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Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
NAMrue^ 316.
Fernsprecher 951 und 952.
EorrrrLag, 7
1919
S. Jahrgang
Frruspr-chcr 951 und 952.
*• Ceftrig«, Dt« «btfraUtg« Stejetgeu-getl« «o Wg. («t*.
^u«rmlg,,»s4lLg), di« etitfpaltig« steHomejctle S. L30 (ctnfdfjüeBUd) Zeoenmg«. «Uschlag», b) »«»»artige «afträge: Dt- etnfpelttge anjeigenjeUe 40 Wb- Mld 50»' r-u-nmg«. LM' »t« «^v-l«s« R-Nau^-Il. et 1.10 und 50-s. r-ll-rmgs,uschlag. - Für dt. EFsS? >UI* s«n>»d-chrr eare«gtoe*ei An,«ig«n, N»U für «uteabnnlxttw nnb ®4Se tetnt SewLhr. — S-fchLftlftell«: Nölutfch« Siratr 5. Mcpbow Vir. 961 m, 962.
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Am Otganifafion $am Wiederaufbau.
'örmen,
Maß von Steiaernng hinauszugchen ba8 den Baukosten und dem Ertrage wieder herac Hausbesitzern anoestchts ifrrer gestteaeusn Un- ^rden. Kann ■ aber erst einmal in gross
Man glaubt, daß Deutschland nachgibt.
Basel. 6. Dezember. (Eigene Drahtmel- Ä) Wie die Preßinformation aus Parts 't, bat Marschall Goch vom Obersten Rat
sch en Kriegsgefangenen zu AufrSn» mungs- und Wiederaufbauarbeiten in den zerstörten Gebieten solange zu beschäftigen, bis ein Abkommen mit Deutschland betreffend Uebcrsendung von freiwilligen Arbeitskräften getroffen imd die darin von Deutschland übernommenen Verpflichtungen erfüllt sind. — Das Genfer Rote Kreuz erhielt die Wttei- luna des französischen Roten Kreuzes, daß auf französischem Boden 532 760 Kriegsgefangene sich gegenwärtig noch befinden.
Verarmung des deutschen Volkes
steht sicher bevor. Dann werden die Gr träge uns Vermögen und Einkommen sehr sinken. An der Notwendigkeit der Reichseinkommensteuer zweifelt niemand. Der neue Steuertarif verblüfft zunächst im Vergleich mit den früheren Tarifen der Einzelstaaten. Natürlich müssen die bisherigen vielfachen Zuschläge der Gemeinden in Rech-
Iss AKZllsfemKgs-NsrraKgen. Ukberreichung der Listen im Januar. (Privott^kgramm.)
Karlsruhe. 6. Dezember.
nung gezogen werden. ES wäre zu erwägen, ob die steuerfreie Grenze etwas hincmf- aerückt werden kann. — Danach äußert sich Mini, fter Erzberger, ob die
Feind« über unsere Steuern verfügen können. Er führt u a. auS: Die 24 Milliarden müssen aufgebracht werden, Für 1920 müssen 16 Milliarden eingestellt werden. Die Regierung erklärt: Der Entente steht das Rechtnicht zu. die Erträge d«S ReichsnotopferS anzutasten. Solange Deutschland zahlt, kann eS auf die Art, zahlen, die es selber will. (Redner verliest die im 10. Ausschuß abgegebene beztigl. Erklärung mit dem Gutachten des Reichs fustizministers.) Diese Erklärung, die die Meinung der Ge- samtregierung enthält, wird mit voller Absicht der Oeffentlichkeit mitgeteilt. Das Kör- verschaftssteurraesetz wird noch in diesem Monat veröffentlicht werden. Ein eigenes Abwicklungs. amt wird geschaffen werden. daS die etwa 2000 bestehenden Abwicklungsstellen zusammenfassen wird und bis 1. Mai 1920 spätestens die gesamte Abwicklung nach der persönlichen Seite hin erledigen wird. Die materielle Seite, die Gesamtliquidation des Krieges. Wird ebenso mit allergrößter Beschleunigung durchgesührt werden. — Dazu spricht weiter Abg. Dernburg (Dem.): Die Entente müßte ans dem Ernst, mit dem wir steuerlich gegen uns selbst Vorgehen, er- sehen, daß wir den FriedenSvertrag erfüllen wollen. Die Hoffnung der Sozialisten auf die
IriagendeSteusrsragM.
Die Aussprache tn der Nationalversammlung.
(Telegraphischer Bericht.)
Berlin. 6. Dezember.
Nach zweitägiger Pause, in der die Fraktionell die neuen Erzbergerschen Steuervläne studierten, beschäftigte sich gestern di« Nationalversammlung mit den Landessteuergesetzen und dem Reichsnot. opfer. Dazu meldet sich zunächst der sozialdem. Abg. Keil zum Wort: Die Finanzreform kommt freilich stückweise rmd abschnittsweise, aber es gehr nicht anders. Auf die Erträge der Erb- schaftWeucr ist jahrzehntelang in selbstloser Weise verzichtet worden. Das Reichsnotopfer muß schnellstens verabschiedet werden. Wir be- oiirfen einer einheitlichen Einkommensteuer und einer einheitlichen Veranlagung dazu. Hoffentlich ist die Besteuerung der juristischen Personen in Vorbereitung. Sie müßte auch im April 1920 in Kraft treten. Es muß das Existenzminimum und damit die unterste Steuerstufe heraufgesetzt
Noch weitere Noten!!
Berlin, 6. Dezember. (Privattelegramm.) Nach Pariser Meldungen teilt die Havasagrntur mit, daß mit der Unterzeichnung des Zusatzpro- tokollS durch Deutschland die Forderungen der Alliierten noch nicht völlig erfüllt sind. Es seien «och weitere Noten an Deutschland von den Alliierten in Vorbereitung, um die schwebende Erfüllung des Versailler Vertrages durch Deutschland herbeizuführen.
werden. Die Famrilien-Bestenerung lehnen wir ab. Die KapitalertragSstener eignet sich ganz besonders als Reichssteuer, aber sie muß progressiv gestaltet werden, nicht proportional. Den großen Kapitalerträgen wohnt eine viel größere Steuerfähigkeit inne als den kleineren. Den kleinen Rentnern tut große Schonung not. Die Zölle sollte vorwiegend Finanzzölle werden, aber das hängt von unseren Verhältnissen zum Auslande ab. Die Erträge ans den Zöllen sind daher unsicher. Eine Verschärfung der Kohlensteuer ist bedenklich. DaS Branntweinmonopol bedarf der Umgestaltung. — Aba. Zehnter (Ztr.); Eine
Wiederaufball in Fnwkreich.
Eine industrielle Organisation? • (Privattelegramm.)
Köln, 6. Dezember.
In Köln ist dieser Tage eine Organisation errietet worden, die als Zentralbüro für die Belteferung der westlichen Gebiete wirken soll. Das Zentrakbüro bezweckt nacfr An. aabe der Gründer den Zusammenschluß der In- d u st r i e, des Handels und des Gewerbes insbesondere im Rheinland, Hessen, Rheinpfalz. Saarland und Westfalen für die Belieft- runa des W i ederau fbauacbictes. Weiterhin werden Lieferungen an Firmen der Verbands- länder. die diese mit dem besetzten Gebiet oder anderen Teilen Deutschlands abschlitßen wollen. vermittelt. Das Z-ntralbüro verhau- bett mit den Verbandsländern, bah n die ge- schäftlichen Beziehungen an und verteil' als 83er. mrtfiunpgi|teöe ine einlaufenden Anfragen cm die betreffenden Gruppen. Dis Bearbeituna. wie der Abschluß eines Geschäftes selber, sind Aufgaben der betreffenden Firmen. ES wird behauptet. daß bereits etwa 30000 Firmen angefchlos- fen waren, die in 250 Industtiearuppeu oder Ringe eimgeteitt seien. (Diese Meldung klingt im höchsten Grade erstaunlich, da der Wiederaufbau und seine Organisation bekanntlich Sache deS Resches sein soll das mach dem Friedensvertrag die finanziellen Lasten dafür ru tragen hat.)
Die Festhaltung unserer Gefangenen.
BesÄ. 6. Dezember. (Eigener Drahtbericht ) Die Information meldet aus Baris: Tie französische Regierung hat mit Zustimmung des Obersten Miiertrn-Rlües beschlossen, die deut-
Eine Frist zur Beantwortung.
Berlin, 6. Dezember. (Privattelegramm.) Rach einer Meldung des LokalanzeigerS erhält Deutschland zur Beantwortung der Forderungen der Stotterten eine Frist bis zum 8. Dezember — Wie wir hören, fall eilte neue deutsche Kommission nach Paris geschickt werden, sobald sich die Notwendigkeit der Entseudtmg aus den Verhältnissen ergeben sollte. Der Delegation werden auch Nichtdiplomaten angehören.
allein auS unserer Rot herauszukommen suchen. Die Tilgung unserer schwebenden Schuld ist eine Hauptaufgabe der Regierung. Dazu ist aber unbedingt notwendig. daß zwi- scheu Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein gutes Verhältnis besteht, daß der Zeit entsprechende Löhne bezahlt werden, daß aber auch ein weist gehender Schutz gegen Terror von allen Seiten gewährt wird. Förderung d-s Unitarisnms, aber nicht der Zentralismus: in diesem Sinne werden wir gern an dem Gesetzentwurf-mitar- heften. (Beifall.)
AuS den sonst noch besprochene Vuntten ist zu erwähnen, daß die Regierung erklärt, wegen der Wiederaufbaufragen in Frankreich sei daß Mögliche getan worden. Die Schuld an dem Acheftern dVtzMKandlunsen traae allein.
Polnische Arbeiter.
München, 6. Dezember. (Privat-Telegramm) Fw Laufe der nächsten Zeit sollen, wie die Mün. eben er Neuesten Nachrichten erfahren, über hunderttausend polnische Arbeiter durch Süddeutschland in das französische Wieder- aufbaugehiet befördert werden. Die Transporte h^ben bereits begonnen in der Hoffnung, daß unsere Gefangenen schneller frei werden.
LÄhnunAmaugÄs fragt man sich: Gibt es denn ke-ne wvrifamen Ab Hilfsmittel? In manchen Stadien hat man Schulgebäude oder frei- werdende Kasernen, Wie es in Kassel bereits geschehen ist, zu Wohnzwecken hergerichtet, oder auch kleine Ciedeluugen gebaut.
Die Hauptsache bleibt doch immer als wirksamstes Hilfsmittel hie Neubautätigkeit, Dem Neubau steht nun aber vorderband bekannt- lich die ungeheure Teuerung der Baukosten, die :tzr das Drei-, Vier- und Fünffache und noch mehr der Friedenspreise betragen, entgegen. Bisher hat man dieses Hindernis zu besiegen gesucht, indem das Reich, die Einzelstaaten und Gemein, den außerordentlich große verloren« Zu- schüfst zu den Bauten gaben und so wenig- stens eine bescheidene Bautätigkeit ermöglichten. Aber der Zustand der öffentlichen Finanzen wacht es unmöglich, diese Politik in großem Um-
t --------- --------- größerem
Umfange wieder gebaut werden, so sind wir über den Berg. Inzwischen gilt es, während der jetzi- gen harten Jahre die Not der Zeit nach Mög- Weit zu Andern und einen künftigen besseren Zustand vorzubereiten. br. K. M
KerhbärMger Svischensall.
Entführte Kriegsgefangene.
R<d, 6. Dezember. (Privattelegramm.) Am Donnerstag morgen um 9 Uhr 30 Minuten tra ein ehemalig deutscher, jetzt englischer Dampfer unter dem Namen .Leach' in der Holtenauer Schleuse ein. An Bord waren über neunhundert polnische und deutsche Kriegsgefangene, die in die polnische Armee (!) eingereiht werden sollten. Fünf Mann gelang es. in Brunsbüttel zu entfliehen. Sechs bis acht bewaffnete Polen wurden den Fliehenden nachgeschickt, von den Schleusenbeamten wurden sie aber abgewiesen. Das Ostseekommando ordnete an, daß das Schiff solange in Holtenau liegen zu bleiben habe, bis der Vorfall aufgeklärt ist, und bat die eiserne Division, Leute zur .Bewachung der Schleusen zu kommandieren. Offiziere der Station verhandelten mit dem Kapitän des Schiffes. Daraufhin wurden fünfhundert Deutsche in den Kieler Kasernen untergebracht. Nachts bat das Schiff den Hafen verlassen und ist über Stettin nach Danzig gefahren Der Kommandan- tur war der Transport gar nicht G meldet wer- den. Erst im Kanal stallte sich, heraus, daß Kriegsgefangene an Bor) waren. Ta von Bord des Dampfers auf einen Fliehenden drei Schüsse abgegeben und eine bewaffnete Pawouille an 1 Land geschickt worden war. sind d,e Hoheitsrechte ■ durch die PoletHV-rletzt worden- i
Internationale trügt. Die Reichseinkommen- fteuer halten wir nach Absicht und Aufbau für zweckmässig. Die Kriegs- und Revolu. tionSgewinnler müssen auf das stärkste herangezogen werden. DaS ReichSnotopser darf erst dann zur Erhebung gelangen, wenn die Absichten der Entente klargestellt stnd Aus unserer D alutanot können wir nur her. auskommen, wenn wir dafür sorgen, daß dal Ausland uns mehr schuldet als wir Hm. Sonst folgt her Kapitalflucht auch die Menschenflucht. Auf ausländische Kredite können wir zur Zeit nicht rechnen.- Auf den guten Willen des amerikanischen Volkes, ims mit einer Anleihe zu hel- cu. bitte ich keine allzu großen Hoffnungen zu setzen. Wir müssen
m r, Wnzen Arbeitsvorganges beim Bauen sich dre Bauarbeit wesentlich ergiebig-r und also im Endergebnis wesentlich billioer ge- starten läßt. Sehr zu wünschen wäre es auch, daß eS aelängx. den Arbeitseifer der Angestellten und Arbeiter im Baugewerbe durch eine neu, artige, soziale Gestaltung her Bauunternehmun- gen viel stärker als bisher zu entfalten. Ein ,entsprechender praktischer Lersüch wird zurzeit in
Berlin durch eiste soeben mit HÄfe der gemeinnützigen Siedlungsaesellschast .Märkische Heim- tette" gegründete „Bauhütte* gemacht Es ließe sich auch sonst noch dies oder jenes Mittel ans- zählen, um eine gesunde Finanzierung von Neubauten zu ermöglichen. Auf alle Fälle muß mit der Zett ein Gleichgewicht zwischen den Baukosten und dem Ertrage wieder hergestellt
mnge-fort-r-fetzen. und außerdem üSeistt es auch als ob gerade durch diese ZufchußpolitÄ sich die Baupretse noch ganz besonders verteuert hätten - natürlich erne höchst bedenkliche Folge! Aus der anderen Sette wird ohne Bauzuschüsse, ist den nächsten Jahren wenigstens, doch aller Voraussicht nach auch nicht entfernt tn dem nötigen Umfange gebaut werden können. Was also tun? Es wird gelten, neue Quellen für Bauzuschüsse ausfindig zu machen, und da erscheint ein jetzt viel erörterter Gedanke fchr beachtenswert. Unter dem Drucke der Wohnungsnot und der hohen Baujpreise braunen drohen auch die Mteien für die Wohnungen in den bestehenden Häusern trotz alles hemmenden Eingreifens der Mretetnigungsämter allmählich stark über das
bisher keine Instruktionen militärischer Art erhalten. Die Gerüchte über Truppenzusammenziehungen der Alliierten im beschien Gebiet entbehren der Grundlagc. Es fanden lediglich A b. lösungen von Besatzungen in der Pfalz und im Rheinlande statt. Die schliessliche Anerkennung der letzten Ententeforderrmgen durch Deutschland gilt in maßgebenden politischen Kreisen in Frankreich und England als feststehend. Ter Alliiertenrat beabsichtigt aber, für den Fall, dass Deutschlanid die Forderungen der Entente nicht binnen kürzester Frist bewilligt, zunächst verschärfte Bestimmungen jm Verkehr zwisckien deut besetzten und unbesetzten!
Deutschland in Kraft treten zu lassen.
kosten ustv. zuzubilligen ist. Man denkt nun daran, dtese sozusagen überschüssige Miet- steigerung ^anz oder teilweise zu beschlagnahmen, nm aus diesen Mitteln dann Dauzufchüsse für Neubauten zu zahlen. Wenn sich dieser Gedanke vevwirLtchen Lässt, dann wäre damit vielleicht ent Weg der Abhilfe eröffnet. Es wäre dann Mer noch weiter notweivdig, das Svstem her Mruzuichüsse gründlich zu reformieren, sodaß die oben erwähnten preissteigernden Wirkungen MtLzoMossen werden. Auch ist erforderlich, das pLatte Land und die ländliche Siedlung bei den BASostmMjchüffen viel stärker zu berücksichtigen:
Wertet viel M kurz gekommen.
;mf die Dauer kann natürlich mit dem svstem der Baukostenzuschüsse über hau vt nicht gearbeitet werden, es muß vielmehr wieder das natürliche Verhältnis eintteten, daß die Bauten fich feLSer decken durch den Ertrag, den sie geben. Daß dies Verhältnis rott der -seit wieder eintreten wird, ist wohl anzunehmen. So wenig wünschenswert an und für sich das Steigen der Mieten rft, so wird man sich doch darauf gefaßt machen müffeu, daß es sich allmMich bis zu einem gewissen Grade durchsetzt, und damit also von dieser Seite her das Mißverhältnis zwischen Baukosten und Erttag gemindert nrirb. Auf der anderen Seite aber muß mit allen Mit- tekn auf eine Verbilligung deS Bauens und der Bauten hingewirtt werden, und solcher Mittel gibt eS ja auch eine ganze Reihe. Durch erne ßejdmfte und energische Bodenpolitik kann billiger Baugrund zur Verfügung gestellt durch eme gründliche Reform der Bchauungspläne und der öffentlichen Anforderungen können die so sehr ins Gewicht fallenden Kosten der Aufschließung stark hwuntergedrüSt werden Die Kosten des ergenEchen Bauens selber lassen sich durch die jetzt doch schon bis zu einem gewissen Grade erprobten Sparbauweisen, ferner durch die Lehmbauweife, durch eigene Mitarbeit der Linfrioen Swdler beim Meinchans und durch die ebenfalls beretts stark in Angriff genommene Vereinheit- lichung der einzelnen Häuser und Hausteile vcr- dWrgen. Auch ist begründete Hoffnung vorhanden, daß mit der Zeit durch eine ganz anders planmäßiKwisienschaftliche Durchdenkunq und Gestaltung des ganzen Arbeitsvorganges beim
Wie aus Paris gemeldet wird, sind die Listen der ouszuliefernden deutschen Militär- Personen abgeschlossen. Ihre Zahl beträgt 200. Das Gerichtsverfahren sei noch nicht eudgülttg festgesetzt, doch fei im Prinzip beschlossen, da diese Personen einzeln abgeurteilt werden sol- len und nicht in einem gemeinsamen Prozeßverfahren. Die Ueberreichung der drei Listen wirö frühestens im Januar an Deutschland er. folgen, da sie vor der Ueherrrichung den Volksvertretern der alliierten Staaten zur Durchsicht -und Genehmigung vorgelsgt werden. Die „Schuld* der Angeklagten soll in einem Be- > glertschreiben ausführlich begründet weiden.
JÜiÄSüL I ÄAMW« W M All Her »Um
Die auch hier in Kassel so bitter empfundene "
Wohnungsnot erschwert in allen Städten dw Le- benSverhältnisse in besorgniserregender Weise. Ueber ihre Ursachen ist schon viel geschrieben und gesproch-en worden. Einmal find es die vielen Heiraten, also die Vermehrung der sekbstäv> distcu Faniilian, zweitens die aus fremden Ländern ausaewiesensn,- in die Heimat zurückkehren, den F-lüastiinae. In Berlin kommen dazu soaar noch große Mengen von Auslätchern, die Hauptfach ich aus den öMchen Nachbargebieten nach Deutschland übersiedeln; das Berliner Woh- nunHsamt schätzt allein die russische Zuwande- rung seit dem 1. März dieses Jahres auf stebzig- tausend. Angesichts deS Überall herrschenden
Die Alliierten ertviigÄi das Vorriieken ihrer Truppen.
Genf, 6. Dezember. (Eigene Trahtmeldung.) Zu der neuen Zwangsmaßregel, die Marschall Foch dem Wnferausschutz der Pariser Friedens- ionferenz Vorschlägen hat, macht das „Echo de Paris" die Mitteilung, daß die gleichen Maßregeln in Aussicht genommen feien, wie im Monat Juni zur Unterstützung deS Mtimatums für die Unterzeichuun« des Friedens, das heißt, die Besetzung rechtsrheinrfchen Gebie- t e S. DaS Pariser Blatt , Watin" will wissen, daß tue Entente tatsächlich ihr Ultimatum er- neuem werde, um die Unterzeichnung des Zu- s^Protokolls zu erzwingen. Alle diese AttWn- digun ?n der französischen Presse greisen ohne Zweifel bett Beschlüssen des Fünferausschusses vor. Die Vorschläge deS Marschalls Foch, die natürlich von Clernenceau eingegeben sind und von diesem unterstützt werden, sind noch Gegenstand der Erörterung unter den Regierungen der Entente. Daß sie von der ftanzösischen Regierung ausgeganZrn sind, ergibt sich daraus, daß die engllsche Regierung, der man wegen ihres Interesses an der Angelegenheit von Scapa Flow eigentlich die Inttiative hätte zuttauen durch die Forderungen deS Marschalls Foch überrascht worden ist, denn sie hat auf telegraphischen Wunsch ihrer Vertreter in Paris den General Willson als militärischen Sachverstän- ligen nach Paris geschickt. Die französische Re- aierrrna möchte aber offenbar gerade das englische Interesse an der Sache von Scapa Flow ausnützen, um die englische Regierung zur Un» tersttitzung ihrer eigenen Absichten auf das rechtsrheinische Ufer zu grfb treten.