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LormerSvltz, 8. IM 192h.

Staffelet Neueste NaLrMe»

10. Jahrgang. Rr. W4.

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las grauer Vorzeit.

Wann gab es Risse» an» Zwerge?

Den alten Sagen, dir von Riesen mkd Zwergen berichten, mag Wohl manche Beobach­tung zu Grunde liegen, indem man sehr große MD ungewöhnlich klein: Knochen in der Erde fand unB diese, die Tieren angehörten, Menschen der Perya^ngenheit zuschlieb. Mit den Fragen der RieseMröße und des Zwergtnms setzt sich in wissenMastlicher Weise der bekannte Paläonto­loge Geh. Rat Vranca in einem AussatzEini­ges über die Enwickluug der Tierwelt" in der Deutschen Revue" auseinander. Unter den Men­schen hat es Wohl nie Riesen gegeben, denn keine Krochen, auch aus dÄuvialen Zeiten, überschrei­ten das Größenmaß der heutigen Rlenschheit. DieLnrehr kann man der Ansicht jtmeigen, daß die Menschen früher viel kleiner gewesen sind als heute.

Schon die Schriftsteller der Men erzählen von 'Zwergen, und noch jetzt gibt es ja im Innern Afrikas, in Ozeanien, auf Ceylon Menschen, die ausgewachsen nur 125 bis 150 Zentimeter hoch sind, also die durchschnittliche Größe eines vier- rehnjöhriaen Knaben besitzen. Diese Pygmäen halt man für die letzten Uebcrr<-jte der trübet allgemein v< rbreitet gewesenen kleinen Menschen, und Knochen solcher Zwerge sind in der Tat in prähistorischen Schichten gründen worden. Auch in der Stammes entwickln ng fossiler Wirbeltiere läßt sich erkennen, daß sie im Laufe der Zeiten immer größer wurden. Unfn Pferd zum Bei­spiel Hagem» in aliteriiärer Zeit mit Formen, die nicht größer waren als etwa ein Wolf. Auch die Wösten Vorläufer der Riesen der heutigen Tierwelt, der Elefanten, waren tot diesen Ur- leiten von solchem Riesenwuchs noch weit ent­fernt. DieFlugsaurier", die ausgestorbenen fliegenden Reptilien, begannen mit kleinen For­men, nicht größer wie ein Huhn, und erlangten erst allmählich jene gewaltige Riesmgröße, durch die sie die grötzreu Landtiere wurden, die ie über unsere Erde dachingeschritten sind. Im Tierreich haben sich also wükftch ans ansäugftch kleinen Wesen Riesen entwickelt, denen gegenüber unsere Elefanten winzig sind, und so kann man wohl auch beim Menschen annehmen, daß er in der Tertiärzeit mit kleinen Formen begonnen habe.

Branca spricht die Annahme aus, daß der Kulturmensch in neuerer Zeit wieder in der Größe herübgehe, weil der Körper durch die starke Beanfornchung der GehirnWigkeit, sowie durch das Aufreibende unseresKulturlebens" geschwächt werde. Cäsar erzählte zum Beispiel von der überragenden Körpergröße der Germa­nen, die die gallischen Kelten und tot viel höhe­rem M.rße die Römer übertrafen, und meint, daß heute davon nicht mehr die Rede sein könne. Jedenfalls spielen beim Menscher ittiS Tier Er­nährung itrtb Lebensweise bei der Körpergröße eine sehr bedeutende Rolle. Es ist feststehend, daß ein kleiner Wuchs durch kärgliche Ernährung entstehen und dann zur bleibenden Eigenschaft auch bei reichlicherer Ernährung werden kann. Das aitt auch vom großen Wüchse. Doch haben die Fähigkeit der Verdau,mgsorgane, das Alte? urd die LebciMätigkeit ebenfalls einen großen Einfluß auf die Körpergröße. Daraus läßt sich das Rtesmmatz der ausgestorbenen Reptilien er- LSren. Sie konnten ungeheure Massen verdauen, wie" ja heute noch Schlange und Krokodoil die vetMunaene Nahrung mit Haut und Knochen vollstäridig verdauen. Ein warmes Klima wird dm Riesenwuchs der Tiere begünstigt hoben, denn ein kaltes Klima beansprucht zur Erzeu­gung bet nötigen Wärme die Verbrennung einer größeren Nahrungsmenge.

Aus der Heimat.

Die Raiffeisen-Frauen.

Die Hessische Raiffeisen-Organisation pl-.rnt 'gelegenÄich des am 14. Juli in Kassel stattfin - denden Beibandstagrs eine Fraucnver- fammlutta abzuhälten. Die besonderen Auf­gaben, die die jetzige schwere Zeit an die Land­frauen und Mütter stellt, sollen besprochen wer­den und neue Anregungen zur Mitarbeit auf den großen Gebieten der Fraueitinteressm und der Wohlfahrtspflege gegeben werden. Tie Frauenberfammlung findet nachmittags 3 Uhr, im Evgl. Vereinsbause, statt. Es reden Frau von der Molsburg-E schoberg und Schwester An­na Reußuer, Kreisfüriorgerin in Witzeuh-aufrn. Gelegentlich der Hauptversammlung am Abend spricht noch Landpflegeschwester Anna Dank­worth.

Die Gärtnerlehrlinge.

Die Landwirtschaftskammer beabsich­tigt, im September eine Prüfung von Gärt­nerlehrlingen zu veranstalten. Amneldun- gen zu der Prüfung sind bis spätestens L Au­gust d. Js. bei der Landwirtschaftskammer in Kassel einzureichen Der Anmeldung sind bei­zufügen: eine Bescheinigung des Lehrherrn über die Dauer der Lehrzeit, das letzte Schulzeugnis, cm selbstgeschriebener Lebenslauf des zur Prü­fung angemeübeten Lehrlings, eine vom Lehr­ling angefertigte Beschreibung der Lehrgärtnerei, das vom Lehrling während der Lehrzeit etwa

geführte Tagebuch, eine Prüfungsgebühr von 15 Mark und etwaige während der Lehrzeit selbst gefertigte Zeichnungen oder schriftliche Arbeiten (auch solche aus der etwa besuchten Fach- oder Foribi ldungsickul e

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Abs< l ,ß von Mastverträgen.

Der Dez; rksslei schfielle in Kassel sind ferner Zeit 6000 Zentner eines Mastfutters, bestehend aus Mais, Marsölikucheu, Fischmehl, Sojabohnen und Pabmkernschrot zur Mästung von Schwei­nen überwiesen worden, die an Schweineverwer- timgsgenossenfchaften geliefert werden sollten und zum Teil geliefert worden sind. Da noch ein größerer Posten von dem Mastfutter vorhan­den ist, der von den Schwerneverwertungsgenos- senschaften in nächster Zeit nicht gebraucht wer­den wird, so beabsichtigt die Bezirksfl esschstelle Mäftwtgsverträgc umnittÄb-ar nrtt den einzel­nen Mästern nach dem nachstehend angegebenen Muster abMschließen. Jeder Mästet soll 3 Zent­ner Mastfutter zum Preise von 85 Mark pro Zentner für jedes im Mindestgewicht von 180 Pfund abzuliefernde Berttagsfchwein erhalten. Ter Master erhält für jedes Vertragsschwein einen Stallpreis von 600 Mark für 50 Kilogramm Lebendgewicht, nüchtern gewogen, frei Verlade­stelle. Die Schweinehalter werden hiermit auf die günstigen Bedingungen des Mastvertrages mit der Aufforderung jur unmittelbaren Mel­dung der von ihnen zu mästenden Schweine au die Bezirksfleischftell« auf gefordert.

* Hofgeismar, 7. JuL (Wintergerste.) Auch im hiesigen Kreise wurde mit dem Schnitt der Wintergerste begonnen. Sie ist im Durchschnitt gut.

* Fritzlar, 7. Juli. (Sein Einmachzucker.) Weder der Stadt noch dem Kreise steht in die­sem Jahre Einmachzucker zur Verfügung.

* Frankenbeig, 7. Juli. (Es werde Licht!) Die Hochspaun-Fernleitung Hemfurth-Franken- berg- Münchhausen wird im Laufe dieser Woche in Betrieb genommen.

* Eschwege, 7. Juki. (Johannesfest.) Das berühmte Kinderfest wurde am Sonntag in reiz­voller Weise gefeiert. Hübsche Bilder entrollte der Festzug. Zu den Klängen der Muscatschen Kapelle wurden dann muntere Reigen getanzt. Die Großen vergnügten sich auf ihre Weise. Sehr richtig hatte Lehrer Hartmann das Fest als eine Brücke zwischm Jugend und Alter bezeichnet.

* Ziegenhain, 7. JE. (Salatkirmes.) Die am Sonntag und Montag stattgehabte Ziegen­hainer Salat- oder Lattich-Kirmes hatte wie seit alters ihre bewährte Anziehungskraft nicht ver­fehlt. Gewaltige Volksmengen wie noch selten strömten im Laus des Tages zu allen Toren her­ein, mit den Bahnen, per Wägen und zu Fuß. Den Mittelpunkt der Anziehungskraft bildete wohl hmiptsüchlich für die Fremden das farben­prächtige Bild der Schwälmer, die in ibver ori­ginellen Tracht dem Ganzen einen besonderen Reiz verliehen. Em imposanter Festzug mit äußerst stimmungsvoll geschmückten Festwagen bewegte sich durch die Straßen der Madt nach dem Festplatz ist der Allee, wo sich unter den tausendjährigen Linden alsbald ein lebhaftes Treiben entwickelte. An zwei Stellen wurde ge­tanzt. Abends wurde ein Feuerwerk abgebrannt und der Tanz im Freien abgebrochen, um im Rosengarten und Rathaussaal Fortsetzung zu finden. Am Montag vormittag fanfo die Sprit­zenprobe der Feuerwehr, der eigentliche Schla­ger der Salatkirmes für die Ziegenhainer Ein­wohner, statt mit nachfolgendem, von der Stadt gegebenen obligaten Frühstück (!).

* Hersfeld, 7. Juli. (Erzwungene Milch- Preisherabsetzung.) Eine Anzahl Frauen zog vor die Moüereigenossenschaft und erzwang Herab­setzung des Milchpreises. Beratungen zwischen den Behörden und Interessenten sind im Gange

* Fulda, 7. Jmi. (Hamstergut.) Polizeibe­amte sanden gelegentlich einer Haussuchung bei einer hiesigen Obst- und Gamiisehändleriu, die in den Verdacht geraten war, größere Mengen Kirschen zu verheimlichen, zwar keine Kirschen, dafür aber 114 Pfund gehamstertes Mehl und 180 Pfund nicht ausgemahlenen Weizen. Diese Mengen wurden beschlagnahmt.

* Fulda, 7. Juli. (Blitzschlag in eine Kny- herde.) Beim letzten Gewitter schlug der Blitz in der Nähe des Pferdskopf (Wasserkuppe) in eine weider.de Kuhherde. Während der Hirt unverletz Blieb, wurde die Kuh eines armen Kriegsbeschädigwn Huthners von Rodholz ge­troffen und getötet.

* Marburg, 7. Juki. (Endlich Regenft Aus Dankbarkeit für den endlich gefallenen Regen wurden in zahlreichen Gemeinden die Gocken geläutet.

* Marburg, 7. JE. (Anschluß an das Drahtnetz.) In Reimershaufen im Kreise Marburg trat eine TelegraphenhÄfSstelle mit Uusallmekded'enft und öffentlicher Ferufprechstelle in Wirksamkeit.

* Kirchhain, 7. Juli. (Ehrung toter Helden.) Zum Andenken an die auf dem Felde der Ehre gefallenen jüdischen Soldaten aus der hiesigen Stadt hat die israelitische Gemeinde von dem Bildhauer Stück dahier eine mit sinnigen Sprü­chen und Verzierungen geschmückte Marmortafel unfertigen und in der Synagoge zur ewigen Er- rrnterung cMshängerr lassen. Die Einweihung

derselben geschah durch einen von Lehrer Rapp geleiteten würdigen Festgottesdienst. Acht Na­men tapferer Vaterlandsverteidiger sind auf der Tafel verzeichnet.

Börse«- «nd Marktberichte.

** Frankfurter Börsenbericht. Die Börse war auch gestern steimplich gestimnrt tuti> die Kurs­steigerungen setzten sich fort, doch -war das Ge­schält wesentlich ruhiger. Im spateren Verlauf kam eine schwächere Strömung zum Durckhnrch, die sich indes nur auf einzelne Werte erstreckte. Deutsche Fonds neigten «arm Nachgeben. Der Montanmarkt war ausschlißlich fest bei lebhnf. tat Umsätzen. Chemische Papiere lagen nicht einheitlich, EMtrowerte fest. Am Prtrolmm marv waren bei einiger Stagnation der letzten Tage Schwankungen zu verzeichnen. Privatdis- kont 4 Prozent. Die Aben-dbörse verlief in fester Haltung bei regen Umsätzen. Besonders lebhaft zeigte sich der Montanmarkt. wo weitere ansehn­liche Kursgewinne erzielt wurden. Der Valu­tamarkt lag ziemlich ruhig unter Schwankungen. Am Devisenmarkt war Schwächenciguna vor­herrschend. Die Mark wurde aus der Schweiz mit 14,70 GÄd, 14L0 Brief, aus Holland mit 7Z0 gemeldet.

** Frankfurter Warenmarkt. An der gestri­gen Warenbörse war der Textiünarht ohne be­sondere Bewegung. In Pavierwaren sand seit längerer Zeit zum ersten Mal Angebot in größe­rem Maße statt. In Haushaftungsgegenstand.'n lagen wiederum aus verschiebenden Gegenstän­den Angebote vor. In Lebensmitteln machte sich Verkaufslust tot Kakao bemerkbar. In Che­mikalien war der Markt schwach.

** Berliner Produktenmarkr Das Geschäft am Hafermarkt war zwar heute etwas w>- nigci umfangreich, doch gingen die Preise erneut weiter in die Höhe. Als Käufer traten in der Hauptsache die Verbraucher auf. Das Angebot war knapp. Dis Preissteigerung auf dem Ha- sermartt hat auch die Prelswegong fiir Hül­senfrüchte nach oben beernfürßt, was beson­ders für Acketbohnen und Lupinen gift. Im Wrigen hat sich nichts verändert.

Steine Rundschau.

Stann bet Mensch ohne Fett letzen?

Die viel erörterte Frage, ob eine vollwertige Nahrung, die den Menschen auf beliebig lange ZM bei gutem Körpergewicht sowie guter Ge­sundheit und voller Leistrmgsfühigkeit erhält, eine gewisse Menge Fett haben muß .ist von dem betauten skandinavischen Physiologen Hmd. Hede von neuem untersucht worden. Nach einer Mitteilung derRattirwi ssenschci-sten' haben die beiden Hauptversuchspersonen des Forschers 16 Monate lang von^ einer Kost gelebt, die nur aus Brot, KartosfcLn. Kehl. Rhabarber und Aepseln ohne irgend welchen Zuschuß von besonderen Fettstoffen bestand Site Menge des physiolo­gisch verwerteten Fettes betrug im Mittel wäh­rend der ganzen Zeit nur 2,1 bis 2P Gramm pro Tag. Eine noch fettarmere Kost dürste sich wohl kaum zufammknftellen lassen. Die Eiweiß­zufuhr war batbei reichlich; doch scheint sich auch bei einer noch geringeren Eiweißmenge Fett entbehren zu lassen, denn in einem anderen Versuch Hindhedes toU'.'bm nur 67 Gramm Ei­weiß aus der Nahrung ausgenutzt, d. h. rund 1 Gramm pro Körperkilo und Tag. Der Gefund- heitsKuftand der Versuchspersonen war nach 16 Monaten sehr gut. Dies zeigte eine genaue ärzt- liche Untersuchung. Bei Tieren (und zwar wur­den Ratte« für den Versuch benutzt) hat man al. lerdings früher festgestellt, daß sie ohneFett' nicht am Leben erhalten werden konnten. Hid- Hede erklärte diese Erscheinung aber dadurch, daß nicht das Fett als solches unentbehrlich sei. son­dern die im Fett enthaltenenVitamine', die mit diesem entzogen wurden. Solche .Vitamine' sinv als lebensnotwendig bekannt; sie brauchen aber nicht aus dem Fett zu flammen, sondern sind vor allem tot frischen Gemüsen reichlich vor­handen. Ta bei bett Hiu-ohed eschen Versuchen frisches Gemüse und Obst genommen wurde, konnte kein Mangel an Vitaminen eintreten, Auf diese Weise scheint der Beweis dafür erbracht zu fein, daß der Mensch gesund und kräftig bei ei­ner Kost leben kann, die praktisch als frei von Fett bezeichnet werden bart

Im Schmetterlings-Paradies.

Aus die Frage, wo es die meisten Schmetter­linge gibt, antwortet ein Aufsatz cmz der Feder von Dr. A. Seitz. Jene' tropischen Oertlickkei- ren. welche nach den Katalogen der Fnsekten- händler als besonders reich erscheinen, haben häufig nicht mehr Schmetterlinge, als sie die Umgebung einer mitteleuropäischen Stadt auf- Weifl. Die eigentlichen Sommelparadisse, in denen ein unerhörter Reichtum an Insekten vor­handen ist, Regen ganz wo anders, als man nach den Angaben der Händler annehmen dürfte. Diese Orte, wie z B. die Gebiete am oberen Amazonenflro-m. bergen aber zugleich in gesund­heitlicher Hinsicht die größten Gefahren für den europäischen Sammler. In der feuchtheiß-n Treibhausluft, in der ein unerschöpflicher Reich­tum an Arten und Individuen gedeiht, ist er

allen Krankheiten und Plagen ausgesetzt, und seine Energie Wird derartig gerahmt, baß, r-M eine ersprießliche Tätigleit schier unmvgttch wird. Ms einen der ergiebigsten »zangplatze fiir tropische Schmetterlinge, der für die Tarmnet- tätiafeit des Europäers besonders geeignet tft nennt Seitz die Umgebung von Rio de zzaneuco in Brasilien. Durch die Verkehrsmittel der Großstadt ist es hier möglich frisch und tatkräf­tig am Fangplatz anzukommen und em wr Ausflug wird reich, ja überreich belohnt. Hier kann man in acht Tagen rund Taus end Tagsal­ter in einigen hundert Arten zusammenb ringen. Die Bftftenvolden schneeballartiger Sttauchet", berichtet der Sammlerfind oft derart mit ©6m- torniden besetzt, daß wir diese einsammeln ton­nen, wie man bei uns Zvgänen sammeft. so haben wir schon das erste Hundert 'benommen, ohne daß wir unS nennenswert vom Fleck ge­rührt haben." Auch in der Umgegend von Hong, lang findet man solche Falterparadiese:Um 9 Uhr beginnt der Flug. An Lantanabuschen er- blickt man oft mit einem Blick Dutzende von Po- Mio. Weißlinge zeigen sich tn mchemlicher Menge. BWhende Baume schienen von schwar­zen Wolken umlagert durch zahllose Exemplare der herrlichen, großen Euplon-Arttit, und die Danais-Arien flogen, wenn auch mehr einzeln, doch allerwegen W-ngs der Wegkanten. Von den Zweigen Wgen peitschenschuurcirtig die Stauen, an deren manchen die Taners simrlis sich so dicht sammeln, daß sie fick aneinanderrechten, wre Papilloten am Drachenschwanz und so schone Ketten bildeten, daß man glaubte, es seien die Blätter der in Wirtlichkeit kohlen Lianen.*

Schlamm-Vulkane.

Neber eine eigenartige Form winziger Pük- tomse bite sich an der karibischen Küste von Ko- lnMSia finden, wird auf Grund amerikanischer Quellen berichtet In der Nähe der vom Karibl- schen 9)teer bespülten No.'dküste Kolumbiens fin­den sich an vielen Stellen kleine SchlammvEane, die geringe Mengen von Schlamm und Gasen auSstotzen. Die Krater erheben sich meist kaum einen Meter Über ihre Umgebung, und ihr Durchmesser bleibt unter einen Meter. Sie be­stehen aus hartem, blauem Ton und siitd mit lehmigem Schlamm gefüllt, der durch aujisteigende Gasblofcn in Bctmqung gehalten wird und langsam Wer den Kiatcrrano fließt. Die Häufig­keit solcher Explosionen ist bei den einzelnen Kra­tern verschieden, doch gibt cS welche, in denen jede Minute eine solche Gas blase platzt. DaS entweichende Gas ist brennbar und trocken, ent­hält aber feine Erdö lbestandteile, sodaß diese Schlammvulkane nicht als Anzeichen für Vie Au- wesenhett von größeren Mengen Erdöl oder Erdgas angesehen werden dürfen. Die Ent­stehung dieser meitwürtrigen Miniaturvulkaue erklärt man daraus, daß zerklüftetes Gestein im Untergründe dem Gase das Zuströmen aus un- tcrirdifcheu Dorratsräumen ermöglicht, die viel­leicht weit entfernt sind. Durch solche GesteinS- ntzen bringt auch Obetflächenwaffer zu, das zmu Aussteiaen der Gasblasen ton flüssigen Schlamm erforderlich zu sein scheint. Bei längerer Trok- kcnheit, toettn der Zufluß von Oberfwchenwaffer kehlt, trocknet nämlich der Schlamm innerhalb des Kraters aus, und ban hört auch das Auf- steigen der Gasblasen auf. Der Zutritt des Gases zum Schlamm vollzieht sich in einer Tiefe von durchschnittlich zwölf Mater unter der Erd­oberfläche, die man nach der Zeit annebmer kann, die die Gasblase zum Auffteigen bis. zur Oberfläche braucht. Diese Zeit läßt sich genau bestimmen, denn l«er Eintritt des Gases in di« Schlammasse und der Beginn des Aufsteigens machen sich durch ein leichtes Beben des Erd­bodens und ein dumpfes Dröhnen bemerkbar.

61» technisches Wunderwerk-

Eine Erfindung die bisher als einte technischt. Unmögfichkett galt, ist von einem Deutsch-Änteri- Eaner Schmidg'all zu Paoria im Staate Illinois g. macht worden Wie inUeber Land und Meer" mitgtteilt wild, bandelt cs sich ba&ei um einett Bohrapvarat mit ouSweckselbaren Bohrern mit dem nicht nur viereckige, sondern auch ovale, seuz- urtb sternförmige, dreieckige und vieleckige Aus­schnitte hergestellt werden können Da der Bohr- apparat nicht nur für Holz, fo.tfwm auch für Stein und Metall verwendbar ist, so dürste er in der Eisenbranche, besonders beim Lokomotrv- vud Automobilbau, Werhaupt da, wo kantige Einschnitte eine Verdrehung verhüten, geradezu eine Revolution Hervorrufen Dazu kommt noch, daß die Konstruktion verblüffend einfach und die Hetstellungskoste': gering sind Der Elfinder, etn einfacher Mechaniker, hat vierzehn Jahre lang gearbeitet, bis nunmehr feine Bemühun­gen von Erfolg gefrönt wurden

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Donnerstag, de« 8. Znlt 1920, abends 8 flhr, findet im großen Saale des Gasthause- Stadt Stockholm^, Mittelgaffe 30, eine

allgemeine SanWerremrssmmlllvg

statt, in der Herr Direktor Brandt von bet Treuhandgefellschalt für Handel und Gewerbe in Braunschweig einen Vortrag halten wird über: ,,2BcI<6e Saften bringe« die neuen Steuern. Eine gemeinverständliche Ae. sprechung der verschiedene« Steuer«, i«svs- sondere der große« VermögenSabgnbe «nd ihrer Bedeutung fiir das Handwerk^' An den Vortrag wird fich eine freie Änssprache amchließen. Zn dieser Versammlung find all« selbständigen Handwerker und Handwerkerinu«» freundlichst eingeladen.

Kassel, den 6. Juli 1920.

Die Handwerkskammer.

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