Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
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10. Jahrgang.
Donnerstag, 14. Oktober 1920
Nummer 238
Fernsprecher 951 und 951
Fernsprecher 951 und 952.
Eine neue internationale Konferenz.
zu irgend Venn der
alle Schäden und Gefahren adgelehnt wird.
Auffüeg er»
berichtet zur Annahme des englischen Antrages auf Einberuftmg der Genfer Konferenz, daß Frankreich nur über die Art der Bezah. lung mit Deutschland in Genf verhandeln werde. Die Höhe der französischen Gcsamtfor- derung an Deutscksiand sei für Frankreich bereits in bitrdender Form festgelegt und lasse wesentliche Herabsetzungen nicht zu.
Verhandlungen mit Bayer».
München, 18 Oktober. (PrivattÄegramm.) Wie hier bekannt wird, ist der Reichsernährungs- minister Dr. Hermes gestern in München einge- troffeu, um mit dem bayerischen Landwjrt- schastsulinister Verhandlungen iu biteseu.
Neue Forderungen.
Berlin, 18. Oktober. (Privattevegrarmrr.) Die städtische Arbeiterschaft Berlins ist in eine neue Lohnbewegung eingetreten. Sie fordert die Annahme ihrer sünfundzwanzigprozen- tigen Lohnerhöhungsvorschläge bis 30. Oktober unter Androhung der Stillegung der öffentlichen Betrieb«. Die Bewegung scheint auch auf die übrigen preußischen Großstädte überzugreifen, wie auS Magdeburg, Stettin und Erstut ZU ersehen ist. Die Lag» ist ernst.
holt hat, daß ein kennbar ist.
Kohlen und Lebensmittel.
Einheitliche Preisprstfung im Reiche.
lPrivat-Telearamm.1
München, 13. Oktober.
Im Wirtschaftsausschuß des bayerischen Land-
Aus der Stteilbewesang
Unveränderte Lage in Sachse«.
(Pkw at-T etearmnm.)
ZenttSland and Frankreich.
Derhandlunge« über die Entschädigung. (Eigener Drahtbericht.)
Dresden, 13. LEtober.
Die Streiklage in Dresden ist unverändert. Der Stratzenbahnverkehr ruht. Der Strom ist gesperrt. Gas wird nur mit schwachem Druck in die Röhren gelassen. Die Stadt ist mangelhaft beleuchtet. Um die Ordnung ausrecht zu erhalten, durchziehen ViS zwanzig Mann starke Patrouillen die Stadt. — Der Streik eines Teiles der Gemeindearbeiter in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen und Zwickau wird jetzt sehr erheblich verschärft dadurch, daß auch die Arbeiter in den großen Ueber- landzentralen Hirschfelde und Lauchhammer die Arbeit niedergelegt haben. Zahlreiche Andnstriewerle, die von dort mit Licht und Kraft versorgt werden, stehen still. Tausende von Arbeitern müssen unfreiwillig feiern. Die Aerzte weisen darauf hin, daß es an Licht und Was. ser in den Krankenhäusern fehle. Zahlreiche Menschenleben find dort in Gefahr. — Eine gestern nachmittag in Leipzig abgehalten«, über- aus gut besnchte Versammlung der Aerzte- schäft faßte einstimmig eine Resolution, in der der Streik der Gemeindearbetter aufs schärfste verurteilt wurde und die Verantwortung für
Frankreichs Standpunkt.
Paris, 13. Oktober. (Eigene Drahtmel- dung.) Das amtliche Pariser Depeschenbureau
Spannung im Reiche
®ie verschärfte Lage.
Paris, 13. Oktober.
Die Regierung hat begonnen, die durch den französischen Gesandten Laurent ie Berlin mtt- gebrachten deutschen Vorschläge bezüglich der Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Beziehungen und der Vergütung zu untersuchen. Man hofft nun, daß die Untersuchung ein günstiges Resultat haben soll. Bezüglich der Wiederherstellung will die französische Regierung nichts überstürzen und den Schaden sorgfältig schätzen lassen. Nach den, „Echo de Paris" hat die fran- zöstfche Regierung von der englischen Regierung eine sehr wichtige Note über die Vergütung erhalten. Curzon drängt darin, trotz der anfänglichen Weigerung Frankreichs, auf eine baldige Berufung einer technischen Konferenz und darnach Zufammenrufung eines internationalen Kongresses in der Weise wie i« Spa, um den Entwurf der Sachverständigen in eine Konvention umzusetzen. Frankreich steht auf einem anderen Standpunkte. Es ist möglich, daß die Kommission über die Vergütungen einig und die englische Position durch Italien und Belgien genehmigt wird.
Im Berliner Zeitungsgewerbe.
Berlin, 18. Oktober. (Eigene Drahtmeldung. Die Berliner Buchdrucker-Organi- s a r i o n hat gestern bei der Reichsorganisation die Einberufung einer Sondersitzung für kommenden Montag nachgesucht mit dem Antrag, den Streik im Buchdmckgewerhe, Ms n bis da. bin nt keiner Einigung gekommen sei, über Ber- lin hinaus auszudehnen. Wie der .Vorwärts^ im Reichsakbettsministettum erfährt, haben die Bemühungen, die streikenden Parteien im Z:i- tungSgewerbe zu neuen Verhandlungen zusammenzuführen, den Erfolg gehabt, daß heute eine Einigungsverhandlung statifindet, die in den Räumen des Reichsarbeitsminisicriums unter dem Vorsitz des Ministers tagen wird.
Sonderbare Freunde.
Organisation der Gewalttätigkeit.
Sie seh» die eebttale Linie in Sertoirntntf Geraten ist, geht au« einer VervffrntliNung der „greitze^» hervor, wonach tatsächlich eine Schrelkenoherrschaft irnterhaltz der «tg e nen Reihen der Radikalen ausgeübt.tote*. Tine geradezu ungeheuerliche und über dm Nahmen der unabhängigen Partei weit hinaus gewaltiges Aussehen erregende Enthüllung machte die „Freiheit', das Berliner Organ dey Unabhängigen, nunmehr • kur, vor der Eröffn nun« des Parteitages von Halle. Es wird da mitgeteilt, daß innerhalb der unabhängigen Partei eine förmliche Mörderzentrale sich aufgetan hat. Die Dinge kamen ans Tageslicht durch den Plan, Lodebour zu ermorden I Diese Absicht auszuführen hat sich ein unabhängiger „Parteigenosse* selbst erboten. Um der ganzen Ungeheuerlichkeit inne zu werden, muß man aber doch die Freiheit selber hören. Sie sagt über die Vorgänge folgendes: »Ganz besonders! häßliche Blüten treibt der Terrorismus gegen Parteigenossen in Berlin. Man scheut nicht vor Plänen zur Ermordung unbequemer Parteigenossen $urüd. Als Genosse Ledebour die Morddrohung veröffentlicht hatte, die ihm von einem in der Partei organisierten Terroristen zugegangen war. hatte dieser und seine Mitver- schworenen durch eine sonderbare..Erklärung" den Sinn des Briefes nmzudeuten versucht. Sie konnten indes nicht aus der Welt schaffen, hast sie durchaus
wahrheitsgemäß abgedruck.'e Btteffielle
Wie ein Telegramm gestern meldete, hielt es her Berliner Polizeipräsident Richter für notwendig, die Putschgerüchte als unbegründet zu erklären. Es liege kein Gruno Beunruhigung vor. Was war ________ _____, zu solchen Gerüchten? Man weiß, daß Berlin tuaner geneigt ist, Sensationen Gehör za schenken und sich von tumultlüsternen Hetzern durcheinander jagen zu lassen. Auf solchem Boden, wo das vorlaute Mundwerk von jeher eine besondere Pflegestütte hatte, ist es daher leicht möglich, daß die Gärung bedrohliche Forme« annimmt. Seit Wochen beobachtet man, wie von gewisser Seite darauf hingearbeitet wird, Unruhe zu stiften. Alan erkennt auch genau, daß System w der Wühlarbeit liegt. Es wird eben bezweckt, den politischen und wirt- schafüichen Gang des öffentlichen Lebens tu jeder nur möglichen Weise zu stören, der Regierung dauernd Steine in den Weg zu werfen, und der Industrie, dem Handel und dem Handwerk ununterbrochen Schwierigkeiten zu machen. Je mehr Unordnung dadurch entstehe desto besser hoffen die politischen Störer im Trüben fischen zu können. Tie letzten Tage waren dieser negativen EntwiMmg besonders günstig, weA infolge des Berliner Zeitungsstreiks dre Bevölkerung oer Reichshauptstadt über die öffentlichen Geschehnisse im Dunkeln bliebe Den oben erwähnten
Alarmgerüchten war daher Tür und Tor ge- effret, und die Nervosität schien so wett um sich gegriffen zu haben, daß eine amtliche Be- kuhigungApille verabreicht werden mußte.
Tatsächlich ist die unruhige Stimmung hn Wachsen begriffen. In dem Ausstand der Berliner Zeitungsangestellten, dem die Aussper-
Bevmten-BesoldungsardMllg
Dir Einteilung der Ortsklassen.
(Privat-Telearamm-l
Berlin, 13. Oktober.
Wie von unterrichteter Sette berichtet wird, hat der preußische Finanzminister auf eine Kn- frage folgende nach bet grundsätzlichen Seite hin interessierende Antwort erteilt: Die Heraus« setzung einzelner Orte in die höhere Ortsklasse des OrtSzuschlageS muß im Hinblick auf die in Vorbereitung befindliche Nenanfstellung des Ortsklassen-Berzeichnisses zur Vermeidung von Berufungen unterbleiben. Die Reuaufstellung des Ortsklassenverzeichnisses wird
auf die Androhung der Ermordung Ledebour und anderen Genossen wegen angeblicher „Bremsung" hinauskommt. Jetzt sind indes noch Tatsachen an das Tageslicht gekommen, di« dieses ganz terroristische Treiben in einem noch weil häßlicheren Lichte erscheinen lassen. Wie uns von durchaus zuverlässigen Parteige- nassen mitgeteilt wird, hat der terroristische ' Vriefschreiber, als er wegen seines Auftretens zur Rede gestellt wurde, sinngemäß folgendes erMrt: Innerhalb unserer Patteto-rgamsarion . ist eine besondere Unterer aanifatten , zur Beseitigung gewisser, bet Revolution im t Wege stehender Personen geschaffen worden. . Diese Geheimorganisatton ist in mehrere Zellen , eingeteilt. Ich selbst gehöre dex ersten Zelle an . und habe den Austrag, insbesondere Ledebour > für immer unschädlich zu machen. Mei» 1 ne Parteigenossen haben mir diesen Auftrag ' mit der Begründung erteilt, daß man mich - gerichtlich doch nicht voll zur Verantwortung - ziehen könne, da ich auf Grund einer frühem 1 reu Krankheit
und dessen Anhänger. Die Abneigung beruht allerdings auf Gegenseitigkeit, denn die Mehr- heitssozialdemokraten haben jetzt wieder auf ihrem Kasseler Parteitag zum Ausdruck gebracht, daß sie nichts mit den Bolschewisten $u > tun haben wollen. Taftir sähen es die jetzt In ■ Kassel versammelten Sozialdemokraten gerne, wenn die Unabhängigen, die sich gegen Moskau wenden, nach der entgüliig in Halle ersol- genden Spaltung reumütig in die Arme der alten Partei znrückkehren würden. Wie dem auch sei, was noch besonders unverständlich ist, das ist die Erteilung der Einreise-Erlaubnis an die beiden Russe«. Hat die Regierung nicht schon -genug Unruhr im Lande? K. F. Dr,
FrauzSfische Pressestimmen.
Paris, 13. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Das .Echo de Paris" erachtet es als wünschenswert, mit einer Konferenz der Regierung zu beginnen, zum Schluß die Maßnahmen zu bestimmen, im Falle Deutschland seinen Verpflichtuw gen nicht nachkommr. Die .Actton Francatsc* kon-statt ert, daß die Frage der Wiederherstellung um keinen Schritt aufgeschoben ifh seit der Vertrag von Versailles bestecht. England sthließt sein Budget, ohne auf die Entschädigungen Deutschlands zu rechnen. Es zieht die Mittel, nm Geld zu gewinnen, vor. Aber nm nicht selbst bankerott zu machen, müssen die Franzosen alle Beträge einfordern. England hat den Vorteil dabei, daß Deutschland nicht zu schwer belastet wird und daß z. B. Oberschlesten deutsch blecht.
tageg teilte gestern der Handelsminister mit, daß in nächster Zett mit der ReichSregierung Ber - Handlungen gepflogen werben, tun zu einer einheitlichen PreisprÜfnng Im ganzen Reiche zu kommen. In der Kohlenförderung nähern wir uns dem FriedenSstanb. Die Reichsregie runa sieht anf bem Standpunkt, daß eine weitere KohlenpreiSerhöhnng nicht mehr $n- läsfig sei und den unsinnigen Preistreibereien einmal entgegengetreten Werben müsse. Die Reichsregierung habe auch die Zusicherung gegeben, anf bie in Betracht kommenden Stellen be- sonders auf die Kartelle einen Druck auszuüben. Auch bie Frage ber Wucherbekämpfung werbe demnächst ber Gegensiaub einer besonbereu Besprechung Mit ber Reichsregierung hüben.
geistig nicht ganz intakt
sei. Diesen Auftrag habe ich angenovrmech MS mir hinterher noch einige Bedeicken auf» stiegen, stellte ich dessen Ausführung zunächst zurück und begab mich außerhalb Berlins. Ist meiner neuen Wohmmg wurde ich wiederholt von meinen Auftraggebern aufgesucht, und gedrängt, mm endlich an die Ausführung bei beschlossenen Planes $M schreiten. Um mich diesem Drängen m entziehen, bleibt mir nichts anderes übrig, als Berlin ganz zu verlassen.' — Diese Mitteilungen gewähren einen Einblick in den grauenhaften Zustand. Der .Vorwärts' ist geradezu entsetzt von diesen oben erwähnten Aussagen Daß diese furchtbaren Beschstldigun» gen, die ein Parteiorgan gegen ihre eigenen Parteigenossen erheben mutz, mar auf taktische Beweggründe zurückzuführen feien, nm einen letzten Trumpf für Halle auszufpielen, llann man doch unmöglich denken. Selbst der .Vorwärts' fragt: .Wird nicht am Ende der Pattei- tag von Halle unter polizeilichem Schutz statt- findew müssen, UM zu verhindsrn, daß die Herrschaften aufeinander schießen? Ist di^ daS letzte, was den deutschen Arbeitern geboten werden durste, oder Schier noch tiefer?'^e Vermutung des Vorwatts ist inzwischen ttchsig ttngetroffen, denn die Patteileitung in HE hat die Reichswehr und die Siche rheitspoltzei gebeten, zum Schutz in Bereitschaft zu sein
Der politische Hintergrund der allgemeinen RnhÄostgkett zeigt sich ja mtverhiM in den Zielen einer Pattei, die heute mehr kommumstlsch als unabhängig-sogiMsttsch ist. Mit ihrer Neigung nach Moskau bekundet sie zugleich das Bestreben, die jetzige Ordnung in Dentschlond zu stürzen und em Chaos, wie cs Rußlands Ruin herb-igefühtt hat, auch hier hervorzurufen. Sehr bezeichnend ist, daß die russischen Bolichc- wistenführer Bucharin umd Sinowjew zum Parteitag in Halle ettchienen sind, tat ihre Unheilslehren zu verkünden. Sie sind gerufen worden dmch den kommunistischen Teil ber Partei zu dem Zweck, bie Werbung für den Anschluß an die dritte Moskauer Internationale wirksamer M machen. Natürlich werden sie sich Müh« g?- ben, durch rosige Schilderung ihres verkommenen Sowjetstaates die entsetzlichen Eindrücke, die Cttspien und Dittmami dott erhielten und hier veröffentlichten, zu verwischen. Es ist bekannt, von welcher Art die russischen Persönlichkeiten sind. In Rußland verstehen sie als getreue Gehilfen Lenins die Freiheit so, daß sie jede andere Meinung unterdrücken, sie Haben die Gleichheit in der Werse erreicht, daß sie alles in den Sumpf hinabzvgen Sie bekämpfen alle Menschen, die nicht so blutig-bolschewistisch farb wie sie und haben insbesondere den softalisti- schen Politikern der gemäßigten Richtttng Feindschaft gescl/woren. So ist Sinowjew zum ieispiel ein haßerfüllter Feind Scheidemanns
ki«e llt«k Si«ß»}Ionfereia
Zusammenkunft noch im Oktober?
(Eigener Drahtbettcht.)
Paris, 13. Oktober.
Wie ber „Malin" aus London meldet, lauten die Vorschläge, die Delacroix der englischen Regierung gemacht hat. nur Wenig anders als die letzten stanzösischen Vorschläge. Delacroix soll ben Vorschlag gemacht haben, eine Konferenz nach Brüssel einzubernfen. Die Kommission für die Enffchädigung würbe eine Art außerordentliche Versammlung abhalten. Auch bie Deutschen sollen hierzu eingeladen werben. Die Hauptfragen, nämlich dir ZahlungsWcife, bie Zahlungstermine und ber für die Entschädigung festzufetzende Betrag sollen dort in einem Bericht niedergelegt werden. Die Konferenz könne noch in diesem Monat statffinden. Die alli- iettcn Ministerpräsidenten sollen dann mit dem deutsche» Reichskanzler zusammentreffen, um die endgültige Enffcheidimg herbeizuführen. Die Engländer scheinen neuerdings wieder einer Po lttik jährlicher Abzahlungen znzuneigen. Sie glauben an eine internationale Anleihe, da bie Finanzkonferenz in Brüssel den guten Willen der Bankiers der ganzen Welt gezeigt habe.
ntng der damit in Verbindung stehenden Buchdrucker geftchgt ist, konnte in den Verhandlung'!' Wer die Gehaltsfrage leider noch keine Einigung erzielt werden. Neuerdings kriselt es auch in den Berliner offenen Geschäften, in den Wareu- häusern, Spezial» und sonstigen Kleinhandelsgeschäften, wo die Gehaltsforderung der Angestellte durch Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses geregelt werden sollte, der aber von den Angestellten nicht anerkannt wird. Sollte es dadurch znm Ausstand kommen, jto wäre es eine empfindliche Störung des Kleinhandels-, der jetzt mit den Vorbereitungen znm Weihnachtsgeschäft in Anspruch genommen ist. Zur Vergrößerung des Wirrwarrs droht noch ein Streik in den Berliner Großbetrieben, gleichfalls wegen Lohnforderungen, ausgiubrechen, so daß die wirtschaftliche Unficherheit an der Grenze des Erträglichen angelangt ist. Leider bleibt die Verschärfung der Lage nicht auf Berlin beschränkt. Die Ausdehnung d«S Streikfiebers erstreckt sich auf Mitteldeutschland, West- falen und Sachfen und zwar in ganz verschiedenen ErwerbsKveigen. In Sachsen sind es die Gemeindearbeiter, durch deren Arbettsnieder- legung di« Städte Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau und Meißen geschädigt werden. In OberröbÜngen bei Hall« Wird die Brannkohlen- förderung gestört. In Dortmund mußte ein Teil des Betriebes des Eisen- und Stahlwerks Hocsch stillgelegt werden. Obwohl überall wittschaft- liche Forderungen die Beweggründe zum Ausstand sind, läßt sich doch der politische Charakter nicht dovoin trennen, denn durch die polittschen Bestrebungen ist erst die wittschastliche Verwirrung als Folg« entstanden. Und das gerade in einer Zeit, in der Deutschland sich fo wett er-