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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 189

1V. Jahrgang.

Mittwoch, 18. August 1920

Fernsprecher 951 und 952-

Fernsprecher 951 und 952.

®te Safleltt S!«u«fien Nachrichten erf (Seinen wöchenUich lech-mat and ,war abend«. Ter Adonnementtpret« »«tragt menatt. 6.00 Mart bet tretet Zustellung in« Hau«. Bestellungen werden ;rter«Mt oen der Geschäftsstelle oder den Äoten entgegengenommen. Druckerei, Verlag unb Redattion Schlachthvfstratze 28/30, stlli unverlangt etngesandte ISetträge tann »te Redektion ein« Verantwortung »der Gewähr in keinem Falle Übernehmen RüLzahIung de« Be,ug«geide« oder «niprüche wegen etwaiger nicht ordnungSmähiger Lieferung auSgefchlotsen.

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Zrmrsfische Brutalität im Saargebiet.

Zeutsch bleiben!

SSerschlesten« wirtschaftlich« ®»ufuitg.

T(*t Tag der Abstimmung in Oberschlesien TÜtft immer näher Das Prodiem der Ent-schev iyuny darüber, ob Oberschlesien deutsch oder polnisch werden soll, wird durch die verein­zelt laut werdenden Ruse nach Autonomie ge­wiß nicht klarer und leichter lösbar. Es muß nachdrücklich betont werden, daß jeder Versuch. Oberschlesien ton dem deutschen Stamm, aus denr eS gewachsen ist. zu trennen, ob in polnischem cder autonomistischem Sinne, den gesetzlichen EntwickslungiSlinien, edeufo wie den wirischast- lichen Stotweudiakeitcu widerspricht. Die Wirt­schaft OSerschlesiens ist verwachsen mit der Deutschla-mdS. Deutschland mutz auf den Besitz OberschlesienS den größten Wert legen. Ober« schlesien aber muß um seiner selbst willen bei T eutschland bleiben. Alle Fäden, all? Wege der oberschlesischen Wirtschaft laufen nach Deutschland, seine geographische Lage bestimmt t8 als einen Teil Deutschlands Die deutschen Suchperständiaen in Spa haben nachgewiesen, daß Oberschiicsien 1913 mit folgenden Produk­ten an der deutschen Erzeugung beteiligt war: Zinkerz, Nohzink, Steinr-ohwn, Benzol, Teer­produkte, Roheisen.

Der überwiegend« Teil der oderschlesischen Produktion ist nach dem deutschen Markt gegangen Es kann kein Vorteil fein, wenn Oberschlesien feint Aussuhrwege sich cchschneiden läßt, indem es sich durch eine politische oder auch nur durch eine Zollgrenze an Polen kettet. Das wäre der erste fühlbare Schaden, die erste merk- iiche Hmunung für seine Wirtschaft. Die zweite Bedrohung liegt darbt, die Erzeugung Ober stbkstens aus rein politischen Grtntven auf an­dere Absatzfelder umzuleiten, also Deutschland die Produktion Oberschlesiens und Oberschlesien den deutschen Absatzmarkt zu nehmen. Das führ: zur dritten Gefahr. Wie Deutschland nicht ohne Oberschlesien bestehen kann, so ist die Mrtschast OberschlesienS ohne den gegenseitigen Güteraus­tausch mit Dcutschland zum Tode verurteilt. Der Ausfall Oderschlesiens würde in der deutschen Erzeugung ein Vakuum hmvorrufcn, das nicht ohne nachteiligen Einfluß auf den europäischen Markt, aus den Wied ar aufbau Europas und schließlich aus die Weltwirtschaft bleiben kann OberschlesienS Produktion dagegen würde un­rationell vergeudet und, zur Unfruchtbarkeit ver­urteilt letzten Endes zum Stillstand kommen müssen

ES liegt Int Interesse Oberschlesiens, Deutsch­lands und bet ganzen kranken Weit, da-ß das vand ton wtrtscha strichen Verband« Deutschlands bleibt. Die Weltwirtschaft erfor­dert eS, daß Man in diesen Zetten gesunkener Werterzeugung und höchster Not an Ober- schlesienS organisch gLvachsenen Verbindungen mit DeutsMand keine lebensgefährlichen Ope­rationen vollztsht. Polen hat durch die Sa­botage, die seine Hetzer an der oberschlcsischeu Industrie zu treiben versuchen, nicht gezeigt, daß es sich der hohen moralischen Verantwortung an dem Wohl« Europas bewußt ist. die acgebc- mnfclls mit dem Besitz OberschlesienS überrieb- men Nt-Ltzte Außerdem bleibt die Frag«, ob doS rein industrielle Oberschlesien bei ettum Anschluß an das überwiegend agra­rische Polen aus die seiner komplizierten Droduktionsmaschtne so unbedingt nötige Unter­stützung und das entgegenkommend« Verständnis rechnen kann Wird zum Beispiel Polen in die­sem Ratte nicht alles daran setzen, der oberschle- sifchen Industrie ihren natürlichen Ausfuhrweg. di« Oderlinie, zu nehmen und ihr zur über­seeischen Ausfuhr, die dann allein noch in betracht käme, den Weichselweg über Danzig vorschreiben ton Interesse feines Staates und aus Kosten OberschlesienS?

Fruchtbare nutzbringende Tätigkeit für Welt- wirtschaft und Wiederaufbau kann Oberschlesien nur im Rahmen feiner alten Bande leisten, die sich aus natürlich« Weis« gebildet haben und nicht durch politisch« Umwälzungen künstlich herbeigeführt worden sind Im Verein mit Deutschland warten seiner große Aufgaben Erst einmal der Msderaufbau DcutschlanLS selbst und damit die Sanierung der europäischen Mrtschast. Darüber hinaus aber seine groß«, östliche Mission, die sich aus den durch den FriedenSvertrag geschaffenen neuen Verhältnissen für die wirtschasrLcke Zukunft Deutschlands er» gibt. Sie liegt, kurz gesagt, darin: Oberschlesien muß Deutfchwntz die Möglichkeit geben, die Werken«« zu schaffen, bk es in den Stand setzen, die in Rußlands Boden liegenden Schätze zu he­ben. In der Verbinduim mit Polen ist es hierzu nicht in der Lage, da Polen jede VoransfeUuna zu einem so gewaltigen Werk fehlt. Polens Schicksal liegt in der Hand der russischen Sow- jete: ist es Untergang oder Einverleibung, in Rußlaud, bann käme Oberschlesien nutzlos mit in die große polnische Konkursmasse hinein. Ober- s-Aesien allein kann auS Rußland bei seiner wirtschaftlichen Zerrüttung nichts gewinnen. Wohl kann eS dies ton Verein mit Deutschland.

Im Verein mit einem Tcutschlanb, dem der Besitz Obttschlesiens die Garanne einer arbeits­fähigen Industrie, einer tätigen Arbeiterschaft unb damit geordneter, ruhiger staatlicher Ver­hältnisse. bietet. Deutschland kann auf diese Weile Rußland ein starker Helfer sein, andererseiü kann Rußland die deutsche Not lindern hel­fen Deutschland und vor allem Oberschlesien wird nicht für alle Zukunft der gebende Teil bleiben bei diesem Austausch mit Rußland. Ter zweite und größere Teil der östlichen Aufgabe OberschlesienS ist der, die große Fabrik zu wer­den, in der die gehobenen Schätze Rußland- für die Welt verarbeitet werden. Und alles das, liefe ganze Gesundung Deutschlands, dieser wahrhchte Wiederaufbau sowohl der östlichen als auch der westlichen Wirtschaft wird möglich und erscheint greifbar nahe, wenn O b e r s ch l e - sie« bei Deutschland bleM. 5.8.

Schwarze Gefahr im Kesse«.

Furchtbare Zustände im Saargebiet.

sPrivat-Telearamm.)

Frankfurt a. M., 17 August. '

Eine zuverlässige Persönlichkeit, die sich den größten Teil der vergangenen Woche in der Gc genv von St. Ingbert im Saargebiet auf- gehalten hat, gibt der Frankfurter Zeitung eine furchtbare Schilderung über die dortigen Zu­

streik in schärfster Form an gedroht. In Oppeln fanden gestern Tenionstrationcn statt.

Sie Russen imSottiDor. Die Verwaltung in deutschen Händen. (Priva-t-Telegramm-i

Königsberg, 17. August.

Der Divisionskommandeur der in Sold au eingerütften russischen Truppen erklärte in der Doldetter Stadtverwaltung, er habe die radio telegraphische Anweisung au- Moskau erhalten das Soldauer Gebiet den eingesessenen Deutschen zu übergeben, die für Ruhe und Ordnung sorgen sollen. Rußland mische sich nicht in innere LandeSangelegcnheiten ein. Bei einer anderen Gelegenheit erklärte derselbe Kommandeur, die Einführung des Sow jet- sy st emS auf deutschem Gebiet komme nicht in betracht, «eil dieses dem Willen der Mehrheit der Bevölkerung nicht entspräche und auch nicht für die Landwirtschaft geeignet fei. Die Gren­zen von 1914 würden wieder hergestellt werden. Die Polen würden aufhören zu existieren. War­schau werde fünf Jahre von russischen Truppen besetzt und danach Rußland wieder einverleibt werden. Die russischen Truppen würden den Korridor besetzen, den Freistaat Danzig jedoch nur bei Neutralitätsverletzung.

stände. Der Einsender hat die in betracht kom­menden Personen bemannt und für die Fälle, baten er nicht selbst beiwohnte Zeugen be­zeichnet. Er berichtet: Die farbigen Trup pen Frankreichs waren in diesen Tagen die Herren des SaargebieteS. An allen Ecken und Enden sah man diese Gestalten, denn Mangels eigener Soldaten mußten ihnen die weiten Sol­daten die meisten Wachtkommandos selbständig Überlassen. Fast alle Streifkommandos wurden aus ihnen gebildet. Durch die Bckanntmachrmg des Belagerungszustandes hatten die Afrikaner freie Hand bekommen, und sie haben furchtbar gehaust. Allein auS dem Umkreise von St Ingbert erfuhr der Gewährsmann von all» schweren Sittlichkeitsverbrechen an Frauen unb Mädchen an drei Tagen. ES han­delt sich um gegenseitig sich bestätigende An- gaben einwandfreier Persönlichkeiten.

Marokkanische Bestien.

St. Ingbert, 17. August. (Privattelegramm.) Der Korrespondent ter Frankfurter Leitung macht noch folgende bewiesene Feststellungen: Unter anderem wurden zwei Töchter hochacht. barer Familien aus St. Ingbert, die auf dem Nachhausewegr aus einem Rachibarort abends oon einer marvstanischen Patrouille angchalten, verhaftet, in das Dickicht deS In Der Nähe befindlichen Waldes geschleppt und Vera«, waltigt wurden. HInzuVommende Radfah­rer und Dergleute wurden durch Anschlägen der Göwchre seitms der Schwarzen verjagt. Eines der Mädchen war dreimal, das andere zweimal vergewaltigt worden. Das Eine ist inzwischen verstorben. Die Krone wurde aber allem aufgesetzt, M die Mutter der Mädchen b?mt Kommandeur von St. Ingbert Ang ei-re erstat­tete, dieser zuckte die Achseln und erklärte, er könne nichts daran machen, es sei eben Krieg! Zahlreich sind die Fälle versuchter SittlichkeiiSverbrechen. Dt« Opfer liegen meist in bedauernswertem Zustande Dar­nieder. Mehrmals haben die Sonaten die Opfer auch noch durch Stiche verletzt. Vrr- sch-edem Fälle von AnsvAindetung sind vorge­kommen. Der Völkerbund ist durch die Vor­gänge im Saargebtet in dessen Auftrage diese- doch angeblich regiert wird, bloßgestellr.

Proteste in vberichlesten.

Segen die Akkiisrten-TranSporte.

(Privat-Telear'wrrn.)

Berkin, 17 August.

AuS Benthen wird gemeldet: Die freien Gewerkschaften und sozialistischen Parteien Ober- schlksienS rufen für morgen abend Proteskvcr fammlungen zur Abwehr der Versuche de. Neu- tralitätSverletztmg in Oberschlesien auf. Sie fordern ein Verbot aller nichtkontrollierten Truppen- und Munitionstransporte. Die Kauf­mannschaft wird aufgeforvett. morgen mittag die Läden zu schließen. Wi« verlautet, treten die Eisenbahner heute zwischen zwölf und zwei Nh: in den Protestftteik. Falls die Forderungen zur Sicherung der Neutralität in Oberschlesien nicht angenommen werden, wird der General-

Vormarsch der Truppen.

Königsberg, 17. August. tPrivattÄe- atynim.) Die Rtkffen haben Montag vormittag Driesen im Korridor besetzt. Ihre Bortrup- ven stehen vor Culmf ee, mit dessen Besetzung sie die Bahnlinie Graudenz-Thorn ad- schneiden würden. Löbau ist von den Ruf- fen befert worden die auf der Linie StraS- burg-Lautenburg auf Graudenz vorgehen. Die Polen ziehen sich auf Graudenz zurück.

Kärnpie um Warschau.

Eine polnische Gegenoffensive 7 (Eiasne Drahtmerdung.1

Posen, 17. August.

I« polnischen Heeresbericht vom 16 August heißt es unter anderem: Nordfront: Ter weitere Verlauf der von General Sikorski begonnenen Gegenoffensive unterer Nordarmee entwickelte sich ttotz schwieriger Umstände gün­stig für uns. Ungeachtet der fehr schweren Ber­eitste und des erbitterten Widerstandes des Fein­des der auf diesem Abschnitt unseren Streitkräf­ten zehn Divisionen entgegenwarf, bewegen sich untere Abteilungen auf der ganzen Linie vor­wärts. Am 16. August wurde Ciechsnow wieder genommen. Der Feind ist bereits an mehreren Punkten panikartig zurückgegangen. Die Zahl der Gefangenen ist bedeutend. Hartnäckige Kämpfe tobten am 15. und 16. in der Gegend >zimin und artf dem nördlichen Abschnitt de« Brückenkopfes, ttnfere Abteilungen hielten nicht nur die eigenen Linien, fonbern trugen ihren Angriff in die feindliche Stellung vor. Zahl­reiche Gefangene, darunter der Kommandeur einer bolfchewistifchen Brigade und ein bätsche- wistiMr Kommissar fielen in unsere Hände.

* *

Russischer Heeresbericht.

Königsberg, 17. August. sPrivattelegramm.) Die Funkenstation Warschau antwortet seit Montag früh nicht mehr. Die militärifchen Arsenale Warschaus sind feit letzten Donners­tag mit der Krakauer Bahn abtranSportiert. De» neue Sitz der polnischen Regierung steht noch nicht fest. Es wird Lodz oder K»lisch fein. Die Regierung war Montag früh noch in War­schau. Die Rattonalzeitung meldet vom Man. tag: Die 9- russische Armee hat Ltpno U" Wola genommen und steht dann noch v Tagesmärsche von dem FestungSgelände Thvtti entfernt Im Osten von Warschau ist di« Linie Radimkn-Kolbei in vollem Umsange genommen. Nördlich ist Plosk an der Weichsel von den Polen geräumt. Nach einer Blättermeldung aus Krakau ist bie russisch« Südarmee von Eholm ht die polnische Linie vorgrstotzen, bie zurückgenommen würbe. Lublin ist hon den Russen besetzt worden.

Radek alS Unterhändler.

London, 17. August. (Eigene Drahtmeldmrg.) TicTimes" melden, daß Radek Stirn Vor­sitzenden der russischen Delegation in Minsk er­nannt ist. Ter Vormarsch durch bat polnischen Korridor mit dem Ziel feiner vollen Besetzung geht trotz der Minsker Verhandlungen weiter, ohne haft die russischen Truppe« ernsthafte« Ws. der stand finden-

Av der Sftgreuze.

Die Russen impolnische« Korridor^.

et« am Sonnabend bie ersten rissgschen rruppe» in da« tr littet« westpreuggüie, jetzt pelnifttze Gebiet einriittten, wurde das Ereignis bis in die Nacht hinein gefeiert.FdlgenterBertcht ttegt v»r

Um tttun Uhr abends marschierten am Sonn­abend nach tinem fast fünfzehrtstündigem Kampfe um die Stadt Soldau Teile der zwölften rus­sischen Division tot Sdldau ein. Die russischen Sätet aten wurden von den BÄvohnern Soldaus. die zum Teil währmib der Beschießung in die Keller geflüchtet waren, mit lautem Jubel und Hurra begrüßt. AWdairn erschienen auch viele schwarz-weiß-vote Fahnen in den Fenstern. Ter russisch? TrupyeuMrei wurde vom stellver- trctenden deutschen Bürgermeister be­grüßt, der polnische Bürgermeistor hatte sich schort vor einigen Tagen geflüchtet Frei von jeder na­tionalistischen Redewendung gab der Bürgermei­ster feiner Freude über die Befreiung von dem unerträglichen Terror der letzten Monate Aus­druck. Der russische Führer antwortete: ^Jch gelobe, daß wtr dieses alte deutsche Land nicht eher verlassen, als bis es Deutschland wie­der zugefprochen wird." Ms tief in die Nacht hinein spielte die russische Musikkapelle auf dem Marktplatz russische Volkslieder und deutsche Märsche. Am nächsten Dior gen war das Städt­chen, das nur zwei Brandstellen, darunter das BcchnhofSgetöube, zeigte,

mit Blumen und Girlmtden geschmückt.

MS ich die Grenzbrücke überschritt, wurde be­reits der einzelne Balken, der das Brückchen überquerte, durch Hinzufünen anderer verlängert. Auf dem Marktplatz SoDau war die ntssische Bagage, emziehende Kavallerie, Vie rote Fahne mit der Divisiionsntmtmer voran. Am deutschen Stammtisch ton Hotel Reichshof, am dem man sich die verschiedenen russischen Papierrudel mit miß­trauischen Blicken herumreichte, an Tischen mir Blumen gsschmückt, Ofstziere und Soldaten, die ihr Essen und ihre Getränke genau bezahlten, zurückkehrende Flüchtlinge, von ihren Familieu tränenden Auges begrüßt, evgreifende und wi­derspruchsvolle Bilder, die Vie Einwohner selbst nach der kurzen Freud« der Befreiung beunruhig­ten. Was nun? die Frage auf allm Lippen.

Als Plakat ist angesckstagen:

»Befehl 1 des Kommandanten tot Sdldmt Ich bin beauftragt, alle Befehle <Äs Divistonskmn- mamfbeur zu übernehmen. Jeder Verkehr der Zivildevölkerungistbis zehn Uhr abends frei. Ilde VergewaMgung, Raub unb Plünde­rung wild mit dem Tode bestraft und der Schul­dige auf der Stelle erschossen. Die Soldaten, bie sich tot Einquartierung befinde^ werden für jede grobe Tat auf schrtsUiche Meldung bestraft. Alle Eiswehre und Wasfm jeder Art und Muni- tton sind sofort bei mir ahzuliesern. Ntchidefol- gunq Mrd strenge bestraft. Laut Gesetz der Rc- puhkik. Untcrfchrtft: Der Kommandant Pcm°> beraOD. Dem stellvertretenden deutschen Bür­germeister wird von dem russischen Kommissar per Auftrag gegeben, die Stadt in SeWtverwal- trmg zu Meniehmen und

«inen Bürgerausschuß zu bilden.

Nur «tue BcdinMtng Mrd gestellt, daß sich Mn polnisches Mitglied in dem Bürgeransschuß be­finden darf. Eine Zeitungszenfur Mrd nicht eingeführt. .Immer neue Züge russifchen Mili­tärs durchziehen die Stmßen. Die Soldaten, von ihren Offizieren an den Uniformen nicht zu nnterscheidsn, machen durchweg einen guten und durchaus diszipliuierten EiNdrtlck. Am Nachmtzt- a findet die Beerdigung der fünf in Soldatr allemm Soldaten und Cffiiiert statt, zu der die deutsche Bevölkerung Kranze stifiet. Der ÄommaUdeur, ein etwa SSjÄhrtgcr, bartlof.-r Mann, gestattet mir nach amauei Information, mich dem Vormarsch der Division im Korridor erta Pressevertreter am zu schließen. Eine Abteilung ist heute mtt klingendem Spiel in Richtung Lö­bau dormrrschiert und hat bereits die Bahn Deutfch-Ehlau überschritten. Die Hauutntarfch- richtung geht gegen Thorn-Graudenz-Posen.

*

Wie die NeideUbnrger Zeitung meldet, hat der ton Soldauer Abschnitt kommandierende sran< z ö s i sche Major T e st a rd versucht, bei Schar- na« üd-r die deutsche Grenze zu kommen, « wurde aber nicht dttrchgelaffen, sondern sollte in­terniert werden. Darauf ist er verfchwuuden. soll aber später in der Gegefid von Usdau wieder gesehen worden sein Jnzwischeir evginz von der JttterMfierten Kommission der Be­fehl. Major Teftard festztmehmen.

Amtliche Wmpttismg.

Beschluß des Reichsrats.

Der Reichsrat genchmigte die Ge-bührenoch- -AMg für die Prüfung von FLmen. Di« Koste« der nach San Gesetz «ngerichteten PrüchwqS- stellen betragen jährlich über «tne MiöÜon Statt. Die Elebützpeu sollen viele Loste« bedm. Da