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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 226,

Fernsprecher SSI mW «L

Donnerstag, 30. Septemder 1920

10. Jahrgang.

Fernsprecher 951 mW 951

jj* MffeUr lieueftex Katfiri^Un erscheinen wScheEch fed)«niat nab zwar abenb«. Ser «bonnementtpret« beträgt menatL MO Wart bei freiet Znstellimg bi« fan«. BefteHiniaen »etben ;eber|«u oen bet Geschäftsstelle aber den Seien entgegengenemmeiu Druckerei Berta# Rebattiowi «chtachchofstraße 18/10. Für eroetiangt etngefanbte Beiträge tam, bU Rebettt«« etx« Bettmbnertmg aber Gewähr in keinem Falle übernehme», «üü-ahlmm be« ffegngfgelbe« ober Lns»rüche Wege» etw-igerxtchi o*-'nimgemäitger Lieferung anegeschloss«.

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Hoffnung auf Besserung durch Brüssel.

Schis

r Betfall, den« brauchten nun

Verzicht der Bergarbeiter.

Dresden, 29. September. (Privattelegmmm.) Die Bergarbeiter des Zwickauer Reviers, >cd Oelsnitz-Lugauer Reviers und des Plauen- chen Reviers haben die Regierung wissen lassen, daß sie Mr HerbeiMrung gesunder wirtschaft­licher Verhältnisse aus weitere Lohnforderungen Verzicht leisten. Sie verlangen dafür aber cincn Preisabbau alber Lebensmittel,

erheblich« Einfuhr dringend erforderlich. Die allgemeine Teuerung steigert stch für DerttMand in einem ungewöhnlichen Matze durch die völlige Entwertung des deutschen Geldes. Bergmann gab der Hoffnung Ausdruck, datz dieser Bericht den Konferenzteilnehmern einen Einblick tu die ungünstigen Finanz- und WirtschaftSverhältniffe Deutschlands ermöglichen werde. Seine sachlichen Ausführungen, die stch darauf beschränkten, die wichtiWen Punkte der deutschen Denkschrift kurz zu wiederholen, begeg­nete« auf der Konferenz starkem Interesse und Beifall, der stch steigerte als der Staatssekretär erklärte, datz die deutsche Regierung trotz der bestehenden unerfreulichen Verhältnisse dir Fi­nanzlage nicht für verzweifelt halte und datz fie aus der Wiederkehr von Ruhe und Ordnung und aus der erfreulichen Meder- belebung des Willens zvr Arbeit in allen Bevölkerungsschichten das Vertrauen schöpft, datz mit ernsteur Bestrebe« und unter größter Spar­samkeit Deutschland in der Lage sein werde, den gegenwärtigen Tiefstand zu überwinden.

erfahren wir jetzt Abkommens des

Sie Stössel« Konferenz.

Wille zur Verständigung.

(Eigener Drahtbericht.)

Brüssel, 29. September.

Der Eindruck, den der bisherige Verlauf der Konferenz in den Kreisen der Teilnehmer aus- gelöst hat, kann im allgemeinen als re<A günstig bezeichnet werden. Könne» auch bedeutendere posttive Resultate nicht erwartet werden, so ist doch festzustrllen. datz in allen Konftrenzkreisen der Wille zur Verständigung wrd zur Zusammenarbeit vorhanden ist mW sich in -ch freulichem Maße auszuwirken beginnt. In den Verhandlungen des Plenums kommt das natur-

Sie Lohn-SchwieriMte«.

Neue Forderungen der Straßenbahner.

(Vrivat-Telearamm.)

Berlin, 29. September.

Die Morgenblätter melden neue hohe For- de-nngen der deutschen Straßenbahner. Dir Mviertgen und langwierigen Berhandlun- gen deö Arbeitgeberverbandes der deutschen Straßenbahnen mit dem TransportarVeiftrver- br rd und dem Fachverband der Privateisen- bahner zur Erneuerung des am 30. September al gelaufenen Tarifvertrages sind gescheitert. D e Forderungen der Arbeitnehiner-Organi- i-iion gehen dahin, daß die volle Reichsbesol­dung auch auf die Kleinbahnen übertragen Wer­ben soll. Das ist ober nicht möglich, weil die Reichseisenbahnen mit einem jährlichen Zuschuß von flebzehn Milliarden Mark arbeiten.

jede Wiederanknüpftmg weltwirtschaftlicher Be­ziehungen. bei denen wir nicht bloß der lerd-

nchtung «Meier Seeschiffahrt eine über «m JntereffenkretS dieser selbst herauSgehende Bedeutung. Nachdem die Hamb-urg-Ämerikll- Linie sich schon vor einiger Zeit mit dem Harri-

Hoffnung trotz der Notlage.

Brüssel, 29 September. (Eigene Draht- mejbung.) In seinen Ausführungen sagte der deutsche Staatssekretär Bergmann weiter: Für die beiden Rechnungsjichre 1919 und 1920 mußte die Durchführung des Friedensvertrages mit 4£ Milliarden Mark eingestellt werden. Die Unter- Haltung des Deutschland auferlegten Söldner­heeres erfordert weit größere Ausgabe« als ein Heer auf der Grundlage der allgemeine« Dienst­pflicht. Alle diese Lasten sind von einem in sei­nen Grenzen und Erwerbsquellen wesentlich verengten WtrtschaftSkörper zu tra­gen. Auf der anderen Seift macht der Zustand der Ernährung und Kleidung, sowie die Ent­blößung des Landes von Rohstoffen eine sehr

Niederlage» der Russe».

Di« Bolschewisten werden überall bedrängt.

Ligen« Drahtmeldun«.)

Königsberg, 29. September.

Eine Warschauer Meldung besagt, datz eine große bolschewistische Armeegruppe von den regulären polnischen Truppen einge- schloffen sei. Die Kapitulation einer Sowjetarmee stände bevor. Dadurch wür- de das Gouvernement Podolien von den Sow» jettruppen stet. Aus ukrainischer Quelle wird gemeldet: General Wrangel beabfichtigt, den bekannten Kadettenführer Miljukow zur. pro­visorischen Präsidenten der sutrufst- schen Republik ausruftn zu lassen. Rufsisa n Zeitungen zufolge hat General MÄarow und General Wränget die Front der Bolschewisten zwischen Zaretz>n und Woronesch durchbro­chen. Im t. bangebiet sind vier rote Divi- ssonen zu den Kosaken übergegangen, die sich gegen die Bolschewisten erhoben haben. Warschauer Blättern zufolge hat der alliierft Botschafterrat in Paris den Beginn der B l o k- kade gegen Räterußlanp auf den 15. Ovober festgesetzt. BiS zum 18. Ottober wird den Russen Zeit zum Friedensschluss gegeben.

Swiger Mbelmik

Die englisch-amerikanische Konkurrenz (Eigene Drattmeldung.)

London, 29. September.

DaS englische FinanzblnttFinancial News" schreibt z« dem Bericht des britischen HandclS-AttacheeS in Buenos-Aires:Es kann kein Zweifel bestehen, daß in der nächsten Zukunft die vorhandenen Institute in Argenti- nie« auf dem Gebieft des Bankwesens j« stär­keren Wettbewerb miteinander treten. Der Augenblick für den Handel ist aber gchnsti-.

Rorddeut;chen Lloyd mit der United States Matt Sftamlship Cie. in Newyork über gemein. fQlne Hanseatischen

^Mieden fein:

"..^"..S^i.talbedarf per deutschen Wirt- schäft ist wenl^tens zurzeit ein starkes Argu- MMt gegen Sozialisierung. Aber auch sonst setzen sich entschieden wieder Serebmen der freien Wirtschaft und der individuellen Be- tätiMng durch. Der Abbau der noch bestehen- beträchtlichen Reste der Zwangswirt­schaft rst fast allzemernes Verlangen. Den stärk­sten Eindruck macht die leihweise Freigabe des LebensmittelHandelS (Kartoffeln und Fletsch): allerdings stand die Fleifchzwangswirischaft nt- letzt nur auf dem Papier. Es wird aber mit Fin, nicht allzu große Hoffnungen auf unmittel- bare Wirkungen zu setzen. Eine wirkliche Gesun­dung ist hier, wie überall, erst allmählich zu er­warten, wenn die Preise der P-oduktwwsMttol wieder finken. Bei Deutschland kommt hinzu, daß wir lecher für die Ernährung immer noch überaus stark ans Einfuhr angewiesen strch, die augenblicklich wieder einmal durch ein

Diesen Worten folgt« ein sudelnder Bets " ' die Kleinen hatten verstanden, sft 1" Werhaupt nicht mehr in die Schule *u' gehen. <5? wurde noch manche Rede gehalten, ht dem diese Kleinen zur Verhöhnung und Verachtung wglrcher Autorität aufgefordett wurden. Die Tragikomödie erreichte ihren HSHePunft, als die Kmder aufgefordctt wurden, das Svwjet-Ruß. land und die Welttevolution hochleben zu lassen, was sie mit einem furchtbaren Radau auch be. sorgten. Dann formierte sich noch ein »Demou- strationSzug', in welchem von den Kleinen und Kleinsten neben vielen Hunderten roter F ahn er auch Plakate mtt folgenden bezeichnenden In- ichriften getragen wurden:. Wir brauchen keine Religion?", »Wir kämpf;« für die religionslose Schule!", »Gegen die Mucker!', »Läßt uns mit Gott zufrieden, das Glück ist nur hinni:denft Dieser Berliner Vorgang Mtt uns mtt er­schreckender DeuflichSeit vor Augen, was heuft alles Möglich ist.

An Ostpreußens Grenze.

Berlin. 29. September. (Privattelegrmmn.) Rach einer Meldung aus Königsberg beginnen die Polen die Grenze gegen Ostpreußen mtt Stacheldraht und Maschinengewehren ab- zu sperr en. Bei Grajewo steht man berettS meilenweit einen einzigen Stachelzaun. Dahin­ter sind auf polnischer Seite Maschinengewehre und Geschütze aufgefahren. Auch bei Oletzko ist mtt der miälitrischen Abschnürung der preußi­schen Grenze begonnen worden. In Lyck bön man Kanonendonner aus Richtung Ausustowo.

Trotz Sozittlisierungsprogramm und Steuer­streik scheint es, daß doch die Arbeiterschaft zur­zeit etwas ruhiger sei; die Streiks sind weniger zahlreich un-d enden rascher. Allerdings schwebt über ter ganzen Wirtschaft zunächst das Da- mo-rlesschwett des intenrationalen Konjunk­turrückganges, der WerM zu BetriebS- erustellungen oder Einschränkungen und Arbei- terentlaffungen Whrt. Die Ausgabe der »pro­duktiven ErwerbSlosenKrso-rge' wächst zu riesen- Laster Größe. Der Käuferstreik ist nichts als die logische Folge der UeberauSnutzung der Kon- ftmktur des ersten Friedensjahres drtrch einen Tett der Unternehmer und Händler; suchte 1919 bte ausgehungerte Welt zunächst einmal den -ersten Hunger wieder zu stillen, so zwingt ISA die maßlose, weit über die schlimmste Kriezs- zett hiNESgchende Preissteigerung zur äußer­sten Einichränkung des Konsums. Dazu kommen «wer für den Prodngenten jeder Art die geradezu phantastiichen Sftigerungen der Produk­tionskosten, denn der Produzent ist nicht nur Verkäufer von Ferttgware, sondern auch Käufer von Rohstoffen und Halbfabrikaten. Eha- raktertstisch hierfür ist die jetzt von der Genrral-- versammlung der Allgemeinen ElekttizitätS-Ge- sellschaft bdchlossene Vermehrung des Kapitals der A G. G. von Z00 auf 550 Millionen Mark Das scheint ungeheuerlich 'und enttvricht doch doch nicht einmal den wMlichen Pedürfniff°n Tte Kosten für Halbfabrikate gewisser Art, die zur Verarbeitung erforderlich sind, wie Fein­bleche, sind auf das Biertiakacbe der Fttedens- 1 greife eef«^:«; der Wett des jetzigen Bestandes I der A. E. G. an Rohstoffen, Fettig- und Halb- , fabrikaten beläuft sich auf über eine Milliarde Mark. Ueberall sonst das gleiche Bild: ein Wag- gon Thomasmehl, das der Landtritt zur An- I reicherung des arrsgesaugten Bodens dttngend braucht, kostet soviel wie im Frieden ein kleiner Bauernhof.

gemäß weniger zum Ausdruck, als in den zahl- reichen «nverbiickflichen Besprechungen, zu denen sich die Vertreter der einzelnen Länder außerhalb der Sitzungen znsannnenfinden. Die deutsche Delegation hat wicderhott Gelegenheit gehabt, mtt den Vertretern der übrigen Länder in Be­ziehungen M treten. Sie ist insbesondere mit den amerikanischen, englischen und französischen Bertreftrn in Fühlung ge­kommen. Der Meinungsaustausch pflegt sich da­bei nicht nur aus die Gegenstände der Konferenz zu beschränken, soirdern baritocr hinaus bietet sich Gelegenheit, auch andere zwischen den ein­zelnen Regierungen schwebende Frage« zu er­örtern. Die Eigenschaften des Staatssekretärs Bergmann insbesondere bringen es mit sich, daß auch die Frage der WiedersUttmachung daüei in Erörterung gezogen wirft.

Ausschaltung des elterlichen Einflusses aus die Erziehung der Kinder preist. DmnoA wrrrde Löwenstein von den Unabhängigen mit Unterstützinug der Mchrheitrfozialdomokraten! gewählt. Die Bestätigung fteilich stcht noch aus, es Mißte ganz unmöglich rrfcheinm, daß dieser Mann, auf den die von der ReichSverfaffu-rg zur Voraussetzung gemachten» Eigenschaften ftl? die Bofleiduug eines solchen Amtes in seiner Weise zutteffen, von der aufstck>tSWHrend.-n Ne- hörde als geeigneter Sachwalter für da« Groß- berliner Schulwesen anerkannt wird. Um nun aber nach dieser Richtung hin einen bestttmnten Druck auszuücben, appellieren die Schützer Lö­wensteins an die Straße. Adolf Hoffmann ver­suchte etwas, was selbst unter den heutigem Ver­hältnissen noch nicht dagswesen war: eine Kin­de r«Mobilmachung. Zu einigen Tausm- den waren, mit roten Fahnen ausgestattst, unter Beglettung dsr Eltern dies« Kinder auS de« per. schiedensien Stadtteilen Harangeholt und nach dem Lustgatten, dem großen Platze vor deqtz Schkoffe und dem Dom dittgtert worden. Da waren fie nun alle erschienen, die im achtung­gebietenden Alter von sechs dis tzchn Jahren stechenden männlichen und weiMtchen »Demvn- rtrantzn*. Selbst die noch fleiuereü, ja Mt Kleinsten, die noch auf dem Arm getragen wer­den mußten, waren in dem General-Aufgebot vertreten. Ehe Adolf Hoffmann, der Organisa­tor dieses »Kinder-KreuzMges' mit ftiner Redr beginnen konnte, dauerte es ziemlich lange, denn eS erhob sich ein ochrenIbetLubendeS Hkulen uwd Geplärre jener Demonfirwtten und Demonstran- ttnnsn, die sich nicht von dem R-ocktzipfel der Mutter trennen konnten. Dazwischen gab es ein Gerufe aus Hunderten von Kehlen zugleich nach den »Verlaufenen'. Adolf Hoffmann batte inzwischen mit feiner Rede beMnnen und sämt­liche anwesenden Säuglinge zum Auscharren im KanW-ft gegen die religiös- Erziehung, gegen »Religion und Muckertum' aufgeforvett. Aookf Hoffmann forderte des weiteren die zum größten Teil noch garnicht einmal schulpflichttgen Göh­ren dazu auf, demonstrattv

dem Religionsunterricht fernznbleibe«.

lande, viel weniger prinzipielle als rmmtttelvar praktische Ursachen. Bricht dagegen die ruMche Räterepublik zusammen, so wäre dmntt eine nicht zu leugnenide Stärkung der .kapitalistischen' Wittschaftsrichtung gegeben. Roch wichriger aber werden, wenigstens für Deutschland, die Ergt-b- nisse der Konferenzen von Brüssel und Genf fein Das Maß der Last, die dott Deutschland aufge- bürdet werden wird, ist entscheidend für eine wettere Arbeitsfähigkeit. In der inneren Wli- ttk wird es stch vor allem darum handeln, ob die Pi-.htung einer auf lange Sicht und Mes Be- harren übgestellftn »Arbeitsgemeinschaft' »wischen Unternchmertum uttd Arbeiterschaft siegen wird odw die eines optimistischen So- zialisterungSetferS, die von einer AuS- fchc ltung deS Unternehmertums das goldene Zeitalter erhofft. Der jetzt bekannt gewordene Bericht der Sozialrsiernngskommissiwn Mer die Sazialistertmg deS Bergbaues, zu der MrtgemS ZettungKnachrichten zufolge kein einziger Berg- lvrusachverständiger zugezogen worden sein soll, zeigt, daß diese Hoffnungen trotz aller Fehl­schlage bet letzten zwei Jahre nicht erloschen sind.

Sie Wirtschaftslage.

Unklare Entwicklung.

Von

Prof. Dr. WygodxlnikL, Bon«,

Unklarer als ftmalS ist das Bild der Wirt- schafftslage und der eng mit chr verbundenen sogialen Verhältnisse. Das eigentlich Kennzeich­nende ist immer itoch daß dftS Bild nicht aus eigenen Bewegungen der Wirtschaft heraus be- Mtmnt wird, die es vielmehr nur seiuuidär be­einflussen, sondern von der großen Politik, und zwar der inneren wie der äußeren in gleicher Weise. DaS gibt der Lage das völlig unbe­rechenbare, das stete Umbiegm und Schwanken der Entwicklung. Meibt im Kampfe mit Polen Rußland siegreich, so bedeuttt das dne gewär­tige Verstärkung der radikal-sozialistischen Strö­mung, die sonst wie der anscheinende Zusam­menbruch der italienischen Dtetallarb eiter- bcwsguug deutlich zeigt abzuflauen scheint. Denn der drohende Bergarbeiterstreik in Enz- land hat, wie stets in dem nüchternen Insel-

völkerung, also viereinhalb Mlltone« Menschm in dem unabhängigen Schttststeller Dr. Löwen­stein ein Bekenner religionsloser Weltanschau­ung aufgedrängt. Die Ettem von Berlin wol­len es sich nicht gefallm lassen, paß ihre Kinder imter das Machtgebot dnes Mamreö kommen, der als seine höchsten »Ideale' die religtonS- freie Schule und die

Deutschlands tEtHamngem

Berlin, 29. September. (Privattelsgramm.- Auf der Brüsseler Finanzkottferonz legte der deutsche Delegierft, Staatssekretär Bergmann, die Finanzlage des deutschen Reiches an Hand der bereits bekannten Ziffern ausstrhrlich dar und sagte dann Wer die zur Deckung der Aus­gäben ergriffenen und noch zu ergreifertfaen Maßnahmen: Gegenwärtig wird in Deutsch- land eine Steuerreform durchgeführt. Für das Jähr 1920 wird ein Eingang von mehr ats Wi Milliarden Mark ertoartet. Das ist ein Bettag, der für sich allein schon die Ausgaben des ordenttichen Staatshaushaltes deckt, etwa 39% Milliarden. Die deutsche Regierung ist aber m der Besteuerung schon an die Grenze des Möglichen gegangen. Dabei ist sie von der ErwaWng geleitet, daß jede Verminderung der Prodttktwn vermieden werden muß, damit nicht erwa die Ansttengungen, die Reichseinmchmen ur erhöhen, zu gegenteiligen Ergebnissen Mhreir. Wir Enne« Sie versichern, daß dft Reichsfinanz- Verwaltung für die Einhaltung allergröß-

Sparsamkeit kämpft; ihre Anstteagun- sind aber brsher zum Teil mtf unüberwind- lify Hindernisse in der MttschaftslaM gestoßen L-wveit Ausgaben infolge des Krieges und der BedinguMen des Fttedensvettrages notwendia wurden, sind Ersparnisse nicht möglich. D

Ist es möglich?

Der Kampf um Ne Kiudesfeele.

Durch Die «ahl be« Schrift,

ff ene»S® t^Btsenftein gemO6ebff«btf*uI*«* t>»n ®e*U* iff ein« allgemeine Erregung unter Eltern und Schülern in de»Reich«hanptff<cht entstanden

AuS Berlin schreibt unS d« M-ttarbdter; In welch .hervlichrr' Zdt wir gegenwättig le- ben, haben wir am verflossenen Sonntag in der Reichshauptstadt erfahren können. Augenblick- lich durchtobt Groß-Berlin dn leidenschaftlich bewegter Kampf, der um das kostbarste Gut, das wir besitzen, «rsgesochten wird; der Kampf um die Kinderseel-! Trotz deS geschloffenen Widern spruchs dar Katholiken, der Protestanten, wie