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9. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Dienstag, 30. Dezember 1919

Nvrnrner 327

Fernsprecher 951 und 952.

HochMsserW-en im Norden und Vesten

Aeberschwemmung am Rhein.

Stahl statt Aluminium.

komfortabel ein«:

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2t, «afieler Sleueften Sadjricbten «Meinen roödjentüd) 1ed>*mal uns zwar a beeb *. Der AbonnementSpretr beträgt monatL 1 JO Mar! bei freier Krstellrm, in* Haas Bestellange» roerben leberzeu r<m der «efchäftrstelle ober den Boten entgegengenommen. Lrmterei, Verlag nnb RedaUion: SSlalbtbosstraße 28/30. Für unverlangt eingefaxbte Beiträge tann die Redaktion eine Verantwortung ober Gewähr in feinem Falle übernehmen. RüSMhlnng de« BezugSgelbeS ober Anlprüche wegen etwaiger nicht orbtiungämäb'.pet Liekerung auigetololTen.

gnferttonäpreiN: e) «nhetmifche Wträge: Die einspaltige Anzeigen-Zeile SO Plg. (ein- schließlich Denerunglzuschlag), die einspaltige Reklamezeile M. 1.10 lelnschlletzllch Teuemngr- zuschlag). b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile 40 Pfg. und 50% SeuenmgS- zuschlag, die einspaltige Reklame,eile M. LIO und SO*/, Tenerungs,Uschlag. Für die RichtigkeU aller durch Fernsprecher ausgegedenen Anzeigen, sowie für «nfnahmedaten und Platze keine »ernähr. - «eschäftslielle: «Slnische Straße 5. Telephon Rr. 951 e. 962.

lPrivattelegtamm.

Paris, 29. Dezember.

MUIMMatm der Franzosen

Wie Elfaß-Lothringen beherricht wird.

Schade» durch KschwMer.

Schnrsstürme in Rorddeutschland.

($rit>atteleermnm.'i

Hamburg, 29. Dezember.

Ueber Hamburg und die ganze El be- mündung ist seit gestern früh bei strenger Kälte und heftigem Winde ein Schucestunn nie­dergegangen. Der Verkehr auf den Straßen lei­det stark. Der wütende Sturm hat auch zahl­reiche Minen losgeriffen. von denen eine große Anzahl vor der Wbemündung treiben. Zahlreiche schwere Weinfässer und Wrackstücke zeig en an, daß das Unwetter bereits Opfer unter den aus See befindlichen Schiffen gefordert hat.

Auch im französischen Gebiet.

Basel, 29. Dezember. (Eigener Dralstbcticht.) L»avas meldet: Die Ucberschwcw.miwa im Rhriri- ,iuti>. Msselüedier forderte bis. fetzt sechs Tote,

Die ganze Konstruktion setzt sich zusammen au» nahtlos gezogenen Ebromnickelffahl-Rohreu von höchster Festigkeit, die teleskovartig inttnm- der geschoben und miteinander verschweißt Wer­den. So unwahrscheinlich es auch tlingt. aber trotz des hoben spezifischen Gewichtes des Stadls ist em Chromnickelstahlrohr ganz erheb­lich leichter als em Muminmmrohr von gleicher Festigkeit. D-er Gedanke. Stahl als Baumate­rial zu verwenden, liegt eigentlich nahe, und der Techniker, dem die Verwendung von hochwerti­gem Stahl eine Selbstverständlichkeit ist, liberal da. wo man größte Leichtigkeit mit höchster Fe­stigkeit Vereinen will, fragt sich warum man nicht längst zu diesem Werkstoff überging. Auch stier dürfte die Schuld am Kriege liegen. Mr Kriegsausbruch kam es eben darauf an, so febnen: wie möglich eine große Anzahl brauchbarer Luftschiffe zu schaffen und deshalb forcierte man den Bau des erprobten Z.-Tvps: auf V rsu. r mit gänzlich neuen und unervrobten L-vstemen konnte und wollte man sich nicht einlanen.

Ganz neue Bahnen beschreibt Unger bei der Konstruktton seines Schiffes. Bekanntttch stellt das st.-Schiff im wesentlichen einen langen Hotzl- zhlinder dar, desien Mantel aus einem GMer- werk von massiven Aluminiumstaben gebildet wird. Ganz im Gegensatz hierzu legt Unger in die Längsachse seines Schiffes em feste» Ruck* grat in Gestalt eines soliden Längstragers, von dem in größeren Abständen O.uersvante nach dem Mantel des torpedoförmigen Schtns-or- Vers streben. T«er Mantel des Gerüstes wird durch stähleine Hohlringe gebildet. Hervorra­gende Statiker haben festgestrllt. daß nach vor- sichtiger Berechnung das U.-Lustsckisi Mindestens

dw doppelte KnickteNgkeit aufweist, wie das Z.-Luftschiss erwarten läßt. Interessant ist auch die Gondcttonstruktton, welche fast die ganze Schi-ssslänge einnehmend einen Teil des Schiffsgerüstes selbst bildet und als Langstra- ger zur Erhöhung der Knicksicherheit des gan­zen Baues bcheutend beiträgt. Für den Weist, lustverkebr ist die Gondel natürlich entsprechend

* - ' 'stet. Besonders beachtens-

ordmrna und Konstruktion

xeht, ohne in die Eharybhis bureaukratisch-fis- kalifcher Einmischung bineinzugeratcn. Solchen Weg bat die deutsche M a sch i n c n i nd u st r i c sich fcS&fi mir Erfolg geschaffen. Sic hat dazu ihre schon bestehenden Fachgruppen, denen unter Anderem LereistdarunLen über Preise unä Zah-

wert scheint die Äuordnung und Konstruktion der Propellerantriebe. Sämtliche Pro­peller mit -usammerr zirka 2500 WerLegärke»

Anter den franzdfischen Bedrückern.

F-ranksurt a. M-, 29. Dezember. tTelegra- pbische Meldung.) Ein Beispiel französischer Rüpelei und zugleich französischer Rcclstsver- letzttng und territorialer, sowie rechtlicher Hebet« griffe ist in dem benachbarten, augenblicklich un­besetzten Städtchen Eronberg vorgekommen. Slm Mittwoch abend kamen fünf anscheinend be- ttuniene französische Soldaten nach Eronberg, belästigten in der WirtschaftNeubau den Wirt und Vertrieben die Gäste, wobei sie noch auf der Straße die Leute mit blanker Waffe verfolgten. Trotz der Hilferufe ließ sich die Polizei nicht sebcm Schließlich taten sich einige beherzte Männer aus der Bollsmengc zusammen, die die wilden Franzosen vertrieben. Daraus kam am ersten Feiertag eine Kommission stanzösischer Offiziere und ließ fünf angesehene Cron- berget Bürger festnehmen und uc wie Schwerverbrecher gefesselt abführen, um diese Unschuldigen vor Gericht zu stellen, wah­rend die stanröstschcn Ruhestörer unbehelligt bleiben. Das ist stanzösische Justiz.

lungsbedingungen obliegen, benutzt, welche die Pastttaftage in ihren Aufgabenbereich einbezogen und Prersprüfungsstcllen für Ausfuhrware er­richtet haben. Diese haben vor jeder Ausfuhr zu prüfen, ob die Preise gemäß den festgelegten Ausschlägen auf die Friedenspreise sestgesetzt sind. Diese Aufschläge werden festgesetzt und periodisch revidiert nach den Jnlandmarktverhältnissen, dem Stande der fremden Valuta und den Angeboten der stemden Konkurrenz. Dieser Weg der Selbsthilfe ist umso mehr geboten, als die deutsche Industrie damit den schlüssigen Beweis erbringt, daß sie di- Krast besitzt, sich den zer­rütteten Verhältnissen der Gegenwart im Sinne nicht nur ihrer eigenen, sondern auch der volks­wirtschaftlichen Lebensnotwendigkeiten anzupas­sen, daß sie den richtigen Kurs durch das bran- dcnde Meer unseres Wirtschaftslebens zu steuern weiß. Angesichts der großen Gefahren, die ihr in Gestalt noch nicht greifbarer, aber umso be- drückenderer Zwangswtrischaltspläne drohen, ist ihr die Erbringung des Befähigungsnachweises nach feder Richtung dringend zu wünschen.

Das Wafler steigt rapid Wetter infolge neuer Regenfälle und Schneefchmelze. Die Eisen- b a h n z ü g e durch das Elsaß mußten in der Gegend von Luneville infolge Hochwassers die Weiterfahrt einstellen. Zahlreiche Bogesen- dörser stehen unter Waffer. Dringende Hilferufe wevven von dort vernommen. Das heftige Regen-Wetter, das in den letzten Tagen nieder- grnig, hat in verschiedenen Gegenden Hebet« schwemmungen hervorgcrufen. Es stehen mehrere Stadtteile von Nancy infolge des Anfchwel- lens der Meurthe unter Waffer. Bei Straß­burg wurden weite Londsttecken überschwemmt. Biele Vogesentäler stehen unter Waffer.

ZMMsrwL gefährdet die IulAnst.

Das drohende Schicksal Mitteleuropas.

(Eigene Dtahtmeldung.)

Haag, 29. Dezember.

Vcrtre er des Amsterdamer Handclsblattes hatten eine Unterredung mit Dr. Heckschcr von der deutschen Gvsandtfchaft, der soeben aus Deutschland wieder nach dem Haag zurückgekehrt ist. Tr. Heckscher ist der Ansicht, daß man so­wohl in und außerhalb Deutschlands die Ent­wicklung der Lage in Zentraleuropa viel zu optimistisch betrachte. Er befürchte, daß Deutschland bezüglich der Nahrungsmrt- telvcrsorgrrng seinem nahen Schicksal ent« avgengehe wie Oesterreich, falls nicht besondecc Maßnahmen getroffen würden. Wen« es in Deutschland zur Hungersnot komme, würden die Spartakisten wieder ihr Haupt erheben und viel­leicht eine Katastrophe herbeisühren. Sämtliche Bedingungen für eine schnelle Wiedergeburt des deutschen Reiches sind vorhanden, aber sie wer den sich zum Geaerrteil verwandeln, falls nicht sofort die Möglichkeit geschaffen wird, Deutsch­land mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

Aus dM besetzten Gebiet.

Die Kohlenförderung im Saarrevier.

Hingen und V oKsvetiremngen diesen Klagen doppelt willige Ohren leihen.

Aber auch die deutsche Regierung scheint hier hellhörig zu sein. Nach Zeitungsmitteilungen will sie Ausfuhrzölle in Höhe des Valum- lmterschiedes einführeu. Das eigenwillige Hin­dernis der Hebung unserer Valuta würde da­durch beseitigt und der riesige Nutzen, auf den unsere Exporteure verziclsten, noch rechtzeitig in die sehr aufnahmefähige Reichskaffe umgeleitet Zwar hat der Reichsverband der deutschen In­dustrie sich entschieden gegen diesen Plan ausge­sprochen, aber wenn diese Erklärung nicht zu einem lahmen Protest werden soll, muß die In­dustrie gleichzeitig von sich aus einen Weg zeigen, auf dem man der Scylla des Schleuderns ent»

Inland-reifes glatt abzusetzen, das Ausland bekommt sie aber schon um ein weniges über diesem.

Dieses Verfahren ist zunächst ein Schnitt ins eigene Fleisch der Exporteure. Sie verzichten auf einen Gewinn von Hurwctten von Prozenten desjenigen, mit dem sie sich begnügen. Aber diese Entsagung ist keine rein persön­liche Angelegenheit, sondern eine volkswirt­schaftliche ersten Ranges. Hnsere Valuta kann sich nur nicht heben, sondern mutz beständig wei­ter sinken, unsere Zahlungsbilanz sich weiter ver- schlechtLtn, wenn zügellose Preisunterbietung die Aktivseite der letzteren dezimiert. Alle die schwe­ren wirtschaftlichen Hebel, unter denen wir lei­den, gehen auf den Tiefstand unserer Valuta ent­weder ursächlich zurück oder hängen mit ihr zu­sammen. Kommen wir also ohne Hebung der Valuta aus dem Zusammenbruch unserer Wirt­schaft nicht mehr heraus, so wird durch die Schleuderausfuhr unser Elend zum hoffnungslosen Dauerzustand. Nicht sachliche Mo­mente, sondern kurzsichtige Verblendung, falsch verstandenes Eigeninteresse bilden Lier ein Hin­dernis. dessen Entfernung daher nicht nur gefor­dert werden muß, sondern auch gefordert wer­den kann. Das dringendste Jntereffe der DoNs- gesamtheit an der Beschaffung der Lebensnot­wendigkeiten, für die wir heute und noch lange auf das Ausland angewiesen sind, steht auf dem Spiel. Jede Mark, um welche deutsche Ware unnötig billig ins Auslnd verkauft wird, ver­mehrt die heimische Not um Nahrung, Kleidung und andere Lebcnsgüter, verhindert unseren wirtschaftlichen Wiederaufstieg und die körperliche und seelische Kräftigung unseres Volkes.

Es sind aber viele Hunderte von Millionen Mark, die auf diesem Wege verloren gehen. Das Ausland freut sich zunächst natürlich außerordent­lich über die von ihm reichlich ausgenutzte Mög­lichkeit, unseren leider so geringen Warenbestand zu Ramschpreisen auszukaufen. Aber den aus­ländischen Erzeugern gleicher Ware ist die deutsche SckrmuHkonku rrenz schon längst auf die Nerven gefallen und sie setzen alle Hebel dagegen in Bewegung. Immer dringlicher werden E i n- fuhrzöllern Höhe des Valutaurrterschiedcs, ja in der Schweiz sogar Sperrung der Grenze gegen, die deutsche Hnterbietttngskonkurrenz, zum Beispiel gegen deutsche Möbel, gefordert. Die Ar­beiter der bedrohten Auslandsinduftrien machen ihre deutschen Arbeitskämetaden dagegen mobil, um der Gefahr der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Da der ganze Vorteil ans dem deutschen Ge- wmnverztcht dann in die Staatskaffen der frem­den Länder fließen wird, so werden deren Regie-

Künftiger Luftverkehr.

Berbefferte deutsche Luftschiffe.

«rotz, Pläne sollen durchgetühr« to«r»en, um essbässbs Kein Zweifel, der Weltkrieg mit fernen außergewöhnlichen Forderungen und Verhalt- niffen hat die Entwicklung des Jluazeuges außergewöhnlich gefördert, das Luftschiff ober lam dabei zu tun. Nun die Aufgaben des Frie- dens ihr Recht auf Lösung verlangen, da meldet sich das stiefmütterlich behandelte Luftschiff wie- der und ruft der schnellebigen, vergeblichen Menschheit zu: .Ich bin auch noch da ff

Weltluftverkehr: Wie lange ist ez der daß man dieses Wort noch für übertriebene Phrase hielt? Das kann man heute nicht mehr, wo ein Z.-Schiff bereits während des Krieges die Reise von Jamboli nach Chartum und zurück in ununterbrochener Fahrt zurückleate, wo kürz­lich eine englische Kopie des Z.-Lusffchiffes den Ozcan überquerte und unsereBodensee- eine Sturmfahrt nach der anderen besteht. Das Flugzeua muß immer mit bet Möglichkeit von Notlandungen rechnen. Ein Niedergehen auf offener See. ein Landen in unbekanntem Gelände über ausaedehnten Wäldern, womög­lich bei Nacht wird für das Flugzeua immer ein schweres Wagnis bleiben Anders da» Luftschiff, welches sich vermöge ferner Aus­trieb verleihenden Gasfüllung, im Falle von Maschinendcfekten und dergleichen lange Zeit m der Lust halten kann und insolgedeffen zu einer Notlandung nicht gezwungen ist. Betückflchttgt man ferner den seht viel größeren Akttonsradt- s des Luftschiffes, so leuchtet ein, daß gerade im Welt lfwcrkchr die Zukunft des Luft- schiffes liest. __ _ . _ -

^wei weitere Forderungen sind es, die das Luftfchiff in weitsshendem Maße erfüllen mutz, will es die Welt erobern. Gtößtmöglrchiie Leichtigkeit bei möglichst hoher Festig- t eit Beide Forderungen münden in eine Frage der Konstruktion und in eine Frag« des Materials aus. von denen die eine ebenso Wicb- tis erscheint wie die andere. Man braucht kci- neL-weas das unvetgängliche Verdienst des Grafen Zeppekm und seiner Mitarbeiter zu un- terschätzen, und doch wäre es falsch, wollte mau behaupten, das Z.-Lustschisf löste diese Fragen in vollkommener Weise. Kurz vor dem Kriege trat Ingenieur Unger mit einer neuen Kon-, strultion des Stahlschiffes in die Ocffentlich- keit und erregte mit seiner damals im Hotel ..Esplanade- in Berlin ausaestcüten Modell ar- beit das Interesse weiter Kreise nnd des Gra­sen Zeppelin selbst Leidet wurde durch dcu Krieg die Verwirklichung von Unger3 Planen unterbunden. Als Erster verwendet Unger

Mrev-Berschleildennlg

Der billige Verkauf an das Ausland.

Der Marburger Professor Dr. H. Köppe schreibt uns: Der Tiefftanid unserer Mark er­schwert die Einfuhr aller lebenswichtigen Güter, während er die Ausfuhr deutscher Waren glei­chermaßen begünstigt Dieser letztere Umsiand könnte ein Lichtstrahl in unser wirtschaftliches Dunkel, könnte der Ausgangspunkt für die Wie­derbelebung und allmähliche Ingangsetzung un­seres Wirffchaftslebens sein, wenn er geschickt ausgenutzt würde, um mit steigenLen Ausfuhr­werten eine wachfende Einfuhr zu ermöglichen und unsere Zahlungsbilanz allmählich wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wer zum Mangel an Rohstoffen und Kohle gesellt sich ein hemmen­der Fakwr, der deshalb besonders zu beklagen ist, weil er in einer verhängnisvollen Verblen­dung wurzelt Das ist die Sucht, die Ausfuhr­ware zu Preisen ahzusetzen, die den Stand unserer Valuta so gut wie gar nicht berücksich­tigen. Die Angst vor der K o n k n " r e n z fft die Triebfedet zu dieser der ausländ: i .: Nachfrage äußerst willkommenen Verschleuderung der Et- zeugnisse deutsclsen Atbeitssleißes. Solche Angst wate begreiflich, wenn auf den Märkten ein die Nachfrage stark übetschreitendes Warenangebot bestände. Nun ist aber das Umgekehrte der Fall. Einer wahren Gier nach Waren aller Art steht eine völlig unzulängliche Warenmenge gegenüber. Die Ware wäre in Mark um ein vielfaches des

Die Regierung hat der Kammer einen Ge­setzentwurf unterbreitet zur Regelung der Kob- lensörderung im Saargebiet. Die Ausbeulung der Bergwerke wird der staatlichen Ver­waltung unterstellt. Die Regierung hat tat Par­lament einen weiteren Gesetzentwurf eingebtacbt, betreffend die Einführung der Sommerzeit auf den französifchen Eisenbahnen am 31. Januar zur Einschrä-nkiMg des Kohlenverbrauchs.

AblSsung britischer Truppen.

Bonn, 29. Dezember. lPrivattelegramm.) Reuter meldet aus London: Ein Teil der briti­schen Hcimatsatmce wird im Laufe des Januar nach dem besetzten Gebiet verbracht, um ote dor­tigen Truppenteile abzulösen.

Kassckr Wie Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Mainz, 29. Dezeniber. (Privattelegtamm.) Das Hochwaffer des Rheins hat in .Hessen großen Schaden angerichtet und die niedriger gelegenen Rheinorte schwer heimgesucht Die E>senbahn- strecke Dtainz-Worms ist gefährdet. Ter Ober- rhern ist nach kurzem Stillstand wieder im Siel- gen begriffen. Aus Koblenz wird berichtet: Ter Rhein ist seit vorgestern abend acht Uhr nicht mehr gestiegen. Er lMtte gestern früh sechs Nhr einen Pegelstand von 5,69 Meter. Die Mosel fällt sehr langsam. Ter Oüerbürgerme ster macht bekannt daß die stüdttschen Lebensmittel gerettet worden'seien. In den überschwemmten Straßen wird der Verkehr durch Boote ausrecht erhalten. Die Mosel-Kleinbahn ist an mehreren Stellen unterbrochen und hat den Betrieb einsteUen müs­sen. Das Hochwaffer des Oberrheins bedroht d«e Stadt Kehl ernstlich. Die Notbrücke bei Kehl wurde von den Fluten sortgeriflen. Am Rlzein gelegene Teile der Stadt stehen unter Waffer. Die Ufer bei Kehl und Straßburg sind kilometer­weit überfchwernmt. Im Brückenkopfgebret von Kehl mußte wegen Hochwassers der Eisenbahn, verkehr eingestellt werden. Wie aus Stutt­gart gemeldet wird, ist ein Zug der Nebenbahn rrach Welzheim infolge Unterspülung des Bahn­körpers cittgleist. Auch die Nebenbahn zwischen Schramberg und Schiltach ist außer Betrieb ge- set-t. Bei Cannstadt hat der Neckar die Schiffsbrücke der Daimlerwerke fottgefchwemmt. Die Wehranlagen der Papierfabrik Weißenstein bei Pforzheim wurden durch die Nagold schwer beschädigt. Auch die Enz hat großen Schaden angerichtet, besonders i» Neuenburg. Biele Sägewerke, besonders tm Schwarz­wald, haben große Verluste au Holz erlitten. In Duvenden von Orten mußte die Feuerwehr am Heiligen Abend zur Bergung von Menschen und Vieh aufgerusen werden. Aus Frei - bürg i. B wird berichtet: Ter Schaden auf Feldern und Wiesen, an weggeschmemm- tem Holz, an den Straßen und im öffentlichen VeÄÄ>rswesen ist außerordentlich groß. Dieser Schaden wird noch vermehrt durch nerrerlich ehr getretenes Hochwaffer. Am zweiten Feiertag war außerordentlich starker Sckmeefall. Heftiger Regen, verbunden mir starken Föhnstürmen, hat diesen Schnee dann neiterlich zum Schmelzen gebracht und ein starkes Steigen aller Wasserläufe verur- sackst Wenn der Regen mäst bald nachläßt, so dürste die Gefal?r einer Katastrophe größer als an den Weihnachtsfe-erMgen fein, da die Damme bereits bei der ersten Flrst verschiedenllich geris­sen find und inzwischen noch nicht wieder aus- gebessert werdeir konnten. Infolge Hochwaffers ist der Bahnhof Maxau bei Karlsruhe und die Altstadt von Heidelberg nber- sck'wenrmt. In den Tälern stehen die Gehöfte meterhoch unter Waffer. Vielfach mußte die Be- , völkerung bei Nacht flüchten., Schneefchmelze und Regengüsse dauern im Gebirge fort.

(Privattelegtamm.)

Straßburg, 29. Dezember.

Die französische Regierung beschloß, den m r- litärischeu Zustand in Elsaß-Lothrlngen auch nach Inkrafttreten des Friedens bcizitöehal« ten und auch im Verkehr mit Deutschland vor­läufig keine wesentlichen Veränderungen eintre- ten zu lajsen. Die Einreise Deutscher nach dem Elsaß wird nur in besonderen Fällen Mit Er­laubnis der Straßburger Paßbehörde gestartet Tie Stadt Straßburg hat in den letzten Zagen weiteren Truvpenzuw achs erhalten. Di- Stadt hat feit dem Waffenstillstand zurzeit Vie größte Truppe nmacht. Tie Käfern en sind mit

schwatzen und weißen Franzosen, darun­ter vielen Reservisten, überfüllt. Tie Burgetquar-