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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 296. Fernsprecher SSI und 952. Freitag, 21. November 1919. Fernsprecher SSI und 952. 9. Jahrgang.

JnferttonSpreise: *) Einheimische Aufträge: Di- einspaltige Anzeigen.Zeile 50 Pfg. (ein. schließlich TeuerungSzuschlagi. die einspaltig, Nellamezetle M. 1.30 leinschließlich TeuerungS- zuschlag), b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige Dnzeigenzeile 40 Pfg. und 50% TeuerungS- ,Uschlag, die einspaltige Reklamezeile M. 1.10 und 50% Ten crungSzuschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher anfgegebenen Anzeigen, sowie für Anfnahmedaten und Plätze keine Gewähr. »eschäftSstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nr. 951 u. 952

Sie Schwierigkeiten der Volkseruöhnmg.

BerfchSrste Gegensätze.

Eine Trennung nach rechts und links?

Berlin muß seine Sensation haben, sonst Bürde der impulsiven hauptstädti scheu Bevölk'- ntnfl etwas fehlen. Der Berliner fühlt sich nicht vohl, wemi er nickt bei jeder Gelegenheit seiner Meinung stckt- und hörbar Ausdruck verleihen kann. Die Vorkommnisse in den letzten Tagen, die scharf gekennzeichnete Parteinahme für und gegen eine ausgesprochen nationale Anschauung, haben Mieder die Politik auf die Straße verlegt. Man kann über Straßenkundgebungen verschie­dener Meinung sein. Mögen sie auch im Augen­blick die Wellen der Begeisterung hoch­schlagen lassen, so verebbt fte dock wieder infolge der sofort einsctzenden G-egenströmung. Das ist auch in diesem Falle nicht ausgeblieben. Die unserm VoWshelden Hindenburg dargebrach­ten Kundgebungen waren au sich ein erheben­des Zeichen der noch lebenden KugeUdfrische, ein Ausdruck der Verehrung für den kraftvollen Füh­rer im großen Kampfe. Man erkannte daraus den starken Geist, der sich trotz aller Drangsalie­rung durch die Feinde nickt versklaven laßt. Hindenburg selbst erblickte darin den aus dem Innersten kommenden Ausdruck des Entschlusses aller vaterländischen Kreise, die Schwere dieser Zeiten gemeinsam zu tragen, bis das Wittere der uns auserlegten Prüfung überwunden ist. Aber der inneren Geschlossenheit zuliebe, im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung, erließ Hin­denburg zugleich auch eine Ermahnung, keine weiteren Kundgebungen zu veranstalten. Dem Ausbruch nationaler Jugendbsgeisteruug muß wieder der ruhige Gan« der Klugheit folgen, denn wir brauchen jetzt zum Frieden ebenso wie Vorher zum Kriege die EmiKeit zum Handeln, zum neuen Schaffen, zumal die mißtrauischen Feinde draußen uns durch solche Ereignisse mit Verdächtigungen überhäufen und sie zum Anlaß nehmen, weitere Gewaltmittel vorzubereiten, gegen die wir uns leider nicht mehr wehren können.

Im Innern aber macht sich schon seit einiger Zeit eine Verschärfung des Zwiespaltes bemerk­bar. Die linksstehenden Parteien haben sich ver­anlaßt gesehen, Aufrufe zu erlassen und auch von ihrem Standpunkte aus Kundgebungen zu machen. die in ihren Wirkungen natürlich die bestehende Kluft der politischen Anschauungen noch vertiefen. Die Gruppen der Linken fühlen ihre Machtstellung bedroht, und versuchen, da sie die Jugendbewegung gewaltig über­schätzen, die gewonnenen Vorteile zu heckten. Daß bei solchem Kampfe nichts Gutes herauskommen kann, liegt auf der Hand. Viel Kraft und Mühe, die einer besseren Sache würdig wäre, wird ver- aeüdet und das arme Volt, das Ruhe und Sammlung zur Arbeit braucht, wird in neue Erregung gestürzt, zum eigenen unermeßlichen Schaden. Welche Formen dieser innere Zwist bereits angenommen hat, geht aus den Aeuße- rungen ScheidemannS hervor, der die Parole »Der Feind steht rechts* ausgegeben hat, und unter diesem Zeichen den' Zusammenschluß der beiden Parteien der Linken zu erreichen hofft. Es ist jedem Sehenden klar, daß dieser rückfichts- lose Kampf die langsam zunehmende Besserung und den seit einiger Zeit erwachten Willen zum Aufstieg aufs neue gefährdet.

Reben dieser allgemein-politischen Entwick­lung hat sich ein tiefgreifender Gegensatz in einer Frage herausgestellt, die dem ganzen Volke am meisten am Herzen liegt: in der Sache der deut­schen Kriegsgefangenen. Die Protefiver- fammckurrgen, die am letzten Sonntag im ganzen Reiche stattgefunden hocken, waren ein Notruf von Millionen gequälter Seelen. Die Angehöri­gen unserer bedauernswerten, in Feindesland schmachtenden Brüder rufen das Gewissen der Welt an, sie wenden sich an die Menschlichkeit, di« auS der rauhen Kriegszeit «och übrig ge­blieben ist, und weisen auf das hehre Gebot der Gerechtigkeit hin. Hilft dos alles nicht, soll weiterhin Macht vor Recht gehen, sollen die der Verzweiflung nähen Landsleute noch einen schrecklichen Winter in düsteren Hallen, von Ba­jonetten bewacht, dirrchmachen und durch Hun­ger urck Kälte an Leib und Seele zerrüttet, viel­leicht in den Tod geschickt werden, so wird der deutschen Regierung empfohlen, die Bedingun­gen des Friedensvertrages nicht mehr zu erfüllen. Nun fragt es sich, wird sich diese Weigerung durchführen lassen? Ist sie nicht wie ein zweischneidiges Schivert? Gerade die Frie- bensbedinMNgen sind ja der Kernpunkt der traurigen Angelegenheit. Die Franzosen geben unsere vierhunderttausend Gefangene nicht her-

ouS, weil, wie sie behaupten, Deutschland nicht alle sein« Verpflichtungen erfüllen wolle. Diese Behauptung ist zwar nur ein gesuchter Grund, denn mehr können wir nicht tun, als wir seither schon für die Feinde leisten. Stellen wir aber unsere Lieferungen in demonstrativer Absicht ein, werden dann die grausame« Gegner nicht offen alle Gewaltmittel anwenden? Eine Probe haben wir ja fchon kürzlich in Gestalt der Ostseeblockade zu kosten bekommen, und außerdem drohen im Westen die feindlichen Waffen. Wollen wir es trotzdem darauf ankommen lassen, dann ohne Zö­gern. Dazu ist aber erforderlich, daß die deutsche Regierung in dieser Frage sich vom ganzen Volke unterstützt sieht. Es ist ein verderbliches Begin­nen, wenn jetzt sogar Deutsche davon sprechen, daß wir selbst an der Zurückhaltung der Gefan­genen schuld wären, weil wir den Forderungen der Entente nicht mit der nötigen Schnelligkeit nachkämen. Wer jetzt dem Feinde rechtgibt, schädigt daS deutsche Volk nicht nur moralisch, sondern sticht ihm und damit sich selbst den Dolch ins eigene Fleisch. K. F. v-r.

8rk!8r«ng der Landwirtschaft.

Ernste Gefährdung der Volksernährung.

(Vrivat-Tclegramm.)

Berlin, 20. November.

In einer umfangreichen .Kundgebung fordert der Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft eilte radikale Aenderung des jetzigen Wirt- sr^lstsfytzems, insbesondere wird erklärt: Durch das bisherige System der Bewirtschaftung sei die Frage 5c-* Hrhaltnug u»b der Er­

zeugung der Landwirtschaft in so großem Um­fang außer Acht gelassen, daß diese sich nun außerstande sehe, daß deutsche Volk auch nur in dem Umfange der schwierigsten Krieg 8- j a h r e z« ernähren. Nur ein kchleuniger Aufbau der zerstörten Betriebsgrundsagen könne eine einigermaßen ausreichende Sicherstellung der Ernährung in den nächsten Tagen herbei, führen. Dieses Ziel zu erlangen ist nnmöglich. Für die Anlieferungsfrist der Landwirtschaft dürfte die Bestellung der ausschlaggebende Fak - tvr fein. In Ausführung dieses bedeutungs vollen' Systems ist der Landwirtschaft das wich­tigst Betriebsmittel entzogen worden. Die Landwirtschaft muß daher darauf dringen, daß anstelle des bisherig«« Systems der Berechnung des Bedarfs der Vevölkenmg die sorgfältigste Festsetzung der lediglich«« LeistungSkraft tritt, um die Landwirtschaft auf Grund sachver­ständiger Prüfung durch Erneuerung der Groß- Organisationen unter de« maßgebenden Ge- sichtspunkten zur Erhaltung und Steigerimg ihrer Leistungskrast zu bringen. Lediglich der Fehlbetrag ist aus dem Auslande zu beziehen. Zum Anreiz der Ablieferung wird ein weitge­hendes Prämieusystem gefordert. Die Kundge. bung schließt mit folgender Drohung: Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, so muß die Vertretung der Landwirtschaft jede Brr- antwortung für das Scheiter« unserer VolkSeruLhruna und jede Mitwirkung bei der Durchführung der jetzigen Maßnahmen ablehnen.

Friedensvertrag und Völkerbund.

Dauernde Unfchlüssigkeit in Amerika. (Eigener Drahtbericht.)

Haag, 20. November.

Aus WwlhiUgton wird gemeldet: Obgleich der Friedensvertrag in Gefahr steht, darf nicht vergessen werden, daß 55 Senatoren, alch zwei Dattel, nicht wünschen, daß der Vertrag ver­nichtet und weite Verhändlungen mit Deutsch» fand ausgenommen werden. Auch die mehrfach erwähnten Aeußeruwgen des Präsidenten dürf­ten nicht ohne Einfluß gebMben fern. Außer­dem nmß mau tie'bentm, daß. wenn auch die Se­natoren gewohnheitsgemäß sehr weit in chrcu Rede« gingen, sie doch später einem Kompromiß nicht abgeneigt zu fein pflegen.

, .- üm den frühere« Kaiser.

Basel, 20 November. (Eigener DrahkSericht.) Der Oberste Richter der Vereinigten Staaten, dec ans Washington in Paris eintraf, erklärte, daß die amerrkankschen Richter und Gerichte ihr

Urteil fast einstimmig dahin abgegeben haben, daß die Einleitung eines Gerichtsverfah­rens gegen den ehemaligen deutschen Kaiser unzulässig uttd zu unterlassen sei.

*

Die Schweiz und der VSlkerbund.

Zürich 20. November. (Eigener D recht be­richt.) Der Schweizer Nationalriat hat am 18. November den Beitritt der Schweiz zum Völkerbund beschlossen. Die Vertreter des Bundesrats gaben die Erklärung ab, der Bei­tritt der Schweiz könne nur unter der Voraus­setzung erfolgen, daß die Neutralität der Schweiz auch in alle» militärischen Maßnahmen vollkommen aufrecht erhalten bleibe.

Für die KrlegsgessWenen.

Antrag des Genfer Roten Kreuzes.

(Eigene Drahtmeldung.)

Genf, 20. November.

Der Genfer Abgeordnete Michele brachte in der Mstrigen Sitzung des Nationalkates folgen­den Antrag ein: Der Bund wird erfuM die Schritte zu unterstützen, die das internatiotwle Note Kreuz bei den befreundeten Rgierunqen mtternommen hat, um die möglichst schnelle Heimschafsung der fern vor ihrer Heimat znrügehaltenen Kriegsgefangenen, namentlich der österreichisch-ungarischen aus Sibirien, der russischen Gefangenen aus Deutschland uneb der deutsck en Gefangene« aus Frankreich zu erlan­gen. Ein deutsch-schweizerischer Abgeordneter un­terstützte ben Antrag, der von etwa hundert deutsch ^chwe-zerisckien und toetfrfsen Abgeordne­ten imterzeichnet ist und erklärte, paß das Los der Kriegsgefangenen heute entsetzlich ist. Bundespräsident Ador nahm im Name« des Bimdesrats den Antrag an und fiihrte aus, daß die Mitteilungen der Vorredner leider nur zu berechtigt seien. Er wird sich no ch heute mit anderen Staaten, namentlich mit DHve- den, ht Verbindung setzen.

Ne Berliner Kundgebungen.

Telegraphische Zustimmung der Truppen.

(Privattelegramm.)

Berlin, 20. November.

In einer Anzähl Großberliner Kasernen sind von den Mannschaften Shnchathiekui'dgebungen an die Truppen des Majors von Lützow be­schlossen nick zur Absendung gebracht worden, die der Truppe für ihre Ehrung vor dem Feld- marjchall von Hindenburg die Sympathie der früher im Feldheer gedienten Sol­daten ausspricht. Auch Major von Lützow selbst erhielt mehrere Hundert Zustimmungskund- gebungen aus behördlichen und privaten Kreisen des Reiches, für die dem Feldmarschall v. Hin­denburg erwiesene Aufmerksamkeit ,

*

Einige Verhaftungen.

Berlin, 20. November. (Privattelegramm.) Am Dienstag sind bei den Kundgebungen bei der Auffahrt Hindenburgs zum Reichstagsge- bäude insgesamt dreizehn Personen festgenom­men worden. Bis auf vier sind alle Verhaftetest wieder freigelassen worden. Der kmmnunisti- fchen Aufforderung, in den Fabriken Massenkund­gebungen gegen die Hindenburg-Ehrungen zu veranstalte«, hat die überwiegende Mehrheit der Aicketterschaft die Gefolgschaft verweigert.

Kräfte Notlage unterer Snimftrie.

Hochöfen müssen niedergelegt werden.

(Privattekegramm.)

Dortmund. 20. November.

Welch katastrophale Weitungen bi« erneute Einschränkung beS Brennstoffverbrauchs in den Hüttenwerken haben wird, geht daraus hervor, daß das Eisen- uttd Stahlwerk tzoesch in Dort- mund dadurch gezwungen wird, feine Hoch­öfen nie der le gen zu lassen, da die zur Der- fügmtg stehenden Brennstoffmengen nicht hin- reichen, um die Hochöfen so zu bestellen, rote es bie Sicherheit erfordert. Ern Dampfen bet Oeftn ist ausgeschlossen. Sie werden also zu Bruche gehen. Die Folge ist daß bet ganze Betrieb flillgclegt werden muß. Durch bie Stillegung beS Hüttenwerkes werben über fiebentau» send Arbeit et brotlos werden.______

SaukDetzostten.

Die neuen Zroangsbestimmuuge«,

. Von

Bankier Karl L. Pfeiffer-Kassel.

Die Verordnung vom 24. Oktober dieses Iah. res und die durch sie hervorgerufenen Veröfsent- lichmvgen der Banken sind vielfach mißverstanden worden und habe« Beunruhigung in den Krei­sen der Wertpapierbesitzer hervorgerufen. Die nachstehenden Ausführungen sollen zur Klä­rung der Sachlage dienen. Die fragliche Ver» ordnuug hat ihren Grund darin, daß die Ver­mögens- und Kriegsfteuererklärimgen der Ver­gangenheit in vielen Fällen milde gesprochen lückenhaft abgegeben und infolgedessen die Vermögen und der VermögenKzuivachs nur mangelhaft und ungleichmäßig von den Steuer­behörden erfaßt sind. Das ließ sich ertragen, so­lange die staatliche Vermögenssteuer mit einhalb pro Mille erhoben wurde, wie es in Preuße« vor* dem Krieg der Fall war. Wenn dagegen jetzt der Steuersatz bis zu 65 Prozent oder gar «och mehr steigt, so bedeuten schon kleine Abweichun­gen der Vermögenssteuererklärungen vom tat- sächlichen Dermögensstand einen erheblichen Ver­lust für den Staat. Auch int Interesse der aus­gleichenden Gerecktigkert muß er dafür sorgen, daß alle Steuerpflichtigen gleichmäßig mit ihrem vollen Besitz zu den Steuern herangezogen wer­den. Durch die Verordnung vom 24. Oktober soll nun zunächst bei den Wertpapieren, die einen hohen Prozentsatz aller Vermögen mismachen, erreicht werden, daß sie involtem Umfang von allen Wertpapierbesitzern in ihren Steuer­erklärungen angegeben werden müssen. Zu dem Zweck wird bestimmt, daß vom 1. Dezember an Z'.nsscheine inländischer Papiere, und zwar sowohl von Aktien wie von Obligationen, nur noch durch Banken eingelöst werden dürfen, wenn diesen die zugehörigen Wertpapiere in Depot ge­geben worden sind, oder wenn ihnen mit den Z in.Kscheinen ein Verzeichnis der zugehörigen Wertpapiere geliefert wird, aus dem durch einen Vermerk des zuständigen Finanzamtes hervor- aeht, daß die Papiere seitens des Besitzers dem Finanzamt als sein Eigentum angemeldet sind. Die Verordnung legt gleichzeitig den Banken die Pflicht auf, Verzeichnisse aller der Personen, bie Depots b« ihnen unterhalten, erstmals nach dem Stand vom 30. Juni 1919, den Finanzämtern einzureichen und in Zukunft am Ende jedes hal­ben Jahres Verzeichnisse der inzwischen neu hin­zugekommenen Depotfunden zu übergeben. Außerdem ist durch die Verordnung eine Prü­fung der Depots der Banken durch Beamte der Finanzämter vorgesehen und sind ferner die Banken durch das Gesetz vom 24. Juni 1919 ver­pflichtet, auf Anweisung des Finanzministers Einzelauskunft über Konten und Depots ihrer Kunden zu geben.

Durch die Gesamtheit dieser Maßnahmen wird die steuerliche Erfassung aller Wert­papiere gewährleistet. Entweder kann di« Steuerbehörde jederzeit durch Rückfrage bei den Danken auf Grund der von diesen gelieferte« Depotkundenverzeichnisse, feststellen, welche Wert­papiere der Steuerpflichtige im einzelnen besitzt, oder aber sie kann die erforderlichen Angaben unintttelbar dem von dem SteuerpfliMtgen bei ihr einaereichten Wertpapierverzeichnis entneh­men. Ein dritter Fäll ist nicht denkbar. Denn würde ein Steuerpflichtiger weder seine Wert­papiere bei einer Dank hinterlegen, noch ein Ver­zeichnis darüber bei der Steuerbehörde em» reichen, so würde er dauernd auf den Zinsgenutz feiner Wertpapiere verzichten müssen. Das aber wäre selbstverständlich viel ungünstiger, als wenn er die Papiere ordnungsmäßig angibt und von dem Enckommeir und Vermögen, das sich aus ihnen ergibt, seine Steuern zahlt. Die Wertpapierbesitzer muffen sich also jetzt entschei­den, ob sie in Zukunft ihre Wertpapiere bei dem Finanzamt anmelden und auf Grund der Be» scheinigung der Finanzämter die Zinsscheine bet ihrem Ban-khaule einweckseln, oder ob sie ihre Papiere einem Dankhaufe zur Aufbe­wahrung übergeben.. Das erstere Verfahre« wird hn allgemeine« sich nur empfehlen und mir durchführbar fein, wo es sich um klein« Behände an Wertpapieren handelt, deren Zusammen» setzuug sich nicht ost ändert. In anderen Fällen wurden immer wieder ergänzende Anmeldungen bei dem Finanzamt vorgenommen werden müs­sen, wodurch den Anmeldenden viel Last und Mühe erwächst. Außerdem wird die Einlösung der Zinsfcheine, deren einzelne Nummern von der einlösenden Bank mit den Verzeichnissen ver­glichen werden müsse«, bei größeren Zinsscheiw-

Deutsche Spar-Prämienanleihe

1919

Hauptgewinne jährlich 10 -1.000.000 Mark

Erste Gewinnziehung Im März 19 2 0