Kasseler Abendzeitung
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10. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoch, 7. Juli 1920
Fernkvrecher 951 und 952.
Nummer 153.
«gBsSi
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Meier Nemste Mrichtm
® * —- Aesfische Abendzeitung
Die Konferenz mit den Werten.
Sitzung um 3 Uhr dürft tLrtschg Frage angeschn! Reichstag in Abwes
Berlin, 6. MK. (Privattelegramm.) Wie wir hören, begibt sich Reichsjustlzminister Dr. Keiuze heute al end :mch Spa zu den Besprechungen über die Frage der sogenannten Kriegsverbrecher. Der Kriegsminlster Dr. Geß ler ist bereits abgefahren- Seine Ankunft ,n Spa erfolgt heute nachmittag gegen 2 Uhr. In der
- um 3 Uhr dürfte dann sogleich die milt- ~ "' litten werden. — Da der
auf Jnszentevuug von Plündermrg.'n und Un- nSxm n-etzvmikt wird, zu et mir gestZgM-^-r- w».
...---esenheit der meisten Re-
gierungsmitglieder nicht weiter tagen will, dürfte er heute zu dem Besclstuß kommen, seine Bera tungen zu unterbrechen.
ketten find. Mt Ausnahme von «iMeu Fa«a- likern verhält sich die Bevölkerung ruhig,
•
Teilnahme weiterer Minister.
gelungen ist, unwürdigen und nutzLHen Aus- schrertlmgen vorz-udeug-n. W.W.
Verhandlungen inSva/
Der erste Tag der Konferenz.
(Eigener Drahtberlcht.)
Spa. 6. Juli.
Gestern vormittag ym elf Uhr begann die erste Sitzung der Konferenz in der Bilka Frai- neuse. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Sitzung nahm die Anfahrt der Delegierten ihren Anfang. Kurz nach Millerand und Lloyd George traf Punkt elf Uhr die deutsche «bord- mntg ein. Deutschland wird durch de« Reichskanzler Fehrenbach, die Minister Dr. Snnons und Hermes vertreten; Frankreich durch den Mi- nisterpräsidenten Millerand, Finanzminister Mar- sal und Arbeitsminifter ke Troquer; England durch Ministerpräsident Lloyd George, Lord Curzon und Sir Evans, bet anstelle von Chamberlain erscheint; Japan ist vertreten durch den Londoner Botschafter Graf Chinda; Italien durch den Grafen Sforza und Bertholini.s Die gestern festgesetzte TageSordnrmg für die Konferenz soll folgende Punkte umfassen: Durchfühnrng der militärischen Bedingungeu deS Friedens- Vertrages, die Frage der Wiedergut- mach ung.die Sohlrnfrage.die Frage der Durchführung der Bestrafung dec sogenannten Kriegsvrrbrecher und die Danziger Frage. Reichskanzler Fehrenbach erklärte hieraus, nachdem er seiner Genugtuung über das Zu. standckommen mündlicher Verhandlungen Ausdruck gegeben hatte, daß es der feste Wille der deutschen Delegation und deS ganzen deutschen Volkes sei, die FriedcnSbedingungen loyal durchzuführen. Infolge der Erweiterung der Tages- ordmmg ist die Anwesenheit des deutschen Justiz. Ministers und Kriegsministers nötig, die telegraphisch herbrigerusen worden find.
De» Smpfaug unserer Vertreter.
Spa. 6 Juli. (Eigene Drahtm-flduny.) Dkr MitMedckc der deutschen Idegatlon sind gut untergsbra-cht. Der Reichskanzler und bh Minister wohnen in einer auf der Anhöhe gelegen-m Billa, die meksten Mitglieder in nah: dabei gelegenen Hotels und fit inet ?n Pillen. Die Verpflegung ist ausgezeichnet, da die Nahrungsmittel dort in bester CwHHät vorhanden sind. Die Bösördenmq zwischen Wohnung und Koufferervj- gedäude erfolgt in Automobilen. Ans diese W-ife kommen die deutschen Vertreter mit der belgischen BevMerung nicht in Berührung. Rur beim Empfang am BrhNhoff hatten sich viele Neugierige eingefuntzerr. Tie deutschen Pressevertreter die mit Belgiern znsammentreffen, werden überall nach Fehretebach und Stinnes gefragt, w* -^eNbar «t beScu vovuläwen PerffStflich»
auf das Berkehrsgewerbe niederdrückend.
Di« Transpondauer der Miet wird erheblich langer und teurer. Außerdem sind ^vnfianvhal- tungs- und AusbesscrunpSkosten der Schiffe, ,o» wie Material- und Kohlenpreise um das Vielfache, in manchen Artikeln bis zum Zwanztg- fachen gestiegen und es konnte nicht ouSbletben, daß zur Deckung der Mehrausgaben arm> die Frachten entsprechend hinaufaefetzi werden mußten. Den TeuerunosvcrhLltniffen folgend^find auch die staatlichen Kanalabgaben und LMlepp- löhne anff dem Mittellandkanal erhöht worden Die Kanalabgaben sind seit dein 1. Januar 1919 um 50 Prozent auf die ursprünglichen Satze, dw Schlepplöbrre bereits am 1. Januar 1918 um hundert Pro-ent auff den Grundtarif, am lo. November 1919 wieder um 100 Prozent aus die Bruttosätze und neuerdings seit dem Ib. Marz 1920 wcmr mit 900 Prozent Zuschlag auff bte K* stehenden hohen Sätze erhöht worden. - M den Verkehr auffzunehmen, sind die Umschlaas- einrichiunyen den Bedürfnissert atiqprecfieiu stetig weiter ausgebaut. Wahrend Mmden durch den Guterzufluß des Mriteilandkanals erh.b- liche Vorteil: genießen konnte, sind die andren
Umschlagsplätze an der Oberweser
denen nach wie vor die Ein- und Ausfithrzütet über Bremen fMen, nur wenig und ermge. wie Kassel. Karlshasen und ,Härter, uberhauf-t nicht beschäftigt. Hameln, Bodenwerder und .frefamhtben haben einen leider nur gerlnaell Wechielverkehr mrt dem Kanal «nd dem Westen. Hann.-Münden erhielt bin und wieder LeÄensntitteltransporte für TMrrngen „und Heeresgüter aus der Abwicklung . Zugetuhrt. Hannover mit seinen verschiedenen Umschlags- h äffen, vorläufig der östliche Endpunkt des Mit- tellanidLanals, hat für sich und Vas Hmter^nd einen recht großen Güterverkehr am dieser Was- ferstraße erhalten. — Die
Oberweser Personenschiffahrt
Hat in den Sommermonaten 1918 und 1919 der entaeaevstehenden Schwierigkeiten (Kohlen- manflÄ uffw.l ihren Betrieb, wenn auch m em geengtem Fahrplan, mit Erfolg durckm'bren können Die Oberw-sserpersonendampffschl,fahrt hat sich jedenfalls mit drr Turchhaltung den Tank dos Publikums erworben, da im Ovcrweserge- biet die Beförderuugsaelegenheit mit stark eingeschränktem Eisenbahnverkehr recht mcrug.'lbatt ausgeleben Hätte und der Fremden-zufluß m da- schöne WetergebirgAand ungweifelbast mckt w lebhaft ausgefallen wäre - Aus dem Geschäftsbericht entnehmen wir, daß du Forderung> v.r Wasserwirtschaft an der Weser, an der Edertal- itnb Diemelsperre mit allen Kräften erstrebt wird, fca dies zu den dringendsten Aufgaben der deutsch-w Wirtffchaftspolttik gehört. W* von der allgemeinen Bedeutiing der Eftftrtzt- tätSwirschatt ist im besonderen dre Anretchermr« pes Weslerwasserständes eine st obcnsfrage r du Scktiffsghrt auf der Weser. Der Wa>erwm'erstra° ßenbeirat bat die StgatSremerung ersucht, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für bett Bau n~.;t»reT Talspttren in den Quellgebietea der
Eine Aenßernng Fehrenbach-.
Rotterdam, 6. Juli. (Eigene TrahimeDdun'g.) Ein Pariser Pressevertreter Vervfsenilffcht eine Un-ttirebuny mit dem Reichskanzler Fehrenbach Fchrenl»ach erklärte, die deutschen Vertreter hätten schwerwiegendes Material vorzu- tringen, wenn es ihnen nur gffi.ttttt würde, so zu reden wie es notwendig sei und wie er es hoffe. Die deutschen Delegierten werden nich: lichtfertig unterschreiben. Wenn aber die Entente keine unmöBichen Forderungen stellen wird, so werde Spa die letzte Etappe vor dem endgültigen Frieden sein, der Deutschland und Frankreich vor dem Untergang retten könne.
Das Verhalte« der Gegner.
Spa, 6. Sufi. (Eigener Trahtbericht.1 Die Beziehungen zwischen den deutschen und englischen Delegierten sind durchaus höflich und entgegenkofirmend, zwischen den deutschen und französischen Delegierten korrekt. Man sah mehrfach den Kanzler Fehrenbach und die deutschen Vertreter im- Gespräch mit englischen Deputierten. Tie nächsten Tage dürften zu einer weiteren Annäherung führen, sobald die militärischen Saklwerständigen Deutschlands vor dem Rat der Alliierten ilje Gutachten erstatten und sich dadtirch näher treten werden. Gras Sforza, der italienische Vertreter, traf am Montag ttad) Schluß der Sitzung den deutschen Kanzler auf dem Wege vor dem Kasino. Beide Männer hatten eine knrze Aussprache, die mit einem herzlichen Händedruck endete.
Sie Weser-Schiffahrt.
Bericht über die Läge
st« Freie Dereinigong der Weftrfchiffahttr.za. tercReaten sendet ums den Bericht Uder ihre Saupt- t>erf«mmlung, worin die dnrchjkrieg u»d0re»»intion verursachten Schwierigeeiten darselegt werden. Der verlorene Krieg, die im November 1918 zum Ausbruch gekommene Revolution und die dadurch eingetretene ZerMttterung der wirtschaftlichen Interessen stich auch in vor Binnen, -chiffahrt und aus unserer Weser nicht ohne er - h e b l ich e N a ch ie i l e geblieben. Wie tu allen anderen Betrieben sind auch hier von den Arbeitnehmern, den Schiffsmannschaften, in kurz en Etappen immer weiter steigende Lohnforderungen gestellt, die nach neuesten Ansprüchen M.m Höhepunkt noch nicht errerichi Habben. Tie Ar- beitsbed-iNMngen brachten einen _ Rückgang in den Leistungen, die gleichseitig sehr zurückgedrängt wurden durch Verkürzung der Arbeitszeit in den Lade- und Löstbhäfen und Einschränkung des staatlichen Mleppbetriebs auf den Kanälen, auch traten zeitweilig Streiks auff, sowohl mr Schiffahrtsbetrieb wie in den Umlchiwashascii, am Dhlbarstcn war der etwa sechs Wochen an- haltciideKohlenarbeitcrstrcik im März-April 1919. Durch solche Umstände ist die Besvrdc - rungsiffer trotz nicht verringerten K*hnraums mt Jahre 1919 gegen 1918 sehr, zurückgegan-m Der Ausfall beträgt im Bergorrkchr 212000 Tonnen gleich 38,8 Prozent, tm Talverkchr 188 700 Seltnen gleich 30,6 Prozent. Der arosere Ausfall im Bergverkchr gegen Talv-rkehr ist zumleil auf Stockungen in der Erzeinfichr des Jahres 1919 zurückzuführen. Der in den Kriegs- jähren auf ein nichts zurückgooaugene Oberweserverkehr hat in den letzten beroen Job- ren eine kleine Belebung erfahren Lte ganze Art ber jetzigen Arbeitsvcrhättnlsse. atrch eine Errungenschaft der Revolution, wirft
Amt sind, sondern solche Personen, auff die vor den ZadenbesiHorn nicht Der geringste Einfluß Gu3gei"flrt weiden kann. Plünderungen rmd Prershercrbffe tzunyen treffen deshaW in sehr vielen Fällen nicht die wirMch Schuldmgen. Trotzdem ist in vielen Städten von bürgerlicher Seite ans wenig oder gar nichts geschehen, tont die Ladenbesitzer gegen die Uebersälle und WüNderrm- «n in Schutz zu nehmen. Es muß Mit allem Nachdruck darauf hinaewieffcm werden, daß die sogenannte Telbsthtlfeaktion der Bevölkerung, die sich recht oft nur aus Müßiggängern zrvsanrmeNsetzte. nichts aNdev-s darstellt äks LaNdfriedensbruch. Erpressung Diebstahl und Rauff« und daß zur Abwehr gegen diese gesetzwidrigen Uebergriffe die Behörden vorpffichtet sind, olle Dchutzma ßnahmen zu treffen, besonders aber auch die polizeilichen OrgE rechtzeitig gegen Plünderer und Unrichestiffiter ein» zuifttzen.
In diesem Falle trifft die Verpflichtung die behördlichen Stellen noch in stärkerem Maße, weil jetzt schon klar erkennbar ist, daß die Plün- drrtmgen letzten Endes nur auff eine planmäßige Agitation Wrückzusühren sind, mid weil ferner die Gefahr besteht, daß die sogenannten Sekdst- bilfeaktionen zu einer dauernden Einrichtung werden, die sich heute gegen diese, morgen gegen jene Gruppe von Personen j.- nach Bllieben richtet. Die vielfach zu beobachtende Srumseligk-it der Behörden ist aber nur dadurch zu erklären, daß das Biirgertum wieder einmal alles gedüst- dig über sich ergehm läßt Würde es nur einen Teil der Mtwuskraft >md einen Teil der Tat- bereitschaft aufwenden, die von den Uniuhestif- tern angewandt zu werdeit pflegen, dann wurde es keine Behörde wagen können, di- flandalös-n Austartde, die vielfach zu verzeichnen waren, auch nur eine einzige Stunde zu dulden. Eine Selbst- hilfeorgEssation des bedrohteit Bürgertums oder ftst-nnatisch veranstaltete Protestaktionen wurden wahrscheinlich sehr bald Wunder wirken.
Im übrigen sei darauf hing.Nviesen, daß auch durch die Plnnderuuaen und die erzwuny-neu Preisherabsetzungen die Teuerung nicht aus. drr Wett geschafft werden kann. Daß es zu dieser Teuerung kommen mußte, daran trägt die Schuld in erster £ inie die verfehlte Finanzpolttik, die ohne Decktmg Milliarden und abermals Milliarden von Papiergeld drucken läßt und dadurch die Entwertung der Mark immer weiter in di: Höhe treibt; vor ollen Dingen aber auch das Mißverhältnis zwischen Angebot uns Rachffraac. So Lange nächt das Angebot durch gestcigertc Erzeugung in ganz bedeutendem Umfange erhöht wird, so lange muß die Nachfrage <ritr ein verhältnismäßig geringes Angebot rechnen und s-r lange muß deshalb ein gegenseitig^ 11 itberbieten der Käufer die Preise in die Höhe treiben. Würde die Energs- und TaVrafc, dt.'
ist ein notdürftiger Ausweg eingeschbagen worden, daß in manchen Städten, auch in Kassel, die Stadtverwaltungen rtttaegtiffett und die Preise ftstgefetzt haben. Es ist zu hoffen, daß damit die Ursachen zu weiteren Plünderungen beseitigt sind. Bei dicscr «ek-gcnheit muß mtt Be-
Beschlüsse Des Reichrralr.
Kohlenfteuer und Militärgerichtsbarkeit.
Mrivat-Telegramm.1
Berlin, 6. Juli.
I« der öffentliche« Sitzung des Reichs- rates von Montag abend, der unter Vorsitz des Jufftizministers Dr. Heinze stattsand, wurde der Beschluß gefaßt, die Gültigkeitsdauer des Kohlenftenergesetzes nur bis zum 3L Dezember 1920 zu verlängern, während die Regierungsvorlage den 31. Juli 1921 in Aussicht genommen hatte. Der Gesetzentwurf über die Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit wurde nach dem Ausschußbeschlnß angenommen. Der Reichsrat hielt tm einer eigenen Vorlage fest, obwohl vom Reichstag ein entsprechender Initiativantrag eingebracht worden ist. der gegenwärtig der Ausschttßberatung nn- Kiegt. Da die Beschlüsse des Reichsrats nicht dem Initiativantrag übereinstimmen, dürfte es noch zu Weiterungen kommen. Ein preußischer Antrag, der den Zweck verfolgt, Ueberein- stimmung mit den Beschlüssen der Nationalversammlung zu erzielen, wurde abgelehnt. Ein Antrag Lippe betreffend die Berleihnng des Rechts zum Tragen der Uniform an verabschiedete Offiziere wurde abgelehnt.
Abstimmung im Mn.
Di« Beförderung de« Stimmberechtigten.
Festsetzung der Preise.
Teuerung und Gegenmatzgahmen.
Die Tsuerumasunruhen der letzten beiden Wochen, wie sie in Süd-, W> st- und Nordhautsch- land stattgcfmtden haben, sind unersteulrche Zeichen Mfferer Zeit. Leidenschaftlicher, eher out» fettiger als je, ist die Frage nach der Schuld mr der Teuerung erörtert und beankwoctet worden. Die Gowchtigkeit und nicht minder die Notwen- ixigjeit, der dadurch neu einsetzenden gogenfei- ttgen Verhetzung der Erwerbsstände zu begegnen, «teiityt dazu, die Frage nach der SchtÄd an der Teuerung unvoreingenommen M prüfen. Etrr TsU des DoMcs mißt Den Händlern die Schuld bei. Zum Beweise wurden die Einkaufspreise und tue Verkaufsp reise der zurzeit aus deut Martt beffindlichen Lebensmittfl, bchouders Ge- nrüffe und Obst, verglichen Ein anderer Teil des Volles gibt in erster Linie den Erzeugern die Schuld. Es ist festgestellt, daß in jenen unruhigen Gebieten sowohl unter Händlsru wie bei Erzeugern Leute sind, die sich amt Volkse lend zu bereichern trachteten. Nun befinden sich gerade tm Haudlerstand viele von außen h-'r eiing^edrust- geroe Neulinge, die den Weg der Ware vom Erzeuger zum Verbraucher künstlich zu verlängern und die aus mangelnder Erfahrung emstandenen Verluste durch gewaltige Zuschläge M den normalen Warenpreisen wieder einzubringcrr suchen. Die Erzeuger haben vielfach durch die ebenso Äfltgen wie rückständigen Bewirrschafftungs- twn der früheren Reichsregfferu-ng Verluste «Hütten, die sie nun bei nicht bckvirffchasteteik Produften Wieder wettizutnachen trachteten. Si« folgten schließlich dabei dem allgemeinen Zug der Aett, der auff rücksichtsloses Der>!enen ans- geht. Ein energischer fester Zusammenschluß aller anständigen Elemente unter Händlern und Erzeugern^ unterstützt durch vernünftige Maßnahmen der Reichsregierung, kamt hier Wand s schaffen Der Hauptteil der Schuld liegt jedeu- malls nicht bei den unmittelbar beteiligten llsten- schen. sondern in den allgemeinen Verhältnissen
Im großen und ganzen muß ab« zugoaeben werden, daß nicht die Ladenbetztz« die eigentlich Schuldigen cm d-n Preistreibereien der letzten
(Privat-TelegramTN.!
Allenstettt, 6. Juli.
Die von der Entente zitgesagten täglichen sieben Sondrrzüge — es waren zehn verlangt — und die Dampfer auf dem Seewege Swme- münde-Pillau treffen stark besetzt ein. Tie Zahl dtt vom Schutzbund vom 1 Juli an zu befördernden West -und Ostpreußen beträgt ein- hnderffecktzigtausend. Davon müssen sünfzigtau- send den Landweg wählen. Die Bahnhöfe sind mit Tannengrün und Blumen geschmückt und die VerpfleMng ist gut. Die Fahrt durch den polnischen Korridor verzögert sich durch die strenge Paßkontrolle der Polen. Sehr groß ist auch die BeliistiMng durch die Gepäckreviston, besonders in Könitz. Das Benehmen d« Engländer wird als korrekt anvrkannt. Der Kommandant hat einen Aufruf erlassen, Zusammenstöße zu vermeiden.
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Deutsche Kultur als Helfer.
Allenstem, 6. Juli. (Privattelegramm f In den letzten Tagen des Nationalitätenkampffes hat man auch an t-rn unveräußerlichen deutschen Kul- tirrgütern einen starken Hell« gefunden. Best' deutsche Kunst wird hi« zur Erhnt«ung der Gemüter geboten. Erstr Berliner Bühnenkünstler spielen allabendlich klrsstschc Werke, und eine auff gutem Niveau stehende Ausstellung ost- preußischer Maler ist cingetichtcl worden. Immer wieder erhülr man aus den Kressen der Bevölkerung die Znsicherung, die geistige, politische und wirtschaftliche Einheit zwischen Ost- preu-tzen, das nur durch di« äußer-n Grenzen eine Insel geworden ist, und dem R e i ch in allen seinen Teilen aufrecht zu «halteit.
Polnische Schikane.
Allenfiein, 6. Ksst. (Privattelegramm.) In der Rächt vom 5. bis 6. Juli sind drei Züge mit Abstimmungsberechtigten von den Polch, zu- rückgewiesen worden. Bei der Attkunft eines Abstimmungszuges in G'-Igenburg fielen Schüsse- Fünf Personen wurden verletzt. Als Täter vermutet man Pclen. Tie Untersuchung ist im Gange. — Die Verhandlungen betreffs des zeitweisen Flaggverbots in Marienwerder endeten schließlich in der Weise, daß die deutschen Nationalflaggen in den Straßen zugclns- sen und nur die Fahnen von den öffchrtlichen Gebäuden entfernt wurden. Guirlanden find in reichstem Watz- überall angebracht.