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Kaffeler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 190.
Fernlvrech« 951 und 952.
Donnerstag, 19. August 1920
Fernsprecher 951 und 951
10. Jahrgang.
Zusammenstöße in Sberschlefleu.
ituoaen, ahnte
Lustrum an
Rußland und Versailles.
beenden, ehe der Herbstrege« Operalione« in den Steppen Güdrußlands unmöglich macht.
Als vor nunmehr fünf Jahren die deutschen Truppen siegreich in Warschau eil * *
AuS Kattowitz wird gemeldet: BiS Mittel- nacht waren steüenunddreißig verwundete Personen in die Krankenhäuser von Kattowitz, Beuchen und Rybnik eingeliefert. Unter ihnen sind dreizehn Schwerverletzte. Rach den AuS sagen von Gewerkschaftsbeamten, die das Ende oes Demoustrationözuges gebildet hatten, ist das Feuer der französischen Truppen ohne töäidjen Angriff, nachdem dir umstehende Menge sie ver- höhilt und mit Schinrpfworten zu traktieren begonnen hatte, eröffnet worden. Tie Franzosen hatten gar keine Miene gemacht, sich der schul- digln Personen zu bemächtigen, sonder« sofort und ohne jede Warnung Revolver- und Maschinengewehrfeuer auf den Demonftrations. zug und die in den Straßen stehende Bevölkerung eröffnet. Die Franzosen haben noch tn der Nacht die in Kattowitz gebildete Kontrollkommission von Eisenbahnbeamten und -Arbeitern, dir sämtliche Truppentransporte durch Oberschlesien kontrollieren wollte, aufgehoben und ihre Mit- gliedex zum Teil auS den Betten heraus verhaftet. Die Polen in Oberschlesien wollen heute '« einen Gegenstreik für die Unterstützung Po- lens im Kampfe gegen Rußland eintreten.
I(K« Taigen verschiedenen Mitgliedern der mehr- Iheitsfozialbemokratischen Partei Veranlassung qc- ! geben, die als baldige Einberufung des Reichs- | tiigs-Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten zu fordern. In parlamentarischen Kreisen glaubt man aus der Tatsache, daß der Minister des Auswärtigen zur Erholung in der Schweiz weilt, den Schluß ziehen zu dürfen, daß mit einer unmitteldgr bedorftehertden Einberufung dtS Ausschusses nicht zu rechnen sei. IM Uebrigen, so meint man, sei ja die Richtlinie für Deutschland den Ereignissen im Osten ge- garÄber unverrückbar festgelegt. Jedenfalls ist es dringend nötig, neben diesen Richtlinien sich mit einem ritten Quantum Mißtrauen zu wappnen und die Augen offen zu halten.
England und Amerika.
(Eigene Drahrmekdung.)
Danzig, 18. August.
I« Danzig find englische Marinesoldaten gelandet worden. Ei» neuerlicher Beschluß des provisorische« Staatsrats, die Neutralität Dachzigs im polnisch-russischen Kriege z« erklären, ist von dem englischen Oberkommissar nickst zur Ausführung zugelaffen worden. Neber Tirschau erschienen gestern zwei russische Flieger. — Aus Washington wird gemd- det, daß der Kreuzer Pittsburg und ei« Torpedojäger nach Danzig unterwegs seien, um Amerikas Interessen in der Ostsee zu wahren. Die amerikanischen Bürger Füchten auS Pole« «ach dem Danziger Eebret.
Russische Lockmittel.
Warschau, 18. Awgust (Eigene Drahtmeldung.) Nach abgefangenen Aufrufen verbreiten Kommissare der toten Armee, um unter den Trupfien Stimmung zu machen, phantastische lüchte über gewaltige Vorräte an Lebens- Mitteln, Manufakturwaren ustv. in Warschau.
Seueral Wrangels Sriolge.
Auftrenznngen der Bolschewisten.
(Privat-Telegramm.)
Warschau, 18. August.
R«h Aussagen gefangener bolschewistischer Offiziere macht die russische Oberste Heeresleitung durch die Erfolge WrangelS beunruhigt, alle Anstrengungen, um die Kömpst an der polnischen Front schnellstens zu beenden. Tie Eroberung rlSarschaus gelte als Ziel und Ende der «nlitäri- sche« Operationen gegen Polen. Sofort nach Niederwerfung Polens würden die bolsk^wifti- chc« Heere sich gegen Wrangel wenden, mit dem
Lemberg in Russenhand?
(Eigen« Drahtmekdung.)
Soldau. 18. August-
Die russische Division hat di« Nachricht erhalten, datz Lemberg nach dreimaligem Sturm genommen wurde. Die polnischen Verluste find sehr groß. Die Festigung der bolfchewistisch-pol Nischen Regierung in Btalystok macht Fortschritte, rbenso wie die Bildung der polnischen Sowjet- atmet. Der russische Vormarsch im Korridor gebiet geht zunächst unweit der ehemaligen Grenze unaufhaltsam weiter. Die Stadt Strasburg wurde nach eintägigem Kampst vorgestern genommen. Die Polen gehen in voller Auflösung zurück, von den Russen in Richtung Graudenz verfolgt. Diese stehen bereits fedftiß Kilometer westlich Soldau. Nach einer Meldung aus Kö- nigsbcrg haben die Russen Lissewo, Thulmsre und Rheden im Korridor besetzt. Sie ständen Dienstag stüh vor dem Feftungsgelände Thorn bei Ljubitsch und vor dem Festuirgsgelände Graudenz bei Melnö. Zwischen Chulmsee und Chulm ist rote Kavallerie znsammengezogen und rückt gegen die Weichsel nach Bromberg vor.
Set Kamps um Polen.
Warschau «och nicht gefallen» (Vrivot-Telegramm.)
Danzig, 18. August.
Der Korrespondent der „TimeS" in Kowno telegraphierte Montag mittag, der Generalstab der vierten bolschewistischen Armee kn Wilna kündigt amtlich die Einnahme von Warschau an. In Wilna wurde von den Bolschewisten eine Riesenkundgebung veranstaltet, um das Ereignis zu feiern. Diese Mitteilung eilte den Ereignissen voraus. Die polnische Telegraphenagentur ist ermächtigt, die Meldung von dem Falle Warschaus alS den Tatsachen Nicht entsprechet» zu bezeichnen. Nach den in Danzig eingehenden Meldungen scheint eS tatsächlich den Polen in den Kämpfen um Warschau seit gestern etwas b e s s e r zu gehen. Die Forts von Warschau er widern das russische Feuer, daS biSH-r schwach ist. Die Russen find immer noch nicht in das Festungsgelände der Stadt vorgedrungen. Die Weichsel bei Nowoa Georgiewsk ist noch nicht von den Russen überschritten worden, wie in Privatnachrichten aus Warschau gemeldet wird.
Sie Stadt der Paläste.
Warschau* wechselvolle Schicksale.
Sie »»lfwcwistifchen Gruppen haben den Nampf um Wais-ya-r aufgenemmen nnd wenn nvhl alle 3eid>en trügen wir» mit dem unmittelbar bevoeftehendern Galt der polnifttzen Aauptstadt *u rett)neu sein. Ein gelegentlicher Mitarbeiter sendet uns den uachfolgende«, feffMnben Hrtttet über die wechfelvoUen Schicksale der Stadt.
- wurde Warschau preußisch u:ld blieb es bis - zum Jahve 1806, in dem es die Franzosen be- ► setzten. Im Frieden ,u Tilsit mußte Preußen ■ die Stadt abtreten: sie wurde die Hauptstadt - des menen, zum Rheinbund gehörenden Herzog- t rmns Warschau. Vom Wiener Kongreß wurde
abzuschätzenbcr Bedeutung für ganz Mittel- Europa ergeben können. Die russische Spinne har ihr Netz auch über ehedem deutsches Gebiet gezogen, und es würde für unsere Diplomatie ein geistiges Armutszeugnis bedeuten, wenn sie an dieser Tatsache achtlos vorübergehen und aus den Nefdeniburger Schwur des Nussengenerals vertrauen wollte, der gelobte, den »Korridor* wieder an das zu ihm gehörende Deutschlaiid zu bringen Schon mehr denn einmal haben sich die Vertreter des heutigen Rußland in Beteuerung'n gefallen, daß sie nur das Veste Men Deutschland im Schilde führten Sie mögen damit nicht einmal an der Wahrheit und ihrer inneren Ueberzrugung vorbeigersdet hoben, eS fragt sich nur, wie sie ihre Neiden aufgesaßt wissen wolle«. Wer gehört hat, was Trotzky vor einigen Tagen über die Zukunft des Bolschewismus äußerte, der wird den Beteuerungen von der Freundschaft gegen Deutschland den richtigen Unterton zu gäben wissen.
Mag der gegentoärtig im Osten wütende Feuerbrand erlöschen, ohne Polen völlig ver- nich.er zu habm, mögen die Stuften ihren ©egnern Bedingungen stellen, die menschlicher find, als die Deutschland von der Entente gewährten, dir -.uffische Spistne bleibt in ihrem Netz, und die östlichen Probleme werden brennender von Tag zu Tag. Unsere Diplomatie aber wird zu beweisen haben, ob sie den raffinierten Künsten russischer Politiker gewachsen und in der Lage rst, bei den sich anbahnenden Beziehungen zu Rußland unserem Lande die Vorteile zu sichern, nach denen schon jetzt die Krämer jenseits des Kanals ihre diplomatischen Angeln auslegen Wenn Polen die verdiente Lektion erhallen hat und es einer geschicktem deutschen Staatskunst gelungen ist, in ein erträgliches wirtschaftliches Verhältnis zu Russland zu kommen, fo könnte das nur geeignet fein, den Blutsaugern im Westen bei zukünftigen Besprechungen über Deutschlands Sühne-Opfer Wasser tu den Wein zu giessen und sie Vermmstsgründen zugängliche zu mache« Die Lage im Osten hat vor eini-
Die rusfische Spinne. I
Wie sie ihre Netze zieht.
Vor Warschau dröhnen die russischen Geschütze, und es bedarf keines besonders stark ausgebildeten militärischen Verständnisses, wenn man den Fall der großen Weichselstadt innerhalb kürzester Frist Voraussage. Daß damit gleichzeitig daS rufsisch-polnische Ringen einen für das BolfchSwisten-Heer endgiltigen Sieg bedeutet, braucht nicht begründ« zu werden Die leeren Phrasen, die zunächst aus London und Paris, dann nur noch aus Paris zu den immer dringender um Hilfe rufenden Polen herüberschallten, find verweht, und die edlen Polen-Seelen, die stch bisher unter dem vermeintlichen Schutze der allmächtigen Entente blähten, sind von bleicher Furcht erfüllt Weder der Wortschwall englischer Dialektik, noch das SÄbelgeraffel französischen Sieger-Wahns hat's vermocht, de« polnischen Zu- sammenibruch aufzuhallen. Auch in den sogonann- ten .Korridor", das ehemalig deutsche Gebier, sind Vie russischen Heerhaufen eingedrungen, an- gchlich, um zu verhüten, dass dem Gegner übet Danztg durch die Entente Hilfe komme. Di« deutsche Regemung hat sich von der von ihr pvollamisrteu strengem Neutralität nicht abbringen lassen. Etwa» anderes war ja auch gar nicht möglich. Es wird mm ihre Aufgabe sein, darüber zu wachen, daß diese Neutralität weder von Oft, noch van West verletzt werde. In Soldau. wo man die Russen geradezu als Befreier von dem Drucke das polnischen Jochs begrüßte, hat der Sowjet-KoMmandeur die Schwur-Fing« erhoben und gelobt, daß man nicht ablassen werde, bis dieses alte deutsche Gebiet wieder deutsch geworden sei.
Wen« man sich aus fetten der durch polnische Willkür geschundenen deutschen Beoöllerung deS .Korridors" üb« das Erscheinen der Russen diesmal mehr freute als im Hochsommer dos ersten LrirgSjahres, fo mag dies feine Erklärung in den polnischem Drangsalierungen als in der Vorliebe für Russland und fein Bolschewistenheer finden. Denn man darf davon überzeugt fein, daß man neben dem befreienden Gefühl sehr wohl in Ost- und Westpreußen die Bedrohung fühlt, die durch den Vormarsch der Russen zunächst für die schwergeprüften Bewohner der Grenzlande im Osten entstmiden ist. Und auch in Dritter, und Westdeutschland Ist es allen Ein- stchtigen klar, daß sich aus dem russisch-polnischen Kriege Verwicklungen von noch nicht annähernd
Paris, 18. August. (Privat-Telegriumn.) In einem Telegramm an Kamenew erkläre die russische Regierung: Im Zusammenhang mit dem »wisch«, Lettland uns Rußland unterzeichneten Friedensvertrage fordern die 2et=. ten einen Anteil an der Emschädigungsgebühr, die Deutschlmid muh dem Versailler Fr rede ns- r> ertrag an Rußkand zu zahlen hat. Die russische Delegation erwiderte, daß sie den Fr:e- densvertra« von Versailles nicht anerkenne, daß also weder Rußland noch Lettland an diesem Verrrag als beteiligt gelten können. Die lettischen Forderungen müssen aus dem vor- stshenoeu Grunde abgelehnt werd«. 1
mau iu kurzer Zeit fertig zu werde« hoffe. Alles yxt letlt|l komme aber darauf an, den Krieg gegen Pole« zu I stehenden
In der Nähe d« großen Weichselbrücke, die cnrf fünf gewaltigen Pfeilern üb« den Strom fuhrt, und die die Vorstadt Praga mit Warschau verbindet, steht das alte Schloß bei masovischen Herzöge inmitten terrassenförmigen Parkanlagen. Der stattliche Bau wurde vo« Sigmund dem Dritten zu Ende des sechzehnten Jahrhunderts erricht« um» hat im Laufe der Zeiten viele Umwälzungen erfahren. Sigmunds KSüigS- schloß weist noch ganz die regelmäßige mittel- alterliche Burganlage mit Ecktürmen auf, der auch die spätere sächsisch-polnische Dynastie beim Bau des heute abgebrochenen sächsisch«: Palais noch treu geblieben ist. Weit weniger belangvoll ist daS chemalige Kazftnierowski-PalaiS in der Krakowskir Przedmiesce, in dem jetzt die Universität untergebracht ist. Auch das im Jahre 1692 in italienischem Stil auf geführte KrasinSki- Palais an dem gleichnamigen Platz bient heute ein« anderen Bestimmung. Die wertvollste bauliche Leistung während der Sobieskischen Regie» ntng ist das in Warschaus nächster Umgebung gelegene Königs schloß Willanow. Aus d« Z«t Augusts des Zweiten ist daS Brühlsche Palais erhalten, das jetzt als Telegravhenamt bient, was dem imposanten Gebäude nicht gerade zum Vorteil gereicht. Reich ist Warschau auch an Denkmälern, von denen vor allem das Reiterstandbild des König- Johann SobieSki aitffäWt. Den Mittelpunkt des Verkehrs bildet der Schloßplatz mit dem Denkmal Sigmunds des Dritten, wie Warschau überhaupt besonders schöne Plätze. Lustgärten tmb Parkanlage« auszuweisen hat. Eine der schönsten Schmuckanla- aen inmitten der Stadt ist der Sächsische Garten, dem man als ein würdiger Abbild des gartenbaulichen Kunstwerks von V«saill«S bezeichn« hat. Von außerordentlichem Reiz ist di« «na um das Schloß gedrängt« Altstadt mit ihren engen, krummen Straßen und dem malerischen Gewirr, das an mit «lästerliche Städte erinnert. In diesen alten Stadtteilen an der Weichsel, auf dem Stare-Mtafto, dem Alten Markt und ht feinen reizvollen Nebengützchen weht, besonders an den Tagen, an denen sich in den bretternden Marktbuden kleinbürgerliches Leben entfaltet so recht der Geist des Mittel- atters. Auch im Judrnviettel, im Norden der Stadt, ist heute noch viel von dem Hauch längst vergangener Zetten z« spüren.
Die geschichtlichen Anfänge Warschaus gch«tt ins dreizehnte Jahrhundett zurück. Im Jab re 1224 wird die Stadt »um ersten Wale urkundlich erwähnt, nachdem die Herzöge von Muso- bien hier mit kundigem Blick ihre Burg angelegt hatten. Bei der dritte« Teilung Polens
wohl niemand, was das nächste weltgeschichtliche Umwälzungen mir stch bringen würde, und kein« hat damals wohl mir den politischen Möglichkeiten gerechnet, die seith« an Deutschlands Ostgrenze Ereignis geworden srnd. Damals sprach man noch von der russischen Dampfwalze, die man nach weiteren zwei Jahren völlig zertrümmert glaubte. Und nun, nach vom Stur» des Zarismus, nach der Revolution und fast dreijähriger Bolschewistenherrschaft zeigt sich die »«schlagen geglaubte russische Dampfwalze nock» leisirmgssäh-ig genug, um sich wieder westwärts »u wälzen und das vor fünf Jahren verlorene Warschau zurückzuerobern. Wahrlich wechselvoll und vielgestaltig sind die Schicksale dies« Stadt, die auch unter der mehr als hundertjährigen Russenherrschaft ftetS polnisch geblieben ist, und die es nicht fdjto« hatte, die oberflächlich« russische Tünche abzuwaschcn, -nachdem die Regiment« des Zaren aus ihr vertrieben waten. Nun sittd die Russen vor die polnische Hauptstadt zurückgekchrt, freilich Russen von anbei« Gesinnung als die, die tot August 1915 vor den anrückenden deutschen Heeren üb« Praga ostwärts zurückgewichen Md. Es sind die Soldaten Trotzkis, die nun Besitz «greifen wollen Von dies« interessanten Stadt mit den goldenen Zwftbeltürmen und mit den imposanten Gebäuden. Nicht mit Unrecht hat man sie die Stadt der Paläste genannt, wenn auch heute die meisten dieser Baute«, in denen die reichen polnischen Adelsgeschlechter einst ihre glänzenden Feste gefeiert haben, längst degradiert worben sind, um jetzt als Schulen, Spitäler und Kasernen zu bienen.
SberWeften.
Schwere Zusammenstösse mit Franzosen. (Eigene Drahtmeldung.)
Beuchen, 18. August.
Bei einem Demonstrationsstreil für dir Neutralität OberfchlesienS ist es in Kattowitz und Rybnik zu Znsammenstötzen gekommen. In Kattowitz setzte stch an das Ende des Demon- Arationszuges französische Kavallc- rie. Die Meng« griff fie ««• Ein französischer Soldat wurde getötet Die Franzosen eröffneten Maschinengewehr- und Ha«d- granaten feuer. Renn Tote, darunter zwei Sicherheitspolizisten und sechsundzmanzig Berwtmd«r blieben auf dem Platze. Der Polenführer Rechtsanwalt Dr. Milewski, d« eine Handgranate aus dem Fenster warf, wurde auS bet Wohnung geholt, erschlagen und in die Rawa geworfen. Die Sicherheitspolizei stellt« den Dienst ein und gab die Waffen ab. Gegen 6 Uhr zog die Meng« vor die Polizei, um sich der Waffen »u bemächtigen. Das französische Militär ist auf Grund von Verhandlungen mit den Gewerkschaftsführern zurückgezogen worden. In Rybnik drang ein polnisch« Dtotzirupv in die Protestversannnlung ein und sprengte sie. Aus einen Pfiff fielen Schüsse. Ein Toter und ui« Verwundet« sind zu beklage«.
Das Blutbad in Kattoivitz.
(Eigene Drahtmeldung.)
Breslau, 18. August.