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Kaffeler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 214.

Donnerstag, 16. September 1920

10. Jahrgang.

Fernsprecher W1 und 953.

Fernsprecher 951 mtd 952.

SEX

3ft die kohlenliefemug ungenügend?

Bus feen Gewerkschaften-

ÄuubgeBttng der Eise«öaH»er.

nial« 6rfii

aus

Italien und Frankrerry.

Fortsetzung de- Krieges.

V

ülkerbundes in Paris am kommenden

Völkerbundes über den Termin dcS Eintritts Deutschlands in den Völkerbund.

Laufe der Verhandlungen ein Telegramm nutz Erfurt em:Kühn verhaftet. Demonstration vor dem Amtsgericht erfolglos, ersuchen Ber> bandstag, sofort energisch dazu Stellung zu neh­men." Der Berbandstag beschloß, erst näheres Material aus Erfurt einzufordern und setzte eine Kommission zur Prüfung deS Berichts einer am Nachmittag aus Erfurt gekommenen Delegation ein. Am gestrigen Verhandlungstage des deut, scheu Eisenbahnerverbandes wurde mit geteilt daß das Berbandsvermögen sechs Mil­lionen Mark betrügt. Der Verband umfaßt jetzt über eine halbe Million Mitglieder.

Dresden, IS. September.

Auf der Tagung des Deutsche» Eisenbahner. Verbandes in Dresden traf gestern eine Meldung aus Erfurt ein, die über die Demonstration der Erfurter Eisenbahner berichtet, die vor das Amtsgericht zogen, um einen verhafteten Eisen- bahnarbeiter S ü h « zu befreien, der der Haupt rädeMhrer bei der damaligen Verbrennung der ftanzösischen Munition war. Wenfalls traf im

gnf«rtion$pr«tfei a) heimisch, Stofträgt: Di« etafpalttge «n,eigen.Z«!!c M. LDÖ, 6t« einfpaltige RrName^lle M. t5(X b) Auswärtige Aufträge: DI« «iuspalli,« An,«ig«->»eU« M. Väß. »!« «tnfpaltige RNIamereite M. 178, alle« «iuschll«glich Deu«ru»gS,uschiag tmb Anzeigensteuer. Für di« Richtigkeit aller durch Fernsprecher aiNgeg-d-n«, «urigen, s.wie für «ufushmedaten unb Platz« kann eine SewLtzr picht überusmiuen werd«,. Druckerei- Schlacht;ofstr.A/M. «eschästSstelle - Itölntf»« Str. 5. Dilephea Nr. Ml u, 95t,

Deutschland im Völkerbund?

Berlin, 15. September. (Privat-Telegramm.) Meldungen aus Paris zufolge steht bereits, »rotz der Vertagung der Genfer Konferenz, aus der Tagesordnung der erste» Versammlung des

in aller Form daraus verzichten, eine gemein, scane außenpolitische Front herzustellen Das Verhältnis zwischen de« beiden Ländern ist hier als ein freies Zusammenarbeiten ge­dacht und Äs Unterstützung hon Fall zu Fall.

Streikende Angestellte.

Dessau, 15. September. (PrivattelegraMm.) Seit gestern befinden sich im Bezirk Dessau und Roßlau insgesamt fünfUNdzwanzögtau- send Angestellte tot Streik Di« ftmajwie- i'igen Verhandlungen zwischen der Landes­arbeitsgemeinschaft der Angefiellteuverbände tmb dem anhalttscheu Arbeitgeberverd-ntd hatten sich zerschlagen, svdaß selbst durch Vermfttümg deS Staatsrats für Anhalt dem Streik kein Eia- halt geboten teerten konnte. Die Zahl der ©tret« lenden wird sich heute noch vergrößern.

Friedens-Verhandlungen.

Königsberg, IS. September. (Prkvat-Tele- granrat.) In Riga sind bi» jetzt außer einer Anzahl englischer und amerikanischer Journa­listen, sowie russischer Kaufleute und Vertreter der russischen Genossenschaften noch keine Friedensunterhändler angekommen. Die russischen Delegierten werden erst ab­reisen, nachdem Polen die Abreise seiner De­legierten nach Moskau mitgeteilt hat. Vor Mittwoch werden keine Sitzungen stattfinden 'onnen. Trotzki, hat nunmehr im Einder- tändniS mit dem großen Sowjet den Friedens­vertrag mit Lettland ratifiziert. Die lettische Rationa-Wersammlung hat den Frie-

Um feie Genfer Konferenz.

England versucht sich rcinzurvaschex.

(Eigene Dr-chtmeldnng.)

Rotterdam, 15. September.

Zn den Berichten über eine Aufhebung der Konferenz in Genf schreibt die LondonerDaily RewS": Soweit bekannt ist, haben Großbrita». nie» und Italien die Genfer Konferenz ge- wünsch. Deutschland, das an der Konferenz teil- nehmen sollte, würde die Preisgabe der Konferenz mit einem gewissen Recht als Vertraue ns b-ruch bezeichnen Genf sei dazu bestimmt, die Fortsetzung der Konferenz von Spa zu bilden. Die Schadenersatzfrage sei der Hauptpuntt auf der K-nftrenz in Spa gewesen und die Deutsche« hätten dem Ersuchen der Alliierten gemäß ihre eigene» Pläne für die Schadenersatzzahlung vorgebracht. Des Zeitman­gels wegen seien diese Pläne nicht erörtert wor­den und die Konferenz vo» Genf wurde mit dem ausdrücklichen Ziele «»gesetzt, mu sich mit dieser Frage zu beschäftigen.

8er Kami nm Knßftmfe.

Eine Kund rebung der AMierten-Flotts. tPrivat-TÄegramm.)

Danzig, 15. September.

Das Geschwader der Alliierten, da« sich in der Ostsee befftwet, besteht fast ausschließlich aus französischen und amerikanischen Kriegsschiffe» und erhält dadurch in poli- ttscher Hinsicht einen ganz eigentümliche» Cha. ratter. Der Zweck der Demonstration, an der sich England anscheinend mit Absicht nicht in auffälliger Weise betelligt, scheint nur darin zu bestehen, einem Druck auf die Russe» aus- zuüben. Die amerikanischen Schifft sind in Frankreich mit Kohlen versehe» worden und haben teilweise auch französische Munition an Bord. Unter letzterer befinden sich große Men­gen Artillerie-Geschosse, die für bie polnische Ar. tillerie bestimmt sind und von Frankreichs Werk- stütten geliefert wurde».

Verkauf der deutsche» Schiffe.

London, 15. September. (Eigene Drahtmel- bung.) Nach amtlicher Mitteilung hat Lord Inchcape im Auftrage der Schadenersatzkommis- sion den Verkauf der von Deutschland abgelreferten Schiffe an englische Reeder über, nonrmen. Es handelt ftch um etwa zwei Mil­lionen Tonnen Schiffsraum. Unter den von Deutschland abgelieferten Schiffen befinden sich zweiundvierzia Paffagierdampfer und hundert- ftchs Frachtschiffe. Die bekamttesten der abge- .ieferten Schiffe sind der 52000 Lonaen-Damp- ftr .Wsmarck", das größte Schiff der Erde, der Imperator",Kaiserin Augusta Viktoria-,Zep. Pelin",Prinz Friede. Wilhelm',Bremen^ usw.

kümmert und er sagte dabei unter anderem fol- gertbe Worte:Wenn der Kvfta noch lange säuert, gibt es eine soziale Revolutton, wie btt Wett sie noch nicht oesehen hat." Die Bemühun- gen des Papstes, als FriedenSvermfttLer zu wir. im, werden durchaus nicht bestritten, aber e» hat ich ja gezeigt, daß seine Vorschläge von den Alli- irrten gar nicht beachtet wurden. Er war affo in politischer Beziehung völlig auSgeschattet. Ein anderes KaMel aber, das einen tatfächfichen Mangel schildert, bildet

die Propaganda-Tätigkeit.

Rom, 15. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Die italienische Presse sieht als grundle­gendes Ergebnis der Besprechung von Aix-leS- Bains die Feststellung an, daß die Regierungen benSbertrag bereits am 2. Septencher rottfijiert. von Frankreich und Italien in Zukunft *

LU Raff«t«r «tuefte* Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und float abends. Der »bomtententipreti beträgt menatL 6.00 Marl bet freier Zustellung ins Haus. Bestellungen w«rd«u ieberi-itt vo» der SeschLftsftelle ober den Boten eMgegengenoinmen. Druckerei, Verlag und RedaUtdn-. Schlachthofstraste 28/30, ffür unverlangt etngesandt« Beiträge lmm eie BedaNion eine Verantwortung «der gewähr in leinenr Fall, übernehmen. Rückzahlung des Be>»gsgrld«s »der «usprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgefchlosteu.

Erzberger legt dar, daß der Weltkriege das dcrüsche Volk mÄitärisch, tvlttisch und wirtschaft. Ach unvorbereitet gesunden Hahr. Ohne bie ae- der Gewinnung des DtickstofftS itte in Deutschland jw Bsginn die Erzeugung von Pulper eht»

Reiches immer mehr steigen und' eine Aussicht aus Besserung unserer Lage ist nicht vorhanden. Schließlich muß man sich Aber auch fragen, wenn bie Zwamgsanleihe als letztes Mittel zur Sanie­rung unserer finanziellen Verhältnisse versagt hat: was dann? ES ist überhaupt eine sonder­bare Erscheinung, daß man die Reichsftnanznot nur immer durch neue Steuern zu lindern glaubt, aber bis jetzt ist nichts davon wahrzu­nehmen, daß etwa in der Reichsverwaltung ae- spart wüche, was doch auch zur Besserung der Verhältnisse beAragen könnte. S.

Sentfchlnsfes BerMchtimgen.

3ft Me Koh.-ntieferung im RSckftand?

(Pvivat-Teleararmn.)

Bochum, 15. September.

Seit dem L September sind die deutschen Kohlenliefernngen an die Entente um fast zwan­zig Prozent hinter der Verpflichtung von Spa zurückgeblieben. Die Ententekommission in Berlin hat, wie bie Herner Zeitung meldet, in diesem Zusammenhänge an den Alliierteurai eine Mitteilung über die kommunistische Agitation tot Ruhrgebiet gegen die Aus- führnng des Abkommens vo» Spa gerichtet. In diesem Bericht wird besonders betont, daß die deutsch« Regierung keinerlei Maßnahmen ge- gen diese Agitation ergriffen hat und daß diese Haltung die Erfüllung des Kohlenabkommens von Spa ernstlich gefährd«.

Bertoanensrnnnn der deutsche» Regierung, insbesondere des Reichskanzlers Bethmann« HoWvog. Es gab leider keine politische Mtimi, bei der er nicht führend und bestimmend in- tigKeit getreten wäre. Von ganz besonderem In­teresse fmb auch nach dies«! Seite hin dir Mit­teilungen ErzdergerS Mer seine Tätigkeit mit dem Fürsten Bülow in Rom zu dem Zwecke, die Kriegserklärung Italiens hintan zu halten. Mit den rLmnünffchen, bulgarischen und türkischen Staatsmännern stand Evsberacr ebenfalls in tm- mittekbarrr Verbindung. Betrachtet man daneben sein Wirken tot Parlament, seine AuSlands-Pvo- pagandatälrgKeit, über die er besonders etttgchend au-f Gnmd der gegen ihn gerichteten Angriffe sich äußert, sieht man aber auch weiter, wie Erz- bevger nicht nur Bei den höchsten politischen, son­dern auch bei den höchsten militärischen Ereignis­sen mitredete und vrrgezenwärHgt man sich den Einfluß, den Erzberger sich zu verschalen wußte, io steht man vor einem Rätsel. Bemerkenswert st ein Kapitel, betiteltIto BatÄan". Erzberger gibt hier seine Eindrücke M- den Unterredun­fen mit dem Papste über die Kriegsfragen tote» >et. Dem Papste war insbesondere auch Ma­terial über angeMche Untaten deutscher Solda­ten in Belaion überbracht worden. ES ergab sich aber, daß die Anschuldigungen völlig zu Unrecht erhoben worden waren. Am Karsamstag 1915 bei feiner zweiten Anwesenheit in Rom äußerte

Posen, 15. September. (Eigene Drahimrl- bung.) Aus Warschau wird ein netter Vor­marsch des polnischen Heeres an der Süd- front und im Zenttum gemeldet. Die polnischen Linie» find an zwei Tagen sechzehn Werst vor­gerückt. Dft Südarmee marschiert auf das Fe- stnngsdreieck DMmo. Pinsk, Lnck. Rach hier vorliegenden Nachrichten aus Riga stehen die Russen tot Begriff, einen Winterfeld, zug großen Stfls gegen Polen einzuleiten. Trotztt, stellt neue Heere an der Beresina und am obere» Dnjefter auf.

Sie zwsugsanlrihs.

Ei» unbedachter Finanzplan.

Durch die öffentlichen Erörterungen über die Zwangsanleihe ist, wie vorauszusehen war, in die Geschäftswelt eine äußerst starke Bennruhi- gunig getragen worden. Der Zustand der Unge- wißyelt, der mit der Bekanntgabe der neuen Pläne der Regierung in allen Kreisen der Be- vMernng Platz gegriffen hat, wirkt auf jede ge- fchästliche Kalkulation lähmend ein. Es ist iw gegenwärtigen Zeftpuntt ein sehr gewagtes Spiel, wenn die Regierung zu agitatorischen Zwecken gegenüber den Steuerrebellen zu dem Mittel der Drohung mit einer Zwangsanleihe griff, über deren praktische Durchführung man sich an den maßgebenden Stellen bis heute noch nicht klar ist. Wenn die Regierung schon ihre Absicht, durch eine Zwangsanleche vorübergehend denn um mehr kann es sich nicht handeln aus chrer unglaublichen finanziellen Lage he:- anszulommen, in der OeffentlichLeit bekannt- geben wollte, so mußte sie zum mindesten gleich­zeitig dem Volke klaren Wein über ihre Pläne und Absichten einschenken, um das unter den ge= Verhältnissen kaum erträgliche Mo-

ment der Ungewißheit auSzuschalten.

Der Anleiheplan aber steht vorläufig In sei­nen Einzelheiten noch keineswegs fest, und inner­halb der Rei at man sich über dir

cinzelnen r die Zwangs«nleihr

gemacht worden sind, noch keineswegs einigen können. Die EinbriNMug eines Gesetzes beim Reichstag wird sicherlich noch gang geraume Zeit auf sich warten kaffen. Die in alle WirtschastS- kreise getragene Beunruhigung wind also zum Shäden unseres Wirtschaftslebens wocken-, ja vielleicht monatelang anhalten. Es ist klar, baß sich durch das Bekanntwerben der Pläne her Regierung Gerüchte aller Art gebildet haben, die

als zweiter Mißstand, daß keine einheitliche Pressestelle vorhanden war. Das Auswärtige Amt hatte fett langem ferne PreffeabteilunL das

m« Erzberger-Bsich.

Versuch zur RechLfertignus seiner Politik. Msthla« @ri»ergtr toicSee auf kn Der- featung auf. Er fn*t sich in «inet« BnL« z» rechrfirtkari» nub »caofldsiict bann, tote »er« lautet.bie Führung be< (irrten be» 3en- trum» fli übereepmix nnb bie Orünbung einet tabttaibetnctrartfgsenSrbeiteepattei au »Üben.

Am heuttgen Tage wird oer Oefsentlichkett wieder einmal ein Erinnerungs-Buch, dasEr- sebnisse" aus der Kriegszeit zusammenstellt, über- geben. Es ist geschrieben vom früheren Reichs- sinanzmtoDer Mathias Erzberaer. der fett feiner Niederlage tat Helfferich-PMzeß aus der Politik verschwunden war. Jlr einem wenige Zeile.r umisassenden Vorwort sagt er zwar, daß er ab­sichtlich diese Auss^Ächnungen nicht seine Er­lebnisse tot Weltkrieg genannt habe. Um feine eigenen gesamten Erlebnisse tat Weltkrieg der OeffenÄtchkeit zu unterbreiten, HM er die Etirnde noch nicht Mr gekommen, da pMMsche und per­sönliche Gründe zwingender Art ihm dieseZu- rückhaltung" auserlegten. Dennoch haben diese Blätter fast aivsschlieWch das Gepräge des Per­sönlichen, so zwar, daß die Dinge urtb Mioneu, von denen die Rebe ist, fast durchweg solche sind, bei denen die Person ErzLeraers, fei es vermit­telnd oder unmittelbar bandelnd, tat Vorder­gründe sicht Wenn man darau-Mn die Astszeich- u-nngen durchlieft, wird sich ein wachfcndos Er­staunen darüber auslösen, welche ungeheuer wtchtt'ge Rolle diesem Mann tat Weltkriege von Anfang an biis weit darüber hinaus zngesallen war. Erzberger wär der unmittelbare

stellt werden müssen. Ein neckifcher Zufall wollte es, daß am 91. IM 1914 ttn Kriegsmini- ftethtm ein Schreiben des Reichsschatzamfes ein- traf, worin dir Nrnso-rdernngen für vermehrte MunitionSbeschasfting im Etatssahre ISIS abgt- lehnt wurden. Ms der Krieg bittn ausgebrochen war, zeigte sich sosv-rt der schwere Mangel einer Außflärungsorganifation für In- und Ausland. Zu diesem, für die breiteste Oeffentlichkeft und nicht zuletzt als Beispiel der Dewcrttmg bet Presse bei den amtlichen Stellen bemerkenswer­ten Kapitel führt Erzberyer bad Folgende cms: »Man hott dem Reichstag ost den Vorwurf ge­macht, daß er die notwendigen Gelder für die politische Propaganda nicht genehmigt habe; das ist Msch. Es fehlte der Regienmq entweder ar Mitt ober an Einsicht, die erftrderlichen Dum­men für eine Organisation, wie sie besonders Englund Uild Frankreich feit langem besitzen am» riffordern. Der Reichstag wehrte sich nur gegen

vielleicht altgemein LibsrtrieLen fein mögen, beten Wirkungen, aber dockt keineswegs unter­schätzt werben bürftn. Sv ist die Meimmg viel verbreitet, daß man mtt empfindlichen Zugriffen Mf feftgelegtss Betriebskapital zu rechnen Hube. Mchts weiß man bisher über die Art der Ver­zinsung. vor allem aber über das BerhMnis der Zwangsanlethe zum Reichsnotopftr. Denn daß nach dteser Richtung unbedingt ein Ausgleich geschaffen werden tmrß, wenn die Regienrna sich zur Aufnahme einer Zwangsanleihe'entseWeßt, vuniber kann doch kannr ein Zweifel bestehen Neben erner ZwangSanleihe ist das Reichsnot. opfer, und neben dem Reicksnotopfer ist d-e ZwangSanleihe praktisch unmöglich und undurchführbar, da beide zusammen daS ge­samte Wirtschaftsleben in eine Katastrophe stür­zen mußten

Im Zusairnmenhang mit den Nachrichten von der Zwangsanleihe hat sich auch wiwer das Ge­rücht verbreitet, das schon einmal größtes Unheil an gerichtet hat: der angebliche Plan über eine ^^^^EMpelung Es ist noch ,» Wes mtgWckliche und ^manz-wrrt,chastlich unverständliche Erperiment Erzbergers inrS um den Kredit deS Auslandes gebracht und uns einen Schaden von unaezähs- ten Milliarden zngefAat hat. Dft Regierung Ersucht zwar jetzt, nachdem sie gemerkt hat. daß das Ausland schon wieder einmal stutzig gewor­den r)t. difie Gerüchte mit allen Mitteln zu de- m entter en. Aber dieses Ahstreften wird dock solange zwecklos bleiben, als man der Oesftnt- IrchSert nicht verrät, wie man sich die BeseitiMma oder doch wenigstens die Milderung bei fman- «nHen Belgstimg des Deutschen Reiches, vor Ä katasttophalen Papierwirtschaft

dE Ende August batte der Papiergeld- UtolLnf mit etamchsiebziaeinhalb Milliarden Rekord geschlagen und bei den steigenden Verpflichtungen des Reiches auf der einen, uei ben böVrg ungendngcniwn ©teueteiiu gertt^n auf der anderen Sette muß damit gerech- »um. Ende dieses Jahres schliexlrch dreißig, wenn nickt gar vierzig Mil- liarben neues PapiergeE» hinauskomiuen, gar nicht, zu reden von den schwebenden Schuld-n toe emhurtaertdrerßig Milliarden beinahe erreicht haben durften.

Deutschland hat seinerzeit von Len fi-Mmzie!» ^Experimenten Erzbergers einen unendlichen Seine Pläne haben das Reich ' ttm Milliarden armer gemacht, nicht bloß durch den verminderten Kredit des Auslandes, son- 1 Em auch durch die Kapitalflucht, die Anie einsetzte und die E drohende -Zwangsanleihe einen S LEu Anreiz A l'ober die finan- Ä in denen sich das Deutsch

Rerch befindet, braucht kern Wort verloren zu werten. Aoer eme ganz andere Frage ist eS, ob eine Zwangsanftihe das geeignete Mittel ist, un- ftren ftaanziellen SchwieriKetten abzuhelftii. Davon kann schwerlich eine Rede fern. Solange ** Reichsregierung nicht gelingt, der ständig wach! enden PapiergeLvermehrung Ginhalt zu gebieten, und solange bie Zahl ber Beamten, die bgg Reick- benötigt, immer mehr anschwillt, statt -........ vllH u.

flennger zu werten, müssen die Ausgaben desjDonnrrstaa der Antrag «ff Stellungnahme des