Nummer 221
$reitag, 24. September 1920
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10. Zahrgartg.
Fernsprecher Kl und 952.
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Kasseler Neueste MchMm
Kaffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Veschrönkung -er Ausgaben im Reich.
Sieber-Erscheinungen.
®ie NervofitSt in» Volke.
Mm fragt sich vergebens, wann WM einmal die Zeil komme« werde, in der das deutsche DoA von feinen Fieberschauern geheilt sein wird. Eine schleichende und darum umso türkischere Krankheit, die alle Symptome deS Eigennutzes, des Haffes und Kampfes in sich vereinigt, hat sah eingenistet. ES vergeht Wohl kein Tag, an dem die Zeitungen nicht über Demonstrationen, Proteste, Streiks, oder über Nah- rungsmangel und Teuerung zu berichten hätten. Diese Zustände sind geeignet, beim friedliebenden und frtedebedürftigen Teil des Volkes Abscheu zu erregen. Und doch muß man, ehe man seinen Gefühlen unzweideutigen Ausdruck gibt, die Ursache dieser anormalen Verhältnisse bedenken. Geschähen die Kundgebungen und Tumulte nur auS Lust am Spektakeln, dann könnten sie nicht stckhe Ausdehnung annehmen. Daß sie immer Meder ftattftnden können, ist ein Zeichen für di« Verworrenheit der Lage. Die Unruhe U-yt sozusagen in der Luft. Den Grund ßrr all diese Erscheinungen «Micken wir in der allgemeinen Rot. ES herrscht ja Mangel an allem, was wir brauchen: an Lehensmitteln. Kleidern, Schuhen, Werkzeugen, Rohstoffen, Kohlen. uud dadurch auch Mangel an Arbeit. Da hierdurch alle Bande der öffentlichen Ordnung gelockert sind und der Uebelstand schon fast zwü Jahre dauert, ist die Unruhe erklärlich, aber trotzdem find ihre Folgen nicht mit diesen Gründen zu entschuldigen. Es wäre die Möglichkeit gegeben, die Not zu beseitigen oder doch vorerst zu mildern, bestände auf allen Seiten der ernste Wille zur Besserung. Aber leider liegt es am politischen System und den ungeeigneten Methoden, daß man nicht vorwärts kommt, sondern in der Produktion auf allen Gebieten aus Hemmungen stößt, die ein einheitliches Schaffen, eine aufs Ganze gerichtete Arbeit hindern.
Das größte Hemmnis für das Wirtschaftsleben ist das Hineintragen der Politik in die Arbeitsstätten in der Werse, daß bei der Behandlung rein wirtschaftlicher Fragen politische Bedingungen gestellt werden. Dadurch wird natürlich das Interesse vom eigentlichen Zweck der etwa die Hebung der Produktion herbeiführen sollte, abgelenkt und auf Dinge gerichtet, die getrennt davon geregelt werden müßten. Zu solchen unsachlichen Vorgängen ist die gegenwärtige Berliner Streikbewegung zn rechnen, die durchaus politischen Charakter hat und nur von einer kleinen Minderheit in Szene zu setzen versucht wird. Im Zusammenhang mit dem angekündigten Ausstand der Straßenbahner bemüht sich eine gewisse Gruppe politischer Außenseiter, einen allgemeinen Ausstand anzuzetteln, wozu ihr alle Mittel recht sind. Dabei kann man wieder feststellen, daß, wie in den meisten Fällen, die Wenigen ihren Willen der Mehrheit aufzwingen wollen. Ein erfreu- lickes Zeichen ist aber bei alledem die ablehnende Haltung der Arbeiterschaft im allgemeinen. Ernüchtermig und sachliche Betrachtung greifen doch mehr Platz, denn sowohl die Groß- berliner Organisation der sozialdemokratischen Partei als auch die der dortigen Unabhängigen, ja sogar die Zentrale der Berliner Betriebsräte lehnten in ziemlich energischer und deutlicher Weise die Beteiligung ab, als di« Arbeits- lostn-Kundgebung zur Anstiftung von Benn- ruhigungen benutzt werden sollte Da die Mehrheit der Arbeiterschaft sichtlich auf eine enMche Beruhigung des deutschen Wirtfchaftslebens hin- drängt, sollte die Regierung mchr Rückgrat zei- gen und den Treibereien, die der Gesamtheit des Volkes nur Schaden bringen, entgegenarbeiten. Die Abstimmungen in den Parteien der
sie nicht schuldlos an der ganzen Verwirrung ist, gegen das eigenmächtige Vorgehen wehrt, ist natürlich denn wohin soll« sie kommen, wenn sie sich die Entscheidung in solchen Fragen aus der Hand nehmen ließe. Auf alle Falle muß doch die Staatsautorität aufrecht erhalten werden. Es wäre fürchterlich träten wieder einmal Ereignisse ein, wie Anfang des vorigen Jahres, da kein Minister, der einen eigenen Willen batte, seines Lebens sicher war. Fast unglaublich ist es, daß in Dresden jetzt Aufrufe erlassen werden konnten, in denen der sächsische Ministerpräsident geradezu mit Lynchjufltz bedroht wird. Das klingt, als ob das bolschewistische Rußland schon in Deutschlands Grenzen herrsche. Gegenüber derartigen Leistungen können solche aufrühre- rffchen Elemente nicht ernst genug zur Besonnenheit gemahnt werden K. F. D.
IeutfÄlMÄs F-MiWSk.
Mahutvorts des Reichsfinanzministers.
sPrivat-Telearamm-l
Berlin, 23. September.
Kn 6er gestrigen Kabinettssitzung teilte der Reichspräsident mit, daß Finanzminister Dr. Wirth sich entschlossen habe, im Amte zu b l e i be n. Es wurde festgestetll, dass unter den ietzi genpolitischen Verhältnissen eine Aenderung des Kabinetts ungünstig wirken werde »nd deshalb Einigkeit notwendig fei. Danach machte der Reichsftnan-Minister Dr. Wirth eingehende Darlegungen über die finanzielle Notlage und zeigte unter Vorlage umfangreichen Zahlenmaterials, daß die Gesamtschulden des Reiches 242,7 Milliarden Mark betragen. Dazu treten noch die Verpflichtungen den einzelnen Ländern gegenüber für die übernommenen Eisenbahnen, sowie für Kriegswohlfahrtspflege etc. in Höhe von eimindvierzig Milliarden Mark. Tie Lage gestalte sich sehr ernst. — In diese Ausführungen schloffen sich die Erörterungen. Es wurde der einmütige Beschluß gefaßt, die Stellung des Finanzministers im Kabinett zu stärken unp seinen Einfluß auf die Finanzgebahrung des Reiches zu erweitern. Dieser Beschlnst wurde wesentlich mit Rücksicht auf die unbedingte Notwendigkeit gefaßt, zur Vermeidung des Zusammenbruches unserer Finanzen einen Stillstand und womöglich einen Abau in den Reichsausga- ben schleunigst herbeizuführen.
*
Beschränkung der Ausgaben.
Bersin, 23. September. (Privattelegramm.) Aus der gestrigen Kabinettssitzuna ist noch her- vorzuheben, daß alle Mittel ergriffen werden sollen, um der wetteren GeldentwerAmg zu begegnen. In den ordentlichen Etat 1921 sollen grundsätzlich lei ite neuen Ausgab en eingestellt werden. Eine systematisch« Einschränkuna der bisherigen Ausgaben ohne Unterbindung des Ausbaues von werbenden Anlagen soll in allen Etats durchgeMhrt werden. Reue Beamtenstellen sollen nicht geschaffen, dagegen soll ein schärferer und beschleunigter Abbau der Kriegs organi satio nen und der noch be- stehenden Stellen des alten Heeres betbeigeführt werden. Schließlich beschloß das Kübinett einstimmig auf der Grundlage deS Berichts der Sozialist erungskommission umgehend den Entwurf eines Gesetzes über die Sozialisierung deS Bergbaues vorzulegen.
Ar Berwirmng im Sften.
Ungewißheit über die Friedensverhandlung.
(Eigene Drahtmeldung.)
Königsberg, 23. September.
samuLungen Daß sich die Regierung, obwohl siäudigungsf rieden zu Yabeu. Die nächste
Sinken haben ergeben, daß es selbst unter den Radikalen tntr Ausnahmen sind, die sich nicht scheuen, sich MosSau zu unterstellen.
Kundgebungen anderer Art sind es allerdings, die in den letzten Tagen, veranlaßt durch den Lebeusmittelmangel, in verschiede- nen Gegenden Deutschlands veranstaltet wurden. Die hohen KartvffeHreise, die ja eigenwch erst durch die Verträge der Regierung mtfkmden sind, waren die Ursache zu Protestbewegungen. AVer bei Protesten ist es nicht geblieben. Drohungen mit Stillegung von Betrieben, Einstellung dos Bähnverkehrs, stellenweise Verweigerung des Transportes von Kartoffel« bildeten den Kernpunft von Entschließungen in den V<r-
Widersprechende Nachrichten liegen aus Riga vor. Bon der einen Sette wird gemeldet: Die neuen Friedensverhandlungen zwischen Polen und Rußland stehen wieder vor dem Scheitern. Die Abreise der Pole« ist jedoch auf Einspruch von Warschau hin unterblieben. Die Russe« erklärte» die polnischen Forderung«« für ««diskutabel. Tie nächste Sitzung findet am Freitag statt. Zwischen Wvna und Grod«o haben die Russen fünf Armeekorps konzentriert. Die russische Kavallerie zeigt M wieder vor Grodno. Wie cih Funksvruch Tembskis aus Ritza dagegen besagt, scheint die russische Delegation und besonders ihr Borfltzen- der Joffe jetzt, im Gegensatz zu der Konferenz in Minsk, den. ehrlichen Willen für einen Ver-
Zrcttag^den^Ll. eeptember angesetzt. *“* “'I ßrnährungsaussichteu.
Arbeiter und Bauern.
Die Erregung um den Kartoffelpreks.
(Privat-T elearamm.)
Gotha, 23. September.
Anläßlich der Verfannnlung des Gothaischen Bauernbund es kam es gestern mittag zu einer großen Kundgebung der hiesigen Ar bei- t erschuft. In sämtlichen industriellen Betrieben legten die Arbeiter um 11 Uhr die Arbeit nieder und zogen sechS- bis siebentausend Mann stark zu dem Versammlungslokal des Bauernbundes. Die Straßenbahnen lagen stundenlang still. Es wurde gefordert, daß der Kartoffel- Preis nicht über fünfzehn Mark htnauSgehen dürfe und paß Gotha sofort mit genügenden Kartoffeln versehe.« würde. Letzteres wurde von den Führern beS Bauernbundes sofort zugesagt. Neber die Preisgestaltung schweben augenblicklich noch Verhandlungen, doch dürfte eine Eini- gung auf einen Preis von weniger als zwanzig Mark bestimmt zu erwarten sei«.
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Protest-Versammlung.
Magdeburg, 23 Sept. (Privattelegramm.) In Magdeburg wurde gestern nachmittag nach Ar- beitsschluß in den Fabriken von den Arbeitern ein Demonfkrationszug veranstaltet, in dem auch Eisenbahner vertreten waren. Auf dem alten Martt hielten die Demonstranten eine Pro- ie st Versammlung ab, in der die Redner sich scharf gegen die Höhe dez Kartoffel- Preises wandten. Die Gewerkschaften wurden aufgeforbert, in den Sympathiestreik zu treten, falls die Eisenbahner sich zu einem Aufstand entschließen sollten Zu Ruhestörungen kam es vor uud nach der Versammlimg nicht.
Sie vkeichMe BeriaMng.
Einigung zwischen den Parteien.
(Privat-Telegramm.1
Berlin, 23. September.
Wie mitgeteilt wird, haben die Verhandlungen zwischen den Regierungsparteien zu einer Einigung über alle wesentliche« Punkte der preußischen Verfassung geführt, sodaß deren Zustandekommen gesichert sein dürste. Die Sozialdemokraten dürften einer Form des Staatsrats zustimmen, die diesem ungefähr Pie Stellung des Reichsrates im Reiche gibt. In der Frage der Autonomie der Provinzen wird eine Einigung etwa auf der Grundlage der Vorschläge des Zentrums erzielt werden. Die Ernennung des höchste« Provinzialbeamten wird im Einvernehmen mit der Staats» regiertmg durch den PrvvinzialauSschrch erfolgen. Heber die Frage der Ernennung der Mini S e r schwebe« noch Erwägungen.
Sbekschlefienr SedrSnsnir.
Sie Besprechungen ht Pari».
lPrivat«T elecrrrnnm.)
Benthe«, O^S.. 23. Sept.
vor der Abreise Le Ronds «ach Paris war, wir jetzt feststeht, der Pole Sorfanty mehrere Tage vorher verständigt worden. Er hat dem General das Material für feine Vorträge in Paris geliefert, darunter das gesamte Material über bie deutscherseits angeblich begangenen Greuel und Untaten, sowie Unterlage« über aagebliche deutsche .Kampforganisationen «nd deutsche Waffenlager. Auch wurde dem General Le Rond eine Denkschrift über die Einführung einet oberfchlesische« Währung und über den Stand der kommunistische« Bewegung in Oberschlesischen mitgegebe«. Der AMiertenrat wird sich in diesen Tagen mit der Angelegenheit in seinen Pariser Sitzungen beschäftigen.
Vorschläge zur Befferung.
Dor Dorfitzonde do« NotebSwlrts-battSrot«, v. »ea*n, öt.b.9L, oeleu<6ttt in-etuem Aufsatz in der tum Wisderaufdan aewid- mtte* tzrltschrift .Die RSV«r- dl« MSngel t>er Landwirt,-haft «Nd macht v«achte»O- wrrte Vorschlag- ,ur Befferung. ®em Aufsatz entnehmen wir den folgenden Auszug r Dem schlechter gewordenen Boden entsprechend, ist die Abnahme des Ertrages bei Gen mibe, Kartoffeln, Zuckerrüben und Futtermitteln. Doch hat die Anbaufläche von Kartoffeln und Zuckerrüben wieder zugenommeu. Die Ernteau ssichten sind keine schlechten, nas ums» bedeutsamer ist, als gerade die Kartoffel nach dem Brot das wichtigste Rah- rungEmittel jur die deutsche Bevölkerung darstellt. Mit dem Nachlassen der eigenen Futter n.ittelerzenMNK die schon vor dem Kriege durch eine sehr erhebliche Mehreinfuhr ergänzt werden mußte, ist unsere Viehhaltung noch immer nicht auf dem Friedensstand wieder angekarn- nwn, obgleich in dieser Richtung, ähnlich wie bei dem Rohzucker und Kartoffeln, gute Ansätze zur endgülttgen Besserung sestzusielten find. Sehr einschneidend wirkt die stark verminderte Milchproduktion, die durch die rein zäh- lenmäßige Abnahme des Bestandes cm Milchkühen, wie durch den schlechten Ernährnngs- zustand des einzelnen Tieres, und vor allem durch den Mangel cm Sraftfuttermittetn erklärt wird.
Die Leistungsfähigkeit der inländischen Landwirtschaft Nr die gesamte VoWernShrung ist etwa nm die £ äffte gesunken. Vor dem Krieg« konnte sie aus eigenen Mitteln 90 v. H. des Bedarfs an pflanz lichen Nahrungsstossen, 67 v. H. an Fett, Fleisch und Mich liefern. Das bedeutet, die deutsche Landwirtschaft konnte 56 Millionen Einwohner aus eigenem ernähren, für 12 Millionen war Einfuhr notig. Eingesührt wurden vor allem: Futter- und Düngemittel. So wurden zum Bei- siptzel allein über drei Millionen Tonnen Futter- «erst« für die im großen betriebene Schweine« -ucht eingesührt. Es bedeutete also im Frieden die roefentlid>e Leistung der deutschen Landwirtschaft, daß sie hinsichtlich des durch eigene Tr- zeugung nicht gedeckten Teiles des Nährnngs- bedarfs die relativ billigeren Hilssstosse in zum menschlichen Genuß geeignete höchstwertige Nahrungsmittel unkwandelte. Zu diesem Zustand müssen wir wieder zurück. Die Rot des letzten Jahres verlangte schnellste Zufuhr tont Lel-enSmitteln zum sofortigen Gebrauch, und das hat dem Reich sirr den Zeitraum vom Juli 1919 bis Juni 1920 zehn Milliarden unproduk» tiver Ausgaben gekostet, und die gesamte Bevölkerung mußt«! in Form höherer Bro-tpreise die teure AnSlandseinftthr mitbezahlen.
Der zukünftige Ernährungspftm darf nicht mehr derartig einseitig ausgebaut werden, sonder« es ist rechtzeitig Vorsorge zu treffen, daß die zur Ergänzung der inländischen Ernte nötigen Mengen von Brotgetreide und der Bedarf von Futtermittel« und Düngemitteln durch Einftchr beschafft werden; denn wir werden noch fiir lange Zeit mit der Auslandseinfuhr rechne« müsse«. Ei« so sorgMttg berechneter Einftchrplan Wird ermöglichen, rechtzeitig und bei billigen Weltmarktpreisen unsere Brotgetreidereserve oufzufüllen, damit wir nicht wieder in den ungünstigen Momenten als Käufer auf dem Weltmarkt zu erstheinen brauche«. ES wrüd in diesem Einfuhrplan über vor allem daraus Gewicht zu legen sei«, der Landwirtschaft Futter- und Düngemittel, daS heißt vor allem Oelkuche«, Mais und Phosphate, zw- zuführeu. Heute Lösten allerdings ausländisch; Futtermittel mehr als das Doppelte des Jr-- lcmdsprekses sirr Brotgetreide. DaS ffi ein wirtschaftlich unmmögkicher und für die Ernäh-- rungSwirtschast höchst gefährlicher Zustand. Denn er sichrt fast zwangsläufig daM, daß der Landwirt solche Futtermittel nicht kauft, fmchern das billigere Brotgetreide verfüttert. Man darf sich da reinen Illusionen hingeben, keine noch so intensive Werbetätigkeit und kein Verbot wird daran etwas ändern. Denn es wird niemals gelingen, einem Bauer« verstSnMch zn machen, daß er feinen guten Roggen um TO Mark her- geben und dafür Mais zu 150 Mark kaufen soll. Aehnsich siegt es auch mit de«
Zunehmende Anficherheit.
Beuchen, 23. September. (Privattelegramur.) Das Verbrecher- und Bandemmwesen hat in Oberschlesien gegenwärtig einen Umfang angenommen, der unerttägsich erscheint. Es vergeht kei« Tag, an dem nicht Rau büb erfülle, Mordtaten, Einbrüche und Diebstähle in einer Zahl gemeldet werden, die Ihresgleichen sticht Die Gerichte sinh vollkommen überlastet. Die Strafkammern wurden vermehrt. Die Schwur- gerichtsperivden umfassen siinfzia und mehr Fälle. Als eine neue Erscheinung machen sich die .UeberfäSe bei Hochrecks feiern bemerkbar.
Preisen für DüngemittS;
sie find gegenüber dem Frieden teilweise um das Zwanzigfache, bei den Phoshate« um das Drei- ßägfache gestiegen und haben eine Höhe erreicht, die es fiir einen großen Teil der Landwirtschaft umnöftlich macht, sie « verwenden. Den.r sie machen sich nur noch m den intensivsten Betrieben und in günstigen ErnteioHren be-achsi, «nd fiir viele Landwirte ist das Risiko, Dünger zum heutigen Preis von 67000 Mark für be« go«, der vor dem Kriege ffiOO Mark kostete, auf den Acker zu streuen, zu gross, alS daß sie sich dazu enffWöffen. Wenn wir also nicht auch in ZuchMt für AuKauIdsMeUl -Meisch und -Fttit