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Kasseler NeMe Nachrichtm

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 201»

Fernkvrecher 951 und 952.

Mittwoch, 1. September 1920

10. Jahrgang,

Fernsprecher RI und 952.

Vor einem neuen Nussenangeiff.

rie Geldentwertung.

Wo liege« ihre Grund-Ur fachen 7 8km

Professor H Köppe-Marburg.

Während Wer den Rückgang der Produktion immer stärker imd mit vollem Recht geklagt wird ist allein di« Produktion der Notenpresse in un- cifreulicher Steigerung begriffen. 53,8 Äiilliar- den L'öark betrug am 15. Juli 1920 der Noien- umtatf gegen drei Mlliarden bei Kriegsbeginn. In dieser durch den Umlauf von 13,3 Milliarde Mark Darlehrrskafsenfcheinen auf Wer 67 Milliar­den Mark gesteigerten ungeheueren Vermehrung der papiennen Zahiftmgsmittel. bei der die Neichskaffenischeine und das Papiemotgeld der Städte und der Kleinstaaten noch nicht einmal einberechnet find, erblicken die weitesten Kreise die Ursache der Geldentwertung. Minister und Abgeordnc le, Führer des politischen und des Wirtschaftslebens erheben daher Wcreinftimmenv den Ruf nach Herabminderung des Papiergeld- rmrlaufs. Ist die GruWanfchauung, der dieser Ruf entspringt. Wer richtig? Gin Zweifel scheibt kaum möglich, da Geldentwertung und Papier- geldvennehruna ihrer Entstehung und Entfal­tung nach örtlich und zeitlich znsammenfallen. Und doch sollte schon derfür den Verkehr un­entbehrliche Bedarf' stutzig machen. Welche Menge an Zahlungsmitteln hat der Verkehr denn nötig? Doch soviele, um die Preise, soweit Bar­zahlung erfolgt. bezahlen zu können, nicht mehr und nicht weniger.

Die Hohe der Preise ist also bestimmend für den Bedarf an Zahlungsmitteln und damit für deren Menge ... nicht Wer unigekehrt die Mange der vorhandenen Zahlungsmittel für die Höhr der Preise. Angenommen, es würde mit einem Male das Papiergeld auf die Hälfte seiner jetzi­gen Menge vermindert, womit sollten die Zah- lnngen erfolgen, wenn die Preise nicht ebenfalls a tempo ans die Halste herabgesetzt würden? Solche ruck- und zwangsweise Herabsetzung aller Preise würde Wer, nachdem die ganz« Volks­wirtschaft sich auf die KriegSpreise, wenn auch unter grosten Schmerzen und Verlusten, einge­stellt hat, von kitastrophalen Wirkungen begleitet sein. Wer durch die Geldentwertung Nutzen ge- gWt hat, würde Schaden leiden, und umgekehrt. Alle, die Wer Sachgütervorräte oder Wer pro­duktive Vermögensanlagen verfügen, also na­mentlich alle Unternehmer in Landwirtschaft, In­dustrie und Handel, deren Sachgüter und guter« erzeugende Vetriebsamlagen im Grade der all- oomeinen Güterverknappung und noch weiter darüber hinaus im Preise gestiegen waren, wür­den durch dessen Sturz schwer leiden, die Güter- erzeugnng daher stocken, die Unternehmungslust schwinden, Arbeitslosigkeit um sich greifen, neue und noch erbittertere Lohnkämpfe ausbrechen weil die Arbeiter und Angestellten sich ihre Löhne und Gehälter nicht gutwillig auf die Hälfte herab- setzen lassen würden, große Verluste an Kapital- toertcn eintretem* Alle nicht in die Friedenszeit zurückreichenden, also in entwertetem Gelds ein« gegangenen Schulden, müßten zum Schaden der Schuldner und Vorteil der GläWiger fortan in Geld von doppeltem Wert verzinst und getilgt werden. Nur die Festbesoldeten, bisher die Stiefkinder der Kriegszeit, würden besser gestellt

Kann man nun aber die Preise nicht mit einem Gewaltstreich allesamt beträchtlich' herab­setzen, so ist eine plötzliche starke Papiergeldver­minderung völlig wirkungslos. Denn wir haben, von dem gehamsterten Papiergeld abgesehen, immer ungefähr soviel Papiergeld in Umlauf, wie der Verkehr bedarf, und soviel bei den Ban­ken Kegen, wie diese erfahrungsgemäß als 5mnd- kasse imd als Reserve für plötzliche Fället also zur Aufrechterhaltung ihrer Lignidät, brauchen. Em Zuwachs darüber hinaus würde als Ein­lagen den Banken und Sparkassen zufließen, ein Mangel dagegen durch Notbebelfe (Fabrikgeld, Briefmarken,und anderes Notgeldt ausgeglichen werden. Wir leiden also gar nicht an einem ZWiel von Papiergeld, sondern an einem an­deren Zuviel, das von sich aus einen ständig wachsenden Bedarf an Papiergeld erzeugt. Die­ses wahre Zuviel ist die Kaufkraft, die, durch dir großen Gewinne und hohen Löhne der K'iegs- und der Revolutionszeit, durch Höchst­preisüberschreitungen, Wucher- und Scbiebcrpro- fite maßlos aufgedunsen, sich nicht auswirken kann, weil ihr lgegm die Friedenszeit) nur sehr geringe Gütervorräte gegenüberstehen. Tiefe- Mi ßverhältnis findet seinen naturgemäßen Aus­druck im Herabsinken des Geldwertes, in der Entwertung der Fridensn-ark zur Mark von ISA). Diese EntN>ertung ist also die unvermeid­liche Folge des Sinkens der Gütererzeuaung einerseits und der gewaltige«, rm letzten Grunde mrf Me Kriegssinanzwirtschaft zurückgehenden Giidvermchrung andererseits. Aus dem Zusam­mentreffen dieser beiden entgegengesetzten Be­wegungen mußte sie entstehen ww ein Naturvor­gang beim Eintritt der für ihn bestimmenden Voraussetzungen.

Macht man sich diese Entstehunasursache der Geldentwertung klar, jo erscheint der Glmibe.

daß sie aus der Vermehrung der Zahlungsmittel hervorgegangen sei, wie ein Aberglaube. Richt weil soviel pavierne Zahlungsmit­tel ausgegeben wurden, entwertete sich das Geld, sondern weil es sich entwertete, mußtenmehrZahlu ngs- mitiel ausgegeben werden. Das Sin­ken des Geldwertes trat in der Form von ent­sprechend höheren Umsatzziffern in verkehrs- mLßige Erscheinung. Die gestiegenen Umsatz­ziffern erforderten Wer entsprechend mehr Zah­lungsmittel. Die Sache ist Wsd gerade umge- fd)ii vor sich gegangen, wie es nach der leider landläufigen Vorstellung erscheint.

RSdee die Russen 66t? litte Bolschewisten.Qffenfive in Sicht.

(Eigen« Drahtmeldung.)

Genf, 31. August

Eine ftanzösifch« Nachrichtenstelle verbreitet einen längeren Situaftonsbericht von der Pol­nischen Front, wobei das stellenweise Zu- rückgehen der vorgeschobenen polnische« Linien zugegeben, jedoch betont wird, daß die strategisch günstige Lage der Polen nach wie vor unverändert bleibe. Der polnische General. stW hat, so heißt es weiter, zur Vermeidung un­nötigen Blutvergießens an der Rordfroitt und im Zentrum Frontkorrekturen vorge­nommen. Die poln'sche Hantpstellang ist dage­gen in kleinem Abschnitt zurückvevlcgt worden Die Polen haben an der S ü d f ro «t ohne Be­rührung mit den Russen Cholm geräumt. In einem Fimkspruch an die bolschewistische Ab: ordnuna in London ist gesagt, daß die russische Armee jetzt umgruppiert ist und sie die Offen­sive wieder aufnehme. Bei Bialystock, Brest-Litowsl und in Galizien seien bereits Er­folge erzielt. Rach einer Meldung des Litauischen Büros ist Suw al ki wieder vom einer Abteilung Russen besetzt. Die Polen sind von unteren R j e m e n hinter Grodno zurückgegangen.

Trotzky über Deutschland.

Paris, 31. August. (Prrvattelegra mm) Trotzky hat in einer Ansprache an die nach der polnischen Front abgehenden Truppen gefam: Man beschuldigt uns: Deutschlands Hand­langer zu sein. Diese Beschuldigung darf uns nicht aus der Fassung bringen. Wir wollen fie­ber mit Deutschland zusammen arbeiten, um das imperialistische Europa zu vernichten, als mit den Regierungen derfreien* Länder befreundet zu fein. Wir können leichter dem deutschen Im­perialismus Widerstand leisten, als dem Jm- periafismus Frankreichs und Englands, sowie der übrigen Staaten

Senetal Wränge!« Herrschaft.

Die Lag« im Süden Rußlands.

teigen« Drahtmeldung.)

Genf, 31. August.

Ans Konstantinopel wird gemeldet: Im Zu­sammenhang mit der Truppenlandung im Stu bangebiet wurde durch General Wrangel eine zwischen ihm mrd den Benvaltungen der Don-KWan-Terek-, sowie Astrachankosaken - Ge­biete getroffene Vereinbarung veröffentlicht. Da­nach hat er die ganze Militärmacht Südrußlands in feinen Händen und ist Oberbefehlshaber Wer sämtliche dort befindlichen Streikträste. Eine ge meinsame auswärtige Politik, eine Münzeinheit, gleichmäßiger Zolltarif, sowie einheitliche Nor­men direkter Besteuerung werden eingesührt. Die Verhandlungen sind auf breitester ökonomischer Grundlage für die beteiligten Gebiete geführt wor­den. Die ganzen Gebietsteile östlich von der Asowfchen Küste befinden sich nunmehr unter der Herrschaft der Wrangelfchen Truppen.

Italien und der Schutz Polen*.

Rotterdam, 31. August (Privattelegramm.) In einer offiziellen Erklärung an die Alliierten zeigt die italienische Regierung ihren Beitritt zu dem englisch-französischen M- kommeu zum Schutze Polens an.

*

Ein Pufferstaat Ostgalizien.

Wien, 31. August. (Privattelegrammm.) Fr. diplomanfchen Streifen der Entente verlautet, daß England den Vermittlungsvorschlag gemach: habe, einen selbständigen Pufferstaat Oft -

qalizien zu bilden mit Rücksicht darauf, daß dieses Gebiet wegen seiner wertvollen Petto- leum-Quckllen ständig ein Zankapfel zwi­schen Ruß land undPolen se in würde. Tie englische Regierung soll diesen Vorschlag ar.» geblich im Einverständnis mit dem russischen Bevollmächtigten Kamenew gemacht haben.

Stteilteie in Württemberg.

Heute Beginn der Umerhandlungen.

(Privat-Telearamm.)

Stuttgart, 31. August.

Der Generalstreik i» Stuttgart dauert unverändert an. In Stuttgart ist es ge­stern vielfach zu Ausschreitungen gegen Arbeitswillige gekommen. In Eßlin­gen versuchte die Menge sich der Eisenbahnzüge zu bemächtigen, um den Eisenbahnverkehr ssillzu- legen. Der Versuch scheiterte an der Haltung der bewöffneten Eisenbahner. Ter Gene- latstrcik in Württemberg dürste in wenigen Ta­gen resultatlos zusammenbrechcn. Heute vormtt. tag beginnt unter dem Vorsitz der Staatsregie­rung die mündliche Verhandlung zwi­schen der Dtreikteitung und den Arbeitgeber-Or­ganisationen über die Voraussetzungen bezw. die Bedingungen für Beilegung des Generalstreiks. Man ist allgemein der Ansicht, daß es *u einer Verständigung Tcutmcn wird. In den Streifen der Regierung herrscht nach wie vor die Absicht, den einmal eingenommenen Standpunkt in der tief einschneidenden Steuer frage beizubehalten. Man glaubt, daß die Besprechungen zu einer bal­digen befriedigenden Lösung führen werden.

* »

Der zehnprozentige Abzug.

Berlin, 31. August. (Privattelegramm) Der- hondlungen der Berliner Bettiebsräie am Sonn­abend irrtb Sonntag haben sich gegen den Antrag der Radikalen erklärt, anläßlich des zehnprozentigen Steuerabzuges zur allgemein nm ArbeitsniederleMng aufzufordern. Auch die Gewerkschaftskommission hat einen Anttag der Kommunisten auf Generalstreik bei einem nochmaligen zehnprozenttgen Steuer­abzug am vierten September zu erfrören, mit großer Mehrheit verworfen.

Ruhe in SbeMlesien.

Die Bergarbeiter wieder angefahren. (Eigene DraStmeldung.)

Kattowitz, 31. August.

Es ist vorläufig eine weitere Entspan­nung der Lage zu verzeichnen. Die bewaff­neten Banden find überall zurückgegangen. Der Verkehr kann nngehindert stattfinden. Die Belegschaften sind zmn größten Teil wieder ein­gefahren, so daß der Streik als beendet angesehen werden kann. Im gesamten Indu­striegebiet arbeiten gegen siebzig Prozent. Im Hindenburgbezirk ist die Zahl der Arbeitswilli­gen noch größer. Sluf den Delbrückzechen sind nur noch sechzehn Prozent der Arbeiter ferm geblieben. Nach der Meldung eines Pariser Blattes hat der Oberste Rat beschlossen, die Frist zur Entwaffnungder oberschlesischen Bevöl- kirung bis zum 12. September zu verlängern. Die Entwaffnung ist eine generelle. Infolgedessen werden von ihr auch die neugebildeten paritäti- ftfjcn Ortswehren betroffen. Das Polizei­präsidium in Kattowitz wurde von französi­schen Truppen besetzt und sämtliche Räume durch­sucht. Die Polizeibeamten mußten rnr erhobenenHänden antteten und sich durch­suchen lassen. Zahlreiche Schriftstücke wurden be- i schlag»ahmt, desgleichen auch säuttliche Vorgefun­denen Mafien, auch wurden einige P o r t o k a s - sen geplündert. Ter durch die Haussuchun­gen erttstandene Schaden beträgt mehr Äs zwan­zigtausend Mark. Als Grund für die Durch­suchung wurde angegeben, daß die Pole« im Polizeipräsidium schriftliches Materiat für eine deutsche Umsturzbewegung vermuteten.

Noch kein Abstimmung-termi«.

Berlin, 31. August (Eigene DraHtmeKmug) Bon der interalliierten Kommission wird rnit- gettitt, daß von einer Aufforderung des Ober­sten Rates zu Paris, daß die Kommission Vor­schläge für eine beschleunigte Abstimmung i» Qüerictllefim machen soll, nichts bekannt ist.

krwerbsloseN'Hilfe.

Sine städtisch« Wohlfahrts-Aktivn.

Sen «tobteerorbneten war gestern eben» nn> erwartet «ine grotz« Bariag« jwgegmtgen, bi« b«n »«dürftig»« «rrwir»«lofen eine erweitert« Unter,tiiyuns gewähre» f«a,v. a. in S»r» Don «Bttot, ftftttoff«In «nd fto*1ttu Oie Vorlage wurde elnDinrtnig »nge»o««etu

Zu Beginn der Sitzung kündigte der Vor- lecher-S tollvertreter Müller eine Dringlich- !eitssache an. Später stellte sich heraus, daß er selbst nicht wußte, daß es sich um eine Magi- tvatsvorbrge haWÄte. Die Uebergangskommrs- ton hatte in Verfolg der Debatte in der letzten Sitzung ein Programm ausg- erb eitet. Weder c-uf der Tagesordnung stand es, noch war eine Vorlage vorhanden. Letztere hatte nicht rechtzeitig fertiagestellt werden können. In Zwischenrufen erinnerte Stadtv. Stöhr (Fr. b. V.) an ine berühmte Schnellpresse! StWtv. Hebel (Fr b V.) äußerte formelle Bedenken gegen dre Dringfichkeitsberatung. Ihm entgegnete Stadtv. Haupt (So;.), mit platonischen Liebeserflarirn- ten für die Arbeitslosen lomme man nickst wei­ter Mitarbeit sei notwendig. Man operiere doch nicht mit Hintertüren! Gegen den Vorwurf der Hintertüren-Polifik wandte sich der StWtv. Stöhr. Wohl wolle man die Arbeitslosen un­terstützen, Wer es müsse auf geschäftsmäßigem Wege vorgegangen werden. Mit Mcihtheit wurde die DTttMlichkeit beschlossen, und nach Erledigung der eigentlichen Tagesordnung ging cs an d« Beratuna. Von der fvzialdemokra lifcheu Framion wurde die Vorlage eingehend begründet. Zu den städtifcben NotstaWsarb.'tteU Wege- Uno Wohnbauten können nur Leiste herMigezogm werden, die gewohnt sind, in freier Lust zu ar­beiten nicht Wer Metallarbeiter. Mechamker usw- Ersteülich wäre, wenn es gelingt, die länd­lichen Arbeiter, die eine ländliche Existenz haben, dieser Betätigung wieder zuzuWhreu. Was die gesetzliche Unterstützung airbcklangt 9 Mark tägfich für einen Verheirateten, 8 Mark für einen Ledigen, so kann nicht mehr gegeben werden. Aber individuelle Unterstützung daS ist der Stadt freiigestellt. Zu diesem Zwecke über- wi.Ä tzas Reich bereits dem Regienlngsbeztrf Kassel 375 000 Mark. Davon werden 80100000 Mark auf die Stadt Staffel entfallen. In Betrag kommen nur Bedürftige, die über dreizehn Wochen arbeitslos sind. Unterstützung ht GÄd wäre das einfachste, aber das wollen die Er­werbslosen feWst nicht Es fragt sich daher, was zu geben ist. Die Auswahl ist riesengroß! Das Naheliegeudste sind

Brot und Kartoffeln.

Doizu kommen noch Winterkohle«. Ledk« erhalten wöchentlich ein halbes Brot, Verhei­ratete ein Brot und jedes Kind ein halbes Brot bis zur Gesamtmenge von drei Broten. Startof- f«ln werden erst nach dreizehn Wochen gegeben. Tie Uebergangskommifsion hat beschlossen, für piesen Zweck die von der StWI auf dem Forst- seld erzeugtest und ursprünglich für die städtische« Arbeiter bestimmst gewesenen Slamrrctn zu der» wend-m. Braunkohlen erhalten nur Erwerbslose, die eigenen Haushalt haben oder Untermieter sind Nicht Jeder kommt für solche Unterstützung in Betracht. Die Bedürfti-z-ert wird genau fest- gestellt. Ausgeschlossen werden auch alle, die ihre Gutsckieine weirergeben oder verkaufen, oder die sich Verstöße gegen die Ordnung deS Arbetts- amtes zuschulden kommen lassen. Auch JnvWtdeu und StWtaime sollen bei dieser Gelegenheit be» dacht werden. Finanziell werden diese Unter« stützungen monatlich 50-60000 Mark erfordern. Vielleicht auch 70000 Mark. Das Nichte, sich fe nach dem Stande der Erwerbslosigkeit. Jeden- falls handelt es sich lediglich um Wahrschemlich- keitsberechnungen Die Deckimgsfrage hatte große Schwierigkeiten bereitet. Jetzt gcdenkt man das Geld aus den USberschüsssn des EtatSjahres 1919/90 zu nehmen. Es ist zu hoffen, daß die sechste Steuerrate nicht restlos ausgegede-r werden wird. Stadtv. Stöhr (Fr. b. V.), der zweite Berichterstatter, rief daraufhin aus: Die sechste Steuerrate muß ja eine unbegrengte Höhe haben! Schließlich: Bei dreizehn MilliEN Defizit kommt es auf eine halb« Million auch nicht mehr an. Hierfür muß das Geld aufge­bracht werden. Beftemdend wirkt die Zahl von ochtundachrzig weiblichen Erwerbslosen gegen­über mehreren hundert freien Stellen für Haus­angestellte.

Unsere Hausfrauen

quälen sich ab, Wer Aufwartungen «sw. sind nicht zu haben. Mit gleichrr Schnelligkeft, tote die Vorlage gekommen ist. möge mm auch der Magistrat an die Ausfühstmg der projeksterten Arbeiten gehen. Praktische Arbeit ist die aller- beste ArbestEenfürforge. (Ruse links: Sehr richtig!) Dir Aufträge dafür bleibe« hoffenMch in Kassel rmd werden nicht nach auswärts ver­geben. Wenn auch nicht am Lohnabbau gedacht werden kann, so doch an Stillstand. Auch der SrÄichtuuWausschuß denke daran: Preisabbau und nicht Preisaufbau! Dann brach der Redner sirr die Hausbesitzer eine Lanze und griff einen vom StWiverordneren Walpert in der letzt««