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Nummer 243

Mittwoch, 20. Oktober 1920

Fernlvrecher 951 und 958.

10. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Die Ausweisung der russischen Hetzer

SS.

Aufforderung zum Hochverrat.

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ationen des industriellen Dreiverbandes geben ihre Sympathie für die Bergarbeiter kund, beto- nen jedoch die Möglichkeit einer Beil^ung veS Konfliktes. Der Arbeiterführer Thomas stellt eft, das Tor bleibe offen und es sei Niemanden erlaubt, es z« schließen. Er warnt vor dem

S)t« «affeltr Mtuefte« richten erscheinen wöchentlich sechsmal und M>ar adend«. Ler »donnementSpret« d,trägt monatl 5.00 Marl bei freier Zustelllmz in» Hau». Bestellungen werden jeder,tit van der DeschLftLstelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, Berlag «ns RedaMon Echlachthofstrabe 28/30, ffür unverlangt etngesandte Beiträge kann bte Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr In keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des B^ugSgeldeS oder Ansprüche wegen etwaigernicht ordnungSmätziger Lieferung ausgeschlossen.

Anschluß an die Mehrheitssozialiste«?

Berlin, 19. Oktober. (Privattelygrarnm.) In Berliner politischen Kreisen wird mit Be­stimmtheit daran sestgehalten, daß der rechte Flügel der Unabhängigen und die Mehrheitssozialisten vor der Bereini­gung stehen. Man habe sich in diesen beiden sozialistischen Parteien über -die SozialisierungS- frage geeinigt. In der kommenden Reichstags- Zession werde das Zusammengehen mit einer teihe von Anträgen der beiden sozialistischen Karteien wahrscheinlich bekundet werden.

Ueberraschun« hat die Entscheidung in Tirol im Wahlkreis Binz hervorgerufen, wo der kle­rikale Anschlußgegner Schäfer 7068 Stimmen und damit das Mandat erhielt, wäh- rend der Anschluß. Borkämvs;r Landeshaupt - mann Schmnml nur 3964 Stimmen erhielt. Die Großdeutschen erhielten dort 805, die Sozial­demokrat« 1497 Stimmen»

Versuch, aus dem augenblicklichen Wirtschafts- ftreik einen politischen Enakamps zlvischen Kapi­tal und Arbeit zu machen. Einstweilen sind we­der von der Seite der Regierung noch von der der Bergleute versöhnliche Schritte erfolgt, aber zweifellos machen sich mildere Einflüsse bei den Arbeitern geltend und auch die Regierung ist b e- reit, zu verhandeln, trotz Lloyd Georges Ankündigung, daß der Kampf durchgefochtcn werden müsse. Im allgemeinen herrscht der Ein­druck vor, daß der parlamentarische Ausschuß des Gewerkschaftsbuiwes im Einvernehmen mit der Arbeiterpartei eine sofortige Vermittlung ver- suchen wird, wenn diese nicht schon begonnen hat.

teuren ihrer eigenen Richtung ausgc- stattet. Das Weitererscheinen des Blattes dürfte damit jedoch noch nicht gesichert sein, denn wie derVorwärts" berichtet ist erst vor kurzem eine vollständige Umgestaltung des technischen Be­triebes mit Hilfe neuer Maschinen im Werte von einer Million Mark erfolgt. Tas Geld dafür wurde von der Verwaltung des deutschen Metall- arbeiterverbandcs geliehen, dabei aber gerichtlich festgelegt, daß bei einer etwaigen Spaltung der Partei die Maschinen nicht an die Kommunisten übergehen dürfen. Aus Berlin sind ähnliche Verwickelungen noch nicht zu melden, vielleicht aber nur deshalb, weil die rechten Unabhängi­gen wie derVorwärts" meldet, in der vorver- gangenen Nacht einen großen Teil ihrer Mitglie. der in dauernder Alarmbereitschaft erhal­ten hatten, um ihr Blatt, dieFreiheit" vor gewaltsamen Ueberfällen zu schützen.

AmstanS in England.

Eine Million Bergleute find im Streik.

(Eigener Trahtbericht.)

London, 19. Oktober.

Bisher befindet ficheineMillionBerg- e «t e im Streik. T^e beiden anderen Organi-

.')nferttonipreife. a) »inheimisch» Hufträge: Die etnfpaltige Anzeigen.Zeile M. IX», die einspaltige Reklamezeile M. Z50. b) Auswärtige Aufträge: Die etnfpalttae »neigenseile M. 1.20, die einspaltige Reklamezeile St 2.75, alle» einschließlich Teuerung»,Uschlag und ans eigenfteuer. Für bte Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmedaien und Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlachthofstr. 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Str. 6. Telephon Nr. 951 u. »52.

AnrlSndssSr Arter.

ic Ausweisung der russischen Agitatoren. (Privat-Tclearamm.)

Berlin, 19. Oktober.

Die Ausweisung der Moskauer Sendboten Sinowjew und L o s o w s k i ist auf Veran­lassung des Reichskabinetts erfolgt, das sich mit der Frage der bolschewistischen Agitation in Deutschland besaßt hat. Die bürgerliche Presse stellt sich geschlossen hinter G Regierung. Da­gegen wird die Maßnahme vomVorwärts" und derFreiheit" scharf getadelt. Wie verlau­tet, haben die Russen gegen ihre Ausweisung! durch den Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld Protest erhoben und eine Aufenthaltsverlänge- rung beantragt. Falls sie nicht genehmigt wird, beabsichtigen sie mit dem nächsten nach Riga fahrenden Dampfer am 23. Oktober Deutschland zu verlassen. Wie man hört, wollen die Rechts-Uuabhängigen einen Antrag einörin­gen, der die Ausweisung der beiden russischen Bolschewistenführer rückgängig und dir fristlose Ausweisung sämtlicher Ausländer gesetzlich über­haupt unmöglich machen soll.

(Eigene Drcchtmeldung.)

Wien, 19. Oktober.

Nunmehr liegt das Ergebnis für alle hun­dertsechzig Mandate des ersten Wahlverfahrens vor. Danach haben die Christlich-Sozialen 78 Mandate (gegenüber dem Vorjahre plus 14), die Sozialdemokraten 63 (minus 6) die Großdeut­schen und die freiheitliche Bauernpartei zusam­men 18 (minus 6), die bürgerliche Arbeiterpartei einen, wie im Vorjahr, erhalten. Die früher durch je einen Abgeordneten vertretenen Zioni­sten und Tschechen sind in der neuen Rasional- wersammlung nicht vertreten. Die größte

Protest der Regierung.

Genf, 19. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Der PariserTemps" meldet: In der Frage bCr Zerstörung der Dieselmotoren hat die deutsche Regierung Sachverständigen- Gutachten eingerekcht und für den Fall einer abweichenden Stellungnahme der Alliierten die Entsendung von alliierten Wirtschafts-Sachver­ständigen nach Deutschland erbeten.

DaS russische Geld»

Prag, 19. Oktober. (Eigener Drahtbericht i Der tschechische Redakteur Joses Wikora, der aus den kommunistischen Reihen ausgetreten ist, be­hauptet in der letzten Nummer des .Obczor", daß in Klader ein Sekretart al für Terror und Vorbereitung zum künftigen Bürger­krieg in der tschechischen Republik errichtet worden sei und behauptet ferner, daß Zapotoskh erklärt habe, daß die künftigen Fehlbeträge der kommunistischen Zeitung Propoina von dem Russen Lenin bezahlt würden.

Sie Wahlen in Selteneich

Da« endgültige Stimm-Ergebnis.

Berlin, 19. Oktober. (Privattelegramm.) Gegen die aus dem Reichsgebiet ausgewiesenen russischen Gew e rksch atsssühre r ist Anzeige wegen Aufforderung zum Hochverrat erstattet wor­den. Die Russen haben in einer Versammlung von Arbeitern in Gocha und Halle gesagt, ein Arbeiter solle die Waffen ablie- ern, sondern sie gebrauchen, um die bürger­liche Regierung zu stürzen und ihre jetzigen Trä­ger zur Verantwortung zu ziehen.

Kasseler Ctadtparlarnenl Insgesamt zweieinhalb Millionen Mark bewilligt; unser» finanzielle Notlage.

Sie gestern atzend abgehaltene Stadtvervrdne- ten»etf«mmlttna gewährte neben allerlei inte» restanten Dingen, mit denen ste fi<h befcfjäftigte, wieder einen Einblick in unser Finanzelend. Auf den Tribünen des Stadtparlaments sitzt eine ertvartuu>gssteudige Zuhörerschar. Auf dor Tagesordnung der Sitzung steht unter anderem etwas von einem Geräte-Änkaus. Das Wort Geräte hat iu Kassel ja einen ganz besonderen Klang. Man erwartet deshalb das Neuanf- brühcn einer bekannten Gerätegeschichte Die Geduld dieser Herrschaften wird auf eine harte Probe gestellt. Zunächst beantwortet der Ober- txüryernuifter die Sorgen-Anfrage Wilhelms- höhe und Karl aue, worüber an anderer Stelle berichtet wird, und Vorsteher-Stellvertre­ter Müller gibt aus eine Anfrage des Professors Hebel hin die ErMrung ab, daß zu den Kom- missionAherrtungea nur solche Nichtmitglieder hinzugezogen werden dürfen, die gutachtliche Aeußerungrn $n tun haben. Hierauf macht er Mitteilungen aus dem Etatsausschuß. Da­nach war der dem Magistrat zur Versüaung ge­stellte Betrag von einer halben Million für be­sondere Ausgaben schon im Dezember um fast eine Viertelmillion überschritten. Hinzu kamen noch weitere Belastungen. Da mm keine Mit-

Gewaltakt mit allen Mitteln zu widersetzen. Nicht bloß deshalb, weil die Zerstörung der Die- selmotoren eine schwerste Schädigung unse­rer Industrie ist, und Betriebsstillegungen und Arbeiterentlassungeu zur Folge haben müßte, sondern vor allem deshalb, weil dieser Fall Ge­legenheit gibt, die Entente vor aller Welt dazu M zwingen, sich darüber zu erkläreri, ob der Ber- saillcr Friedensvertrag, auf den sie sich immer wieder stützen, für sie selbst nur ein Fetzen Papier ist, wenn sein Wortlaut einmal zugun­sten Deutschlands spricht Bleib: die Entente

auf ihrer unsinnigen Forderung bestehen, so wird sie sich den Vorwurf nicht eriparen können, daß sie selbst einen Vertrag bricht, dessen Achtung sie von Deutschland immer wieder verlangt. In London und Paris aber wird man sieh schließ­lich auch zu überlegen haben, daß es keiner drnt- ichen Regierung, sie mag zusammengesetzt sein, wie ste will, glücken kann, ihre Untertanen zu höchster Arbeitsleistung für die Erfüllung eines Vertrages anzuspannen, der von dem cmberen Vertragsteil mit Füßen getreten wird.

städtische Arbeiter und Arbeiterinnen übernom­men. Bei der Aussprache wünscht Kreiß (Fr. bürgert. Vereinig.) eine Klausel im Anstellungs- Vertrag, daß dieser Kategorie kein Streik- recht zustebt. Wer Wittrock (Soz.) erklärt es für selbswerständlich, daß diese Arbeiter nicht streiken. Die sozialdemokratische Mehrheit sorge chon bafür. Dann rügt der Demokrat R ocho l l, daß die Bewohner der Lossesiedlung feit vielen Wochen auf das elektrische Licht warten. Die Stromversorgung dort erfordert 16 000 Mark Mehrkosten: Bewilligt! Im alten WeMeider Schulhaus wohnt eine aus elf Köpfen bestehende Familie in drei Zimmern. Für 4500 Mark wer­den noch zwei Räume hergestellt. Die

Erhöhung der Wiegegebühren

für die Stadtwagen an der Volksküche und Kaufunger Straße kommt endlich zur Erledi­gung. Das ist aber auch die einzige Einnahme, die man sich sichert. Sonst gibt es nur Aus- gaben und zwar werden gleich zwei Millio­nen (genau 1950 000 Marks nachbewilliat, dir das Stadtbauamt zur Durchführung verschiede­ner Arbeiten erfordert, die durchweg 130 Prozent teuerer sind als es bei der Bewilligung der Gel­der der Fall war. Für die Gartetwerwaltung sind ebenfalls infolge der höheren Löhne 120000 Mark zu bewilligen, und außerdem 173 435 Mark für Kosten, die durch die Berleauna der städtischen Dienststellen außerhalb des Rathauses entstanden find. Diese ungeheure Summe ruft bei Kreiß Befremden hervor. Man hätte ruhig die stinkigen Dienststellen im Rachaus hissen sollen und die unständizm

sprechenden Wortlaut dafür zu finden. Ebenso­wenig aber vermag die Entente aus ihrem Ver­bot deS Baues von Handels-Unterseebooten ein Verbot des Baues von Dieselmotoren herzulei- ten. DaS ist eine Muslegmra, die vielleicht den Alliierten, die die deutsche Konkurrenz fürchten, jetzt gelegen kommen könnte; aber daß sie nur im entferntesten den Bestimmungen des Versail­ler Friedensvertrages entspricht, davon kann keine Rsde sein. Rur wenn die Entente in der Lage wäre, Deutschland nachzuweisen, daß die aus früheren Kriegsschiffen herrührenden oder jetzt gebauten schnellaufenden Dieselmotoren eine andere Verwendung als zu Friedenszw ecken fin. den würden, könnte sie für sich das Recht in Anspruch nehmen, ihre sofortige Vernichtung zn verlangen.

Der Fall der Dieselmotoren ist für die deutsche Regierung von prinzipieller Bedeu­tung. Denn wenn die Entente auf ihrer For­derung bestehen bleibt, so würde Derrtschland in dieser Handlungsweise den unzweideutigen Beweis dafür zu erblicken haben, daß die Alli­ierten, getrieben von dem französischen Revanche­geist, den Versailler Friedensvertrag nicht mehr achten wollen. Die deutsche Regierung hat allen Grund, in diesem Falle, wo aus feindlicher Seite mit Spitzfindigkeiten und Ausflüchten un­möglich gearbeitet werden kann, sich einem neuen

Um die Siefeimotoren.

3ßer bricht den Friedcns.Bertraz?

Auch gestern meldete uns wieder ein Tele­gramm, daß zu den Protesten gegen die Entente- foroenmg, die deutschen Dieselmotoren zu zer­stören, ein neuer hinzugetreten ist. Der In­dustrie- und Handelsrat hat die Regierung er» mahnt, dieser Verletzung des Friedensvertrages energischen Widerstand entgegenzusetzen. Tie Entente scheint ganz vergessen zu haben, daß es im Wesen fast eines jeden Vertrages, mag er nun privater oder völkerrechtlicher Natur sein, liegt, daß auf beiden Seiten Rechte und Pflichten erzeugt werden. Wenn die En­tente von Deutschtand fordert, daß es den Ver­sailler Friedensvertrag erfüllt, so ist sie umge­kehrt daran gebunden, nichts zu verlangen, was über die Bestimmungen des Verlages hinaus- aeht. Deutschland hat seit Monaten alle An­strengungen gemocht, um den ihm auferzwun­genen Frieden nach besten Kräften zu erfüllen, und selbst die gehässigsten Gegner des deutschen Volkes werden nicht leugnen wollen, daß dir bisherigen Leistungen weit Wer das hinausge- gangen sind, was man von einem durch den Weltkrieg so schwer heimgesuchten Staatswesen erwarten konnte. Es entspricht daher nicht bloß der Billigkeit, sondern der Gerechtigkeit, die ja von der Entente bei jeder Gelegenheit so groß im Munde geführt wird, daß der Friedensver- rrag und feine Bestimmungen von beiden Seiten geachtet werden.

Wenn von einer Seite der Versailler Frie- densvettrag g eb r och e n worden ist, so war es nicht Deutschland, sondern die Entente, die es getan hat. Bei den verschiedensten Gelegenhei­ten es soll nur hier auf ihr Verhalten in den Absttmmungsgebieten hingewiesen werden haben die Alliierten stch Mer die klaren Bestim­mungen deS Versoiller Vertrages glatt hinweg­gesetzt. Natürlich, dem besiegten Deutschland gegenüber konnte man sich das ja leisten. Der jüngste Fall, die Di eselmotor en-An ge- legenheit, alber ist doch der Gipfelpunkt der Sabotierung des eigenen Vertrages, der sonst bei jeder Gelegenheit zu nngunsten Deutschlands herangezogen wird. Es liegt System darin, daß der Friedensvertrag ein, eilig zum Schaden Deutschlands ausgelegt wird, selbst dann, wenn seine klaren Bestimmungen für Deutschland sprechen. Das aber ist in der Frage der Zerstö­rung der Dieselmotoren, die fick als nichts wei­ter, als ein ganz gemeiner Anschlag auf die deutsche Industrie darstellt, der Fall. Der Artikel 199 des Versailler Friedensvertrages be­stimmt: .Alle Gegenstände. Maschinen und Ma­terialien, die von dem Abbruch der deutschen Kriegsschiffe jeder Art, Ueberwasserschifsen oder Unterseebooten herrühren, dürfen nur zu rein ge­werblichen oder reinen Handelszwecken Verwen­dung finden. An das Ausland dürfen sie weder verkauft, noch abgetreten werden." Ergänzend kommt hinzu der Artikel 191, nach dem Deutsch­land der Bau und der Erwerb von Unterseeboo- ten auch zu Handelszwecken verboten ist.

Auf die beiden genannten Artikel stützt sich die Entente bei ihrem Vorgehen gegenüber der deutschen Industrie. Mit vollem Unrecht! Dem klaren Wortlaut nach und dem Sinne des Ar­tikels 189 entsprechend, sollte Deutschland ja ge­rade die Möglichkeit gegeben fein, das aus fei­nen früheren Kriegsschiffen herrührende, äußerst wertvolle Motorenmaterial für gewerbliche und Handels zwecke weiter zu verwenden Der ganze Versailler Friedensvertrag sieht nicht danach aus, als wenn sich die Alliierten jemals , gesträubt hätten, ihre Bedingungen klar und nn- ' zweideutig zu formulieren. Der Oberste Rat hätte sich gewiß auch hier nicht gescheut, den ent*

i teil mehr vorhanden sind, soll, wie im Vorjahre, : auch diesmal der Verlag erneuert werden. Die - Verhältnisse liegen heute genau so unklar wie [ damals. Unmöglich ist es, irrend welche Zah- . len zu gebrn, mit denen etwas anzuiana n wäre. Ein gewisser Lichtblick ist nur: Es be» steht die begründete Aussicht, daß die sechste Steuerrate bei der Dotierung durch das Reich Berücksichtigung findet, aber ... bei allem m- i lässigen Optimismus sind wir bei allen Bewil- : ligungen zu ernstester Prüfung verpflichtet. Das muß allen zugerusen werden, die mit irgend welchen finanziellen Wünschen an die städtischen Körperschaften herantreten, und wenn sie noch so berechtigt find. In erster Linie sind die

Interessen der gesinnten Bürgerschaft wahrzunehmen, und dieses Interesse muß bek allen Entscheidungen nn Vordergründe stehen! Ueber die Zukunft der Einmündung der Köl. Nischen Straße in den Könizsplatz wird beson­ders berichtet. Hierüber gibt's die einzige leb­haftere Aussprache, und dann setzen zahlreiche Bewilligungen ein. Mit 5000 Mark tritt die Stadt Kassel als Stifter zumD e u t s ch en Erfindungsinstitut- bei. Dr. Gunther läßt durchblicken, daß die Erfindungen, die hier bearbeitet werden, in erster Linie der heimischen Industrie angeboten werden sollen. Jetzt horchen -die auf den Tribünen" auf: Bereifftellung von Mitteln für den Ankau's von Geräten von der Hof Verwaltung. Obermeister Zimmer­mann berichtet darüber, daß es sich um sonst nicht mehr verwendbare Tische, Stühle und Schränke aus Schlössern zur Verwendung beim Jugendamt und Sozialen Amt handelt. Insge­samt werden 5840 Mark benötigt. Der Kweite Berichterstatter K. W. Schmid t hat nichts hin- zuzuftigen. Das Geld wird bewilligt. Ein neuer Punkt koumrt an die Reihe, die enttäuschten Tri» bünenbewohner flüchten, nur die seßhaften Kom­munalstudenten halten aus. Die Leichen- träger und Botenfrauen werden als

hinansverlegen. Bürgermeister Brunner will immer für diesen Gwanken gewesen sein. Er

Kasseler Neaesle Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Streit um die Kaffe.

Berlin, 19. Oktober. (Privattelegramm.) Der linke Flügel der U. S. P. hat gegen den rechten Flügel dir Klage angestrengt auf Auslieferung des Vermögens und des Ar­chivs der Partei, die ihm von dem rechten Flü­gel der Partei, der in Halle ausgetreten ist und und sich neu konstituiert hat, vorenthalien wird. Die zweiundzwauzia Parteivertreter des lin. ken Flügels der Unabhängigen haben sich zu einer Fraktion zusammengetan. Die neue Frak­tion trägt den Namen: Fraktion Eichhorn.

Paüeikomvf der Radikalen.

Die Kommunisten gegen die AnabhSngige«.

(Privat-Telearamm.)

Berlin, 19. Oktober.

Der Kampf zwischen den beiden ausciuander- ßcfaöenen Gruppen der früheren Unabhängigen hat bereits begonnen. In Halle haben die Kom­munisten bereits das Parteisekretariat besetzt und dasVolksblatt" mit Redak-