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Kasseler Abendzeitung

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Nummer 175»

Sonntag, 1. August 1920

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10. Jahrgang.

Die Entwaffnung unter fremdet Aussicht.

zwischen Sft und West.

Da< neutrale Deutschland.

freute soll eine Entscheidung fallen. Es oft ter Lag, an dem der Waffenstillstand Mischten Rußland und Polen beginur. Mit diesen wenigen Worten ist viel gesagt, denn e? kann bedeuten, daß der bolschewistische Zug nach LSesten zum Dtillstand kommt, ferner, daß M großpolnische Staat in feiner jetzigen Form be­stehen bleibt und eine weitere Bedrohung Deutschlands bildet, schließlich daß die Herrsch' gowalt der Entente auch weiterhin die Polizei- aufficht über Europa ausübt Da mit all diesen Fragen Deutschland aufs engste verknüpft ist. haben wir natürlich ein lebhaftes Interesse an der Entwicklung bet Ereignisse. Wir müssen unser» Augen und Ohren nach Ost und West richten. Im Osten findet die große Auseinandersetzung mit Waffen statt und vom Westen her hört man große Worte und Säbelgeraffel. Die russisch-pol­nischen Kämpfe find in den letzten Tagen, ge- rade vor dem Wafstnstillstund, noch einmal zu besonderer Erhitzung gesteigert worden aller­dings befindet sich die Energie nur auf der russi­schen Seite, aW sollte ein besonders wirkungs­voller .Endspurt"' ausgefuhrt werden. Der pol­nische Wettlauf nach rückwärts macht dagegen keinen vertrauenerweckenden Eindruck. Da die Front sich noch in Bewegung befand, wird der Perhandlungsort erst heut- festgesetzt, wahr- scheinlich zwischen Brest-Litowsk und Barano- witschi. Zweifellos bezweckten die Russen mit ihrem unaufhaltsamen Vorstoß, bte Pollen für die Verhandlungen gefügiger zu machen. An­dererseits "st es oder gar nicht einmal sicher, ob .s den Russen im Ernst darum zu tum ist, wirk­lich einen Frieden zu schMeßen, oder oh sie die Unterbrechung der Stowte nur als eine Atem- 3 betrachten. Ihre Bedingungen sind je-

llS so anspruchsvoll, daß keine WahrscheiN- it jur eine sofortige Einigung besteht. In den Kreisen der polnischen Regierung scheint la t«r alte Größenwahn noch lebendig zu ftin, der sich jetzt darin ausdrückt, daß PrWdent Piss-, jitdstsi, trotz des ZirsmnmenbruchS der polnisches Armee, feine Schwäche nicht einsieht und sogar die militärischen Ratschläge der in Warschau weilenden Ententekommission ablehnt Die Po­len bleiben doch immer die chauvinistischen Wirr- köpfe, und es ist gut. daß es die afflüertrn Freunde endlich selbst erleben müssen.

JnKwischen spüle« sich tot Weston sehr son­derbare Vorgänge ob. In Boul-ogne haben dl- englischen und französischen Stutts- männer beschlossen, ebne FriedenSkonfe- renz nach London rtngirb-ntfen, an der dte Wiierten und Polen Itußlamd untb dte bcM- sckvn Randstaaten teWnehmen stillen. Die eng­lische Reyieiung ist der Ansicht daß die TeÄ- rutfrmt dieser SraMen absolut notwendig ist, weil der wesentliche Zweck sei, de» Frieden der Welt herzustellen, vor allem puischen Polen und der Sowsetrogterung unter Bedingungen, die die Nncrbhängbgkeit Polens stckterstellen. Erst nach diesem ersten Friedensschluß könne an die Rege­lung der Zwistigkeiten gedacktt werden, die Ruß­land und die WestmSchte trennen. Fr.rukreich will, wie immer, wüder eine besonder« Rolle spiel m. Millerand soll Lloyd George etagerodet haben, wie der Pariser .Matin" sich eusdrückt, es sei die Absicht der Sowfttregierung, die neu- gebildeten Staaten, die früher Teile deS alten Rußland waren. vöMa wieder auszusaugen und Rußland in Heinen traten Grenzer wiederherMl- ftetton, woraus sich Rußland an Deutschland an- schließen und mit ihm vor allem EngLwnd be­drohen würde. Ob Lloyd George diese , Logik" verstanden Hot, ist immerhin zweifelhaft, denn eine solche Snml-ittotion kann mtr in einem fran­zösischen Kopf gedeihen, der um seine eigene fraut besorgt ist. Frankreich HM cs ja auch für ratsam, sich ein Hintertürchen offen zu breto.it In der Weise, daß es an der Londoner Konferenz ganz nach G-rtdüuken tetttrhrnra oder sich zunächst fcrnhAt. Dabei hat der unvermeid­liche Marschall Fach wieder feine Stimme hören soffen, der dte Polen zu weiterem Widerstande gegen die Russen reizt. Die foanzäftfche Hal­tung hat bereits in England Aerger bm> vorgerufen, do man glaubt, Frankreich wolle den Frieden mit Rußland vereiteln. Selbst dos Lon­doner Regierungsblatt spricht von Wbrtbm Fa­natismus. der sich weigere, aus schlechter Erfah­rung zu lernen, und von verrückter Torheit, die eine gnnochte schlechte Erfahrung wiederholen wolle

Solange die Alliierten über so wichtige Fra­gen nicht einig sind und solange di- Polen Nie­derlagen erleiden, können wir als Deutsch? Mit dein Verlauf dieser Gechichte einverstanden sein. Alles was Jenen, die uns Wes wollen, zum Nachteil ist, kann uns zum Vorteil gereichen Also fernen wir unS darüber. Unfroe Staats­männer dürfen so etwas natürlich nicht sagen, aber tot VoNe darf man eS denken und sthrerbeu Wir brauchen nicht $tt fürchten, daß uns die Alli­ierten deswegen mehr Haffen; mit ihrem Zorn «kstMeu sie uns ohnehin, denn schon He Neu- tralstStSerklSrnn« dot ihren U».

willen erregt. Wenn indessen unser Außen­minister glrubte, dem AuslaWe nach allen Seiten hin Verbeugungen machen ju müssen, s- war das sicher eme zu große Eiuseitigkeit, wi er selbst zuMb. Aber bewerten wir eme solch- ReichstvstArede sachlich, ohne Partetmatzstto dann finden wir, dich sie doch mtr gehalten wird um eine bestimmte Wirkun« im Auslände M er­zielen. Ob die gewünschte Wirkung dort emnfjt wird oder nicht, läßt sich nicht sofort entscheiden das ist mir nach dem Erfolg zu beurteÄen E- hatte iedtirfalls eine Absicht dabei In feiner Eigenichtast als Außennnmster muß er sich ge- gebenenfolls auch diplrrnalisch auszudrücken ver­stehen, und er darf bann nach b-m englischen Grundsatz handeln, daß die Sprache dazu da ist, um die Gedanken zu verbergen. Unter diesen! GesichtspumLt betrachtet, wollen wir heute we-- niger seine Worte 1 nagen, sondern erst seine künf­tigen Taten sehen. K. F. Dr.

Snlwasfnung der Bevölkerung

Streife» der Sicherheitspolizei.

lVrwat-Telearcmnn.l

Berlin, 31. Juli.

Augenblicklich werden bei allen deutschen Si- cherheitsabtetlungc« besondere Streifen für die Entwafsnungsaltion der Zivilbevölktennp zusammengestellt Entsprechend der Stärke der Truppen sollen bis zehn Prozent Mannschaften bei kleinen Abteilungen und bis zu zwanzig Prozent bet größeren AbteUungen herangezogen werden. Da sich bi« jetzt nur in Bayern gegen dte EntwasfmmgSoktion erheblicher Wider­stand geltend macht, f» ist damit tu rechnen, daß die ansgestellten EntwaffmnrgSabteilungen außerhalb d« Heimatbezirke eingesetzt werden. Byer» hat vorläufig noch keine Zusage gegeben.

Anter Entente-Aufsicht.

Paris, 81. Juli. (Eigene Drahtmelduuq.) Die Kontrolle der von der deutschen Regic- rtntfl vorzunehmenden Entwaffnung der Z'vsl- bevölkerurg soll Ende August durch die E n tentekvte. misston beginnen. Es werden zur Durchführung der Kontrolle dreißig neue Mitglieder der Komisfiou in Berlin eintreffen.

Sie Fmmiznot Des Reiches.

Durchführung der Steuerreform.

lPvwak-Trlegrmnm.)

Berlin. 31. Jicki.

ReichSfimmzminister Dr. Wirth hat den, Reichstage eine Denkschrift über die Finanzlage des Reiches zngehen lassen, die den Betrag von rund fünfundzwanzig Milliarden M a r k an lausenden Einnahmen fordert und ent­sprechende Vorlagen ankündigt. Die neu zu er­hebenden Steuern belaufen sich auf 2,9 Mil­liarden Mark. Von den bereits bewilligten Steuern sollen die laufenden, direkten und Ver­kehrssteuern 10,88 Milliarden, die indirekten drei Milliarden, Zölle, Verbrauchssteuern und Mono­pole 9,1 Milliarden betragen. Der Gesamt- bedarf des außerordentlichen und ordentlichen Haushalts ist an vorläufigen Etat auf 52,3 bis 55,3 Milliarden angegeben. Das deutsche Volk, so heißt es in der Denkschrift, kann daraus er­sehen, wie e r n ft die Lage ist, unb daß mit allen Mitteln Parlament unb Regierung unterstützt werden müffen, damit durch die praktische Durch­führung der vorgesehenen Steuerreform eine weitere Verschlechterung der Finanzlage des Reiche» auf alle Fälle vermieden wird.

$tan!teid)8 KchleMdemng.

Die Vorschüsse an Deutschlanb.

(Eigene Drahtmelbung.)

Bern, 31. Juki.

In der gestrigen Sitzung der französischen Kammer über bte Vorschüsse an Deutschland sprachen verschiedene Redner gegen die Bor- schüffe. Aber Millerand überredete sie unb sagte: Wenn Die die Vorlage zurückweisen, so über- nehmen Sie nicht nur die Verantwortung für eine Kohlenkrise in Frankreich, Belgien und Italien, sondern Sie gefährden auch dte Einig­keit der Alliietten, die nie so unerläßlich not­wendig gewesen ist wie heute. Die franzSsische Recfieruug «ft nicht nur wegen der militärischen Pläne der Bolschewisten in Sorge, sonder» «ich wegen der diplomatischen Pläne gegenüber Deutschland und den Bolschewisten, die viel ich!immer sind. Die Rede wurde mit stürmisch«

Beifall aufgenommen, die äußerste Linke allein machte eine Ausnahme. Dann wurde die Vor. legt angenommen. Damit sind die von per französischen Regierung an bas deutsche Reich zu leistenden Vorschüße für die Bezahlung von Nahrungsmitteln bewilligt worden.

Zer nMch-volnische Krieg. Vorbereitung der Verhandlungen.

(Ci jener Drahtbericht.)

Stockholm, 31. JuK.

Aus London liegen verschiedene Berichte vor, delwn zufolge England in das bolschewistische Verlangen der Kapitulation des Generals W r a n g e l eingewilligt hat. Rußland soll amt­lich von diesem Beschluß in Kenntnis gesetzt werden. Bestätigt sich diese Meldung, so dürfte Sowjetrußland schon einen bedeutsamen diplo­matischen Erfolg errungen haben. Für dieses Zugeständnis bietet Rußland als Gegeuleiftnng, daß die Sowjetvertreter mit der Entente gemein­sam in London verhandel» werden. Sowjet- r n tz l a n d benutzt dies als neuen Schachzug. Es hat dabei vollkommen freie Hand, was es mit Polen anstmgen will und kann die Ver­handlungen durch Ausstellen unerfüllbarer For­derungen rasch zum SclMern bringen, ober, was das Wahrscheinlichste ist, durch moietclanae Ver­schleppung und Anwendung innen- und außen­politischer Druckmittel die Gegner ati6 einer diplo­matischen Stellung ta die andere zurückdrängen

Transporte über Danzig.

D a n z i g, 31. Juki. (Eigene Drahtoleibmog.) Infolge der Arbeiterunruhen in Danzig, die ein Hindernis für die alliierte Hilfe für Polen darstcven, wurde die Truppenzahl der Alli­ierten in Danzig um sechstausend Mann er­höht. Die Verstärkung ist zum größten Teil bereits eingetroffen. Aus Warschau wirs berichtet, daß die ersten aus Danzig angekomme­nen schweren Geschütze der Alliierten bereits an die polnische Front abgegangen sind. Täglich treffen aus Danzig drei bis vier Züge mit Waffen und Munition für Polen ein. Ge­neral Haller ist z«m Oberbefehlshaber der neue« Reservearmee ernannt werden^

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Bolschewisten an der Grenze.

Königsberg. 81. Juli. (Prwattete- gnxmtm.) Der Rückzug der P o len dauert mit uncerrntttberter Schnelligkeit an. Die bolsche­wistischen Truppen haben eine Reihe neuer Orte besetzt Die Polen haben im Süden nunmehr auchB t o bi) geräumt. An der Grenze der oft- prerttzischen Kreise Lyck und Johannes­berg haben die Bolschewisten Fühlung mit den deutschen Grenzwachen hergestellt. Bon Grairwo bis Ljeman sielst man auf polni- sck>em Gebiet die Vorhuten der roten! Truppen.

Kredite von Holland.

Deutsche Kohlen ffi» holländische Waren (Privat-Telearamm.)

Berlin, 31. JuL

Dem Reichstage ist der Entwurf eines Ge­setzes Wer den am 11. Mai 1920 im Haag un­terbreiteten Vertrag zwischen der deutschen imb der trtederlänbisthen Regierung über Kredite und Steinkohlen zugogangen. Nach diesem. Abkom­men gswähren die Niederlande DouHchland einen Kredit von zweihu-ndett Millionen GnLdou auf zrhn Jcchre zu sechs Prozent Verz-ittstMg. Hiervon entfallen sochzi« Millionen CstÄden Mr ben Bezug von geben8mttteln ntederiLn- ddschen und niedeMndisch-indischen Ursprungs. Die ü'wiyen hundertvierzitz Mm Gulden sollen zum Arckauf von Rohstoffen aus be- liebiaen Ländern dienen. Diese Kredite sol­len sich bis zur Höhe von hundertvterM Mo­nat Gulden stets wieder erneuern.

Lieferung zu« Weltmarktpreis.

»erlitt 31. Julc. (PrlvattcLegrimm.) Ue&er das deirrich-hallÄndische Abkommen wird noch gemeldet: ?W Gegenleistung liefertt Tetetschland cm dte Ntederlcmde vier Jahr« lang Stein­kohlen, Briketts und KokS rsü> zwar mtodeftens neuMigtausewd Tonnen mo-näNich zwm zwveiligon W-tltmc-rkchretse Dte mederlän- difche Regtenu»g hat bereis im StzwS diostS JohreS einen Vorschuß Von Kitsttn-dzwang MA- Kon^r in Lebensmitteln und von 60 Millionen in dar zum AnSauk bat LeSsnSmÄtevl «WühaL

Auf «ufere Ksste«.

®le Verschwendung im besetzten Gebiete

Sie ungeheuren «u«ga»en, bte »a« teutfS» St»tetz für bi« freutbe Besatzung im Rhein­land teilten mnt, werde« in «ine« nt- Wwift gebührend frttito beteuertet. Sie atenksehrtft liegt dem etf.Xängun«6e ct eei, bet »en sreichSta, gegenwitetie c-eitha . gt.

Vielfach sind aeiäde bte hochwertigsten Gebäube (Bürohäufer ufw.) toben Verkehrs- reichsten ©tabttettem, sowie bte teuersten Hotels fto Zwecke bet VesetzWMsMUipPen de- schLagmthmt worde«, ohne Rücksicht batmtf, ob sich nicht auch auf wertiger kostfpteligs Weise bte Hebürfnifse der Truppen hätten befriedlgeu lav sen. Offtztermessen sind in «tt« |tot deutsche Begriffe WwerWmdlichen Umfange to Hotels und Privathäusecn untergebracht. S« müffen aus diesen herauSgenommeu und in fis- lalische Gebäude, dte zu errichtet sei« Werden, verlogt werden, wenn nicht die EntsckMigwtgs- ansprüche der Betroffensn, der stillgeleg:en Ho­tels, der aus ihren Wohnungen entfernten Ein­wohner ta das ungemeffettr wachsen und vor allem die Geschädigten an der Hilfe deS Re.cheS, an seinem guten WWeu odor auch seinem Köw ne» verzweifeln sollen.

Der Etalsuartisrungsschrecke«.

Eta viel traurigeres Kapitel aber bedeutet to d«r überaus ernsten Unterbringungsanselegew heit die Etaquartiermtg der Beamten- und OffisierSfatailien bdr BesatznySbchor- ben bei- deutschen Bürgern. In keiner Garnison ist ein deutscher Staatsangehöriger mehr davor sicher, daß nicht eines Tages eine Offtzierssa- mvlie die Wohnung so Ktt wie ganz für sich for­dert und die Bewohner ta weniae W»m« be­drängt, indem fic zugleich 'M» MnWchen Ef-- rickNunaSgeaeuständ«, Möbel, Zimmer:chmuck- gegenstände, Porzellan, Kristall, Silber, Wa­sche, torz alles, was sich in dem Haus« befindet, für sich in Anspruch nimmt. ES ist vorKs- kommren, daß ein hochaugeschener deutscher Bür­ger, der einige Stücke aus der beschlagnahmte« Wohnung für sich mitgenommen hat, mit har­ter Freiheitsstrafe belegt worden ist. Ein Fall ist bekannt geworden, und man kann wohl an­nehmen, daß er nicht vereinzelt ist, daß sich eine Offiziersfamilie in einem Vororte etaquarkert, aber ihr erstes Quartier in der Binueustadt be­bakten hat, um dort aelegeuM- abstetgen *n können. Für beide Wohnungen mrch da» Reich bte Kosten tragen.

Der Aufwand der Offiziere.

Für bte Unterbringung des PrSsldente« der RhetalaNdkoimmiMon verLlngt der Gigm- titater der von diesem in Anspruch genamnerten Wohnung eine jähMche EuLschädMStg vom 163 332 Mark, entsprechend dem Werte der Woh­nung. Roch höher wird der Betrag scsty der für die Unterbringung des KommaNdterenden Ge- n er als ta Reustodt <i. fr. zu zahlen feto wird, da auch dieser Offizier eine Billa für sich ta An­spruch genommen hat, deren Wert sich auf meh­rere Millionen Mark belütaft. Bisher wenden sich dte Besetzungstruppen mit ihren Forderungen immer wteder an dte Städte, und diese sinh mei­stens außerstands, iStoen ernsthaft Widerstand zu leisten, ohne daß bic Leiter der städtischen 23er- ivalttmgen der Gefahr ausgesetzt wären, tun Freiheitsstrafen LeleK oder ausgewiesen $it werden. Die Denkschrift betont weiter dte ftoeiviübWeit, dahin zu wirken, daß von den fremden Staaten feWst «ta Druck auf chre Be- setzuuasbehördm und -truppen ta der Richtung c usig-aivt wird, ihre Ansprüche im Nahmen des FateLenÄ?eritoages und RheinlandaAdmmens z« halten Darm würden auch Fälle, ta denen zum Beispiel für einen Leutnant eta Perser- teppich tat Werte van Violen tausend Mark rennten ert warben, oder prachtvolle Sftllen mit ihrer gc-famten Etarichtong, darunter allem SL- Äfjtar, lkristall «ßwo, van den fremden 23» auf Kosten des Reichsin AnGruch genommen sind, nur noch selten varkamMen oder sich gang vermeiden l-rffen, während sie jetzt an rer Tagesordnung sind. Gerade die

Beschlagnahme wertvoller Villen verursacht dem Reiche bosaNderS hohe Koste«, weA die Eigsntüiner mit Rücksicht «rf die erfah­rungsgemäß sehr starke Abm-utzung und Bestbä- blgmg der kostbaren Einrichtung durch dte Ei--, quartterlmg eine außerordenKtch hohe Mtetc oder aber wogen der zu erwartenden langen Dauer der Inanspruchna hme dte s ofartige kätf- Skbe Ueberwähme durch das Reich verlangen. In welch mightablicher Weisse bei dem bisherigM von den DesetztMaLtzchürden geübten Beittei- bimgs verfahren bte ReichsmMÄ verschleudert werden, beweist der Umstand, daß in zwei hier bekannt gewordenen Fällen bic gr aue« fr att- zöslscher Generäle zur Erganyung bei Ausstattung der Wohnungen, m denen tiytt Ehemänner ttaintarttert waren, zu Lastm der StSdu, also unmittelbar onf Kosten des Rei­ches, Ztr je zweihuNdert,.auseNd Mack MSbel und Einnchtttngs gegenstände selbständig beschafft Haden. In einem anderem Fall hat eta franzö- Acher »eeet«< hck feiner fctttewo» **