10. Jahrgang.
Freitag, 10. September 1920
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 209
Fernsprecher 951 und 952.
3nfertton8pi«tfei e) «ntrtmtfOe ««ftrt»»: Sie einfpalttge «»,eigen.Zeile M 1.06. die einspaltig, »ettamejeUe n. ISO, b) «utroärtige ««fträge: Die einspaltig «n,eig«,eile M. LIO, die etnfpatttge Reklame,eile M. 1.75. alle« einschließlich reuernng«,Uschlag m> «nietoenfteuct — Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher ausgegebene» «n,eigen, fmvie für Lnfnahmedaten und Plätze tarnt eine Gewähr nicht bbernemme« »erben. — Druckerei: Schlachthofstr. A/so. «rschäftrstelle: »ölntsche «fr. & Telephon Nr. Ml u. Ki,
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Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung MA Hessische Abendzettnng
Keine Meöensaussichten im Osten.
Au «euer Lftttieg? Litauen und Pole».
Nach den vorliegenden Nachrichten erweckt es den Anschein, als ob Wir am Vorabend eines neuen ltrtrges standen, der Mischen Polen und Litauen ausMragen werden soll. Der alte litauisch-polnische Gegensatz, der schon seit Jahr- huniderten besteht, ist über Nacht zu einem Kon. still geworden. Litauen hat in dem Krieg Sow- let-Jälßlands mit Polen seine Neutralirat er- Wrt und Sowjet-Rußland hat diese Neutralität auch geachtet. Nach der Stisderlage und dem Rückzug der russischen Nordarm« gelaugten die Polen nun bis an die sogenannte Curzon- Linie, die den Litauern Auguklowo-SuwaVi und Grodno zuspricht. Die Polen haben sich über an! diese Linie nicht gehalten, sie haben unter an-' derem Auguftowo und Suwalki besetzt, mußten ober vor dem Gegenstoß der litauischen Tropen die letztgenannte Stabt wieder räumen. Es haben sich also Feindseligkeiten entwickÄt, ohne daß eine Kriegserklärnng ausgesprochen worden ist. Die Folge davon war weiter ein litauisches Ultimatum, das freilich immer noch Me ALöglichkeit von Verhandlungen über eine Demarkationslinie affen laßt. Indessen ist diese Möglichkeit so gering, da die Polen auWnblick- fich im Stadium des Siegesrausches leben, sodaß sie aller VoraiMicht nach nicht daran denken werden, die litauischen Forderungen zu erfüllen. Die Verkündigung des Kriegszustandes zwischen beiden Ländern dürste dann die automatische
In Warschau am Ruder bleiben ist von einer Verständigung kein« Rede. Rußland kann beim besten Willen von der Welt nicht dulden, daß im Westen ein Reich besteht, daS nur ein Ziel kennt, die Zerreißung der russischen Einheit, sowie die Aneignung rem russischer Gebiete. Das kann weder ein Rußland zugeben, das von Lenin und Trotzki regiert wird, wie ein .demokratisches'' Rußland, in dem ein General Wraugel die Macht hat Sollte, was wahrscheinlich ist, eine Raudstaaten-Konserenz als Fortsetzung der Verhandlungen in Mariampol zustande kommen, so werden die Regierungsmänncr an der Weichsel ihre Politik erst einmal Siner gründlichen Revision unterziehen müssen, bevor sie an eine gemeinsame Arbeit mit den übrigen RanÄstaatei- werden gehen können. D. N. V.
Set Wirrwarr im flflen.
Deutschland und Polen.
Mrivat-Tcle«ramm.l
Berlin, 9. September.
Die deutsche Regierung hat wegen des polnischen Vorgehens «m abgetretenen Gebiet wodurch di. Rechte der dortigen Deutschen verletzt wurden, Vorstellung an den Alliiertenrat unfc die Friedenskonferenz gerichtet. Sie verlangt den Schutz des Völkerbundes für die ehemals dcutschen Staatsaugehörigen in Polen — Präsident Paderewski gab in einer Unterredung
Es if^schwer, schon jetzt hinsichtlich der Gestaltung der militärischen Lage Prophet spielen zu wollen, und eS ist besonders schwer, über bcn Zu stand der litauischen Armee ein Urteil cchzulge-beu. Immerhin haben die Litauer Gelegenheit gehabt, in nahezu zwei Jahren mit Unterstützung der Entente ein Heer zu bilden, das im Verhältnis zu der Größe des Lande- nicht gerade klein ist. Hinzu kommt, daß in der Bevölkerung auf Grund der alten Gegensätze durchaus Stimmung zum Kamps mit Polen zu bestehen scheint. In Polen selbst scheint indessen die Stimmung nicht einheitlich zu sein. Die Leute nm Paderewski und Temowski nehmen Stellung gegen die Militärs, an deren 'Spitze PÄsusM steht, indessen ist der größte Teil der Presse Polens durchaus kriegerisch gestimmt. Dagegen zeigt jetzt die Warschauer Regierung eine versöhnlichere Haltung, die allerdings ihre Ursachen hat. Vor allem ist zu bedenken, daß Pi'lfudski und Sapieha beide Litauer sind, und bafy neben ihnen eine große Menge anderer hochstehender Generäle und Beamten Polens derselben Nationalität angehören. Aber es besteht außerdem noch eine innige Verknüpfung xwischen der Bevölkerung der beiden flawi- schen Nationen, die durch jahrhundertelange Bande geknüpft und säst unzertrennlich geworben sind.
Trotz allem muß man in Warschau befürchten, daß Wer kurz oder lang bet Fortsetzung der bisherigen polnischen Politik ein Bruch zwischen den beiden Staaten unvermeidlich ist, und daß trotz der bereits eingetretenen Einstellung der FeiWseligkeiten und trotz dem demnächstigen Beginn der FriedenAverhandlungen in Mariam- pol eine tiefe Kluft die litauische Nation von der polnischen trennt. Die Bauernschaft der russischen Randstaaten hegt nämlich einen unversöhnlichen Hatz geze.t dte imperialistische Polit«, die in Warschau betrieben wird und zeigt offen ihre Sympathie sür Sowjetrutzland. Dieses SowjetrußlaW, daS so unendlich viel Leid über die Bewohner d«S nordwestlichen Teiles des ehemaligen Slawenretches gebracht hat, dieser näutliche Land wird heute dennoch den WalmsinnSpolttikern an bei Weichsel borge- zogen. Allerdings sprechen auch hier wie überall WtrtschafÄiche Motive mit, und eS ist erfflärfi*. datz der litauische Bauer ebenso Wie sein russischer Bruder sich von einer Austeilung der riesigen in privater Hand befindlichen Landgüter gwße Dinge verspricht. Aber im Grunde ist es doch die Ablehnung der polnischen Politik, die ja eigentlich nur eine Fortsetzung der alten zaristischen ist.
Man hat schon ost auf di» Notwendigkeit bin- Lewiesen, datz alle russischen Randstra- ten nach dem Abschluß des Friedens mit den Sowjets in ein Bündnis treten müßten, daß sie ihre eigenen Interessen zusammen am besten wahrnebmen könnten, und datz ein russischer Randstaatenbund das Natürlichste von der Welt wäre. Hier liegen die Dinge völlig anders als in Oesterreick-Ungarn, wo ein organischer Zusammenhang der verfchiedenen Rattvnalttäiea stauten ja nur durch die Politik des Hanse? Habsburg möglich gemacht wurde. Hier handelt es sich um Slawen, denn auher den Esten hat man es bei den Randstvaten im BvltÄum ja nut mit Slawen zu tun Aber Finland sowohl wie Estland befolgen nur ihre eigenen Interessen, wenn sie mit den übrigen Staaten des ehemaligen Zarenreiches Frieden und Freundschaft halten. Aber solange die gegenwärtigen Machthaber
mit einem Preffe-Bertreter zu, Polen besitze keinen Beweis sür das Bestehen eines deutsch-bolschewistischen Bündnisses, obwohl Deutschland Meifellos mit den Bolschewisten sympathisiere. Auch müsse man sich hüten, gegen die deutsche Regierung die Anklage zu erheben, sie wolle durch die Begünstigung des Bolschewismus Europa revolutionieren, um fo den Versailler Vertrag ungültig zn machen.
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Keine Frieden-ausfichterr.
Danzig, 9. September. (Eigener Draht- bericht.) Die Times melden aus Riga: Die polnische Delegation hat den Russen eine Frist vis Sonnabend zur Gegenerklärung ge geben. Es zeigt sich auf beiden Seiten noch kein Wille, zu einem schnellen Frieden zu gelangen. — Die amerikanische Regierung hat eine neue Note nach Warschau gesandt, in der sie die polnische Regierung auf daS nachdrücklichste auffor- vert, den weiteren Vormarsch ern zu stellen und Sicherheiten dafür zu geben, datz daS russische Gebiet künftighin respektiert wird.
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Vorbereitung der Litauer.
SSnigsberg, s. September. (Privattele- graman.) Die Litauer rücken an der ostpreutzr- schsn Grenze langsam vor. Auch die Grenzwachen bei Kralschke zwischen Gletto und Lyp sind van den Litauern besetzt. — Wie das Litauische Bureau meldet, hat Litauen das Ultimatum Polens abgelehnt, jedoch sich bereit erklärt, den Vormarsch an der ethnographischen Grenze einzrrstellen. Die litmrische Regierung hat am 5. September die Gesamtmobilisation angeordnet.
«tirgsNotten vor Sämig.
•ie amerikanisch- Beteiligung.
(Privat-Telearamm.)
Danzig, s. Septemb:r.
UÄer den Zweck der amerikanischen Kreuze.-- sendung «ach Danzig, äußert sich die amerrka - Nische Presse, datz die Regierung seinerzeit von den Verbündeten, als die Russen den polnischer Korridor abschnitten, ersucht worden war, unverzüglich an einer Flottendemonst raiion in der Ostsee teilzunehmen. Der Martnesclre- tär Daniels kam dem Wunsche der Alliierten auf Weisung Wilsons sofort nach und beorderte die Kriegsschiffe nach der Ostsee. Seitens der Alliierten bestand die Absicht, daß die Kriegsschiffe der Alliierten gemeinsam Truppen landen und mit ihnen ein weiteres Vordringen der Rus scn in Deutschland zu verhindern, und ferner alle Transporte für Polen sicher zu stellen. Der amerikanische Kommandeur hat aber Auftrag, unabhängig vorzugehe« «nd sich lediglich von amerikanischen Interessen leite« zu lassen. Die Auffassung der Regierung wird von einem Teile der amerikanischen Presse scharf kritisiert und Wilson der Borwurf gemacht, das? er wieder einmal eine unbedachte Politik geführt habe, die leicht schwere Folgen hätte nach sich riehen können. Glücklicherweise seien die Russen aus Ostdeutschland zurückgeschlogcn worden,
sodaß bas Eingreifen der Alliierten nicht not- wendig wurde. Wag die amerikanische« Kriegs, schiffe jetzt «och in Danzig sollen, ist der amerikanischen Presse nicht klar, zumal sie Auftrag haben, unabhängig zu operieren. Das amerikanische Volk aber sähe eS jedenfalls lieber, wie die „Jpu" berichtet, wenn es weiterhin aus dem rusfisch-plllnischen Konflikt fern gehalten würde
Folgen der Hochwassers.
Großer Schade« i« Stadt «nd Land.
(Prwat-TelearammI
München, 9. September.
DaS Hochwasser. daS in Südbayern i» den beiden letzten Tagen schweren Salden an richtete «nd zu einer Katastrophe von seltenem Umfange zu führen drohte, hat den Gefahren- punkt überschritte«. Die Wasser beginnen stch bei aufklarendem Wetter langsam zu verlauft«. Der Eisenbahnverkehr konnte auf einer Reih« der unterbrochenen Strecken wieder aufge- nommen werden. Nur an der D o n a « und an dem Oberlauf der Gebirgsflüffe dauert, wie die -andeSwetterstelle bekannt gibt, der gefährliche Hochwvsserstand fort. Nach Meldungen, die hier vorliegen, ist daS Städtchen Erding an, schlimmsten heimgesucht worden. Die kleine Dempt war aus ihrem Wege zur I s a r zu einem Strom geworden, der Dämme brach, Brücken zerstörte und seine Flute« durch die Straßen Erding« wälzte. Acht Häuser stürzten ein. Mit Mühe gelang es, den Bewohnern Hilft zu bringen. Ein Bauer wurde samt seinem Häuft davongeführt und ertrank i« den Fluten. Das Hochwasser der Moosath hat in Freising mehrere Anwesen de«: Crbboben gleich gemacht. Der Inn führt Trümu- i von Häusern und Wohnungseinrichtungen mit sich. Rach einer Meldung aus Mühldorf hat das Wasser in Perach den B a h n- d a m m in einer Länge von fünfhundert Metern weggeriffe«. Die Häuser an der Isar sind bis zum Giebel unter Wasser gesetzt. Ein Mann und zwei Kinder werden vermißt. Bei Frauendorf wurden zwei Häuser weggeschwemmt, wobei ein Kind in den Fluten umlam. Verschiedene Teile der Stadt Wasserburg am Inn sind durch Erd. rutsche und Tammvrüche schwer beschädigt. Verschiedene Flüsse führen nach einer Meldung des Bezirksamts Lauffen Katasttophenhochwaffer.
Set Aufruhr in Italien.
Haltung btt Arbeiter und der Industriellen. (Eigene Drahtmeldungz
Lugano, 9. September.
Wie aus M a i l a « d gemeldet wird, sind am Dienstag früh in Turin die Rcgierungs- truppe« eingerückt. Das Posthaus und der Bahnhof find von ihnen besetzt. Das General- ftreikkomitee wurde aufgelöst. Die enteigneten Fabriken erhielten keine Militärbelegung, da die Arbeiterschaft ihre Rückgabe an die Besitzer zugesichert hat, sobald die Einigungsvrr- handlungen beendet seien. In Turin herrsch: Ruhe. Auch in Malland und Brescia steht die Rätebewegung vor ihrem Zusammenbruch, da diese keinen Anhang unter der Bevölkerung gefunden hat. — Erne Delegiertenvrrfammlrrng der ftalienischen Industriellen beschloß gestern in Mailand, die Verhandlungen mit den Arbeitern erst dann wieder aufzunehmen, wenn diese zm Disziplin zurüügefthrt sind. Die Ar- beiftrMrer erklärten diese Forderung als un- dtskutierbare Zumutung. In Malland vcrfmn melte sich gestern die sozialistische Kammergruppe. Die Leitung der englische« Gewerkschas len ersuchte die italienische Gewerkschaftsleitung um Mitteilung über Ursprung und Ehantktrr der Bewegung und versicherte der italienischen Gewerkschaftsleitung ihre Solibarität .
Verschärfung der Lage.
Genf, 9. September. (Eigene Drahtmel- vung.) Wie dem Lyoner Progrös von zuverlässiger Sette mUgetellt wird, nimmt die Arbei- ierbeweg-ung in Italien einen immer ernsteren Charakter an. Es konmtt täglich in allen Teilen des Landes zu Kämpfen zwischen Arbeitern und Polizei «nd der revolutionäre Sbaröfter der Bewegung tritt immer deuüicher hervor. Der Konflikt in der Metallindustrie Hai sich auch verschärft, da der Jndustriellenverband die von der Regierung vorgeschlagenen Verhandlungen abiehnte, bis die Arbeiter die besetzten Fabriken geräumt haben. Zu einer Räumung treffen die Arbeiter ober keine Anstalten.
Irische Tragödie.
®ee verhungernde Bürgermeister in Cork« eie U*t«»be«<fune«ma8n«6m«n der GngUinder • gegen dte Iren werde« immer schärfer. Obwohl der internierte «lirgerrnetfter der Stadt «ort -u »erhungern droht, warbt er nichtfreigelaffe«
Man faßt wohl nicht zuviel, wen« man be- h-mptet, die Augen aller Welt seien nach Cork gerichtet» wo seit etwa drei Wochen der dortige Bürgermeister Mac Stviney einem freiwilligen Hungertod« entgegen geht. Denn, es ist noch nicht auszumalen, was geschieht, wenn die Katastrophe eintritt. An Zeichen, was geschehen soll, hat es in diesen Tagen nicht gefehlt. Man braucht sie nicht snie wörtlich zu nehmen, aber soviel ist gewiß, daß die ©rregung in Irland aufs höchste gestiegen ist. Allen diesen drohenden Zeichen gegenüber bleibt die englische Regierung bei ihrem Verdikt, daß die Strafe an Corks Bürgermeister vollzogen werden müsse. EL ist wieder eine neue Mitteilung von Lloyd George in London bekannt geworben, daß die Entscheidung über eine wettere Gefangenhaltung des Bürgermeisters von Cork nicht geändert werden könne. Lloyd George spielt ein gewagtes Spiel, aber er spielt es in Verfolg der jahrelangen englischen Ausromingspolttik gegen Irland, die kein anderes Ziel wie
Unterwerfung und Versflavung kennt. Sollte Lloyd George in feiner Gottähnlichkeit nicht bange werden, toenn er die folgenden Stimmen der Arbeiter, die sich sür den sterbenden Bürgermeister einsetzen, vernimmt? Tic Behandlung des Bürgermeisters erregt in weiten Kreisen Irlands, ja selbst Englands, großen Abscheu. Die Nachrichten aus London geben ein Bild von dem Zustande des Gefangenem Gestern wurde wieder gemeldet: Die Kräfte des Bürgermeisters von Cork nehmen immmer mehr ab. Gestern forderten die Vertreter der Arbeiterpartei in einem ffammtenben Aufruf die Freilassung des Bürgermeisters. Sie sei ein Gebot politischer Klugheit tmb Menschlichkeit. Die Arbeiterführer Adamson, Bevtn, Smistic, Landsburh tmb andere richteten nochmals an Lloyd George und die Regierung das Ersuchen, den Bürgermeister von Cork fteizulassen. — Dem Telegraf zufolge traf in London die Meldung ein, nach der der P a v st nach der Messe am Mittwoch Ä« Vatikan in der K welle zurückblieb, um das Sterbegebet für de« Bürgermeister von Cork zu verrichten. — lieber die weiteren Vorgänge in Irland unterrichtet das folgende Tele äramm: In Belfast ist es jetzt ruhig.. Ein eng- (ischer Kreuzer unt> ein Dorvedobootjäger sind in Belfast angekommen, um die Schiffswerften zu bewachen. Der unionistische Rat von Ulster hat drei Stunden lang im geheimen getagt. Ein? amtliche Erklärung,, die nach Schluß der Ver- fammlung ansgeaeben wurde, besagt, daß der Rat Wer gewisse Maßnahmen, die das Leben und die Besitztümer schützen sollen, verhandelte, die einstimmig anoenommen wurden. Der Rar hat sich Wetter einstimmig mit den Bedingungen einverstanden erklärt, die die Regierung für die Verwendung der sogenannten irischen Freiwilligen gegen die Sinnfeiner-Kundgeder gestellt hat. — Ta die Freiwilligen für die irisch« Gendarmerie sich nicht in genügender Zahl melden, hat das Kriegsamt, wie der Daily Herald behauptet,
Mannschaften, deren Dienstzeit zu Ende geht, für den Dienst in .Frkand angewiesen. Fall? diese abkehnen, verlieren sie ihre Pensions-Ansprüche. Inzwischen sind die zahlreichen Iren in den Vereinigten Staaten nicht mWe geworden, ihren bedrängten Landsleuten tot« kräftig zur Seite zu treten. So wird gemeldet: Die Times meldet aus Newyork: Mit Rücksicht c.t!ff den vor einigen Tagen abgebrochenen Streik in Cork wurden Tauserche von Arbeitern gestern nach Brooklyn gebracht, um zu versuchen, den Tra-mbahnverkehr wieder herzustellen. Schwere Zusammenstöße fanden zwischen der Polizei und den Ausständigen und StreWrechern statt. Wie es mit den französischen Sympathien für Irland, von denen in diesen Tagen wiederholt dic Rede war, in Mcklichkeit auSsteht, erhallt ans der folgenden Meldung: Reuter erfährt, daß die französische Regierung Gavan Duffh, den srnnseinischeu Delegierten für Paris» ersuchte. Frankreich binnen Vierund-Wanzig Stunden zu verlassen. Gavan Duffy, ein Ire. hatte sich vor einigen Tagen an die englische Regierung mit der Bitte gewandt, den Corker Bürgermeister fteizulaffen. Das ist das »Verbrechen*, um desscntwNen er jetzt aus Frankreich, das mit Jr. land sympathisiert, auisaewiefeu wird.
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Freilassung des Bürgermeister-?
L o n d o n, 9. September (Eigene Drahtm.-f. du:ng.) Der Dubliner Berichterstatter der „Daily Mail" will aus guter Quelle vernommen haben, raß die englische Regierung bestrebt ist, den Fall des Bürgermeisters von Cork aus der Welt zu schassen, um dem Druck der Presse im In. und