Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

$te Kasseler ReuesteaNachricht«! erscheinenwSchenüich sechsmal und paar abend». Der DbonnementSvreiS betrügt monatl. 1.50 Mark bet freier Zustellung in» Haur. Bestellungen werden jederzeii von der LesSüftSstelle oder den Boten «ntgegengenommen. Druckerei, Verlag und Redaktion-. Tchlachthofstrabe >8/30. Für unverlangt eingesandte Beitrüge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehme». Rück^iblmlg de» B^ng»ie!de« oder Ansprüche wegen rtwaigerntchtordnung--igerSteferung ausgeschlossen.

Nummer 295. Fernsprecher SSI und 953. Mittwoche 19. November 1919. Fernsprecher 951 und 952. 9. Fährst ana.

JnsertionSv-retse:) Einheimische Aufträge 1 Die etnspoltige Lnzeigen-Zetl« 80 Psg. lein- schließlich DeuerungSznschlagi. die einspaltig« Reklamezetl« M. 1J0 letnschließlich Teuerung». »Uschlags, b) Auswärtige Auftrüg«: Die einspaltige Anzeigen,eil« to Psg. und 50*/, Teuerung^- zuschlag, die «tnspaltig« Reklamezeile M. 1.10 und 50*/, Teu rrungSzuschlag. Für die Richtigkeit aller durch Ferusprechrr aufgeg«b«nen Anzeigen, sowie für A»suahm«dat«n und Plätze keine »ewähr. Pesch üftlftell«: Kölnische Straße S. Telephon Nr. 951 u. 962

Massnahmen gegen neue Kundgebungen.

zwecklose BorwSrfe.

Aus dem Untersuchungs-Ausschuß.

Die Berliner Vorgänge sind ein Zei­chen dafür, wie sich die iwierpolitische Lag« ver­schütt hat. Die Kunvgebungen für Hindenburg liehen den Grad der Agitation erkennen, die sich tm VMe, verursacht durch Unzufrieden he rt mit den Röten der politischen und wirtschaftlichen Lage, ausbreitet. Di« Entwicklung im Untersn- chürngs Ausschuß, wo Mitglieder des Ausschus­ses, anstatt sich auf die Feststellung von Tatsa­chen zu beschränken, Anklagen gegen di« Zeugen «Msfprachen und diese als Antwort darauf jene Ankläger in ihren Reden angreifen, giebt eden- salls ein Bild der Zuspitzung der Dinge. Die Arbeit des Ausschusses wird dadurch immer tne§r problematisch. Krieg. Frieden, Politik und Strategie werden dabei mathematisch berechnet, die Aussichten von Gewinn und Vertust nach Wa h rscheinlichkaitSprozeuten abgeschätzt. Der MusschUß seht sÄnen Stolz darein, das Verhält- niL zwischen den GewinnMuLsichten des 11* Bootkrieges "rtnn4eit5 und denen der Mlson- fchen Frwdensvermttklung andrerfeitz in ein ProzeutuatverhWniS Mt bringen, und au Hand dessen unseren ehemaligen Stavtsmäunern und Hverfühwrn den Preetz zu machen. Ein schlttn. merer Fehl« W kaum denkbar, den« nicht kommt «S mto auf die GeWiutÄvahrscheinlichkÄt. sondern aus de» Gewinn felbft an. Im GöLngenKsÄke war oder durch den U-Bootkrreg unendlich diel mehr M erzielen, als durch die WAsousche FmedenSvennttÄung. Im ersten Falle wären wir die Starten, im zweiten die Schwächeren am ldonfwerizftsch gewesen. Und M all dem war mtt Sicherheit zu erwarten, daß utr «iTivR xsaapxta iWeryarrpr Itscyr rullrr ^Lver geführt Hütte, worvus an oera U-Boockrdeg nicht mehr zu denken gewesen wäre. Aus den Er­klärungen der Vernommenen und aus den Ak­ten ergibt sich deuSich. daß unsere Regeirung eine FviedenSveomittlunL in tret Wilson eine Schiedsrichterrolle si)«Ae. Mit Recht fürchten mußte Aber feLbft wenn Deutschland Wilson ein Schiedsvichteramt aufgedrängt hätte, um ihn zu vercmlaflen, auch fefinerfcM unsere Gegner an den VerharMungStisch zu zwingen, was rmbS» dingt zu einem sehr schlechten Frieden, wenn auch Mgestandenermaßru einem besseren als den von Versailles geführt Hütte, auch dann wäre 'der glückliche Ausgang des WAsouschen Uri kv- nehmens äußerst zweifelhaft gewesen. Aus die­sen Erwägungen heraus entschied man sich für den U-Bootkrteg, da bei vielleicht geringerer ®e. wirm aus sicht ein größerer Gewinn erhofft wer­den durfte. Das entsprach auch der psychologi­schen Verfassung von Reichstag und Volk. Es wäre also sehr Mvgerrchtfertig^ den Ver­nommenen irgendwelche moralische Schrckd titel anzuhesten. Ab« auch poftttsch haben sie kaum anders handeln können.

Run ist immer wieder gesagt worden, di« russische Revolution würde Deutschlands Rettung ermöglicht haben, wenn die deutsche Re- giemmg den Weg der Vermittlung gegangen wäre. Es ift sehr beguem. hinterher der Schlau­ere gewesen zu sein. In der Tat hätte sich wohl auf diesem Wege die rettende Ausflwht«zeigt. Aber wir wollen doch auch nicht verg ssm, daß die russische Revolution erst in dem Stadium in dem cm gedeuteten Sinn« lür uns cuismünz- bar wurde, als die Periode Kerenski dnich di« bolschewistische Revolution abgelöst worden war, d. h. erst itit Winter von 1917 auf 1918. Gerade der Sommer, in dem Rußland politisch und militärisch ein« besonders große Attivität zeig­te. weil doch dir Revolutionsparteien .besonders di« Kadetten, auf «in westliches Programm ein- geschworen waren, war für uns besonders be- deMich Das war doch der Grund, weshalb wir den Bolschewismus, sorgfältig plombiert, nach Rußland ein führten. Run steht es doch aber allgemein fest, daß eS nicht nur (vom demokra- ttsch-lor.ialistischen Standpunkt gesehen) ein mo- rakifches Unrecht war. Rußland mit diesem ent­setzlichen KrankhettLstoff zu vergiften, sondern auch lvom allgemein politischen Standpunkt be­trachtet) ein grober politischer Fehler, England den. Gefallen und uns den Schaden zu tun, Ruß­land zu vernichten und es als Faktor der Welt- Politik auszuschalten. Wi« können Leut«, die das scharf verurteilen, diesen selben Umstand als Beweisstück dafür heranziehen, daß die russische Revolution die Wilsonfche Vermittlung sicher zu

Ende gebracht hätte? Auch hieraus ergibt sich der bündige Schluß, daß im Unter­suchung - Ausschuß nach ganz eigenartigen

Prinzipien über Politik und Moral befunden toitto.

Wie wenig di« wiederholt von uns erhobenen Einwände gegen Theorie und Praxis des Un- tcrsuchungs-MvSschustes zum Besten der an ge­klagten Staatsmänner und Militärs gemacht werden, geht aus der wiederholt von uns ver­tretenen Anschauung hervor, daß di« eigentlichen Fehler, derentwegen gegebenenfalls hie frühere Rsichsleittm« zur Rechenschaft gezogen werden müßte viel weiter zurück liegen. Wie ver­lautet, sollen im Zusammenhang mit dem von Deutschland ergangenen Friedensangebot auch die Ursachen erörtert werden, die zu der kur, vorher von uns und unseren Verbündeten er­lassenen Polenproklamatton geführt Haden. Diese Frage muß aber unbedingt jene andere Ust» zweifellos wichttgste astfrollen. warum hie vor­hergehenden Sondierungen wegen eines Son­derfriedens mit Rußland nicht zum Erfolg« ge­führt haben. Wenn wir politisch schuldig sind, dcmn sind wir eS ganz gewiß hier, Der U-Doot- krieg vom Frühjahr 1917 ist dann nur die un­vermeidliche Folge früherer Irrtümer, Bei alle­dem ist aber immer wieder vor Augen M halten daß der damalige Reichstag in seiner Mehrheit hie Politik der Regierung unterstützt hat. ES liegt also kein Grund vor, daß sich heute die Volksgruppen von links und rechts so scharf be­kämpfen, wie es jetzt in Berlin zum Ausdruck kommt. L. £

Sie Kundgebungen in Berlin.

Maßnahmen der Sicherhsitswehr.

(Vrivat-Telegramm.)

Berlin. 18. November.

Große SicherheitSvorkehrungen sind st» Ber­lin Wr heute getroffen. Man befürchtet, daß die Deutschmttionalen das Erscheine« des General- feldmarsthallS von Hindenburg vor dem Unter- ttnhmrgs-Ansschntz zu großen Demonstratio«« benutzen werde«. Die SicherheftSwehr hak de» halb vom Oberkommando i« den Marken de« Auftrag erhalten, alle und schärfste Maßnahmen zu treffen, um diese Demonstrationen zu verhindern, das RotchMagsgebäsths üt weitem Umkreise abzusperren und sämtliche Straßenzüge rund um das RerchStaqsgebäude mit einem dichten Kordon zu umgeben. Ferner werden jene Straßen, die Generalfeldmarschall von Hindenburg auf seiner Fahrt MM Reichs- tagSgebände befährt, von einer Sicherheitskette abgesperrt fehl. Für den heutigen Tag werden nicht nur Demonstrattonrn vor dem Reichstags­gebäude erwartet, sondern auch Umzüge.

* *

Geplante Gegenktrndgebrrngerr.

Berlin. 18. Rovsmlber. (Privattelsgramm.) Die d entschn ationalsn Kundgebungsn der letzten Tage hüben in der Großberliner Ar- Arbeiterschaft außerordentliche Erregungen ver­ursacht. Die Menge, die sich gestern nachmittag und auch noch in den Abendstunden in der Um­gebung des Reichstagsgebäudes angesammett hatte,bestand »um größten Teil aus Anhängern der linksstehenden Parteien. Der .Vor­wärts" schreibt: Groß ist der Zündstoff, der sich in Arbeiterkreisen angesammstt hat

Ehrung Hindenburgs in Hannover«

Hannover, 18. November. (Privattelegramm.) Hier werden für die Rückkehr Hinden­burgs aus Berlin große Ehrungen der natio­nalen greife vorbereitet. Korporationen der Studentenschaft der Hochschule werden den Feld- marschall am Bahnhof begrüßen.

Nsch-lothringer Giirung.

Zwangsverwalttmg deutschen Eigentums.

(Erzener Drahtbericht.)

Sttaßbr-rg, 18. November.

lieber das Vorgehen bei ZwangsverwaAun-- gen sind neue Anweisungen ergangen. Danach soll der Verkauf durch den bestellten Liquidator stets ht öffentlicher Versteigerung voll­zogen werden, nachdem ein zuständiger Ausschuß den GrustdpreiS festgesetzt hat. Der Staat wird stets das Vorkaufsrecht in Anspruch nehmen können. Im Liquidationsverfahren werden nun­mehr auch die zwangsverwalteten Häuser der

rüheren deutschen Studentenkorps in Straßburg von dem bestellten Liquidator zum öffentlichen Verkauf ausgeschrieben.

Gege» die Franzosen-Herrschaft.

Sttaßburg, 18. Nüvepiber. (Eigener Draht- bericht.) In den verschiedenen elsässischen Blät­tern wird fortgesetzt gegen die Behandlung der Elsässer durch fran-ösifche Polizisten und Gendarmen Einspruch erhoben. In der letzten Ausgabe des Mlhäuser Blattes »Republikaner- inlbet sich folgender Protest «egen polizei­liche Uebergriffe: »In den letzten Tagen ist es häufig vorgekommen, daß Streikposten bei der Gasanstalt Mülhausen von Gendarmen ver­haftet, in die Anstatt gebracht und dann aufs schwerste mißhandelt wurden. Gegen dieses un­gesetzliche Vorgehen erheben Wir in aller Ocs- leiMlichkeit schärfften Protest.- Unterzeichnet ist diese Veröffentlichung von dem Vorstand der loMen Arbeiter-Union.

«

Folgen der Ausweisung.

Straßburg, 18. November. (Eigener Draht­bericht.) In der letzten Tagung des Obersten Rates von Eljaß-Lothringen wurden besonders die Klagen besprochen, di« über den Eisen- bahnbetrieb laut werden. ES wurde dabei darauf hingewiesen.. daß gut sechstausend deutsche Beamte aus Elsaß-Loihringen ausgewiesen worden seien und daß von zwei­tausend Eisenbahn-Führern und -Heizern, di« Elsaß-Lothringen besitzt, achthundert Deutsche sind» die abgeschobeu wurden, wodurch nament­lich die Verhältnisse im Eisertbahnweseu schwer Rot gelitten haben.

Rächte!! der frühen Mnters.

Gefiihrdvna bet Kartoffel« und Kohlen. (Privattelegramm.

Strti«. IS. November.

KSt verlautet, soll bei Erschwerung der Kar- toffelmfuhr durch die WittettkugSverhältniffe an Stelle der fehlenden Kartoffel« eme höhere Brotration zur Berteilun« gelan­ge«. Wie der frühe Winter di« Sartoffelver- sorgrmg beeinträchtigt hat, so hemutt er auch in immer größerem Maße den Bahnverkehr imb damit die Sohlenzufnhr. Das Reichsv«- kehrSministerium teilt mit. daß die in den letzten beiden Wochen erreichte Besserung durch die un­günstige Wkttenmg wieder hinfällig werd«. Be­reits am Sonnabend machte sich eine kleine Berschlechternng i« der Wagengestellung bemerkbar. Immerhin war es «och möglich, an der Ruhr 17000 Wagen, einige Hundert mehr als rechtzeitig angefordert wurden, und in über« stAefien 6500 Wagen für Sohlen, Koks und Sri. fettS #i stellen. Während in Oberschlesien sich die Bestände gehalten haben, ist an der Rulu, wo der Eisenbahnbetrieb besonders unter den Wit- teruugSunbilden zu leiden hatte, der Bestand an Leerwagen erheblich zurückgeganqe«. Die starke« Rückstände, bi« durch die Witterung im ganzen Eisenbahnbetrieb entstunden sind, und die über­all auftretenden großen ZugverspStnngen haben auch eine «liebliche Verlangsamung des Umlaufes der beladenen Wagen zur Folge, so­daß die bester« Verladung in den beiden letzten Wochen sich in ben Empfangs gebieten nicht fo schnell bemerkbar machen tarnt.

*

Die Kohlennot in Wien.

Wien, 18. November. (Eigene Drahtmeldung.) Die Kohlenschwierigketten, 'die fort vorgestern durch starken Frost noch empfindlicher geworden sind, führte« bereits zu Wetterungen. So haben gestern die Beamten der Devisenzentrale ihre Tätigkeit eingestellt mSt der Erklärung, nicht län- aer mehr in unqeheirteu Räumen arbei­ten zu könuen. Di« Schält« der DevisenKentrw- ten bleiben deshakb geschloffen. Sohlen gibt es für di« breite Maste fast gar nicht, nicht einmal den Küchenbrand tu dem verringerten Maß von sieben Kilo ht der Woche. Auch diese Menge kann jetzt immer nur ein Teil der Bevöl­kerung erhalten, sobaß man mtr alle drei Wochen an die Reihe kr mt. weshalb im Durchschnitt für den Haushalt fünf Pfund Kohlen für die Woche entfallen. Jetzt wird einfad: der herrliche Wiener Wald niedergelegt, um Holz zu erhal­ten. Der weltbekannte Wiener Prater ist seines Schmuckes beraubt. Sekbft in bi« Obstan­lagen der Privatgärten wird rtngedrun- gen. Auch junge Stämme werden abgehauen.

Die Rot der Rah«.

Aohlenmangel der Lokomotiven.

In dieser an trüben Ereignissen so Über­reichen Zeit hat sich unserer eine gewisse Ab» gesttmtpftheit bemächtigt, di« uns über mancher­lei mtt dem Gefühl der Gleichgültigkeit hinweg, zugehen veranlaßt, was in seiner Bedeutung eine b(d>e Resignation nicht gerechtfertigt ers.cheinen läßt. »®ie zehntägige Personenveifehrs-Sperre der Eisenbahn, die mit voller Wucht auf Handel und Verkehr lastete, hat am gestrigen Tage ihr Eirde gefunden. Wer ab« der Hoffnung lebte, daß nunmehr der Verkehr wenigstens in dem engen Rahmen, der ihm vor Jrckrafttreten der Sperre gesteckt war, wieder ausgenommen werde, der sieht sich bitter enttäuscht. Auf den Haupt­strecken verkehren nur vereinzelte Züge. Reben- strecken sind auch jetzt noch ausgeschalter und die Bewohner solcher Gegenden können zusehen, wie sie sich in dringenden Reisesüllen fortbewegen. Das sind Erscheinungen, di« bisher noch niemals im Lande zu verzeichnen waren. Ereig'.Me, die wirt­schaftliche Schäden von geradezu katastrophalem Umfange für ganze Bentfsstände im Gefolge haben müssen. Was aber direkt erschreckend wirken muß, das ist die Tatsache, daß di« zehntägige Sperre deS Personen-Verkehrs nicht vermocht hctt, das LanL> in einem Umfange mit Kohlen zu beliefern, der den mirrrmalen Ansprüchen, die man ja mtr zu stellen vermag. Genüge leistet. . tfbanz besonders betrüblich ab« ist die Tatsache, daß bei der Bahn die Kohlen-Vorrüte bereit rusarmnengeschmolzen sind, daß der Gesantt-V«° kehr vor dem Erliegen steht.

Um das Aergste zu verhindern, haben die zu­ständigen Stellen nunmehr zu einem Mittel ge­griffen, dessen tiefeinschneidende Wirkungen Mr die Industrie und das PrivaÄeben nicht ver­kannt werden dürfen All« Bemühungen, di« Vorräte von Dienstkohlen z« vermehren, sind nach einer amMchen D.rrlegung vergeblich ge» wesen. Im Gegenteil, die vorhandenen kärg­lichen Bestände verminderten sich weiter­hin. Einzelne EffeNbahnbirrftionen baden kaum noch für drei Tage Vorräte. Im Durchschnitt sinkt der Lagerbestand in jeder Woche um einen Tag. Im Eisenbahn-Ministerium kam man, was übrigens nicht schw« war, zu der Ansicht, daß der völlige Zufcnmnenbruch des Eifenbahnv«- kchrS in greifbare Nähe gerückt ist, und man entschloß sich M einer Maßnahme, vor der all«' and«en Erwägungen zurückttaten. Es Men nunmehr während der nächsten Tage die Eisen­bahnen in allererster Lari« berücksichtigt werden, solange, bis sie wieder einige Vorräte haben. Meichgeitig soll ber Versuch gemacht werden, bi« lebenswichtigen Betriebe hierunter möglichst wenig leiden zu lassen. Di« übrigen Verbraucher aber, die Industrie und bei dieser wieder die Großetsenindustri«, und ber Haus­brand werden stark in Mikbeidenfchaft gezogen.

Wenn man in Betracht zieht, daß schon feit» h« die Industrie schw« unter der herrschenden Kohlennot zu leiden hatte, wenn man sich ber» gegeifwärtigt.- daß schon vor einigen Taigen die großen cherniscen Werke des Franffnrt« Be­zirks mit ihrer fo lebenswichtigen Erzeugung zum Teil Zum Erliegen kamen, wodurch taufeube von Arbeitern zum Feiern gezwungen w«den, wenn man hört, daß der iftdustti«eiche Solinger Bezirk schon jetzt einen Hilferuf um Kohlen hinauSschickt, bann wird man sich darüb« klar fein, was die neue Einschränkmtg ber Beliefe­rung mit Betriebswhle für unsere Fabriken be- beutet. Don dem Privat- Bedarf ganz zu schweigen. Nach Lage b« Dinge ab« darf an­dererseits nicht verkannt werden, daß ht d« Tat die in ihrem Betriebe aufs Aeußerste bedrohte Eifenbalm unt« allen Umständen mid mit täten cidercklichen Dritteln Wied« flott gemacht wer­den muß. Ueb« diese Erwägung hinaus darf man ab« die Frage stellen, wie es überhaupt so " wett kommen konnte. D« Sohleumanger Ifet der Bahn ist nicht von gestern, er ist Vorhänden seit ein« langen Reihe von Wochen. Was hielt die zuständigen Stellen davon ab, schon längst für eine Auffüllung der Lag« Sorge zu tragen? War man sich in den Bureaus des Ministers und des Kvhlen-Klmrmissars darüber im Un­klaren, wohin diese Zustände notwendig tteiben mußten? ... MS die zehntägige Sperre den Reise-Verkehr tahmlegte, wurde mit Recht bie Frage aufgeworfen, warum man nicht zu ein« gelegen«eu Zeit zu ein« solchen Maßnahme ge­griffen. Man fragte sich, ob es nötig war, mit dem Transport von Kartoffeln und Kohlen (und diesem Transport sollte ja d«h die Personen- Sperre nutzbar gemacht w«den!) bis zum No­vember zu warten, bis Frost und Schnee uns

Zeichne mtt 500 Mark bar

imd 500 Mark Kriegsanleihe

1000 Mark Deutsche Spar.Prämie,»anleihe