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Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

geferttoeepwtft. e> OtntjeimW «ütftrtlge: Die etitfoatoge eaj*,g«n»3«U< St. LOO, dir etefpolttgf üefknnejelle K. 2M. b) «utoirttge «ufträge: ®t* «tetpalttg« SnjeigtiyeUt M. WO, MO «t»ft>»Mg« R«ttame$etl« M. 175, all«« etafchltetzltch loterungjjstftbtag and Da,rigensteuer. Für di- NlchttgkeU aller durch Fernsprecher aufgegeb«,« iln,eigen, sowie für »nfnahmedaten und Platz« kann eine Sewähr nicht Sbernommea werden Druckerei: «chlachttzofstr. A/rs. »eschLfUstell«: lkölntsch« Str. 6. Telephon Da 961 a. Ml,

Nvmmer 21S» Fernfvrecher 951 Mld 952.Mittwoch, 22. September 1920 Fernsprecher 951 tmb 952. 10. Jahrgang.

Die Kasseler Neueslen Nachrichten erscheinen wöchentlich sechtzmai und zwar abends. Der Stx>raiem«nt6preiS betragt monoU. 6.00 Mark bet tretet Zustellung ix« -ans. «estellung« werben ,eder>eU oen der SeschästSftelle ober den Boten entgegengenommen. Druckerei. <3 er lag und Redaktion Schlachttzofstraste 18/30. Für unverlangt eingesandte Beiträge kann dte RevaMon eine Verantwortung oder Sewähr tn keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Vezugsgeldes oderLniprüche wegen etwaigernichtoednungsmätziger Lieferung ausgeschlossen.

Die Krise in öen Ministerien.

attPflft soll in Viesen Tagen «folgern

!Uptstelle bet

unter den heutig von größter Wt -mch ausgesührt

$ie rechnlsche NotMe.

Eine Rundfrage bei führenden Männern.

zuverlässigen Mitteilung erklärt haben, er lege Wert darauf, ihm als dem ersten von seinem

Die Belgier haben in Aachen den Direkt« Dr. Heyne« vomAachener BolkSfreund" ver­haftet und zwar ans Angabe des belgischen Spio­nagedienstes. D« Belgier hatt-n beobachtet, daß von Berlin ans den Aeitnngen im besetzten Ge­biet täglich RedaktionSmannskripte und nationalistische Artilol zugingeu, welche Dr. Hen­nen an die deutschen Zeitungen weiter verbrri «ie. D«e Belgier behaupten mm, daß stch T-r.

Vorgänge an deutsche Zeitungen im nichtbesetzten Gebiet geliefert haben. Der lelgische Spionage­dienst hat bei der Hanösnchung in der Redaktion deS Volksfreund und in der Heyneuschen Woh­nung eine Menge Schriftstücke gefunden, die tn dieser Hinsicht belastend sein sollen.

Unter bet Fremdberrschsst.

Wegen deutscher Propaganda »«hastet. fPrivat-Tefearamm-s

Berlin, 2L September.

Im Hauptausschuß der preußischen LandcS- versammlung erwiderte gestern der Minister Severing auf eine Anfrage, wie er sich zu demroten" Berliner Magistrat stelle, daß das Ministerium jede Stellungnahme im ge­genwärtigen Stand der Dinge zum Magistrat ablehnen müsse. Auf eine weitere Anfrage erklärte der Minister, Meinungsverschiedenheiten mit dem Reich hätten sich in zahlreichen Fällen ergeben. Diese seien aber immer in fteundschaft- Uchex Weise beigelegt worden. Es sei ungerecht, immer dem Preußischen Minister des Innern dir Schuld zuzuschieben. So habe sich zum Beispiel das preußische Ministerium auf Veranlassung zweier ReichSreffortS fist die Verkürzung der Polizeistunde sestgelegt, während das Reichs­ministerium nachträglich den Interessenten zu- sogte, dagegen Stellung zu nehmen.

®et ReichSjusLizminister.

Berlin. 2L Sept. (Privattelegramm.)' Die gestern von einem Mittagsblatt verbreitete Roch» richt, der Rsichsftrstizminister und Vizekanzler Dr. H e i n z e sei zum Gesandten in Bukarest er­nannt, er werde aus dem Reichskabinett au 8» ^Heiden und in der Bizekanzlcrschaßt durch den jetzigen Re-kchswirtfchaftsminister Dr. Scholz er­setzt werden, entspricht, wie das Berliner Tag- blatt erfährt, nicht den Tatsachen. Dr. Heinze befindet sich zurzeit tntf Urlaub. In den ihm nahestehenden Kreisen ist von dem Gerücht nicht» bekannt. Für den Posten des Gesandten in Bu. tareft ist Wrigens neurroings eine andere Per­sönlichkeit in Aussicht genommen.

Setliner MaMratrstrest

Minister Severing verteidigt sich.

(Priv ack-T et earanrm.)

A«r bett Sieileriew.

Dleibt der SreichSfiuanzminister im Amt? lPrivat-TelearammZ

»erl-n, 21. Sept.

Wie wir erfahren, wird der Reichöfinanzmi- Nister Dr. Wirth von seinem Vorhaben, fein Amt n ederzulegen, Abstand nehmen, da e8 gelungen fei, die Differenzen, die in der Besol- dimgSfrage zwifchen dem Reichsfinanzminifie. rmm. dem ReichSpostministerium und dem ReichsverkehrSministcrinm bestanden haben, briznlegen. Die endgültige Entscheidung dürfte in der morgigen Stzung des Reichs- labinetts fallen. Ob die Einigung dann von Dauer fein wird, ist doch noch sehr ungewiß, da der BerkehrSm nister neuen Schwierigkeiten bei den Eisenbahnern begegnet, wie aus nachstehen­der Meldung hervorgeht. D'e Berliner Eisen, bahnerversammlungen am Sonntag be. schlossen, dem BerkehrSminister keine Zuge, ständnisse Hins chtlich der letzten Lohn, forderungen zu machen, sondern die über­reichten Forderungen alS Mindestforderungen festzusetzen. Verhandlungen mit dem ReichSver- kchrs- unp Fmanzminister werde« abgelehnt.

CS kriselt auch iu Preußen.

Berlin, 2L September. sPrivattelegramm.) Ans Kreisen der preußischen Landesverfamm- lung wird unS gemeldet, daß eine preußische Ministerkrise durch die Opposition der Reckstsparteien gegen das Gesetz Großberlin in greifbare Nähe gerückt sei, wenn es nicht gelinge, die Mehrheitssozialifie« zum Nachgeben bewe­gen. Die Annahme der preußischen Wahl- gesetzvorlage durch das preußische Staats- Ministerium wird bereits tn den nächsten Tagen erfolgen. Die Vorlage soll noch in dieser Woche d« preußische« LandeSversammtnuu zugeheu.

Belgische Kontrolle.

Aachen, 21. September. (Privattslsgramm Durch die Haussuchung bei Dr. Heynen sind aud ortbroe Personen, die für deutsche Ziele im b.-- setzten Gebiet wirksam waren, dem Verdacht nn- terworfen und werden zurzeit von den Belgiern gesucht. Bon belgischer Seite wird erklärt, daß Vie Militärbehörden geneigt sind, sehr scharf g e. aen die deutschen Propagandastellen vorMgehen. -Ein Erlaß deS belgischen Gouver- ncurs an die örtlichen Kommandanturen weist darauf hin, in Zukunst eine strengere Kontrolle der politischen Agitation anzuvrdnen.

geneigt sind, alle Giurekbeiten genau anzugeb 'n Nicht minder groß ftn» die tatbiÄschen Sickwierig- fciten der Steuereinziehung Die verwickelte Be­rechnung. die nicht aSewt den ®ef*äfi»euten imd Unternehmer«, sondern auch den Steuerbehörden

Entschluß Mitteikung zu machen, bevor dieser «och in den Zeitungen veröffentlicht worden ist. Gestern vormitag fände« bei MMerand zpihlrei. sie Besprechungen statt, unter anderem mit Bri- ouä und Bart Hou. Briand erklärte Zeitungsver­tretern, daß er vorläufig keine Erklärung abge­be« wolle. Die meiste« Abendttätter sind der Ansicht, daß Briand der kommende Mini, sterprstsident ist. Eine Korrespondenz mel- det, daß Jonnart «ls künftiger Ministerpräsi­dent und M njster des Aeußeren imzusehen fei, »sch dürfte diese Nachricht nicht stimme«.

Ein gegnerischer Zählkandidat.

Genf, 21. September. Mgene DrahttneDntng.) Me soziEfsifche Fraktzvn der französischen De- putiertenkammer hat die Absicht, bei der Präsi­dentenwahl de« Abgeordneten der Nvrdseede- xtrtmentä, Lebas, als Zahlkanbidaten auf» NWÄen. Sie würde in den Wettbewerb der bür­gerlichen Lmrdidateu ttnr eingrerfeu, wenn eine miLtLrische Larrdidatur ausgestellt werde« sollt«,

Abbruch der Beratungen.

Setfi«, 21. September. (Privattelsgrammr?, Ze« der gestern fortgesetzten Beratung der Stadtratswahlen ito Wahlausschuß des berliner Magistrats verließen dtesÄntlichen bürgerlichen Mitglieder die Sitzung und beschlossen, nicht werter an den Beratungen I*1*«'- Der Grund ist haß die beiden ozialistischen Parteien die bürgerlichen An- trüae auf Wahl besoldeter Stadträte ustd wei- telhrn auf Verhältniswahlen cLllehnteu.

Frankreichr neuer Prösibeul.

Millerand wird de» neue Präsident.

(Eigene Dravtmekdung.1

Paris, 21. September.

Premierminister Millerand begab sich ge- lern nachmittag zum gewesenen Präsidenten steschangel und erklärte ihm, daß er dem Wun- che der Kammer und des Senats folgend, die Kandidatur und die Präsidentfchast an- nehme. Miveraud soll Deschangel nach einer

wo eine solche Hemmung noch wirksam ist, und wo nicht, und derartige Kranke bedürfen deshalb stets sorgfältigster Beaufsichtigung. In etwa sech­zig Prozent der Fülle

kann jedoch Heilung erntreten.

MNdann lassen nach einiger Zeit die tramfgen Gemütsstiimmmgen nach, die Kranken werden wieder unternehmungslustig und verlangen nach Arbeit; der Schlaf bessert fich, und allmählich weichen enrch die düsteren Vorstellungen. Eine

Mikromanie meist als Schwermut, Tiefsinn oder Melancholie, und der letztere Be­griff deckt auch nach medizinischer Auffassung tut wesentlichen den hier vorliegenden KrancheiiS- tustand Das wesentlichste Symptom des Lerdens MW in gedrückter Stimmung, in ausgesproche­ner Traurigkeit und in einem Nachlassen der phy. ischen wie der psychischen Aktionsfähigkeit. Zu brr Niedergeschlagenheit, Zaahastigken rmd U,i- entjchloffenheit deS Kranken treten in schwerere« Mkleu heftige SeDstvorwürse, Wahnvorstellun­gen traurigen Inhalts, Verfiindiguugsidcen, Er- Ortung harter Strafe, Angst vor völliger Der- anmuug und der Glaube, verhungern zu müssen. Das Interesse an der Umwelt verscUolndei in Älchen Willen oft völlig; der Patient hat für keinerlei Sinnes- und Stiurmungsreize mehr einen BKck, und mehr und mehr beschäftigt ihn der Hang aum Selbstuw-rd, der allerdings von vielen Jndwrduerr nur im Munde geführt wird, während ihn vor der Ausführung eine letzte

Höhnen auch mit persönlicher Agitation in nationalistischem Sinne beschäftigt habe, wo­bei er die veftchungsbehördeU angegriffen haben , u , --------------------------------so». Dr. Heyne« soll weiter aus dem besetzten

ßeDst groß« Sor verarbeit verursacht, hat eines Gebiet Nachrichten »her belgische militürischr

große Anzahl von neuen Beamten näKg gemacht. Und tootzdem ist die Einschätzung und Beitrei­bung so weit im Rückftanve, daß mancher gute Burger nicht weiß, wie er die großen Beträge spater nachMhlcn kann. Wie unsere innere Ri» nanAvrrtschast zerrüttet ist, ebenso ungewiß find noch unsere Verpachtungen den Alliierten gegen- über, ein Zustand, der lähmend auf die ganze Regierung toirfew muß. Dieser Mrrwarr h.n natwAch auch im Auslände sehr ungünstige Fol- gen für m«s. Der Grad des schwindenden Per- trauens prägt sich gegenwärtig im sinkenden Kurs der Start aus Aber es muß auch unum- wnnden festgestellt werden, daß das bisher feinde liche Ausland mit Wbsicht Leu Kredit Deutsch- lcmds untergrabt x». p

gegenstände nahmen die Ausgaben für dte Besol­dung einen Umfang an, der über jeden Vorau- lchlag wett hinauSging. Je größer Ne A-usgab'n, desto schwieriger die Aufgabe, dtt Etancchmen da­mit ins Meichigswicht zu bringen.

Schon beim Amtsantritt vor einem halben Fahre fand Dr. Wrth ein Problem vor, das xu kosen er von seinem V-orgüuger Erzber.ier Übernommen batte. Damals wurde der Geld­bedarf scheinbar gedeckt durch ununterbrvchcnrn Neudruck von Banknoten und durch unerffillbave Steuerplane. Dr. Wirth hatte sich viel rugeimttet, alS er die von Er»berger zer­rütteten Wnange« in Ordnung bringen wollte. Es ist ihm leider nicht gelungen. Durch weitere Erperimente und Schwankungen ist die Lage nicht besser geworden. Reite Pläne, wie die Möglichkeit einer Zwangsanleihe, haben tot Lande nur noch mehr Mißtrauen erregt. Es ist bekannt geworden, daß Dr Wirth ein eifriger Verfechter der Zwangsanleihe ist, und er hatte darin die Unterstützung des Reichs bau l- prästdenten Hcweustein. Neben der Erwägung, daß daS Reich ohne neue Einnahmen nicht aus- kommen könne, hielt es das MrvanzminSsitrimn auch mit Rücksicht auf die demnächstrge Brüff'ler Konferenz deS ANiertenrats für geboten, sich mit einem entsprechenden Plan zu befassen, denn Punkt 7 der Tagesordnung fokk lauten: Fragen riner Kapitalabgabe oder Zwangs anleibe. Das jetzt ist noch kerne bestimmte Vorlage auSgear- bettet, ober es scheint doch, daß Beratungen im Rcichsfinanzmi-nisterimn darüber gepflogen wer­den. Eine Entscheidung wird aber wahrschein­lich erst nach der Brüsseler Konferenz erfolgen. Tiotzdem hat jetzt schon, sobald das Gerücht von der Zwangsanleihe aufgetauckt war, Ne Mark- flucht eingesetzt, die sich mvEndischen Werten zu- wendet und zur Verschlechterung der deutschen Valuta mit beiträgt. Die tiefere Ursache des finkenden Kurses liegt a&er in der pokttifcheu Mhäugvgkett tmd in der allgemeinen woWose» Wnanzlage. Während der AmtsiüttzFett Dr. WirthS hatstchderungedeckte Rotenum- lauf von nsmrundfirntzig MiWarden auf zwei- undsiebzig MMarden Mart gesteigert. Da ist es leicht ertSärlich, daß der Finanzuttmster kemen rettenden Ausweg findet.

Neben den Sieuerplänen ist aber, ncmwntKch

stutz in gedrSngta Mlle Benneiftrngen der der- schiedensten führende« Persönlichketten Deutsch- lmrdS Über diese Einrichtung zusammengefiell: worden. ES berührt beso«ders erfreulich, daß über jenen Gedankenkreis, den Ne Techinscha Nochilfe praktisch vertritt, auch bei sonst entge­gengesetzt gerichteten Persönlichkeiten des ge^i- gen Lebens einmütige Anerkennung herrscht. S» äußert sich neben des tradttronelleu Serttetcte

Erft kg, und der Arzt mu ß sich darauf beschrän­ken, durch Schlafmittel, durch Bäder «nd der- cLetchen vke allgemeine KonffrtAÄon zu haben. Bielsach ftihren Ruhe und AhgeftylofsesthM von äußeren Eindrücke« allmählich Mm stiel; aber nicht allen Kranken ist dte Uttterdrittgamg tu

einer geschtossenen Nnfkckt dienlich, namenÄtch nicht in leichteren FLllen. vorausgesetzt, daß es in der Heimwflege mtt Rücksicht auf die Gefahr des Selbstmords nicht an dauernder Hebet» wächrmg fehlt. Die DMromanie tritt häufiger bei Frauen aV bei Männern auf. Ter Präsident

in Verhältnissen, die Vorschriften itade ht diesem

Sie Krisenstimmrmg.

Tritt der Reichsfinanzminister zurück?

Bis mur Stunde ist es noch nicht entschieden, 0b der Rücktritt des Reichsfinanymmfters Dr. Wirch erfolgt oder nicht. Die Ursache und die Begleitumstände der Rückttittsabsichten find von besonderer Bedeutung, weil sie mchr so sehr aus die Person, so,rdern vielmehr auf die finanzielle Lage KrrückMfichren find. Die Retchssinau- zen befinden sich im entern chaotischen Zu­stande. Obwohl ßtt die fabelhaft hohen lau- senden Ausgaben keine Deckung vorhanden ist, da die Einnahmen nicht annähernd dazu aus- reichen, steige« die Anforderungen an die ReichS- kasse unaufhörlich Wetter. Wenn jetzt von per­sönlichen ZwistiÄsttsn zwischen Dr. MrK und seinem Parteikockegon vom Zentrum, dem Reichs- postmi uister GiesbertS, die 8t*e ist, so hängt es damit zufammen. daß SieSberts die neue Be- foldungsordnung der Beamten vertrat, die de« Postetat start betastet, während Wirch sie ab° lehntc und der Meinung ist, daß überhatwt zu viele Beamte angestellt seien. Der gleiche Streit ist um bic weiteren Forderungen auch im Res­sort des Berkehrsministers enibrannt. Wieder­holt hat der Finauzmivister im Kabinett zur Sparsamkett ermahnt und bei allen Vorlagen, einerlei von welcher Seite sie kommen, den Standpunkt vertreten:keine Ausgabe ohne Dek- htoy*. Die Besoldungs-Ausbesserung an sich hat er nicht abgelelmt, wie er sagt, sondern nur, so­weit keine Deckung dafür vorhanden war. Dek- kung war aber, ftitdem Deutschland mit der radi­kalen Umsormrtng der Finan^wirtschast beglückt ist. überhaupt nicht mehr vorhanden. Seine gu­ten Grundsätze mußten unter dem Druck tw stär­keren VerhLltnUe Weichen. Infolge der dauern­den Teuerung ter Lebensmittel und Gebrauchs-

Punkte hat oder Dr. Wirth in ein Wespennest gestochen. Ist es schon fast ritte Unnchgkichfttt, die Erzibergerschen Pläne bei gutem Wulm zu verwirklichen, wieviel weniger bei der herrschen­de« Ste«erverdrosse«heit Ein schla­gendes Beispiel Hal man fa bei dem Lohnabtug gehabt wobei die Hartnäckigkett der Steurrp wich­tigen soweit geht, daß sie sich an manchen Orten dem WbMa widersetze« Und wie provEemafisch ist die Betreibung der Steuern bei komMziort angelegten Vermögen rmd bei fküsstaem Kapital we« wiederum viele der SteuerM!«tataon Nicht

Fn Schwermut.

Bke Keankhett be» französische« Präsidenten, «ach unfetei Telegrammen wird der frsnzofl. f-'-c VrSfiden« Deschnnel, be* vor einigen Tagen miede* einenUnfall- erlitten bat, Ma« in Frankreich al« ein Seldfimordversnch ansgelegt wir», in eine Irrenanstalt gebracht.

Ist es nicht sagenhaft und Singt es nicht wie ein Märchen, wenn jemand aus dem Fen­ster eines Schlafwagens hevansfällt? An WrrNichkeit tarnt man sich das gar nicht vor- fiellen. Noch niemals ist, solange Schlafwagcn auf der suropäischen Linie verkeyreu, ein Reisen., der zum Fenster hinaUsgesallen. Und wenn matt heute berichten würde, daß der fimple Zivil- irifende L. aus einem Schtastvagenfeuster ge­fallen ist, so würde das kein Mensch gLauben. wett sich das kein Mensch vorsiellen kann. W-ol aber vor einigen Monaten der französische Präsi­dent der Hinansgesallene war, also ein Mann, dessen Macht die Geheimnisse herbeirust, so beugte man sich vor dem Wunderbaren. Ganz und gar gecheimuisvoll ist seine Krankheit. Es ist die rechte Märchenkrankheit, vortrefflich geeig­net, den PtLsidenieitsttchl mtt der Wolke des Un­durchdringlichen zu umgeben. In merkwürdiger Weite fällt der Präsident ia einen Kanal. Es ist beinahe, als ob er eine Konferenz mit den Wassernixen abgehalten hätte. Ganz wie wt Märchen, weiß er dann nickt mehr, was vorge- gangen ist. Das geheimnisvolle Dunkel, das so­lange über die Erkrankung des Prästd-nten der französischen RepubE gebreitet war, ist durch die jüngsten Meldungen nun so weit gclicktet wor­den. daß ein Mediziner sich Wer die Art des Leidens ein Bild machen kann Präsident Des- chanel ist danach von der f»genannten Mrkro- menie, dem Kleinwahnsinn oder Kleinheits- wahn besallen, einer geistigen Erkrankung, die den Gegensatz zu dem in Laienkreisen betanuten Größenwahn, der sogenannieit Megal-ontantt, bildet. Der Voltsmund bezeichnet das Lei­de« der