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Kasseler Ab^.rdzeltrmg
SW »aff litt Sleueüen Rgcfcrtditfli ertoetntn roddjcnUtd) fedj<mal und poat a ben b <. Der SdonnementSpreli betrogt menatt 4.00 Start bei freier Zunellunz ix* <-au8. BefteUungea werben leberj-tt von ber ®efd)äft$fleUe ober »en Boten artgeg engeno mmen. $ ruderet, Berlcg »tb Stebattton -, Ech'achthofftrabe W/SO. stur unverlangt etr.gefanbte Beiträge tarnt Me Btebejtton eine 't-'erantwon.'ng ober «ernähr in keinem stalle übernehmen. Rückzahlung de« Bezugsgeldes ober«nlprüche wegen elwaigerntchtorbnungsmahiger Lieferung ausg,schloffen.
Hesfische Abendzeitung
jniertionivretfe. *) Einheimische Auftrage: Die etnfpatttge Lnzeigen-Zelle M LOO, Vie etntpattige Reklame zelle TL 2.50. b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. L30, blo einspaltige Reklamezeile M. 2.75, alle« einschllehllch Deuerung«,Uschlag und «nieigertfleuet. — Für bte Richtigkeit aller rmrch Fernsprecher anfgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmebaten unb Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: echlachthosflr. 2«/N>. »eschäftssielle: Nblnische Dir. v. Telephon Nr. 951 u. 952.
Nummer 237.
fftntftiretfttr 951 unb 953.
Mittwoch, 13. Oktober 1920
Fernsprecher 951 und 953.
10. Jahrgang.
Verschörsung in der Arbeikerbewegung.
Geldbedarf de« Kelche«.
<6ia Sparsamkeits-Diktator.
Die ReichSresierMty hat sich nunmehr zu 6mm entscheidenden Schritt entschlossen: Sie bestellt einen Finanzdiktator! Es handelt sich um eine Persönlichkeit, die mit außerordentlichen Vollmachten ausyestattet wird, um die finanziellen Notwendigkeiten des Reiches sichcr- zuftellen. Es handelt sich dabei um die Aus- fichrmnA einer Forderung, die seinerzeit der Sieichssinanzminister als Ultimatum an das Reichskabinett gestellt hatte. Wenn man die Stellung des FinanzdMatorS beschrecheu will, so müßte man sie dahin kennzeichnen, daß dieser Bevollmächtigte zwar nur auSfichrcndes Organ des Reichsfinanzminist« iums im Engeren und der Reichsrsgierung im Weiteren ist, daß er in- solgedessen auch durchaus der parlamentarischen Kontrolle untetuagf, daß er demnach auch nicht ohne weiteres Initiative in den Finanzfvagen des Reiches entsaften kann, daß aber feine Vollmachten doch so vielgestaltig und so weitgreisend sind, daß er über einen Wirkungskreis von schier unbegrenztem Utnfar. verfügt. Dieser Finanzbevollmächtigle wird unicr der Verantwortlichkeit des Rei-HLflnau^niristers siehen. Dieser letztere also wird für die Matz- nalMien und Anordnungen des Finanzdiktators die politisch-parlamentarische Rechenschaft ablegen müssen. Im übrigen wird aber dieser Ft- NMHdiktator die weitgehendsten Reclfie ausAbm müssen. Seine Befugnisse werden sich auis alle Gebiete der Reichsfinanzverwaltung zu erftrek- len haben
Der neue Mann wird sich bei der heutigen Lage vorwiegend mit den Fragen des WMitiel- bttren Finanzbedarfs, damit zunächst also der Fchage der Deckung und Beschaffung der erforderlichen Mittel, sodann aber auch mit allen Maßnahmen zu beschäftigen haben, die auf eine Herabminderung des Reichsbedarfs abge- flir.mtt fein müssen. In dieser Beziehung kcnui't in erster Linie in betracht die gründliche Aus- kehr unserer Beamienorganistrttonen von heute. Unser gesamter Reichsvevwaltungsapparat muß an Haupt und Gliedern rücksichtslos gekürzt wer- den. Die Vollmachten werden aber weiter gehen, sich auf die Gefamtocrwaltung des Äeu«-- inesens, vorab auf die Erhebung der Sleuernstchzn erstrecken Haden. ES kann sich dabei naturgemäß nur um die bereits beschlossenen Steuern handeln. Neue Steuern zu bestim- men, stobt dem Finanzdiktator nicht zu. Er wird aber mit neuen Vorschlägen zur Behebung der Finanzror des Reiches an die berufenen Stellen heranzutreten haben. Es ist durchaus richtig, daß der Reichsfimmzminister fcSb't aus diesem Arbeitskreis herausgehohen wird. Die Agitation, die von allen Seiten bei treuen Steuer- oder Fi- nanzreformplänen gegen das Rcichsministerkrm anhedt, wird andere Wege schreiten müssen. Der Finanzbevollmächtigte wird die Pläne und die Vorschläge zu prüfen Haden, die nützlich erscheinen, nm aus den schwersten Nöten uns zu retten
So ist ein entschiede»!« Schritt in der Rich- tmrg der Ordnung unserer Finanzen getan. Nun wird auf die Ausführung alles anlonuneu. Wtr lürfen gar nicht überrasch: sein, wenn wir in nächster Zeit von Maßncchuten und Entifchlüssett Horen werden, von denen die meisten unter uns bisher sich noch nichts haben träumen lassen, mtd die wir, wenn wir sie rielleicht her-.te hörten, als unmöglich bezeichnen würden. Die Finanzlage des Reiches befindet sich aber in einem derartigen ssuflande, daß nicht mehr viel Zeit zu der Fr-ge übrig bleibt, ob dieser oder jener RcttimgÄweg bequemer ist. Wenn ein Schiss umergeht, klammert man sich auch am den letzten ^ken, um sich über Wasser zu hatten, und das Reichs schiff ist am Untergehen! Auch der am 19. Oktober wieder beginnende Reichstag wild sich mit den Finanzfragen beschäftigen. Auf der Tagesordnung ficht die erste Beratung des Gesetzes gegen die Kapitalflucht, sowie einige Haushaltsrechnunaen. Sofort nach dem Zuiammemriit wird sich der Reichstag über seins weiteren Avbeitspkäne schlüssig werden. ES wird zunächst die Abänderung deS Besoldungsgesetzes zu vollziehen fein. Außerdem wird der Entwurf eines Gchaft-Sverrctesetzes eings- biAchr, durch welchen es ausgeschlossen werden soll, daß dw Ernzelstc-aten durch höhere Besol- tmugeu ÄS sie hn Reiche maßgebend sind, eine Wvterige Sage für das Reich schaffen.
Weiter soll ein Gesetz über di- Abänderun- acn des R crchsuotopfers aWald einge- »-acht und verabschiedet werden. Dabei wird eS sich dwiNN handeln die für dos Reichsnotopfrr fähiger. Beträge so rasth als möglich zu getont, ncn. Au eine Ausgabe deS Reichsno trpfers ist «der, entgegen anderen Gerüchten, nicht zu denken Tie weitere Arbeit des Reichs mgeS wird sich vornehmkich mit der Ordnung titretet tat« r>Ätcb karastrorchalen Wirtschafts- und Finan!. Lage bcfassen müssen. Drb-i wird neben tief, gehenden Maßnahmen tut Beschaffung von sofort fffiffitsen Mitteln für das Reich auch die
Frage der Soz iakisierttttg ehre entscheidende Rolle ffuelen. DeS weiteren sollen noch die Gesetze über den Staatsgerichtshos und über die Volksabstimmungen eingebt acht und erledigt werden. Eine Mille anderer kleinerer, aber nicht minder wichtiger Gesetze ist noch zu erwarte«.
Keine Billigung in Berlin.
•et Ausstand im Aettnngsgewerb*.
(Vrwat-Telearcnmn.)
Berlin, 12. Oktober.
An einer stark besuchten Bersanrmlung aller Funktionäre dcS Buchdrucker-Berban- des wurde erklärt, daß die Buchdrucker Berlins jede Arbeit für die AuSgesperrteu und Streike«, he« ablehnen. I« einer mit großer Mehrheit angenommenen Resolution fordert der Gauvor- stand von der Regierung, daß sie mit allen ihr zu Gebote stehenden Machtmitteln vorgehe und daß sie de« Ansprüche« der ««gestellten Rechnung trage. Die Redakteure der Finna Masse haben stch in einer Resolution ebenfalls auf de« Standpunkt gestellt, daß die Entlöh» «ungsvrrhältniffe der Arbeiter und Angestellten dringend einer Aufbessernng bedürfe«.
Abstimmung in den Geschäfte«.
Berlin. 12. Oktober. (Privat - Telegramm.) Im Lustgarten tagte gestern eine große Bersarmw- lung von Angestellten der Warenhäuser, Spezial- und Einzelgefchäfte, um zu dem Schiedsspruch, der vorläufig nur den Verheirateten eine zehnprozentige Lohnerhöhung zu- gebilligt hat, Stellung zu nehmen. Die Stimmung war für einmütige Ablehnung des Schiedsspruches, sodaß sich angesichts deS bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes die Möglichkeit eines aHßcmeinen Ausstandes ergibt. In den nächsten Tagen soll in den Betriebe« abgestimmt und das Ergebnis bis spätestens Freitag früh ösfenttich bekannt gegeben werben.
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In bett Großbetrieben.
Berlin, 12. Oktober. (Privat * Telegramm.) Laut einer Mitteilung in der gestrigen Besprechung der Betriebsräte droht in einer Anzahl von Berliner Großbetriebe« wegen Lohu- srageu ein Konflikt auszubrechen. Für kommenden Freitag ist eine gemeinsame Sitzung der Großberliner Betriebsräte einberufe«, um zu dieser Frage und zu der Frage eines angekündig- te« Lohnabbaues Stellung zu nehmen.
Amtliche BMimchtigms.
Gsserr Berliner Dtttschgerüchte.
(Prtvat-Telearamm.1
Berlin, 12. Oktober.
Das Nichterscheinen der Berliner Blätter gibt verantwortungslose« Elementen Beranlaffung, Putschgerüchte aller Art in die Welt zu setzen w«d die Bevölkerung damit zu beunruhigen. Polizeipräsident Richter erllärte, daß lein Grund zu irgend welcher Beunruhigung voriieze, im Ge- genteil sei die Lage durchaus ruhig. Die Delegation der Vertreter der in deu Zeitungs- betrieben Streikende« und Auögcsperrten hat am Montag dem Polizeipräfidenten gegenüber die Garantie übernommen, daß bei ihrer Bewegung keinerlei Ausschreitungen vorkommen.
Ausstand Mtifcher Arbeiter.
Ansdehnnng der Bewegung in Sachsen.
(Prwat-Teleqramm.)
Dresden, 12. Oktober.
Der Gemeindearbeiter-Streik in Sachsen ist gestern allgemein geworden. Gestern mittag zwölf Uhr ist auch in Dresden der Streik der städtischen Arbeiter mtsgebrochen. Der DtraßenSahnverkehr ruht. Auch wurde infolge deS Ausbleibens deS elektrischen Stromes der gesamte Telephonverkehr in Mittei- dcnschaft gezogen. Das Erscheinen der Zeitungen ist in Frage gestellt, sowohl in Themn tz wie auch in Dresden. Auch in Leipzig sind gestern früh die städtischen Arbefler ht den Streik getreten. Da»- nnb Elektrizitätswerke liegen still. Bom Rat der Stadt Dresden erfuhr unser Vertreter über die Stellungnahme zum ausgebrochenen GemeindearbeiterstreiH daß stch der Rat im Hinblick darauf, daß die Eemeinde- arbeiter schon jetzt den entfpeechend« städtischen
Arbeitern in ihrem Einkommen g^eichkommen und die in der Industrie tätigen Arbeiter übertreffen, zu ein« Bewilligung der Forderungen der Grmeindearbeit« nicht entschließen könne. Eine Erhöhung bei Löhne der städtischen Arbeiter würde weitere Erhöhung von GaS, Wasser mW elektrischem Strom zur Folge haben, ölst» die Allgemeinheit treffen und die Kostender Warenerzeugung hierdurch verteuern.
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Vor harten Kämpfen.
Dresden, 12. Oktober. (Privattclogramm) Rach gestern eingetroffenem Meldungen aus Zwickau und Meißen steht man auch hier unmitteDar vor dem Ausbruch des Streiks der städtischen Arbeiter. Den ganzen Tag wurden Verhandlungen Mischen den betreffenden Stellen geführt, doch scheint es, als würde der Rat die Forderungen der Gemeindearbeiter auch weiterhin abzulehnen gewillt fein. Andererseits versichern die Gemeindearbeiter, daß sie ihre Forderungen mrbedingt durchsetzen wollen.
Aus Bergbau »ud Industrie.
Streik ohne Verhandlungen.
(Brivat-Telearamm.)
Hannover, 12. Oktober.
Aus Halle a. S. wird berichtet: Auf dem t« Oberrübkingen belesenen Braunkohlen- werke der Rübling« Montanwerke ist gestern früh ein wilder Streik auSgrbrochen. an dem fünfzehnhundert Bergleute beteiligt sind. Die Leute fordern unter anderem die sofortige Heber, lassung von je zwei Morgen Ackerland en jeden »«heirateten Bergmann. Die Gewerkschaften und B«garbeit«verbände haben mit oem Streik nichts zu tun. — Aus Dortmund wird gerne fort: Die Belegschaft der Hochoftn-Anlage deS Eisen- und Stahlwerks Hoesch ist wegen Meinungsverschiedenheiten über die Akkord- abrechnuug in den An8stand getreten, ohne das Ergebnis b« schwedenben Verhandlungen abzuwarten. Die Ausführung von Not- staubsarbeiten würbe von beu Hochofenarbeitern verweigert, zmn Tell mit« Anbrohung von Ge walt, so baß die Anlage stillgelegt werden mußte.
Sie MiLen Wirren.
Borfrlede zwischen Rußland und Polen.
(Eigene Drahtmeldimg.)
Riga, IS. Oktober.
Zwischen ben Polen und Russen ist eine end gültige Verständigung üb« alle noch strittigen Punkte deS Präliminarfriedensvertrags erziett worben. Die Nunterzeichmmg «folgt mm- mehr bestimmt heute früh. Die W a f s e n st i l l - staubsbebingungen setzen die Demar- wtionsliaie auf Vie augcnbltÄiche Front fest. Die polnischen wie bte russischen Truppen haben sich je fünfzehn Kttometer von ber Demarkationslinie zurüüzuziehen. Ein Zwischenftreifen von zwanzig Kilomet« Breite wirb alS neutrales Gebiet erklärt. Der WaffeuMstanb ist auf ein- uubwanzig Tage mit Künbigungsftist von acht- uubvieezig Slunben abgesckstoffen unb wirb fo verlängert, baß « diS zmn Tage b« Ratifizierung beS Vertrages bestehen bleibt. Bezüglich bei Grenzen würben folgenbe Vereinbarungen erzielt: Räterußland unb Polen erkennen die Unabhängigküt b« Ukraine unb ber weiß- russischen Republik an. Polens Ostgrenze wirb bk zwischen Polen unb ber Ukraine unb Weißrußlanb festgesetzte Grenze sein. Rußland unb bte Ukraine verzichten auf alle «nfprkche auf die Gebiete westlich bkfer Linie, ebenso verzichtet Polen auf alle Ansprüche auf bic östlich biefet Linie oel.zenen Gebiete. Die genaue Festlegung tut Grenzen erfolgt nach Rattfizierttug beS Bei- trage durch eine gemischte Kommission.
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Verzögerung der Lnterschriften.
Riga, 12. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Die Sekretariate ber russischen und der polnischen FriedenSdesogation teilen mit, daß festge- ftellt wvrideu sei, daß wegen rödakrioneller Schwierigsetteu die endgültige Formulte- rung aller Punkte deS WaffenstiMstandoS und dvS PrAiminarfrisdenSvertwges bis M dem für die Unterzeichnung vorabredeten Tage tminögtich fei. Zehn Punkte seien bereits etthgüttt« formt-.- Uert und beide Delegationen zweifeln nicht, daß in kürzester Frist auch die Sbrtgeu Ptttckte sonn«. Ziert mtd der Waffen stiLtemd mw *$r5fintitmr» fpedeLSvertras uMerschsobe« wat«t wird.
3m hohen Sorbee. Deutsche Bergleute auf Spitzbrrgeu.
Sasel Spiat-ero-a hat ein« MaänMf4)e «osevs-haft bte Ausbeutung »ob «oyleufeldeen eingeeiehlet, woju auä) beutftee ^Bergleute antletocr»en wurden, die fltS ,iir eine atehrmonatige Expedition ouSgceüftet hatten. Bor einigen Tagen sind etwa achtzig Berg, leute aus Buer und Gladbeck in ihre westfälische Heimat zurückgelohrt, nachdem sie auf VeranLassung einer holländischen Firma den Abbau der reichen Kohlenschätze, die stch aus Spitzbergen befinden, in Angriff genommen haben. Der Buerschen Zeitimg werden darüber folgende Einzelheiten miigetetlt: Eine holländische Gesellschaft, die das Bdutungsrecht auf einer der Inseln Spitzbergens innchat, ließ im Frühjahr 1918 eine Reihe geschickter westfÄischei Bergleule. achtzig Mann «us Buer und Glas- beck, cmwerben, um unter deren Anleitung mit dem Abbau der reiche« Kohlenschätze Spitzbergens zu beginnen. Die Bergleute reisten zunächst nad> Holland, wo sie alle Vorbcrsitungen für die Expedition trafen. Mehrere Schiffe waren bereits gechartert worden, auf die die B.-rg- leute selbst alle die Gegenstände luden, die sie für ihre Arbeit u. für die Unterkunft auf bergen bedurften: Wohnbaracken, Vieh und son- stige Lebensmittel, Maschinen, Warfßeuge, Kleindahnmaterial, Holz usw. Stach fünfwöchi- B Reise kamen sie auf Spitzbergen cm, w» zunächst Unterkunfts - Gelegenltelten für schaffen mußten. Die Wohndaracken wurden aufgeschlagen, Ställe Mr das Vieh gebaut und was dergleichen Arbeiten mehr waren. Nachdem das geschehen war, gtetg es an die Vorrichtungen für bte Inbetriebnahme des ei- gentlichen Kohlenbergbaues. Diese Vorrichtungen gestalteten stch umso einfacher, als das W- teufen von Schächten nicht erforderlich war; Ne» gen doch hie Kohlen auf Spitzbergen offen zutage. Unermeßlich scheinen
die Schätze an fchwarzen Diauranten zu sein, bte sich dort vorfinden. Bis jetzt ist e» allerdings noch nicht gelungen, die ganze Dichtigkeit und den Reichtum deS Vorkommens fest- zuftellen. Die Bergleute mußten stch vielmehr fürs erste banrtt begnügen, sanft abfallende Stollen direkt in die Kohle hineinzugroden. Die Kohlen wurden in die Förderwagen mit Pfev- dckbetrieb geworfen und sofort zu Schiff gebracht. Bei der Kohle handelt es sich um eine gute feste Stückkohle. Den westfalischen Bergleuten waren als Hilfskräfte Grönländer bet1- gegeben; doch mußten sie bte eigentlichen bergmännischen Arbeiten, sowie den Transport und das Verladen der Kohle selbst besorgen. Die holländisch« Gesellschaft soll mit dem Ergebnis der Arbeiten sehr zufrieden fein. Der Sergban auf Spitzbergen bat jedoch insofern seine Schwierigkeiten, alS die eigenartigen klimatischen Verhältnisse nur vMrend einer geringen Zeitspanne das Arbeiten ermöglichen. Während im Sommer die Sonne nie vom Firmament vev> schwindet. es also keinen Untevscksied ztoischw Tag und Rächt gibt, erscheint sie im Win.« überhaupt nicht, sodaß nur in den Sommermonaten auf Spitzbergen gearbeitet werden kann. Es kommt hinzu, daß stbon wegen der ftrrchkbaren Strenge der Mnter im zweiten Htelbtahre jede Arbeit im Freien fo gut tote unmöglich ist. Deswegen müssen die Europäer vor Beginn der rauhen Jahreszeit wieder mffs Festland zurückkehren, und so fuhren auch die westfälischen Bergleute mit Schluß be8 Sommers wieder zurück. Es läßt sich denken, daß das Leben auf Spitzbergen cnttzeroidentfich eintönig ist. Der ewige Tag wahrend der Sommermonate wirkt auf die Dauer sehr beeinträchtigend auf die Gemüt-stimmung. Die von Spitzbergen zurückgekehrten Bergleute erzählen, daß sie oft
ans Langeweile veberschichten gemacht haben, beileibe nicht, um mehr Gew vtt verdienen, denn die Svitzbergenleute wurden für ihr« Tätigkeit außerordenttich gu, entlohnt. Die Löhne wurden m Guldenwährung airSgezahü, und ergaben, in Mark umgerechnet, em sehr hohes Einkommen. Die in der ivestfSS- sthen Heimat rurückgebltebenen Famtkien erhiÄ- ten Or jeden Tag der ExpedtflonSdauer 57 M., während die Bergleute selbst 70 Mark Br den Tag erhielten. Dazu kamen nach freie Berf^te-- gung und freie Unterdinfi sowie di« Bsfle»- bttna. Da fick, ans Spitzbergen fast fehlt Möglichkeit zu Gekdau-aaben bot, haben die AStgfle. der der Ervedifi»« durchweg große Erfpamifft mit nach Hause gebracht, einige von ihnen en die 20 000 Mmck Die durchtchnfttliche «rbeft»- itit aus Vpitzdergcn betrug ach» Stunden. Die Baracken waren recht wvbnfich eingertehtek. Je zwei Manu batten ein Zimme, für sich. Äon allen Wird die Güte der Kleidwng gerühmt, die de« Bergleuten von der GeweEchaP gekeftr» Wurde. Dich die Perpfle»«»« war «r8-