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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 242. 951 mti> 952.

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Dienstag, IS. Oktober 1920

Fernsprecher 951 und 952.

10. Jahrgang.

Vollzogene Spaltung der Unabhängigen.

Iestschland im Zoch.

Untee dem Kohlenzwsug.

Das uns von den Miierten aufgezwungene Joch Wird immer drückender. Unsere Industrie bat jeden Monat schwerer unter diesem Zustand zu leiden. Wie am Sonnabend ein DÄegramm meldete, haben die Großindustriellen aus dem Ruhrrevier, Kirdorfs, Stinnes und Doegler, eine Warnung an den Reichsw irtschüfvsra: ge­sandt, wonach in ihren Betrieben infolge Koh- lemnangels zwei weitere Hochöfen still­gelegt werden muffen, während in Frankreich Ueberslutz an Kohlen und Kols herrscht. Amt­liche Schritte zur Abhilfe find dringend nölig, da die Arbeitslosigkeit um sich greift. Die Hoff­nungen, daß mit dem vorigen Winter die schwerste Krifis überwunden worden sei und mit einer Besserung gerechnet werden könne, wird sich also nicht erfüllen. Schon mehren sich wieder die Verfügungen und Verordnungen des ReichAohlenkommiffarS, aus denen jeder­mann ohne besondere Kombinationsgabe her­auslesen lann, daß von einer Verminderung der Kohlennot in diesem Winter auch nicht im entferntesten die Rche ist. Man, braucht nicht so pessimistisch zu sein, um zu erklären, daß die Kohlennot in diesem Winter noch größer sem werde, als im vergangenen. Aber daß sre nicht geringer sein wird, das muß dem Volke schon jetzt mit aller Deutlichkeit vor Augen gestellt werden. Wenn Berechnungen an maßgebender Stelle bereits ergeben haben, daß z. B. in Ber­lin jeder Bewohner täglich für Heizen und Ko­chen sechs Braunkohlenbriketts verbrennen darf, so kann man sich ungefähr eine Vorstellung davon bilden, ivas uns in diesem Winter er­wartet. Es wäre ungerecht, dem Rcichskohlen- kcmmiflar allein die Schuld für die Kohlenkm lamität in die Schuhe zu schieben; denn wo nichts ist, da hat auch der Kaiser sein Recht verloren i Und wir haben nun einmal nicht di» nötigen Kohlenmengen, um Deutschlands Be- vMerung hinreichend zu versorgen.

Zwar nicht den alleinigen, aber doch einen Hauptgrund bildet das Kohlenabkommen von, Spa, durch das sich Deutschland verpflichtet hat. zwei Millionen Tonnen Kohle monatlich an di-' Entente zu liefern. Diese Kohlenmenge wird Deutschlands darbende Bevölkerung in diesem Winter am eigenen Leibe abfrieren müssen. Die Entente, en der Spitze Frankreich, das ja bekanntlich mit anderthalb Millionen Ton­nen monatlich den Löwenanteil an den deut­schen Lieferungen erhält, unterläßt natürlich nichts, um den Nachtoeis zu liefern, daß sie ohne die deutsche Kohl« nicht auskommen könne, und die französische Regierung hat zu wiederholten Malen die Versicherung abgegeben, daß die fran­zösische Industrie ohne die deutsche Kohle nicht mehr lebensfähig sei. Einer schärferen Nach Prüfung halten diese Erklärungen nicht stand. Frankreich war noch niemals mit Kohle so gut versorgt wie gegenwärtig. Sehr gegen den Willen der französischen Regierung hat vor eini­gen Wochen der »Petit Parisien* die Reser- vevorrüte der französischen Eisenbahnen, die im Januar nur hundertachtzigtausend Ton­nen betrugen, auf achchunderttauserrd Tonnen an­gegeben, was dem normalen Durchschnittsstand vor dem Kriege entsprach. Der Refervevorrat der Pariser Gasanstalten, der im vergangenen Jahre im Durchschnitt wenig mehr als fünfund­zwanzigtausend Tonnen betrug, ist auf neun­hunderttausend Tonnen gestiegen. Dazu hat die Förderung im den französischen Kohlenrevieren, vor allem auch im Saargebiet, eine wesentliche Steigerung erfahren.

Während Deutschland als Besiegter gezwun­gen ist, seine notwendigsten Kohlenvorräte über den Rhein gehen zu lassen, und während die deutsche Industrie, vor allem die Eisenindustrie, mehr und mchr zum Erliegen kommt, lebt Frankreich im Kohlenüberfkuß. Taftir ist d>r schlagendste Beweis, daß die deutsche Koh­le, Äe Frankreich zn einem geradezu lächer­lich geringen Preis nach dem Spaer Ab­kommen geliefert werden muß, von Frankreich sechst aar nicht verbraucht, sondern für die fran­zösische Regierung als willkommnes Schleich- handelsvbjekt an andere Staaten zu teueren Preisen wieder »verschoben- Wird. Trotz­dem scheuen sich die Chauvinisten an der Seine nicht, Deutschland mit dem Einmarsch ins Ruhrgebiet zu drohen, falls etwas an den zu- gestcherten Lieferungen fehlen sollte. Man wür­de bei uns in Deutschland, wo der Sinn für Gerechtiksteit und Billigkeit nicht wie bei »der Entente ganz erstorben ist, diese Drohungen Frankreichs vielleicht noch verstehen, wenn die französische Regierung den Nachweis zu liefern vermöchte, daß sie in der Kohlenverforgung schlechter gestellt sei a$S Deutschland. Herr Mil­lerand hat verschiedentlich versucht, diesen Be­weis anzutreten, ohne daß er ihm jemals ge­lungen wäre. Heute aber merkt auch in Deutsch­land allmählich jedes Kind, daß die Kohlenför­

derungen der Entente, vor allem Frankreichs, nichts weiter sind, als eine nutzlose Quäle­rei eines dr,regten Volkes, und daß sie auf nichts anderes rbziclcn, als de« verhaßten Deutschen die Peitsche der Sieger recht kräftig fühlen ru lassen. Man wird in Paris nicht auf­hören, die infame Lüge von der Kohlennot Frankreichs in den kommenden Wochen recht energisch zu wiederholen, um einen etwaigen Einmarsch ins R u h r g e b i e t mit dem Män­telchen der Gerechtigkeit zu umhüllen. Um so notwendiger ist es, die breiteste Oeffentlichkeit in Deutschland und in den Ländern, denen noch nicht der letzte Rest von Vernunft abhanden gekommen ist, darüber aufzuklären, daß Frank­reichs Führer und Verführer noch beute gewillt sind, unter nichtigem Vorwand den Frieden Europas wieder aufS Spiel zu setze«. 3.

Zer Hüller Weites.

Die Zersplitterung der Unabhängigen. (Prft>at-Telearanmr.l

Halle a. S., 18. Oktober.

Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei ist am Sonnabend nachmittag um sechs Uhr in zwei Teile auseinandergesprengt worden, nachdem mit 237 gegen 156 Stimmen die Reso lution Däumig aus Annal)me der Moskauer Bedingungen angenommen worden war. Der rechte Flügel verließ nach einer Erklä­rung Crifpüens, in der es heißt, daß die alte Unabhängige Dozialdemokratisi^ Partei von dem reichten Flügel weiter vertreten werden würde, den Saal. Der Russe Sinowjew hielt daraus eine Bcgrüßun-gsansyrache an den zurück­gebliebenen kommunistischen Flügel und erklärte, es sei gut, daß die Spaltung erfolgt sei. Die Arbeiterschaft brauche die Crispiens nicht, sie brauche nicht die Agenten der Bourgeoisie ist ihren Reihen. Daraufhin würben zu Vorsitzenden Däumig und Adolf Hoffmann gewählt.

Wer ist rechtmäßige Vertreterin?

Halle a. d. Saale, 18. Oktober. (Privat- Telegramm.s Der linke Flügel der U. Si P. setzte die Tagung am Sonntag im VoWparl, fort. Braß als Vorsitzender teilte mit, daß bei; Höllische Verein der U. S. P. mit dreitausend gegen eine Stimme den Anschluß an Mos­kau begeistert begrüßt habe. Er verlas melh- reve Entschließungen, in denen die linke Gruppe sich mit Aufrufen an das deutsche Proletariat wendet und dartut, daß sie allein die recht­mäßige U. S. P. fei. Däumig, der das Schlußwort hatte, erklärte, daß die gegenwi/r- tige Trennung letzten Endes keine Zersplitie- runa der revolutionären Kampffront bedeute, sondern eine Konsolidierung, durch die baS Weltproketariat nunmehr beginnen werde, den internationalen Kapitalismus zu überwinden und die Herrschaft des Proletariats aufzurichten.

Srßmeichr Rsttosalrat. Zunahme der bRrgsrllche« Stimmen.

(Eigene Drahtmeldmig.)

Wien, 18. Ottosser.

Die gestrigen Wahlen zum Nationalrat sind in Wien m Men Bezirken in vollkommene« Ruhe verlaufen. Rach den um elf Uhx nachts vorlie­genden Wahlergebnissen ist in Wien mtt einem Sinken der Wahlbeteiligung von mindestens zehn vom Hundert gegenüber den vorjährigen Mahlen zur Nationalversammlung zu rechnen, ebenso mit einem Rückgang der sozialdemokrati­schen Stimmen in den bürgerlichen Bezirken von Wien bis zn zwanzig Prozent, die sowohl den Christlich.Sozialen als auch den Großdeutschen zugute kommen. Im ersten Wiener Wahlkreis wurde Graf Czeriu gewählt, im zweiten Wiener Wahlkreis ist der öster­reichische Gesandte in Berlin, der Sozialdemokrat' Professor Hartmann, gegen einen Grotzdeutschen unterlegen. Pech späteren Ergebnissen wird der Verlust der Sozialdemokraten auf sechs Mandate geschätzt. Hanpffächlich scheinen es die Krauen gewesen zu sein, die nicht mehr in dem sicheren Maße sozi-kdcmokratisch gewählt habe». : _

*

Die Ergevnrffe.

Wien, 18. Oktober. (Eigene Drahtm eldmrs.) Rach den bis Sonntag spät abends" vorlie­genden Resultaten der gesirizeu Walstc!» haben in Wien die Sozialisten fast dreißig bis ßünf- nnddreißig Prozent der Stimmen verloren, aber in den Industrie-Vororten wieder einten Teil eingeholt. Die Christlich-Sozialen rechnen mit

einem Stimmenzuwachs von achtundziSanzig Prozent, die Größdeutscheu mit einem solchen Von zehn bis fünfzehn Prozent. Die endgültigen Wahlergebnisse dürften heute (Montags vorliegen.

Um die Siefelmototee.

Weitere Proteste gegen die Vernichtung.

lVrtvat-Lelearamm.1

_ Berlin, 18. Oktober.

Gegen die Bermchturrg der Dieselmotore hat auch der deutsche Industrie -und HandelSrat beim Reichskanzler folgende Verwahrung eingebracht: Die Erfüllung der von den Ente nie Vertre­tern entgegen dem Friedensvertrag erhobenen Forderungen, die vorhandenen Dieselmotoren zu zerstören und neue nicht herzustellen, würde die deutsche Wirtschaft ihrer wichtigsten Be­triebsmittel berauben und dem Wieder­aufbau unserer Gütererzeugung schärfste Hem­mungen entgegensetzen. Namens der deutschen Handelskammern, insonderl)ett auch derjenigen zu Nürnberg und Augsburg, die als berufene Vertretung der hauptsächlich betroffenen Herstel- lerfftum Einspruch «Hebt, geben wir der Er­wartung Ausdruck, daß von der Reichsregierung aveS geschielft, um der drohenden Schädigung der Gesamtheit wirksam zu begegne«.

Zerstörung aus militärischen Gründen?

Genf, 18. LWober. (Eigene DraHtmekdung) Der Pariser »Temps" erklärt $ui Beschlagnahme der deutschen Dieselmotoren durch die En­tente daß der militärische Beirat der Bor- schafterkonfevevz sich aus militärischen Gründen (?) für die Aufrechterhaltung der Beschlagnahme ausgesprochen habe. Der Be- jchluß der Botschafterkonserenz fei nicht vor Ende nächster Woche zu erwarten.

Als liftitt Ausländer.

I Ausweisung russischer AgitaLbren.

tPrivat-Telegrmnm.)

Berlin, 18. Oktober.

Ueber die Ausweisung der Sowjetfüh. rer wird heute ftüh gemeldet: Ein Beamter des Berliner Polizeipräsidiums überbrachte L o - s o w s k i, als er im Begriffe stand nach Dresden zu fahren, den Ausweisungsbefehl. Gemäß der Verfügung des Polizeipräsidiums wurde über Losowski Schutzhaft verhängt. Es wurde ihm verboten das Telephon zu benutzen, dagegen wurde ihm gestattet, Sefttifjc, die bereits vorher gemÄdet waren, zu empfangen. Wie wir hören, wollte LofowSki sich von Dresden nach Stuttgart begeben, um von dort aus mit den italienischen Bolschewisten Fühlung zu nehmen. Obwohl ihm vorläufig mitgrteilt worden war, daß die italienische Regierung ihm die nschgesuchic Einreise nicht erteilen würde.

Die Revolutions-Bestrebtmge«.

Berlin, 18. Oktober. (PridattÄ-zram-m.) Nach einer zuverlässigen Bieldung hat Herr S i- nowjew tu einer Besprechung un Berliner roten Vollzugsrat teilgenouMen, in der er unbeschränkte Geld Mittel der Sowjetre- gierung für die sofortige Aufnahme des Entschei- runsSkamp>fe§ in Deutschland zur Verfügung stellte und genaue Richtlinien für die diesmalige Durchführung des Endkampfes gab. In dieser SiHrmg des Volltzugsrates sagt« Sinowjew, daß die Diktatur des Proletariats in Rußland aussichtslos sei, wenn nicht schleunigst die deutsche Revolution dnrchgeführt werde.

Frankreich» Mrlitllraurgadk».

Belastung der deutschen Steuerzahler.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 18. Oktober.

Aus dem Bericht über das Staatsbudget ist nun ersichtlich, daß Frankreich für tue Unterhal­tung seiner Truppen im besetzten Gebiet und für militärische Anlagen vorrseibft allein über eine Milliarde Franken aus­gibt, während feine Kriegführung im Orient und in Marokko den gleichen Betrag nochmals verschlingt. Da Deutschland für die Unter« Haltung der französischen Besatzungstruppen be­reit- ganz bedeutende Summen auf» bringen muß, kann nicht mehr bestritten werden, daß Frankreich im besetzten Gebiet rmlNLrtsche Anlagen und Vertetdbgun gSPlä«|e cnrsfllhren Will, di« diese enormen Mehrkosten erfordern. Auch die Zahl der ftanzösischen Truppen im besetzten Gebiet, die von Frankreich als nicht übermäßig hoch angegeben wird, ist wett größer, als die Ziffern darüber cwgehen.

SorttSge 66er Technik.

3m Sleichsbund deutscher Techniker.

Dag di« Technik eie Sediet ist» das n«<3 »em Heutigenstande der aOeemeines wirtseyaftUche» Lage ganz desenderes Jneereffe verdient, zeigt« die Versammlung des «elwsdnndc« deutscher Technik swund technischer Berufsstandes die am Sonntag Abend im Murhardsaale statt fand.

Dom 16. bis 18. Oktober tagte in Kassel der Reichsbund der Technik E. V. Nachdem am Sonnabend abend im Evangelischen Vereins - lhaus die Begrüßung stattgefunden hatte, folgten am Sonntag eingehende Erörtern v- A e'n. Slcnntag abend sprachen drei Redner in einer öffentlichen DersamMmng tot Mnr-tzard. Saal. Der erste Vorrrag lautere »DieTechnik in der öffentlichen Selbstverwal­tung." Der Referent, Stadtbaurat I e n t s ch, ftchrt» n. a. aus, daß die gesamte Entwicklung an einem Wendepunkt angelangt sei. Die Tech­nik sei über die Aufgabe hinanSgswachsen, den geisteigerten Bedürsnissen der Menschen gerechr zu werden. Um dem Kampf gegen die Natur zum Siege zu verhalfen, müsse man einen Eigen­willen haben, der ziekbewußt zu Werke gehe. Unbedingt erforderlich sei, daß die Technik in der Verwaltung ihrer eigenen Angelegenheiten mehr Selbstständigkeit habe. Aber nicht nur aas diesem Grim»? sei die Heranziehung von großem Werte. SÄbftverstöndlich Müssen die Sonderinter essen dann Mrückaestellt werden. In den Verwaltung m werden die wirtschaftliche Nxfvtokungen freifich bann Wettern, wenn man sich keiner sachkunotgen Führung anver- rraue. Weltanschauungen m einer solchen Wirt- schaftsverwaltung austragen zu Wollen, sei je­doch völlig unmöglich, wenn man auf ein frucht- brinaend.'S Arbeiten reflM-re. Welitanschmton- gen könne man tot parteipolitischen Parlament zarm Austausch bringen. Es sei daher unbedingt notwendig, das

Einkammersvstem abzuschaffen.

Die Wahl der zweiten (Wirtschasts-) Kammer iann jedoch nur (in der Kommt Malverwaltung) von den Stadtverordneten geschehen. Wollte man versuchen, die Wirtschaftskammer durch die breite Masse zu bestimmen so würde das gewiß wieder unangenehme Folgen nach sich ziehen. Den zweiten Vortrag des Abends den das Mit­glied des ReichÄvirtschafrsrats Architekt K r ö - ger: Reichswirtschaftsrat und Tech­nik." Er etiförte, die Technik fei tot Reichs- wirtflchaftsrat mit drei Herren offiziell vertreten. Der RciebswirLschaftsrat könne noch bedeutende Arbeit leisten, vorläufig sei er jedoch noch zu sehr vom Reichstag abhängig. Die wirtschaftlichen FrMen muffen entpofitistert werden. Dann schilderte der>ner einige Erfolge, welche die Vertreter der Technik im ReichAwlrtschastSrgr bereits erringen konnten. Daß dir Einrichtung des ReichSwrrtfchaftSrates sehr zweckmäßig fei, ersehe man darauZ. daß Frankreich eben dabek fei, dieselbe Einrichtung zu treffen. Ms ketzter Redner sprach der Dipl.-Jng. zur Halden üb« »Tagesfragen aus bet Kohlen- wirtfchaft.^ Der R-'dn« führte auS, daß man bereits zweieinhalb Monate nach dem Spa- Abtzommen die <

Wirkung des Sohlenabkmmnens empfindlich merke. So stark, als man erwartet habe, fei die Wirkung allerdings nicht. Das müsse man zumteil auf die günstigen Verkehrs- oerhältnisse ufw. zurückMren. Jetzt bestehe je­doch wieder der Mangel an EiseubahnwaggonS. Schlimm fei es, daß die EtsenvG« keine Vor­räte für den Wntervsdarf habe. Die LreferungS- Programme der Entente werden für uns immer ungünstiger. Die Hochöfen könnten nicht mehr mtt den betreffenden Kohlen beliefert werden, die sie brauchen. Eine besser« AnsnuHmrg der uns bleibenden genngwertigeu Kohle zu schas­sen fei Aufgabe der Techniker. ®i> fer MrSnützimq müsse man bedeutend mehr In­teresse zuwenden als man cS vielleicht eetan hätte. Es sei heute für uns bedeutend wichtiger M erfahren, wie wir fünf Prozent Mehr Aus­nutzung der Koi^e erzielen, als in mchieren Jahren die Zahl der Schächte vermehrt M ha­ben. Die fünf Prozent sind uns heute wichtiger, als eine noch gesteigerte Ausnutzung der Koülen- grtHete, deren Wirkung wir vielleicht erst tn Fah­ren verspüren würden. BeiErrichtung von Wohn­häusern sind alle wärmetechntschen Fragen für­sorglich zu behandeln. Er verwies noch auf die HeizungSberatungSflellen, die ja auf diesem Ge­biete auch Erkeemenswert mitarbetteien. Alle drei Vorträge endeten unter dem Beistch aller Anwesenden. Darauf kvrach Herr Hartmann. I« kurzen Worten schilderte <r, daß sich UM die oestmrte deutsche Industrie eine Esierr Wolke buffe. Die Lage fei furchtbar ernst. @8 sei da-- her angebracht, mtt HM« der Fun-«»Ka­tion Nauen, folgenden Aufruf an hto Tech- rtiter der Welt M richten:

An die Techniker der Wüt!

Deutschla-ndS technische Wirffchaft droht durch die Kohlemrbgabc an die Entente völliger Zusom- menbruch, toaS kultureller Verfall, Hunger und