auf einer Saargruve. Auf der Grube .Frankenbolz' bei Bexbach wurden während der Frühschicht fünf Bergleute durch schlagende Wetter getötet.
Regierung in kurzer Zeit derartige Reichtümer mrs dem afrikanischen Kolonialbesitz Belgiens herausholen zu können, Laß damit bald alle Kriegsfchäden wieder gut zu machen sind.
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Ein Raubmordversnch in RSdelheiur.
* Ter Verteidiger von Lüttich gestorben. Der Verteidiger von Lüttich, General Leman, ist in Lüttich an einer Lungenentzündung gestorben. General Leman ist bei der Einnahme des Forts Lonoin als einer der wenigen UeberlebenNen gefangen genommen worden und wurde in deutscher Gefangenschaft mit besonderer Rücksichtnahme behandelt. U. a. tff ihm sein Degen, zur ückgegcb en worden.
* Es wird weiter verschoben! In Andernach wurden durch die Wirtschaftsvolizci der Kleinstrombauverwaltung bedeutende Verschiebungen von Kohlen nach Holland aufgedeckt. Die Schiffe wurden in Andernach nicht vollständig entladen: die zurück- bleibenden Kohlen, etwa siebentausend Zentner in der letzten Woche, deckten die Schieber dann mit Steinen zu und schafften sie nach Holland.
* Ein Mörder hingerichtet. Der Russe Golow , der kürzlich wegen Mordes zum Tode ver
horn zwei etwa zwanzigjährige Burschen und gaben sich als Beamte des Wohnungsamtes aus. Rach anfänglichen Weigerungen gestattete Ziegenhain den Eintritt in die Woh
Sträflinge ausgebrochen. Von ven Geflüchteten wurden sechzig wieder eingebracht. Acht wurden von der Wache angeschossen, darunter drei schwer. Einer ist gestorben. Alles weist darauf hin, daß die Flucht von dem magyarischen Oberleutnant Bela D r o b n i c z, der wegen Spionage festgenommen wurde, vorbereitet war.
* Eine Stadttheater-Direktion verhaftet. Aufsehen erregte in Zarnsdorf in Böhmen die Verhaftung der Gesamtdirektton des Stadt- thaaters. Auf Veranlassung des Schausptel- rates wurden der Direktor Rudolf Exner so- tvie der Kanzleisekretär und der Kassierer in das Bezirksgefängnis eingxliefert. In einer Glau- bigerversammlung, in der gleichzeitig die Sanierung der zusammengebrochencn Bühne in die Wege geleitet werden sollte, wurden gegen Exner Wechsel- und Lieferungsschulden in Höhe von zweihunderttailsend Kronen angcmeldet, denen kaum zehntausend Kronen realisierbarer Werte gegenüberstehen.
voriger Woche aus seiner Wohnung spurlos verschwunden ist. Wahrscheinlich ist das Verbrechen bereits in der Nacht vom vergangenen Sonnabend zrrm Sonntag verübt worden? Es liegt wahrscheinlich ein sadistifcher Mord vor. Die Zerstückelung der Leiche muß unbedingt in einer Privatbehausung Vorgenommen worden sein. Zur Verpackung der einzelnen Leichenteile hat der Mörder braunes Packpapier und starken Hansbindfaden benutzt.
Sm belgischen Kongo.
Mn Brüsseler Matt erzählt von einer Reife des belgischen Kolonialministers Frank, der Konyostaat sei das schönste Ko^nialreich der Wett, seine Vegetation fei herrlich und wunderbar. Seine Reichtümer sind unbsgreuzi; aber die Schwierigkeiten beginnen, wenn may an« '"ängt, sich ihrer zu bemächtigen. Der Kongo- stoat ist von starken Strömen durchflossen. die an manchen Stellen zwar schiffbar sind, die aber außerordentlich kostsvielige und mülhsame Anlagen für die Ermögttchnno der Schiffahrt erfordern. Im Botauifch->n (Karten von Eala hat man eine Abteilung für Pakmenzuckft angelegt, um die erttagreichsten Atten anznwählen. Belgien versucht, erzieherisch aus die Einwohner einzuwirken, indem man sie ermutigt, die Er- tragsWbigikeit eines so außerordentlich fru-viha- ren Rodens zu vermehren und dem Tauschhandel die Wege zu ebnen. Dazu gehört die Anlage eines Eisenbahnnetzes, das bis in die Urwälder eindrinat. Der Minister ist überzeugt, durch eine größere Subvention von Seiten der
Im Kleinen Anzeigenteil der Kasseler Neuesten Nachrichten finden allmonatlich tausende von Inseraten Aufnahme, die aus dem Privatleben hervorgehen. Wer irgend etwas der Oeffentlichkeit aukündigen will, sollte deshalb nicht versäumen, sich der Kasseler Neuesten Nachrichten zu bedienen. Die Erfolge werden ihm beweisen, daß seine Wahl gut gewesen ist.
die Hand und sagte: .Du mußt mich jetzt schon ein Weilchen beurlauben, lieber Vater, sonst bekommen wir sobald nichts zu essen. Gertrud und Hetta wissen im Haushalt gar nicht Bescheid, und Tante Erika hat mir das alles über« lassen. Solange ich noch hier bin. will ich mei neu Posten ausfüllen, wie bistzer.'
Lächelnd, voll stolzer Zärtlichkeit, sab der 93c- tor in ihre Augen. „Recht so, mein Kind.' |
-Britta ist nufer guter Hausgeist',»sagte frei: j __________ .......
R deck warm .Und sie ist fleißig wie ein Bieu-fm Deinen Jahren noch: so unbernünftic wähl: cheu. Sie b * sich nie über zu wenig Arbett zu'daS ist doch eigentlich unverzeihlich.' '
Aus aller Welt.
Aufklärung der Lsichsnfnnde.
Wie wir seinerzeit berichteten, wurden tu Berlin in der Spree mehrere Leichenteile gefunden, die die Kriminalpolizei vor eine besonders schwierige Aufgabe stellten. Der . Täter hatte die Leiche so zersetzt und zerstückelt, daß einet Feststellung der Persönlichkeit des Toten fast unmöglich erschien. Ans den bisher aufgefundenen Leichentcilen war kaum zu bestimmen, ob es sich um eine männliche oder weibliche Person handelt. Der letzte Fund, bei dem, wie wir berichteten, auch eine abgettennte Hand lag, brachte eine weitere Aufklärung. Die Ftnger der Hand wurden bakayloskopiett, und so gelang es, die Persönlichkeit der Toten festzu stellen. Es ist dies ein neuer großer Erfolg des vorzüglich eingerichteten Erkennungsdienstes der Kttminakpolizei. Die Tote ist eine dreiunddreißig Jahre alte, aus Dresden stammende Frida Schubert, die in der Friedensstraße wohnte. Ein Kriminalkommissar, der mit der weiteren Aufllärung des neuen Kapitalverbrechens he-
,Verheiratet Hast Du Dick wieder, ohne uns etwas davon zu melden ?' tadelte Frau Erika.
»Ja, ca war nickt recht, daß ich es Euch nickt mitteilte, Erika, das sehe ich ein. Aber die Ver- sgältniste waren stärker als ich.'
I »92a weißt Tu, Hermann, wenn ein Mann
Beilage.
Donnerstag, 21. Oktober 1920,
Wenn's leise zu dunkeln beginnt, bann diesen die ahen Häuser, die Winkel und jäh abfal- lMden Gassen von Naumburg, die alten Raste der großguad eigen Steinmauern vom einstigen Weihrring besonders schönen und idyllischen An- bllü. Wir Md m jedem Eckchen umheraelauftn. Das kleine lachende Fräulein mit den runden .öaaen am Postschalter konnte nicht an geben, db s ein Lass in Naumburg gibt. Sie sagte: Ick trinke meinen Kaffee m Hause! Nichts dcsto- trotz: Neoenan, wo zu lesen ist, daß die Abted lung Wikhelmshöhe vom Hessischen Bankverein ledcn Ttenstag und Freitag Sprechtage aichält, haben wir mit guten Bohnenkaffee ven inneren M-nschcn angewärmt. Menschen, prächtig Dkeu- scheu haben wir auf den buckligen Straßen ge- rrofserr uns gesprochen, haben viel in dieser Stadt in Miniaturausgabe Interessantes vernommen.
Wir haben hier und dort gehört, daß es aus Sicherheitsgründen kein Kino gibt, daß wegen ber Maul- und Klauenseuche nicht getanzt werken darf, daß aber in der Kirche und in d»r Sckule keine Ansteckungsgefahr bestehe, daß ber osUßballsport leidenschaftlich betrieben wird, und baß die »Kasseler Neuesten Nachrichten" viel mid gern gelesen werden, aber... >g bat nichts Min gestanden von den blühenven Drillingen, die kürzlich bei einer Frau angekomm m und. Da habe ick als der Veran,wörtliche — für die Zeitung natürlich — ein schuldbewußtes Ge- fiajt gemacht. Ja, toenn'S mir nur mitgefeilt worden wäre! Tann hat man uns erzählt, daß es im Sommer viel Fremde gegeben habe. Tie fange Regenten habe sie foriaetrieben und ber Herbst, der bekanntlich den Sommer und die Zeit ber Ferien endet. Viele Wanderer kamen — die Jugendherberge veranlaßt sie, Naumburg als Sprungbrett für Wanderfahrten »um Eddersee zu benutzen. Oft kamen sie wieder zurück. Ist kein Raum mehr in der Herberge —- um mit der Bibel zu reden — bann qibts im »Hessischen Hose' noch ein Lager, im Bett, wi> auch im Heu. Wir halben auch vernommen, daß Naumbura .w drei Fünftel aus Katholiken be- stebr — daher die Gnadenstöcke an den Stablein« gangen! — und ans zwei Fünftel Evangelischen, die eine besondere Kirche haben. Naumburg besitzt zwei Schulen und eine schöne neue kaiiho- lifcke Schule mir einem hübschen Relief- Jelus nimmt die Kinder an!
3immer einen jungen Mann blutübersttömt liegen sahen. Das Gesicht war geschwollen und er hatte mehrere Schnitt- und Stichwunden am Halse. Er war jedoch vernehmungsfähig und gab an, Beamter der Niedersächsischen Handelsbank zu sein und von einer Dame den Auftrag erhalten zu haben, einen Brief an Herrn Poper abzugeben. Als er das Zimmer betreten habe, fei er von dem Poper übersallen, niedergeschlagen nnd gestochen worden. Tie Geldtasche, deren Inhalt etwa zehntausend Mark betrug, wurde ihm von dem Angreifer abgenommen.
* Die Millionen des Schweinehändlers. Mil- lionen hat ein Homburger Schweinehändler mit seinem Großumsatz verdient. Man hm fest- gestellt, daß er tm letzten Jahre, ohne den Verkauf im Inland, siebzehnraufend Ferkel nach dem Auslände geliefert hat . Er selbst lehnte ein Angebot von vierhundert Mark ab, da er im Ausland ebenso viel Franken dafür bekäme. An den siebzehntausend Ferkeln hat dieser Schwe,inehändler, wenn man einen Verdienst
Von
Rudolf Heynematm.
der Fleischversorgung in Deutschland!
* Entführung eines Mädchens. Eine acht Jahre alte Schülerin spielte in Berlin-Neukölln mit ihrem zwölfjährigen Bruder auf der Straße. Die Kleine wurde von einem Radfahrer, ter die Straße entlang gefahren kam, angerufen. Er rief das Mädchen an die Bordschwelle, hob die Kleine auf sein Fahrrad und fuhr mit ihr davon. Der Bruder, der ihn am Abfahren hindern wollte, erhielt eine Ohrfeige. Trotz der Hilferufe des Knaben entkam der Entführer mit dem Kinde. Das Mädchen ist bis heute nicht wieder zu seinen Eltern zurückgekehrst Es wird daher vermutet, daß es von dem unbekannten Radfahrer, einem Burschen von etwa dreiund- zwanzig Jahren, zu unsittlichen Zwecken verschleppt worden ist.
* Ministertrauung mit Hindernissen. Wie erst nachträglich bekannt wird, war die Trauung des Ernährungsministers Dr. Hermes mit der Nichte des Zentrumsabgeordneten Trim- b o r n, die in der Steglitzer katholischen Kirche stattsand, von einer eigenartigen Keinen Kundgebung begleitet. Während der Trauung hatten sich draußen empörte Hausfrauen eingefunden, die mit der Politik des Ernährungsministers höchst unzufrieden sind. Sie begleiten den kirchlichen Vorgang mit erregten und nicht immer salonfähigen kritischen Bemerkungen über die Wirtschaftspolitik des Herrn Hermes. Diesem erschien die Lage so kritisch, daß er bi e Kirche durch eine Hi ntertür verließ, nm mit seinem Auto schnellstens davonzufahren.
* Massenausbruch aus einer Strafanstalt. Wie aus Illava im früheren ungarischen Komttat Trencsin gemeldet wird, sind aus der dortigen Strafanstalt vierundsiebzig
Riedberg neigte das Haupt. .Ich glaube, ich habe es am unverzeihlichsten gefunden. Aber unvernünftig in Deinem Sinne war die Wahl nicht — im Gegenteil — ich hatte eigentlich nur die Vernunft sprechen lassen. Ich war ein armer Teufel, sich keine Möglichkeit, meiner Tochter eine annehmbare Existeu Möglichkeit zu schaffen, und meine Frau war vermögend. Da dachte ich mir — Brittas wegen — es sei das Beste, daß ich Mgriff.'
Interessiert horchten feine Verwandten auf. .Deine Frau war vermögend?' fragte Frau Erika.
Ja, Eika, und ich bin in der angenehmen Lage Euch alle Auslagen zuriickerstatten zu können, die Ihr für Britta gemacht habt."
Theodor Rodeck hob abwehrend die Hand. -Davon kann keine Rede fein, Hremaim. Britta hat reichlich gearbeitet für das, was wir ihr haben zu kommen lassen', sagte er schnell, ehe seine Frau etwas erwidern konnte.
.So?, Hat Euch Britta so viel geleistet?' fragte Riedberg, feine Cousine fest anfehend.
.Nun, sie hat sich rm Haushalt ein wenig nützlich gemacht. Du siehst, ez ist ihr gut bekommen. Und natürlich wollen wir Seine Bezahlung anntibmen für das, was wir an ihr getan haben.'
In RieAbergs Gesicht zuckte es leife. .Ich bin aber nicht gewillt, mir etwas von Euck fchenkeit zu lassen. Meine Tochter fall nicht sozusagen als Almosenempsängerin bei Euch gelebt haben. Hat sie Euch genützt, so betrachtet das als Eitt- aelt mir den Schutz Eures Hauses, den sie genossen hat. Alle Eure Auslagen erstatte ich Euch zurück.'
„Davon schweig' füll, Hermann, wir Haben keine Auslagen x.t verrechnen', erklärte Herr Rodeck bestimmt.
'(Fortsetzung folgt.)
AiMMöurg.
Der Herbstfahrt weiteres Erlebe«.
beflogen gehabt. — Erika hat sie straff in die Zügel genommen.'
.Nun — es kann ihr nur zum Nutzen gereichen. In ihren neuen Verhältnissen wird sie ja auch tüchtig zugreisen müssen', bemerkte Frau Erika pikiert.
Hermann RieÄb.-rg sah sie mit svötttscher UsbeiTsgenheit an. „Meinst Du, Erika?'
„Rimt, sie wind Mr doch den Haushalt führen müssen.'
„Nur, wenn sie cs tun will. Das Müssen werde ich ihr in Zukunft zu ersparen wissen.'
Frau Erika wechselte einen Blick mit ihren Töchtern, als wollte sie sagen: „Gvoßtun ist hier nicht am Platze.'
nung; hier packte einer der Burschen den Woh- nungSinhaber von hinten am Genick und würgte ihn, während der zweite ihn durch Chloroform zu betäuben versuchte. Ter Uebcrfaftenc setzte sich heftig zur Wehr und schrie um Hilfe: als Hausbewohner erschienen, ergriffen die mH allen möglichen Instrumenten ausgerüsteten Burschen die Flucht, wurden aber in der Röderichstraße von den zahlreichen Verfolgern eingehakt und der Polizei übergeben. Alle Anzeichen fprecken dafür, daß es sich um einen wohlüberlegten Raubmordver- fuch auf den in guten Verhältnissen lebenden Ziegenhain handelte. Einer der Räuber gibt an, Wilhelm Ebm zu heißen; der andere ver- weigett jede Auskunft.
lichen Gefühl der Sicherheit neben ihrem Vater St tauschte bei Frau Erikas Worten einen kä- Helnoen Seitenblick mit ihr.
„O ja, meine Verhältnisse gestatten mir diese Reise. Und Britta hat mir bereits erklärt, daß sie freudigen Herzens mit mir geht, zur Not auch in eine Wildnis. Nicht wahr, Britta?'
Sie faßte feine Hand. „Ja, lieber Vater.'
„Und schon in einigen Tagen soll das geschoben?' fragte Frau Erika unbehaglich.
Ja, ich denke, zwei Tage-werden für Britta genügen, für ihre Reifevorhereitungen. Das besprechen wir noch/
Frau Erika faßte sich an die Stirn. „Das ist mir noch ganz unfaßbar. Wer jetzt wollen wir erst einmal zu Abend essen. Hast Du alles vorbereitet, Britta?'
Erschrocken zuckte Britta zusammen. .Nein, Tante Erika, ich habe alles vergessen über der Ankunft meines Vaters.'
Gswahrcheitsgemäß wollte Frau Erika fchel- ten, aber sie bezwang sich noch rechtzeitig und sagte nur ziemlich nervös: „So tummle Dich, Britta, daß wir essen können.'
Hermann Riedberg hielt jedoch seine Tochter am Arme fest. „Rein, Erika, heute mußt du Britta von jeder Arbeit dispensieren — von heute an überhaupt. Ich denke, Herta und Gertrud werden ihre Pflichten übernehmen.'
Mit einem unbesckreiblichen Blick auf Brittas Vater zuckt:n die Schwestern die Achseln und blieben ruhig sitzen.
Frau Erika flogen die Hände. .Dann muß ich also selbst in hie Küche gehen.'
Britta sah ein, daß alles drunter und drüber gehen würde. Ne drückte ihrem Vater lächelnd
drängte und so zogen wir — undankbare Wan- dergosellen — in den lachenden Herbsttag hinein, die Straße entlang, die wir am Tage vor- ber gezogen waren, Lieder auf den Lippen und grüßten jauchzend den Nobeldampf, der hinter dem hock,gebauten Waldeck die Gegend anzeigte, wo die FNlten des Eddersees manch dörfliches Pineta üherfpülen...!
Der Witt von der „Stadt Kassel' war ganz erschrocken, als zwei Wanderer im feldgrauen Fabrtenrock timn Abendessen eine Flasche' Wein verlangten, den köstlichen Tag köstlich zu be. schließen. Die ganze Familie marschierte auf, die Wunderknaben zu betrachten. Was da aber aus dem Keller kam... ein feiner alter Tropfen! Nun ziir Ruhe in der — Jugendherberge Lehrer Ne über bat hier vorbildlich gearbeitet weuii's überall fo gemacht würde, wir wären werter auf diesem wichtigen Gebiete. In der Sckule ist ein Saal zu einer Att Kasernenstube geworden. Bett steht an Bett. Alles ist da: Wolldecken, Waschbecken, Trinkbecher, Tiscke und SiiMe und... peinliche Sauberkeit. Manche Kasseler Schule hat hier schon übernachtet, wie uns der Herr Lebrer erzählt:. Maiich fröhliches Lien wurde hier schon an bestimmt vom Wandern und von der Heimat. Wir haben uns in untere Decken aewickelt, schliefen wie die Murmeltier- ckcii Md erst die helle Sonne weckte auf, die draußen die affe Kirche mit lichtem Schimmer übfflroa und die hohen Bäume davor, die noch im_ halbwegs frischen Grün dastehen. Kann's schöneres Morgen grüß en geben?
Unten bei der Frau Rink tranken wir Raffer, plauderten dann mit der Frau Lebrer und ihrem Töchterlein, trugen uns in« Herbergsbuch ein und zogen weiter. Gern hätten wir noch dem Sckövfer nnd Verweser der H.mberqe einen Ab- fckiedshändedrnck gereicht, doch er war im Gar- ten. wir fanden nickt den rickttaen, die Zeit
urteilt worden war, wurde am Sonnabend früh im Guttenberger Walde bei Würzburg durch R eichswehrlolda ten erfchosfen.
♦ An Max Regers Pult. Der junge Kölner Musiker Peter Schmitz, bisher Korrepetitor an der Kölner Oper, ist nach erfolgreichem Probegastspiel an die Spitze des früheren Hoforchesters in Meiningen berufen worden. Seine Vorgänger waren Max Reger und Karl Piening.
* Ein Bankbote Überfällen. Ein Herr bezog ein Hotel in Hannover und gab an, Kaufmann P o p e r zu fein Morgens vernahmen der Ge- schäftssührer und der Portier des Hotels laute Hilferufe, worauf sie nach oben eilten und im
28) Roma« von H. Courths-Mahler.
Tuch Herta zeigte sich wenig liebenswürdig. Es lohnte sich, ihrer Ansicht nach, nicht, sich dieses plötzlich aufgetaucht en Onkels wegen besonders anzustrengen. Er war Mar für seine Jahre und als Vater einer erivachsenen Tochter noch ein: sehr interessante Erscheinung. Aber Hermann Ricdberg hatte mit Absicht seinen ältesten, abgetragensten Anzug gewählt für feinen ersten Besuch, und halte es auch sonst vermieden, elegant zu wirken, weil er nicht gleich bei seinem ersten Auftreten als reicher Mann erscheinen wollte. Und für Hetta und Gertrud hatten nur elegante Menschen Anspruch auf Beachtung
Neugierig uno ein wenig geringschätzig musterten sie ihn, während er mit ihrem Vater sprach. Auch Frau Erika betracht ne ihn forschend, nachdem sie sich von ihrem Schrock erholt hatte, und schien gleich ihren Töchtern der Ansicht zu fein, daß es sich nicht lohne, viel Liebenswürdigkeit an ihn zu verschwenden.
.Also, Du bist gekommen, um uns Btttta zu entführen, lieber Hermann?" fragte Herr Rodeck.
„Ja, und zwar soll es schon in den nächsten Tagen geschehen. Britta wird mich nach Ceylon begleiten, wo ich jetzt mein Domizil habe.'
„Nach Ceylon! O Gott — in diese Wildnis soll Britta mit Dir gehen, Onkel Hermann!' rief Herr« entsetzt.
Brittas Vater lächelte. Nun — von Wildnis kann keine Rede sein.'
Frau Erika kam plötzlich mH Unbehagen zum Bewußtsein, daß sie ihre tüchtige Stütze >m Haushalt verlieren sollte. „Hältst Du es fiir rich- tig, Britta in solche fremde, ungewisse Verhältnisse tat bringen ? Ist es nicht besser. Du läßt sie bei uns, bis Du Dir soviel verdienst hasst, daß Du Dir in Deutschland wieder eine Existenz gründen kannst? Du scheinst ja eine leidlich einträgliche Stellung gefunden zu haben, da Du Dir so eine weite Reife leisten kannst, noch dazu in Gesellschaft Deiner- Tochter', sagte sie.
Britta stand mit einem unbeschreiblich köst-
Britta war davongeeflt. Ns sie in die Küche kam, bemerkte sie, daß die Dienerschaft sie neugierig anstartte.
Schnell gab sie ans der Speisolammer, was zum Abendessen nötig war. Und dann ordnete sie an. daß ein Gastzimmer zurechtgemacht würde.
„Mein Vater bleibt zwei Tage hier", sägte sie zur Köchin.
Diese schlug lochend di.- Hände zusammen, „zrotte doch! Ihr Herr Vater ist der fremde Herr? Na so was! Wir haben gedacht, es ist der Bräutigam von das Fräulein," sagte sie.
Britta fckAttelte lächelnd den Kopf. Die Domestiken waren nun noch viel neugieriger als zuvor. Aber sie waren doch b-ruhig! über die Tatsache, daß Fräulein Riedberg mit einem fremden Herrn Hand in Hand ans der Veranda gesessen hatte.
Schnell war das Abendessen bereit. Hermann Riedberg hatte inzwisMn der Familie Rodeck einige Ausschlüsse gcaeben. Ganz kurz hatte er berichtet, daß er nichts hatte von sich hören lassen, weil er sich in der Wahl feiner zweiten Frau vergriffen habe und Britta deshalb nicht hatte zu sich nehmen können. Da gab es ein großes Staunen.
erschienen in einer Wohnung der Dreispitzen- nimmt eine Million stebenhuuderttauseud Mark & W,C0etI: verdient. Und das in einem Jahr auf Kosten
DqTTI InlfT P UM IrrtfTTI2fiTT/*rnVtA» itnh . , . . . - _ .
Der Werfe.
Wie heißt das schlimmste Tier mit Namen? So fragt ein König einen weifen Mann. Der Weise sprackn Von wilden heißt's Tyrann Und Schmreii^er von den zähmen.
Lessing