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Meier Neueste Nuchnchtm

Kasseler Abendzeitung

$te »affeltt Sleutfiee Slad;rieften erscheinenivLchentNch sechsmal imb pvar ab*ab*. »*e ebonnementipret* beträgt moimtL 5.00 Mark bet freier Zustellung tn* -aus. Bestellungen werten leberjttt von der ÄeschaNSstelle ober bett Boten entgegen genommen. Druckerei, üerlag unb Siebottton-, Schlachthofslraße 28/30. Für unverlangt etngelanbte Beiträge tana bte Webattton eine SerantroOrtung ober SlewLhr tn teinem Falle übernehmen. Rüdgabtang de* Segugigelbe* ober «usprüche wegen etwaiger nicht orbnunglmäblger Lieferung auSgeschloffen,

Hessische Abendzeitung

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Nummer 1

Sonntag, 25. Juli

10. Jahrgang

Fernfvrecher 951 und 953.

Fernsprecher 881 nnd SSL

Zrmkreichs Plane in SSddeukschland.

England bremst.

ainm und dem

von Gerb-

Alliierte StreitkrSste.

Zrutschianvs SS-GrenzMtz

Sicherheitspolizei und Reichswehr.

cl voll. Wenn man kein Tannin zur Hand hat, o kann Aufguß von Eicheminde oder auch starr ker Kaffee und Tee dessen Stelle vsrtreten, da diese Getränke auch Gerbstoff errthalten. 93M kaltes Wasser soll man namentlich bei Vergifttm- gen mit Speitäubling und Giftrcizker trinken. Zum Lindern der Unterb-ibsschmerzen wende man heize Umschläge irtit zusiumnengelegten Lein-. Tisch-. Handtüchern oder Servietten aus den Bauch die man alle zehn bis fünfzehn Mi- nuten wechselt, oder heiße Bäder em. Je mchr der Kranke schwitzt. desto besser . DH wettete Be- bandlung muß man dem Arzt überlassen. Die Anwendung von Essig ist zu Widerraten, weil hierdurch das Gift leichter gelöst wird und schnel- cr tn dn Körper übergehen krnn. Auch das früher bei Pilzvergiftungen empfohlene Dd tf wirkungslos.

(Prwat-Tclearmnm.1

Königsberg 24. Juli.

Der Oberpräsident gibt bekannt: Bis zur Genrhmigimg des Einmarsches deutscher Trup­pen in das Abstimmungsgebiet übernimmt dort die Sicherheitspolizei den Grenzschutz. Da sie über einen Teil berittener Hmwertschaf- len verfügt, ist sie imstande, den ersten notwen­digen S^rtz zu gewähre«, falls Ncbrrgrisfe er­folgen sollten . lleichöwchr ist bereit und wird so verlegt, daß sic in der Nähe der Gefahr- stcllcn konzentriert bl-ibt, um bei Grenzzwifchen- fällen sofort vorgeschickt y*. werden. Weitere

FraazöMe Einmischung.

Fremde Gesandten in München.

MrkvahTekearamm.1

München, St. Just.

lilcher die politisch« Lage wird au unterrichte­ter Stelle mttgeietlt: Man mag im Zweifel fein, welchen Zweck bk französische Politik gegenüber Deutschland in erster Linie verfolgt. Bet den Verhandlungen in Spa schien -8, als wolle Frankreich mehr di« Zukunft seiner eigene« Er­nährung und Industrie dadurch sicher stellen, daß es Deutschlands Hilfsmaterial für sich nutzbar zu machen sucht. Nunmehr mutz man sich aber doch fragen, ob diese wirtschaftlichen Rücksichten so weit reiche«, um die Entsendung eines eige­nen Gesandten «ach Münche« für die ganz Deutschland angehenden Maßnahmen zu rechtfertigen. Das französisch« Vorgehen wird in Deutschland anangenehm empfunden, weil es auf eine Einmischung in unser« inneren Verhältnisse hinausläust. Im bayerischen Landtag hat die sozialdemokratische Fraktion das Verhalte« des bayerische« Ministerpräsideu- ten deutlich mißbilligt, weil das Beglaubi- gunMchreiben des französischen Gesandte« nicht unter Protest angenommen worden ist.

im Falle einer Pilzvergiftung vor Eintreffen des Arztes erste ,Hilfe leisten, so wird mal sich am besten muh folgender Vor- tchrist richten: Man muß die genossenen giftigen Ttoffe aus dem. Körver zu entfernen suchen durch Erbrechen oder Abführen Als Abführmittel emp-

Sie rusM-volnischen Kämpfe

Verlegenheit tu der «utentr.

^Eigener Drahtbericht.)

Stockholm, 24. IM.

Neber die politischen Grundgedanken und Ab- sichte« der russische« Antwort auf das Ultimatum der Entente erfährt der hiesig« Vertreter der Frankfurter Zeitung an unterrichte, ter Stelle, daß bi« Svwjeregierung ihre Gegner zu einer ««scheidenden politischen Kraftprobe zwingt. Die Entente wird bte Abrechnung mit Bolen schwerlich verhindern können. Di« engli­sche Regierung wird zwar über bett Inhalt und den Ton der russischen Antwortnote mit den Zäh. rwn knirsche«. Wird aber doch einen AuSweg mehr öde» weniger empfindlicher Art suchen, nämlich daß bte Wirtschaftsverhandlungen nicht wieder ausgenommen werden und die Handels­blockade von neuem und verschärft gebjurdhadi wird. Das dürfte auch affeS fein. Jede militä- rifche Unternehmung der englischen Regierung gegen Rußland wird durch den Willen der englj- fchen Arbeiter zum Scheitern verurteilt werde«. Es hat den Anschein, als ob Sowjetrnßland über die Stinnmmz ftt den englischen Arbeiterschichten ausgezeichnet unterrichtet ist und daß diese Kenntnis di« Antwortnote entscheidend beein­flußt hat. Die englische Regierung wird lieber statt einer militärischen und innerpolitischen Kraftprobe einen Ausweg über Pole« suchen.

BerdSÄttger Lmpventtan-porL

Etrtentesoldatcn für Polen.

lPrivat-Telegrmnm.)

Dresden. 24. Juli.

I« der sächsischen Volkskammer gab gestern ein unabhängiger Abgeordneter einen Hinweis daraus, daß in den letzten Tagen Truvpentrans- porte aus Hamburg durch Sachsen geleitet wor­den feien, in denen sich angeblich Gefangene aus Sibirien befunden haben sollen, die in Hmubura z« Schiff ankamen. In Wirklichkeit habe es sich um völlig neu ausgerüstete Ententefolda te« für die Pole« gehandelt. Der Miuisterprü-

erklärte dazu, der Regierung sei mitgeieitt

MehrfVrderung von Kohlen.

Berlin, 24. JE. fPrivattelegramm.) Nach dem Ergebnis der Mtrigen Ber aarbeiter konse- renz in Berlin mit den ReichSbehörde« beginnt die durch das KoHlenabkommen von Spa auferlegte erhöhte Förderung für die En­tente im Ruhrrevier bereits am 29. IM.

Sbfe Ostsee passiert hat mit KurSrichtuug Riga. Längs der ostpreutzischen Grenze mau itttnter neue reguläre polnische Truppen auf derFlucht. Das italienische Kommatwo im Abstimmungsbezirk Allcnstein kündet das unmtttelbar bevorstehende Eintreffen starker alliierter Truppe« ach

ihnen beachtet und nicht überschrAten werb««. ES besiehtn in Deutschland drei Meirounge« dar­über. Tie eine befürchtet. daß die Heere, wenn sie können, den Bolschewismus «ach Weston tw- gen worben; bte andere hofft sogar auf einen solchen Ausgang; die dritte ober glaubt, baß die Sowjetheere sich nnt der Unterwerfung Polens begnügen, da der russischen Bewegung hauptsäch­lich eine national! kusche Idee zugrunde liege. Ist die letztgenunnte Ansicht richtig, wofür bis jetzt sie meiste WadrfckMilichkeit vorkiogt, dann wird Deutschiattd die kommenden Erstg-isie weuttz- ste-ns mit tancrcr Frsttgkeit ertragen tontyn.

KFJDr.

London, 24. Juli (Eigene Drahimekdung.) Man glaubt, die britische Regierung Werde m Warschau darauf dringen, daß inoie polnische Regierung Arveitervertreter mit über, ragendem Einfluß anfgenommen werdet damit Polen an Rußland mit einem Friedensgeftich herantreten kann. Man ist in Moskau nicht im Zweifel, daß solche Mittel Polen kaum noch Hilfe bringen können. Allerdings könnte ein Sowfetpolen bei Sowjetrußland auf Entgegen­kommen rechnen. Die Nachrichten, die man in Moskau Über Polen hat, besagen, daß i« den Industriezentren Polen« große Teil der A r - bei terschaft stark radikalisiert sind, daß un er den Bauern das Mißvergüngen über die Mobil­machung und die Reguisitionen außerordentlich groß ist und daß ferner eine große Kriegs- müdigkeit vorherrscht. ES erscheint daher nicht ausgeschlossen, daß die Arbeiter und die unteren Bauernschichten btt jetzigen Regierung ein ge­waltsames Ende bereiten. Die neuesten Nach­richten aus London über die Stellungnahme der Regierung zur russischen AntwSrtwote scheinen das oben Gesagte zu beWtigem.

Intrigenzentrale in München.

München 24. Juli. (PrivaLelegraumr.) Hier verstärkt sich bte Meinung, daß die Absichten der französischen Regierung offenbar bet Begünsti­gung etwaiger Lostr«« r*«ngs-Bester- bunge« in Bayern dienen und dafi m Mün­chen sozufagen «ine Fntrigne« - Zentrale gegen bte deutsche Reichseinheit geschaffen wer­den soll In ber Angelegenheit bet Unterstützung Polens gegen die russisch?« Angriffe würde man eS, wenn gewisse Vermutungen über »ertapp­te Truppensenbungen durch Sachsen sich bestätigen, bereits mit einer offensichtlichen Ver­letzung bet Neutralität Deutschlands zu tu« ha- bcn. Dies alles zeigt, daß die Franzosen Deutsch­land nicht mir in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch bei politischen Plänen als Objekt be­trachten, um sich seiner als Mittel zn allen mög­liche« Zwecken,« bedienen.

eitlen sich einige Löffel Rizinusöl und Klystier?. Stelingt es nicht, Erbrechen zn bewirken, so gäbe man, besonders bei Flieqenschwamn Knollcnbläiterschwamm, Auflösungen

tcfs oder Tannin, ein bis zwei Grammt in eine; Tasse Wasser, etwa all? Viertelstunden einen Lör-

Tte PÄzr kann man hierzulande als Volks- mchteMasmirtel bezeichiten, denn da ihr Nähr­wert ckllg-mcin befannt ift, werden sie viel ge- ftrcht und gegessen. Rach neueren Untersuchuu- gen beträgt der Eiweiß gehakt erwochiener PUze 12 MS 38 Prozent der Trockenmasse, bei jungen Pilzen ebenso 27 bis 45 Prozent. ES fft auch richt zu bestreiten, daß frische Pilze ziemlich leicht zu verdauen sind; da sie auch zuckerartige Bestandteile enthalten, habcn sie tuten gewissen \ Nährwert, aber er ist nicht vergleichbar mA dem unserer gewöhnliche« RahrungsMtb'l wie Fleisch, Milch und Eier. Wer Pilze ernten will, : der bwaucht nicht M säen. Es genügt, in den Wald hinauszugehen und einzufammrln. Sich dem Pilzen afmerksam nähern und

sic näher kennen lernen,

bkeibt doS beste nud sicherste Mittel, sich vok Schaden zu behüten. Es gibt Lillig: Schriften die Menge, in denen die eßbaren und giftigen . Pilze genau beschruden und adgebilvei sind. Es würde genügen, sich mit emigerk wenigen, allge­mein verbreiteten Schwämmen bekannt zu ma­chen, bei beiten eine Vciwachselung mit gifttgsn Formen ausgeschlossen erscheint M-an sollte um seren Schulkinvern die bestimmten Merkmale etnfcharsen. ES ist ein Abeigfiuche, daß otok Giftpilze daran erkennt, daß sie einen in bte Abkochung gesteckten Srlberlöffcs schwitz färben. Der gefährlichste aller giftigen Schwämme, der KuellenbtAtte ttebwamm, behält seine giftiger« Eigenschaften auch tn getrocknetem und tn abge- kocktem Zustande. Die zeitweise noch Medrrkrh- rcnde Behar-piung, daß gute Pilze bei >ac Zu­bereitung eine deulgetaue Zwiebel weiß lasse«, giftige dagegen bläulich oder schwarz särbea, wurde schon zn Beginn LeS neunzehnten Jcchr- Lunderts widerlegt. Ekrich unsinnig ist die Behauptung, daß auf Gtftfchwämme gestreutes Salz sich sofort g-.lb färbt I» einem gewissen Zustande werden.wohl alle Schwämme, selbst der Pilzling und der Champignon, Silber schwarz färbe«, nämlich, wenn sie schon irr Fäul­nis übergc-hcu und Schwenkwasscrstofsgas ente Wickeln. Köhlerglaube ist auch die schon bei Pli­nius, also im ersten Jahrhundert n. CH., zu f,m- brtibe Angabe, daß die Pilze, die beim Kochen härter weiden, verdächtig sind und daß Essig die Giftigteit uu-Sjebe. Es kann auch nicht genug davor göwaritt werden, zu glauben, daß PAze, die im Freiem von Infekten ober Schnecken ange­fressen sind, ohne Bedenken gegeffe» werden ton­nen. Der FlieglMülz, ber Fliegen tötet, wird ahne Schaden von Nacktschnecken abgen-ngit. Am­seln und Drrsseln ergötzcit sich förmlich an ben für ben Menschen gefährlicken Tollkirschen und anderen @hftbeeren. Soll man

Schneller noch als die Russen vorgeih.-n, Archen sich die Polen wacker zurück uub fingen »Roch ist Polen nicht verloren". In der Hast wird jeder Marm mobilisiert, der ein Ge- wehr tragen kann, und unterdessen hofft mau ans die alliierten Truppen vom Westen. Man merkt den Sllliierten am, daß sie nicht gerne an die neue Kriegsarbeit heramgchen. Tie Entente­presse be schäft täte sich mit der Frage, welcher Art die erste HLfe sein tonrote. Sie hat dabei den Vorschlag gemacht, Polen zunächst mit Kriegs­material zu uirterftsttzen, und zwar mit deutschem Kriegsmaterial, das angeblich tn Ostpreußen in Bßen Mengen lagern soll und das Deurfchland

>ieso den Alliierten ausliefern müsse. Dieser beaueme Vorschlag beruht aber ans einer falschen VorauS-scyung, dsimi nach Paragraph 169 des - Friedensbertrages muß die Entente das von uns auZgeliefcrte Kriegsmaterial zerflöven und mibrcuchbar machen Wir sind aber nicht ver- ' pflichtet, etwas auszulieftrn zu anderweitiger 1 Petweudung. Eine Hcrausglibe von Waffen an die Polcu kommt daher gar nicht in Frag?. Rach den letzten Meldungen hat die Entente denn auch ' beschlossen, militärische Hilfe nach Polen zu seu- , den und die Truppen durch Deutsch­land M befördn«.

Auf der Pilzsuche.

Dvvbeuguug «nd Hilfe »ei Vergiftung.

et» b«U>albet« Umgebung ## »affet, bte «eich « «Ute» iff, wird in der jetzigen Lei* von b«n Pilzfreut-d*» eifeig abgefuAt. DeStzal» geben wie »en nattzstehenden «nsfLtzeungen 9tanm.

Irr Krieg im Ssten.

Polens Riederlage.

D« polnische Rückzug wird mit einer über­raschenden Schnelligkeit vollzogen. Die russische« Truppen stoßen auf dar ganzen Front von Li­tauen bis Gaftzien planmäßig 9ag.1t die polni­sche Gvityze vor und tocroen bald vor Warschau stehen. Erst innerhalb der letzten zehn Tage nimmt man den Ernst der Kämpft wahr. Vor­her entwickelte sich die Spannung laugsaim, ohm> daß man ihre tiefere Bedeutung erkannte. Tie Ursache trogt, kurz zufammpngefaßt, in der groß- polnischen Idee. Der von den Allöfttten w i - derrcchtlich geschaffen« »Großstaaf Po­len hatte sein ivebtet so weit ostwärts ausgc- d^nt. daß »te Russen sich stark b-.-inttächtigt fühlten und in einer Anwandlung von Ration«- beiwubtfeiro ein Heer auf die Seine brachten, stark genug, die Polen zurückzudrämgen Polen sucht nun seinen leicht gewonnenen neuen Besitzstand bedroht. Tie Hilferufe an die Alliierten haben auch in Paris und London größte Besorgnis hrr- voraerufen, denn wenn die russischen bolschewi­stischen Heere Polen überrenntn, ist ein künstli­ches Produkt des Versailler Friedensverlrages zerstört. Der Pufferstaat, der Deutschland vom Rußland für immer trennen sollte, würde toon, kaum intfttMben. wieder ausgffchaltiÄ. Am meisten bangt den Alliierten davor, tote der britische Premierminister sagt, daß die große »Militärmacht" Rußlard wiöver mn Drutsch- laud in Btrührmig käme. England und erst recht Frankreich erblicken in einer etwrigen b-ntifch-russischen Freundschaft eine neue Gefahr für die Entente. Dcsbalb machten die Alliierten schnell einen Mtmittlungssersuch. die Polen bö­te« einen Waffenfttllstcmd <ut, ab>-r die Russen mißachten beides und rüden weiter erfolgreich kämpfend vor.

Rachwirlullge« Vs» Spa.

®ie Entwaffnung der AivilbevTlkertntg.

-lPrivat-Telegramtn-f

' Berlin, 24. Juli.

In Durchführung der Befchlüsse von Spa, fand im Reichs Ministerium des Inneren, unter dem Vorsitz t»s Rcichsmtnisters Koch, eine Be- fprechuna mit den Vertretern aller deutschen Länder statt, die die Entwaffnung der Zivilbevölkerung zum Gegentzand der Verhandlung hatte. Gleichzeitig wurde ein dies­bezüglicher Gefetzentwurf vorgelegt, der in aller- nächster Zeit <m das Kabinett geht und daun de« Reichstag beschäftige« wird.

Königsberg, 24- Juli. (Eigen-r Drahkbertcht.)

Ans Kovenlfttgen wird gemelvct, daß «in starkes . _ . . ....

enslifchcs Gefchwaver zq östlicher Rich-'BtatznaLme« sind zur Sonst,

Die Bewegungen an der Front.

Berlin, 24. Juli. (Privattelegramm.f Der Vormarsch des Rordflügels der russtschen Dow- cüruppen wird kant Nationalzeitung von den hiesigen militärischen Kreisen aufmerksam ver­folgt. Rach den vorliegenden Meldungen hitt sich russifche Kavallerie in Augusto- wo gezeigt. Bus Suwalki kommt die Nach­richt, daß dort zwei rufsifche Kavallerieregimen­ter gesichtet worben sind, bie zweifellos bte Spitze des heranrückenben bolschewistischen Heeres Bit- ben. Damir ist der ruffisch-polnische Kriegs- schmchlatz bis an bie beutsche Grenze vorgebruu- ge«. AuS Werschau wirb berichtete Am Frei­tag hat bte Stockung bes russischen BormarsüMs angehalten. Bjelosto» whb von ben Polen ge- k-altcn. Gei Grobnow hätt bie pÄuisckfe Ar­tillerie wirkungsvoll den Vormarsch ber Bolsche- ivisten aus. Meldungen aus Warschau zufolge sind seit Mittwoch hunbertsünfzigtausenb Mann nette polnisch? Reserve« an bte gefähr­dete Rordfrovt abgegangen.

Dimit beginnt ein neues Kapitel. Vor eint» gen Tagen hat die beutsche Nogievung ihre Neutralität erklärt Das heißt also, daß Truppen Ixt kriegsführenden Parteien, Wenn sie deutsches Gebier bttreten, vom deutschen Grenz­schutz entwaffnet werden. An der oftpreußischen Grenze werben rotr nötigenfalls in der Lage fein, diese Bestimmung auszuführen AVer wie vevrhaltcn wir uns im Westen den Ententetruv- pen «genüber? Von rechtswegiu dürfen wir ben Duachtrauspon nicht zulaffen, und die En­tente Mißte unsere Neutralität respektieren. Das Hrb sie aber wahrscheinlich nicht tun, sondern trotz inneres Protestes ihre Lnuppero durch Deutschf.md finden und damit ein-n neuen Rccklsbruch begehen, gegen den wir natürlich machtlos sind Tic bevorstehende Mißachtung und Verletzung der dcutsch.-n Staatshoheit wirst bereits ihre Schelten voraus. Die deutsche Valuta ist daraufhin seiit gestern erheblich gesunken. Wie unfit Frankfurter Börsenbe­richt meldet, wurden noch vorgestern für 100 Mark 14,30 Schfweizcr Franken g-zahlt, wähcond gestern für 100 Mark 12,80 Schemiter Franken g-zahtt wurden und der Kurs heute vermutlich weiter sinke» wird

Ter Ttuppemr-onSport und die vielleicht do- mit verbundene Reamiiernngtoird zweifellos in Dcutfchland eMssindlicke Störungen im Verkehrs- und Wirtschaftslebea verursachen, UND man lami nicht wissen, wie lange dieser Wirrwarr Lauern wird Die unglückliche geo- grophische Lcge Teutschlands, von allen Leiten eingeengt und feindlichem Einfall preisg.-gebeit, ossewbart fich heute mir aller Furchtbark t Was nir adwchren konnten, sol.mg: wir noch unsere Kraft besaßen, droht jetzt in zügelloser Willkür über uns hcreinrubrechen. Es ist die beschä­mende Folge unserer damaligen Selbst utwafs- NUNO. Wie sich bte Russen «Its gegen­über fteßtn Werden, ist noch nicht sicher. Vor- lairfig haben sic erklärt, mit uns in Frieden Stss 3« rowöeu, deutLfte Grcrue leite von