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Dienstag, 10. August 1920 '
10. Jahrgang.
Fernsprecher 951 mtb ML
Nummer 182.
Fernsprecher 951 und 952.
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Meter Neueste Nachmhtm
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung *
Frankreichs Gewaltherrschaft im Saarland.
Leutsch-Sefterreich.
Wa« wird aus dem Anschluß?
Wie rmscre Sonnabenb-Tetogramme herichte- tttt, hat der italienische Ministerprüsibenit Gio- kiM eine vernichtende Stiitit am den Friedensver- trÄgen tron Versailles und St. Germain geübt Es ist oistr Lichchttck in dem politischen Dünkel, bat einer der ehemaligen Feinde seinen hochfahrenden AMierten so offm die Wahrheit sagt. Er hat ertourt, daß Deutsch-Oesterreich unter diesen Bedingungen zu Grunde gehen mutz und hebt das Unrecht hervor, daß man Oesterreich das SelbstbestimmuwgSrecht versagt und ihm den An- schlutz am Deutschland verboten Hai Die An- schluß frage ist neuerdings wieder in den Vorder- anirüb gerückt worden durch die Schaffung eines Anschluß-Ausschusses im Tircler Landtag. Darüber äußert sich ein führendes Aus- schuß-Mitglied Professor Dr. Armin Gaßner, sehr richtig, daß der FriedcnSvertrag zwar allen nicht deutschen Stammten das SÄbstbestim- muingsrvcht zubilligt, es den Deutschen aber vor- eirthAt. Er schreibt: Deutsch-Oesterreichs Lobens- Unfähigkeit hat fich tn den zwanzig Monaten stines Bestehens erwiesen, die junge. Republik liegt als fdgenammter selbständiger Staat in den letzten Zügen. Arzt und Priester sind in Gestalt einer Abteilung der Reparationskommifsion an ihr Sterbelager geeilt und schon schickt sich die Entente am. die Vormundschaft über Kinder und Enkel (Länder und Gemeinden^ zu übernehmen. An welcher Weise diese Vormundschaft aber ihres Amtes zu walten gedankt, das beweisen die unlängst im französischen Senat gehaltenen Reden Die Deutschen Oesterreichs sollen in einen Donaubund eingepfercht, also bei ihnen übel gesinnten Pflegern eiugepsriindet werden, während ihr vöMsches Sehnen, ihre wirtschaftliche Rot sie mit unwiderstehlicher Gewalt tn die Arme der großen Mutter Germauid zseht, von der allein sie Rettung erhoffen.
Mehr noch als der Gcsamtstaat leidet aber das Land Tirol unter den Folgen des Krieges und unter dem im Artikel 88 dos Friodens- vertrages vom St. Germain ausgesprochenen An- fchlußverbot. Dieses arme Land hat durch vier lange Jahre die Schrecken und Greuel des Krieses am etigemm Leibe verspürt; wogen ihrer Tap- strSeit und BertäßlickAeit wurden die Diroler im Kampfgetümmel stets dort verwendet, wo dir höchste Gefahr, die größte Uebermacht der Feinde die gräßlichsten Verluste bedingte, so daß Tirol Nicht nur eine unendliche Anzahl von Toten betrauert, sondorn auch eine endlose Schar von Invaliden beklagt; Tirol beweint ferner vorläufig ben Verlust des urdeutscheu, burgenreichen Etsch- Landes, seiner fruchtbarsten und wirtschaftlich kräs- tigsten Gefilde. Dir Näh« dreier Grenzon begünstigt ganz besonders den Schleichhandel, durch den ein gut Teil der spärlichen Bvdenprddukte und des wentgim von der Kriegsfurie verschonter Viehes in das Ausland verschleppt wird; die große Entfernung von der Hauptstadt der Republik, die geradezu fabelhaften Frachttarife, ein Zollanffchlag von 1900 v. H. auf die aus dem Auslande prngeführten Waren, die traditionelle Vernachlässigung von feiten des Staates — diese Umstände haben eine unsägliche Teuerung und, was noch viel schwerer wiegt, eine allgemeine Hungersnot hervor gerufen.'
Die Leiden Deutsch-Oesterreichs und Tirols haben aber ihren HöhepunA noch nicht erreicht. Die bisher mühsam ausrecht erhaltene spärliche Produktion ist wegen d-s Mangels an Rohstoffen und an Kohle in schwerster Gefahr, gänzlich lahmgelegt zu werden, wodurch di« Kre- ditfähigkeit der Republik naturgemäß weiter sinken mutz. Liebesgaben aus Amerika und anderen Ländern sind unter solchen Umständen nur ein Tropfen ins Weltmeer und die von der Entente gewährten oder in Aussicht gestellten Kredite bringen wohl augenblickliche Linderung, für später aber nur neue Knechtschaft und neues Sklaventum, denn jeder Einsichtige lveiß, datz en« WiedereinLöfung der schon gegebenen und noch zu gewährender. Pfänder für alle Zeiten ins Reich der Unmöglichkeit gehört. In der fgffen- festm Uebetzeugung, daß wir nicht einer Hilsi bsdurfen. die nur politische und geschäftliche Ztsle der Ententemächte zu bemänteln und zu erreichen bezweckt, sondern einer Unterstützung, die aus stammesbrüderlicher Liebe, im gearnseitigckn Interesse und frei von Eigennutz gewährt wird, hat der Tiroler Landtag einen ständigen An- jchluß-Au-sfchuß gewählt.
Der Ausschuß hat die Ausgabe, alle nur denkbaren Schritte zu unternehmen, m eine Revision der FrtÄ>ensverträgc von St. Germain und Versailles zu erneidjen, dadurch ganz Dartschtirol bejto .Dsuttfchösterreich in das Recht der Seldstbestimmuna etnizusetzen und dem Deutschen Reiche die Möglichkeit zu bieten, den politischen Anschluß zu vollziehen. Da die AuIAä 110»^?arbeit voraussichtlich viel Zeit intd noch -ehr Geduld erfordern wird, wurde dem Anschluß-Ausschuß dir weitere Aufgabe gestellt, un- verzügKch alle Lo«rrbeiten zu btgbme.x, nm so taffi> <4* rnögKch vorerst wenigstens das zu er
reichen, was durch W Friedensverträge nicht ausdrücklich vellhoten, also nach freiem Ermessen Deutschlands mtd Oesterreichs bezw. Tirols durchführbar ist: den w i rtschaftlrchen Anschluß. Zu diesem Zwecke wäre die Ausnahme Tirols in das deutsche Wirtschafts- bezw. Ernäh- rungsgsviet auzustreben urtd eine Durchdringung des Landes mit deutschem Unternehmet« geitft und deutschem Kapital anzubahnen. Gruppen für Ernährungswesen und Landwirtschaft, Industrie, .handel, Gewerbe, Verkehrswesen, Wasserkräfte und Elektrizitätswesen, FinanK- und Zollwefen, Verfassung und Verwaltung, sind mit den erforderlichen Vorarbeiten betraut Daß diese zu einem glücklichen Ende führen — das walte ©ott! D.L.V.
Unter der feindlichen Knute.
FranzSfischer Leber griff im Saarland.
(Privat-Telearammsi
Frankfurt, 9. August.
Gegen den Beamtenstreik, dem fich auch einige A r b'e i t e r - Organisationen angeschlos sen haben, hat die sranzSfische Saarregierung am Freitag vormittag den Belagerungszustand erklärt. Der Streikparole folgte die Beamtenschaft geschlossen. Eisenbahn und Post stellten mit dem Schlage 12 Nhr in der Rächt zum Freitag den Dienst rin und auch die übrigen Beamten erschienen am Vormittag nicht in ihren Bureaus. Die Saarregierung versuchte zunächst mit Hilfe französischer Gendarmerie und marokkanischer Truppen die Beamten in ihren Wohnungen ausfindig zu machen und fie mit Gewalt zum Dienst zu zwingen. Zumeist wurden die Beamten nicht in ihren Wohnungen angetroffen Einzelne« Beamten haben die Militärbehörden sogar Abführung in Ketten angedroht. — Am Sonnabend wurde von den fran- zöfischen Militärbehörden ohne jede Ursache der verschärfte Belagerungszustand über das ganze Saargebiet verhängt. Tie Regierung hat inzwischen gegen eine ganze Reihe ihr politisch mißliebiger Personen Hanssuchungen und Verhaftungen angeordnet nnd zwar insbesondere gegen Angehörige der deutschen Presse. So wurde gegen die „Saarbrücker Zeitung" die Verhaftung sämtlicher Redakteure, bis ans zwei, und auch des Verlegers angeorduet. Das Weiche ereignete fich bei der „Saarbrücker LawdeSzeitung" und der „Rolksstinnne".
FranzSstfche Maßnahmen«
Mannheim, 9. August. (Privattelegramm.) In der Verfügung über den verschärften Belagerungszustand im Sa ar gebiet wird nnier anderem bestimmt, daß bei Unterkuuftsgewäh« rung an verfolgte Persönlichkeiten auf Zuchthaus oder Todesstrafe erkannt werden kann. Die Be- vötterung verhält sich trotzdem musterhaft ruhio. Dem Beamtenstreik haben sich M Laufe des Sonnabends auch die Beamten der französischen Saavgvubenbeiwaltung angeschlossen. Die französische Verwaltung versucht, den Eisenbahnverkehr auf oen besonders wichtigen Strecken nach Mainz und Wiesbaden durch Verwendung französischer Genietruppen aufrechi zu erholtem Der Vertreter des Saarlandes in der Regierung hat zum Protest gegen di« Bghand- lung der Angelegenheit sein Amt niedergelegt.
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Französische Beamte.
Basel, 9. August. (Eigene Dttchimeloumg.) Nach einer Pariser Meldung von Sonntag abend wurden in Frmckreich an über tausend Telegraphisten und fünfzehnhundert Eisenbahner Einberufungsbefehle zu außerordentlichen 5 ienstleistungen auSgegebeu-
Bor einem neuen Weltkrieg?
Besorgnis in neutrale« Lllndern.
(Eigener Drahtbericht.)
Stockholm, 9. August.
Mit wachsender Spannung und steigender Unruhe verfolgt die schwedische Presse de« Verlauf der europäischen Krise. In einem Leitart kel, überschrieben: „Vor einem neuen SBcttfriefl" schreibt die „Alianto": Bricht der neue Weltkrieg aus, so stehen wir vor dem U « tergaug der europäischen Kultnr. Man muß fich fragen, ob die Ausrechterhaltung der polni täten Großmach tträumc im Verhältnis zu diesem ungeheuren Wagnis steht. Die „Times" behaupten, die Lage sei ebenso ernst wie im August 1914. Sie ist jetzt zehnmal ernster, denn es gilt Sein oder Nichtsein der europäischen Gesinnung. „Aftonbladet" schreibt: Die Entente hat eine tchwere Niederlage erlitten. Die tussi- tchen Erfolge rollen alle europäischen Fragen auf und drohen schau jetzt, den Siegfriede« von"
Versailles in einen Fetzen Papier zu verwandeln. Dagegm erblickt das Blatt des Staats- Ministers Branting „Sozialdemokraten" m einem Polen, das zwischen Deutschland und Rußland liege nnd an Schwede« grenze, ejnc erhöhte Sicherheit für Schweden.
Um dir 6ntente=Stans6orte.
Protest der deutschen Arbeiterschaft. sPrivat-Telearamm.)
Bochum, 9. August.
Eine von den sozialistischen Parteien aller Richtungen, den freien Arbeiter und Angestell- tengewerlschaften und der Arbeiter-Union einberufene Massenversammlung protestierte gestern auf dem Mvltkeplatze gegen die Berge walttguna Rätern Alands. Die Redner der drei sozialistischen Parteien verlangten die so- fort'ge Einstellung aller Truppen-, Waffen- und MunitionStranSporte, die der Niederringnng von Sowfctrußland dienen sollten. Bon der Regierung forderte die Versammlung peinlichste Beachtung der von ihr proklamierten Neutralität. Wenn die Regierung dieser Forderung ni»t Nachkomme, werde das Proletariat mit dem sofortigen Generalstreik antworten. Nach der Versammlung bewegte fich ein gewaltt ger Drmonstrationszua durch die Stadt. — In der sozialdemokrattschrn Presse veröffentlichen der Allgemeine deutsche Gewerkschaftsbund, die sozialdemokratische Partei, die unabhängige so- z-aldemokrattsche Partei und die komminiftische Partei (SpartakuSbundf einen gemeinschaftlichen Aufruf an die deutsche, sowie an die englische und sranzöfische Arbeiterschaft zum Schutze der deutschen Reuttalität. Es wird ersucht, den Versuchen der Entente, Truppen unb Kriegsmaterial durch deutsches Gebiet zu transportieren, jegliche Hilfeleistung zu verweigern.
Englands Arbeiter für den Krieg.
Rotterdam, 9. August. (Privctttelegramm.) Der englische Arbeiterverband hat den An- traa der Londoner Abteilung des radikalen Ar- betterb-undes, der sich gegen die Unterstützung Polens auÄprichr und die deutschen Arbeiter in ihrem Widerstande gegen Truppentransporte nach Polen unterstützen will abgelehnt. Heber den Antrag der radikalen Gruppe wurde- nicht einmal in eine Beratung eingetreten.
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Eine französische Rote.
Genf, 9. August. (Eigener Drahtbericht.; Echo de Paris" meldet, bie Berichte des fran- Zfischen Botschaftets in Berlin besagen, daß die alliierten Truppentransporte in die ostdentschen Abstimm mgsgrbiete durch deittsche Eisenbahner aufgehalten mrd belästigt werden, ohne daß die deutsche Re"iernng die Vuldiaen Eisenbahner maßregelt. Der franzö- nsche Ministerrat hat eine sehr ungehaltene Note nach Berlin gerichtet, die auf die Folgen des deutschen Verhaltens hinweist
Zer ruiM-volnWe Krieg. Deoichte von der Front.
(öigene Drahtmekdung.)
Posen, 9. August.
Aus Warschau wird berichtet: Die Polen haben am Sonntag auch Sokolno an die Russen verlorst. Der Brückenkopf von Wladowa ist nach hartem Kampf von den Polen geräumt worden. — Die Russen haben ben Hebergang über den Rarew erzwungen. Rozan ist von russischen Bortrnppen besetzt worden. Zwischen dem Rarew und Bug ist eine neue russische Armee im Vorrücken. — Halbamtlich wird aus Warschau gemeldet: Die durch die Presse gehenden Nachrichten über eine unmittelbare Bedrohung Warschaus sind durch die Tatsachen allein in keiner Weise begründet. Eine Beschießung der Außen- forts von Warschau hat bis jetzt ebensowenig ftattgefunden, wie von einer Einnahme von Iwangorod und von der Zurücktmhu« ttr Front von Radom die Rede sein kann.
Das bedrohte Warschau.
ÄinigSberg, 9. August. (Privatteb-- gramm.) Die Befestigungsarbeiten Warschaus wurden gestern beendet. Die Außeuforts wurden für die Verteidigung der Stadt instand gesetzt. - Weiter wird berichtet: Seit acht Tagen haben mehr als zwanzigtausend Polen Warschau verlassen. Ein Wagen von Warschau nach Lodz kostet neuntausend polnische Mark. Die For.s von TLarschan sollen nach einer Erklä rung des polnischen Generalstabschefs einen Fall von Warschau unmöglich machen. 1
TumMchäden.
Wie da« Ruhrgebiet gelitten hat.
Erst fotzt tonnt» Mo BoroKmnna aBcv »chüden, ble im Rnhr»«ii»r dnrch »io Mitrzunrrlhen ent. ftan»en find, deondot werden.«« werden darüdoo folgend« fnrkytbare« Einzelheiten mitUeteil« .Infolge der März-UnruihM im Ruhrbezirk sind den Zechen durch Zerstörungeuanden Bergwerbs-anlagen und Beschlagnahmuu- gen von Betriebsmaterial, Geld, Autos uPw. schwere Schäden entstanden. Durch Umfrage bet den Erubeuvevwatttmgen wurde ststgestellt, daß fobgende Beraubuugen ustv. ersotai sind: Benzol mild BeuWN 360 440 Mark, Oet 18164 Mark. Sprengstofse 20687 Mark Bargeld 5212586 Mark, Amos (die zwar zum Teil zurückgegeben -ornben aber größere Reparatuirkosten notwendig nachten) 1353 959 Mark, Pferde, Geschirr, Futter 191499 Mark, Sonstiges (obre Vorlegung amge- z ebene Summen) 2254142 Mark an Gebäuden ürib Betriebsmtlaaen entstandene Schäden 2 203075 Mark. Insgesamt beträgt
die Summe dieser Schäden
11904492 Mark. Tatsächlich sind die den Grus öewverwalttmgen entstandenen Schäden noch 1».*« sirittich größer, weil einmal nur die baren Verluste erfaßt wurden, jedoch die Schäden uh» berücksichtigt geMeben sind, die den Zechen durch uotwendige Betri Lbsmasxucchmen (erzwungene Dchichtverkürzuug u a.) erwachsen find. Zum Teil fehlten den Verwaltungen auch noch die Unterlagen $ut Berechnung der entsta.Udenen baulichen Schäden. (Besonders stark mitgenommen wurden die Dhyssenschen Betriebe in Hamborn, deren Schäden allein aus siebzchu Millionen Mark sestgestellt worden sind. Volle vierzehn Tuge waren die Sckmchtanlaaen der Gewerkffchas- t-en vollständig in der Gewalt der Roten Armee. Ein Ledigenheim mußte mehr als siebNÄmÄm- fertb Personen beköstigen.) 5susgssmut haben Plünderungen, Erpressungen und sonstige Zwangshnndlung.-n, sowie Dieb- stsshle aus weit über hundert Schachtausagen des Ruhrkohlenbe;rrks stattgefunden. — Erheblich größer als die durch Besrhlagnahmungen und Zerstörungen angerichttten Schoden such die durch die Unruhen en-östaNdenen mittelbaren Verluste. Nach den MitteUungen d?S amtlichen Organs der Knappschasts-Beocks- genossenschast ^„Der Kompaß^ wird der durch die ständige Beunruhigung der Belegschaften entstandene Ausfall in der Kohlenförder'.my auf zwei bis drei Mlliorien Tonnen geschätzt, deren heutiger Wert einem Betrage von fünfhundert bis sechshundert MiMouen Mark gleichstmtmr. Für diesem mittelbaren Schaden und eittganqe- neu Gewinn ist nach den geseMchen Bestimmam- gen Ersatz nicht zu erwarten. Er fällt daher ttbigsich den Zechen und der Allgnntzimheit Mr Last Welchen Einfluß dieser Ausfall an skoWen- förderumy auf die Proditttion der Hüttenwerke und der übrigen Industriezweige hat, läßt fich richnungLmäßig kaum nachweisen. Neber 6fe
Verluste an Menschenleben
wirb berichtet, daß neben mehreren leitenden Be- amtem vom Bergwerken viele Bergleute dem An- griffcm der Rotgardisten zum Opfer gefasten stnkd. Mit welcher Sck-euWchkeit die Aufrührer dabei! vor gegangen sind, zeigt sich in dem Bericht über die Ermordung des Betriebsdirektors ScbM». Es wird gefchildert, wie er von Rvtgardtstem aus seiner Wohnung herausyehott artb ini di: Kampfstellung der Roten Armee gebracht wurde. Hier mußte er drei Gurte Maschiucnyewehr- geschoffe abseuern und wurde dann einige Stunden in ebnen Stall gesperrt; als es ihm gelang, zu entfliehen, wurde er verfolgt und niedere geschlagen. Seine Leiche sand man in dem Gehölz hinter der Schachtanlage. Zehn Meter von der Fundstelle entfernt lag eine große Blutlache. Herr Sebold war erst mit einem B ajo<» n et: durchbohrt worden, von einer Handgranate, die an seinen Kopf gebunden und zur Explosion gebracht worden war, war ihm di- eine Schäldelhälfte weagerissen. Viele Namen der Ermordeten, namentlich aus Arbeiterkrekse«, sind Mtbekannt geblieben,
0 Fristablauf für Ansprüche.
In einem soeben eti^iernennt .Merkblatt für Tumult geschädigt^ i hör aus gegeben vom Reichs- bunde Tumultgeschädiigter) wird in Ermnerung gebracht, daß in den nächsten Tagen eine wichtige Frist für diejenigen afrSwft, die in der Zeit vom 1. November 1938 bis 14. Mai IfißO einen T um ult-Ver mögensschaden erlitten haben. Nach dem preußischen TnmM- gssetze ist nämlich der Anspruch auf Ersatz vo-u Tumultschäden dann verwirkt, wenn er nicht! binnen vttrgchn Tagen, nachdem der Berrosstne das Dasein des Schadens erfahren hat, bei dem GemeindevorstMtde «mgemeldet worsen iH Und selbst wenn er Sbr dort rechtzeitig angemeldet hatte, geht er seines Anshnichs denuo»>-verLWz, rvenn er ibn nicht binnen vier Wvrven feit de« lTage gcckichEch geltenid gemacht bat, an dem Hm