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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 204. Fernsprecher 951 und SSL Sonnabend, 4. September 1920 Fernsprecher 931 und SSL 10. Jahrgang.

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Neue Niederlagen öer Nüssen

Sie Jett der Leiden.

Franzöfische Rebolverpokitik.

MS man vor einigen Tagen in Breslau tag polnische Konsulat und das Haus der fran- zöstschen Sertotung stürmte, die KousuüttsschE, der herunterriß und die Geschäftsräume demo­lierte, mußte sich jeder einigermaßen DenWhiM sagen, daß Deutschland neuen Stunden tieffier nationaLer Demütigung entigegeitgcfcc. Zu frisch hafteten noch die Erinnerungen an die Ereigniffe vor der Botschaft Frankreichs in Berlin in aller Gedächtnis, uafi> am die zahllosen Schikanen, die

uirofer wesMher Nachbar in seiner «eradozu pa- tholaBfchW Rachgier gegen uns dis dahin vrr- üirte. Man mußte darauf gefaßt sein, daß man dem glühenden Hasse freiesten Spielraum lassen und alles nur Denkbare ausklügelu würde, um Deutschlands Schmach yt mehren. Die Note, die man am Quai d'Orsay in Paris ersann, bist -dci einen schlagenden Beweis dafür, daß man dem Msammongobvochenen Feinde immer wieder den Bocher mit bitterstem Leidenstranke an die Lippen preßt, daß man nicht genÄgt ist, den Lei- densweg des nnglückLicheu deutschen Volkes zu kürzen, und daß man gar nicht daran denkt, in eine Atmosphäre der Beruhigung mit Deutsch- land zu kornmeu, wie man es neuerdings wieder Lvtoette. Mit geradezu wollüstiger Grausamkeit läßt man vielmehr keine wie tarnen geartete, GeSegenheit vergehen, um Deutschland den Re- voLver auf die Brust zu fetzen und eine bis zum Gipfel der SchootlpsWeit gesteigerte Erprcffer- SMä zu verfolgen.

Es erscheint ielbstverständlich, daß nach dm zu verurteilenden Vorgangm in der schlesffchcri «stadt den durch internationalen Brauch bc- _ M Staaten Genugtuung geboten werben mutzte. Diese Genugtuung hatte zu bestehen ein­mal in der Medevgutmachnn-g der migericht:ten Schäden uttib dann in der formellen EntIhUl- diguug drnch die Regierung. Frankreich dagegen verlangt viel mehr. Nach der Wiederiherstellung der zerstörten Räume soll eine RffchAwchr-Tlbtei- lung der hochgehenden Trikolore mit klingendem Spiel Ehren erweisen imfc ferner soll der Reichs­kanzler (der AußenrniMster hat es schon getan), der französischen Botschaft in Berlin einen Ent­schuldigungsbesuch machen. Das sind Forderungen, die weit über das hinausgehen, wchs saust alA Sühne für die Verletzung rnter- luetizmaler KonsuLarrechte beansprucht wird, es ist fanatischer Hatz bsindwüttger Menschen, die auch nach dem Friedensschluß unsere Feinde ge­blieben find. Wäre man in der Tat bestrebt, mit Deutschland im einer Atmosphäre der Be­ruhigung zu leiben, so würde man es sich haben genügten lassen an dem, was bis dahin unter den Kultur-VMern üblich war. man würde dann sogar unzweifelhaft die seelische Zerrüttung in Betracht gezogen haben, in deren Bann weite Schichdnr der deutschen Bevölkerung stehen. Es gehört ganz gewiß kein großes Begreifen mensch­lichen Empfindungslebens dazu, um sich zu sagen, daß die Atmosphäre der Beruhigung nie­mals geschaffen werden kann durch Akte brutal­ster Gewalt und rücksichMoser Erpressung. Wäre man in Frankreich in der Lage und gewillt, mit Deutschland so bald wie möglich zu einem er­träglichen Verkehrstone zu kommen, dann würde mon mit dem System der Demütigungen brechen. D« Atmosphäre der Beunruhigung ver­dichtet sich in Deutschland mehr und mehr, und der Haß schlägt kräftig Wurzeln

Tue Männer, in deren Händen gegenwärtig die Leitung der Geschicke deS Volles ruht, sind, wie.ihnen attestiert werden kann, eifrigst boucütst gewesen, wirklich ju besseren Verhältnissen zu kommen witd den Verkehr wieder angubahnen, der durch den Krieg veririchtet wurde. Sie ver­suchen auch jetzt mit aller Kraft, Deutschland die ungeheuere Demütigung zu ersparen, die es abermals moralisch auf die Knie zwingt, und das in einer Seit, in der stolze Erinnerung wach wird an jene ruhmvollen Tage, in denen Vor fünf Jahrzehnten aus Frankreichs Zusammen- bnch Deutschlands Einheit und machwolle Größe emporwuchs. Zirm Tage von Sedan fottte das Sühne-Opfrr verlangt werden, und nur einem Versehen war es MAschretben, daß es früher geschah. Wenn auch in Deutschland allenthalben wilder Zorn über die uns zugedachte Schmach aufsteigt und das Verlangen nach Ablehnung, des französischen Begehrens, so muß sich das Volk doch darüber klar werden, daß es nicht in der Lage ist, den Haß des Gegners durch unboson- nene Handlungen zu zügeln. Was auch zur Ab­wehr seitens der Regierung geschehen mag, es wird sich kaum über die Bedeutung einer Geste erheben und schließlich wird man auch diefM Leidensweg gehen, man wird ihn wählen, um noch Schlimmerem zu begegnen. In so trost­loser Stunde gW es, sich erneut darüber klar zu werden, wohin die Fahrt im deutschen Lande geht. Wenn Vorkommnisse wie die vor der Brr-, liner Botschaft der Franzosen und in deren Bres- ßauer Konsulat nicht ent für allemal unmöglich! werld«l. Wenn sich nicht jeder Deutsche in doller Klarheit bewußt tote, daß er durch derartige

Auswüchse ncttionccken Empfindens der ganze:» BoWgeui-emschaft ungeheueren Schaden zufügl, und dem Lande morollsche und finanzielle Lasten ausbürdet, unter deren Druck es zusammen- brechen mutz.

Die leidenschaftliche Erregung, die im ganzer Lande 'herrscht, darf niemals in erplosiven Z erstö- tungsszenen sich äußern, tut sie' es doch, dann wird es Ausgabe der Behörden fern, durch streug- stes _ Zugreifen die abhandm gekommene De:- uunst zurückzirrufen und den Elementen, ine immer neue Drangsol durch ihr unWuaes Ver­halten über uns bringen, das Gewissen durch exemplarische Strafen zu schärfen. Es ist viel leichte», Leidenschaften die Zügel schießen $u lassen, als di? aus solcher Disziplinlosigkeit sich ergehenden- Folgen zu tragen. Ob es gelingen wird, die Verhafturrg der in Breslau ist Betracht kommenden Schuldigen hsrbeizuftihren, steht seh« in Frage. Frankreich aber besteht, vorMvfig noch, -ruf seinem Schein, und niemand vermag zu sagen, zu welchen Repressalien es schreiten wird. Für die Deutschen heißt es: Zähne zu- sammonlbeißen und Besonnenheil üben. Wie stgte doch Elemonceau?: Nie davon spre­chen, immer daran denken!... * * *

Zer Kamps itm Lemberg. Schleuniger Rückzug der Raffen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Warschau, 3. September.

Die Reiterarmee des bolschewistischen Gene­rals Budjenui unternahm in Ostgalizien einen verzweifelten DurchbrUchsver- s u ch, der aber an dem Widerstande der polnischen Trschpen scheiterte. Der polnische Heeresbericht meldet darüber folgendes: Im Kampfe mit der Reiterarmee Budjennis errang unsere dritte Armee einen wichtigen Erfolg. Diese beste Ope rationseinheij Sowjetrußlands erhielt den kate- gorifrften Befehl, im Räume von Zamorso durch- zubrochen und auf Lublin zu marschieren. Im Verein damit sollte bc zwölfte Sowjetarmee bei Beiz zur Offensive übergehen. Dank der vor­trefflichen Haltung unserer längs des Eu g grup­pierten Truppen wurde diese Offensive vereitelt. Die in den Abschnitten Piszoz«, Smolari und Lagodin konzentrierten Towjettruppen hielte« den Angriffen unserer Abteilungen nicht stand, sondern traten einen überhasteten Rückzug an und ließen dabei zahlreiche Gefangene, Ge­schütze, Maschinengewehre und Munition in un­serer Hand. Bndjennj gelang es am 29. August Zamorso einzunehmen, wo er auf energischen Widerstand stieß. Der Feind rückte indessen noch weiter vor. Unsere zweite Legio- närdivifiün brachte ihm aber im Raume von Gro bow irz eine entscheidende Nie­derlage bei und zwang ihn zur Flucht.

Virdfennls schwere Niederlage.

Berftn, 8. September. (Privattelegramm.) Zum Schlage gegen Budjenniz Truppen erfährt das Berliner Tageblatt aus Basel: Rach einer Krakauer Meldung haben die Russen vor Lemberg nach dreitägige Schlacht eine schwere Niederlage erlitten. Sie wichen in der Richtung Brwdy zurück. Die Polen be- sitzen schon einen großen Teil der Bahnlinie Lomberg-Brodh. Infolge dieser Niederlage faut auch die Smdfrow bis zu bett Karpathen ins Schwanken. Auch hier Wicken die Russen lang­sam in östlicher Richtung zurück.

RMmidr Anedenrwiwsch.

Die Friedenskonferenz in Riga.

(Privat-Teloaramm.)

Warschau, 3. September.

Die PresseabteUun-, des Ministerium des Aeußern teilt mit: Am 2. September traf in Warschau folgender Funkspruch ein: An den polnischen Minister des Auswärtigen, Warschau. Um alle Hindernisse, die dem Abschluß des Frie­dens zwischen Sowjetrußland, der Ukraine und Polen hinausschieben, ans dem Wege zn räumen, nimmt die Sowjetregierun« Rußlands und der Ukraine vorbehaltlich der Zustimmung der letti­schen Regieruttg Riga als Bersammlunas- ort an. Daran wird jedoch die Bedingung ge­knüpft, daß die persönliche Immunität der rus­sischen und ukrainischen Delegation sowie ihres Hilfspersonals durch die lettische Regierung ga­rantiert wird. Selbstverständlich ist auch die Gewährung der Verbindungsfreiheit zwlsüftn Sowjek>elegation und ihrer Regierung durch Fnnkfprüche und Kuriere, deren Alten von jeder Revision frei sein müssen. Beide Sowretregir- runseu erwarten mir die Antwort der lettischen

Regierung, um dann ihre endgültige bindende Zusa« nach Warschau gelangen zu lasse«.

Dringende Vorschläge ans Moskau.

Warschau, 3. September. (Eigene Dra-litnte-l- bimg.) Gleichzeitig mit dem russischen Einver­ständnis, daß Riga als Ort öer Unterhandlung gen gewählt wird, wird die polnische Regierung davon verständigst, daß Adolf Joffe, Vorsitzen­der der neuen rufsisck-ukra t nischen Tälegaffon :l|t und größte Vollmacht besitzt.

Sbrrschlrssi»» M.

Eine Maffenknndgebnng in Görlitz. «Eigens Drahtmeldungh

Görlitz, 1. September.

In der Stadthalle fand gestern unter Beteili- gung der bürgerlichen Parteien eine Massen - vrotestversammlung gegen die Berge- tvaltignng OberschlefienS statt, die von der Oberlimsitzer ArhcitSgcmeinsch«rst zur Erhaltung Oberschlesiens bei Drutsrlflaud und dem Verein heimatstreuer Oberschlesier einbe rufen war. Am Schluß der von etwa zweitau­send Personen besuchten Versammlung gelangte eine Entschließung zur Annahme, in der die Cm- wohnerschaft von Görlitz gegen die VergewaM- grma von Oberschlesien protestiert. Ta die f r a n- zösische Besatzung in Oberschlesien nicht genullt oder inrstanb- rgi Me -m Friedens» vertrag zugesagte Gerechtigkeit und Unparteilich­keit zu üben, so fordert sie deren Ablösung. Sie verwahrt sich gegen den polnischen Terror :ntb gegen die Begünstigung der Polen durck die Franzosen «nd verlangt daß die iftteralli- irrte Kommission das Land schützt die Ord­nung auffecht erhält und die Bevölkerung vor Schaden an Leben und Eigentum bewahrt.

Separationsöestrebuugen in Posen.

Posen. 3. September. (Privattelegramms Die Separationsbestrcbungcn dxr ebennate deut­schen Provinz Posen nehmen immer größeren Umfang an. Die Posener Bevöffentng hat ein Aktionskomitee gewählt, durch das! der War­schauer Regierung bestimmte For­derungen gestellt worden sind. Aus Posen ist eine Abordnung in Warschau eingefroren, In der Minister und Offiz iere teertrei en find.

Streik und Storni» I« Frankfurt kein Generalfireik.

(Eigene Drahtmeldung.)

Frankfurt, 3- Ssptomber.

Das Gewerffchaftskartell lehnte gestern abend in einer Versammlung mit breiundaclitzig gegen zwanzig Stfimnen den Antrag aus Ein­tritt in den Generalstreik ab. Mitbe- stimmend für die Ablehnung war eine telepho­nische Rfitteilm'g des Oberbürgermeisters, das? die Regierung für die Erwerbslosen sünfund- dreißig Mllionen Mark bewilligt habe, die auf das Reich verteilt werden. Frankfurt wird aus eigenen Mitteln noch zweieinhalb Millionen zu­schießen. Die Gelder sollen zur Beschaffung von Heizmaterial und Kleidungsstücken, aber auch ÄS bare Beihilfe für solche Erwerbslose Verwen­dung ff, den, die länger als ztvanzig Wochen anßer Arbeit find. In der Debatte kam zum Ausdruck, daß der Generalstreik das letzte Mittel bleiben müsse. Mn Antrag der Mehr- hefissozlalistcn, den Ertrag einer Ar- beitSstunbe für bie Erwerbslosen zur Ver­fügung zu stellen, wurde von einem Unabhän­gigen dahin erweitert, daß die gleiche Summe im BerhAtnis der Z-chl der Arbetter turn ben Ar­beitgebern an das Arbeitsamt abgellefett und die Verteilung nach genauen Richtlinien von enter gemischten Kommission vorgensumren wer­den soll. Dieser Antrag ist sofort in Angriff genommen worden und soll in der nächsten Sitzung zur Abstimmung gebracht werbe«.

(Ein neuer Zwischenfall.

Frankfurt, 3. September. (Privattelegramm Gestern abend kam es am Eschesshetaer Tor zu neuen Zwischenfällen. Dir deutschnatio- ttaüe Volkspartei hatte aus Aalaß des Sedan­tages im Vr«Sbiwmtgsheim emr Feier der- «-stecktet, bei der unter anderen Pfarrer Wer­ner über Sedan und Versailles sprach Wahrend des Dortrag.s tarn ein Trupp junger Leute in den Saal und drohte, alles kurz und klein zu schlagen. 3*e besetzten schKeßlich die Eingänge. Sicheilhe' -oellzei «ntfemte sie.

Ser Kampf um Moskau.

Für »der gegen die dritte Internationale?

Innerhalb de» »nabhLngiae« fe«tan#lf*ta g»artet Herrs«« eine ftnrte fflärang. ®ie ®tf- ferengtn drehen fich letzten Ende« imtnee tote- ber nm die Frage, 06 die Unabhängigen eine rctsiloU Schwenkung in da» kom«t«»istische «nd dorschewigische Lage, m«ch«n (»Ucc. Bon einem gelegentlichen Mitarbeiter tft nn« die nachsolgende Betrachtung z»gegangen;

In diesen Tagen wird sich der Pariei-Aus- schuiß der unahhängigm SoFiaLdamoivaiie . mit der Frage: Für oder gegen die dritte Internationale ju befassen haben. Der Kampf trat Moskau ist infolgedessen in d« Partei bar ttnabbängigen SoziMstm auf der garrzen Linie entbrannt, die Krisis bei dieser Partei ist aller Welt offenbar geworden. Daß eine solche Krisis unausbleiblich war. konnte man bereits a-us den Vedingumgen ersehen, hie man in Mos­kau an den Eintritt der oeutschen Unabhcmg'gen in die dritte Internationale geknüpf hat. Hier handelte es sich aber schließlich mehr oder we­niger noch um eine Reihe formaler ©treliii$agen bis auf die Tatsache, daß Moskau die Taktik des Bürgerkrieges, so wie sie von den Bol­schewisten burchgesWhrt worden war, auch von den Unabhängigen verlangte. Der rechte Flügel der Unabhängigen war tadessen klug genug, ew solche Forderumg vom vornher­ein ab mich neu mit der Begründung, daß das, was für Rußhand möglich fei, für . D eutsch- land noch längst nicht ro den Bereich dar Mög- tickchtt gerückt Wäre. Nachdem nun di- Dslegcr- ticn der Unabhängigen ans SowsetDußLanis wie­der zurückgchchvt ist, erfahrt mau von ihren Ein­drücken mehr, umd man erfährt vor allem, daß sie im Großen und Ganzen von beit Verhältnissen in Sowjtt-RußLaud gründlich »nttäus<hi worden sind.

Die Ansseben erregenden Berichte, die der PL. Here Volksbeausiragte Dtttmann Wer die fürchterlicke NMage der deutschem Auswanderer in derFreiheit veröffentlichte, weiden jetzt eraäntt dttrch einen Bericht desselben Politikers, der die Ueberschrift »Die Wahrheit über Ruß­land" trägt, und der mit schouungSloser Offen- Hott die Zustande in Rtrßlond geißelt. Dittman^ weist darauf hin, daß die Bolschewisten nicht die DiMttnr des Proletariats, sondern eine Diktatur über das Proletariat a-usgerichtet haben. Er macht ferner darauf aufmerksam, daß in der kom- munistifchen Partei Rußlamds eine Protektions- wirtschalft schlimmster Art betrieben werde. Rach der letzten offiziellen Statistik deS Zentvalkomt- tees der kom-mumistiscken Partei waren von den 604000 Mitgliedern, die diese Partei in ganz Rttßlaud zählt, nur noch siebzigtausend, das heißt elf Prozent als Arbetter tätig. Man spricht bersits vom einer neuen Sowjet - Bouv« g e 0 s i e und in Moskau zählt man kaum hnn- derttausend Arbetter, dagegen ztoeihuNdevidrei- ßigtausend Sowjetbeamte. (!) Diesem Zeugnis eines Unabbängigen braucht man nichts himzu- zufüaen, und man darf nur gespannt sein, wie die lkrisis in der unabhängigen Partei verläuft.

Was den von ums schon im Auszug veröGenf lichten Bericht Dittmanns nun selbst amgeht, so ist dieser geradezu erschütternd. Die deut­schen aus gewanderten Industriearbeiter hohe« durchweg ihre Auffoffung Wer diese Dirvge m die Sätze gekleidet: ,Wir find belogen und feto, gen worden! Hier Müssen wir verhungern! Wir wollen hetm, um jede« Preis z«rsick nach Deutschkavdff Was man über die Einzelheiten durch Dsitnnmn vemimmt, müßte geeignet sein, die größte Ernüchte. lang bei allen denen, die nicht gerade vor komutunistischem Fanatismus blind find, hervor- zurufon. Die betreffenden deutschen Arbeiter schil. dorten, daß alle Versprechrmaen, die man ihnen gemacht habe, trügerisch geweien seien. Man ha, be ihnen gesagt, die Ernährung werde gut uto reichlich sein, und man habe ihnen geschÄdert, fie würden in Rußland eine kleine Fabrik für sich bekommen, sie würden Wohnungen genügend vorsinden. all das sei a6er gelogen gewesen. Dte deutschen Auswanderer seien von allem dfr= geschnitten, nickt einmal Briese könnten fie nach DomstMand senden. UeberetnstimmenD wandte« sich diese deutschen, auf die Lockungen der Un­abhängige« und Kommunisten ansgewanderien ArdÄtor gegen den Schwindel und Betrug, dem sie infolge der Werbungen der Agitatoren MM Opfer gefallen feien. Alle heben nur ben einen Wunsch: Nach Hanse! Bezeichnend ist der .Erfolg', den der Abgeordnete Dittmarm beim Bortra« dieser Wünsche und Beschwerde« bei der russischen Regierung und beim russischen Arbetts. Minister hatte. Dieser empfing Dittmann noch nicht einmal, sondern fertigte ihn durch einen junge», nur russisch sprechenden Bursche» ad. Dessen Dolmetscher hakte ans Ditemanms Be- fchioerde nur den einen sehr bezeichnenden Aus­spruch: Wir können chinesische Snli» und dtentkche AtzbeitM «jcht