Kasseler Abendzeitung
10. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoch, 11. August 1920
Nummer 183
Fernsvrecher 951 und 952.
»te jtaffeler Rrursrm Nachrichten erscheinenwöchenMch iechimal und »war abendr. Der «boanemenr-pret- beträgt monati. °.v0M°r! bet sreier Lustelln», tn, eaur^«-stellm,g-n werden leberwtt Bon dir «elchäftSftelle oder den Bote» entzegengenommen. Drurlerei, ««lag und Kctaltton- Echl°chth-fstia»e 28/30, Für unverlangt «tngesandte «eitrLge kann die MedaNion eine Berantwortung oder Gewähr tn keinem Falle übernehmen. Nück»adlung de» vezugggeldes oder Anlprüch« wegen etwaiger nicht ordnungrmLtzlger Ltel-rung aurgelchloo-n.
^nfertiontpretse < e) «tnheimische tzlulträge: Di« etnsxalttge «nzeigen-Zetle SR. LOO. di« rtHfoalttgt Reklame,«tle ««. 2M b) Auswärtige Aufträge: Die einspawg« «n»itgen,«tle N. L"0 »i« einspaltig- «.Name,eile M. 2.75, alle, einschließlich reuerungS,Uschlag und Anrelgensteuer. - Für die Rtchttgkeit aller durch Fernsprecher ausgegebenen An,etgen. sowie kür »ufnahmedaten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. - Druckerei- «chlacht»osstr.-2»/zo. «eschastSslelli: Kölnische «tr. 5. Telephon Nr. »51 u. 952.
Meier Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung O Hessische Abendzeitung ___
Einladung Deutschlands rum Böllerbunö.
Flnland bleibt neutral.
Hclstngfors, 10. August. (Eigene 'Drahnn-rl- dung.l Die Finische Presse spricht sich gegen ein Eingreifen Finlauds in einem Konflikt »rot- scheu der Enteme imo Russland «mL,
Rings am Ratzland.
Ein rleSersinkomme« mit Litauen.
(Eigene Drahtmeldung.i
«»ww, lü August.
In einem mit der litauischen Regierung ab- Fsschloffencn Uebercinlommen verpflichten sich die Bolschewisten das besetzte litauische Gebiet mit Einschuß Wilnas zum 1. September zu räumen. Ausgenommen hiervon find die für die Russen strategisch wichtigen Gebiete an der Eisenbahnstrecke Groduo-Wilna, dagegen verweigern die Bolschewisten nach wie vor die Einstellung ihrer Propaganda auf litauischem GedieL Die litauische Nationalversammlung hat den russisch-litauischen Friedensvertrag einstimmig ohne Vorbehalt ratiflziert-
..... b^andeln, undNichr mehr abMDansstortleren feien, da die Glocke« den Gemeinden zurückgegrben würden.
Protest der alliierten Arbeiter.
Paris. 10. August. (Eigener Trahtberü^l DuS LonL-ou toi* ««meidet, datz Kestern nach, mittag in einem Saale des britischen Parla- meuts eine Bersarnmckumg der parlamentarifchen Mitglieder der Lübour Party, der Exekutive de: Arlwiterpottei uitb der Kommiiision der Trade- Union stattgeftiNdcm habe. Es handelt sich darum, dea Gene rätst reit für Großkiritamuen zu
Sie ssntentehilfr versagt.
Verlegenheit auf der Konferenz in Stzthe.
(Eigener Drahtbericht.)
Hythe. 10. August.
Die Premierminister Frankreichs und Englands hielten am Montag hier eine Beratung ab. Die Marschälle Fach und Wilson und Admiral Beatch Nahmen an den Beratungen teil, die sich mit den Matznah men der Alliierten gegen Sowjet- rutzland Sefatzten. Eine dieser Matznahmen bildet die B l o ck a d e gegen Rutzland und die A b > wehrfront mit Hilfe der Randstaaten. Es besteht die Frage, ob sich die russischen Delegierten Kamenew und Krassin weiter in London aufhalten solle« angesichts der Unzulänglichkeit der Moskauer Regierung. In englischen Kreiser! herrscht die Ansicht, datz die russischen Handels deleaierten, die unter anderen Bedingungen und für eine wirtschaftliche Mission nach London gekommen sind, nicht verantwortlich gemacht werden können für die politischen Entscheidungen ihrer Regierung. Ihre Ausweisung könne nur auf Grund erheblicher Berstötze der Delegierten erfolgen. Französtscherseits wird gesagt, datz wenn die Alliierten die Blockade gegen Rutzland beschlösse«, die russischen H-ndelsdelegierten in London nichts mehr zu suchen haben. Mlllerand hat England gestern abend verlassen.
» » *
Die Frage der Truppensendnng.
Eine österreichische Abordnung.
Wien, 10. August. (PrtvaAeilegra-mm.) Nack einer Pressemeldung wird in Kürze eint österreichische DÄegation, bestehend aus tzmanz- leuren ußto^ ikb nach Rußland begeben, staats- langtet Renner hat den Vertretern der Entente erttärt, datz das Kopenhagener Aolvmmrn zwischen Rußland «Wb Oesterreich sich nur auf sie Rü-Keur der österreichifchen Knegsgestwge -
Ievtfche RrchengloSe«
Ein Rest aus dem Kriege.
Berlin, 10. August. (Privattelegramm.)
Ukrainische Pretzbureau meldet: Wie verlautet, haben EnMnd und Frankreich den Polen in einer Note niitgeteilt, datz es praktisch unmöglich sei, im gegenwärtigen Augenblick Entente-Truppe« in einer zur Rettunig der polnischen Armee genügenden AM zu senden Die Note setzt ausführlich die Gründe auseinander, die eine milirärisä)e Hilfsexpeditüm nach Pole« unmöglich mache« Als einer der Gründe wird die innerpolitische Lage be zeichnet und die Tatsache, datz es fcststeht, daß dre englisck>e und französische Arbeiterschaft eine Bekämpfung ihrer russischen Genossen nicht ohne weite, eg ruhig hinniehmen.
Rücktritt deS Kriegsministers.
Warschau 10. August. (Eigene Drahtmel- dung) Der' polnische KriegsurinGer General Lesniensti ist zurückgetreten und der Bize- kriegSminister SosrckowSki ist zum Kriegsmi-m- ster ernannt truMtxn. — Dor Rat der interalliierten Vetteidigmig hat eine Proklamatt o » an Me Völker eritoffen.
Avswsudervflg.
flann Deutschland sich nicht ernährens
Im engeren Kreise hat der Grotzindvstr-ielle Eflütro Dtinnes einen Vortrag über Temschiands wirSch alMche Zukunft gchawen. Er beurteilt d as WbSommen von Dpa, wie man weiß, cugeror- denÄich umgürchut. Das ist sein gures Recht, tote düs eines Jeden, der über sine bestimmte Frag« em auf Sacklumde und Erfahrungen beruhendes Urteil hat. Stimres behauptet, die deutsche Jm- Iwstrie könne nicht tote bisher die vielen Millionen Brenschen unmittelbar und mittelbar ernähren. Eine Auswanderung, wie sie die Geschichte nicbt kenne, müsse Deutschland soweit entvölkern Helsen, daß der Rest genügenden Nah-
proKantiere«, fellS eine bew affn öte Aktion der Alliierten zugunsten Polens von den Mim- ftsrpräsidenten beschlossen werden sollte. — In isielen Städten Frankreichs hielten die französischen Syndikalisten am Sonntag Ver- samnwnrvsen ab, in denen gegen Sine aktive Be- teAiguntz Frankreichs an dem pMnifch-russrsckem Krieg lebhaft protestiert wurde. Es wnrdm Resolutionen angenommen, denen zufolge der Ge- neiaLstveA erMrt werden soll, falls Frankreich Polen wirMH gegen Sowrckkuißkand unterstütze
doch zugeben, daß er den Kem des Problems berührt hat. Alles Drunchermnr-Den nützt nichts. Wir müssen sest zupacken, wenn toir über uns selbst und über unsere Zukunft Klarheit gewinnen wolle«. Das Problem ist: Kann Deutsch- «ands Wirtschaft wie bisher das deutsche Volk Äit? Wir müssen zunächst daran erinnern.
Entwickluing der deutschen Industrie vor dem Kriege die Ernährung des deutschen BoAkeS an sich gewährleistete. Der A u tz e n h a n- del ermöglichte uns, fehlende Rohstoffe und Nahrungsmittel einzuführen und zu bezahlen. Wir haben durch den Friedmrsvertrag industrielle Gebiete im Westen und landwirtschaftliche Ver- sorgungsackbiete im Osten verloren. Deutschland
BrMittllKg in Warfchs«.
Splitterung i« der Regier«»«.
(Eigene Drahtmeldung.)
Stockholm, 10. August.
Aus Warschau wird gemeldet, patz das polnische Kabinett auseinandorzusallen drohe, weil eS den innerpolitischen Zersetzungs- bestrebungen nicht Einhalt zu gebieten vermag. Die Arbeiter versuchen der Regiernna bereits die Gefolgschaft zu versagen und treiben eine besondere Politik, die eine Aussöhnung Mischen Warschau und Moskau auf der Grundlage einer politischen Koalition zum Ziele habe- Staats- miuister Dasczhnski mutzte in einer Unterredung mit Pressevertretern zwgeben, datz die sozialde- mvlratische Partei wnseinandergesplittert sei. Nur eine kleine Gruppe nationalistischer Soziak- demokrate« unterstütze noch die RegierungSpo- litik, während die Mehrheit der Partei zu den omwnnis-en. überaeireten sei Md die Bildung einer polnischen Sowjetregstrung sowie Frieden um jeden Preis verlange.
Berichte von der Front.
Posen, 10. AäWist. (Eigener Drahtbericht.) Eine .stavaSdovesche meldet am Montag abend: Die Beschießung Warschaus hatte bis Mcmtng noch nickst begonnen. Alle btsherigen Kampfs spiele« sich noch am WMchenFesinngSgürtet von Warschau ab. Im Osten wnd die Bnqkinie noch zum größten Teck, im Norden bie Linie Pultmsk-Plock noch von den Polen ae- Mten — Der mMck« Vormarsch geht von Oströkenka nach Süden. Die Russen stehen nur wenige Kilomeier ton Ostroto, das von den Polen mit Hartnäckigkeit und Todesverachtung verteidigt IW». Dor Vormarsch der Russen crs<Äat an der BahnNnir OstrolenNa-Ostrow- Siedvec, um die Verbindung der nckstschea Rordavmee mit der vor Brest-Litotosk operierenden großen Armee herzu stellen.
Hier müssen unsere Mittel zur Abwehr cinsetzert. Wenn die Auswandemug großer TeÄc des deutschen Volkes unvermeidlich wird, dann «Essen wir für sie Neuland suchen, um sie beim deutschen Volkstum zu erhalten. Die Mög- Lichkeit bietet noch immer Südamerika, wobei sich die Auswanderer allerdings aus die Ueber- wiirdung größter Schwierigkeiten gefaßt machen müssen. Aber auch Europa hat noch Raum Rußland in seiner ganzen Airsdehnunz, besonders die Ukraine, verncag noch Millionen aufzrt- nshmen, da der Krieg die VoWskraft stark rnit- asnommen hat. Nur vereiteln, über den ganzen Erdball zerstreuem darf sich der Strom der deutschen Auswanderer nicht Er muß in absehbarer Zeit auch einen wirtschaftlichen, politischen und finanziellen Rückhalt des Reiches bringen, das auf Jahrzehnte hinaus schwer zu kamp- «n und zu lüden haben wird. — Diese Erwä- «OTsge« sind besonders deswegen bemerkenswert, daß st« keinen anderen Auswsg aus der Wirt- schädlichst Verwirrung sehen. Die Furchtbarkeit des Friedensvertrages stellt sich immer mehr heraus. Solange wir durch ihn weiter in unserer Bewegungsfrelhen gehemmt werden, solange unser« Produktion uni> Ausfuhr unser feindlicher Kontrolle z»ctzen und wir vo-u pSecktrieklo und kaufm-^-i-ben LeÄl'cwerl
Rene Mllttbnnd-Konferenz.
Auch Deutschland und Oesterreich!
(Eigene Drahtmeldung,)
Genf, 10. August.
Dem BölkerbundSrat wurde mitgeteilt, daß sich die momrtliche« Kosten der Zusammenkunft auf vierzig Millionen Pfmtd Sterling stellen. Die Kosten wachsen mit der Anzahl der Mitglieder. Für die nächste« sechs Monate wird die Summe von einerhalben Million Pfund Sterling migefordert, darunter 162 000 Pfund für das internationale Arbeitsamt. Es wurde beschlossen, dreißig Staate« Mw Teilnahme an der Brüsseler Konferenz etNMladen einschließlich Dentschland und Oesterrei h. Alle Staaten werden aufgefordert werden, die Ausgabe von weiterem Papiergeld einzustellen, um eine weitere Schwächung des Kredits hint- anzuhakten. Die Einladung an Deutschland, an der Konseruz teilzunehmen, ist gleichbedeutend mit der Mitgliedschaft im Völkerbund.
Am 2. Dezember kam bereits eine neue Verarg matte heraus, die bestimmte, daß sämtliche noch in 'Gewahrsam befindlichen unzerschlayenen Bronzegkockeu zu dem Ankaufspreise an die Kirchengemeinden verkauft werden mußten Es waren nun bis zum Beginn der Walien- stiWandsverhandUimigen zwetundManzivgtauienl, Icmtttt Kirchenglocken enteignet und abgette- feit worben, zwanzigiMrsend TEuen waren M- vcm l-ereirs bis z»t Beyi-mr der Verhaudlungen für Heereszwecke verwendet worden. Von den restlichen zweitcmscnd Tonnen waren etwa sschshuiudert Tonnen, das waren ungefähr ach t» zehnhundert unzerschlagene Kirchen, flocken, akfso nur ein Elftel, von der beschlaz- ncrhmten Menge übrig geblieben'. Die (Rocker, waren nun bei der (juJeignuMö »umr größten Ten mit OMe gelennzeichnet worden un® lvurden den betreffenden Gemein'oen wieder zur Verfügimg gestellt. Jetzt meweteu sich aber viel- Gemeinden, deren Glocken längst eiwgeichmolzen waren, und erklärten, irgend eine noch unzer- Magetre Glocke haben zu wollen; das ging fe- ooch nicht, denn die Mocken, die noch nnbeschn- digt geblieben waren, nnitzten
an die rechtmäßigen Borbesitzer zurückgeosve-n werden. Von den unbeschädigten Glocken konnten jedoch iniolge der mangerhaften Kennzeichnung die Besitzer von dreihundertfuns- zia Mocken n i ch t e r in i t t e l t werden. Es wurden Mo tu Leipzig und in Hamburg, zunächst auch in Ilsenburg, Glockensammellager emetoet. Dort wurde vom den nichtgezeiwmeieu Mocken eine Mockenkiste a.rgeferfigt, in die die einzelnen Kennzeichen der Glocken eingetragen wurden Durch Virmittlung der Landeszeatta:- behörden wurde diese SanimsUifte an sämtlich. KftchengemeiNden des Deutschen Reiches versandt Durch diese Liste wurde auch der größte Teil der Mockenbefitzer ermittelt. Bierzehn- tauseNd Tonnen Kirchenglocken toteren nun ab>r zer,ch!ageit und dock noch nickt verwertet. Es wurde akso ein Glockenausschuß grouset tn dem di- Regierung und die Kirchengernem- den vertreten waren. Dieser Ausischmß hat nur: soweit vorgearbeitet, daß bald mit der Ausnahme der pratkischen Arbeiten begonnen werde i: kann. Die Glocken teile sollen näuckich jetzt den verschiedenen Gemeinden zur Anschaffung neuer Mocken zur Verfügung gestellt werden. Tic Annahme Ober, dir vielfack besteht, datz ein Teil her beschlaainahmten Mecken una'rffindbar ist, ist . nicht ’utTefrenb. — Ei nen Rech'sei nfpruch haben nach einer jüskizmwistertellen EntschÄdtmg die Gemeinden im Grunde nicht auf die Wkederrrstat- tirrö ihrer Wocken. Aber eS mutz unbedingt «- fordert werden, daß über.a ll e^n jurrMcken Er- Wägungen gerade in Viesern Falle die echrlchen Momente den Ausschlag erben. Es tst M" . eigentlich st lbstverständlich« Forderung der Pre- i töt, -ob den ©et’w •#*,; so o.stch wie tnöcrlrch . ihre (Wwtn tuiebrr zmrückgegeben werden. Wir hoffen und WÄNbLsn. daL die Mtcmdigem Strl-
trafte finden. Fran"kretchs VevöWerum-g reicht dä-u nicht ans, selbst dann nickst, wenn es seine Landwirtschaft vevfrrllcm läßt, um alle Ar- beitskräste der Industrie zuzuführen. Hier hat auch-die natürliche Anlage der Bevölkerung ein Wort mitzusprechen. Der Südsranzose wird sich für die Tätigkeit in Hüttenwerken und Kohlen- qvuben kaum eignen. Schwarze Arbeitskräfte lassen sich für hochwertige Letstung-n in der Industrie nicht hcranziehen. Offenbar rechnen dir sranzöstschen Kapitalisten damit, diesen Mangel durch deutsche Arbeitskräfte decken zu können. Das gibt die Erklärung dafür, daß ,Frankreich unter dem Einfluß der Finanzkapitalisten eine aktive Rheinbund Politik treibt. Es will die menschenreichen Rheinlande und das Rubr- becken, weil äs hofft datz das auf die überschüssigen und austoianderunasbereiren Arbeiter Deutscklands eine gewisse Änzi-Hnngskraft ausüben wird.
aus geschaltet werd«», Wk eS munSMH, «ff breiter Gnmdlage zu schaffen. Es wäre trostlos, wenn Deutschland durch die feindlichen Matznah- men der Entente gezw^ungen sein sollte» einen Teil des Volkes auswandern zu lassen. Wieviel wertvolle Kraft ginge damit verloren. Wollen wir unser VoA iim biSheRaen Umfang eckhMen, wollen wir vom der Tragik einer.VokkSverklei- nrrttng verschont bleiben, dann vleßbt nur eins übrig: dir Revision des VerfaMer Vertrags. Der Gedanke einer Rsvistom bricht sich ja immer mehr Bahn, auch in neutralen LämDern, aber alle Bestrebungen scheitern vorläufig noch an der Siegerkrcmkheit. mt der Beutegier der Alliierten, dre sich auf Deutschlands Kosten bereichern wollen. Umsornchr ist für nnS die Ausgabe gesetzt, unbeirrt ans die Äembernmg des FriedemS- I Vertrags hinWlaübeiten. W. W.
M, daß toir wieder zur Anspannung Mer Energien kommen, so ist es doch fraglich ob das aus- reicht, die sechziia Millionen zu ernähren. Ge- H6 wird die Landwirtschaft versuchen, höhere Erträge herauszuwirtschaften.
Allein, das "wird nicht ausreichen, selbst w enn wlles Oedland in Kulturland verwandelt wtrd. Der Verlust großer Teile vom Posen und Westprentzen ist dcckurch nicht wieder gut zu machen. Weiter kommt in betracht, daß unsere Industrie hinsichtlich der Versorgung mit Erzen Uhr unaümstig gestellt ist. Di« Eisenerze müssen zum größten 2?nt ans dem Ausland herangeführt werden, was unsere eigene ErzenMna am sich süMt belastet. Setzen toir dem Fall, daß in cknigem Jahren die Kohlenförderung wieder so groß wird, toi« sie vor dem Kriege war. Dann hat unsere JnÄustrie zwar Köhlen, aber noch immer nicht die Erze. Frankreich wird wenig* ade« Versuch machen, eine eigene Schwer- rie ans dem Boden M stampfen. Gelingt das, so kann unsere Etsouindlffttie mit der sram- zLsrsck>en JNdstrie nur unter ungünstigen Ver- häftnissem in Wettbewerb treten. Nun ist die Schiaffimg einer französischen Schwerindustrie davon aMängiai, ob sich genügend Arbeits-
asettxcbca, den ©cmeinlen die im Krieg« ?eschta^-«M« Kir«>---gr°«rn, die nid>t »er. »rauc»t toi »der jurttSugeben.hat dazu
gefüyrk, datz ein Ausscyuh die Ardeiten erledigt Jin vielen Kreiset, besonders im den eimzeü neu Kirchengerneimden der deutschen L-tädte und Dörfer, ist in letzter Zeit die Frage wackgewor- den: »Wo sind unsere beschlagnahinten Ktrchen- olockcn gevlickbem?" Die Beschlagnahme der Kir- ckcnglocken würde bekanntlich wahrend der Krieasgeit infolge der Memllmvt vorgenommteir Es sohlte lmmptsächlich an Zinn, wemger an KNvser, und obwohl der Zurngchalt rir den Krr- chenglockrn ungefähr nmr vierzchn Prozent m--- ntaüN, sah fick Vie KriegsrohstoMbtetlüng dock gezwungen, die BeschlaWabme vor Ktrchen- ^ockem vorzunehmen. Da man sich aber betonet war, datz hierbei sehr leicht Kunstwerke zcr- stört werden könnt eiwurde zunächst er ne Prü • ungskommission gebildet, in der Der- Trier der Regierungen und Sachvcrstaudige saßen, die die Mocken erst einer WcrtPrüfttM mt- emoaen. Diese Kom-nmssion uttteriuchte dt« Glocken ans ihrem Klang und aus beit totssen- schaftvicken und geschichtlichen Kunstwett, ©iot* 8en. die einen dcrarttgen Wert ruckt hat^u, wurden nun- Mort bojchlaguahmt, wayrmd Kunit- werke, auch wenn deren Wett nur ldhrgerMg schien, zunächst von der Beschlagnahme nnberuhrt bdeben. Im Januar 1918 wurde dann b>mch eme Verordmmg eine Nachprüfung d:r Kwchni- olocken angeordnet, es tvmrde aber glerchzeitig bestimmt, daß jeder Kirche eine Mocke atö. Saufe- alöcke zu belassen sei. Beim Eintntt in dw War- fenstillstandsverHanLlmMii war rmi. ^rc -ttfe Handlung der NretalliiiLbtlmackmngAstclle des KttegSminikteriums, eine telegraphische Anwei- rUIW. am die Lager und kommunalen Sanrrnet- tellen, im denen die Metalle lagerten, zu Men und anzuordmen, daß sämtliche noch vorhanDenen Kirchenglocken pfleglich zu. behände