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Mck« Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

NumMer 231

Mittwoch, 6. Oktober 1920

ffcrnforetßer 951 und 952.

10. Jahrgang.

Fernsprecher 951 intb 952.

$U SofieUr »teeftoi Nachrichten rigtziwenwScheswch sechsmal unb zwar ab«ab«. Ser SbomuauntSprtiS betragt utenatt. 6.00 Mark bet freier Zaflellmtz tat HauS. SefUüungen warben jederzeit een der SeschüstSstclle ober de» Bete« entgegensenommen. Dr»lk«ei, Btrlog aab Redaktion Schlachtholstraie 28/30, Kür uanertangt etngefanbte Beiträge kann die Slebaktior. eine Kerastroortang ober Seroi.br in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung bei BegagSgeLeS ober Lnsprüche wegen etwaigernlcht orbnmtgSntäßiger Lieferung artSgeschloffen.

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NuUche Niederlage und Aufruhr.

Ter deutsche HsuLel.

ffeß-.^fuftee Tagungen.

Es ist kein Zufall, daß gerade jetzt, in den Dagen der Herbstmesse, die Organisationen des deutschen Handels und der Industrie in Frank­furt ihre Besprechungen abhalten, in denen Mer Gegenwart und Zukunft des deutschen Wrrt- schastslebens beraten wird. Mil man aus den bisher gehaltenen Reden ein Ergebnis ziehen, dann ist trotz aller Hinweise aus den Emst der Lage ein gewisser Optimismus sestzustellen. Er­freulicherweise wird gleich durch die Tat den Sleußerungen maßgebender Persönlichkeiten gro­ßes Gewicht verliehen: durch die am Sonntag eröffnete Frankfurter Messe wird gezeigt, daß tatsächlich wieder eine Belebung im Ge- schäftsleben vorhmLen ist. Jim Vergleich zur Frühjahrsmesse, die ja sehr schlecht abgeschnitten hat, weil nach dem unrühmlichen Ausverkauf Deutschlands die allgemeine Stockung eingetre­ten war, zeigt die jetzige Messe wieder auf- steigende Tendenz, wenigstens soweit die Zahl der Aussteller und Besucher in Betracht kommt. Wie sich die Aufträge ansammeln werden, müs­sen die nächsten Lage ergeben. Bor allem ist ein wesentliches Merkmal, i*fc der Außen­handel wieder Neigung zur Nenbelebung hat. Leider wird man nicht fehlgehen, wenn man entnimmt, daß dies zunächst aus den niedrigen Stand unserer Mark ztrrsickznsühren ist. Für das Ausland wird dadurch die Leuiffchr Warf wieder billiger und begehrter. Bon diesem Ge­sichtspunkte ans könnte man mit der erwähnten Entwicklung sogar zufrieden sein, müßte nicht ter deutsche inländische Verbraucher unter der damit verknüpften Preissteigerung lewen. Da­gegen ist aber zu berücksichtigen, daß durch v-n- urchrte Ausfuhr die deutsche Industrie starker beschäftigt werden kann, wodurch wiederum die Arbeitsiossttseit vermindert würde.

Bei der Erörterung dieser Fragen wurde auf der Tagung des Zentralverbandes des deut­schen Großhandels betont, daß man Auf­träge vom Auslande genug bekommen könne, aber leider fehle es cm der Möglichkeit, sie aus­zuführen, weil Deutschland an Brennstoffen großen Mangel leidet. Nur infolge der un- genügenLen KohlenLclieserung haben industrielle Uniernöhmunzen aller Arten ihre Betriebe zum Teil einschränken oder gar stillegcn müssen. Die .amtlichen Verössenlkichungen ergeben ein trübes Bild unserer Wirtschaftslage, woraus ersichtlich, wie sehr die Industrie in den letzten Zwei Alo- naten durch die Kohlenknappheit geschädigt wor­den ist und wieviele Urbeiterentlassungen die Folge davon waren. Und es wird sich nicht ver­meiden lassen, daß sich die Krisis noch mit tem zunehmenden Kohlenvevbrauch im Winter ver­schärft. Bedenkt man, daß im westfälischen Jn- dvsrriebezirk große Werke amerikanische Kohle kaufen «Men, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können, während wir ein die Entente unsere guten Kohlen liefern müssen, daun erkennt man darin die planmäßige Aussaugungspoli- tik der ehemaligen Feinde. Es hat keinen Zweck, daß in Brussel die Finanzsachverstän­digen aller Nationen Entwürfe machen, wie das Elend Ettropas zu beseitigen sei, solang Un­vernunft herrscht und die Ausbeutung der Schwachen durch die Entente triumphiert. Es nützt nichts, daß internationale Kreditpläne aus- gearbeitet werden, solange solche Räuberei alle' theoretischen Lösungen über den Haufen wirst.

Angesichts dieser Zustände ist es zu bewun­dern, daß noch immer der Glaube an eine bes­sere Zukunft in Deutschland vorhanden ist. Aber dieser Glaube ist da, trotz alledem und er ist die Vorbedingung für den Wiederaufstieg. Wie out dem Vertretertag des H a n s a b u n - d«s, der jetzt ebenfalls in Frankfurt stattsindet, gefordert wurde, soll unsere Wirtschaft wieder durch ein großzügiges Arbeitsprograrmn in ge­ordnete Bahnen gelenkt wecdeu Besserung tm Innern und nach außen ist die Losung. In einer Ansprache auf der Frankfurter Messe brachte der englische Generalkonsul zum Ausdruck, daß die Zeit die Wiederbelebung von Handel und Wandel gebieterisch fordere. Die Be­richte von der Messe legen besonderen Wert auf die Worte dieses Engländers. Das ist verständ­lich, denn wir hören verlohnende Worte von den Gegnern ja fo gern. Aber man kann auf sie nicht allzu fest bauen, sie bleiben immer tun die Aeußerung eines Einzelnen, während in den fremden Säubern ungehindert weiter gegen alles Deutsche gchetzt wird. Aber schließlich regelt

die Notwendigkeit des Warenaustausches auch die internationalen Beziehungen. Die Tatsache besteht, daß deutsche Waren wieder im Aus­lände verlangt werden, und daß Deutsch­lands Industrie und Handel zur Produktion und Ausfuhr bereit sind. Da trotz aller äußeren und inneren Schwiericckeiten so viel Unterneh­mungsgeist, so stader Tätigkeitswille herrscht, werden wir auchllbie Hemmnisse des kommenden Winters bewältigen. Dazu ist allerdings zuerst erforderlich, daß im Lande Ruhe und Ordnung sichergestellr werden und mehr Einigkeit gewahrt wird, damit alle Kräfte sich dem Aufbau widmen können. k_ F. Dr.

Sie Mumien in Richlaud.

Aufruhr im Jauern unb an der Front.

(Eigener Drahtbericht.)

London, 5. LMoiber.

Verschiedene Blätter veröffentliche« überein­stimmend Berichte Ober die Unruhen und Streikbewegungen jn allen Teilen Sowjttruß. lands. Die Herrschaft der Sowjet-Regierung ist erschifttert. Rach einem Telegramm ans Rarwa sind die Ersenbahnangestellten der nordwestlichen Linien Rußlands in den Streik eingetreten. Ein bolschewistischer Kommissar, der die Streikenden bedrohte, wurde von ihnen getötet. Zwölf Delegierte, die von Moskau entsandt worden waten, um den Frieden wieder zu vermitteln, ivurden ohne weiteres Urteil erschossen. Na­hezu alle Arbeiter der Fabriken von Petersburg stellten die Arbeit ein. Sie erklären, sie griffen zu dieser Maßnahme als Protest gegen den Brot­mangel. jedoch ist das wirkliche Ziel der Strei­kenden der Sturz der Sowjetregierung. Die sich ausbreitenden Erfolge Wrangels in Sitdrußland machen der Sowjetregierung ernste Sorgen, wie ihre Organe selbst zugeben. ES ist bereits er­wogen, daß für den Fall die zunehmende M e u terei und Gehorsamsverweigerung der bolsche­wistischen Truppen, sowie die sehr stark zugenom. menen Ueherlänfe ganzer Regimenter «, den Gegenrevolutionären nicht mehr aufzuhalten sind, die Diktatur in schärferer Form ancepaßt wird, falls die Regierung an der Macht bleibt.

Niederlage der Bolschewisten.

Berlin, 5. Oktober. (Privattelegramm.) Der PariserMatin" meldet airs Warschau: Die rus­sische Südarmee hat kapituliert, fibnf- unddreißigtausend Mann haben sich der Armee Wrangel ergeben Die Times melden aus Kon­stantinopel untenn 2 Oktober: Wrangel hat Meiriampol überrtnnpelt, wobei er zahlreiches Kriegsmaterial erbeutete. Vertreter der Krim befinden sich auf dem Wege nach Parks, um sich dort mit den polnischen Vertretern üb-r den ge­meinsamen polifischen und militärischen Feld­zug gegen die Bolschewisten zn einigen.

*

Eine füdrusfische Regierung?

Wien, 5. Oktober (Eigene Drahtmeldung.) Rach Bukarester Blättermeldungen ist der frü­here russische Gesandte in Bukarest. Poklewsky- Koziell zum diplomatischen Vertreter der sstdrnssischen Regierung des Generals Wrangel in Rumänien avSersehen. Poklewski- Koziell, der sich nach der Revolution in Rnmä- nien als Privatmann aufgchalten ha-, gift als überzeugter Anhänger der Wiederherstellung eng.^ ster FreunvschaftSbeziehnngen zwischen Rußland und dem benachbarten Rumänien.

Achtstnudenllig für Seattle. Pflicht zur vollen Erledigung der Arbeit.

(Prwat-Telearamm.)

Berlin, 5 Oftobcr.

Seit kurzem ist. wie derDena" von zustän- fcincr Stelle mitgeteilt wird, durch einen besvnde- rett StaakSministerialbeschlitß für die Gesamtheit der Beamten der achtstündige Arbeitstag festge­setzt worden. Jeder Beamte ist danach verpflich­tet, seine volle Arbeitskraft in den Dienst des Staates zu stellen »nd hat die ihm übertrage­nen Arbeiten rechtzeitig ohne Rücksicht auf eine festgesetzte Arbeitsstunden zahl erledi­gen. Die in der Regel an der Dienststelle, oder etwa durch Teilnahme an Sitzungen ufn>., zu

leifftnde Arbeitszeit beträgt wöchentlich achtund­vierzig Stunden. Lus der Fassung dieses Be­schlusses geht hervor, daß es ein Irrtum wäre, anzunehmen, daß nunmehr die Beamtennicht mehr und nicht weniger" wie ein Berliner Blatt schrieb als acht Stunden zu arbeiten habe». Ihre Pflicht ist es vielmehr, solange zu arbeiten, wie es der Dienst verlangt, also auch über die festgesetzten acht Stunden hinaus-

Snletnnlionale Mitfragen.

Ans der Brüsseler Konferenz.

(Eigene Drcchttneldung.)

Brüssel, 5. Oktober.

Der gestrige Konfereuztag war den Arbeitö- kammern gewidmet. Es tagten soivohl die Kommissionen für das Geldwesen und die Wt chselknrsstage, als auch der Arbeitsaus­schuß fiir die Staatsfinanzen. Die Verhandlun­gen sind auf Anordnung der Konferenz streng geheim. Soweit aber bis jetzt zu efikenne« ist, dürfte der Kommission über die internatio­nalen Kredite eine große Bedeutung zu­kommen. Auf deittscher Seite wird der Gedanke verirrten, daß es Sache des amerikanischen Kapi­tals sei. Westeuropa und Deutschland zn sanie­ren, worauf dann die wiederherge stellten Wirt- schastskräfte Deutschlands für den Wiederaufbau des OstenS, besonders Rußlands, verwendet werden könnten. Havas melvet ans Brüssel: Die Finanzkommisfion hat die beutfdyeit Ver­treter «m eine Ergänzung über bestimmte Et klärmtgen im letzten Berits ersucht, der von der deutschen Wirtschaftslage handelt. Die Vertreter der Ententekommission in Berlin ~nb in Brüssel eingetroffen, um an den Besprechun­gen über die deutsche Finanzlage in der Kommission tkilztmehmetl.

Handel mit Frankr eich.

Gens, 5. Oktober. (Eigene Drahtmsldung.f Das PariserJournal des Debats" berichtet: Bei« Empfang des deutschen Botschafters durch den Ministerpräsidenten wurde die Frage beri Wiederzulaffung des freien Handels zwischen Frankreich und Deutschland eingehend erörtert. AlS erster Schritt hierfür ist die Wie- dereinrtchtung von sieben deutschen Handels- konsulatenin Frankreich anzusehen, die Bot­schafter Mayer sür Anfang 1921 ankündigte.

SnWeidnng der Radikalen.

Die Abstimmung der Ansbhsingigen.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 5. Oktober.

Am Sonnabend und Sonntag sanden die Wohle» der Delegierten zum Halleschen Partei­tag der U. S. P. statt, der über den Anschluß an Moskau entscheiden soll. Bisher liegen ver­hältnismäßig wenig Ergebnisse vor, die ganz verschieden ausgefallen sind. In Berlin be­trägt das Gesamtergebnis 15 500 Stimmen für und 13 600 Stimmen gegen den Anschluß. Be­merkenswert sind die Ergebnisse aus anderen Großstädten. In Leipzig wurden 11876 Stimmen gegen und 7789 Stimmen für Mos­kau abgegeben, in Bremen sogar nur 4s5 Stimmen für unb 1300 gegen bett Ansästuß. Die Wahlbeteiligung war schwach. In Großberlin be­trug sie fünfundvierzig bis fünfzig Prozent. Jn manchen Gegenden sogar nur 25 vom Hundert

©egen Moskau.

Leipzig, 5. Oktober. (PrivatteLgraMM.) Wie

, oas Leipziger Tageblatt erfährt, hat die am Tountag unb Montag in Leipzig vorgenom­mene Urdbfiimtiumg über die Aufnahmebedin­gungen der konuauuLsttsche» Internationale eine unzweideutige Mchrheit gegen die Mos­kauer Diktatur ergeben. Als Teilresultate liogen vor: 12587 Sttmmen gegen und 8380 für Moskau. Do» zehn Wahllokalen steht das Er­gebnis noch aus, doch ist nicht anzunehmm, daß diese Das Kräfteverhältnis etwa noch zu­gunsten Moskaus verschieben werden.

Kommunistische Landtags-Kandidaten.

Berlin, 5. Oktober. (Privattelegrammnitt Jn Berlin sanden gestern sechs kommunistische Bersammlungcn statt. Jn ihnen wurde mitge leftt, daß die Kommunisten in allen Wahlkreisen Preußens für die veLsrstet-ep.den Landiags- ivahlcn eigene Kandidaten aufsteScn wol­len. Es wurden Resolutionen angenommen ge­gen jede Unterstützung her Mel-rheitSsozialiften und der U. S. P. im kommenden Wahlkampf.

Unsere Gesundheit

Traurige Folge der AntcreruShrun-.

Dir kLrzti-tz it< Äaffel ftaltgcfimbcne Taguni t«< Dabrrknlptr. FürsorarverrinS ttrngte übe: bi« gratzs. .«führ ter VoUserankheitrn ;u Beriet; len. Im »«»ftebeuben AafsM, leirb bargeteet, wir ishr »eüitolanb eeaSttanft; eiten hrinigrsuchi ist. Die furchtbaren Erschütterungen des Welt- brieMs und der mit ihr verbundenen Hunger­blockade, der Revolution und der ganzen gegen- löättigcn Notlage sind natürlich aus die Gesund­heit unseres Volkes nicht ohne Einfluß geblie­ben, und os ist wohl die wichngsie Zutun fts- ausgade, rmö> unser höchstes, ja fast einziges Gu:, die Volksgesundheit, nach Möglichleit zu echal- ren. Den gegenwvitigxn Gesundheitsstand des VoMes und die sich daraus ergebenden hygieui- ichen Forderungen behandelt der berufenste Ken­ner, Miuislerialdirettor Professor Adolf Gotr- stein, in einem Buche. Was die VedSlk«gntngs- bsweguag anbelangt, so ergab sich durch den Krieg eine Abnahme der Geburtenzahl um vier­zig Prozent, die aber mit dem Jahre 1919 ihren Tiefpunkt überschritten haben dürst:, und eine ganz beträchtliche (Steigerung der Sterblichkeit bei den Altersklassen über fünf Jahren, während die Säuglingssterblichkeit keine wesentliche Ver- äuveriung erstchr. Im Mittelpunfte der Ver- schlechterunig der V-ollsgesundheit steht die Tu­berkulose. Während tm Jahre 1912 einunb- vierzitztausend Personen an dieser KranLheit starben, belief sich die Zahl ihrer Opfer 1917 auf nahezu achtun'osech-zichausend und 1918 aüf rund neunzigtausend. Die

Steigerung der Todesfälle

durch Tuberkulose War in den ersten Jahren des Krieges nxie sehr langsame, erfuhr über von 1916 ab ganz plötzlich einen steifen Ausstioa und parallel damit ging eine Steigerung der Krank­heiten der AtmurrgsorMne überhaupt. Vielfach zeigte die Tuberkulose ein ganz verändertes, akutetes Krankheitsbild. Heute durchbricht der TuberkeMazillus viel häufiger als früher den schützenden Drüsenwbll und befällt die Lrmgen. Gerade auch bei den Bessergestellten nimmt diese bisher bei chtten seltenere .Fugendtuberkulvse er­heblich M. Diese gesteigerte Durchseuchung der Fügend gestaltet die Lage so ernst, denn wahr­scheinlich ist die SchWindsttcht des erwerbssahigeu Alters das Sekundärstadium der ruhenden Tn- berkulofe der Jugend. Nach der Tuberkulose ist besonders die Zrwahme der Geschlechts- krankheiten ein Gegenstand ernster Sorge. Dagegen ist die dritte große Volkskrankheft, der Alkoholismus, durch den Mangel an Al­kohol wahrend des Krieges außerordentlich gün­stig beeinflußt Worden. An neuen Erkrankungen, die Während des Krieges in unmitteLbe.rem Z-.t- sam men Hang mit den Ernährungsiverhältniffeir auftraten, sind die sogenannte Hunger- sch Wellung und die Spätrachilis oder Knochenerweichung der Jugendlichen zu nennen. Im allgemeinen War die

durch die Ernährnngsschwierigleiten bedingte Gewichtsabnahme von empfindliche» Einwirkung auf den allgemeinen GesundheiiZ- zustand; der dadurch herbvrgerufene Gewebe- Mmnro Wird nicht so baÄd auszugleichen f.-iit -nb darum die verminderte körperliche und gei­stige Lersfttnasfähigkcit noch längere Zeit anhal- teu.Die Etnförmigkeit, die Verdauungsstörmr. gen durch Mver verdauliche Kott, namentlich das so unbekömmliche Brot Wirkien unmittel- dar auf die Sti'.mnung,' sagt Gottstein.Ein Volk, dessett Därme stotrdig mit Blähungen zu kämpfen haben rvnd dessen Zungen stets einför­mige Kost schmecken sollen, ist für bett Anruf auf Besonnenheit, Ruhe und Geduld taub. Es sucht dann eben anbae Ablenkungen; Reize w'c SvielWut, TanzWut, sexrielle Zügell-osig- keit nehmen ebenso überhand wie Betäubnngs- Versuche: der Mißbrauch von Mi'rphium, Kokain hat zugenommen. Schlägt der Pendel zu weit nach der einen Seite, so folgt unfehlbar der Ge- genzchlag, der sich dinch Zunahme von M y st e - zismus nud Aberglauben kennzeichnet. Ader Wie auch der Pendel schließlich zur Rtche kounnt, sv handeÄ es sich hier wohl auch mehr um UsScraangserfcheiniMrgen." Don den einzel- nen Alte'sstaffen sind Säuglinge und Kinder ül er Haupt. Soweit sic gesund waren, weniger tu MitSeidenschast gezogen Worden, mehr dieJu­gendlichen", die in ihrer körperlift-eu und morali­schen Gesundheit schwer gelitten haben. Der ®$» -pnfatz der hettügen GesundheitSverhAtniffe zu denen vor dem Kriege erscheint d^tdurch noch nimso größer, daß die hvgienischc Entwicklung seit 1880 besonders günstig war Wenn der Ver­fasser zürn Schluß eine Prognose für die Zrt- ftrnft,die schwierigste Aufgabe ärztlichen Kön­nens"'. wagt, so cririrert et an die ge-ensätzlich.n Beispiele von Irland und Finland. Ein ,ster- dendes Volk"', dessen Schicksal sich in beftändi-nr Abnahme per Bevöl?erungsziffer zeigt, sind die Iren. Jn Finland dagegen, wo im Jahre 1868 durch eine Hungersnot etwa acht Mozent der Einwehuer vahingerafft wurderr, trat schon nach fünf Jahren eine Einholung der Verluste ein