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Nr. 233.

Zehnter Jahrgang.

Meier Seuefte Nachrichten

...... - in im ............ n

Beilage.

Frettag, 8. Oktober 1920.

deu-ttcben 3ribeitem, daß in Rußland di, den wollen, nicht zufammmloben dürHar. Lre uftche lasen St? sollten in zwei verschiedenen HÄiferu oder in 8e=

nirfrt ba6 ich Fbnen die Wahrheit gefaßt habe, trennten Wohnungen desselben HEfis, zum Ä bna -tazttrfen gilt nichts vor mindern aber in zwei v.-rschiedeuen Zimmem

denn das Leven oes ewijunen ü>," l,u*w WoLrmna leben, ohne femals die

den Augen von Lemn und Trotzt Trivi-alitäten ihre beiderseitigen Existenz M ver.

den Augen von Lenin und

Aus Mer Wev

kannten amrr

ildigt. der jungen Miftres

haben

sind.

* Diamanten der garenfimlflie Wie aus Dan Franzisko gemeldet wird, sind tat Besitz eines russischen Heizers eines aus Wladiwostok kommenden Trauspottdampfers 15 Diamcmten, die der rutssischen Kaiserfamilie gehört haben, ge-

» Millivnen-Derluste durch Lebensrnittel. Wie Amtshmchtarrmn Dr. Sckelcher in der letzten Sitzung deS Bezittsausfchusses der Amtshaupt- mannschast in Auerbach mitteilte, hat der s ä ch- fische Staat allein an Suppen einen Verlust von etwa Vierzehn Millionen Mark er- litten. Die Verluste an anderen Lebensrnittel infolge des Preisrückganges sind auf etwa fünf

Britta. Nach dar Teestunde begab sich Frau Jo­hanna Römer auf ihr Zimmer, um nun erst etn- mal ihren Koffer auszupacken.

Ich schicke dir Britta hinauf, Johann^ sie kann dir dabei behilflich sein.' sagte Frau Ercka. Frau Johanna hätte keiner Hilfe bedurft, aber sie lehnte doch nicht ab, weil sie gern junge Men-

.Dann sprach uns freundlich ein junger Offi­zier in gutem Deutsch an. Was er erzählte. ent. hüllt das Schicksal des russischen Volkes: »Ich nenne mich noch heute mit Stolz Zarenoffizier; mir widerwillig bin ich in die Rote Armee ein­getreten. Wir sind hier in Lichienhorst mit vier, zig alten Offizieren und einnndneunzig roten Offizieren; die letzteren gingen aus dem Unter» offizierstand hervor. Wir alten Zarenoffiziere tragen auch nicht das rote Zeichen der Sowjet­armee. Wir stehen feit Januar dieses Jahre? im Feld. Uniformen bekamen wir nicht; so wie wir auf dem Gestellungsplatz erschienen, wurden Offiziere und Mannschaften in die Regimenter eingereiht. Der Geist unserer Truppen war an­fangs gut, weil es gegen die Polen in den Kampf ging. Hatte das russische Vollsgemüt schon vor dem polnischen Feldzug jeden Tag neue Schiebungen, immer schlimmeren Wacher unter dem Zepter Lenin-Trotzki erfahren muffen, so setzte sich dieses Spiel erst recht wäh­rend des Krieges fort. Unsere Kosakenregimen- ter beraubten ihre eigenen Kampf­truppen. Während bei uns scharfe Disziplin herrschte (in einer Nacht wurden achtzehn Sol­daten von unserer Division erschosien, die nach Ansicht der Volkskommiffäre ihre Pflicht beim Kampfe nicht getan hatten) hatten Lenin und Trotzki vor den Kosaken regelrechte Angst.

findet sein Publikum.

* Gin Pulverlager aus schoben. Ja Heinrichs bei Suhl wurde von Beamten der Stcherhefts- pökizoi Gotha ein Puwertlager auSgchoben. Ge- itrtben wurden zwei Mikitärgew eh re

dieser Beziehung sehr kritisch Weil ich selbst an rasches Zugreifen gewöhnt bin. Aber Ihnen geht es noch viel schneller von der Hand,' sagte sie lächelnd.

£>, ich bin es gewöhnt, schnell zu anbetten, gnäfcige Frau. Es gibt tm Hause viel zu tun.'

Forschend sah die alte Dame zu ihr auf. 9hm, es sind ja hier außer der Hausfrau und der Dienerschaft noch drei junge Damen tm Hau­se. Da verteilt sich die Arbeit.'

Britta sgh rasch auf. Es war, als wollte sie etwas sagen. Aber dann preßte sie die Lip­pen fest zusammen. Nein sie wollte Frau Rö­mer lieber nicht sagen, daß Gertrud und Herta nie eine Arbeit im Hause verrichteten, dafür aber viel Bedienung forderten. Vielleicht mißfiel das der alten Tarne.Die Handschuhe fege ich nut in den Hutschrank, gnädige Fran,' sagte sie ab-

Früchte gewöhnt sind.'

Woh^r wiffen Sie das so genau?

Ich packe doch jede Woche erneu Korb voller Früchte für Sie. und Nr Herr Sohn sprach da­von, daß Sie vor dem Schlafengehen gern da­von essen. Deshalb stellte ich eine Schale voll auf Ihr Zimmer.'

Wieder saß Frau Johanna eine Weile nach­denklich da. Es erschien ihr nun außer Zweisel, daß Herta gelogen batte, um sich bei ihr einzu- schmeickeln. Das ist häßlich, dächte sie.

Britta arbeitete fleißig weiter und hatte in kurzer Zeit alles ausgepackt Mt Vergmigen sah die affe Dame den fleißigen Händen zuSee fassen alles so geschickt und bebende an. Es ist ein Vergnügen, Ihnen zuzusehen. Ich btn tn

Humor in ernftee Zeit.

Zett ist Geld. Ein Schieber, der Wegen ei­nes Schwindels verhaftet ist. wird vor den Rich, ter geführt. Auf dessen Frage, ob er sich sch-Aiz bekenne, antwortete er: ^Jawoh., Herr Richter, aber, bitte, machen Sie nur schnell, ich hab gar keine Zeit!"

stunden worden.

* Ein Milttonärssohu als JMvelendfeb. Aus Antrag der Staatsanwaltschaft von Newhork ist, wie aus London gemeldet wird, tau Haftbefehl gegen den sich zurzeit in England aushattenden Mister William Carratt erlassen worden. Söffer William Carratt ist ein Schwiegersohn des be- Milliardärs John R.

Drexel. Er wird boschuldigt, der fangen Mistres Spreckler, d:r Schwiegertochter des Zuckerlkönigs John Spreckler, Schmuck und Juwelen im Werte von 1250 000 Pfand < ?) Sterling vevmttreut zu

1 Die alte Dame setzte sich also in den Sessel. So, liebes Kind, ich lege also die Hönde in den Schoß und begnüge mich damit, Ihnen zuzu- sehen. Ei wie geht Ihnen die Arbert funl von der Hand Das sind die Kleider ganz recht die hängen Sie über die Bügel tn den Schrank. So das geht ja sehr schnell bet -ahnen Aber bitte, stellen Sie doch die Blumen vom Tisch, vielleicht dort hinüber an das Fen­ster'

Das Interesse der alten Dame far Britt« Riedbcra vertteste sich durch diese Erzählung Aber Rodecks «tagen nun schnell auf ein anderes Thoma über, und man sprach nicht mehr von

LeSenstntttel «ms Argsntkcke«.

In Buenos Aires hat sich ta Kreisen der deutMm Kolonie eine OMmisation gebildet. Zweck delsekben ist die Versendung von LeVenSwittern nach Deutschkand in Mflehnun» am die Mannte amerikanische Hrw- verffcke Einrichtunq. In Hambi-rg wird mit NnterstWzung Meier Banken im BweE Aires cta großes LebeirsmitteWgger eE»et, ta^Wrfa Znfahren aus Argenfinieu mit Speck, Schweme- fettButter, BnMe nifleisch, MM «n6> M'lck reichlich versorgt wird. Avsgegeben werden dtffe Lebensmittel auf MMeisungen, die vcm der Or- aanisafion besw. dem dsuffcheu DoMSbitad Mr Argenttnien sirr MamAta, fffafzta

Pesos in Duenas Aires M kanffen sind. Dtese LebensN'ittekMttm hat vor den Hacverschm Pakeffetidungen auS Amerika den Vorzna. daß sie den Bewg in jeder gewüüfchten Menge er- mSalicht. Die detrffcke Regierung w emart, dem deutschen D-flMnmd für Argenttnfeu jede Unterstützung angtzdekhen zu lassen.

Historische Funde in Muster. Beim ge­genwärtigen Umbau des neuen, am hisiorychen Rwchaus gelegenem und mit diesem verbundenen Stadtweinhaus-es wurden wichtige archtvartfche Funde gemacht. Es handelt sich um Urkunden aus der Zeit der weMlischen Frredcnsverhand- lungen. Die Funde sollen demnächst auf einer Ausstellung gezeigt werden.

* Wiedergcftmdcne Juwelen. Einem gr»6cn Juwelendiebst-chl, bei dem vor einigen Monaten der Goldwar«chcm!vlung Wolsffohn und Neu­mann in Berlin für fünfhunderttailtsend Mark Wertsachen gestohMen waren, hat jetzt die Berliner

Dnr reformierende Miß.

Eine streitbare amerikanische Fr-ruenrecklle- rin. Miß Jane Burr, ffi soeben eig.'ns zu dem- ftweck über das große Wasser herubergeckommen, um dm Engländern neue Lehren zu predigen, die sie bisher ohne Erfolg ihren Landsleuten tn Amerika aiusernandrrgchetzt batte. Ihre Th«^ rie ist tat Prinzip ans der EcrirePiuttg und in der Prg-ris auf einer Trennung von Tesch und Bett begründet. FrÄÄein Burr behauptet, daß Ghegaten, wenn sie attf die Dauer glücklich le-

te würden forifichren, sich den Hof zu machen; es wäre einfach entzückend. So viel über die enttmentale Sette der Reform. Was aber die moralische angeht, so vrefichtFrS.ufam Dnrr tae völlige Gleichheit und llnabhangigkeit der Ehe­gatten von einander Kcinervon becken dort vom anderen .ausgchalten' werden, »e * gxts und die Einnahmen müssen getrennt fein wie die Wohnungen. Um so mefa ®«mte nta-i ssch gog-'nsettig jene Seinen Geschenke machen, die die FreundüchM erhaften, olhue mir Dank- barkett in irgend welcher Form 3® verpflichten.

^CTreichte dann auch die Tassen herum, und nachdem f« das getan und ^st fine Tasse Tee genommen hatte, zog sich Bntta stell zutack, weil sie noch viel im Hause m tun hatte. Nteumnd a-btete darauf als Frau Romer. Als Britta ver. schwunden war, fragte sie totere i fiert: ,3hin W ntir nur, wie kommt diese reizende pinge Dam

Frau ^ri ta" zuckte die Achseln. »Das ist eine leidige Geschichte, Johanna. Brittas Vater war Kaufmann. Schwere Verluste uud Fehlschl-we führten seinen Rum herbei. Ms das FaMsse- ment eintrat, erlag seine Frau vor .Schrecken einem Herzschlag. Er selbst ist in ferner Ver­zweiflung außer Landes gegangen. Ein Freund von ihm, der auf Sumatra lebte, hatte ihm eine Stellung bei sich angeboten, und er hoffte, pch dort eine Existenz zu gründen, D«,ich seine ein­zige Verwandte war, bat et mich, fein St uw etnji- totafen m Obhut zu nehmen, bis er es zu sich nehmen könne. Wr glaubten, es handlesuh nur um kurze Zeit. Aber em Jahr nach ,emer Ab­reise ist er verschollen. Wir haben nichts mehr von ihm gehört und nchmen als sicher an, daß er tot ist. Btttta will davon nichts Horen sie hofft noch immer auf feine Wiederkehn, ^-eben- faüS ist uns nun die Sorge für sie qebbeben.

So berichtete sie und gab Frau Johanna au deren Fragen noch allerlei Einzelheiten zu die-

Rußlands Schicksal.

Erzählungen eines Sowjetoffizier».

3« »en W-faneenenlag-rn bei Provinz Hannover find zahlreich- U6crg«tr«tent BolUhewtfte» ein- getroffen. In dem B«ra«kenlager LUtztenhorst im «reffe Neustadl am Rübenbeige find etwa »reitcufeub Soldaten unterge»eaä>t, fiedzig Mann find wahrend be6 Transports entwiftht. ein Mitarbeiter des »Hannoverschen Anzeigers-' hatte Belegenheit, mit den doffehewfftisthen Soldaten Riicksprache zu nehmen. Wir entneh­men diese» Unterredung einen sehr intmeffanten Teil» der dir Lage in Sowsetrnhland schildert.

scheu Kevttitniffe noch soweit kommen, Tote wie­der zum Leben zu erwecken. Auch der bekannte Wunderdoktor von Bad Homburg fei fein ge­lehriger SchÄer. Waßmami läßt sich feine W«s- beit imt 46 Mark je nach Matz bezahlen nud

Erschrocken sah Britta in das Gesicht der alten : Dame.C die Blumen sind Ihnen wohl lasti« des Duftes wogen? Verzechen Sie ich holte sie aus dem Garten und stellte sie hierher, weil ich glaubie, es sShe freundlicher aus/

Frau Johanna stutzte. Ihr toar plötzlich, aJg hörte sie ihren Sohn sagen: »Schau dich um schau dich recht gut um dort im Hause.' Herta hatte ihr doch gesagt, daß sie es war icke den Blumenstrauß hierhergestellt hatte. Und nun behauptete diese junge Dame, sie habe es getan. Sollte HeW die Unwahrheit gesagt haben? Wie häßlich wurde das sein.

Also Ihnen habe ich diesen hübschen Zim­merschmuck zu verdanken? Ich fftaubte, eine meiner Nichten hätte die Blumen hergestellt.

»Nein, nein ich war es, gnädige ttanni. Aber wenn Ihnen die Blumen lässig sind, nehme ich sie wieder mit hinaus.'

Frau Johanna schitttelie den Kopf. Das toinfre schade. Sie duften mir nicht zu stark. Ich sürchiete nur, die Vase könnte umgestoßen wer­den, wenn Die die Wäsche auspackeu.'

Britta taug die Blumen an das Fenster und fuhr in ihrer Arbeit fort.

Frau Jdbanna hatte eine Weile nachdenklich vor sich hingesehen. Dann fragte, sie ploAch: .Dann habe ich Ihnen wohl auch far die stachte zu danken, die so appetitlich auf der Schale ge- ordnet sind?' , _

Britt« sah lächelnd zu ihr auf. .Ja, gnä­dige Frau. Ick weist ia genau, daß öfe an diese

Wie gestohlen und verschöbe« wird. ,

Bisher noch unbekannte Täfer haben es auf einem Berliner Güierbachnhaf verstände^ zwei ' Frachtbriefe für je eine Wagenladung, Flanell- stosse aus dem Geschäftsgänge der Guterabfer- iigung zu entwenden und sich die Wagen­ladungen aushäudigen zu lassen. Die Waren mt Werte von einer Vietelmillicm sind nun weiter durch eine Kette von Händlern gegangen, w»- durch die Nachfvrschunqen nach dem eigcntlt.jen Dieb außerordentlich erschwert worden stad. D-r Absender der Ware, Avon Mater aus Bachum, hatte den Empfängern LiebenHal und Walter mit dem Versandavis eine Reihe von Proben der Stoffe gesandt. Der Firma Li-benthal^ Walter wurde nun vor ttmger Z^tmttigtteL, daß eine andere angesehene $tortfemon®tmna an der Straße Unter den Linden E dm gli­chen Stoffen handle, wie erstere eichalfen Mfe. Außerdem wurden der Firma von taitter Seife Proben vorgelegt, die genau dieselben Fabrik- mierkmale aufwiesen, tote die ihr, atavsi«fen Stoffe der Firma Maier. Die Sachbevstandrgen beider Firmen stellten fest, daß die Stoffe Met- eNos den Sendungen der Bochumer Firma zu­gehörten, die in Berlin nicht etagettoffen mä­ren Dar mm benachrichtigten Kriminalpolizei gelang es, de« größeren Teil der Stoffe yt be­schlagnahmen und die Firma v«

Schaden zu bewahren. Trotzdem ist es bisher nicht gelungen, die Täfer zu ermitteln,

chen um sich hatte.

Kaum war sie auf ihrem Zimmer angelangt, als es bescheiden an die Tür klopfte.

Auf ihren Zuruf trat Britta ein.Darf ich Ihnen behilflich sein, gnädige Frau? Tante Erika schickt mich herauf.' .

Wohlgefällig sah Frau Johanna auf das rei­zende Mädchen, das jetzt eine Schurze über dem Kleide trug.Wenn Sie mir Helsen wollen, lie­bes Kind, nehme ich es dankbar an.*

Britta rückte schnell einen Sessel an den öffneten Koffer heran. »Bitte, lassen Sie sich hier nieder, gnädige Fvau. Sie brauchen mir nur zu sagen, wo ich Ihre Sachen unterbringen soll, damit Die alles finden. Ich packe den Kof­fer schnell selber aus,'sagte sie.

Frau Johanna schmunzelte. »Und ich fall tatenlos zusehen?'

.Sie sind sicher müde von der Reise.'

.Run ja. ein wenig müde bin ich wirklich, und wenn Sie Ihre Zeit nicht nötiger brauchen, nehme ich Ihre Hilfe dankbar an'

Britta hatte zwar Arbeit in Hülle und Fülle, die auf sie toartete, aber das wußte Frau Jo­hanna nicht. Sie konnte ja nicht ahnen, daß mau hier im Hause alle Arbeit cmf die Schultern dieses jungen Mädchens packte. Und Britta hil- tete sich, davon zu sprechen. Sie hatte sofort e,,u GefWl von Zuneigung für Frau Johanna Ro­mer empfanden. War sie doch Waltet Romers

Diese gewissenlose Räuberei untergrub den Geist der Tnippen bedeuMch. Fünfundachtzig Prozent unserer Soldaten haben überhaupt kei­ne polittsche Auffassung, geschweige denn eine Ahnung vom Bolschewismus. Sie sehen wer fünfzehnjährige Burschen; denken Sie nicht, daß diese ans Begeisterung M unS gekommen stad; nur die bitterste Not im Eltemhause trieb sie zu den Fleischtöpfen der Soldaten. Es ist nicht wahr, daß man die Armee hungern ließ; toenn es der Fall war, dann klappten die Nachschübe nicht oder die Kosaken hatten die Nachschübe ab­gefangen. In der Armee herrscht wenigstens Ordnung infolge der rohen Gewakt. Mobili­siert ist Rußland von 18-40 Jahren. Das Ver­trauen des Volkes ist setzt zu Lenin und Trotzki vollständig verloren, nachdem es ihnen nicht gefangen ist, im Staate Ordnung zu schaffen und jetzt die Niederlage ge­genüber Polen dazu kommt. Sie fthen hier auch . neunzehn Frauen tat Lager; es sind zum -E mobilisiette rote Krankenschwestern unp Regi- menlsschreiberinnen, teils aber auch die Frauen der höheren Offiziere. Die gebildeten »tanfce Rußlands sind vogelfrei und entsetzlich ar m geworden. Sie können ermessen, durch wefare^Not und Trübsal die gebildeten Stande Rußlands gegangen sind. Aus dem uffachft^ sten Anastaefühl heraus folgten diese Offiziers­gattinnen ihren Männern an die Front; nur an ihrer Seite fühlten sie sich sicher. Kem einziger reichsdentscher Offizier befindet sich m unsrer Armee. Die Zarenoffiz,ere sind ketoeKanfafi offiziere; wir bearbeiten unter der Aussicht der Volkskommissäre die strategischen Pläne. Kampr- offiziere sind die roten Offiziere, die es bis znm Dataillonschef brachten.

Jetzt fahren dse letzten russischen Kriegsgefan­genen aus Deutschland mit hochgespannten Hoff­nungen in die Heimat; sie denken dort Mfldene Berge vorzusinden. Sie erfüllen etaen Akt der Menschlichkeit, wenn Sie die russischen Kriegs­gefangenen vor der Heimkehr nach Rußland ln aller Oesfentlichkeit warnen. Sagen Sie es auch dem deuffchen Volke und insbesondere den

Kriminalpolizei anfgÄlört. Der .Wmder der SchLisselverwaüe«i n hatte sich eines Nachts Fittich in den Besitz,^-r Sadenjchfasstt acwußt und war gleich darauf in das Geschifft ein gebrochen. Ein großer Teil der schmuck- sachen konnte wieder herbe^schafft werben.

* Dreizehn Pferde gestohlen. DaS ehemalige Gefangenenlager Altdamm bei Stttüw m dem sich während des KnegeS «mch gpwhe Wette an HeereSgütern befanden, ist noch der Revo- fatimi schon oft der Schauplatz von Remhereien gewesen. Frühere Gsfaugcnennuffeher> dort beschäftigt gewesene Personen haben sich ihre Ottskenntnis zunutze gemacht nnD wWertzmt große Plü-iderunsen verübt, so daß der Staat dadurch schon um Millionen geschädigt wurde Jetzt teM das Wittschaftshonmtando mtt daß dott wieder eine Bande eingedrunMi ist, die dreizehn Pferde gestohlen^t. Es ist jedoch srefangeu die Täter zu ermitteln, 'Md zwar sind zwölf Personen an dem DiebstÄL bct.ititi, darunter drei im Lager be­schäftigte Personetr und einige Pferdehändler. -

* Er will die Toten erwecken. Aus Tarrw ftabt wird geschrieben: Daß es immer noch

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lenkend

Frau Johanna neigte das Haupt. ,Zun Ste das, liebes Kind. Und haben Sie vielen Dank, daß Sie meine Sacken ausgchtackt hohen. Es war sehr lieb von Ihnen.'

-Bitte sehr,' sagte Btttta. ^?ch habe kein Recht aus Ihren Darck. Kann ich Ihnen sonst noch behilflich sein?'

Frau Römer erwidette:Es freut tatet? sehr, daß ich Sie kennen gelernt habe. Leider hatte ich bisher keine Ahnung von Ihrem Hiersein und habe erst heute von Ihrem traurigen Schicksal aehött. Sie Aermste! Daß Sie so fange nichts von Ihrem Vater gehört haben.'

Britta wurde ganz blaß vor Erregung, sie war so gar nickt gewöhnt, daß sich jemand um ihr Schicksal kümmerte. Attt grpßem, Heucht- schimmernden Augen sah sie in Frau Johannas Gefickt.Es ist sehr gütig, gnädige Frau, daß Sie an meinem Schicksal! Anteil nehmen.'

(Fortsetzung folgt.)

MeFahttinsAA.

17) Roman von 9>. Court Hs-Mahler.

Erstaunt horchte Frau Johanna auf. .Und davon habe ich nie etwas gehört?«

.Habe ich dir nie von Britta gesprochen, liebe Johanna?« fragte Frau Erika.

.Nicht daß ich wüßte,' erwiderte Frau Ro­mer, ohne die Augen von Btttta zu lassen, die sich am Teetisch zu schaffen machte und die Tas-

ind fünf Kisten GelbkrenKpuilver.

» Ein mitzglückler RaubübersaL Aus Ber­lin wird berichtet: Zwei Herren hatten sich in einem Hotel eingemietet in der Absicht, den Ho- teHtvirt zu überfallen und zu berauben. Sie fie­len beide über den Wtt her. Der Wrtt, ein träfr tiger Dtann, setzte sich jed^och energisch zur Wehr und rief die Polizei telephonisch herbei, die die Verbrecher bald darauf festnehmen konnte.

* Verhaftung eines Doppelmörders. Ein seit Monaten gesuchter Mörder konnte vor einigen Tagen in Berlin festgenommen werden. Iw Februar dfeses Jahre» wurde der Laüdwitt Fttckett in AfckWavwsen bei Msmel mit ferner Locht er von dem ehemaligen BEkmnffoldaieu Katt Verlach nachts erschossen. Seitdem ohlfe jede Spur von dem Mörder. Den Er­mittlungen der Polizei gelang es, den Mörder in der Wohnu-wg einer Krankenschwester, mit der er ein LiebesverMtnis unterhielt, zu verhaften.

* Ein Hotel im Eisenbahnzug. Um der Hotel- r>ot aibMhelfen, die in den ehemals von den Deutschen besetzten Gebieten No-rdfrankreichs herrscht, hat man für die zahlreichen Touristen, Vie die befreiten Landftreckeu besuchen, in Arras« ein f»genanntes Eisenbahnhotel errichtet. DaS StotcT« besteht aus siebzehn amerÄmtt'ch.-n Eisenbahnwaggons, von denen einige Schlafge­legenheiten enthalten, währestd andere als Sa­tans, Restawrauts und Badezimmer eingerichtet

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M Die Bestellung der Kastel« Neuesten Nachrichten ist nicht an einen besünnnten g H Termin gebunden, kann vielmehr mit jedem Tag «folgen. Alle Postanstalten, j[ fl Trägerinnen und tmf«e Geschäftsstelle nehmen fortgesetzt Bestellungen entgegen. M

<R« schwer«- Eisenbahnunglück.

Ein vom Bahnhof Gladbach-West nach Reck- lincchausen fahrender Persmieuzug M « der Staätzeükreuzung der Bottroper Straße mtt cin-nn Waaeit der Äertrifchon Straßenbatai zu­sammen. Ter Zufamm en prall crfolate ta Untier Fahrt. Menschenleben sind zwar nickt M beklagen, doch sind sieben F«hr- oäste des Perfonenqnges schwer Verletzt worden, so daß ihre Uederfühtung in das Hospi­tal etfaSoen mußte. Don den Insassen des elek- trischen Motorimmens wurde niEnd vetteta ^er Sachschaden ist sehr betaachflich. Das Gleis der Staaisbahn ist an fgeri frien. Fwei Effenhcchnbfagen sind statt beschädigt, ebenso der Wagen der Elektrischen, dessen Dor- derplattsorm weggerissen wurde. Ob dm Füh- Schmnkc^ck^emhtate, eine ^Sch«S»,«n dem Mbis sechzig Milltoneu MackztaWitzen. NuMck trifft, konnte noch nicht festgesteM werden. - n

Wohnung leben, ohne jemals die ^,..«.««,1^,. idre beidetteittacn Existenz zu ver, nüscheu Er dürfte natürlich niemals das Zim­mer ver Gnädigsten betteten, noch sie das ihres Gemahls. Mau würde etoartber übertreten, nur wenn man wirklich Verlangen Hätte und vettiebt wäre, nicht unter dem «Emerten ft wann der Umistäude; und fades gelagemitche 1Böi -- . .

»SnXein würde ein netter Ecksfall feto, reichlich Leute gfitt. ta-uber genugeuv^fa und Die Gbefeute Hätten auf dies Weise einen An- Naivität verfügen, beweifen die Vorträge des faß die koketten Aiffmettsamkeiten und die zar- Frankfuttcr Naturapostels Karl Waßmarm. der tkn BedenKickkeitm ihrer Brantzttt fattMffetzcn: ihnen weismtaht, «Wt imnt f«n«