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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 160.
fternfttred)« 951 und 952
Donnerstag, 15. Juli 1920.
Fernsprecher 951 und 952.
10. Jahrgang.
Verschärfung der Lage in Spa.
Polens Mckzug
Fehlschlag auf der ganzen Linie.
Die Polnischen Großmäuler sind in den letzen Tagen schw« igsom geworden. ist noch gar nicht ton®, her, tu las man in den Zeitungen., wie das ksinsttge GroßPolcn sich als den Mittel- punkt der europäischen Politik betrachtete, ÄS dm AngelPimtr, um dm sich do» Schicksal Dintschtonds, Oesterreich». Ungarns und Rutz. lcmdS drehen werb#. Polen werbe einst bet Großstaat fein, der das Zentrum Mitteleuropas bilde, — der zu schieben glaubte und doch nur von dm Alliierten geschoben war. Das polmsch- Volk, das schon so oft versucht hat, eine politische Rolle zu spielen, alber vor lauter Ideenreichtum cS niemals zu einer schöpferischen Tat gebracht S, bleibt doch immer dasselbe. Es berauscht an seinem durch nichts gerechtsertiptm 9la« ttonalstolz, beleuchtet sich in bcll aufflammeiid ir Begeisterung., und ehe es richtig mit der Auf. bauarbeit begonnen har, ist die Glut schon er. loschen Die früheren Perioden polnischer Selbständigkeit halten jedesmal das Ergebnis, daß ein Trümmerhaufen zurilckblieb. Unordnung in der Verwaltung. Perlodderung im öffentlichen Leben waren die charakteristischen Merkmale der polnischen Wirtschist ES liegt kein Grund vor. anzunehmen daß es diesmal besser werden sollte. Das Anfangrst..dium gleicht Swn der Entwicklung früherer Zeiten Von
n englisch-französischen Helfershelfern hat man sich geraubtes deutsches Gebiet fiebern lassen, dann ging es mit künstlich angefeuertem Heldrit- tmir gegen die Russen, um auch noch nach Osten die Grenzen auszudehntn. Der W.rlm bot nicht lange gedauert. Nach wenige Monate wäh» r nde.i Käuwfen steht das polnisch« teer schon vor dem Zusammenbruch, und die Alliierten können oder wollen nicht Helsen. Indessen ruck! dierussischeroteArmee cilnidS vorwärts R.rch wnferitt gestrigen Telegrammen rücken die Dhiffiit ruf mthreren Stellen zugleich vor. Dcr Bolsch-Wi-nmS droht Polen zu üb er flut en
Wenn man unter Bolschewismus im allgemeinen die Siaar-form versh'hen will, die seit der zweiten russischen Revolution im ehrmt- ligon Zarenreiche besteht, so wird man ahn- weiteres erfennen. daß diele gewaltige A-niderun- gen durchmochte und noch immer nicht am Ende der fortwahr« den Wandlung angel.rnzt zu sein scheint. Gegenwärtig haben die bolschewistischen Volkskommisscne die gesamt? Regierungsgewalt in die Hände dcs Äeneralstabes gelzzt. Sie wissen, daß sie augenblicklich mir ein starkes Heer retten kann Den Feind gilt es zu überwinden und in solchen Augenblicken müssen eirn alle anderen Gegensätze in den Hiuf.-rarn-nd treten. Ecktreral Brussilow ist also der Dikta, ror Idrßlands geworden und, aus gestattet mit allen Fähigkeiten eines großen Truppenführers, an der Spitze einer großen Armee ist ei ihm bis. ber geglückt, die Fetnde über di.' Kr.-nzm bei eigenen Landes zu treiben. Die russische Rwo- lution bat natwmti# Kräfte cmszelöst, die an der Hand e.-iei fähigen Führers zu großen Leisiun-, N« gSb-vacht wepd-n könnten. Aber es ist nicht Brussilow allein, dem d>r Richm eines Besiegers Polens zukommt. Dieben ihm wirket eine erröt * Anzahl früher zarist-scher Militärs, denen ebenfalls ein nicht geringer T-sil des Erfolges ge- tiibrt. Unter limxn ragt jedoch eine Gestalt her- vor, di- allmäbkich alle anderen überschattet: die beS ReitergcncralS Budjennin. des Kommandanten der bei Rowno kämpfenden bei» schewistIschen Armee Dieser Mann, den man schon vielerorts alS den Napoleon Siußland» bezeichnet, hat eine höchst vnteresscmch- Laufbahn mmer sich. Er isi der .Mann ,iu» dem Volke-, ein .Tewarisch* (Genosse), der aber baLd zum rüchtigkn Trupp en führer alten Stils wurde, dem eiserne DiSzipAn mehr gilt als jede bolschewistische Stsatstheorie.
Während des Weltkrieges hafte sich Bud- jennin in den Karpathenschlachten als Unter« Offizier besonders ausgezeichnet und rrnfr Beus- ftlow die bekannte Offensive gegen du Mfttel- mächte im August deS Jahres 1916 mitgemacht. Dann hörte man lange -seit nichts mehr twu ihm, bis die endlosen Kämpfe der Bolschewisten Sogen di« Unmenge äußerer Gegner ihm zu schnellem Ruhme verdalicn Heute ist er der beste Genera der Sowjetmacht dessen Reiterscharen die gefüvchteEeu Gegner der Pol-w sind. Der größte Teil der rnssichcn Erfolge ist ihm zuzu- schrei-ben. lieber seine politische Gesinnung ist nicht allzuviel bekannt- Wahrrchei.nlich gibt er sich mit derlei Dingen auch nickt viel ab Er ist Sotokrt durch und durch m-d hat «b.-n den Feld- hcnnst.rb bereits im Tornister getragen. Ob ihm der Name des großen Korsen gebührt, Mette da hin-gestellt es ist jedoch heute in Rußl-ma nichts ausa-eschlvssen, am allerwenigsten die Ausrufung eines M ilitärd iktators zum Herrscher aller Reußen.
Die Kämpfe gegen Polen sind noch nicht zum Abschluß 04ta.-gt. Mon Weitz noch nicht, ob cs den rührigen ttetleutetoenretetn gelingen dürfte, einen schnellen Friedtnsschluß Int Otten herbei»
Sten. Em großer Teil der bolschewistischen mssare will nicht eher ruhen, als bis di« toten Truppen in W trschau stehen. Ob dies ten Untergang Polens bedeutet, steht aud; noch keineswegs fi-ft. tbensow.'nig tote man mit Sicherheit anacben kann, ob üaS Friedensangebot der Westmächte auf rem wirtschaftlicher Grundlage dem siegreichen Sowjetrußland jetzt noch genehm sein wird- Da« sind alles Dinas, die dom Schleier der Zukunft verborgen sind. Wie sich Deutschland zu bet neuen Entwicklung stellen muß. läßt sich hcut! i-.ock nicht sagen. Ob° wohl gestern m-meiect wurde daß ein bolsche-wi- stiscker Einfall in Deutschland nicht beÄ'sichtiat fei, kann man doch nie wissen, wo ein oorrückcn- des Heer Halt ntudten wird, wenn eS k-t.nen Widerstand mehr sinder Die Vorgänge im Osten, und nicht zuletzt bei uns im siund- selbst, müffetk mit gröhtör Wacksatnkcit verfolgt w-rrdsn. «es»
Nene Schwierigkeiten.
Keine Einigung über die Kohlenlieferung. (Privat-Telegramrn.1
Spa, 14. Juli.
In den BerHandlungen von Spa ist abermw» eine schwere KrisjS einge.reten. Bevor jn der gestrigen Nachmittagssitzung der Autzenmini. ifier Dr. SimonS die Antwort der deutschen Delegation auf die letzten Reusterungen der Alliiert-'n in der Kohlenfrage mitteilie, schickte er länger? Ausführungen zu ihrer Begründung voraus. Er betonte zunächst noch einmal, daß der Umfang de, deutschen Lieferungen vor allem von der Arbeiterschaft des Ruhrgebiets abhängig fei, die bei der gegenwärtig schlechten Ernädrung d'e Förderung zu steigern triff imstande f:;_ T e Arbeiteischaft, die ihn kenne, und mit der er während seiner früheren Tätigkeit gemeinsame soziale Ziele verfolgte, würde ihm Verrat vorwersen, wenn er heute mehr versprech?, als sie zu leisten imstande sei. Hieraus gab der Außen« nister dm deutschen Sachverständigenbericht zur Kennt, ni», dem als Basis di« durchschnittliche Förte- nmg im Monat Mai zugN'nde liegt. Wenn eine Besserung der EruiihnrnMgge und der Ansied-' lung stattftndet, soll vom Oktober an bi« Lieferung erhöht werden. Eine weitere Erhöhung würde möglich fein unter der Voraussetzung, daß die Verhältnisse in vberschlefjeu, des. sen geringe Prodnk ion durch dsse polnische Agitation verursacht fei, geändert werden könnten. Fn erster Linie fei zu wünschen, haß der Termin dw Abstimmung möglichst beschleunigt werde. Noch besser wäre e», wenn auf die Abstimmung voll, kommen verzichtet wüede. Wir Polen b?beu e Oberfchlef e« in erster Ltni, einen moralischen und dann erst einen materiellen Wert. Dieser materielle Wert würde aber unter lewer Leitung weniger zzur Geltung ««bracht werden können a s unter polnischer. Daher wäre eS jedenfalls für Polen besser, wenn es in Zukunft Teile der ober, schlesischen Kohlenförderung von der deutschen Berwaltimg zugewiesen erhielte, als wenn e» selbst di« Berwaüung in Me Ham, nähme.
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Militärischer Druck.
Basel, 14 Juli.. (Eigener DraHdtericht.) Der Anzeiger meld« aus Spa, daß die Marschälle Wilson unds Fach telegraphisch nach Spa zurückgerufen worden find und daß ftiihe- ftrns morgen eine Sitzung mit den deutschen Delegierten stattfinden wird. Tie Lage wird al» ernst angefeben. Scheinbar habe das Hinein- werfen der oberschleflschen Krage in die De- batte die Spannung erhöht.
Sie deutsche Weigerung.
Mitteilung des Ministers che. Simons.
(Privat-TvlegrommF
«pa, 14 Full.
«ußemnin'ster SimonS gab gestern abend in einer Besprechung mit den Bertriern der deut, scheu Presse dem Standpunkt der deutschen De, kna.ion Ausdruck Er wies besonders darauf hin. daß alle Politiker sich darin ein g seien, daß »er Friedensverttaa gerade in feinen wirt, Ichaftlichen Bestimm!«gen undurchführ. bar sei. Hätten wir uns nun in dieser Frage aufs Neue sestörlegi. fo hätte die Welt diesmal mit öftcht annehmen müssen, d-ß w r uns unsere Zustimmung genau überlegt hüten und daß m'r die Bestimmungen, die wir ftterschre b:n, auch für durckffihrbar h elfen. Man HSste «ns aifts Neue Vertragsbruch vorwerfen können. Was schließlich die Stellung der einzelnen Alliier en aegentoer der Sohlensrage anöetrifft, so ist
wiederholt auf di« starke Differenz zw scheu England und Frankreich hingewiesen worden. Wir haben gesehen, in welch auffälli. per Wesse Llovd George fick bemüht, den An- schein "zu erwecken, als ob England in dieser Frage unbeteiligt fei. Die Wahrheit ist, daß nicht so sehr Frankreich, asS v'elmehr England auf der Festsetzung einer bcst mmten Ziffer besteht. weil es auf Grund einer solchen Erklärung di« Basi» für die Finanzierimg der Schulden zu finden hofft, die Fransiech ihm an* dei- Kriegsvorschüssen »n leisten hätte. Lloyd George vertritt dabei gewiß die Fn ereffen feine» Landes, verkennt iedoch vollkommen b e heut ge faße Deutschlands, deren Unsicherheit es vollständig unmöglich macht, befHmmic Berpflich- tzinpen zu übernehmen. Auch die llrößte Rück- pchtnahme auf England kann unS nicht dazu fflS »en. einen politischen Weg einzuschlagen, der uns fofott in die größten Schwierigkeiten mit Frankreich, Italien und Belg'en stürzen müf - le. Die Folgen bJefer Schwier'akeiten wären für uns noch ernster als die gegenwärtige Lage, die durch unsere Weigerung entstanden ist.
kis «euer Ultimatum?
i Ernste Zuspitzung der Sage.
lBrivat-Telearamm.s
Spa, 14 Just
Nach der Erklärung des deutschen Außenministers über die Kohleuliefcrmtg to’es der Prüft deut der Konferenz, de la Eroir, mit e'ner gewif. sen Feierlichkeit auf den ungeheuren Ernst des Augenblicks h u, der durck die Erklärung der deutschen Delegation hervorgernfen sei. Diese Erkfficüua bedeute e ne schwere Enttäuschung stlr die A l l i i e r t e n. Er Helle die Sitzung aus und behalte fich vor. die demscke Delegation von der Festsetzmul einer neuen Sitzung ,u bemachrich. tigen Die Ergebniswstgkeit der Sitzung rief n allen Konserenzkreisen die größte Erregung hervor. Unter den Bertrttern der Entente verbreitete sich forort das Gerückt, daß die Marschälle Fach und Wilson dringend nach Dpa berufen worden seien und man muß iir der Tat damit rechnen, daß die Alliierten Deutschland vor ein treues Ultimatum stellen werden. Jedeu- salls ist eine Ltockuna in den Verhandlungen zu erwarten, wenn nich gar aus die Fortsetzung der Konferenz Merhaupt verzichtet wird. — Wir »er. lautet, ist Marschall Fach schon gestern aufgr- fordett worden, nach Dpa zu kommen. Man hat also gar nicht abgewartet, wie dir KommissionS. Verhandlungen verlaufen werden.
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Endgültige Anfrage.
Spa, 14. Juki. lVrivaftslegramm.) In einer Besprechung mit FehrenSach und Simon, die gestern nachmittaa ftattfand, teilten die Vertreter der Verbündeten mit, da'- sie angesichts der fial'unn der deutschen Koblensachverständ gen >n ultimativer Form eine Ansrage an die deutsche Seglern»rr richten wollten, welche für die Verbündeten annehmbare Menge Kohlen Deutschland liefern werbe-
(Siehe auch »Letzte Depeschen'.»
Ser Vormarsch der Raffen.
Blkfeittgev Rückzug der Polen.
(Vrivcck-Telegramm.f
Wien, 14. Just.
Nach hier eingennngenen Berichten sind die Bolschewisten am Sonntag gegen 5 Uhr nachmittags in di, südlichen Borstädte Lembergs ein- gerückt. Die Telegraphenverbindung von Warschau und Prag nach Lemberg ist seit Sennabend untcrbrock>en. — Auch PinSk wurde von den Bolfcknwtsten genommen. Die Polen ziehen fich hinter Brest-Litowsk zurück. Der Fall von M o- lodetschno ist nur eine Frage von kurzer Frist. Wilna bereitet die Verteidigung vor. — Aus Warschau >vrrd gemeldet: Die polnische Regierung veröffentlicht Kundgebungen, wonach die Alliierten die militärtfch« Urtterstützung der Polen angezeigt haben.
Kampfe bei Dünaburg.
Tilsit, 14 Juli. (Eigener DraHtbericht.) Nach Pieldunge» der TUsiter Zeitung von der Grenze hat 2 111 a u e n nm Sonntag die allgemeine M o b i l i f i e r u n g ausgeschcieben. Bet T ü n a b u r g und entlang der polmschen Grenze sind Truppen mit Artillerie zufammengrstoßen. Die Funktnstwio» Dünoburg schweigt iwolge der Beschießung der Stadt durch die Bolschewisten.
Sterbende WSlder.
Raues Siedlerleben bet Kamburg.
«ine ««»gedehnte HnfteMlun« in der Swg* unj von Hamburg, dir »»» km «»Hm wu h»nd begonnen hart«, bann «He durch Krieg unk r,n«rn ig gestört wurde, likt t»i»dm langsam unb bescheiden «uf. Wir «»halten darüber s»lg»nbe anschauliche Schilderung.
In Wit gesehenem Ring um Vororte, LSn» ceteten und Wioieuplüne der Ri?sen.stat>t Ham- lutrg verstreuen sich Walddörftr und -SidtSonam. Siitten tim Krieg ist Hamduvg im Ln-- iauf, die m$ttou ten und größten deutschen LSalddörser »u bekomme,r, steck:» sEoben. Eine eigene Wowdörfcrbahn, die dequeM billig und wi.tdschnell den Walddörfler aus* fein« Wojhneinsamkt.-ijr in verfthrsreich.- Mittelpunkte itr Großstadt trägt, konnte nur mit Rat in den letzten Krisgisjahrcu fertig gebaut werden. AKS sie ihren Verkehr cmsuahm, da fetzte eine fröhlich« Auswanderung der Städter ein. Kindergesegntte FamiLen vertauschten die erogeu Staistbechaufun« gen ohne vieles Bedenken mit- freien ländlichen Unterkünften. Arbeiter, Handwerk», kleine Be- imte iMio PltivMangestellte zeigten Öen meisten Mut. sich in den Walddörsern an;usiÄ>Än. Der Boden! stand gering noch im Wirte, und viele landwüde Bauersleute, alte einsame Ehepaars oder KrisHstvitwen Ix'ifauftcn ihre Gehöfte und Besitzungen, um ftadtwärts zu ziehen. Aaldpvr« zellen wurden abgeholzt und für SiedlungS- zuvecke feil gehalten. Eine neu-- und erwartungsvolle Welt lag draußen vor den Stadtgrenzen und wuchs bis in die abgriegen- ston, bahn fernen Waldstätten hinein. Es würde lustig gebaut, oft genügten tausend Mark für den ersten Hausbau als Grundsiiimmchen. Dan« stellte die lieve rasche Walddörseftbahn ihren Betried ein — infolge Kohlenmangels — und abgeschnitten war damit der einzige Lebenssaden zwischen WeMdörslern und Stadtleben. Die MM Bauen nötigen Gegenstände kletterten nasch tim Preise. An einer Hausbau hier in der Hülben Wildnis ohne technisckie Hilfsmittel war überhaupt nicht mehr zu denken. Viele Walddörfler, die ihre Eristenz in der Stadt haben, mußten zurück in die Häuser.mge. Traurig veMeßvn sie dis neugebauie Stätte. Ta fing
das langsame Sterben
dcr lpkitgespannten Walddörfer an, das fich noch biute fortsetzt — Die großen und Keinen S«d- leraesells,haften, die knospenfreubig aus einem FrühlingSbcdcn wachsen, kaufen Waldstücke, Oed- und Bdachland auf, und fie wölken den Stadttnenschen ols Siedler hinaus in die Still» und Landeinsamkeit ziehen. Tie schlimme Brennholz not dcs leyien Winiors hat dazu ge» irisben, auch um Hamburg herum viele Wav»- stücke abzuholzen. Alte Eichen-, Buchon- und Tann-mbüume haben fich sterbend neigen müssen. DaS Stammholz wandert stadtwartS und muß meist den Brennstoff ersctzm. Hofttz- säller, Hotz Hacker beleben die kahler werdende Waldstätte. Dieses Mhauen ans traurig not» wendigen Gründen bat in das Herz der Natur, in die Idylle der La,i>dschast sichtlmre Wunde« getragen. Cft zieht -ine geradezu erschreckende Cet* über die gestorbenen Wälder. Dav Mkd hat seine Schlupfwinkel verloren. Die WAd. Vögel flattern heimatlos unb scheu durch bamn- ktre Strecken. Und dcr Sdazieraünaer wendet betrübt und enttäuscht ter baumlosen Stüfts den Rücken. — Jetzt beginnt in den abg-cholzton WAdern daS Stubben sprengen. Uedqj das Meer von ragenden Stammenden zöcht
eine neue Spekulationswelle.
Baumstümpfe, oft Kolosse von drei Zentner <8e» wicht, werden durch ein Sdrengvor fahren mühv< lös und vollständig aus den Wurz>llLöchnm ge- schlcudcrt. Das Siumpfholz wird dabei gleich klein gespalten, sodaß es bequem als Brennholz wettet wandern kann. Die Snvbbenspr-nrgunq in den toten Wäldern verbreitet ein ungewöhnliches und lautes Lcden. Menschliche Wohnungen Mrfen sich in brr Nähe nicht befinden, uttd zum Stubbensprenaen mit Dynamit und andr- tem Zündstoff ist die bchördltche G-Vaubnö» erforderlich. In den Baumstumpf wird fachkundig und geschickt der zünderche Körper gebettet, der nun ptm Entzünden gebracht wird. Tor Sprengende muß eiligst den gefährdeten Umkreis fliehen. Bald dröhnt ein donnerglEw Knall durch die Ruhe und zittert dumpf Mer des WaldbödenS Leere. Ein Holzregen schießt aus dem Stumpfloch empor, dav j-tztz ohne AWHe geebnet werden kann.
Neue Siedler
eiwcrbcn sich hier für bcfckeidcncv Geld eto Bau- und Gartengrundstück. An Somiümen gehen sie hinaus auf ihre neue, freilich noch HHle Schollc, die ihr stolzes Eigentum ssl. Hinter QhlKwrs, WandSbek und Sltrahlstädt siegen größere Hamdurgcr Walddötset. An ihre Grenzen stoßen jetzt btt abaeholzten 3Saii>äÄde. Hier- hin ziehen bfe Schüler höherer Lchra-chakun und die Wandervögel und entdecken sich alS Gärtner, Ackeret, Gemüse- und Qbstzüchier. Auf den Parzellen, di« infolge der TMomqg