10. Jahrgang
Donnerstag, 8. Jutt 1920.
Fernsprecher 951 und 952.
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Nummer 154
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Meter Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung * Hessische Abendzeitung
Ausstände im ganzen Reiche.
George fiel sein ernstes Gesicht aus.
cmne
Spa, 7. JUli. (PrivattetegraMM.) Die mündlichen Verhandlungen der Konferenz in Spa haben gestern einen unerwarteten rmd für Deutschland nicht sehr erwünschten Anfang genommen. Wie bekannt, halte stch der Reichswehrminister Dr. Gehler zunächst der deutschen Abordnung nicht angeschloffen, anscheinend mit Rücksicht auf seinen Standpunkt in der Frage der Verminderung unserer Wehrmacht, den er schon
Geheimrat Cuno, der Generaldirektor der Hambury-Amerika-Linie, und Direktor Hwl- bemann sind dieser Tage aus Newyork zm- rückgefehwt, wo sie den Vertrag mtt dem Harrt- man-Konzern abgeschlossen habe«. Das neue komimeu wird es ermog-lirhcm, daß die deuti> che Flagge bald wieder auf dem Weltmeere erscheinen kann. Gecheiinvat Cuno machte darüber folgende interessanten Mttwilungen: ■£.« t4$f zuxmziiz Jahre mit dem Harriniankonzern «schlossene Vertrag sieht einen gemeinsamen Dienst der Bertragschliehenden vor auf allen Lmien, die früher von der Hamburg-Ame- rika-Linie entweder altern oder rm Der- tragsocihaltnis mit beteiligten 2'Lmcn betrieben wouden. Es ist in Aussicht gmommem diesi- L ficken nach Maßgabe des vorhandenen Schrrfs. raumes wieder ins L eben zu rufen. In erster Reihe soll dem Verkehr zwischen Hambu^ und den Vereinigten Staaten die größte Auf» mechsamr«t Wgewendet werden Jede der Ver- lragsparteien ist berechtigt, in den Dtenst der Linien ihre eigenen oder gecharterte Schifte bis zu einem Anteil von 50 v. H- einzustellen. Mtt dieser rein gkschästlichen Verbindung zwischen der HomÄMvgÄmerrka-Linie und der Harriman- «tuppe ist ein Schritt zur Anbahnung freund» fchaftLicher Beziehungen zwischen den Verernr» trn SfewniJtt und Deutschland überhaupt gemacht worden. Die Verhandlungen über das Poower- dältniS werden noch: weiter geführt. Zu diesem Zwacke ist Direktor Keltzer noch in den D-r- einigten Staaten geblieben. Die g-schlossenen Äbnnochnngen bedingen auch, daß alL von d« Hamburg-Ämerika-Lirtie in die versWeldeueu r'tmen zu sendenden Schiffe auch
(Privat-Telearammck
Berlin, 7. JuL-
Die Berliner Eisenbahner-Organisationen haben sich gegen den zehnprozentigenr o h «- abz«« für Steuerzwecke ausgesprochen. Str fordern in einer Sicherst scharf gehaltenen Erklärung die sofortige Zurücknahme der Verfügung. In Golpa, von wo Berlin »nd die Berliner Eisenbahnverwaltung den größten Teil be-5 Betriebsstromes bezieht, sind die Arbeiter bereits in den Ausstand getreten. Sie drohen mit der Stillegung der ElertrizitStszvführung, falls der ihnen am 1. d. M. abgezogene zehnprozentige Lohn nicht am Sonnabend zurückgezahlt wird. Die Versorgung Berlins mit Elektrizität ist ernstlich gefährdet. — Behufs Beschlußfassung über aemeinsame Abwehrmastnah men gegen den zchnprozeuttgen Steuerabzug vom Lohn ist eine Besprechung der Vertreter der deutsche« B e. triebsröte auk Einladung der Großberliner
Generalstreik im Saargebiet.
Saarbrücken, 7. Juki. (Privattelegrann-.) Der Streik ist Generalstreik geworden. Die ficfamte Hütten- und Metallindustrie des Saargebicts und den Westpfalz steht tat Streik. An allen Orten landen gestern gehenuc Abstimmungen statt, wobei sich die im ifW" Metallarbeiterverband organisierten Arbeiter für Fortsetzung des Streiks erklärten. Die Saar- regienrng ist sich des Ernstes brr Lage bewußt, nachdem in einer Befprechung auch di« Vertreter der Eisenbahner und Bergarbeiter ihre Svmpa- ckfie mit den Ausständigen ansgÄ,rückt haben.
Meder auf See.
Der Deukschland-Amerira-Derkehr.
3 »folge eines DertragS »er .Sa»trurg.ttmertta.£tnH mit »em am«ritani)e»eu Aaretman-Kenzern toi*» S«l» eine neu« Trrio»e untere* »cgiuuen.
mehren.
Aus eimm anderen Blatte stände dagegen der r eite Teil des au-geblichen Plante Dr. Heims, üddeutschland von Norddeutschland vorüberoehend zu trennen, wenn der Norden vom Bolschewismus überflutet werde, weD nur dann btt Rettung Deutschlands vom Süden kommen könne. Solche Eroenmente h-ären doch äußerst gefährlich, bemt sie würden nicht nur den Norden schwächen, sondern die Neichseii heil für unabsehbare Zeit zerstören Gerade in der Stunde der Not sollte der Süden, üxnn er gsaudt, gegen den Bolschewismus gesichert w sein, den Norden nicht rm Stiche taffen, sindern durch festes Zusammenhalten dos Ganze stärken. Mit b*r BerösfenKichung der erwähnten AbMten wäre drm Volke wohl ein Dienst erwiesen — wenn der Plan tatsächlich bestände. Aber, teie Dr. Heim bereits btKnmt gürt, soll ja die ganze .Enthüllung" von A bis Z auf Entstellung und Phantasie Herrchen. Der Angegriffene erklärt, daß er weder mit Franzosen noch mit Briten verhandelt hckbe und daß er einen Donaübund nie siir lchenMbig
früher nichtoffiziell dargelegt hatte. Er hat daraus hingedeutet, daß es ihm kaum uröglich sein würde, in die von der Entente verlangte Herabminderung unserer Wehrmacht auf einen Bestand, der für den Schutz der Heimat nicht ausreichend ist, einzuwilligen. Er wurde aber telegraphisch herbeigerufen und die Alliierten verlangten gerade zu Anfang der Sitzung die Besprcchuttg unserer Wehr-no. lstforderung. Die Rede des nach Spa berufenen Dr. Getzler, in der er die Gefahren der Wehrlosmachnng dar- legte, hat denn auch offenbar eine ungünstige Deutung gehabt und es schien sogar einen Augenblick, als ob die Konferenz gleich am Anfang ein iähes Ende nehmen würde. Lloyd George begnügte sich aber mit einer Art Ultimatum, tu dem er für die heutige Sitzung, die auf nachmittags 4!4 Uhr festgesetzt wurde, genaue Zahlen verlangte. Zwischen gestern rmd heute liegt also die Schicksalsfluude unserer Wehrmacht und damit auch unserer Zukunft.
Cin ungünstiger Anfang in Spa.
Die deutsche Lntwasfuuugsifrage erregte Anwillen.
gehalten habe. Außerdem trete er noch wie vor für Le sinAit ur'd EiniKeit des A-iches eiu.
Es stehen aLso zwei gegensätzliche Behcmv- tiumgen einander gegenüber. Ist Dr. Heim mtt siinmt Dementi int Recht — seine Erklärung wird von Ministerialrat Tischer bestöttgt —, d.nn kann die leichtfertige Veröfsentttchwng des Lo'.tvtmatrnS a. D. Mayr und dte Mjche Dar- irLuna des Kommerzienrats Kastner mcht schor, am gebranidmoM werden. Geralde zetzt, da laM'ere Reaicrungsvctiretor mit dm Alliierten in Stoa om Verhandlungstisch sitzen, utit Milderungen in der Ausführung des Kriedmsvertrages zu erzielen, brauchen wir das Vertrauen der Alliierten nötiger als Je Es wäre ein Frevel, r-wtn durchs innenpolitische Strcitt^dlcn und hoiltlose AttlschukdtiMmgen eine Brandbombe Iwi- fdnen die Unterhändler geworfen wücd-. Ente sofortige Untersuchung mutz SlwchM in diesft Sache schiffen. K-F- Dr-
auf die Auslieferung des Waffeu-Ma- terials des bcvtfdjen Heeres. Hierauf nahm Reichskanzler Fehrenbach zu längeren Ausführungen das Wort: Deutschland bedürfe einer gewissen Macht im Inneren, damit die Regierung, die fest entschloessn fei, den Friedensvertrag auszuführen, ihre Absicl-t auch durchführen könne. Außerdem drohe noch die Gefahr vom Cftcn. Hierauf erfolgte ein neuer Ausdruck des Bedauerns von feiten Lloyd Georges. Bloße Ver- icheruugen könne et nicht nach England zurück bringeu. Dorthin müsse er sich bald begeben.
Betriebräte zum 15. Juli endgM-g nach Berlin einberufen worden.
Zm Mitteldeutschen BraunkohlengeSiet.
Dessau, 7. Juli (Privattelegramm.) Test gestern nackMittag drei Uhr herrscht im mittel - deutsck-en Braunkohlenremer Generalstreik. Die Arbeitgeber haben die Forderungen der Arbeiter auf Bewilligung eurer Schichtzulage ven 16 Mark endgültig abgelehut, worauf die Arbeiter mit einem Ultimatum antworteten, das besagt, daß sie auch die Rotstandsarbeiten einstelien würden, falls bis secks Uhr abends die geforderte Schichtzulage nickt bewMgt sei. ES handelt sich um eine große Kraftprobe zwischen Arbettern und Arbeitgebers
Dpa, 7. Juli. (Eigene Drochtmeldmrg.) UckS rr die ernste Stimmung ward noch berichtet: Bei Beginn der Sitzung sah es so aus, als ob die VerbandttMMn überhaupt abgÄrochen würdest, da Lloyd George die Rede des deutschen Re«l,Swehrm!nistars Getzler so veristWstd, ails ob Deutschland den Beitrag von Versailles nickt erfüllen wolle. Dann, sv sagte Lloyd George, sei die Konferenz überflüssig. Erst dem schnellen Eingreifen des Herrn von Simon gelang es, die Situation M retten. Smwn pafi die EstWrung ad, daß DentschÄrnld dnrchaus den Vertrag erfüllest volle, maß man nur einen gemeinsamen Weg finden müsse. Damit war die erste schwere Krisis vermieden. Eine zwecke scharfe Znßpitzrmg erfolgte nach der Einnahme des Tses, als Lloyd George auf die Ausführmi- men des Reichskanzlers sMrenbach in scharfer Weise erklärte, daß die Alliierten endlich Stare itnb wahre Aiffern haben wollten. Alini- ster Simons erwiderte, daß er nicht bestimmt wüßte, ob er bis zu dem bestimmten Termm heut: vormittag die Ziffern liefern könne. Nach der Sitzung sah man deutlich die Erregnm« aus
Ausstand in Königsberg.
Königsberg (Ostpr.), 7. Juli. (Privattüe- grrmun.) Der Oberprafideut ber-ef gestern du Vertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaften zu fick, rett durch Verhandlungen eine Grundlage für die Beilegung des Streite zu schaffen. Die Verhandlungen sind ergebnislos verlaufen. Der Streik geht weiter. D'e Arbeiter der städtischen Betriebe haben gestern abend beschlossen, in den Sympathie streik rinzutreten. Um acht Uhr sichren die eltttnschen Wagen in die Depots und das elektrische Licht erlosch. Auch di« Wasserzufuhr v« sagte kurz darauf.
Deutsche Vorschläge werde» verlangt.
Sva, 7. Juli. (Eigene Dmhtmeldung) Lloyd George erklärte fick über Dr. Getzlers Rede sehr enttäuscht. Er schließe dMmrs, daß Deutschland den Vertrag nrcht erfüllen wolle. Darauf trat Austenmitttster Simons cm. Er wies auf die enge Verbindung zwischen vom Weiterbesteh-n des Restes unserer Weyr- macht und der Möglichkeit einer Entschädtgung Din. Hierauf fand der Borsitzende Delacroix den Ausweg daß es sich, wenn er Lloyd Georg: und die Deutschen richtig verstände, nut um dte möglichen Formen der Ausführung des Frtedensver- trageS handele. ES folgte eine Pause tn bar Me Alliierten berieten. Dann teilte Lloyd-George mit daß er bis heute mittag die Vorschläge der deutschen Delegierten erwarte in bezug aus die Truppenzahl, insbesondere aber tu bezug
unter deutsck>er Flagge fahren. Tie deutschen Farben werden wi» der aus dem Weltmeer erscheinen Di« Gene^st. heit zum VertragAabschlnb war aus beiden tat qfeich stark. Die „Hapag" hatte durch den Rriey ihre sämtlichen großen Schiffe verlvrm. Der Harciman-Kongern dagegen hatte Scherst, war aber patg an Erfahrung und.an Orgcmi- ftiton. LlW Beispiel für die gegen'^tE Ruck- sichtnahme, die die Verhandbünigen befleckest, möchte ich nntit eins MvsÄhrest: Wir haben tot Vertrag die ßtowfci Esgenommen, daß, wenn aswiss« Destim-mungen ernt einseitige Bclastunq eines der Kontraheicken darstellen sollten, in flf meinitoner Zuscrmmenkunst diese Klausel <ip@C" . Ludert werden solle. Dieser Geist ber b ollen Gleichberechtigung und der Wille, keinem ver Koni nahen t en Vorteile vor dun anderen zu verschasfen, geht durch den ganzen V«rtr'.z.
Der zukünstige Verkehr
werd sich etwa in folgender W-üst aLZPieleu: Wir hichen die EinrüAung eines -i-Dien^sts Newyork-Kontinent u-nid eines L-Dienstes von Hambur g nach allen Tette u der Welt geplant. Die Gesamtzeit der Diense ist ton beiden Verttagschließenden gemeinsam zu fahren, und zwar von jedem zu fünfzig dröhnt, das heißt: sollten für die Bewälti-gimg des Ver- "ehrs aus einer Linie acht Dampfer notig fein, w können beide Linien bis zu vier Dampzern ein- stellen. Dabei ist tLeichgÄlttg. ob die Dampfer der Gesellschaft eigen oder gechartert sind, ooer ob sie von der Gesellschaft nur kontrollierl wer- den. In keinem Fall tritt aber eine Fusion dm beiden GeseLschasten ein. Ganz klar wir» immer Zwischen dem Eigentum der eigenen oder der c nderen Linie unterschieden. Harriman gibt M keine Schiffe, er besorgt für uns rur die W- wickeüung des Geschäftes m Amevcka, wir für ihn in Hamburg. Wir überlassen dem Konzern keine Hafcn-anlagen, unser Eigentum in Hamburg und Uebersee bleibt also gesichert.
. Wie wir die Schiffe, nfit danen Wir den Ver- kehr betreiben wollen, beschaffen, ist eine Frage, Vie sich nicht fosort beantworten läßt. Wir St- ixnTen im langsam steigenden Aufbau uns
wieder eine Flotte zu schaffen.
Hefte teilte Ankäufe und Neubauten verbietet uns schon der Frierensverrtag. Bai uns besieht me Absicht, Wnöchst die Atlantische Linie wre- per aufzunehmen. Der Fracht- und Zwiffche.i- decksverkehr hat zum Teil wieder begonnen, der Kafütvirketzr soll baldmöglichst folgen. Ten Ausbau der anderen Linien müssen wir für unteren Teil einstweilen noch znrückstellen. Dte Verhandlung dieser Angelegercheit werd künftigen Zw - sarnmenkünfien mtt Harriman, tote sie don Ze«
zu Zett Vorgesehen sind, Vorbehalten bleiben. — Der Vertrag hat seine Bedeutung für t«e ; Allgemeinheit vor allem darin, daß er den
irstttn Versuch einer Wiederankmw-firng von ' Handelsbeziehungen zu dem bisher noch , tnnner mtt uns im Kriegszustand befindlichen Amerika bedeutet. Die Keäutzerten Bedenken, dte - Inkraisttreten des Vertrages könnte noch an dem
WchcrüwmL des «werSanischen Präsidenten
Frankreichs Hartnäckigkeit.
Rotterdam, 7. IM. fEigene DrahtmÄdung.) Daily Expreß meldet aus Dpa: Millerand agte zu den Pressevertretern: Die Verhandlungen in Spa Hilden keinen Abschluß, sondern die Einleitung der AusfÜhnmg bc@ Versailler Vertrages. Frankreichs politische und finanzielle Rechte seien von den Alliierten anerkannt und kSnten ohne Frankreichs Zirstimmung nicht wieder aufgehoben werden.
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Eine scharfe Tonart.
fände ein.
In diesen Tagen sind wir wieder durch em- politische Enthüllung überrascht morfoen, die aud- auf die Außenpolitik übergreist und dadurch von umso größerer Traigweitt ist. Dies- wail ist Bayern der Schauplatz. Ein Haupt- marm a. D. Mavr, Mitglied der Dayrischm Polkspartei, veröfscnüichde in der Süddeutschm demokratischen Korrespolidenz sensatttmelle Mitteilungen über sondeipolitischc Aiachenschaften des bekannten Dr Heim, Führers der Bah- rfschcn Volkspartei, die von einem Nürnfterger sbonckverzieurat Kastner nach einer Unter- nbung mit Dr. Heim aufgschrieben worden feien. Danach habe Dr. Heim gegenüber den Franzosen tntb Engländern sich in geheimdipl-c- matischen Künsten versucht. Mtt jeder der beiden Mächte habe cir gesondert verhandelt, mtt den Franzosen angeblich in Sun Remo, mit den Brittn in Zürich,- und zwar mtt dem Zweck, die beiden Mächte gegeneinander auszu- fvielen Don Franzosen habe er die Donau- Konföderation mit Einschluß Bayerns, Badens mtd WürttembersS als Locktmg vorgehcckten, wogegen er den Briten die Ichrffung eines Zu- aanaS zum Balkan übor Bayern, Oesterreich und Ungarn nahe gelegt Hache. Zugleich wird öfter merkwürdigerweise vom Enthüllet zugestanden, baS Dr. Heim in Mrklichkeit am Reichsac- danken sesthatte. Schon d'Shaib war die Ver- öfsenrlickutvg mindestens eine große Torheit Denn falls eine solche Politik des MtsspiÄens zweier uns feindlich gesinnter Mächte gegen» eiTW&cr überhaupt gelänge, müßte sie, da beide irrcgeführt werden, zu unfcrm Vort.'il sein. Nun Wolken wir allerdings eine offene PoMk ohne Gehe find iplomatte treiben — vorausgesetzt, da so ettva-s möglich ist. Aber dn>m hätten doch zur Durchkreuzung der angeblichen Heimschen Plane auch andere Wege eingeschlagen werden können Wozu haben wir denn eine Reichstegie- nrng und wozu sind unsere Diplomaten in Porte und London? Der Regierung hätte man die gcnze Angelegenhett Mitteilen müssen, dann hätten die verantwortlichen Persöick-ichketten bie Nebenbestrebungen nnaulfällig .wsschaKen kön- t.ett, ohne das schon in übergroßem Maße vorhandene Mßtraucn der Gegner noch Mt ver»
GeheimdiplSMStie.
Aeberfiüsstger Streit um Suthüllnnge«.
Wenn irgendwo von Enthüllungen die Reve ist, sei es in Deutschland oder in fremden Lau» bern, dann horcht alles auf. D>as Deusafions- bedürfnis toird wach, und man wartet ung^ duldig aus die „Pottttesi Freut sich doch das menschliche Gemüt, wenn irgendwem etwas am «eug- geflickt wird. Diese Schwäche besichl nicht nur b» i uns, foudern auch in awdeveu LänDertc, und sie ist nickt erst ein Ergebnis der gärenden neuen Zett: sie war immer vorhanden. Man darf saig-n leider. Denn durch Enthüllungen wird mcht immer etwas Gutes goschasfen. Dre Enthülllr werden vielfach durch SeWstsmyt, Eftelksit, persönlickze Rachegelüste und dergleichen Eiolm chaften zu ihren Offenbarungen angeregt Nur selten handelt Ein« aus Edelmut oder Ge- meinstnn. Das Publikum aber weiß meistens nicht die Beweggründe zu unt.wscheibeu, und gar schnell ist ein einseitiges Urteil gesagt, ehc der Angegriffene sich wehren tarn. Sind die Enthüllungen im össenMchen Interesse notwendig, wird durch sie eine Seffmtng erreicht, dum sind sie natürlich gutzuheißen. aber wird eine Sache nur verschlechtert, dann sind sie entschieden zu verwarfen Darüber sollte vor allem der Ent- hiiller sich klar geworden sein, bevor er ferne Pfeile abschreßt. In der deutschen Politik ist ja kett der Revolutton bis zum lieberdruß mtt -Enthüllungen^ gearbeitet worden, die vielfach eßt keine war eit, sondern mir als solche frisiert wurden. Was bei den meisten Fallen heraus- gekommen ist, haben wir ja gesehm; dem Dolle brachten sie nicht nur keinen Nutzen, soiwerr. trugen ihm noch die Verachtung vom Aus»
Gärung und Ausstand
Protest gegen den Steneradz»»