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Kasseler Neueste Nachrichten

Nr. Z4L 10. Jahrgang.

Die Kriegsgefangenen.

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Dr. med. F. Stroop

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Nehme meine Praxis am Montag, den 20- Oktober, auf. Sprechstunden von 8 bis 9 Uhr vormittags und 1 bis 2 Uhr nach­mittags. Die Wohnung befindet sich in der Apotheke Guxhagen, I. Etage.

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Serie 19

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Guxhagen, den 16. Oktober 1920.

Telephon 17.

Kasseler Kurse

vom 15. Oktober 1920

kuchungshaft Würbe den Angeklagten abgerech­net. Bei der Verkündigung des Urteils nahm ein Teil der Zuhörer sür tic Angeklagten Partei, was den Vorsitzenden zu der Bemerkung veran­laßte, daß er bei ncdnnaligen Kundgebungen irgend welcher Art den Vaal räumen lassen weide.

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Guter ^Nebenverdienst".

Berlin. 16. ONoder. (Privattelegrarmn.) Der Verein gegen das Bestechungswesen teilt mit, dass der Reichsschatzminister am 15. Oktober die sofortige Entlassung des Dr. Franz Münde aus seiner Stellung als staatlicher Feuerversicherungs . Stellrnleiter für grosse KriegSgesellschafben verfügt hat. Dr. Müntze har in seiner amtliche« Stellung von Versicherungen über chic Million Mark Provision in fünfzehn Monaten als Nebenverdienst bezogen.

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Apothekendienst.

Folgende Kasseler Apotheken haben morgen. Sonntag, geöffnet und in der daraus folgenden Woche Nachtdienst: Adler Apotheke, Fuüiaibrücke 8, Hertutes-Apoiheke, Wilh. Allee Ar. 273, Hof-Apotheke, Bohnhofstr., Hoh-nzol- lernaPoiHeLe, HohenAollernstr. 93, Stern-Apo» theke. Oberste Gassr 47.

Berlin, 16. Oktober. (Privattelegramm.) Die Sowjetregierung l)«1 in der Heimschaffung der deutschen Kriegsgefangenen aus Sibirien neue Schwierigkeiten gemacht. Sie will den Abtransport nur gegen den jeweiligen Austausch der russischen Kriegsgefangenen in Deutschland vornehmen lassen. In der be­vorstehenden Reichstagstagimg wird die Kriegs- gefangenenfrage zur Besprechung gelangen. Es ist ein Protest an die Regierun« eingegangen, gegen die Zulassung der Sowjeikmnmissionen nach Deutschland zur Kontrolle der internierten rote« Truppen und gegen die an die internierten Bolschewisten erteilte Erlaubnis die Gefangenen, lager auf Urlaub verlassen zu dürfen.

Ein Antrag, Bemühungen gewerblicher Arbeft 1er zur Bildung von Proguktivgenossenschasten zu unterstützen, ein Antrag für Beibebaltung des Schnapsbovkotts und gegen den Alkoholmitz- brauch wurden der Fraktion überwiesen. Ein Antrag wünscht Unterstützung des Esperanto als Weltsprache im Dienste der sozialistischen Inter­nationale; er wurde dem Parteivorstand über­wiesen Ein Antrag, der den im Berliner Zei- tungsgewerbe Angestellten bi** Sympathie aus­spricht. war durch das Ende des Streiks erledigt Dagegen sprach sich der Parteitag dafür aus, das Lohnabzüge nicht angängig sind. Als Ort des nächsten Parteitags standen Kiel, Altona. Mannheim, Jena und Düsseldorf in Konkur­renz. Der Düsseldorfer Vertreter verwies dar­auf, daß ein solcher Parteitag hart am besetze n Gebiet eine bedchrtsame Demonstration darstel­len würde, der von Kiel empfahl unter anderem seine Sprotten und Bückinge. Jena empfahl sich als Stadt inmitten Deutschlands und Mannheim berief sich aus seine besseren Derpfte- aunasverhältnisse, Schließlich wurden alle Be­werbungen dem Parteivorstand zur Entschei­dung überlassen. Beschlossen wurde noch, einen Antrag, aus dje Taaesordnuna des nächsten Par­teitags die Auswärtige Politil zu setzen, die der wichtigste Bestandteil der inneren Politik ist, dem Part<>iVorstand imd Ausschuß zu üb'r- weisen. Nachdem der Antrag betreffend So­zialisierung des Baugewerbes und der Baustoff­industrie angenommen war, hielt Hermann .rler

das Schlusswort.

Er dankte den Kasseler Genossen für die Auf­nahme, die der Parteitag in Kassel gefunden Hai und zog einen Vergleich zwischen Kassel und Halle. Wer Sensationen vom Kasseler Partei­tag erwartet habe, sei nicht aus seine Rechnung gekommen. Es sei hier nicht die Absicht ge­wesen, dem Halleschen Parteitag in dieser Rich­tung Konkurrenz zu machen. Im Gegensatz dazu sei der Kasseler Paneitag im Geiste der Kameradschaft geführt worden. Für die Zu-

Stadtbaurat Jentsch über »Die Technik m der > öffentlichen Selbstverwaltung", Architekt Kroger über »Reichswirtschaftsrat und Technik", Dipl.- i Ing. zur Nedden über .Tagesfragen aus der KohlenwiNschaft". Am Montag werden die ; Beratungen fortgesetzt.

-t- Spiel und Sport. T. u Spv. 1848 mutz ei- 1 ne Reise nach Fulda antreten, um gegen .Bo­russia" im fälligen Verbandsspiel anzutreten. Ballspiel.-V. .Sport" empfängt auf seinem Platz ' den Ballspielverein 1906. Sportverein .Her- 1 mania" muß auf dem Sportplatz an der Sttuth- bach die Punkte gegen Sportverein .Kurbessen" ' verteidigen. Spielverein .Rothenditmold" . tritt gegen den T. u. Sp. 1886 an.

-4- Ein Räuber in Frauenfleidern. In der vorgestrigen Nacht wurde in der Möncheberg- siratze. ein junger Mann von einer Person in Frauenkleidern überfallen, in einen Hausflur hincingezogen und ihm ein Betrag von 3»ei Hunden Mark geraubt. In der Nacht vorher hat anscheinend dieselbe Person in der gleichen Gegend einem jungen Mann einen Betrag von fünfzig Mark geraubt. Man vermutet, daß es sich um einen Mann in Frauenkleidern harwelt.

Aus Furcht vor Strafe. Auf bem, Mön­che berg beging gestern ein vierzehnjähriger Knabe einen Selbstmordversuch aus Fupcht vor Strafe, da er verschiedene Tage der Schule fernqeblieben war. Er wurde durch zwei zufäl­lig in der Nähe sich befindende Sanitäter nach längeren Versuchen wieder ins Leben zumckge- ntfen Der Schwerkranke wurde dann nach dem Landkcankenhause gebracht.

B-i der Arbeit verunglückt. In der Mu- nitionsfabrik Ihringshausen fiel einem Arbei­ter eine zentnerschwere Granate beim TranS- vort auf den Fuß. Der Bedauernswerte er­litt eine schwere Verletzung und wurde von der Sauitätswache Fnldabtttcke in das Landkron- L ^^^ErmbniS einer WohltätigkettSvorstel- lung. Die Wohltäsigkettsvorstellung rot .Hes­senland" und in der .Perle" für die Armen der Stadt Kassel erbrachte einen Reingewinn von tausend Mark, welche der Armenverwaltung überwiesen wurde.

Marktpreise für Heu und Stroh. He« für 100 Kilogramm 8095 Mark, Durchschnittspreis 87,50. Stroh für 100 Kilogramm 3648 Mark, Durchschnittspreis 42 Mark.

Das Wetter mn Sonntag und Montag. Für den morgigen Sonntag wird in Aussicht : ^stellt: Mild, wechselnd bewölkt, teilweise bei- tet, schwache südöstliche Winde; trocken. Für Montag: Teils neblig-trübe, teils Heuer, ' stt'wache umlaufende Winde, wenig Wärmeände- 'ung; trocken. Am Nordwestrande eines über : Mittel-Eurot'a lagernden Hochdruckgebiets ist ' zunächst noch Fortdauer der herrschenden W.t- tenmg zu erwarten.

- Ein schwerer Einbruch. In einer der letz­ten Nächte wurde in das Ladengeschäft eines Schneidermeisters in der Wesersttaße eingebro- chen Die Diebe durchbrachen eine Lehmwand und stahlen aus dem Laden Stoffe für Herren- ' anzüge im Wette von 25 000 Matt. Die Stoffe waren gegen Diebstahl nicht versichert.

Sozialdemokratischer Parteitag.

Der letzte Tag der Verhandlungen.

Au Beginn der Schlußtagung wurde das Ergebnis der Wahl des Vorsmudes uno der Kontrollkommission bekannt gegeben. Die Wahl ist so ausgefallen, tote gestern beantragt worden war. Ter preußische Ministerpräsideiu ist aus eigenen Wunsch nicht wieder zur Wahl gestellt worden. Braun ist daher ausgeschie­den. Ter Patteivorstand muß der Reichs- und preußischen Regierung gegenüber völlig freie Hand haben. Wir hoffen, so sagte Hermann Müller, daß der Ausfall der preußischen Wahlen deratt ist, daß die jetzigen Minister im Amte bleiben. Zur Weiterdurchsührung der De­mokratie in Preußen halten wir das für un­bedingt ettorderlich. Die Ko-ntroWommission teilte dann mit: Honrath-Aachen hatte, ohne ein Mandat zu. haben den französischen Beset- zungSbehörPen gegenüber eine Erklärung abge­geben, im Falle der Reaktton in Deutschland würde die Sozialdemokratie von Rheinland- Westtalen lieber die Franzosen bitten, sich oes linken Rheinusers anzunehamn. Ein Lchieos- gericht. erteilte ihm dasür eine Rüge. Eine Partcibeschwerde über die Milde dieses Spruches und eine Beschwerde von Honrath selbst über die Hätte wurden zurückgewiesen. Nunmehr trat her Parteitag in die Debatte über

die Wohnungsfrage

ein. F e l l i s ch - Chemnitz bekämpfte den Bau­stosswucher; in Sachsen zeigten sich bereits An­sänge einer Selbsthilfe. Bon einer Mieffteuer befürchtet er, daß sie ebenso unnütz verpulvert werde, wie es bei den Baukostenzuschüssen der Fall gewesen sei Silberschmidt-Köpenick hält es für notwendig, von der Reichsregieruug zu verlangen, daß für die nächste Bauperiode noch Reichsmittel zur Verfügung gestellt werden. Wie auch die finanzielle Lage des Reiches sei: In erftet Linie müsse es für aus­reichende Ernährung und Behausung sorgen! Der Redner forderte eine weitere Milliarde für die Milderung der Wohnungsnot uno brachte eine Entschließung ein, wonach die Sozialisierung des Baugewerbes und der Bau­stoffindustrie zu fördern ist Ein weiterer An- ttag verlangt die Berufung eine1- Kommission aus Vertretern der Reichstagsfraktion, des All­gemeinen Tenttchen Gewerkschafts-bundes und Sachverständiger, die die Gesetzesoorschlage zur Vergesellschaftung des Wohnungswesens auszu­arbeiten hat. Demmer-Wiesbaden teilte TP.it, daß die Franzosen im besetzten Gebiet die Wohnungskalamität noch vermehren. Jede frei- werdende Wohnung sei erst den Besatzungö- behörden zu melden. Die Zivilbevölkerung komme in zweiter Linie in Betracht. Der Redner steht dem Gedanken der Mietssteuer sym­pathisch gegenüber, aber sie dürfe nicht vom Reiche erhoben werden. Im besetzten Gebiete könnten nur Genossenschaften bauen, weil sonst die fettigen Häuser beschlagnahmt würden. Im ferneren Verlaufe der Debatte beleuchtete Frau Schumann-Stettin die Rückwirkungen des engen Zusammenw-ohnens auf Volksgesund­heit, Moral und Sittlichkeit. Gegen die wider­spenstigen Besitzer von Groß-Wohnungen sor- dette sie schärfste Maßnahmen.

kamst empfehle er Optimismus und nicht < Fatalismus. Gegen die Sozialisierung bestan- i dcn besonders im Ausland ernste Bedenken, aber i die Sozialisierung sei bei uns notwendig, damit ; die Arbettssreudigkeit der Kohlenarbeiter er Hal- t.-n bleibe, von der wir abhängig seien, wenn< Deutschland wieder leben und Europa die Wte- dergutmachung erhalten solle, die wir nach sei- , ner Auffassung leisten sollten. Auch in der Landwirtschaft müsse es mit her Soziali- - stertmg voran gehen, besonders bei den großen Waldungen, die noch vielfach in Privatbesitz. seien In der nächsten Zeit fänden nicht nur in Sachsen, sondern auch in Preußen die Land­tag sw ah len statt. Müller hofft, daß aus Grund der Erfahrungen des deutschen Volkes mit der Koalitionsregierung die Wahlen Deutschland und dem Ausland zeigen würden, daß das alte , Preußen tot fei und daß es für die Reaktion keinen Platz mehr habe. Der Parteitag habe sich» für die einige deutsche Republik erklärt. Die sunge Republik besitze Anziehungskraft. Mul­ler erinnerte dann an die Abstimmungen in Schleswig, in Ost- und Westpreußen und hoffte, daß die Abstimmung in Oberschlesim einen ähnlichen Erfolg habe und daß die öster­reichischen Deutschen, besonders in der Südost­mark, wie sic hoffen, mit ihren deuffchen Brüdern in der deutschen Republik vereint werden könn­ten. Die deutsche Republik müsse geschützt wer­den. Sie könne nicht wie Cäsar durch einen Dolchstich au einem Tage beseitigt werden. Not­wendig sei, daß die Symbole der Republik mehr und offen gezeigt würden. 'Tas liege auch im Interesse der Nationalisten, weil sonst die Arbei­ten evschwett würden, die zur Revision des Ver­trages von Versailles fiihren sollten. Der erste Mai müsse unbedingt zum Rationaffeiertav werden, aber nicht als Gnadengeschenk der bur- aerlichen Koalition. Ob er gesetzlicher ?ei?ttag sei oder nicht, als solcher solle er gefeiert werden. Besonders auf dem Lande müsse an diesem Tage die Arbeiterschaft mobilisiert werden, um den Junkern zu zeip.m, daß sie mit dem Feuer spie­len, wenn sie einen neuen Putschversuch unter­nehmen sollten. Mit einem starken Bekenntnis zur zweiten Internationale bembete Müller seine Schlußrede. Der Patteitag wurde dann mit einem Hoch aus die internationale, , völkerbe­freiende Sozialdemokratie und mit den Klängen der Arbeitermatt'aillaise geschlossen.

Lokalnachrichren vom Tage.

-r- Ausgabe von Gefrierfleisch. Wie der. Ma­gistrat bekannt gibt, werden am Sonnabend, den 23. Oktober, hundett Gramm Gefrierfleisch au diejenigen Haushaltungen vetteilt, die den Ab- schnttt G 67 der allgemeinen Lebensmittelkarte bis einschl. Dienstag, den 19. Oktober bei einem beliebigen Metzger abgeben. Wer die Abgabe der Abschnitte unterläßt, kann bei Verteilung des Fleisches nicht berücksichtigt werden.

-r- Ausgabe von Lebenmittelkarten. Wie aus dem Anzeigenteil hervorgeht, werden vom nächsten Dienstag bis Sonnabend In den Brot- k arten stellen Lebensmittelkarten aus- gegeben. Es ist erforderlich daß die im Anzei­genteil angegebene Reihenfolge eingehalten wird Außer der Reihe können .Q arten wegen des da­mit verbundenen Aufenthaltes nicht verabfolgt werden. Die Karten sind beim Empfang nach­zuzählen.

- Versannulung in Rothenditmold. Am Freitag abend hielt der Sozialdemokratische Ver­ein, Bezirk Rothenditmold, eine Ver­sammlung Im Restaurant .Bürgerhof" ab, in der

Dr. Ou ark sprach Der Redner betonte, man möge sich jetzt nicht darüber unterhalten, ob be­kannte Personen Milch im Kaffee ttinken oder Möbel kauften, sondern wir müßten zusammen- halten. um aus der gegenwärtigen Krisis 6er- auszukommen. Des weiteren sprach er über die Frauenbewegung. Sein mehr als einsttm- diger Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aitt- genommen. Fn der Diskussion fordette Herr Gebhardt zur Mithilfe am Wiederaufbau des Vaterlandes aus.

Scheibemann klagt. Am Montag findet vor der Straflammer eine Verhandlung gegen een Buchhändler K a v statt, der vom Oberbür- geimeister Scheidemann wegen Beleidigung ver- klagt wurde. Es handelt sich dabei um die be­kannte BroschüreDer Rattenkönig", die von bem Beklagten auch dann noch im Schaufenster ausgestellt wurde, als sie bereits von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt war.

-r- Selbstjustiz des Räubers von Wilhclms- böhe. Der in der Wehlheider Strafanstalt in Untersuchungshaft befindliche Arbeiter Jai- senek. der Hauptbeteiligte an dem Uebersall auf Wilhelmshöhe und Mittäter von verschiedenen anderen Einbrüchen und Ueberfätfen, hat sich, nachdem er ein Geständnis abgelegt hat, er­hängt. Er kam damit der Gerechtigkeit zuvor.

Stenographischer Kurs. Der Gabclsber- ßcr StenographenvereinLader" hier eröffnet am kommenden Dienstag abend in seinem Un­terrichtsräumen, Wilhelmsghmnasium, einen Anfängetturfus. Näheres siebe Anzeige.

-L. Der Retchsbund deutscher Techniker in Kassel. Vom heutigen Sonnabend bis zum Montag bält der Reichsbund deuffcher Technik (33uno technischer Berufsstände! in Kassel feine vierte Bundesversammlung ab. Der heutige Sonnabend bringt den Beginn der Beratung! im Ständehaus, abends findet ein Begrüßungs­abend statt zu dem die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden eingelaben sind. Am morgigen Sonntag abend finden drei öffentli- che Vorträge statt, die interessante Tagesfragen der Technik behandeln. Es werden sprechen^

Annahmestellen;

Jahnstraße 64, Fernruf 3922

Königstraße 10, Eingang Wilhelmstraße Frau Iss leib, Frankfurter Straße 56.

Sie Polizei im Mhrrevür.

Betteilung ans Staat und Gemeinde.

(Pttvat-Tttearamm.1

Essen, 16. Oktober.

Vorgestern fand im Polizeipräsidium zu Es­sen unter dem Vorsitz des Ministers des In­nern, Severing, eine Sitzung statt, in der die Neugestaltung des Polizeiwesens für das rhei­nisch westfälische Industriegebiet erörtett wurde. Außer den beteiligten Referenten des Mimste- riums des Innern und des Finanzministeriums erschienen der Oberpräsident der Provinz West­falen mit feinen drei Regierungspräsidenten, der Regierungspräsident aus Düsseldorf, sowie zahlreiche Oberbürgermeister und Bürgermeister der im Ruhrkohlenrevier gelegenen Gemeinden. Von allen Seiten wurde die Notwendigkeit einer schleunigen Verstaatlichung der Sicherheitspo­lizei in weitem Sinne dieses Wottes anerkannt, während die Zweige von ausschließlich der überwiegend örtlichen Bedeutung, die Gesund- heitspolizci, Bau- und Fluchilinienpolizei, die Marktpolizei und auch die Gewerbepolizei den Gemeinden verbleiben soll.

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Beschleunigte Umgestaltung.

Essen, 16. Oktober. (Privattelegramm.) Die Umgestaltung der Polizei soll mit großer Beschleunigung durchgefühtt werden. Zu diefem Zwecke findet bereits am Sonnabend, den 23. Oktober vormittags 9 Uhr eine Sitzung des in­neren Ausschusses statt. Das Inkrafttreten der Neuregelung ist in nächster Zeit zu erwarten. Bei dieser wird ein besonderes Gewicht auf die zweckmäßige Lösung der Kosteufrage gelegt werden, da diese für die beteiligten Gemeinden von anssckstaggebender Bedeutung ist.

Gegenrevolution in Rußland.

Gitte südrussische Regierung. (Eigener Trahtber-chi.)

Patts, 16. Oktober.

Aus Odessa wird geuwwet: Die Entente- Militärstelleu erhalten drahtlose Beruhte aus

im. 100. iOZ 9b.

106- »5. 97.

102. 100. »5.- 99.

Aufstand der Dauern.

Patts, 16. Oktober. (Eigener Drahtbericht.) Aus zahlreichen Gebieten Rußlands wurden Berichte auf der Konferenz vorgelesen, daß dort Aufstände gegem die Bolschewisten ansgv. brachen sind. Besonders die Bauern sollen sich gegen die Beschlagnahme von Getreide und Lebensmtttelu widettctzen und sich gemeinsam zur Wehr setzen. Die Bauern find organifiert und bewaffnet. Bon Wrangels Armee ist der- ücht worden, Verbindung mit den Bauern in den einzelnen Bezirken zu erhalten. General Makkakof hat einen Plan vorgelegt, um fliegende Korps zu bilden, die den Bauern Hilfe bringen sollen. Eine Kommission der Konferenz begibt sich nach Paris und London, um über dio weiteren Aufgaben den Rat der Entente-Regie- rungen einzuholen.

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311,1. 1893 .

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Tonrüag. 17. Oktober 1930.

Südrußland, daß General Wränget in Kielfi eine Konferenz zufammengcrufen hat, zu der mehrere ehemalige russische Minister, Poli­tiker und Finanz- und Jndufttie-SachverMu- üige erschienen. Der Zweck der Konferenz ist die Besprechung zur Bildung einer neuen ruf. fischen Regierung, die in Funktion treten fall, sobald demnächst wettere Gebiete Süd- Rußlands von den Bolschewisten befreU puh. Während der Konferenz verlas Wrangel ein Te­legramm von (Yenernl Semenoff in Transbaikn- tien, worin dieser mitteilte, daß er sich unter Wrangels Oberbefehl stellt, und mit seinen -trup­pen an der Bekämpfung der Bolschewisten teil- nehmen wird. Wrangels Heer besteht aus über dreihundetttmisend Bcann, dessen Ausrüstung für den Winter viel zu wünschen übrig läßt. Wränget hat sich au Frankreich und die Bereinigten Staaten gewandt, um noch vor dem Wtttter Schuhe und Kleider für die Truppen zu erhalten. Die Konferenz hat über die Maßnahmen eines Kredits für hie neue russische Regierung beraten.

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