Nummer 174
Sormabend, 31. Juli 1920
10. Jahrgang.
Femfvrecher 951 und 958.
Fernsprecher 951 und 952.
Sie Raffelet $ teerten Nachrichten erscheinen wöchentlich fechtmal N»d zwar a beu b t. Der a*omtement$vret6 betragt monatl. 5.C0 Mark bet freier Znflelllm, tn» faul. BefleCmigen »erben icberstu von her »efchaftlftelle eher Len Bote» eutgegengeneatmen. Druckerei. Berlag und Äebahten; Schlachthofftrate 28/30. Für unverlangt etngefanbte Beiträge kann Me Nevaltto» eine Verantwortung ober Sewähr tn keinem Falle übernehmen. Südiabbmg des Bezugsgelbes ober Ansprüche »egen etoalgernicbt örVnltngsmLtiger Lieferung ausgeschlossen.
Ktfertionspreifet «) Sinhettnifche «xfträge: die einspaltige Stnjeigen-Selte St LOO, Me einspaltige Reklame,eile TL ISO. b) Luswärtize Äuftrüge: Die einspaltige «inzeigen^ike M. L20, die einspaltige SePame^Ue St 1.73. alle« einschkietzlich renerungsMfchiag ab «njelgenfteuer. — Kür die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen «nielgen, feste für Lusnatzmedaten und Plätze kann eine »ewühr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlachttzoffir. 28/30. »eschästsftelle: Lölnische Str. 5. Telephon Str. »i u, »52.
Kasseler Neueste NachMm
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Am Deutschlands Neutralität.
KvbÄett Md Reichstag.
Da« formulierte Vertraue«.
Die dreitägige Aussprache ha Reichstage Wer «Le Lerhandlmigeri und das Ergebnis von Spa haben mit einem Vertrauensantrag gecnibet Ter Antrag bedeutete, wie schon aus seiner Form hervorgeht, fein volles V-erirauensvotum, sondern nur irte ZuDmmmtv zu dar Haltung der Regierung gsgenüDer de« Alliierten. Dte Parteien, mit Ausnahme der äußersten Rechten mkd LinSen, Haden der Delegation und damit der Regierung für diesen FM ihr Vertrauen ausgesprochen. Dieser anscheinend harmonische Au-sMNg der Erörterung.n im Reichstag darf uns aber doch nicht darüber hinwegtünschen, datz faxte ketetsS-vegS einer berichteten und völlig gesicherten poetischen Lage gegenüber stehen. Wenn man die parlamewvavffchen Zeichen, die sich bei den AiiSci-nanidersetzungen bemerkbar machten, Ef Grund vielsaltigLr Beobachtungen richtig deutet, denn wird man doch der leichten Trübung inne, die zwischen Resiermig und Parteien hosteht. Am sinnfälligste Kitt sie ja zutage in den Beziehungen der Deutschen VotkSpartei zur RsHierung und zu den Fragen, die in Spa eine «scheidende Rolle gespielt haben. Die vokks- parteittchen Mitglied cv der Regierung treten aus vumittellbar er Ketmtnis der Schwierigkeiten von Spa für die dortigen Abmachungen ein und sie rechtsertigen auch die Haltung der gesamten De- leMivn. Daß ihnen das persönlich und nach ihren parteipolitischen Anschauungen nicht leichr geworden ist, kann man sich vorstellen. Mer es ist erivas anderes, unmittelbare VermMvovtAch- keiten übernchmen und. bis in ihre letzten Konsequenzen tragen zu müssen, als frei von solcher Gervutzovrtlichkett das Partei-Ädoment in den Vordergrund M stellen. Die Tentsche BoKspar- tei o(3 politisch-Po r Ionien tnrifdie Partei im Rsichs-tag konnte das immerhin noch tun, wenngleich sie doch durch ihre Beteiligung, an der Regierung eine gewisse Bindung eingiegangen ist.
Die Kritik von den verschiedenen Parteien an der Regierung über ihre BelMMung verschiedener Fragen ergibt für die Regierung eine un- «emiWiche Lage. Zwar erscheint sie durch die Annahme des Dcrtrauensantrages, der auch von de« Mehrcheitsfozialdemolraten gebilligt worden ist, für die Zukunft gesichert. Wer so ganz stark ist ihre Stellung nicht, denn die Verstärkung gilt vorläufig nur, soweit es sich um Spa handelt. Sofern aber die Regierung wieder chre Wirksamkeit Wer die gegenwärtiMn Grenzen hinaus ousdehat. ist es zweifelhaft, oh sie die jetzige Einigkeit weiter aufrecht zu erhalten imstande ist. Ms nidchtern« politische Staatsbürger müssen wie ums mit allen Entwicklungsmöglichreiten befassen. Gleichwohl ist es nicht tvahrschöinlich daß die gegenwärtige Koalition sich auflösen würde, denn der Block der Mitte ist doch für alle gälte eine GrrmMage mit größeren Sicherheiten, als eme eAHeitrge Koitstellatiion sie zu bteten vermag. Wenn überhaupt eine. Aenderung eintreten könnte, dann wär« es nur die, daß die Mehr- heitssoziatdemokraton sich Weeder an der Regierung beteiligen könnten, wvncit dir Grundlaae noch verbreitert würde.
Das. Problem der Verstärkung der Regierung sit schwieng und darf nicht leichten Herzens behandelt werden. Bin eÄvaiger Personenwechsel würde nicht viel ändern. Wollte man zum Bei spies den „Fall Simons", der durch die Reichs- ragsdebatten entstanden ist, zu einer Kabmctt- frage erholen, würde man fetzt die Lage nur verschlechtern. Bei allem, was man an Dr. Slmons und feinem Auftreten tm Reichstage Ech aussetzen mag. ist trotzdem zu bedenken, daß es vielleicht em Fehler wäre, wenn man ihn nunmehr einer parienpolttischen Verärgerung vjKrn würde. Simons ist leider tn feinem Elfer, noch allen Seiten hin dem Auslände und namertelich unteren ehemaligen Feinden gerecht M werden, zu weit gegangen. Seine formÄtstisch e Rechtsan fchauung und sein nur aus nüchterne <euri,terer otug,stelltcs Rechtsempfinden mögm ihn dazu verleitet baden. Wir sind uns vollauf «^rßt, datz die deutsche auswärtig Politik mcht ernzrg und allein nach trockenen, 'seelenlosen urch von allen Herzenstönen freien juristischen Begrirfeu und Formeln geführt werden Fen.: Wer der Grundsatz dcs Ministers, mit den ehe- mMgrn Fsinden Auskommen zu wollen, charf nicht verhärmt werden. Sicher entsprach es nicht unterem Nationalge fühl, wenn Simons dem englischen Mtnisterpräsidcuten, der ein wenig er» rMtet war, gute Besserung wünschte; auch behoät es uns nicht, wenn er behmrptei, wir könnten manches von der russischen Sowjetreofernng lernen. Wenn dem so tonne, dann sollte Dr Si- doch mit praktischen V-orschlägen kommen. Mordtoys scheint -was in Rußland besser zu sem atS, bei uns, das ist das Rationalgesiihl und der Arboetszwang
PMtisch uiÄitug war es auch daß Dr. Di- mrwS den Versager Friedensvererag als Rechts- gurndSage bezeichnete und damkik die Begri^ .Recht" und „Zwang" verwechselte. Trotz alledem meinen wär, der Person Simons' nicht als '''tofeertin; DaL auszuarveiten, den« es dürfte
kaum ein DnLtever vorhanden sein, der bteten Posten jetzt Llprnehnren möchte. Wahrend der durchaus aüLehnende StaMchnrckt der Deutsch nationalen gegen Simons' Auftreten und Rede angesichts der ganzen polnischen und historischen Einstellung dieser Partei auf die heutigen BerMtniffe verständlich ist, hat das Kviti- siereu der Rechtssozärlisten gegen ihn Leine innere Berechtigung. Stman nahm ja zu manchen sicherlich mißverständlichen Aeußerungcn iwch einmal Stellung, denn manche dieser Aeuhornn- gen bedurfte tatsächlich einer Korrektur. Darüber über einen Mann von den MihWeiten Simons' scheitern zu taffen, hieße dte politischen Un- vorstchtitzsseiten der letzten Zett um eine neue vermehren. <gg»
Aedestsche RruttalM.
Nichtbeachtung durch die Entente.
sPrivcft-Teltekrmmnll
Paris, 30. Juki.
Der französische Botschafter in Berlin ist zur riclsterstatkung über die deutsche Neutralität? erklärung an den Obersten Rat aufgefordert worden. Es besteht bei keiner Ententemacht, auch nickst bei Italien, die Absicht, diese Neutralität im Lichte der SimoniSschen Rede im Reichstage anzunehmen. Es ist mit einer gleichen Stellungnahme gegenüber der österreichischen Neutralitätserklärung zu rechnen. — Die Bern- tungen des Oberste« Rates über die deutsche Neutralitätserklärung stehe« vor dem Abschluß
Schlutzreserat hat Frankreich, das i« dieser Erllärung eine für die guten Beziehungen (?) der Entente für Deutschland hüchstgeführ- liche Aktion erblickt. Ueber diese Sachlage wurde dem deutschen Geschäftsträger in Paris durchaus kein Zweifel gelassen.
*
Kein Hindernis für die Alliierten.
Rotterdam, 30. Juki. (Eigene Draht- nrtoun-s.) AiMParis wird bericht«: Der W a f fenstillstands-Bertrag zwischen Rutz land uitb Polen tritt am Sonntag früh in Kraft. Bis dahin mutz der russische Vormarsch tinge- stcllt sein. Die deutsch; Neutralitätserklärung wird für die Alliierten nur dann eine Bedeutung erhaltest, wenn es nicht zum Waffenstillstand kommen sollte. Keinesfalls wird di- deutsche Neutralitätserklärung für die Alliierten aber ein Hindernis darsteäen, Polen vor der Vernichtung zu bewahren.
Set mMch-tzMischr Krieg. Polen« eiliger Rückzug.
(Privat-Delearanun.)
Berlin, 30. Juli.
Der Berichterstatter der „Nationalzeitung" meldet unter dem 29. IM von der polnischen Front unter anderem folgendes: DaS Schicksal der polnischen Rordarmee vollzi^t sich mit un- beimlickfer Sicherheit. Die Russen haben heute früh Ossowire, den Schlüget der polnisch" Narevlinie genommen. Mit fliehenden polnischen Truppen habe ich die Stadt verlaffen. Ich war Augenzeuge des Zusammenbruchs der polnischen Rordarmee. Die Russen standen bereits 4,9 Kilometer vor Ossowice. Eine beispiellose Kopf losigkeit hat die Polen ergriffen. Der Zusammenhang zwischen den flüchtenden Truppen hat vollkommen aufgehört. Mit «»heimlicher Schnelligkeit erfolgte der Bormarsch der Truppen von Grodno nach Offowiee. Aus Altenstein wist, gemeldet • In Grajewo, hart südlich L y ck, sind am Donnerstag Vort-nppen der roten Armee erschienen. Die Polen ziehen sich südöstlich vom ostpreußischen Grenzgebiet aus das Gebiet von Ostrolenka zurück. — Bon der polnischen Front uird noch berichtet: Die Polen haben PinSk geräumt. Die Bolschewisten find bis zum Serech-Ueber- fwne gegen Lemberg vorgedrungen. An der Sbrutz-Mündimg sind schwere Käll^fe im GanJ.
*
Dis franzSsische Komknission.
Basel, 30. Juli. (Eigene Drahimeldnng.) Die französische Regierung >rrhielx aus Warschau den ersten Bericht der französischen Mission, aus dem hervorgeht, daß es sehr schwer f«, mit dem palmschen PrÄidenten Pilfndski zu verhandeln, her die Sage nicht so sehen will wie sie sich en Wirkt»chkeN darstekt. Nur mit Müh« konnte der Präsident bewogen werden, dir verbündeten Offiziere eine wirksame Rolle in feiner Armee sptek^n zu lassen. Die Lage, so sag:
ZenerÄ SSehgund, nicht volMmunen trostlos. Daher hat die verbündete Mission den Polen ge- cnien, den Waffenstillstand zu «.rterfchreibeu und sich in Vecha-ndlulngen ömzülasseu.
Sonde! mit Italien.
Deutsche Ware wir» wieder verlangt.
(Privat-Tel««ramm.s
Frankfurt, 30. Juli.
Der ttaNeuische Konsul Cesare Comolli sprach sich dieser Tage £5 er die Beziehungen zu Deutschland aus. E« sagte: Man will in Italien f o - lide deutsche Ware. Deslmlb prüft man die Ware tu Italien auf die deutsche Firma, das „Made i« Germany" hat in Italien noch seinen alten gute« Klang. Aber auch im persönlichen Verkehr macht sich an vielen Orten ein starker Umschwung in der Stimmung bemerkbar. Datz schon jetzt ein besseres Bckrhält- nis besteht, geht aus der wieder zunehmenden deutsckien Reiselust nach Italien hervor, die wir insofern begünstige^ a!S wir Reiselustigen, wenn sie politisch einwandfrei sind, nicht die geringffen Schwierigkeiten in den Weg legen, ebenso auch den Reichsdeutschen, dir sich in Italien nieder- lafferr wollen. Der Konsul beklagte, datz die deutschen Reichs stelle» bei der Erteilung von (?.in- rrnd Ausfuhrgenehmigungen antzerordenMch langsam arbeiteten. Trat, dringender Borstellmrg müsse man auf eine Ein- »der Ansftchrtzenchmipung acht bis neun Monate warten. Biele Aufträge werden deshalb zurüägezogeu. fodatz dadurch für Deutschland viele AuftrSge verloren gehen. Auch die Preispolitik dcs deutschen Kanftnsuns, der Ware zu billigen Preisen anoietet, sich aber dann noch Preissteigerungen bei der Abnahme der Waren vorbehält, erschwert das Geschäft.
Bnfete KMnmbsabe.
Das Lieferungspeogramm für August.
(Privat°Tesearamm.i
Berlin, 30. Juli.
Km Reichstohlenrat gab gestern der Reichs- kohleirkommissar folgendes Lieferungsprogramm für den Monat August bekannt: Im Ruhrgebiet wird Koks aus Kohlen umgerechnet. Aus dem Ruhrrevi»r gehen anderthcckb Millionen Tonnen, aus dem Aachener Revier vierundsechzigtausend Tonnen, aus Oberschlesien zweihunderttaufeud Tonnen, aus dem Kölner Braunkohlenrevier hunderivterzir-tausend Tonnen, aus dem Mittel- deutschen Braunkohleubezirk sechzigtausend Ton- neu ab. Hebet diesen Plan wurde gestern be- reits mit Bortretsrn der Entente verhandelt. — Das Proaramm der Wiedergutmachuugskommis- siou für August sicht für Oberscblefien achizig- tausend Tonnen mehr, aus dem Ruhrgebiet dagegen einvmddreiviertel Million Tonnen vor.
•
Die Versorgung Frankreichs.
DuiSbnrg, 30. Juli. iPrivat . Telegramm.) Mitglieder der Kohlenkommissiou in Essen teilen mit, daß die Kohleuversorgung Frankreichs auf der Grundlage der neuen deutschen Lreferuugän im kommenden Winter eine normale fein wird. Der Verkaufspreis der deutschen Kohle ist in Frankreich aus zweihundert Franks festgesetzt worden. Von den Kohlen des Saargebiets soll fortlaufend ein erheblicher Teil nach der Sckiweiz ausgeführt werden.
Bus Seutschlaudr Kost«.
Brvschwendung im besetzten Gebiet«.
(Priv at-Telegrmnm.)
Berlin, 30. Juli.
Im Haushaltes nsschus! des Reichstages wurde gestern miste teilt, daß sich im besetzten rheinischen Gebiete hundertfünfzigtausend Mann fremder Truppen befinden. Dazu kommen vierundneunzia Delegierte der Rhein- landkommission mit ihrem Trotz, deren Kosten das Reich zahlen muß. Hinzu treten die für den „Hohen Ausschuß" angesetzten Koste« von zwanzia Millionen Mark- Bis Ende April 1920 sind für fle bezahlt worden einunddreiviertel Milliarden in bar. Dltzu kommen unmittelbare Leistungen in Höhe von anderthalb Milliarden, insgesamt über drelundeinviertel MMiar- d-n Mark. Die Ansprüche der fremden Offiziere auf Wohnungen und deren Ausstattung sind Mttzerordentlich hoch. Der Delegierte der Rheiulandrommission hat eine Zehnzimmerwoh- m-ng und für deren Ausstattung achtuudzwan- »igtausend Mark verlangt, während seine Frau Dann noch weitere Forderungen gestellt hat. ,
Kassel am Kamt.
®w Großschiffahrtsweg Donau-Weser. Kaffsl bars nicht ausZrschaltet werden.
Z-» Saal« der ätablbeteebnctenberfammlnag faste geftern abend eint dederrturrg»volle See. fematümfl statt, M« fite mit »em Projekt »e< Sroststetf iahrtSwegt« Donau-Weser besaht- en» für dieWahrnthmung nnsererJnteresfen eintrat.
Seit Jahren schon ist vom giosien Werra- Ka-nal die Rckde, der das MWehftäck der großen Wasserstraße Domm--W.'fer und Darüber hinaus der BerPmiidung vom Schwarzem Meer zur Nordsee darstellen soll. Ueber LtotbirreistlWgen war es aber nie hirwusgekommen. Wie nun der Porsitzeuide der Freien Verstniguug der Weser- schiffnhris-Jnteressenteu, Kommerzienrat Pul- Vermacher, i.i feiner Eigenschaft als Vor- sitzender bet gestrigen Versammlung nrttteilte, wird das erwähnte Kanalprojekt währscheiulich schon in nächster Zeit den Reichstag beschäftigen. Will Kassel in Zukunft ein Verkehrsgrwwum für ganz Westdeutschland werden, so muß es der Ängelegeuheit größtes Interesse euchegenLafu- gen HandelsSammer-ShndikuK Tr. Metter- Hausen brachte zum Ausdruck, daß sich schon früher aus dem Umschlrgolatz Kassel mehr hätte maehen lassen, wenn nicht das D.-triebsinteresse gefehlt hätte. Dte Reeder, die den FtMmverkehr mit überr.WmmÄu hatten, wohnen meist in Bre- men, Mst-Mm und HameLn. Dazu kamen Ver- bindlmgsschwteiiAkeÄen mit dem Kasseler Hafen. Die hsutigen Eisenbahrmöte lenken das allgemeine Interesse wieder auf die Binnenschiff, führt Hauptsache ist aiber daSei eine geregelte plcmmWöse Wasserwirtschaft. Dazu kommt, daß wir in der EleRristM Ersatz für die Kohle Kn- den müssen. StadÄtaurat Geheimrat Dr. Hopfner gab dann techrmsckie Darlegungen der Ge- fmnÄage auf diesem Gebiet und wies darauf hin, daß Kassel die einzige Großstadt zwrßchen Bamberig und Bremen ist. Wenn jetzt an die Durchführung der Kanalprojekte gegangen wird, so soll damit in erster Linte die Aisteitslosigkeu hkÄimipft werden.
Die Vorarbeiten werden unter alle« RmfftLnden aus-geGihrt, mit oder ühne Mitwirkung von Kaff.ss Am zweck- rnähWten wird es sein, eine Ortsgruppe des Werrakanal-Vereins ins Leden zu rufen, der es obliegt, die Sonderrntereffen Kassels zu vertreten. KommeMienrat Pulvermacher tzrßte, um was es sich jotzi handelt, in fobgeude Dartetzun- gen ManNnen: Zwei Projekte fiesen vor und zwar der reine Werrakamal, der um Kassel herumgeht, und das Werra-Fulda- Pro j e r t, das uns gefiaStet. einem grvßeu Hafen anzMvgen. Für Kassel kommt nur das letztere Projekt in betracht. Dafür gilt es eiMUtre- ten, nm dte Jnteresfen unserer "Stadt zu wahren. Werden jetzt beide Projekte geprüft, so Mitsrltegt es nach Ausfassstng des Redners keinem Zweifel, daß dte Entscheidung Mgunsten von Kassel aus» fällt. SeiibstvmstäNdLich wird jedes Projekt unterstützt, das wirMch im Interesse Kassels liegt. Nur der Kanal hat alber finanKtelle Unterstützung zu erwarten, der Mer Kassel geleitet wird. Kommicrzienrnt Pulvermacher faßte das, um Eine so große LSassersiraße, wie dte geplant.-, ohne eine Großstadt als Srütznunft, üft undenkbar Kassel ist die allernige Großstadt, dir m der Lage kst, i irren eulsprochenden Hasen zu bieten. Würde Kassel anstzeschaktet, st» müßte das für die Zukunft Kasfels Vernich, t e n d wirken. Der Redner b'zeichoete schließlich die Weser els den einzigen deutschen Strom, der gbäcklicherweise dem Griff der Feinde entzogen ist. Das Weitere wird nunntehr veranlaßt. Die DerjianMÄung ergab, daß dte Vorarbeiten für, das KanaLpwiM jetzt der Entscheidung nächcr- kommen. Sßtet sehr viel steht stir Kassel auf dem Spiel
•
JMiläum der Fuldaschlffahrt-
Eingangs feiner AusfuhrunMn in der gestrigen Sitzung gäd Haudelskammer-Syudirus Tr. MetteckhauHen bekannt, daß dte F-uldafchiff- fahrr am Sonntag ihr fünfundzwan- igj ährtges Jubiläum begeht. Dm 1. August 1895 wurde der Betrieb ans der kanal-i- fierten Fulda eröffnet. Das Ergebnis der ersten Jähre toter bescheiden, aber der Berkehr hob sich zusehenst, und zwar bis 1906, wo er einen euch- sindkichen Rückschlatz Lssolge der Srössimng der vmichlagssiLe Hann-Minden erlitt. Bal» ging dann der Verkehr wieder in steigender Richtung aufwärts. Dann tarn der Shiflß und brachte die FnSdafchrffahrt volKmmnen zum Efltegen, und sie richt im allgemeinen noch heute. Unter den jetzigen Verhältnissen können wir kein Sckiss- st-hrtspbatz werden. Oertiidp Schwierigkeiten fleLen dem gegenÄber. Dte Lage dös Hafens tft nicht gimstrg. ‘ Fern« bestehen feine guten Verbindungen mit den MaffeuproduktwusfMten in Rheinwmd und WesistLen. Vom Rhein-Weser- Kanal Haden toir in Kassel fast nichts gchahi Dor Oberlauf der Weier blieb verödet, weil der Wafferstand zwisthen Münden und Karl e- Haien eine Fakir riest von kaum, achtzig Zeuri-n--! hat Notwendig ist, datz das Wasser oct L'os-r