Einzelbild herunterladen
 
  

Staffelet Neueste Nachricht«»

deutschen .Greuzstätirm trägst.

Preise M zwingen.

Neues um Kaffe!

pmMcher RLrme. Da bte GnMnder gleich Werkzeuge »um Aufbrechen bar TLr-n nritgebracht hatten, Web dem Hausbesitzer nichts anderes Übrig «Äs sich der Gewalt zu fügen. Die Engländer Kcttemen rum vom Keller biS zum Boden und durchsuchtcu jeden Mnkel. Cchrünke, SchiGfächer «sto. fanden aber außer ein paar altem Helmen der Einwohnerwehr, die bei der ersten Waffsnabholrmg als ungesiLhrlich zmück- gÄassen waren, absolut nichts.

Der Betroffene, der in dieser Durchsuchung sei­ner Privatwohnuna durch WusWchrr einen rm- erhSrten Eingriff erblickt, hat durch seinen RechtÄbeisttod Beschwerde bet bett Amts- steven einlegen iofpen. Diese werden sich daM äußern muffen, ob es Mnstig Gcpflvaenheil werden soll, daß Ausländer ohne jeden Ausweis in Privakhäuser etndrinigen und polizeiliche Maßnahmen durchführen dürfen, dber ob die deutsche Staatshoheit der o-resländischen Schaüf-- scToi völlig preisgcgeben ifL

Transporte von Truppen und HeereSumterial der Entente nicht ohne wetteres zurückweisen könne.

Sos Kmtwaffnungs-Gesetz.

Stürmische Auräitte im Reichstag.

(EAgener Drahtbericht)

Berlin, 4. August.

scheu Hatchtsiadt in eine Prtv atw ohnun g cindrtogen und dort eine Durchsuchung nach Waffen vornehmen^ wird aus Dahlem b-erich-

Der Bescheid deS Minister«.

Berlin, 4. August. (Telegraphische Mel- düng.) Die zum Reichsverkehrsminister Genera! Grüner entsandte Kommission der Eisenbahner verlangte, daß auch das Auswärtig Amt gegen die Entrntetransporte protestiert und daß die Regierung selbst unter Beihilfe der Eisen bahrchrvertretung dir Ueberwachung der Eisen­bahntransporte übernimmt. Der Minister er

WiderrechMche Haussuchung.

Ententeoffiziere in Berlin.

denn» e8 fetoer tatter mindestens einer Stunde tut, schickten die Unabhängigen in der Mvnstags- fltamg des Reichstages noch einmal z-um Sturm- latrf gegen dieses Gesetz vor. Obwohl essich um die zweite Lesur^, alsi> um die Etozelhmatung handele, kamt es toteder. W einer großen Geue- ral-Debaite Non Men' onfoenen Parteien kam rott ein Redner in der Hauptsache ha-ndette es sich um di-ffelben PersöMchkeiten, die «räch schon bei der ersten Beratung des Entwaffnungs- Msetzes sprachen px Worte Die unalchüu- gtgeu Stecher

drohen! mit Gewaltmitteln.

Dr. Rosenfeld sprach davon, daß die Arbei- terschHt doch verstehen werde, das Gesetz abzu- fchüttÄm. Daraus fragte Abräordneter General (denffchnatl.), bei dessen Rede ks.übrigens wieder zu lebhaften Zusammen- swhen zwischen rechts und links kommt, tote die Unabhängigen denn das machen wollten ohne Waffen! Also müßten sie doch wohl die Absicht oabech «such jetzt noch. Waffen! zu verbergen Wei- wr sprach derd Unabhängige L i p i n s k h, der die Vorgänge von Zittau beschönigen wollte, wogegen aber der Innenminister Koch alsbald widersprach ^und betonte, daß es endlich einmal aushören müsse, daß hei irgend welchen Krawal­len eins Handvoll radikaler Elemonte die ord­nungsmäßigen Gewalten überwältigt und selber die Placht an sich reißt. Bei der Rede des Un- abhängsg-on Remmele kam es wieder zu stür- rnischem Lärm. Den das Gesetz besiürw-ortendcn LUrndpunff der Koalitionsparteien schildenen u. L der Zentrnms-Abg^ordmUe Hofmann surS Ludwigshafen, und für die Deutsche Volks- Partei sprach der Heidelberger Anwalt Dr CurtiuS. Es folgten schließlich Etnzelbera- «wkgen. in denen das Gesetz mit einigen Betont Abänderungen angenommen wurde. sium Schatz wurde der ergänzende RothauShalt rn dritter Lesung bkra-ten. Die nächste Sit­zung fettet haute, Mittwoch statt.

Nachmittag im August.

Ein starker Regen ging Plötzlich nieder. Vor­her hatte drückende Schwül? den «Schweiß auf die Stirn getrieben. Nun war es etwas besser. Doch noch immer das Hirn tote ausgepuncht. Es foll noch mehreren Menschen in den letztem Tagen so gegangen sein. Ich stand plötzlich ne­ben einer Bank ans dem Friedrichsplatz und ließ meine Gedanken, toie's so vorkommt, ziellos M die Ferne sthwetfen! Hinüber zur LandesbibWoihÄ, zur Söhne, xwn spitzen lkirch- tirnn von Wäldcm und zum weiß und blau 'ab- gesetzten Himmel..!

Ein altes Mütterchen setzte sich mit einem gfeiWMriaen Herrn aus die Bank. Vorher wurde schön behutsam das Taschentuch aufs noch nässe Holz gebreitet. Aus daß keine Nässe durchschlage...! Tann saßen sic beide in stum-

telephonische Mitteilung, daß eine Entente-Kom­mission in seiner in Dahlem belogene Villa er­schienen sei und die Räume nach Kriegsmaterial durchsuchen wolle. Da Herr W. zunächst Einbrecher vermutete, fuhr er schleunigst nach sei­ner Villa und traf dort zwei englt sch e Offizier« mit einem Unteroffizier und einem deutschen Marineoffizier an, der sich als Leut­nant Döhrtog vorstellte. Auf die Frage, ob in dem Hause Kriegsmaterial versteckt sei, erklärte der Eigentümer, daß bei ihm, als Mitglied der Dahlemer Einwohnerwehr vor einigen. Mo­naten Waffen der Einwohnerwehr ausbewahrt, jedoch behördlicherseits bereits beschlagnahmt worden seien. Die vorgcwiesme Quittung der Sicherheitspolizei genügte jedoch den Englän­dern nicht, und sie bestanden auf Durchsuchung

Neigende LebensMittelvreise.

Klagen aus Holland und England.

Mus Amsterdam wird uns geschrieben: Fast alle Lebensmittelpreise bewegen sich in Hol­land seit Wochen in auffteigender Linie. Auf­fallend ist, daß es gerade Produkte sind, womit Holland sonst im Ueberßluß lobt, die am teuersten werden. Für Gemüie und Früchte ist jetzt Hoch- saffion, aber die Preise sind unerschwinglich hoch und bewegen sich zwanzig Pro.zent über dem Drrrchschnittspreis des Dorj-hreS. Karftoffeln sollen besonders teuer werden in diesem Jahre. Jetzt kosten sie schon 10 bis 12 Gulden pro Hekto­liter. Die M ilch ist auf 26 Cent, per Liter ge- flisgen. Käse kostet im Engroshandel schon 85 Gulden die geringste Sorte. Düs Brot wurde fett Anfang des Jahres um 25 Prozent teurer. Fischs und Heringe zeigen ebenfalls anhal­tende Preiserhöhung. Fleisch Ut jetzt vier­mal so teuer als vor dem Krieg. In Handels- kreifSn rechnet man damit, daß die Preise bis zum Mtoer fortwährend steigen werden und sich dann eine allgemeine Knappheit Mer Lebens- mittöl in Europa geltend macht. Die großen Vorsorge-Maßnahmen, welche England zurzeit trifft, um gewaltige Mengen Lebensmittel Mr den Winter zu Teferbieten, bestätigen die vor - stehenden Annahmen.

Aehnliches wird aus London berichtet: Die englische Bevölkerung ist feit 1917 größtenteils mit Gefrierfleifchi ernährt worden, da fri- scheS inländisches FAeisch to freien Handel nicht zu erhalten war. Nachd eilt de- Viehbestand Eng­lands seit Anfang ISA größer ist als in 1914, konnte die Regierung die Schlachiungcn von J.r- landvich wieder zuAassen, wie vor dem Kriege. Seit einigen Tagen war das frische Fleisch im freien Handel wieder zu raufend och stiegen die Pretfe sofort um 50 bis 100 Prozent. Das führte dazu, daß in Industriegebieten wie Liverpool, Glasgow und anderen Städten ein

Mfffallew Trotz Pechs-, acht- und zehnstündiger Plienar°»L»tzungen haben die Arbeiten nicht ve- tvWtigt werden Wunen. Der Plan, schon zu Ende letzter Woche mit den parlamentarisch en SlÄEen fertig «u werten, um der Regierung «tdWch einmal Gelegenheit zum Atemholen zu geben, damit sie sich nun auch Mr chre ganze Tä­tigkeit entrichten kaum, ist schon vereitelt worden Das Redebedürfnis herrsthte fast aus- schließlich bei der OppoM gu. Mau muß der

wßeder um die

» Entwaffnung der Bevölkerung.

Um diese BarlgKe namentlich entspann sich ein PaMmteutakischer Kampf, wie er noch feiten hto- svckMch feiner Zähigkeit und fSines politischen Tencheramentes erlebt Worden ist. Die Unab- Yängigen, in diesem Falle stark begünstigt durch Sympathien in weiten Kreisen der Diehrheite- fozialiflen, machten dieses Gesetz zu einem Mit- telpunkt ihrer gesamten poMisch-parlameniari- schen Arbeit. Sv kam es zu einer überaus hef­tigen Opposition Die äußerste Linke suchte das Gesetz zu Fall zu bringen. Die wehrt sich mit aller Kraft dagegen, die in den Händen ihrer Anhänger befindlichen Waffen abzugeben, weil sie damit des Mittels zur Erreichung der von ihr angestrebten politischen Macht sich zu arläußera befürchtet. Nicht weniger als vier Redner, von

-

mit. daß fte laut DerbwttSbeschfetz Seine MitttärtrauSporte mehr befördern, die Mr P 0 l e n b-Wmmt seien Darauf verftähie der französische Offizier die Weitechabrt mit Gewalt zu erzwinge«- Er lteß den -3niSJ5^l!et Md Heizer festuehmen und Wcß die Kompagnie unter Gewehr antte- ten, woher

Vie Waffen schnßfertlg

gemacht wurde«. Dies Vorgehen löste unter den deukschm Beamten groß« Erregung und Empö­rung. Während ein großer Teil der Eisen­bahner flüchtete, bWeben einige Unerschrockene zurück, die nun ihrevsettS dem voreKigeu fran­zösischen Offizier in scharfer Weise emgegsntrw- ten. Es wurde dem Kompagintefüfeer erklärt, baß er schleunigst veranlassen möge, daß seine Leute Vie 28 affen in die 2Sagen Mrück bräch­ten- andernfalls lein Mann des Trans­portes Deutschlünd kebeud verlafsen werde. Diese Drohung hatte zunächst den Erfolg, daß die Franzosen die W>ckjen zusammenstellteü. Der Offizier zeigte dann die ausgestellten Eifen- bahnfahtscheSne, auf denen die Truppen als ISO französische Urlauber bezeichnet waren, die noch Obevschlesten z-urückfahven sollten. Die Ersenbah- ner wandten dagMn ein, daß Urlaub er keine Kriegsausrüstung tragen. Eine Oeffnüna der Wagen, die vermutlich Waffen und Muni­tion enthielten, verweigerte bet Offizier. Er sagte, wenn er nicht toeitersahren dürfe, werde die Dache auf WplomottschM Weg? erledigt wer­den. SchWeßWch wurde die Wetterzahrt gestattet. Dir Eisenbahner wollen beim

Minderjffhrkge als Soldaten.

Erlaubnis des gesetzlichen Bertteters.

Die Mr die Reichswehr gültigen BeMmmun- . gen werden tehin eTgänzt, daß die schrift­liche Erlaubnis des gesetzlichen Vertreters zur Einstellung Minderjähriger in di« Reichswehr künftig Voraussetznna der RechtsgWigkett die­ser Einstellung P. In der Regel soll dte Ein- wüliMng des gesetzlichen Vertreters durch eine vorschriftsmäßige BeschetoiMN« erfolgen. Ist dre HerbeiMrung einer solchen jedoch mit Schwierigkeiten verbunden, so genügt jede christliche Willensäußeruna deS gssetzttchert Vertreters, durch dte er fstoer Zustimmung Ausdruck gibt. Es ist dazu noch zu bemerken, daß daneben die unterfchriMche Vollmacht des VerpflichtungAschetneS nach tote vor Voraussetzung ter RechtsgiMgkei-t bet Etostel- ümg fft.

w. Jahrgang. Nr. Tn.

wer Andacht und jache« genau so Kwecklos wie ich in die>Ferne auf das BW» der Landeshibikio- thek, der Söhre, des spitzen Kirchlums von Wal­dau und des weiß-blau abgesetzten Himmels.. !

Sie öffnete tote könnte es anders sein ! zuerst den Mund. ^Fch hätte doch einen Regen- schirm mitnehnun sollen!' ^Jch auch!'Sei dem Wetter weiß mau nicht was kommt.' -Ja...!' .Ich habe aber auch gar nicht an Den Schirm gedacht.' auch nicht!' .Wissen Sie ich habe nämlich gar leinen. Meinen.ließ ich im vorigen Jahve Ker an dieser Bank stehen!*

Und dann schwiegen sie Beide und starrten toteder auf das Bild der LandesbMiothÄ, der Söhre, des spitzen Kirchturms von Waldau und des weiß-blau ab gesetzten HimmcLs! K

Frühkattoffeln für Alle!

Run können wir schwelgen. Wir können, uns läben am Genuß frischer Kartoffeln. Vergessen ist der Aerger über bie gähnende Leere in den muffigen Späikartoffslkisten im schweigenden Kelter. Es gibt FriWarto-ffeln für Alle. Die Eingänge an Frühkartofefln sind in den letzten Tagen reichlich gewesen. Und diese erfreuliche Tatsache gestattet es, in dieser LSoche nicht nur den Inhabern von KortoffSWarten, sondern auch den Abrigen Haushaltungen Frühkartoffeln^ zu- MteÄeu. Auf den Abschnitt G 35 der allgemei­nen LebenstnitteWarte werden in den bcSanmen VerikaiUfsstellsn von Donnerstag, den 5. b. M. ab drei Pfund Frühkartoffeln aus- gegeben. Es Wßt sich nicht übersehen, ob bie weiteren Zufuhren eine forÄaufende Zuteilung an sämtliche Haushalte gestatten, aber der Aug«Mick ist Mrstig, nütze ihn wer tamti

Dritter Güte.

Farbige Pläne der Eisenbahn.

Die teuttche ReichSeifenbahn kündet amSÄh an, daß sie die Abteile dritter Klasse mit neuem Anstrich versehen läßt. Gelb und weiß sollen die Farben gehalten sein, und ganz genaue Vor­schriften werden für den Maler gegeben. Man soll sich iht den Abteilen dritter Güte wieder wohMhlen. Der Reifende Soundso, der in Lei­nen, StachÄdMcht und dann und wann auch in Butter macht, und mit dem ich in ein anregen- dcs Gespräch kam-, bezweiielt bte Wirksamkeit der neuesten Verfügung. Es ist ja ganz schon, sagt er, daß die Eisenbahn einmal an die dritte Klaffe denkt, aber es ist tote immer so auch hier der RettMtaSctoker wird zu spät geworfen! Es ist wahr, daß eine große Masseuflucht der Reifenden eimgetreten ist, die früher die dritte Klasse bevölkertem die dort eingesessene Hsrrer gewesen. Auch dann wurde der altgewohnte, «Nasse trat geblieben, als keine Fensterscheiben, ganz gewesen, als dte Hitze und ter Frost unge­hemmt Ztttritt m die stchrenden SWlle hatten. Man* hielt der brüten Klasse auch dte Doeue, als der Zustand der Wagen sich besserte und ttten nur noch wenig M trünschm übrig läßt.

An den Anstrich hat noch fein Mensch gedacht. Man ist gang zufrieden mit ihm gewesen. Wckrn aber das Reich viel Geld besitzt und den Reu- anstrick» durchMrt uns foll es recht feto Ge- miEicher wird es auf alle Fälle, wenn der Ranrb eus diversen Pfeifen mtt diversen Tabaken, ans Zigarren mehr oder »veniger düuffcher Herkimst und aus Zigaretten bimMfter Abstammung ge­gen die neue weiße Decke ringelt und sich daran eftsetzt wie dte bekannten grünen Dögeleiu an xn Zweigen, an den Aesten der Bärmre. Die weiße Decke wird totsicher ein wilMommeneS Sted elungslamd Mr abgebllasenen Täbakvaurh ttrtb die weiße Färbe wird sich mtt dem Studium der Mimikry befassen, Wird langsam, aber sicher gekben.

Wird der Anstrich helfen, dte Eukfloheneu Wieder herbeiMziehen in die früher geliebten Räume? Zu spät! Der Reifende ist avsge- $ofgen.Standesgemäß* heißt das Schkagwort für dte Fahrt in einerhöheren* Wagsnklasse, in xt ... vierten! In der Tat: Dort trifft er lauter alte Bekannte aus der fogeteanmen besten GeseUchaft. Dte Klnssenvutersch rede fallen. Eine hohe soziale Aufgabe leistet dievierte Güte*. Zweimal zweiter* tutetet Unterhaltung. Man lernt Land und Leute kennen. Und dabet ... den Ausschlag gab aber allein der hohe Eisen- bahntoMf. Bev-or der nicht herabgesetzt Wird

Cchiüsalswege.

16) Roma« von Matthias Blank.

Der StaatsanwM hatte das SchrifMick, das , er gerade in der Hand gehMen hatte,' uicder- sinken lassen und starrte den Verhafteten fas­sungslos an.

Jene Frau Eva Löudström war Thekla von Regensperg geweseit, die Frau des Ermordeten und meine Mutter. So tief wat die Unglückliche gesunken, und nie hätte ich ihre Schniach ver­raten, wenn nicht eine noch ungeheuerliche An­schuldigung aus mir lastete.*

Der Staatsanwalt samt nach. War das denk­bar? Wat as glaubhaft? Erfand dieser Ange­klagte immer wieder neue Unmöglichkeiten, um sich aus den dichten Maschen der Beweise, die ihm keinen Ausweg mchr offen ließen, zu retten? Hatte er diese neue Geschichte nicht erst in diesen Augenblicken wieder ersonnen, da ja dte Tote doch nicht widersprechen konnte?

Der Staatsanwalt emschloß sich, den Angc- ütogten erzählen zu lassen, und forderte ihn dazu aus:Wie haben Sie diese Frau gesunden?*

^Jch wußte von meiner Mutter nicht viel. Ich habe sie tot geglaubt, denn mein Vatsr er­zählte von ihr nie. Vor etwa vierzehn Tag?« mm chatte ich mit einem Brief? die Aufforderung ertzaktto nach jenem Zimmet acht zu kommen, wo ich erwartet würde. Ws ich mich überzeugt hatte, welch ein Haus dies sei, bin ich nicht hto- gegangen. Ms aber eine zweite, dringlicher Aufforderung gekommen wat, ging ich doch hin.*

Hier unterbrach ibn der Staatsanwalt mit d.-r Frage:Besitzen Sie diese Bries- noch?*

32ein! Sie sind verbrannt, ich habe sie ver­nichtet.'

Sprechen Sie weiter!*

Dori fand ich in einem schmutzigen Bett eine alte Frau, dte sehr schwer krank war. Und diese Frau erzählte mir die Geschichte ihres L'ebens: sie war meine Mutjer. Sie ist Wngerin ge­wesen, aW mein- Vater sie kennen gelernt hatte. Die Ehe wurde aber bald sehr unglueKich so daß sie von ihm geflohen und wieder als Sängerin »«chergereist war. Immer älter tffe ärmlicher

war sie dabei geworden ; als sie noch au einem schweren Lun-zenleiden erkmntte, zog sie nur dmch solche Kneipen, tote derSchwarze Anker* war. Ws sie dann fühlte, daß sie nicht mehr lange leben sollte, Maut sie nochmals Sehnsucht, wenigstens von ihrem Kind Msschied nehmen zu dürfen. Deshalb hatte sie mich ge- mtfen."

Haben Sie ihr diese Geschichte geglaubt?*

Der StaatsanwM verhehlte den Zweitel nicht, den er daran hegte.

Anton von RegenSperg behielt seine Ruh». Ach nmßts ihr glauben, demi ste zeigte mir Pa­piere; sie -besaß ihren Trauschein noch und an­dere NrkuUden. Auch konnte ihr Gesicht nicht Wgenl*

Weiter! Was toten Sie dann?'

Ich konnte nur Mitleid haben. Wenn sie mir Äs Stotter auch fremd war da ich nie etwas davon gewußt hatte, daß sie noch lebte, regte sich in mir doch das Verengen, bietet Ungilücklicken zu helfen. Sie sollte ihre letzten Tage toenigstens nicht in einem solchen Haus, in einem so elen­den Raum verbringen müssen. Ich wandte mich an meinen Vater, damit er das Schicksal dieser im Leben Sßerfarencn erleichtere. Und da er mich jmmsr abwies, da er mich nie empfing, teilte ick ihm das alles in einem Brief mit*

Da Anton von Adegensperg schwieg, vielleicht ergriffen- von diesem Schicksal, oder auch darüber uachsinu-end tote er weiternzählen sollte, fragte der Staatsamwolt:Erreichten Ste dadurch et­was bei Ihrem Vater?*

Don meinem Vater erhielt ich küne Ant- totort. Aber am Abend, der jener Rächt voraus- gtgangeu war, tont mir wieder eine Nachricht zu, ich möchte noch dem 3 tontet acht kommen, da es schlimmet geworden sei *

Hotte das Ihn» Mutter geschrieben?'

Ja! Es waren nur weinige Worte.*

Hoben Sie diese Auffordeknug noch?'

Nein! Ich ahnte ja nicht, daß alles so kom­men würde.*

Was taten Sie dann?*

Ws ich aus dem Klüb fort eilte, weil ich un- glüMch gespielt hatte, und dann zuerst zweck­los mnhergeirrt wat, kam mir jene Wtfforde- rung wieder in den Sinn. Da ich wußte, daß man in den .Schwarzen Ankct* immer hinein-

ko muten konnte, st» ging ich- in der NaM noch hto Ich sand die Kranke schwächer als bisher. Ste gab mir das Geld, das ihr mein Vater ge­schickt hatte. Sv sagte ste mir wenigstens: sie sagte mit auch, daß sie das Geld doch nicht mehr bräuche. Ich nahm es in der Absicht, sie am nächsten T-age im ein Sanatorium schaffen zu lassen. Leider ließ ich rnkch dann vom Spiel nochmals hinreißen. Meinen- Vorsatz, die Krartkc tobetdtv® unter zubringen, hätte ich ausgeMhrt, durch meine Verhaftung ist es Mir unmöglich geworden. Ich habe toir nichts vorzuwerfen, als daß ich so leichtsinnig gewesen war, mit jenem Gold« zu spielen.*

Sie behaupten, daß Ste durch einen Husten- mtfaö der Kranken mit Blut bespritzt worden sind?'

3htr so kann das Blut an meinen Roekätmel gekommen Wn!'

Ein kaüges Schweigen folgte nach diesen Worten.

Dann forschte der Staatsanwalt weiter: Wissen Sie sonst noch etwas zu sagen?*

Stein!*

Sie besitzen- keinen der Briese mchr, van de­nen Ste erzählten?*

Nein! JH hatte sie verbrannt; ich gestehe, daß ich mich fdrömte, meine Mutter so gefunden zu haben. Ntemaind sMte die Zeugen dieses Elends bei mir fetten. Ich konnte ja nicht ahnen, daß sie für mich wichtig werden könnten.*

Es waren aber bei der Toten vorn Inspektor Neostein keine Anhaltspunkte für das, was Sic srzäUien, gründen worden*

Die Papiere meiner Ntottcr hMe ich an meinen- Vater geschickt, damit er daran glaube und ihr hsffsn werdet*

Mer es ist auch dort nichts vergefmtdsn worden.'

Darüber weiß ich nichts zu sagen.*

Können Siv jemand anteben, der Sie in jener Nacht in der Gärtuergasse gesehen haben könnte?*

Nein!*

So halben Ste damit mtt Angaben gemacht.

die Ste mit nichts beweisert können?*

Es ist nicht meine Schuld! Di- -beiden, dte es bestäffgen könnten, sind tot*

Was Ihr Vater Hintersassen Hatto scheint das GegenteA etodr Bestätigung Ihrer Geschichte zu fein.*

Ich wiederhole, ich kann es nicht erNären.'

Durch wen sollte Ihre angebliche Mutter das Geld erhalten haben? Wurde es ihr über- bracht?"

Auch darüber weiß ich nichts M sagen.*

Dann müssen Sie doch selbst zugestcheu, daß eine Geschichte nur sehr schwer zu gLauben ist, dte sich durch gar nichts hckveiisen läßt Durch gar nichts!*

Ich weiß es!'

Jedenfalls ist damit dte Aintklage nicht zu toüberteaen. Ich werde aber Nack^avschwngen veraUlassen, ob sich von jener Erzählung irgend etwas Nachweisen läßt*

Me hatte Staatsantoiall Doktor Kerscher das Erscheinen des Jnjpektvrs R-bstein so ungöbul- big erwartet tote am MorMN des Tages, der dieser letzten Vernehmung Anton von. Rezens- pergs gefolgt war.

Ws Rebsteln in feto Amtszimmer trat, rief er ihm in beyrsWcher Erreyttog zu:Haben Sie irgend etwas erreicht?*

Stein! Es ist eben doch nur eine erfuittene Geschichte. Es fanden sich keinerlei Papiere oder Auffzeichmiungen vor, die auch nur das geringste bestätigt hätten. In der Gartnergasse kannte niemand dte Vergangetthett dieser Frau Eva Löudström; es wachte auch niemand, welche Be- sucher zu ihr gekommen fein konnten, da in dem Hause toete Leute aus- nach einge^n. Auch Geld war bei ihr nie gesehen worden. Ich räbe alle bei der Toten Vorgefundenen Papiere be- sthlagnahmt; sie lauten sämtlich auf eine Frau Eva Löndström. Das war das eine ErgefetiS/

______(Fortsetzung folgt.)

Humor in ernster Zeit.

* Zuverlässig. Herr:Wie, so viel Geld lassen Sie durch den kleinen Jungen von der Bank abhofeu?* Vater (stolz): 'O, da brauch' ich ka' Angst zu haben, der ist zuverlässig, neulich hat er sogar mal zwanzig Mark M viel gebrachtl*