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Meler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Rümmer 170

Fernsprecher 951 und 952.

Dienstag, 27. Zuli 1920

10. IahrganKl

Fernsprecher 951 und 952.

Der Waffenstillstand im Osten.

Kohleu-Lieserpstichte«.

Hoffnungen und Entwürfe.

Ter Michswirtschaftsrat hatte sich am Scmu- uiL'cnib mit schwierigen Aufgaben zm befchäftigsn. @r mußte über die Ausführung des W- kommens von Tva beraten. Die Aussprache ge- ftcütcie sich überaus mannigfaltig, da bedeutende Männer zu Worte kamen Den Standpunkt der Bergarbcoteisckfaft vertrat der Führer der christ- lichcn Bergarbeit'.rschafi, der Abgeordntte Im« buschi Seine allgemeine Stellungwahme zu dem kommen kennzeichnete er dahin, daß sehr aelliichtige Gründe sowohl für wie gegen die Entscheidung der Regierung sprecht a. Damit wacht Jmibufch '-inen Unterschied g.vrüiber der von Sttnnis geführten Gruppe, die das Abkom­men von Spa ohne weiteres verfehmt. Jmbusch hält gewiß auch das Abkommen für im höchsten Grade wlibesrredigend Er glaubt aber doch, daß die Durchführung meglich, aber nur da n n möglich ist, wenn alle bei der üohlniwnrschafi L-iteiligteu mit wirklich gutem Willen alles zur Erfüllung der Ausgaben datansctzau. Voraus­setzung hierfür ist ihm die Belieferung Deutsch­lands mit mindestens 1,5 Millionen Tonnen monatlich mit ob.rschlesischer Kohle Den Gea-- ncrn fegt er, si- möchten nicht Lbcrfth n, daß, K mehr sie an Kohle aus unS Herauspresser, weni­ger aus der andere» Seite für sie zu bekommen ist Jmlnsch besclüttiigt sich des weiteren eiuge- beno mit de» vielfältigen Maßnahmen, die er­forderlich -ein werden, um die Kohl.-nförideruuig zu steigern Grundbedingung ist di; Verbesse- riMg der Lebenshaltung der deutschen Bcrgar- bettcr. Wichtig ist auch, daß jede nnprodukuve Arbeit unterlasse» wird. Dazu gehört auch, daß nicht, wie bisher, ein Dutzend Reichs stellen sich um den Bergbau ßmühett, sondern daß eine ein­ige Reichsstelle gcschgsf-n wird.

Das Eioignis des Tages ist die Rede des GroßinLiusttieller Hugo Stinnes Da er außerordenMch leise spricht, scharen sich die Ab­geordneten dickt um daS Rednerpult S-ttnneS har feine Ausführungen sorgfältig im Ma- r.ufloipt vorbereitet, und liest sie sämtlich ab. Das Wld, das er entwirft, malt schwarz in schwarz. Es hat immerhin schon einiMs, und unter den cltwaltinden Umständen g radezu er­schütterndes Gewicht, wenn ein solcher Mann, ein Beherrscher fas Großhandels, der Bergbau- betriebe des Rubrreviers rund heraus erklärt, daß das Kohlenabkommen für di« deut­sche Pokkswirtschaft einfach unerträglich sei. Eine V.-ehrförderuny von Kohle aus OberschK- sirn steht nach StinneS nicht zu erwarten. Damit würde eine der wesentlichsten Votausfetzungen für die Erfüllung der Verpslichrungen in Weg­fall ke-mmen Rach dem Ausfall der Saargrube wird oas Ruhrrevier die Hauptlast zu trogen fcabeit Stinnes sicht in dem Versuch, fcaS Äb- fnmmen durchzusühren, nicht nur eine schwere Erschütterung des Arbeitsmarktes infolge einer außerordentlichen Arbeitslosigkeit, sondern auch des gefamnn deutschen Wirisckastsmarrtes Ten Warenaussall infolge Minderbelieferung der In­dustrie mit Kohle beziffert er als mindestens zwcfatahalb Milliarden Mark, die für die Aus- Mr in Wegfall kommen Diesen Ausfall könne die fa wusch« Wirtschaft nicht ertragen. Tas Volk werde verhungern und wir können zum Export von Menschen schreiten!

Im weiterer. Verlaus der Rede >reht DtinneS in Anerkennung der vollzogenen Tatsache dazu über, etn-n großzügigen Plan zu intw-r- 8eM dessen Durchführung ihm geeignet erscheint, eine Mehrförderung an Kohle herbeizuftchreit. D« Kernpunkt dieses Planes steckt in der Ein­teilung trS ganzen deutschen Reichsgebietes in möglichst große und mit möglichsten Frei- heilen ausgestattet?- Mrtschaftsg.'biet^. In die­sen soll die Bewirtschaftung nickt nur der Srein- unb BraunkoLlenfchätze, sondern auch der Was- ferhäfte, und zwar auf eine möglichst laug« Dauer hinaus Stinnes spricht von 200 Jah­ren'bewerkstelliat werden. Staatsbetrieb licke Qraanisationrn will er ausgeschaltet wissen, toet* der Staatsbetrieb ideenlos sei. Man kann Stinnes in der Forderung zu stimmen, daß eine Sozfalisicrung in der Tat nur ganz zu rechtfer­tigen ist, wenn sie wirtschaftlich mehr leistet. Der Abgeordnete Imbusch hat vorher das Problem dahin gefaßt, daß man keine Sozialisierung ma­cken soll, die für Engcl berechnet ist, denn die Menschen von heute sind noch keine Engel!

Auf eine wesentlich gemäßigtere Linie waren die Aussührnugen des Geheimen Verarates Hilaer. der für den oberschlesischen Bergbau doS Sk/tt ergriff, gestimmt Das ist um so b> tnorkenA.erier, als Hilger auch zu denjenigen Sachvrstünbigcn gehört, die in Sva gegen daS Abkl-mmen aeftimmt haben Rach seiner Meinung würde der ol-erschlesisck,' Bergbau nickt tvesenrlich zur Erleicktetung beitragen können Mit SttnncS hält auch Hilgcr die Veiwirklit-ung ter Eiremorsch-T robung der Entente für chiul von den Folgen begleirct, wir von anderer Seite geltend gemacht wurde. Hilger hält es aber dock für notwendig, daß man nunmehr alles tue. um

die Verpflichtungen zu »rfüllen, und daß alle dazu berufenen Kräfte bei den erforderlichen Maßnahmen hinter die Regierung irrten. Im Gegensatz zur Auffassung Hilgers betont Tr. Walter Rathen au, daß die Entante bei ihrem Einmr'.sch das ganze Ruhrgebiet als rhr Eigentum bltracktct und die Kohlen am Deutsch­land zum hohen Weltmarktpreis verkauft hatte. Er stellt aber mit Genugtuung fest, daß alle Red- ncr im Reickrwtrtchaftsrat den Willen . zur Durchführung der übernommenen Verpflichtu.rg haben. Auch Minister Dr. Simons äußerte sich darüber. Er tagte, die Entente müsse sich klar sein, daß dieses Abkommen, ebenso wit> 4wr ganz« Friedensverirag, niclit gegen, sondern mit mit Deutschland durchzuführen sei R-ach dieser Aussprache heißt cs nun: Beschlüsse in die Tert umsetzen, denn das Schicksal des Reiches stcht auf dem Spiel. J. B.

Seutschlandr ReutralM.

GsgenKriegsmaterial-nndMilitärtransportr (P-rivat-T elegrarmntt

Berlin. 26. JsM

Dir Reichsregierung hat unter dem 25. Juli eine Verordnung erlassen, wonach mit Rücksicht auf die deutsche Neutralität im Kriege zwischen Polen und Rußland die A u 8 f h r und Durchfuhr von Waffen, Munition, Pulver, Sprengstoff und «iderem Kriegs­bedarf verboten wird, soweit diese Gegen­stände für eins der beiden kriegführenden Länder bestimmt sind. Der Erlaß entspricht dem Völ­kerrecht und wird durch den Versailler Vertrag nicht berührt. Der Vorstand beS Eisen­bahnerverbandes erklärte es für unbe­dingt notwendig, daß bet Erlaß betreffs die Neutralität Deutschlands nicht verletzt würde. Die Durchfuhr von Material für eines der kriegführenden Länder durch deutsches Gebiet, auch Truppentransporte, soll mit allen zu Gebote stcherckeu Mittelu verhindert werden

Der Grenzschutz.

Genf, 26 Juli (Ci gern? r Drahtberbcht.) Ha- vas-Agentur tnetet: Tie deutsche Note itber die gewünschten, di »ticken Trupp'ntran spotte tn das Abstimmungsgebiet ist aut Do-tmerAiag in Paris eingegangen Ti: Entschiidwng der allttett-m Kabinette wird frühestens Mitt; dieser Woche vorltcgeri Frankreich hat dem deut­schen Wunsche widersprochen, da durch die bevorstehenden Waifenstillstands-Perhandlunsen zwischn Pole» und Scwj trußl.ind ein Grund zum Einmarsch deutscher Ttuppen in das- stimmnngsgebiet nicht mehr geg-den ist.

Aeschlüsse der Sergarbriker.

Bedingungen für die Kohlenförderung.

(Privab-Telearamm.)

Bochum, 26. Juli.

In eiltet vom alten Bergarbeiterverband ein- berufenen Revierkonferenz der Berbcndövertran- ensleute und ver Obmänner der Betriebsräte sämtlicher Rnhrzechcn sprach der Abgeordnete H u 6 übet dos Kohlenabkommen von Spa. Er betonte, daß in Spa eine neue Welt­macht, oie der Arbeiter, ihre Ansprüche an­gemeldet hat, ohne deren Zustimmung alle di- plomatischen Beschlüsse unwirksam feien. Man könne die Melirfördernug nur erreichen durch eine großzügige Verbesserung der Ernährung, Erweiterung der Befugnisse der Be­triebsräte, Ausschaltung des Schleichhandels mit Kohlen und Uebersührnng in die öffentliche Hand durch lhinführung der zweiten Fördrr schickst, Verbrfferuiig aller Schachtonlagen und technische Neuerungen. Die Tarifverträge dür­fen nicht angetastet nnd die Schichtzeit auf keinen Fall verlängert werde». Rach Ittugcr Aussprache wurde einstimmig eine Entschließung an- genontmen, in der die Bereitschaft zu gesteiger­ter Förderung erklärt wird Die gtäußertca Wünsche find zu gleicher Zeit Voraussetzung für höhere Leistungen der Bergletste.

Gegen Abtrennung-'Bestrebnnge«.

Bochuut, 26 Juli. (Privat Telegramm) lieber die Rrvicrkouscrciiz ter B ergleute wird noch knricktct: In einer zweiten EntschRr- ßting weiden die S*rrgarbeiter--£rganilfati».ir.*n aufg^'fcrtxit, im Benin mit ter C«fa»itfatiiWi der Eis-mbahncr und der Schiftsmannschttftcit so­fort Vorkehrungen zu treffen., durch die solchen Landesteilen, in ben-n sich Bewepmtg auf Ab - splittern ng vom deutschen Reiche durch­

setzen, alsbald die Versorgung mßt Kohle«, Keks und Briketts unmöglich gemacht wird.

Ser russisch vowische Krieg.

Stockung des bolschewistischen Vormarsches.

(Eigener Drahtbericht.)

Warschau. 26. Juki.

In der Lage des polnischen Heeres ist eine Besserung eingeneten. Die Polen unternah­

men gegen Grodno einen Gegenstoß, der ge­glückt ist. Tie Russen wurden bis an die Be- feftiguug von Grodno zurückqeornngt. Im Laufe des Sonnabend wurden zwei Forts und die Südstadt zurüüerobert und damit wieder der R; e m e n > Uebergang besetzt. Diese Ereignisse find von großer Bedeutung und beweisen den Einsatz von Reserven durch die Polen, den etfattt seit Wilna. Zum mindesten bedeuten sie eine« Zeitgewinn, der für die Gesamtlage der Polen günstig ist. da die polnischen militärischen Maß­nahmen bisher lediglich unter dem Zeichen des Mißerfolges standen. Die Erfolge der Bolsche­wisten wurden unter anderem durch den außer­ordentlichen Vorsprung im Tempo und in der Entfaltung zahlreicher Kräfte begründet. Es be­steht ferner Aussicht auf Erreichung eines Waf­fenstillstandes und die Möglichkeit der Hermt- bringung austeichcuder Hilfe ver Alliierten, wenn die Hauptfront vor L9arschau zmn Stehrn kommt.

Hilfe der AMierten.

Rotterdam, 26. Juli. (Eigener Drahtbertcht.) ,,Daily Telegraf" meldet: Die für Polen bestimm- trn englifchen Strertkrüste gehen nach einem Beschluß des atliicitc« Krtrgöraies über Dan­zig und Riga, Die französischen Trans Porte über Deutschland (?) und die italienischen über Oesterreich sowie über die Tscheche Slowakei. Obgleich die Einlei­tung von Wasfenstillstandsverhatwlungen zwi­schen Polen und Räterutzland begonnen h-rt, sind noch am Sonntag die ersten technischen Truppe» der Erttente in Danzig ein getroffen, vornehmlich Offiziere und Ingenieure. Im Ha­fen von 'Danzig laufen zahlreich« Ententeschiffe mit Kriegsmaterial für Polen ein. Bön Berlin aus find in der Nacht zum Sonntag eine Anzahl frai!«vstscher Offiziere nach War­schau gesahrrn. Mitglieder der Ententekommsi- ston in Berlin schlossen fich ihnen an.

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Waffenstillstands-Verhandlungen.

Genf, 26 Juli. (Eigene Drahtmcldung.) Der Teurps meldet aus Warschau: Tie russische Bereitwilligkeit zu Waffenstillstnndsverhandltm- gett mit Polen ist auf einem Rückschlag an ver Nordfront zurückzuführen. S » w a l k i und Augustowo sind wieder von polnischer Ka­vallerie besetzt. I» Grodno halten sich die Russen nur noch in der Nordstadt. Nach einem Moskauer Funkspruch hat die Räteregierung den Vorschlag Polens auf Abschluß eines Waf­fenstillstandes angenommen. Ein Funk- spruch aus Moskau berichtet: Die Rot« Ar­mee zieht sich auf Befehl des bolsck)«wtstischen Oberkommandos einige Kilometer zurckck.

Unter feindiichem Snuk.

Weitere Abtrennung von Grenzgebieten^ (Eigener Drahtbericht.)

Paris, 26. Juli.

Wie Pariser Blätter melden liegt der Bot­schafterkonferenz ei« Entwurf vor, wonach die Grenze zwischen Polen ««d Ostpreußen nicht dieselbe bleiben soll wie 1914. Eine An­zahl kleiner Gemeinden, deren Bevölkerung an­geblich zum größten Teile polnisch sein soll, sei dem Entwurf zufolge Polen zuzusprechen. Außerdem soll Polen der Zugang $um Meere sicher gestellt werden. Infolgedessen ist beabsich­tigt, aus dem rechten Weichselufer einen genü­gend breiten Territorialstreisen an Po­len zu geben, damit dessen Transporte gewähr leistet werden. England nnd Italien solle» be­reits zugestinmrt haben.

Noch eine LleSerivachungskommissto».

Rotterdam, 26. IM. (Eigene DvaHtmeL- dunig.) Ans Paris wird berichtet: Die aKifarte Infüzkommifflon tagte in Paris und setzte eine Ueberwachungskommission von acht Mitgliedern ein, deren Aufgabe es ist, die in Deutschland gegen die deutschen!kriegsschuldi- gen" eingeleiteten Gerichtsverfahren zu kontrollieren und die NuMrteilichrekt der dv-ttschen Richter zu sickern.

Schwindel-BerbSsde.

Betrügerei unter patriotischem Name«.

eie etuffoffiinfl «6e» dieitene »eei^eM* ist M manche» Leiste« feh» meriwÄrviger De. fondees Don Berlin au« wird die «etez-.nhrlt ungenügender KentroNe benutzt, um «utglSu- bi«euD»ttSg«nostrnG»td aus der Tasrhe zu ziehe« Neber die vor einigen Dogen atcfgödeckttn große« Schwindeleien, von dmen in btt Sonntag-Ausgabe gemeldet ttnttbe, weiß die »Vossische ZettiMg" n-och folgende Einzelheiten zu berichten: Die GeldsamrulltMAen wurde« auf Grund eines Aufrufes veranstaltöt, den betatMte und gutgläubige Persönlichkeiten, u. a. auch ein Berliner Stadtrat, unterzeichnet hatte«; teilweise gaben di« Zeichner den MqUistkMirKt auch Emtpsehlunge» an große Judusirrcuntemch- mungen mit, und trotz aller Wairtmngen, die der Reichsbank und den Handelskammern gegen de«Zweckverband Oberichlesier^ verbreitet wurden, gelang es den Schwindlern, durch ihr steches Austteten sie drohten MM Beispiel einem Referenten tat ReichSarbettsmi- niitercimt wiederholt mit BÄerdäsuingMagc» wegen der erlassenen Warnungen! immer toterer nette Sunimen ausMtreüben, und ncch vor einigem Tagen ga$> ein großes Industrieunter­nehmen hundetttairsend Mark für dieZwecke des Zweckverbandes. Als Oberleutnant Kratz die Häscher auf feiner Spur fühlte, trug er sich mit großen Reorganifationsplänen, um das ein­trägliche Geschäft im letzten Au-genbLick vor dem Verderben $u retten. So schrieb er einen Brief an den Zweckverband, in dem er sorvert, daß mit der .Schweinerei- gründlich ausgcräumt Werve, man solle endlich ein Paar Obevschlesier in de« Vorband ausnehmen und überhaiipt wichtige Persönlichkeiten in den Vordergruich stellen;:« ein Sprechzimmer sollte man einen gefchickten Mann setzen, der über dieArbeit' des Versan­des (die nicht geleistet wurde!) berichten und »£« Spitzeku der Polizei gewachsen sein solle. Dies« Pläne ftrtb nicht mchr omsgeMhrt worden, da- gegen fand man bei der Untecsischmtg des Büros einen aeuau ausgoat betteten Plan für

ein neues Stfavindeltmtern-eLmen.

das unter dem klingende« NamenGrenz- mld Ausland ssyndikat- von neuem sarumÄnid ins Löben treten sollte. Obgleich 'das Beweismate­rial gegen die Hcmptbeschnldigten erdrückend ist und die meisten von ifaten der Staatsanwalt­schaft als Schieber seit langem bekannt find, ist bisher keine Verhaftung vorgeuo-mmm worden. Die Staatsanwaltschaft erttärte, sie habe keinen Raum für Untersuchnngshäftlinge, so daß sie nur Personen verhaften könnte, die keine eigene Wohnung besitzen. Es ist klar, daß die auf freiem Fuß Velasscmen scde Gelegenheit bmchen werden, um de« Tatbestand nt verdun­keln. DerZweckverband OberMesien" ist, wie der Referent für Wohlfahrtspflege tat Reichsarbeitsmintsterium, Reg.-Rar Karstedt, einem Mitarbeiter derVoss. Zeitung^ erklärte, nur eins von den unzähligen Beispie- len großangelegter WohltStigkeits- schwtndeleien. die seitdem Kriege erschrek- kend Mgenommen haben und «W nur gutgläu­bige Menschen, sondern ganz besonders die wirk­lich bedütsttge Wohltätigkeit schädigen. Es -st außerordenÄich schwer, den Schieber« daS Handwerk zu legen, da sie in ihren Grüttd-unns- betried eingearbeitet und a-uHervrdentlich gesM^, sind. Es sind -in Berlin etwa zweihundert Men­schen, die

ständig von diesem Betrug leben ! 1 imd stets neue klingende Namen erfinden, mit denen sie ihren gu-tgLnbiMn Mitmenschen das Geld aus der Tasche ziehen. Ein Fäll ist ffir diese Art Schwindel besonders ckiaratteristifth: Ei« Reserveo-fsiIier kaufte eine Druckerei, oder sie ging nicht. Da machte er sie auf dem ttotirege über die WohWätigkeit lebensfähig: er grmwte c-ine« Verein, gewann eta Paar Unterschriften für einen Aufruf, und es wurde eine Sammlung beschlossen, zu irgendeinem wohltätigen Zweck. MS Gründer des Vereins schlug er «ne ®amnu (um durch Po-sÄattendockaus vor und sichert« sich die Dntckcmfitäge. Der geschSfMüchttgc Mann bat an den Postkarten Himderttaufinde verdnmt. Als Mqüisitsme werden jetzt, nach d-M !Mege, besonders stelftmqslvse Offiziere gewonnen, w, durchaus in gutem Glauben, ihren Ksngvollen ncklitärtschen TÄel dazu benutzen, wcchflrab«de Leute zum Zeichuen von B«ÄÄgen zn veraNfas- fan. diesem Gründe g-ben sich fast alle dM- SchwirdbeTfirmen einen nationalen Anstrich n®, um vor dem Zugriff des StaatSmvvcckts sicherer zu fei«, verqnüfan ste ihre geschäWche« mit ivirkschastSPoSMsche« oder rem Volt tischen Me- len, die die Kohlende« Mttgkb-d«r mckocken «ck gleich«ettig em Schetarecht geben gegen poSzei- kicke EtRMÄungen. I« der letzte« Zeit $8

eine ettox «ckhe

solcher WÄernechMlMgen «nschädßSH Mtsscht oder Wht kurz vor Mm zwangsrs^ft«