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Zehnter Jahrgang. Kasseler Neueste Rachrichten

1. Beilage.

Sonntag, 29. August 1920.

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* Ungestempelte Waden. Die rmpropo>rtio- liiert dicken SSofcen einer schlanken Dame, Äe van Brünn tarn, lenkten in Preßburg, der tschecho- slowMschen Ausgangsstalion. das Amge des Ge­setzes aus sich. Man fand unter den Strümsen

Im Lauft des Monats September beginnt in den Kasseler Neuesten Nachrichten ein Roman voll ungewöhnlicher Spannung aus der Feder der bekannten Schriftstellerin Courths.Mahler. Teilen Sie dies allen Freunden und Bekannten, die noch nicht zu de» Lesern der Kasseler Neuesten Nachrichten zählen, aber Wert auf fesselnde Erzählungen legen, sofort mit

* Verschüttete Bergleute. Aus der Ische Pre­sident sind, tote aus Bochum gemeldet wird, drei Zimmeirhauer durch hereinbrechende Gesteins- massen verschüttet worden. Die Rettutegsarbei- ten werden durch starke Wasserzuflüsse sehr er­schwert. Trotzdem rechnet man damit, die Der- schütteten noch lebend zu bergen.

* Die tödlichen Pilze. Der Genuß giftiger Pitzr hat in Miinchen bi wenigen Wochen elf Todesopfer gefordert.

♦40 200 Brotmarken gestohlen. Große Beute an 8öben8ntttt<$forten machten Einbrecher, die in die Räume einer BroKarienkommission in C^harlottemiburg eindrangen. Sie stalWen 40 200 Brotkarten, 1650 FetÄarten und ebensoviel« Le­bensmittelkarten.

* Ein Sägewerk durch Feuer vernicht«. Ms WWHeftnsburg arrf der gleichnamigen EWe-Jnssl geg-miüber Hamburg wird gemeldet: RachtS

brach in dem Hobel-Sägewerk Rerherstieg. G. m b. H., Gottfried Hagen, ei« Großseuer cmS, daS in kurzer'Jett das ganze große Werk vernichtete; nur der' -mrenü-berltegende Lagerschuppen ist. der- M T.lnueira?

törnt geblieben. Der Schaden rst noch nnuber- Auge des Gesetzes, denn fernen«! hatte man War, gebt aber in dve Mllionen. Gegen 250 die österreichischen Roten auf t4e HAfte chres Arheiter sind brotlos. Man vermutet, daß das Wertes oibgestempekt.

Aus aller Wett.

Abfindung des Großherzogs v. Weimar

Ein unheimliches Drama.

Ein unheimliches Drama fciate sich in ettoer der letzten Nächte in einem Dorf bei Nstad in Schw eben ah. Dort fand man den achtzjgMhchgen Schuhmacher Borgström lot in seiner Woh­nung, während man seine fast scchzigjährige Tochter sterbend antras. Auf dem Kopfe des

L Feuer durch Brandstiftung entstanden ist, zumal i in der Fabrik tags vorher eine Umersuchünst we' f gen Unregelmäßigkeiten vorgenommen wMden kto-T.

Eiserne Hochzeit. Das seltene Fest der - eisernen Hochzeit feierte das Ehepaar Privat- : manu Wilhelm HeinSdorf in Hildes- : heim in körperlicher und geistiger Frische. DaS f Jubelpaar zahlte zusammsn. 183 Jahre, davon : bet Ehemann 93 und seine Frau 90 Jahre. Das i Paar kann auf eine ungetrübte sünfnndsech- zigjährige Eh« zuviuchlicksn.

Warme Auslandswurst. In Koblenz wurde ei« Kaufmann angezeigt, in dessen Schaufenster eh* Wurst die Ueberschrisi .Auslandsware" trug und einen erttfjrredienb hohen Preis kostete. Em Käufer, der in den Laden trat, nm die teure Auslandsware zu erstehen, konnte sich da­von überzeugen, daß die .ausländische- Wurst noch warm war. Sie war telegraphisch ange­kommen.

* Eröffnung der Bahnlinie CatalzoCorti­naTohlach Aus Triest wird berichtet: In den nächsten Tagen wird eine wichtige Bahnlinie er. öffnet werden, die mehrer«, allen Dolomitentou. nsten wohlbekannte Orte verbindet. Die Bahn nimmt ihren Ausgangspunkt von Calalz-o, wo sie an die Strecke BelluuoC-adore Anschluß Hai Usber St. Vito tritt sie in das Becstn von Cor­tina ein, erreicht bet Ci-mabanche die höchste Stelle, tritt dann to das Rien>ztal ein, berührt Schludevdach und Landro und erreicht bei Tob- lach die Bahnlinie Franr>ensfesteVillach.

* Diebstähle hochwertiger Chemikalien. In einer chemischen Fabrik in dem Hamburger Vor­ort Veddel wurden von Einbrechern 42 Pfund Veronas gestohlen. Von bcn Dieben fehlt jede Spur.

* Riesendefizite der städtischen Bühnen in Frankfurt e. M. Die Frankfurter städtischen Bühnen haben im abgelaufenen Spieliahr den Voranschlag für Gagen. Gehälter, Löhne usw. erheblich überschritten. Für die Oper waren für dies« Ausgaben 2432000 Mark und für das Schauspielhaus 1116000 Mark vorgesehen. Diese Summen halbe« sich nachttäglich um rund 125 bezw. 100 Prozent erhöht, sodaß sie sich setz! mit allen Teuerungszulagen auf 5 510152 und

Für eine Million Mark Platin gestohlen. Sechs schwer bewaffnete Keil«, von denen stiüf feldgrau gekleidet waren, drangen, wie die Jöa. werter Zeittmg« meldet, nachts in tu chemisch« Fabrik in WoAum bei Balve ein und raubten "irren achtzehn Kilogramm schweren Platinkeffel n Werte von einer Million Mark.

2255451 Mark, zusammen 7 765603 Mark betau, fen. Infolge der den städtischen Arbeitern be­willigten zechnprozentigen Lohnerhöhung ergibt sich noch eine weitere Mehrbelastung von etwa einer Viertelmillion Mark. Die Gesamtausgaben der städtischen Bühnen allein für Gagen, Ge­hälter, Löhne wfw. betragen 8 Mill. Mk., sodaß der Voranschlag hierfür schon u>m 4V? Millionen Mark überschritten wird. Mich fstt di« kommende Spistzett zeigen sich jetzt schon sehr trübe finan­zielle Aussichten. Der voraussichtlich« Fehlbetrag für das Theater jähr 192021 wird heute schon auf vorläufig sechs Millionen Mark gesetzt.

Schwedischer Gegenbesuch. Die schwedischen Eisenbahner haben den ihnen vor längerer Zeil von deutschen Beamten in Trelleborg abgestatte, ten Besuch jetzt in Saßnitz erwidert. Die Schwe, den hatten ihre Frauen und Kinder und auch Esse« mitgebracht Ans dem Rathaus ht Saß­nitz weihte die schwedisch« Flagge.

* Verhängnisvoller Brückeneinstm^. Am At' terfee, dem größten See Oberösterreichs, sind durch den Einsturz einer Landungsbrücke über hundert Personen schwer verletzt worden. Zwei Leichen sind bisher geborgen. Nähere Einzelhet. ten fehlen noch, sind auch in Wien nicht zu er- salhren, da der telephonische Verkehr mtt dem Salzssammerg-nt nicht funktioniert.

D>l« weimarische Regierung und die Vertre- ttr des ehemaligen Großherzogs van Sachsen- Wermar-Eisenach haben einen Vergleich geschlos- ftn, wonach der Staat alle kronsiskatt sichen Grumdstttcke in und außerhalb Weimars, darunter die, Bibliothek, die Hofgärtnerei, das von Ltelnsche Haus die 5knnsl- intib Gewerbeschule, den Weimarer Park, die Schlösser und Park­anlagen von Trefurt, Belvedere, Ett-ersbura, Schloß und Gesüit Allstedt, Schloß Eisenach Jagdhm»s Berka, Jagdhaus Göbelsbach usw. er­halt. Ebenso erhält der Statt das Deutsche Ra- nonaltheater in Weimar: der Großherzoa ver­zichtet auk Ersatz der von ihnr ausgegebenen sitmmen für den Neubau. Die Wartburg bei Eisenach wird einer Stiftung übertragen, wel- cher die Aufgabe obliegt, die Burg und die dem Großherzog gehörenden Kunstsckätze in Stand zu hclten. Der Groß Herzog erhält die Fürstenarrvft. m der unter anderen auch Schiller und Goethe begraben liegen, und das Schloß WiLhelmsthal most Park und Teichen, mit Ausnahme des Al- teuomger Teichs. Der vordere Teil des Wei­marer Schlosses wird dem Großherzig auf Le­benszett als Wohnung eingeräumt Ferner er­kält er und fern Hans vom Statt bis zum Ab- bbcn der unmittelbaren männlichen NEom- m>M em« JähveSreute van 300000 Mark.

Altem fand man bluttmierlausene Stellen wie von Schlägen oder Stößen, und die Hände der Loche hielten krampfhaft einige Haarsträhnen st st. Aus dem Haar der Tochter waren große Strähnen herausgeriffen, und chr Gesicht war zerschlagen, ferner hatte sie Verletzungen am Unterleib, an Beinen und Füßen. Die arme Frau, die bald nach der Auffindung starb, war offenbar schweren Mißhandlungen durch ihren Vater ausgesetzt gewesen, und beide wären bei dem wilden Kampf auf Leben und Tod unigolommen. Das Drama hat natürlich in der ganzen Gegend großes Aufsehen erregt. Leute, die Bergströms Leben kennen, schildern ihn als einen grausamen u. tierischen Menschen.

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Der Prinz auf Reisen.

ten ab. die Buchstaben, Tiergestalten, Blumenge- - winde Vortäuschen. Das Berliner Volk hat m warmen und kalten Sommernächten den Feuer- ; weÄstaumel, und dir pyrotechnischen Fabriken können kaum genug leisten, um die Nachfrage nach Feuerwerkskörpern, die übrigens verhält- nismäßig nicht seh: teuer verkauft werden, und kaum Unheils anrichten können, zu befriedigen Den Eigenbrötlern, die auf ererbter oder erwor­bener Scholle Raketen abschießen, tun es die Gast­wirtschaften gleich und geben zu ihrem dünnen Bier einen Dünnen Sprühregen von Raketen Ringsum feiwrwettt es, und man sühn durch eine wahre Brauselimonade nach dem Herzen der sttttt, an deren westlichstem Horizont das Feuer- gaiikeliprel des Lunaparkes sich wie eine blutende Kulisse in, den Abendhimmel zeichnet.

. Unb ist man dann mitten drinnen im rau« ich enden, brausenden, noch immer oder schon wieder lebendigen Berlin, dann wird mitten im L-teinmeer auch gefeuerteertt auch hier glimmen Lamipionis, auch hier schaukeln beleuchtete Krem­ser und aus hohen Balkonen sind Schnüre von inem zum anderen Ende aozogen, an denen Lämpckien glimmen, Oellämpchen mit unmodern dünnen Tochttn, Lampions mit tropfenden Ker- zin, Lichtgirlanden nm den verwitterten Hals der Häuser. So glimmt die Berliner Nacht. Harmlos. Freudig. Aus Lichtsehnsucht. Aus Er­innerung. Aus einer kleinen, volkstümlich ro- manttschen Zuversicht aus Morg-m. Feuerwert öas zwischen dein Feuer von gestern und dem Manz von morgen steht ... Mnv Preis.

Der ftmge Thron erbe von England, der 26= iühriae Prinz von Wales, unternimmt gegen­wärtig. wie bekannt,eine Rundfahrt durch Eng­lands überseeische Besitzungen. Er ist aus die­ser Fahrt Ärmlich auch noch TaSman-a gslangt. Dort verbracht« er ein« Abend und eine Nacht rm BriSbane-Hoteil in La-uncester. Dafür setzte der Eigentümer des HotÄS ihm di« hübsch« Summe von 1500 Pf. St. Friedenskurfe -inst 30 000 Mark aus die Rechnung Kehr bezeichnend ist. wie die Londoner Presse sich ass- Nichttgkeiten von der Prinzenreife kabeln läßt. So lautet ein Telegramm aus Sidney wörtlich: Der unersättliche Appstit (fic!) des Prinzen nach Reiter' tzu Pferde führte ihn heute morgen in aller Frühe zmn Rennen in Randwick, wo et in rascher Foka« vier Rennpferde bestteg und Rennen gegen hervorragende Amateure aus Sidney ritt. Zwei dieser Rennen gewann der Prinz, und tu einem anderen wurde er nur in­folge eines -fliegenden Starts* geschlagen."

_ Seltsam sind jetzt die Berliner Nächte.

Enüllt von _einer Helligkeit, die kein Licht ist. von einem Schein, der nicht zum Manz wird, von «eitern, die nickn brennen mid nur glim- men. Tue Zeit der hellen Rächte um die Som- merfauneutoenbe ist längst vorbei, und Berlin nogt an weniger romantischen Breitegraden als die nordischen Fjords, über denen zur Jahres­mitte das Geheimnis der hellen Nächte dm Him­mel ftimt. Aber, wer jetzt in die Berliner Nacht hmeinsieht. meint fast ein Echo jener nordischen Sommerwunder zu spüren, der Hellen Nächte über steindunklen Fjorden. Nicht die Natur frei- dwft nächtlichen Fackeln entzünd et. auch nicht die Triumphatorlaune einer rauschenden Jn-dusttr« oder die Berrunficheit eines übermü- tlgcn Nachtlebens. Wir sind noch immer Koh- i er (bettlet und geizen mit jeder Bogenlampe wollen die Gaststätten noch früher schließen als mÄhcr und lassen mehr oder minder geschickt- Wachter an den Sdjaltern der geheimen Nachl- lokalo auftnarschieren, um sie jur Tugend der |<itgeniä6en Finsternis zu bekehren Rein, das Volk, die volksttimliche Lust an Spiel und Schein und ?r<nbe. hat diese Fackeln angesteckt, lieber bie flutnen Leute ist ein kleiner Rausch, eine Freude «m Lichten gekommen.

Berliner Bilder.

Die Sehnsucht nach Licht.

e!2f"? Mitarbeiter erdalte- wir

Sq-lderung der glimmenden

^Echt, de» no-en Mode e«# Feuer, toerte, di« je,« in der Reiqs-aupktadt herrscht.

Ganz ngenarrig rst dreses Glimmen in der Am stärksten zeigt es sich dem, der etwa mit einem Femzug am späten Abend.

^nten Sttmde, der Hauptstadt des Reiches zupoltert Schon von weit her sieht er Häusermeeres dumpf gla stich« Lichtherde, wie Feuerschein brennend'r ^§^nen. Und je näher er an die Epidermis ,tiOTt Neu-Groß-Berlin heran- ^Emr, _oeftt> mehr gswrnnen diese Herde Um» , ©rnalt Aus den noch ländlich fteundftchen

Gürten zischt plötzlich |rT6?r?- rot^olden, grün, die steigt mrt dilettantischem MhiMi, so hoch wie der Kirchturm des kleinen krepiert schon knapp am X*1!' E^on Nachbarsgarten zu Nachbarsgarten ^^'l«rn, viele geben einen Nie- stulnall von sich den man deuttich hört, wenn der D^ug auf der Strecke hält, wett irgendwo .krach Groß-Berlin ist. Das sind °^.NichNen die es dem Blendwerk, das all- aberMich Uber dem Lunapark funk:, gleichtun «ibt es aber auch melancholische R«ke!en, die nur wie ein armseliger Irrwisch über die betauten Wies« hinhuschen. Die Phro- technAer an der Peripherie brennen auch Fron-^

Roch sind die glimmenden Pünktchen, die sie auf das öde Pergament der nächtlich starren Stemmaffen streuen, zunächst nichts anderes als Vtachahmungen des Vergnügens das die Wohl- en ' in kestlich abgesperrten

Parks und Etabl-iffttnents erleben: ehre Kopie, ein AnchmitmachenwoÄen. Aber hinter diesem Nachühmnnastrieb steckt doch die ursprünglich.- Freilde am Glanz selbst, die billige, rührende Ro- manttt des Volkes. Eines Volkes, das, so wie tlu Nahrungsmitreln ausgehungert war, auch an Licht ausgehungert ist. Kriegsjahre haben Me Erinnerung an die verschwenderische, feefevi- lafe Lichtfülle der Berliner Nächst verwischt, Haber die Bilder von brausenden Lichtreklamen, von ts-tuerrdbent die im Dienst der Industrie stan- M ' J®11 «?^Smden au Drähten schaukelnden ^n3enrr.?le m:§ M Sonnenaufgang leuchteten, aus gelöscht. Bon dieser Stadt des Lichts erzäh­len Me Eltern den Kindern wie wenn sie Mär- chen errahlten i" einer Zeit, da Oefenomie mit

"^Eliaen Gasflamme zu sparen gebietet Erinnerung erwächst die Sehnsucht ntth Licht, erwachst die Freude am romantischen Ip'el ans ihr werden die Hellen Nächte d:s WAes der Gegenwatt, das doch schon wagt, mit tem Glanzenden wenigstens jpielerffch «i lieb- angeln.

reinen FeHenb-umg vor ums ftD.

grmntie Alft Fritz die unter dem Großen Kur­fürsten küniUich hinN«gefügten genunteren Teile, die Türme, Wehren und Bastionen, schleifen, so­daß die alte Feste heute wieder in der so flfeer-

Werdet anspruchsvoll in Bezug auf die klei­nen, köstlichen Freuden ustb ihr lebt e-uch str di« edle ttolb beseligende Arttpruchlosigkait, die umS so not, so bitter not tut! Wir sind von einem ttoben Reichtum umgeben und meinen wir seien Bettler! Lasset ums nicht irre werden atm uns Uber! Auf $itm Willen zu den Freuden am Kleinen. Das ist auch Tat zum WiederauTau! Und führ ins Große!

Verlernt haben, die kleinen Freuden in Anspruch zu nehmen. Und wir müssen das wieder ler­nen. Wr müssen den Wellen dazu haben! Das aber ist eine unleugbare Tatsache, daß zu­weilen der Wille zum Freuen am Kleinen und überhaupt zum kleinen, scheinbar unwesentlichen Tun recht groß seist muß. Wenn wir wieder den Willen zu den kleinen Freuden habest, dann haben wir. so seltsam das klingen mag, den Wille zu ganz Großem, wettigstens stehen wir dann in einem schönen Anfang, nämlich den Willen zu einem neuen deutschen geben. Wir fangen daun an, wieder reich z werden mitten in der Armut.

Santes Allerlei.

«ine Felfenbnrg im yaez.

Stein des Berges herausgehauen. Di« Fels­wände der Gemächer sind so dick, daß sie selbst den schwersten Kalibern moderner Geschütze Widerstand leiste»», könnten. Die Burg verdankt ihre Entstehung dem Grafen von Regenstein, die in der Blütezeit des Rittertums ein mächti­ges Geschlecht waren, aber im 15 Jahrhundert verarmten und Ende des 16. ausstarben. Die Burg war eine Zeitlang ein gefürchtetes Raub­nest und wurde später von dem großen Kstr- sürsten zu einer Berafestunq hergerichtet. Da sie aber im Siebenjährigen Krieg zweimal in di» Hände der Franzosen fiel, ließ der darüber er,

Eine völlig aus dem Felsen heraus gebildete Burg ist die Burg Regenstein bei Blarkcu- bürg im Ofchapz. Mauern und Wehrgänge, un- und oberirdische Gemächer, Wach'omsüt^'e 2*7 *1 ÄÄJ iS ans dem lebeubigen

von etwa neuntausend Metern stennhundert At- mosphAren betrügt, d. h. auf jedem Quadnkt- stm. Oberfläche der dort lebenden Wesen ruht ein Druck von fast taufend Kilogramm. Tief, seefische, die man an die Oberfläche bringt, ver­lieren unterwegs einen großen Teil ihres LeuchtvermögenL. Die Phantasie kann sich schwer einen Vergleich für diese endlosen, mit künstlichem Licht erfüllten Weiten ausmalen. Tief unten, tausende von Metern unter der Bahn der Ozeandampfer, gibt es Gebiete, di« so hell erleuchtet sind, afö ob di« Sonne sie in breiten Strahlen Überflute. Aber diese leuch­tenden Gebiete bleiben nicht am selben Ort. fie wechseln bestämidig mit der ®etoegung der leben­den Lampen und lassen das schwärzeste Dunkel b toter sich Es wäre jedoch falsch anMnehmen, daß.diese Leuchtorgane den Fischen gleichsam als Straßen bei euchttmg dienen, denn viele von diesen lichnragenden Wesen haben gar keine Augen. W-chrschetnlich dient die Volsuchtung des Wassers dazu, um die Beute an-.tocken, de­ren Nähe die Tiere dann mit arfeeren, noch nicht erfartoten Srnnen spüren.

Auf dem Zweirad Über den Kanal.

Dm ksihrven Plan, auf einem.Wafferzweirad* feen ÄanaS « übergsreren, hat eine englische S^Stone Zetta Hills gefaßt und wartet zur AuSMtemg ih«s Unternehmens nur klares Wetter ab. Der Mparat, mit dem sie von der orteflöschsn bis zur französischen Küste gelangen will, ist ein gewöhnliches Zweirad, dessen Gum- mtretzen angenommen sind und das ans einem Floß steht. Am Htttterrckd sim> eine Anzahl kleiner Ruder angebracht, mit deren Hilfe die Maschine beim Treten der Pedale fortbewegt wird. Skt gatw Apparat wiegt noch nicht hun­dert Pfund, ist aber sehr ftabfl gebaut und kann mit ein« Geschwruvigtett von fünf Kilometer in der Sttrnde fortbewegt werden. Die Dame hofft in zehn bis zwölf Stunden den Kanal zu über­queren. Passiert chr «rtterwegs etwas, fo wird die Maschine aus das sie begleitende Boot ge- lad«^,Miß Hisis ist eine vorzügliche Radlerin und Schwttnm-nn und hat noch größere PLne

Ja, ja, die Bemcn Freuden! Die muß man prätendieren", ym schon Frau R.tt Goethe ge­sagt, d. h. in Anspruch nehmen Wir nehmen so v-iel in Anspruch und untere Ansprüche sind . . __

toi« maßlas (Ktoorbeu. also daß die meisten tedb Zinnen

Millionen und ober Millionen kleiner Freu­den Tag für Tag in Deutschland! Was für eine stille Großmacht wäre das! Es ist so viel Scho- vuo u ie unre neu« «cuw «nexier in oer ,o uoer- nos in der Welt! Auch jetzt n»>ch! Auch jetzt! aus eigenartigen und romantischen Gestalt einer noch! Herzen auf! Augen auf! Schaut auf die ----- --------

Lrüder! Das sind die besten Lehrmeister zum Willen in die Fronde am Kleinen. DeEt ein­mal nach, was aus der Großmacht der Keinen Freuid-en uns für Segen kommen könnte! Un- ettdilich ist der Segen für den Einzelnen und das Gamze! Liebe und das kleine, schlichte Zn- friedesein wären wieder utr*er uns. Diese Groß­macht der Koftten Freuden kann die Macht vie­ler Dämonen brechen, fete da zum Sprunge be- rM liegen.

0OH«tagsgehankB.

Von den kleinen Freuden.

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Reinhold Braun.

Jüngst bekam meine Frau von einem sehr reichen Onkel feltenerwewse ein kleines Geschenk in der Gestalt von zwei Fünfzigmarklcheinem, mtt dem Wunsche, sich ein« Fremd« zu machen. Mit schier weihnachtlichen Augen tarn die Ehc- ltebste in mein Arbeitszimmer und sagte mir von ihrer Freude. Sie kann sich freuen wie ein Kind. Am nächsten Morgen kam sie dann wie­der glückstrahlend in mein 3immer und trug in der Hand etliche kleine, noch nicht blühende Ge­ranienstöcke unD baute fic mir in di« drei schma­len Fenster meines Erkers und sagte dann, als sie mit ihrem Werke fertig war:Freust du dich? Ste blühen zwar noch nicht, aber sieh nur hin, die Knospen werden bald aufbrechen. Du soll- '«st die erste Fremde von meinem Reichtum« haben!'

Nun blühen die kleinen Stöcke in den Fen­stern, d. h. zur Zeit blühen erst zwei, und die habe ich in das Mittelsenster gesetzt, dmntt ich sie immer sehen kann. Ich muß noch betonen, jeder der Blumenstöcke hat nur einen einzigen BWen-trieb. Aber das ist ja gerade das Schon«. Und nun freue ich mich gar oft am Tage an den BLltenflammen, tote sie brennend und schön und fröhlich gegen den dunklen Hintergrund der Bäume stehen. Zärtliche Flammen de. Liebe und des Lebens! Wie tun sie meinen leise der Rocht entgegenschattenden Augen wohl!

Zärtliche Flammen der Liebe und des Le­bens. ihr!

Weim der sehr reiche Onkel, dem der Hun­derter ist tote mir ein Groschen, nur wußte, welche unsagbare Freude ich von einigen weni­gen Mark seines Geschenkes habe! Ob er wohl auch so reich ist tote ich trotz seiner Millionen?

Di« lebenden Lampen der Tiefs«.

shn den Tiestm des Ozeans, wohin weder Wellenschlaa noch Sonnenstrahlen dringen (feß>ft der heftigste Sttrrm ist in bierjb Meter Tiefe nicht mehr zn spüren, und das Licht der Sonne dringt ebenfalls nicht weiter) ist es doch nicht vollkommen dunkel, sondern dort, auf des Meeres tiestMterstem Grunde emtfaStet sich eine zautbevhsfe Illumination. Die Tiere dsr Meffee felkst find es, dte sich durch besondere Organe ihr Licht erzeugen und ihre Lampqn ntit sich herum- tTcgen. Manchmal ein Fisch nur eine Lam­pe, die man mit der Laterne eines Fahrrades vergleichen tarn. Bei manchen Ttefseetvesen fitzt dte Leuchte «nmtttelbar an der Körperober­fläche, andere tragen ihr Leuchtorgan an langem, schwaickem Träger vor sich her, andere weisen Organe auf, dfe in langen Reihen mit Latem- chen befetzi j> und dos Licht entweder nach vorn oder nach ter Seite werfen, gleich den leuch­tende: Fensterreihen eines Ozsan.damvrers. Dtefe Laternen sind mit 8'-fen und Reflekto­ren versehen, und ifere Sevchtstärk« hängt von dem wechselrwen Wasserdruck Ä», der 'm dem tief- Ren Ttefen dcs Meeres etete gerat*-*», mmfeub-

Märke erreicht. Mrs je zehn Mett» Wasser- nefe nirnuxr der Druck um eine nt,

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