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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 208

Donnerstag, S. September 1920

10. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Eisenbahner gegen den Verkehrsminisler

die von Warschau wegbefoh lenen antibolschewi-

pen des Generals Wrangel gelangen würden,

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Aus-

Di» Haftetet Neueste» Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abend«. Der Ldonnemestkpret« beträgt monatl. e.00 Mark bei kreier gufuHuag in« Hau«. Bestellungen werden jederreU een der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengenemmen. Druckerei, Verlag und Siedaktion; Schlochthofstraße 28/30, Für unverlangt ein gesandte Beiträge kann die KeBettton eine Berantwortung ober Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des BeingSgelde« oder Ansprüche wegen etwaiger»ichtordnungSmägiger Lieferung ausgeschlossen.

Die rnsfifch-polnrschen Sampfe.

Posen, 8. September. (Eigene Drahünel- düng.) Die Polen sind von Dubno auf Tar- uvpvl zurückgegangen. Im Raume von Dubno haben die Russen von neuem den Wi­derstand ausgenommen und Kavallerie eingesetzt. Die Agentur Reuter erhält von zuständiger Sekte die Mitteilung, daß die Nachricht, wonach

llicht richtig ist. Die rumänische Regierung würde den Kriegführenden nicht gestatten ihr neutrales Gebiet zu überschreiten,

ir und ft ehj. rocrte»

luirgen abzulehnen. Nach einer Meldung des litauischen Büros ist A u g u st o w o von den Li­tauern besetzt, nachdem die Polen die Stadt vor­her geräumt hatten. Litauische Truppen sind auf dem Anmarsch auf Grodno.

Sm Ginwakk Des Mnr.

Ausstand gegen die Sowjetregierung, (Privat-Telegramm.)

Königsberg, 8. Söptencher.

Litaujsche Flüchtlinge, die kürzlich aus Ruß­land in ihre Heimat Mrückgekehrt find, berich­ten, daß auf dem flachen Lande vielfach Auf. stände gegen die Sowjetregierung ausgebrochen sind. Auch soll in Petersburg und Moskau die Stimmung aus Anlaß der Mißer­folge der bolschewistischen Armeen nicht gut sein. Helfingforser Meldungen bestätigen die wachsende Unzufriedenheit, die der starken Propaganda der sozialen revolutionären Agenten zugeschrieben wird. Bauernaufstände werden außer aus dem Süden auch aus den Gouvernements Pleskau, Rowogrod und Petersburg gemeldet. Ferner kommen aus den Gouvernements Ufa, Samara, Tela und KurSk solche Berichte, wo eine aus Deserteuren gebildetegrüne Armee" plündernd durch das Land zieht. Die antibob schewistische Bewegung spiegelt sich auch in der Tätigkeit der bolschewistischen Tribunale ab. Trotz der angeblichen Abschaffung der Todes. strafe find nach Meldungen der Moskauer Blät­ter allein in Moskau vom 22. Dtai bis 22. Juni sechshundertsechzig und vom 22. Juni bis 22. Juli achthundertachtundncunzig Personen stand­rechtlich erschosfenworden.

Lberschlesrenr SeMmis.

Die Verschärfung der Lag«.

(Privat-Telegramm.)

Sattowitz, 8. September.

In den Landkreisen hat sich teilweise die Lage so verschärft, daß zahlreiche Familien, die trotz aller Verfolgungen durch die Polen bis jetzt in der Heimat ausgeharrt hatten, die Flucht er­griffen. In vielen Gegenden ruht der Schul- betrieb vollständig, da die Sinder der Pillen sich weigern, sich in deutscher Sprache unterrichten zu lassen. Aus Berlin meldet die Bosfische Zeitung, daß heute abermals eine Kabinett- sitzung über Oberschlesien stattfindet. Mau hält es für möglich, daß sich dadurch erneut die Einberufung des Reichstagsausschusses für aus­wärtige Angelegenheiten als nötig erweist.

sfellung der Muster nach den zusammengehörigen Geschäftszweigen ordnet, und aus diesem Gnmde sind bereits eine große Anzahl fest ge­mieteter Aussselvumgsdäume für die nächste Messe

Set Aufruhr dl Stollen.

Kampf zwischen Arbeitern und Truppen.

(Erzener Drahtbericht.)

Zürich, 8. September.

Aus Turin wird gemeldet: Bewaffnete Arbeiter.Abteilungen besetzten das Stadthaus, nachdem das Militär sich zurückge­zogen hatte. Auch die Post und das Eisenbahn- direktionsgebäude ist von bewaffneten Arbeitern besetzt warben. Die Regierung hat den Tr « v- p e n in der Rächt zmn Montag Befehl gegeben, die öffentlichen Gebäude wieder z« befetzen und die gesetzliche Gewalt wieder herzustellen. Seit Montag nacht wird in Turin gekämpft. Die Stadt ist von der Außenwelt abgeschuitten. Nach Meldungen aus Mailand ist der Mai­länder Arbeiterrat durch Regierungs­beschluß aufgelöst worden. Das Malländer Gewerkschastskartell hat die Funktionen des auf- rrelökten Arbefterrats übernommen. Gegen Mai­land find größere Truppenverbände im Anmarsch.

Die Besetzung der Fabriken.

Zürich, 8. Sckfember. (Eigener Drahtberlcht.) Züricher Zeitungen melden über ine Vorgang.- in Oberitalien, daß di« Besetzung der Fa- Briten durch die Arbeiter nicht als Ent- eiamrng ar ^ffefcn werden dürfe, da die Arbei­ter durch die Besetzung lediglich die angebrvht? zwangsweise Schließung der Fabriken verhinwrrn wollten Das Uebergreifen der Bewegung h das bolschewistische Fahrwasser wird hier nur als eine vorübergehende Erscheinung angesehen. Di« Lage dürste wohl schon in wenigen Taigen mtiütärito wieder hergesteÄt fein.

Beratung des Alliiertenrats.

Rotterdam, 8. September (Eigene Drahtmel- duiM) Ains Paris wird berichtet: An der ober- schlesischen Frage sind die Botschafter in Berlin zu Soüderberichten ausgefordert worden. Gegen die Anordnung der interalliierten Kommission "ür das AbstimmungsgMet einzuschreiten, lehnte der alliierte Rat in feiner Sonnabend-Sitzung ab. Er wünscht dagegen eine Beschleunigung der Entwaffnungsaktion und der abschlie- ß enden Vorbereitungen für die Abstimmung.

Einberufung des Reichstags.

Berlin, 8. September. (Privatfelegralmm) Wie eine Zeitungskorrespondenz meldet, hat sich die NHichsregierunig damit einverstanden erklärt, den Reichstag nicht vor Mitte Oktober ein- zuberufen und ihm dann einen Plan Wer die ihm zntzedackten Arbeiten vorzulegen. Der Aus­schuß für Auswärtiges wird voraussicht­lich Ende September wegen der o b e r schle­sischen F rage Msammentreten.

SnfertionSpreifet ») ®tn»etmif*e «eftriget Di» «tnfeaKtge «>yeig«n.3«He SR. LOO, di» einspaltig» Reklame,-,!« SR. L50. b) Auswärtig« Aufträge: Di» einspaltig« Anzeigen,«u« M LOO, di« einspaltig« ReflamejeU« ®L 176, alles einschließlich D«uerungSrüschlag und Slnjeigenfteuer. Für die RichtigkeU aller durch Fernsprecher aufgegeben«ä An,eigen, sowie für »ufnahmedaten und Plätze kann «in« Sewätzr nicht übernommen werd«. Druckerei: SchlachttzoMr. 28/30. «eschäftSstell,: Kölnisch- Str. 6. Telephon Nr. 9S1 u, Mi,

Leipziger Messe.

Biele Besucher, aber langsames SeschSst.

Die diesjährige Herbstmesse stand unter denk Druck der unsicheren politischen und wirtschaft­lichen Verhältnisse, die das Geschäftsleben nach- leMg beeinflussen. Ueber den Verlauf der Messe erhalten wir von unserem Leipziger Mitarbeiter! folgenden Bericht: Versuchsweise hat man wie in diesen! Frühjahre so auch jetzt gelegentlich der Herbstmesse die Einrichtung getroffen, daß die Technische Messe und die Baumeffe von der allgemeinen Messe abgetrennt wurden. Erstge­nannte sand in der Zeit vom 15 bis 21. August statt, aber der besseren Einsicht folgend, ließ man

bereits eine große Anzahl fest ge- .... sstelbumgsräume für die nächste Messe gekündigt worden. Durch die Zusammenlegung nach Branchen wird für die Einkäufer eine ganz wesentliche Erleichterung ihrer Tätigkeit geschrf- fen, das ergibt sich ohne weiteres, wenn man aus dem bunten Bilde des MetztrubelS zmn Beispiel die Bugramess«. die Papiermesse oder die Bu- rraubedarssmesse für sich betrachtet. Die Bugra- messe zeigt den Büchevmarkt, die Papiermeffe baupGachlich Papiere, Kartonnagen, Drucksachen und dergleichen, während die Burevubedarfs» messe alles das aufwerst, was zum Bureaubetrieb nötig ist, vom einfachsten Kopierbuch bis elegantesten vollständigen Ernrichtung eines KontiorS. Einen Ueberblick über

Pole« und Litauen.

Warschau, 8. September. (Eigene Drahrmel- düng.) Aus gurinsormierten Warschauer Krei­sen vorlaMet, txrß angesichts der litauischen Angriffe und der litauischen Rot« bereits die entsprechenden militärischen Maßnahmen ge­troffen wurden. Der stelwertretende Minister- Präsident hat mit dem päpstkiche» Nuntius eine längere Unterredung über den polmsch-li- tauffchen Konflikt gehabt. Wie zu dieser Frag.' aus Paris aomelo« wird, hat der Alliiertenrat im polnisth-litaurschen Konflikt seine Vermr 1 t. lnna angeboten und beschlossen, bk im Osten festgesetzten Grenzen der Randstaaten als end­gültig zu bezeichnen und nockmrokige Vorhand.

Großstädten, während für Mittel- ttrtb Klein­städte eher ein Geschäft zustande kam. Im all­gemeinen schienen die Aussteller ht ihren Er­wartungen enttäuscht, am Mttwoch wurden schon viele Stände geräumt und am Donnerstag abend ei es bereits auffallend« Lücken. Bei meinem ndgängen entdeckte ich auch

etliche Kasseler Firmen

mit ihren Ausstellungen, so zum Beispiel Oskar Rocholl Nachfolger, Appel und Pfannenschurid-t, R. Earli mit recht hübschen tkunstfiguren und besonders fielen die wundervollen Malereien Earl Kochs auf. Diese Blumenstücke wirkten so

Presse nur das eine bedeuten, daß Frankreich jeden, auch noch so sehr an den Haaren herbei- gezogenen Scheingrund dann benutzen wird, um ins Ruhrgebiet einjumarschierew Auf Vernunft brauchen wir bei den Franzosen nicht zu rechnen. »Der Verstand ist stets nur bei wenigen ge­wesen!* In Frankreich wird man auch diese We­nigen vergeblich juchen s.

Sie Klenbahner Lewesuns.

Opposition gegen bett Derkehrsminister.

(Privat-Telearamm.)

Berlin, 8. September.

Am Eisenbahnerkonflikt ist insofern eine wei­tere Verschärfung eingetreten, als gestern abend die Betriebsräte von mehr als hundert Berliner Fabriken eine Sympathiekundgebung für die Eisenbahner in ihrem Kampf gegen die Anordnrmgen des Ministers Grüner be­schlossen haben. In der Sympathie-Erklärung wich ausdrücklich gesagt, daß di« Berliner Ar. beiterschast auch vor einem Generalstreik nicht zurückschrecken wich, um dasRecht" der Eisen­bahner, die Gütertransporte auf Kriegsmaterial hin zu untersuchen, zu sichern. Reben der Ab- sicht, den Alliierten Schwierigkeiten zu machen, kommt es ihnen auch darauf an, gegen die deut­sche Regierung aufzutreten. Die Aufreizung ge­gen den Erlaß des Berkehrsministers soll zu einer Machtprobe getrieben wechen mit dem Zweck, den Einfluß der Organisation zu stärken.

die Mustermesse

zu 'befotmsnen, war bei der gegenwärtigen Saiae eine durchaus ernsthafte Arbeit, die kaum m einer Woche zu bewältigen war. Man vevgogen- wärtig« sich nur, daß das Warenverzeich- n t s der ausgestellten Gegenstände vierzehn Seiten mit je zwei Spalten von durchschnittlich etwa fünfzig Zetten umfaßt, und daß dies« Wa­renfülle in achtunddreißig Meßpälästen ausge­stellt ist! Wenn Mr von MeßpalÄsfen Ute Rede list, darf das fast für alle diese Gebäude wörtlich genommen werden. In der Regel handelt «8 sich um Vier oder fünf Stockwerle.die mit Hunderten von Standen besetzt sind. Das Meßamt hafte in dankenswerter Weise Vorsorge getroffen, daß die Vertteter der Presse in möglich kurzer Zeit mit den Einrichtungen bekannt wurden. Zu die­sem Zwecke fanden an zwei Tagen Führungen statt und dabei war Gelegenheit, mit den Aus­stellern auch geschäftliche Fragen $tt erörtern. So zum Beispiel, was man von der diesmaligen Messe erwartet, wie sich daS Geschäft aullasse, ob und was von dem Export-Geschäft zu erhoffen sei, wie auch Handelsgebräuche für daS Inlands- und für das Auslandsgeschäft, welch letztere Fragen besonders daS Interesse der aus­ländischen Kollegen erregten. Allgemein waren die Erwartungen nicht hoch gestimmt, weil in­folge der schlechten deütfthen Valuta di« Press« durchweg als nicht billig bezeichnet wecken müß­ten. das ließe sich aber znrzett nicht ändern, denn alle Rohstoffe, di« Arbeitslöhne, die Transport-

setmng des ersteren für uns die unangenehmste und unbequemste Maßnahme wäre, und daß wir unS nur gepreßt und gezwungen, den Tod im Herzen, dazu entschließen werden, wenn Deutsch­land uns keinen anderen Ausweg läßt. Wir wollen uns dieser gefährlichen Waffe nur im Falle der Notwehr bedienen. Sie würde wieder aufhören, wenn Deutschland feine Pflichten er­füllst. Wo ist Jmverialisnins in dieser Ange­legenheit? Wir holen uns selbst unsere- Kohlen, um nicht ruiniert zu toeroen; wir zwingen Deutschland zur Entwaffnung, um selbst entwaff­nen zu können, wir verteidigen uns gegen die In­vasion Niemals hat ein Staatsmann oder ein vernünftiger Franzose daran gedacht, das Rühr- S" et zu annektieren oder dauernd zu besetzen.

uns ist das Ruhrgebiet nur ein Mittel, aber nicht ein Ziel."

Man möchte glauben, daß diese Ausführun­gen des französischen nationalistischen Blattes für Narren geschrieben sind, und es ist bezeich­nend für die GeisteSrichtung, die in Frankreich herrscht, daß es ein Blatt wieEcho de Paris" überhaupt wagen kann, seinen Lesern eine der­artige Kette von infamen Lügen vorzusetzen. Eben ist von deutscher und französischer offiziel­ler Seite festgestellt worden, daß Deutschland seine Kohlenlieferungen im August restlos er- Jiillt hat. Die Erklärung, daß Deutschland eine Kohle liefert, ist daher eine bewußte Lüge, ebenso tote die andere, daß Frankreichs Industrie ohne die deutsche Kohle nicht eriftieren könne. Die französische Kohlenindufrrie wäre mit spie­lender Leichtigkeit in der Lage, ihre Produktion so zu erhöhen, daß sie auf die sechzehn Millionen Tonnen, die von deutscher Seite monatlich gelie­fert wecken müssen, zu eitlem nicht geringen Tett verzichten könnte. Wenn die französischen Gru­ben, di« im vergangenen Fahre bei 157000 Ar- heitern nur sechzehn Millionen Tonnen hervor- brachten, während im Jahre 1915 105000 Berg­arbeiter noch zwanzig Millionen Tonnen förder­ten, nur diese Förderungszahl wieder erreichen würden, so wücken ein paar HundeckttattsenD Tonnen, die schließlich von dem deutschen Kon­tingent in einem Wintermonat fehlen, kaum ins L'ewicht fallen. Genau so lächerlich ist die Be­hauptung, daß Deutschland nicht entwaffne und sieb auf nie Revanche vorbereite Die Nachrich­ten der französischen Presse, daß Deutschland neueckings Kriegsmaterial baue, sind eben von der deutschen RegerrUng als völlig aus der Luft gegriffen dementtert worden Don einem Bünd- ris zwischen Bolschewismus und Deutschland kann ebensowenig die Rede fein. Deutschland hat tu dem russisch-polnischen Konflift die strik­teste Neutralität bewahrt, wie sie über­haupt nur ein Staat jemals innegehalten hat und tote man hätte wünschen mögen, daß sie von anderen Staaten im Kriege inne gehalten wor- *en wäre.

Trotz dieser unleugbar feststehenden Tat­sachen fordert di« ftanzösische chauvinistssche Presse die Besetzung des Ruhrgebiets und ver­sichert dabei mit unschulhKwoller Miene, daß von 1 Imperialismus nicht bei Rede sein kann. Man : soll bei uns in Deutschland nicht glauben, daß vie Meirmngsüußenmqen des einen oder an- : deren französischen nationalistischen Blattes l schließlich nicht ausschlaggebend fei; denn das i ftcmSösische Volk ist mit dem Gilt der Ge- Wallpolitik feit Monaten so verseucht, daß i ts sich zu vernür.ftizen Ged rnkengängen kaum 1 wehr aufzuraffen vermag. M uns kann V.: \ StellungnUhn« der französischen n^ionalsstsschen ,

Scheinheiligkeit.

Die französische «ewalt.Politik.

Die Frag« der Besetzung des Ruhrge­biets ist in den letzten Wochen mehr und mehr tu den Hintergrund getreten. Zwar haben iu der letzten Zett gelegentlich größere Truppen- ansammlungen am Rhein statrgefunden, die die Befürchtung laut werden ließen, daß Frankreich neuerdings zu einem Einmarsch nach Deutsch­land schreiten wolle, aber diese Befürchtungen haben sich vorerst noch als unberechtigt erwiesen. Trotz dieser sch-unbaren Ruhe steht aber fest, daß das politische und militärische Frankreich mit Argusaugen die! Enkwaffnuugsaktion und die Kohlenlieferungen Deutschlands verfolgt, und daß Marschall Foch nur auf den Augenblick war- tet, wo er feine «kampferprobten" Truppen in ein wehrloses Land als »Sieger" einmarschicren lassen kann. Die ftanzösische chauvinistische Presse unterläßt zwar nichts, um die Oeffent- lichkeit dabin zu informieren, als sei eine Be­setzung des Ruhrgebiets für Frankreich eine äußerst unangenehme und bedenkliche Sache, über daS geschieht doch nur um deswillen, um schließlich im Falle einer Besetzuivg unschuldsvoll auf diese angebliche Ueberzeugung der Ehauvi- niften Frankreichs Hinweisen zu können. Es ist geradezu erstaunlich, was sich die nationalistische ftanzösische Presse nach dieser Richtung hin lei­stet. So schrieb das Deutschenfteffer-BlattEcho de Paris" vor einigen Tagen: »Die Wahrheit ist, daß wir weder das Ruhrgebiet, noch die Rheinlande behalfen wollen, und daß die Be°

natüftlich, als sähe man die Pflanzen vor sich. Es gibt Wohl kaum eine War«, irte auf der Messe nicht zu finden gewesen wäre. Der Vollständig­keit wegen darf natürflch auch die Schau­mes s« nicht vergessen wecken, dott hatte man Gelegenheit, allen möglichen Kleinrram zu et» tchen. im Gegensatz zur Mustermesse, di« ledig­lich dem Großhandel dient. Die Schau», oder Kleinmeffe befindet sich auf dem sogenannten Metzplatz, sie zeigst Buden aller Art, «s ist der richtig- rummel mit allem

Dran; e Schaubuden mit den SehenSwückiareiten, Schaukeln u Affen- uftd Hundetheater Zucker- und buden sorgen für die Befriedigung aetfti leiblicher Bedürfnisse und wer Lust hat, , mal durch Ansehen eines regelrechten ß, thectters in seine Juaendzeit zurückzuversetzen, kommt hier gleichfalls auf seine Rechnung SeLbfwerstänldluh darf bei dem richtigen Jahr-

,------. ---------------2' sie auch iw den Tagen der Muistermesse vom 29.

snscheu Truppen über Rumiäuim zu den Trup-sUuMst bis 4. September geöffnet, denn es Hütt« sich gezeigt, daß di« Trennung rin Mißgriff war. In Zukunft sollen, tote gesagt, beide Messen wieder, Wie früher, gleichzeitig abgehalten werden. 1----IL*nj^ *"'* ant-r-^ 5--^--

Das Anhatten von Transporten.

Berlin, 8. September. (Privat - Telegramm.) Infolge der in den letzten Tagen gemeldeten eigenmächtigen Durchsuchungen und Zurückbehal­tung von Transporten für die Reichs- wehr hat der Reichsverkehrsminister die Ent­lassung von vierzehn Eisenbahnern im Direk­ttonsbezirk Berlin ausgesprochen. Gestern sind wieder zwei Munitionsttansporte in Stendal an der Weiterfahrt durch die dortigen WcrkM- tenarbeiter verhindert worden.