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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitmrg

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Nummer 311

Fernsprecher 951 und 952.

Dienstag, 9. Dezember ISIS.

Fernsprecher 951 und 952.

S. Jahrgangs

Ser Reichskanzler über bie politische Lage.

Ansere Gefangenen in Seapa-Flow

Berlin. 8. Dez. (Privattelegramm.) Nach

den. wie sich aus den biSlteten Angaben der Pa- ti<er »<>(!»»"»«gÄgr-f?» v*--

irort etgiim.

n tiv'v r i

-

tcnte volle AnMning dringen.

reich gewährleistet ist. Pariser Blätter melden zu den Verhandlungen mit Deutschland, dass sich die Chefs der alliierten Delegationen in der Sit­zung am Freitag gegen jede weiteren Zu­geständnisse an Deutschland ausgesprochen hallen und auf der Forderung bestehen.

bei Scapa Flow versenkten deutschen Flotte aus der englischen Kriegsgefangenschaft bis zum Abschluß des eingeleiteten Gerichtsverfahrens neuerdings verweigert.

Forderungen von Eisenbahner«.

Magdeburg, 8. Dez. lPrivattelegramm.) In einer gestern abgehaltenen Versammlung des Eisenbahner . Verbandes wurde be- schlossen, die Regierung aufzufordrrn. sich bis WM 1. Januar 1920 Wer die Erhöhung der Löhne zu entscheiden, da man nicht länger warten könne. Ferner wurde beschlossen, daß sich die Regierung bis zum 15. Dezember dar­über entscheiden soll, ob sie die verlangte Wirt- schastsbeihilfe an die Arbeiter und Werkhelfer, die sie noch nicht erhalten haben, zahlen wolle, widrigenfalls sich alle Mitglieder des EifenDah- nervcrbamdes mit den in Betracht kommenden Arbeitern solidarisch erklären, auch wenn es zum Aeußersten kommen sollte.

Militärische Zwangsmaßnahmen.

Rotterdam. 8 Dez. (Eigene Trahtmeldnng.) Reuter meloet aus Paris: Der Oberste Kriegs­rat hat sein Bericht Marschall Fachs über et­waige militärische Maßnahmen zngest.mmt. Der Alliiertenrat hat einen Unte.ausschuß mit der be fchlennigten Prüfung der Vorschläge des Ober­sten Kviegsrates beauftragt.

sagte er: Die Behauptung, daß die Verhandlun­gen Wer das Schlutzprvrotoll von uns verzögert werden, ist unwahr. Am 24. November ist der eme der zwei zu diesen Verhandlungen Beooll* mächÄgeen, Herr von Simon, nach Berlin zurück- geteyrr, um neue Zusirutironen einzuholen. Las Verharren der Entente auf ihrer StrafforLerung machte eine Rückreise und eine neue Stellung­nahme der RrichsregreruM notwendig. Schon am 28. Rovemver empfing Herr vor: Lersner auch darüber die eingehendsten Instruktionen^ die

Reßrebmgen in Amerika.

Fordenma der Einfuhr-Beschränkung.

(Eigener Drahtbericht.)

Basel. 8. Dezember.

Die Preßinformation meldet aus Newyork: Mit Nachdruck fordert die amerikanische Handels, presse die Erledigung der Gesetzgebung gegen die E i n f u h r in den Bereinigten Staaten. Die größte Gefahr drohe von der deutschen Färb- stoffindustrie.die entschlossen fei. die junge ameristmische Konkurrensiudustrtt zu erdrücken. In den deutschen Einschiffungshäsen seien nach amerikanischen Konsularberichten Farbstoffe für Amerika ausgespeichert, die genügend seien, zwei Jahre lang den ganzen Markt zu belegen. (?)

an erster Stelle enthalten und Herr Tutastä per- sprach- uns möglichst bald die Antwort zrckLM- ;nen zu lassen, damit wir Unterhändler und

Antwsü des BMertenratr.

Paris ettoortet die deutsche Unterzeichnung.

(Eigene DrahtmeLung.)

Basel, 8. Dezember.

Der Füuserausschu'ß der Pariser Fried ens- konferenz hat den Wortlaut der Antwort aus die deutschen Einwände gegen das Zvsatzprotokoll zum Friwensvcrtrag festgefetzt. Diese Antwort sollte gestern, Sonntag, Der deutschen Abord­nung übergeben werden. Das SÄretariat der FriedenÄonferrnz betont mit basvuderem Rach- drnck, daß der Wortlaut die ei-nntätige Zustinn ntung aller Großmächte erhalten habe, also auch Nordamerikas und Italiens. Liefe Einmittig- !eit ist aber doch nur ditrch Zugeständnisse von französischer und englischer Seite erreicht wor-

Die Abordnnng t» Paris.

Haag, 8. Dezember. (Eigene Trährmekdung.) Nach einer Rachriäst ans Paris steht nimm ehr fest, daß die amerikanische Delegation am 10. Dezentber Heimreisen wird. Der Botschafter Wallace wird als einziger amerikanischer Vw- ireier im Obersten Rat anwesend bleioem Er wird aber nur diplomatische Befugnisse haben ur>> kewarl« Entscheidung treffen.

niften mit bei- WiedereinLM.sung von Massen- l - i, t o »r°^»i kW t es Versammlungen oegonmen. Für näussü Woche w«r- L»

Eme Ksvzlerrede.

Nicht diskutieren, sondern produzieren!

Auf einem Empfangsabend des Vereins Bsv lincr Presse im Berliner Rathause hielt der Reichskanzler Bauer eine politisch bedeutsam« Rede, in der er zu erklären suchte, daß die Miß- strmnWNg, die sich in manchen Gliedstaaten gegen Berltn geltend mache, auf die von der Haupt« städt ausgehenden Zwangsmaßnahmen zuräüzu» führen fei. Der Zwang tonnte aber noch nicht abgebaut werden, da der wirtschaftlich Schwache geschützt werden müsse. Die von der Landwirtschaft geforderte Erhöhung der Preise auf den Weltmarktpreis könne er nicht

wird vor allen Dingen kein förmliches Ultima­tum darstellen. Sie wird ans die Einwände ant­worten und sogar sachlich wertvolle Zugestand nisse machen.- Sie wird die Erwartung aus» sprechen, daß Deutschland das entsprechend geän­derte Znsatzproiokoll nunmehr annehme und sich angesichts der Notwendigkeit, ben Friedens­vertrag noch vor dem Ende dieses Jahres in Kraft zu setzen, nicht einer militärischen Zwangsmaßregel aussetzen werde. Was bi? einzelnen Zugeständnisse anbrlaagi, so ent­hält die Note der Entente die formelle Versiche­rung, daß die Auslieferung der deutschen Kriegsgefangenen ohne weiteres unmit- ttlbar dem Jükrastreten des Friedensvertrages felgen wird. Diese Verpflichtung Frankreichs ist, wie versichert wird, auf die Intervention des Vertreters der Vereinigten Staaten zurückzn- fichren. In Bezug auf Len Schaden'ersatz für die vor Scapa Flow versenkten Schiffe werd die Verantwortlichkeit Deutschlands und seiner Ent­schädigungspflicht aufrecht erhalten, unter Ab­lehnung einer Anrufung des Haager Schieds­gerichts, dagegen wird Deutschland die Möglich­keit geboten sein, Wünsche ick Bezug auf die Auswahl dos an die Entente auszuliefe mden Materials geltend zu machen. lieber das Schicksal des Schlußparagraphen des Zusatzpro­tokolls, worin sich die Entente auch nach Aufhe­bung des Waffenstillstandes das Recht miRtäri-

Derha«dlungen to erben eingelettet.

Berlin. 8. Dez. (PrwattÄegMMm.) Die neue deutsche Kommission soll Mitte der Woche nach Paris abr sen. Die neue Komm's-

Sachverständige zu ven dann notwenoigM wei­teren Verhandlungen entsenden könnten. Die Antwort steht heute noch aus. was wahrlich keine Verzögerung unsererseits genannt werden kann.

Bereits am 16. Juli Haben wir ratifiziert. Seitdem warteten wir darauf, daß die zur Errichtung des ersten RatifizieruiigsprotokoW erforderliche Zahl ratifizierender Hauptmächte zufammenrommt. Der deutsche Vertreter in Pa­ris war seit langem mit Vollmacht zur Un­terzeichnung des RatifÄationsprotokoM ver­sehen. Erst am 2. November wurde uns davon Kenntnis gegeben, daß England, Frankreich und Italien die Ratifizierung vollzogen haben. Liese drei Mächte haben aber nicht ihre Bereitwillig­keit erklärt, den Frieden durch Errichtung des RatifizierungsprotokoLs ohne weitere-- in Kraft zu setzen, sondern haben hierfür neueschwere Bedingungen gestellt, die in keiner Be­ziehung zum Friedensvertrag stehen. Die deutsche Regierung wünscht nach wie vor eine schleu­nige Herstellung des Fried enszu sta ndes durch Inkrafttreten des Versailler Vertrages. Der Reichskanzler schloß mit einem starten blp pell auf dieser Grundlage, auf der auch die über- große Mehrheit von VoA und Parteivertretung stehe, zusammenzuhalten in Einigkeit und Recht,

er am Lconrag den i. Dezember in ausführlichen Unterhandlungen Herrn Dutasta vortrug. Darin

Berrderimg des WWm.

Aussprache in der Preutz. Landesversammlung.

Die Beratung am Sonnabend über das BoAsschulwesen fand bei »en. Abgeordneten nur geringe Anteilnahme. Abg. H u n g e (Soz.) sicht in der Einheitsschule eine bedeutende Errungen­schaft der Revolution. In ihr müsse vernüns» tiger staatsbürgerlicher Unterricht zu den Lehr- fächern zählen. Bezüglich der Ausgestaltung des Schulwesens siehe seine Partei auf dem Boden der Verfassung. Ministerialdirektor Saeft- ner betont, daß das Gesetz, das die Berufung von Kreisschulinspektoren, als Hilfsarbeiter in das Ministerium von ihrer Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst abhängig mache, ge­ändert werden müsse. Der Konfirm airdewnttev- richt werde in eine Zeit gelegt weiden, in der er den Schulunterricht nicht beeinträchtige. In die Beamtenbesoldungsreform müsse die Leh­reraufbesserung einbezogen werden. Die Einheitsschule müsse und werde kommen Des­wegen könne oder die Volkshochschule nicht rot» behrt werden. Abq. Frau Sttffels (Ztr.) kann der gemeiuschaslfich-en Erziehung von Kna­ben und Mädchen nicht das Wort reden. Sie son­dert die Arrfrechterhaltung des Zölibats für Lch- lerinnen, da eine Aufhebung zu unlösbaren

scher Zwangsmaßregeln Vorbehalten möchte, schweige« sich die Pariser Blätter vollständig aus, obwohl sie in den vorhergehenden Tagen gerade auf diesen Artikel besonderen Wert ge­legt haben. Namentlich dasEcho de Paris" und das -Journal" haben betont, daß der Ver­sailler Friedensvertiag unter den Schutz des Völkerbundes gestellt werden sollte und daß er keinerlei Zwangsmittel vorgesehen habe, für den Fall, daß dieser Völl erb und nicht ins Leben treten sollte. Um diese Lücke auszufüllen, habe Marschall Foch schon Ende Oktober vorge­sehen, die hohe MilitärkommiMon der Entente in Versailles auch nach dem Inkrafttreten des Fr-iedensvertrages fortbestehm zu lassen, so­lange die Besetzung des linken Rheinufers dauere. Die Konferenz habe diese Diskussion je­doch einschlafen lassen. Es scheint, daß der Dor- schlag des Marschall Foch während der Ver­handlungen der letzten Tage wieder aufgenom- men wurde, daß seine endgültige Erledigung aber aus Schwierigkeiten gestoßen ist, weil die Abordnung der Vereinigten Staaten auf der voUWndigeick Auslösung der Friedenskonferenz besteht, sich oder andererseits angesichts der Dis-

kuffion im amerikanischen Senat, nicht für be- halte, der Funktion des Völkerbundes vovWgreifen. Ueber das. was schließlich von den französischen Vorschlägen übrig geblieben ist, wird erst^er Wortlaut der Mte der En-

Mffen wir attsliefern?

Unsere Landsleute in Gefahr.

Eine der schwierigsten Fragen des Versailler Aiedensvertrages drängt immer n«hr zu ihrer Lösung. Es handelt sich um Die gsage der Äus- tieferung der von Den Gegnernwegen vesbreche- kischer Taten" beschulDigten Pkrsönlichreiten. Wie rix TLegramm am Sonnabend meldete, solle a es dreihundert Personen sein. Es hat noch keinen Friedensoertrag in der Weltge­schichte gegeben, in Dem eine solche, für den be­siegten Teil so furchtbar demüfig-nde Bedingung gestellt wurde. Das UMagemateriäl ist amy heute noch nicht oetannt. Soweit Aeußerungen der gegnerischen Presse darüber vorliegen, han­del es sich um Vorwürfe allgemeiner Natur in Sachen der militärischen und wirtschaftlichen Kriegführung. Rian hört aber, daß die fran­zösische Regierung einen bis in alle Einzelheiten und MeinigTeiten hinein ausgearbetteien An­klage st off zufammengetragen habe. Auf Grund dieser Materialien würde die Ausliefe­rung und Bestrafung Mer militärisch Verant­wortlichen Persönlichkeiten aus denjenigen Kampf- wie Etappengebieten verlangt werden, in denen Plünderungen, Verwüstungen oder der­gleichen vorgctommen sind. Eine besondere Un­tersuchung hat die französische Regierung über die Zerstörung Slordfrankreichs anstellen lassen. Die Wsicht geht dahin, den Nachweis zu führen, daß diese Zerstörung militärisch nicht gerechtfer­tigt gewesen sei. Die Zersiorungsstage bildet auch den Vorwand für das Verlangen der Aus­lieferung von U--Boots>kommandanren einerseits und Flugzeug- und Zeppelin-Mhrern anderer-

ter)anLischen Empfindungen und Erinnerungen hangen, bestanden würde. Was wollte die En­tente tun, wenn das deutsche Volk nicht gutwil­lig diese Alänner vor das fiemde Gericht ziehen lassen würde? Würde sie es darauf ankornmen lchjen wollen, unter Anwendung von Gewalt Me diese Persörtlichkeitenabzutransportieren" ? Es wäre fürwahr ein Llittel. um allen unter uns, 'bdc immer noch blind sind und die immer noch nicht die Furchtbarkeit unserer Lage zu er­kennen vermögen, wirklich hanogreiflich zu zei­gen^ wie elend" wir geworden sind und in welcher Schmach und Schande wir liegen! Diese Er­kenntnis könnte innerpolifische Folgen haben, deren Tragweite sich die Entente heute wohl noch nicht träumen läßt. E..* \

sind allein über fünfzig BersmnmlunMN tu Großüerlin einberufen, in denen für die Beseiti­gung der jetzigen Regierung agitiert werden soll.

* * *

Stellungnahme zum Marloh-Pro-.

Berlin, 8. Dezember. (Pridattelegramm.) In einer Anzahl Fabriken in Spandau und Ber­lin-Nord sind am Sonnabend Flugblätter verteilt worden, die zu Kundgebungen des Proletariats vor dem Moabiter Gerichtszebäude am Tage der Urteilssällung im Prozeß Marloh auffordern, Ms es zu einem Freispruch der an­geklagten RMtürs kommt. Reichswehrminister Noske hat in Gesprächen mit Mitgliedern der Nationalversammlung sich über den Prozeß Aiar- loh dahin geäußert, daß die bisheiigen Ergeb­nisse und unbewiesenen Beschuldigungen gegen Oberst Reinhardt für ihn eine Entlassung des Obersten Reinhardt nicht rechtfertigen lasse.

Man muß die Nnslteferungsfrage auch von prem anderen Gesichtspunkte ans betrachten: sie ft politisch und namentlich innerpolitifch irr uns von allergrößter Bedeutung. Es kmn niemand vocher sagen, was sich alles er- ignen wüvd<, wenn auf der Auslieferung etwa _ . _ _ ,

tieferer obersten Heerführer Hindenburg und Lu- ' m wird in direktem Funkverkehr m-t der : .enborff, sowie der übrigen militärisch-D. ^ührer, Reichsregierung stehen, sodaß diesmal ein schnel- ' « deren Namen und Taten die müchtrÄten va- lerer Abschluß der Prrl«ndlunarn '. fit Krank-

näheve Auskunft über die Art der BesotsunyK-- lesorm. Den Antrag der Unabhängigen zur Ein­führung des Räteshstems in die Sümwerwav- tung lehnt die demokratische Partei ab. Abg. Hennig (U. S.) sogt, Vie Lchrerräte genügten nicht. Seine Fraktion verlange das Räteshstem im ganzen Erzichungs- und BildMigöwesen, fer ner die Einheitsschule, dagegen die ASfchaff:

alten Sostenks der BerecbriauTia uns v

brechc-m also Diebstahl, Plünderungen", Gewalt­taten ujw., zur Last gelegt werden. Ueber das Militärische gehen aber die Gegner weit hinaus. Sie Verlangen auch die Auslieserung und Bestrafung bestimmter politischer Per- sönlichkeiten. Alle diejenigen Männer in Regie­rung, Parlament, Politik und Presse, die un- mittelbar vor dem Kriege und auch während des Krieges bestimmte Anschaimngen und Forderun­gen vertreten haben, sollen von der Entente zur Bestrafung" augefo-rdert werden. Den Kreis die­ser PersöMichkeiten will man, wenn die neueren aus Frankreich kommenden Nachrichten zutref­fend sind, aber durchaus nicht etwa auf die rechtAstchenven politischen Kreise beschräiDen. Die Entente gedenkt selbst vor den SoziMsten nicht halt zu machen. So wird neuerdings in der fran- Sschon Presse angekündigt, daß auch diejenigen

Äisfischen PersöMichkeiten zur Verantwor­tung herangezogen werden sollen, die in politisch führenden Stellungen gewisse Kriegsmaßnah- jnen, namentlich "den Unterseeboot-Krieg, gebil­ligt hätten.

Die ganz abnorme Lage, in die wir durch den Verlust des Krieges eetemmen sind, wirs mit am schmerzlichsten gekennzeichnet durch die geg­nerische Forderung nach Auslieferung dentscher Staatsangehöreger. Wir haben unter dem sei­nerzeitigen militärischen Druck, über dessen Ge­walt und Richtung sich uiemano im Zweifel sein konnte, auch diese gegnerische Foroerung anneh- tneP müssen. Wir haben aber nie einen Zwei­fel darüber gelassen, daß wir diese Forderung kemeswegs anerkennen können Das deursche Reichsrecht verbietet die Auslieferuna eines Deutschen zum Zwecke der Aburteilung an Has Ausland. Wenn schon Verurteilungen von wirklich "Schuldigen erfolgen müssen, dann kann dos nur unter deutscher Gerichtsbarkeit und aus eeutichem Boden geschehen. Die deutsche Regie- kung hat der Entente gegenüber dahingehende Einzelvorschläge unterbreitet, ohne aber bisher tzuf eine Verhandlungsbereitschaft in diesem Punikie gestoßen zu sein. ES ist unter diesen Um­landen im höchsten Grade besremdend. daß Ele- nenoeau in seinen jüngsten Noten immer und nmner wieder auf diese Auslieferungsfiaae zu- rüd$ommt Er stellt die Dinge so dar, als ob D eutschland Ich der Verpflichtung, Schuld zu ftihnen und Schuldige zu str .fen, entziehen" wolle. Das deutsche VoA muß verlangen, daß seine An­gehörigen nicht auf das einseitige Anklage- Material h:n und noch dazu/ vor ein ftemöes Bericht und vor Richter, die zugleich KWger sind, bestellt weiden. Gegen diese juristische Unge- reuerlichkett wehren wir uns allerdings mit aller Kraft. Dr« deutsche Regierung hat durchaus zu- tebiihat, daß die Interessen der Kläger, also der Lnleitte, voMommen gewahrt werden sollen. Das vll dadirrch geschehen", daß bet den auf deut- chem Boden vorMnehmenden Verhandlungen fie Vertreter der Entente anwesend sein sollen Md ihrMaterial" Vorbringen können.

gutheißen, da sie eine weitere Geldentwertung nach sich ziehen müsse. Das Heil des ganzen Voltes und Damit auch der Landivinschasr, Der er jeoe Förderung zufage, liege in der Föv» v ....... ..., deruug der Arbeitslust und Ärbeitswilllgkeit des

Londoner Meldun-en hat die enaliftfe ffleaie- industriellen Arbeiters. Tenn für uns gclhe als

u 2 Wachspruch:Nicht diskutieren, sordern produ-

rung die Entkaisung der Besatzungen der .j^ren. __lieber *

Die äußere Politik

Fsttdauerydr Gsmng im Aeiche.

Maffeckversammlungen in Berlin.

(Privattelegramm.)

Berlin. 8. Dezember.

Unmittelbar nach Aufhebung des Belage­rungszustandes in Berlin haben Vie K o m m u -