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Meter Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

$te «ander Neueste» Nachricht« erscheinen wöchenlltch 'echSmal und zwar abend«. Ter Lvounemenrrvrett betrügt menatL S.00 Mark bet freiet Zustellu», tu« -au«, vestellnnge» werben ieder,-!» von der »elchüsttstelle ober Leu Bote» entgegengenoaimen. träderet, Rerlag und SiebaMon -. Tchlachthotstrate 38/80, Für unverlangt etngesandte Bettrüge kann die Aedaktton eine Sierantreertung aber Bewahr in keinem Falle übernehme«. Rückzahlung de« BezugSge de« ober Ansprüche wegen etwatgernicht ordnung«mabiger Lte enmg aolgeschlofsen.

Rümmer 188. Rernf»ret8er 951 imb 952. Dienstag, 17. August 1920 Fernsprecher 951 und 952.10. Jahrgang.

gnferttonäpreife < a) «inheimtfche Luftrüge: Die etafpalttge Anzeigen. Zeile M LOO. die eirlspoltige Reklame;eile M. LLO. b> Auswärtige Aufträge: Die einspaltige AnzeigenzeUe M L20, die einspaltige Seflantejeile M. 2.76. alle« etnfchlieblich Deuerung«,Uschlag UN» Lnzeigensteuer. Für die Rtchttgkett aller durch Fernsprecher aufgegebene» Anzeigen, sowie für «utnahmedaten und Plage kann eine »ewühr nicht übernommen werden. Druckeret: Schlachthofstr. 38/30. »eschäftLNelle: «olntsche Sir. 6. Delepbon Nr. 941 u. 853,

Entschei-ende Erfolge der Russen.

Sie Mietssteuer.

Siue neue finanzpsttttsche Erfind««-.

Roch sind die Bescheide über die Vermögens- Mvachs steuer nicht ergangen, während die Er­klärung. ;um Reichsnotopfer wieder einmal hlnrmsiwschoben werden musste, well es neben anderen Gründen an den ersotd-erftchen Formu­laren mangelt. DeS weiteren steht für einen Teil der geplagten Zensiten noch die Teltaration zur Besitzstsuer aus, und die Steranlagiuing zur neuen Reichseinkommenstruer kann bis aus wei­teres wegen Uöberlastung der Finanzbehördeu nicht durcdgefüchrt werden. Ader obwohl der bc- HSrdLche Apparat mit der StAterstndigSoil um- derer Finan-MnsLer nicht Schritt zu halten »ar* mag, auch die Trag-ckomödie mit dem Steuer­abzug bildet eine Illustration hierzu, sind sie unermüdlich bei der Arbeit, die den ruhebcdürf- rigen Staatsbürger schreckt. Zu der Engrvs- Steuerbescherung, die im den letzten Jahre« über daS deutsche VoA verhängt worden ist, gesellt sich als neueste- Erzeugnis die M i e t S ft e u e r, die dadurch nicht verlockender wird, daß das ReichsarbeitStninifteriwm sie mit einem sozialen Mäntelchen behLngt. Rach dem Reg'iermrgsrnt- wurf ist eine rcgelmäßtae Slbgabe vom dreißig Prozent der letzten FnevenSmiete geplant, wo­von die Staaten die eine und die Gemeinden die andere Hülste erheben foöon, während von dem Gesamtbetrag fünfzehn Prozent an das Reich abgeliefert werden sollen, um zur Verzin- su-Nig der gewährten Baukostenzuschüsse zu dienen.

. Hier hakt das ReichSarbeitsMini­sterium ein. Welches in einer Auseinander seyung Aar zu machen sucht, daß die Zwangs- wirtschaft auf dem Wohnunasmarkt sich nicht mehr für länger« Zeit werde aufrecht erhalten lassen. Tann würden die Mieten und mit ihnen dve Grundstücke steigen und so dem Vermieter oi-.i über die hohen Selbstkosten deS privaten Hausbesstzes hinansgeheuder erheblicher Wertzuwachs zusallen Dieser Ertragewum solle nun durch die Metssteuer der Ällaem-einheit zu* gänalich Gemacht werden. Diese Beweisführung zeichnet sich durch eine herzerfrischende Naivi­tät iubezug auf die finanztechnische Seite des Problems aus Außerhalb des Reichsarbeits- ministeriumS wird niemand daran z-weifeln, daß, wenn die Zwangswirtschaft auf dem Wohnungs­markt fortsällt, während die WobnungsMot art« hält. wahrschcinftch der SBermtctar, der für In­standhaltung deS Hauses sorgt, die Mietssteuer auf den Mieter abwäLzen und die der Konjunktur entsprechenden Preise fordern und eben auch er­halten wird. Rach den bisherigen Erfahrungen, die man mit der Aufhebung oder Lockerung d.'r Zwangswirtschaft gemacht hat, kann Wer diese Entwicklung füglich kein Zweifel bestehen, 6> sonderS, da auf ein entsprechendes Angebot ge» genüber der Nachftage aus dem WoHmum-gsiuarkt angesichts der trostlosen Sage im BaivgSwerbe für absehbare Zeit nicht zu rechnen ist.

Was nun die soziale Weite der Frage bettissr. nüml'ch di« Unterstützung der Bautätig. leit, so diese gewiß notwendig, aber die bisherige Hilfe durch die B aut osten Zuschüsse hat sich als sehr geringfügig erwiesen, und es wird mit Recht betont, Laß hier der Weg der genos* scnschafKichen Selbsthilfe eingeschtagen werden müsse Bei der Deliastung durch die Hietssteuer handelt es sich um einen Rückfall in ein» der primitivsten Formen der Rohertragsbesteuerwng, die doch heute allenthalben der Neineinnahme- etfaffutto Platz gemacht hat. In einam der ge­bräuchlichsten Handbücher der Finanzwiffenschaft wird die Mietssteuer verworfen, weil ihr eine starke UnveihältnismLßigl'eit innewohne, weil der Mindervermö gliche einen größe­ren Prozentsatz seines Einkommens für Wohnung auSgrbt als der Wohl-hab ende, sodaß also die Steuer umgekehrt progressiv ist; weil eine kinderreiche FamÄe mehr für Wohnung braucht, alS eine kinderlos«, weil große Versch-iedenLsiten »wischen Stadt und Sand, und soaar zwischen den einzelnen Stadtteilen in bezug auf die Woh- nungsprcise bestehen, und weil auch geschäftliche und berufliche Interessen häufig unfrei in der Wahl der Wohnung machen. Heute kom-mt oder noch besonders hinzu, daß t6 fast durchweg an der Möglichkeit mangelt, der Mietssteuer wenig­stens zum Teil dadaourch zu entgehen, daß man sich eine billigere Wohnung ftmt, da bei dem allgemeinen Wohnungsmangel jeder froh fein muß, feine Wohnung zu behalten, und auch die MöaLichrcft des Abvermittcns eng begrenzt ist.

Es darf wohl erwartet werden, daß der Re i ch S t a g nicht mit dem gleichen F«.rtaliSmuS wie vor ihm die NationaldcrsarnmMung alle Steuerplänc geduldig hinnimmr, sondern daß er die Mietssteuer in bezug auf ihre wirtschaftliche und soziale Wirkung hin einer grüiMichen Prü- suna unterzieht Die Dolksverttetung wird daun vielleictst zu einem ablehnenden Standpunkt gegen diese Steuer kommen, die in ihren Sätzen eine abermalige unaeheuerssiche Belastung der ohnehin überbürdeten Steuerzahler darstcllt. Es ist aller. Vings nicht M verkennen, daß das Reich Geld

braucht, da die Fehlbeträge in jedem Derwal- tungsgchiet eine phantastische Höhe erreicht halben und irgeitdwie gedeckt werden müssen. Wer bet der Steuerpolitik darf nicht wahllos verfügt werden, sondern in erster Linie muß die finanztechnische Durchführbarkeit und die Wir­kung berücksichtigt werden. Es muß vermieden werden, daß Steuer unsozial wirkt. Bei de» bisherigm Steueogesetzen ist der Festbosoldeta immer im Nachteil, weil er in der Methode der Steuerabwälznng der Letzte ist, der nichts mehr abwäLzen kann. Daher muß darauf Be­dacht genommen werden, daß der MinLerdemft- telte nicht noch mehr zu drückenden Abgaben herangezogm- wird. Di. P.

Warschau vor dem Ende.

Die große Schlacht hat begonnen.

IPrivav-Tslegramm.s

Posen, 16. August

AuS Warschau wird berichtet: Die große S ch l a ch t um Warschau hat begonnen. Die erste Phase ist wegen des Versagens eines polnischen Regiments nicht günstig gewesen. Eine wichtige Position bei R a d i m i n hat preiSgegeben wer­ben müssen. aber im Laufe des Tages hat das Gleickfgewicht wieder hergestellt werden können. Die Stellung ist mit großen Verlusten für die Rote Armee wieder ge>wmmen worden, und die polnischen Truppen haben einen für die Gesamt­verteidigung wichtigen Erfolg erzielt. Das Schicksal der Schlacht wird nach etwa vier Tagen entschieden sein Weiter wird gemeldet: An derselben Zeit, da die Verhandlungen in Minsk beginnen, hat die Polnische Armee auf dem rechten WeichsÄufer ihre letzte Bertei- digungsstellung vor Warschau bezogen. Diese Stellung läuft in einem langgestreckten Bogen nördlich Warschaus von der Festung Mod- lin (Rowo Georgiewsk) bis zur Festung Dom- bliu (früher Iwangorod) südlich Warschaus, «nk zwar in einem Abstand von zwanzig bis fünf* zig Kilometern. Fm Vorfeld von Warschau bildet die vorgesehene Verteidigungslinie das be­festigte Lager von Segrsha am Rarcwknie.

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Die Umzingelung der Stadt.

Soldau,. August. (SprtoaitelegiamaL) Im bisherige« Westpreußen ländere bei Soldau am Sonntag ein polnisches Flugzeug mit zwei Offizieren. Sie wurden von Den Russen gefangen genommen und waren lehr überrascht, bett .Korridor" von den Russen schon hssetzt zu finden. Sie tarnen aus Warschau und gaben an, daß die Stadt beinahe umzingelt fei. Eine große Panik sei aus gebrochen. Die französische» Stare Haden die Stadt fluchrarüg verlassen die Bevölkerung flüchtet und versperrt mit ihren Hochseligkeiten und Wagen die polnische Rückzuosbasis. Alle achtzehnjährigen und sogar fünfzebnfährigen sind zur Bürgerwehr eingezo- riL Mit dem Fall Warschau ist jede tuuoe zu rechnen. Der Ring um Warschau hat einen Radius von zwanzig Kilo­metern. Die Weichselliuie wurde zunächst bei Nowo-Georgiewsk. das bi? russische Ka­vallerie von Nasielsk aus erreichte, abgeschnit- tcn. Whschogrod wird von Rorden um­gangen werden. Plonsk ist das nächste Ziel.

Die Heimreise der Botschafter.

Berlin, 16. August. iPrivattÄeawmm.) Der deutsche Botschafter in Warschau, Gras Oberndorf, ist am Sonntag mit dem Rest deranderen fremden Missionen in Bezleitung eines Vertreters des polnischen Autzenministe riumS in P o s e n eingetrosfen.

3m 6olnif6en Korridor.

Unaufhaltsamer Vormarsch bet Russen.

sPrivat-Telearamm.t

zwischen Thorn und Graudenz planmäßig zu räumen. Der polnische Hauptwiderstand wurde auf die in dein polnischen Blatte als uneninehm- dar bezeichnete Verteidigungsliwie Thom-Kulm- Gvaudonz (am WsichselUfer entlang) verlegt.

Leutschland und der Ssten.

Polnische Spione in Berlin.

(Privat-T elegramm.)

Berlin, 16. August.

Bon der »Mtischen Polizei beim Polizeiprä. sidium in Berlin wurde eine grotzaugelegtc Spionage zugunsten Polens entdeckt. Der Behörde ist eine vollständige Funkstation in die Hände gefallen mit Aufnahme. und Geber- opparat, die eine Verbindung zwischen Berlin und der polnischen Regierung bezw. dem polni- scheu Generalstab herstellte. In dem Besitz des verhafteten Anhabers der geheimen Funkstation wurde ein Tagebuch gesunden, das über die Tätigkeit der Funkstation tägliche Eintragungen enthält unv mit dessen Nachprüfung das Polizei­präsidium zurzeit beschäftigt ist. Der Inhaber ist wegen Spionage in Haft genommen worden. Weitere Verhaftungen sollen bevorstehen.

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NeukraNtSts-Kundgebung.

Bremen, 16. August. (Privattalevrammm.) Ti: Seien Gewerkschaften und die drei soziaPistischen arteien Bremens veranstalteten gestern uoch- mittag eine »roße Massenkundgebung zugunsten ves Friedrus und für dta stritte Neu- itutitäi DeutschlmtdS utt Kriege Priens g.>- g<n Svwjetrußlaitd. An der Denwnstratton nah­men ungefähr zwöff- bis vierzehntaarfertd.Men­schen teil, von denen sich dann ein großer Teil nach einer Rede des ReichstagsabZeordneten Henke (U'SP.) zu sinsm DeuNmstrativ«szuge durch Vie Stckdt vereürigte, der nach den bisheri­gen Feststellungen ruhig verlaufen ist. Ta sich Cie Angestellten der Straßenbahn an der Kund­gebung ebenfalls betetkigteu. ruhte der Ver­kehr von 12% bis 5 Uhr nachmittags.

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Eine russische Komm! ston.

Berlin, 16. August. (Privattelegrammj Zusammen mit dem aus Moskau zurüügekrhrten Sowjetvertteter Kopp sind auch mehrere wirt­schaftliche Sachverständige der Sow- iriregtcnmg in Berlin eingettoffeu. Heute soll dem Berliner Tageblatt zufolge, auch Profes­sor Bronussow, der Chef des russischen Berkehrs- wesenS, mit einer Reihe von russischen Ber- kehrStechnikvrn nach Berlin kommen.

kifenbahn-SuillMmenftoß.

Sin sranzSfisch-r Transportzug.

(Privat-Telearamm.1

Beuchen, 16. AuMst.

Aus Gleiwitz wird gemeldet: Am Sonn­abend abend stieß eine Rangierlokomotive aus den unter Anleitung der Arbeiterschaft abgestelltrn französischen Transportzug. Zwei Franzosen sind g e t S t et, sieben schwer ve r - letzt worden. Amtlich wird darüber folgende Darstell mg verbreitet: Am 14. August abends stieß aus dem Rangierbahnhof die fünfte Ran- g'ermafchine mit der sechsten zusamnren. Das Personal der fünften Maschine, das versuchte, durch Umlegung der Dteucvnna auf Gegendampf den Zusammenstoß zu verhindern, wurde aber von der Lokomotive hevuntergeschleudert. Ob hierbei die Möglichkeit gegeben war, den Regler zu schließen oder ob der Regler sich durch deu Anprall selbst geöffnet hat, mutz die Unter, such-ung noch ergeben. Rach dem Zufamenprall fetzte sich die fünfte Rangiermaschine nach rück­wärts in Beweauna und prallte aus den abge­stellten ftanzösischen Militärzug aus.

Allenftein, 16. Augtast.

Der Vormarsch der Russen dauert unentwegt an. Sie haben Lautenburg, Strasburg und Löbau (bisher westp«»lßisch) besetzt und rücken zurzeit geccn Thom und Grauvenz vor, von wo fie starken Widerstand erwarten. Russische Bortruppen sind vor Schönsee an der Bahnlinie nach Thom erfihienen. Der Stand des russischen Bormarsches im Korridor war am Sonntag nachmittag noch ettva dreißig Kilometer vor Thorn. Von Strasburg rücken bie Russen an der Bahn nach Graudenz vor.

Verteidigung an der Weichsel.

Schneidcmühl, 16- August. (Privattelearamm.) Rach einer Meldung bd8 .Posener ÄroftEt* be- gmneu dLe Polen das rechte Wetchseluser

flöt die Truppentransport«.

Gleiwitz, 16. August. (Pttvotteregvamm.) Unter den oderschlestschsn Eisenhayuern herrscht große Errrgung. Die Erfenbahner- schäft Hat an die alliierte Kommission eüt Ul­timatum gerichtet, die TruppentrauS- p o r te sofort eiuqustellen, widrigeufaW die Str- beit sofort eingestellt werde. Seitens der allii.a- ten Kommission wurde zunächst die Ansicht ver- treten, daß der SAeiwitzer Vorfall ein Akt d:r SaLotage sei, jedoch wurde am Sonntag abend von der Eifenbahndirektion wie auch von Der alliierten Kommission geäußert, daß davon keine Rede sein könne. Grstem wurde den ganzen Tag über zwischen der Arbeiterschaft, die einen Sechserausschuß gebildet hatte und nt alliier- aten Kommission verhandült. Tas Ultimatum läuft heute ab. Die Truppe» in Güriwltz sind ouÄadeu und abgerückt,

3«d«ftrie und Matur.

Wie schöne Landschaften verschwinde«.

et «atn>f, »en »ie Industrie gegen die Statu», schönhriten führt, tritt nirgend« starker zutage nie im Aohlengediet. eine anichaulithe Geditdr. rung davon gibt Hugo Ott» in eine» Zeitsthrift. Seit einigen Jahren ist neben dem alten Kohlenrevier an der Ruhr zu beiden Seiten des MÄnes unteihälb Duisburg und im links- siitigen Kreise M ö r S eilt neues Industriegebiet entstanden, in dem Kohle und Salz in Fülle vor­handen sind Es war um die Mitte des vevstof- senen Jahrhunderts, daß der Kuliurriefe In­dustrie die uiederrheinifchen Landschaf­ten aus dem Dornröschen schlaf erweckte. 1654 wurden die ersten Kohlen im Kreise bei HE- borg im Kreise Möis entdeckt. Aber die Wb- taufe der Schächte gestaltete sich so schwierig, daß man erst durch das um die WeUde des Jahr- Hunderts gebrauchte Gefrierverfahren in die Sog? kam, das fchwimmeude Gebirge t t der Tiefe zu meistern. Nun schossen die ersten Steinkoh­lenbergwerke empor, und die AUFahl ist so im Wachsen, daß im Kreise Dlörs sich bald siebzehn Dc^pelfchachtauliagen an der Kohlenför­derung beteiligen werden. Bei den neuen- Berg- arbeirersiedlstngen sind allein für den KrM MSrs neuntausend neue Arbeiterwohuungen in Zechenaartenkvlonien vorgesehen, Venen eine Menge anderer Gebäude folgen werden. Bei solch mw altigen Umgaftaftnngen ist dir prachtvolle Natur des Niederrheins, die nicht nur tu hohen landschaftlichen Schönheiten, solchem auch i» künstlerischen Werten alt?r

Kirchen, Klöster, Burgen und ftrien Denkmälern bodeuMnditzer Bauweise besteht, schwer b-dro-ht, wvA an keiner Stelle des Vaiertand-es ist gegenwärtig die Heimat- schutzarbeit notwendiger als am Niederrhein. Bor allem ist die Beesinrächigung der Gew äs- ser zu bedauern, llebera-ll wo die Beräwerle mit großen Siedl-ungen enistaudan. verschwand die Lieblichkeit der Bachlandschaftan. Die zu Ad- zugSgräbeu der Judusiri« erniedrigten Wasser- l&uta verwandeln sich in Schlammbäche, in denen kein $ierleben mehr gedeiht unfe an deren Ufer Bäume und Strauchwerk absterben. Trau­rige Beispiele dafür finden sich im niederrheini- ftben Kohlenrevier die Menge. In der Keblichen Gegend der alten Zifterzienserabtet Kamp bet Mörs war der Gvrleh-Bach das lebenspendende Element. In wenigen Jähren sind an feinen Ufern die hohen kanadischen Pappeln, die Erlen und Weiden abgestorben, stehen entrindet und in der Scimnerzeit entlaubt da. Ei-n industrielles Todestal ist dadurch entstanden, das-sich kilometer- weit in der fruchtbaren Landschaft sortsetzt. Di? latastrophale

Wirkung der industriellen Abwässer auf das Raturlebeni konnte man Ende Juni 191t in der Umgegend von Mörs beobachten, al-S in dem neuen Bergwerk von Vluyn eine salzha-lttge Wasserader angeschlagen wurde. In wenige« Tagen waren Tausende von Hechten, Brassen, Rotaugen usw. vergiftet, die von zahlreichen Rabenkrähm aus den Fluten gefischt wurden. Im August schon zeigte sich SSirfung des Salzes am Pflanzenwu-chis, indem die Pappeln und Weiden wcAes Laub bekamen. Außerordentlich nachteilig wirk! auf die naturprüchttgeu Sumpf- und Brmhgebiete, die eine herrliche Abwechslung mit ihrer reichen Vegetation in das Landschafts­bild brachten, dir Senkung des Grundwasser- fpieg-els. Ein wahres Tier- und Pflanzen­paradies war bis zum Sommer 1911 das Riepkhauser Veen in dem sich die Pflanzenwelt im wunderbarer Pracht entfaltete und im Zu- sommenhang damit ein eigenartiges, seltenes Tierleben bestand. Durch den Landhunger einer Entwässerungs-Genossenschaft ist von au dieser Herrlichkeit nichts mehr übrig geMiebeu. Durch tiefe Gräben wurd: der letzte Tropfen Wasser aus dem Veen hercmSgeholt, und heute starren b-etn Raturfteunde nur noch leere Mouast- bänke ud welke Seggen entgegen. Auch um die Zukunft der lieblichen Hügel am Niederrhern sicht es traurig aus. Fast jeder in der langen Kette tun Krefeld bis Cleve ist bereits von! der Stultirr äuge fressen; zum Teil müsse« sie ihre Kies- und Sandmassen für den WcaMm her- gebcu, zmn TeA werden diese lieblichen FEel- lcrge zm Auffüllen von BodenfeuLmgen ver­wandt, die eine Folge deS Bergbaues in der liefe sind. SS® die Schwerindustrie sich auSbkei. trt, schwindet sodann das Wa-Mand dcchtn. Di« Ausgabe des Heimatschutzes wird es rast seift, Wie charakterksnschen

Gestalten aus Fauna und Flora im "neuen niederrheinrschen Kohlenrevier SW er­halten soweit das noch möglich ist. Der einst so reiche Rehbestand ist fast vernichtet: auch der Edelmarder ist höchst selten Mworden »ab ebenso die Fischotter. Der Igel ist röt Ge- geuftarw bef.»nberer Mürsorge. Urner dem VSgekn ist der weiße Storch fast völlig verschwunDen, und der Fischreiher hat nur ««h wenige Horststätten tu dem Gebiet. Die seltenen Srmtpf-