Meter Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
10. Jahrgang.
Sonnabend, 24. Juli
Nummer 168
Fernsprecher 951 und 952.
Fernfvrecher 951 und 952.
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Weiterer Nückzug der Polen.
Bötterbuad-Probleme.
®ie deutsche Wirtschaft.
D» «nächst soll in tet Schweiz die erste Nöl- tefduDdsitzilliH smttfinten Aber D-mTchland ist noch nicht dübei, und wie sich d.r Außenminister L-r Dimorrs vor einigen Tag.» äußerte ist auch nicht auf ein« baldige Zulassung Teutschlaaids zu rechnen. Den Werd-anry des Völkerbundes lernt man nur als Tragikomödie bezeichnen, WKsorr- Amerika machte die Gründung des Vötzerbun- des zur LadinMng der Teilnahme SLmerifaS an den Friedensvcrhandlungen D.nm kam .auf Grund der vierzehn Punkte Wiksvns" ter ,Fri-» te* Mstomde Hierauf hatte Amerika nichts eili- Aeres zu tun» als erst den Völkerbund und daam den 8rititen abzulehnen. Heute sichen wir rr-xh im Krpege mit Amerika, dem einzigen Lande, das uns jetzt einigerm-aßen sriedüch gefümt ist, während die Mächte, mit denen to’t in wirk- lrchcm Fritten lebe», das Vülkcrbundrustrumrnt amerikanischer Erfindung bis Kricgsminel benutzen, DentiMand und Europa, ausschließlich BolschLwtklcii, so zu gestallrn. wie es ihren An>- oeressen cm vienlickstcn ist.
Nun heißt es. Deutsch land solle später cinae- loten Werdern, dem Vcllertemde beizutreim. Es gibt viele Deutsche, die es für ein-n Gewinn halten, wenn wir dabei sitzen dürfen, wo Beschlüsse gegen Deutschlands Ehre, D'Utschlands Bestand und Deutschlands Wirtschaft durchg'sttzt werden. Oder sollen wir uns aufnehmen lassin in bet stille» Hoffnung. daß politische Ereizniffe die Stimmen«r?hrhci<r auf unsere Seite bringt? Eine derartige Hoffnüng heißt dcn Völkerbund gleich zu dem stempeln, was er in Wirklichk- it ist, eine veränderliche politische Mächtegruppierung Tte aber hat es stets gegeben und wird es weiter geben, bis kein Sand mehr ei,rem anderen den territorialen Besitzstand mtdet. bis es keinen Nurionalismus und keine Welt- marktSkorÄmrenz mehr gibt. Solange das Mcht der Fall ist — urib cs wird niemals geschehen — so lang« ist ein Völkerbund im guten Sinne eine Utopie, genau wie der Kommunismus. Der so- Smrnte »Völkerbund* aber, wie er augMblick- bestecht, ist ein blutsau zenter Jmperialii- mus der Majvrilätemackte. der sich heimtückisch ein ethisch-kulturelles Mäntelchen um hängt Bst Sicht betrachtet, sind hiergegen selbst die alten Aggrestivbmttnttfle ritterlich zu Beneunm. Das ist um nichts M viel gesagt, man denke nur an die Verteilung der deutschen Kolonien mrd ter übrigen Mandate im Namen der Kultur durch bat Völkerbund^.
Die vi-lan kleinert Rationen, die sich zum Bölkerbunde drängerr, rrtenneu entweder die Maske nicht und Aaubcn an di« Kulturmission Miweizeristhes Plebiszit) owr sie haben "cho. Äcckkulafirm auPgemocht, die irgendwie einen schönen Nutzen ergM-t, der nicht aus dem abstrakten ©-biete eidlicher Ideen liegt. Die ftirrffte oder diplomatisch gewandteste Rattan wird es in diesem Volftibunde immer verstehen, das durchzusetzcn, was sie zum .Wohle" ocr Welt für am nützlichsten halt. Die praktische» Amerikaner, die für chre Ziele im Völkerbund eine Minorität Witterten, konnten sich aus diesem Grunde auch nicht von dessen .wahrhast mtaigen- nütziger" Wirksamkeit überzeugen und lehnten ab. Deutschland Hot von einer Ausnahme in den Völkerbund vorläufig wider einrn Vorteil noch timen Nachteil, denn unsere Mitgliedschaft ändert sicher nichts an der Scsimworg d.r- zentgen, die vor und nach dem Frieden unsere Feind« waren und find. Einzig uirib allein aus die Gesinnung aber kommt cs an, aus sonst nichts. Soweit wir können, müssen und wollen wir den FrievenSvertrag erfüllen Aber es ist weder würdig noch notwendig, noch faun es im acringffrn nutzen, wenn gerade dis zerstückelte, bis aufs Mark ausglsoMue S»utf*Iinb den ui- eSbrittidfcn Gegnern immer wieder von seinem Mllcn zur Versöhnung erzählt. Man sollte endlich einsthen, daß der Wiederaufbau der temi- schen und der Weltwirtfchast nicht durch Schlrg- wvrte. Ideen oder Theorien erreicht Werten tarnt; nur die uüchtcrue Praxis kann uns vorwärts Bringen.
Es hat keinen Zweck, nach Danzig, Posen, Länder n und Strasburg ,u blicken, vor Schmerz zu vergehen oder die Kräfte tu sinnloser Wut zu varbrauche« Wollen wir wieder hoch, so rnüffm wir uns darüb-r klar feilt, daß uns nicht der erste Schritt auf den Gipfel führen kann, aber ohne ter. ersten Schritt kommen wir brstmmtt nicht hinaus Das erste aber muß fein, daß wie unsere Wirtschaft wieder in Ordnung bringen. Dos können wir nicht allein, also muffen wir Mit unseren Gegnern rcden Tie Konferenz in Spa hat zwar gezeigt, daß dies nicht so ehtfad) ist, ater hierzu sind weder Bitten noch Appellie.- rrrich Phrasen notwendig; wenn die Sache richstg angesatzt wird, Hilst uns die Wechselseitigkeit d>r Interessen besser als die schönsten VersShnungs- pdsen Frankreich hat mehr Erz als es verartetten kann. Abnehmer für bei Uebwschug hat es kaum ouß^r uns. Wir brauchen das Erz, alsot Nutzen auf bi tten Seiten. Enststmd, Am?-
ALM bewerben sich um Misere Frachten.
sie w-rd.m dafür zu Gegendiensten bereit sein usw. DerstiirdtgunHsmöglichketten sind mf m irtschartl ich em Gebiete ausreichend vorhanden. aber das Konter des freien Kaufmanns ist hierfür e'ne b.ssere Zentrale als der grüne Tisch im Ministerium. Deutschland ist ein Rad in ter großen Maschinerie der Weltwirtschaft teti> daß es nicht zu entbehren ist. steht man in Amerika und England längst ein. Diese Tatsache gibt uns, zusammen mit dem Bewußtsein unserer ungebrochen n Kraft, eine ganz andere Gewähr für träfet? Zukunft als das Wohlwol- fen des Völkerbundes, ter doch nur rät lebendiger Leichnam ist. A M.
Seutschlands SeetrolitBt.
LrllLrung deck russischen Sowjetvertreters.
Berlin, 23. Füll. kPriSratielegnamm.) Der Berliner Bertreter der Sowjetrepublik, Kopp, hat erklärt, daß die russischen Truppen nicht daran dächten tu Deutschland einzumarschieren, wenn Deutschland neutral bleibt. Einmal will Rußland mit Deutschland in Frieden leben und tnc wirtschaftlichen Beziehungen sobald als möglich wieder anfnehmen, und zweitens würde ein Einfall in Ostpreußen die schärfste nationale Reaktion in Deutschland her vorntfen, woran die Sowjetregiernng kein Fn- tereffe habe. Hätten es die russischen Truppen auf Ostpreußen abgesehen, so würden sie nicht Littauen geräumt haben, das doch der nächste Weg nach Ostpreußen sei. — Don anderer Seite wird berichtet: Ein Ersuchen der Entente, Truppen durch deutsches Gebiet nach Polen zu befördern, ist bis heute nacht noch nicht in Berlin eingegangen. Rach einer Erklärung des Sowsetvertreters Kopp würde eine Zustimmung Deutschlands ,u einem solchen Truppensrtr^rrg nur den Einfall der Stoffen zur Folge haben.
Irr niMch-tzolnischr Krieg.
Die Polen gehen Wetter zurück.
(Privat-Telearam" >
Berlin, 23. AM.
Der Zusammenbruch des polnische« Heeres scheint, militärisch-polittsche« Quellen zufolge, besiegelt zu sein. Rach Meldungen auS Königsberg lassen die au uttlitärifche« Stellen vorliegendeu Nachrichten erkennen, daß die Lage der Polen unhaltbar geworden ist. Die Aufgabe von Gradno und die Einkreisung des Rordflügels der polnischen Armee ist beinahe vollendet. Die polnischen Truppen gehen in un. ordnetem Rückzug auf Suwalkj zurück, das noch etwa dreißig Kilometer von der Südostgrenze Ostpreußens entfernt ist. Die Sowjeüruppen drängen hart nach, sodaß die Spitze der bolschewistischen Nordarmee heute schon auf ungefähr vierzig Kilometer an Ostpreußens Grenze heran, gekommen ist. Weiter südlich im Raume zwischen Nfeinen und Bug befinden sich die Polen ebenfalls auf beschleunigtem Rückzüge.
Weitere Frontberichte.
Rotterdam. 23. Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Reuter meldet vom Donnerstag aus Warschau: Die Russen sind mit dreifacher UeberlWenbet gegen den Rarem iv Anmarsch. Die polnische Front ist auf die Linie Ostrowo-Ojedle, zurückgenommen worden. In Bjelostok find die Russen noch nicht ««gerückt Londoner Berichten zufolge hält matt dort die polnifche Haupt- stadt Warschau als nicht unmittelbar bedroht. Die Russen verschanzen sich am Rjemeu. Bei Ml- tau ziehen die Bolschewisten neue große Trup- peutnengen zusammen Der Funkendrenst M>- taumeldet, daß die Russen eine große Oss en si- v e au allen Fronten beginnen wollen.
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Englisch-französische Maßnahmen.
Rotterdam, 23 Juli. «Eigener Drahtbericht.) Daily MaA meldet: Im Unterhaus.? sprach wach Lloyd George Lord Curcon einig? Worte über die Polnische Lage und gab die Versicherung ab, daß diese nicht zur K ttastropbe führen solle. Aus den fiir? Pelen von den Alliierten festgesetzten Grenzen dürfe rs von keiner anterut Machi zu- rücka-s-rstugt werden. Tie militärischen Maßnabmeu der Alliierten firm in vollem Gouge. Eingclheit.n könnten darüber noch nicht rcitgeteSt Wtrbcn — Lloyd Georges ßmärung macht in Frankreich cinen guten Erndruck. Man fteL mit Genugtuung fest, daß Mischm Eng. f and und Frankreich in ten wichtnzeu Problemen Shtien und Polen vollste U e b e r e i n- siimNunü tesieku nnö»F»chel»daß Stott @e%l
orges gestrige Erklärung itenttsch sei mit der Mtllevandscten von vorgeftcrn.
* Das Blockademittel.
Rotterdam, 23. Juli. (Eigen? TrahttnÄdung ) Die Blockajdelommission der Alliierr-n tritt in den nächsten-Tagc n in Paris zusanmeen. Auf- galte der Tagumg ist die Unterstützung ter militärischen Maßnahmen in Rußland durch eine oollständ ige Blockade.
fltiegsgeffliigent »oä Mn.
S lfe durch die nordischen Länder.
(Eigene Drahtmeldung.)
Kopenhagen, 23. IM.
Rach einem Telegramm ans Christiania be- schäft'gM sich das Parlament gestern mit einer Bortage betreffs Beteiligung Norwegens au den Kosten der Heimbeförderung deutscher und österreichischer Kriegsgefangener aus Sibirien und Rußland. Die Kosten werten auf 25000 Pfund Sterling veranschlagt. Schweden und Dänemark werden sich mit gleichem Betrage an der Aktion beteiligen. 15000 Pfund ter von Norwegen zur Verfügung gestellten Summe dienen der Anschaffung von Transportmitteln, während der Rest zum Ankauf von Lebensnttt- teln und Kleidern verwendet wird. Die Bewilligung durch das norwegische Parlament erfolgte einsiimmig ohne Debatte.
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Qualvolle Leiden.
Kopenhagen, 28. Juli. (Eigene Drahrmel- dung.) Einem Telegramm aus Helsiugfors zufolge überschritten neunhundert deutsche Kriegs- gefmifleue, darunter ZivilzesimSene mit Frauen und Kindern die finische Grenze. Die Leute waren vollkommen entkräftet und in verlumpter Kleidung. Sie berickfieten von unsäglichen Leidem, denen sie in der Petersburger Gegend ausgesetzt waren. Was sie in Sibirien erlebt haben, verblaßt gegenüber dem. was sie,n Petersburg durchzunmchen hatten.
Aurftand in Königsberg.
Gewalttätigkeit der Streikenden.
(Privat-Telegramm-s
Königsberg (Ostpr.), 23 Juli.
Nachdem Vie städtischen Arteiter, mit Ausnahme ter Elektrizitätsarbeitcr, die Arbeit wieder aufgemommen Hatzen, nahm die kritische Stimmung ratter dcn noch Streikenden tateuiertb zu. Mehrmals kam cs zu Ausschreitungen. Gestern morgen versuchten etwa dreihundert Streikende das Elektrizitätswerk zu stürmen. Die Sicherh-Äsiwlizci üieb die Menge auseinander. Eine andere sünfhuntert Mann stacke Gruppe von Dirsständigen überfiel die auf Lastautos nach Weißmühle beorterfen Angehörigen tetr Technischen Rothilse. Gegen die einschrei- tende Hundertschaft ter SicherhcitspoLtzei ging die Meng; Ait Steinen und Knüppeln vor. Die Sicherheitspolizei zerstreut- die Menge mit Waffengewalt ES gib aus beiten Seiten Verwundete. Eine Bekanntmachung des teiMhen EiserchahnerverbandeS droht mit einem Sympathiestreik, doch füll erst eine geheime Ab- ffhr-imintg flattfittten, die voraussichtLch ckbleh- tteud, also gegen den Streft, anShälLeu dürfte.
Sie Ausfuhr-Schwindler.
Die Bande »er Fälscher auf der Flucht.
(Dvivat°Telearmnnr.Z
Duisburg, 22. JiLi.
Die Schwirwlerbande, die seit langer Zeit deutsche «usfuhrgenehmkgnugen fälschte und diese sogar öffentlich in holländischen Zeitungen als echte Ausftchrbewilligrmgen zum Kauf anbot, wurde in Köln durch die Polizei zerstreut. Es Waren meist Personen, die Während des Krieges in Hollmch Spionage» dieuste für und gegen Deutschland verrichtet hatten. Auch' sind mehrere Holländer darunter, die sich in englischen Dienste« befanden. Die Mehrzahl find schwerreiche Latze durch den Schwindel, geworden, der hauptsächlich zmn Nachteil Deutschlands verübt Worten ist. Der Kölner Polizei gelang eS nur einen der Beteiligten zu verhaften. Seine Genossen find nach Holland entwmmen und versuche« angeblich mit dem erst r zur VeeMgung stchendm Schiff «ach Süd amerSa M «ckkomme«,
RuUche Geheimnifle.
Schilderungen ans dem Sowjetreich.
Brief« an« eetoletrnllanb »em Mai MefH Jahres, die wohl die »«»erlUifigsien unb an- <d>auli*ft«n Schilderungen find, die au6 diesem San»« der Seheimnifs« zu nn« «ekoinmeu find, werden in den Srenzdoten veröffenllieht. Sie ftammtn oen einem Denlskhen, der vor W«. <h--i wirtschaftlich- Desprechungen gehabt hat.
T'e Wohniuttgsveehältniffe der meisten Leute in der Stadt, hsitzt es da, smd die gleichen, und zwar wohnen mehrere Personen in einem Ammer: vor allen Drnsen int fein er scharen sie sich in größeren Mengen um einen Seinen eisernen Ofen, um sich auf die primittvste Art zu erwär- men Der Ofen wird mit Holz geheizt und raucht furchtbar. Seife ist nicht vorhanden, f»- haß die Stadtbewohner im Winter fast alle grau uni schwarz von Ruß sind, welchen sie mit dem kalten Wasser und ohneSeise nicht aDtvasche« können Ueterhaupt sind die Begriff« von Hygiene und Reinlichkeit in Rußland derart gesal- fcn, teß man von einem Bad oder Wäscliewechfil oder Geschirrwaschen kaum mehr spricht. Mau interessiert sich nur für
. daS tägliche Stück Brot
und sucht «s durch die nach dortigen Begriffen ge* sähiliffsten Spekulationen zu erlangen. Zertts- fene Stiesel, zersetzte KLeider .defekte Wäsche smv an bet Tagesordnung Nur die Kommunirsten schwelgen im Luxus. Ich find in allen Sowjetbehörden tue sogenannte Sabotage. In Wirklichkeit ist es aber keine Sabotage, denn lebet- mann ist infolge des von der Sowjetregierung festgesetzten utrmöglichen Gehalts gdMnmgen, Während feiner Arbeitszeit private Siebente- schästignug zu haben, um sich sein msstzches Muck S ch Wa rzvrot und vielleicht ein paar Kartoffeln urti) für den Feiertag etwas Grütze zu erwerben. Oder man spekulliert, d. h. nttin verkauft etwas von seinen früher erworbenen Sa- chcn Rach den Sowjetgesetzen ist dies strafbar. Der Hunger ist aber stärker <68 tee Sowjet- gesetze, sodaß man trotz '»er schärfsten Maßnahmen nicht allein den Diebstahl und die Spefttza. tion nicht bezwingen konnte, sondern diese durch die jedem Naturgesetz Widersprocteiiden ©efebe nur vergrößerte. Ganz Rußland einschließlich ter Arbeiter würden das Land verlassen, wann es dazu eine Möglichkeit gebe; doch ist jete PoMMe oder wirtschaftliche Freiheit vernichtet.
Heber die heutigen Löhne
wird folgendes mitgeteilt: Der russische Arbeiter, ganz einerlei, ob Tagelöhner ober Gelehrter, er. hält die Monatsgage von 2400 bis 4200 Rntel. und außerdem in den meisten Fabriken und Werkstätten sowie bei den SoWjeitehorden, den sogenannten Pajok. d. b. etwas Süchte und Gttitze oder Gemüse täglich. Natürlich kann er von dieser Ration nickt eriftieren urb ist gezwungen, sich bei Schleichhändlern oder auf ter fog«= iMtmien Sucharewka Lebensmittel zu kaufen. Wie Weit er dabei mit seiner Gaye kommt, mögen folgende
Schleichhandelspreise
zeigen. Es kostet 1 Pfund Schwarzbrot 400 Rubel, 1 Pftnrd Weißteor 7ÖO Rubel, 1 Pfund Sutter 5000 Rudel, 1 Pfund Schweineifleich 9400, 1 Pfund Kartoffeln 120 Rubel usw. Wenn er Kleider oder Schuhe braucht, so zahlt et för 1 Paar Stiefel 15—20000 Rubel für enrom Anzug ca. 100 000 Rutel. Im allgemeinen entsprech!,» diese Preise dem Kurs, den man ht Rußland für die de-uiffche Mark bezahlt. So erhält man Mn Beispiel in Moskau für 1000 deutsche Mark 90000 bis 100000 Sowjet-Rubel, sodaß <6f», Wenn man mit deutschem Gekde dorthin kommt, ein Anzr'a unaesächr 1000 Mark, 1 Pfund Butter zirka 30 Mark kosten würde oder, anders betrach, tet, die ®aae des russischen Arbeiters ettter Löh. «nng von 30 Mack monatlich entspricht. Mn eigen artig es Bild bietet die Sucharewka,
d« «Ite Trödelmarkt,
ter früher in fünf Minuten durchschritten wat und sich fetzt vier Kilometer lcmg hinzteht. Man kann dort alles kaufen - Am interessantesten ist die sogenannte Bourgeoifiereihe. Es ist dies die frühere Intelligenz, darunter der russische Adel, Welche ihre letzten Sachen Vorkäufen . Wan hört dort alle Sprachen, sieht. Wie die Waffen, elnge» schüchtern en Gesichter ihre ehemEgen BaWei- ter. seidenen Stteselchcn, goldene Uhren usw. zum Verkauf anbieten Dezeichwend ist z. B. daß man die schönsten Künstlerflügcl halb so teuer wie ein gewöhnliches Grammophon kauft mvd beides für ein paar Mark im Gegensatz ju den märchenhaften Summen für L-ctensnrittel. Dte woMckventen Russen, die früher, was KsnÄort und Lums anbelangt, Wohl die verwöhntesten Leute ter Welt waren, sind heute zufrieden, wem, sie täglich eftvaS Schwarzbrot und einige Kur- rasseln haben und man sie in irgend einem 3™* mcrchen in Ruhe Wßt. So erhickt z. B. eht Be- kannker ans einer der am«eseheusten und reichst» tWmnMen. der fräter in Moskau für sich aort»