Meter Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 29.
Sonntaft, 16. November 1919
9. Jabraa«<
fternfytetfKT 951 und 952.
fternfbret6er 951 und 952.
3«lertton«pretfe-, a) Ein heimisch« UuUräge- Die einspaltig« Bnjrtgen.getle 50 Pfg. sein- »»lietzNch DraerungS,Uschlag», 61« einspaltig« Relkam-r-tle M 1 M -einschließlich leoenmg». ««schlag', b) iluOwartige »ufträg« Die einspaltig- Anzeigen,eil« 40 Pfg. und äo»/e Teuerung», zuschlag, di« «tnspultigr Reklamezrile M. 1.10 und 50»/, Tenenmg»zuschlag — Für di« RichNkeU aller durch F«rn pr«chrr ausgegrdenen Anzeigen, sowie für. Anfnahmedaten und Pltz« kein« »«wahr. — »ef 1,äfttlten«: »Slnisch« Siraße 5. Telephon Nr. 951 u, 963
Itt Vogeler S.euruen Racl-richlen erscheinen wochenUta >»ch«mal und zwar a ven d« Der Aponnemenisprei» delrägi monatl 1.60 'Wart det freiet RufleDung in« «.au« Befiel!ungen werden lederzeii ron der ®efd.äfl«flene ober den Boten entgegengenommen. Trüderel, Bktlaa und Redaltion Sil lachthossitaße 38/30. 'ür unverlangt eingesgndte Beiträge kann die Redaktion ein« Verantwortung ober Gewähr in keinem ' alle üdernehmsn Rüekzaulung de« vezugOgeide« oderAniprüchewegen elroataern d’lorrnung»ma6 aer Ule erungau«gekchlassen.
Erregte Kundgebungen in Berlin.
Alltterten-Konferenz in Nom.
Die Fiumefrage ist noch unklar.
Lugano. 15t, Shrtx-mtinr (Eigene Drei Himel, dlmxi.) Di« Nachrichten aus Fiume to-erbzn ■inrmrr spärlicher ES gilt der itoticnifcb n 1 reff, als gewiß, daß Titloni tetr« gute Botschaft ouZ Pans mit<rcbradtt, hat Nicht nur Pi« Bespr«. chuna TitwniS mit dem amerikan'schen Staais-. sekretär Poss, fcmbcm auch di« französisch-englischen Schritte in Washington zur Lösung bei FrameprobtemS sind offenbar erfolglos ge* Wieben.
Rotendrnckerei für Rußland.
Berlin. 15. November. (Privatt^legramm) In der Hofbuckidruckorej und lithographischen Kunstanstall Robert Müller in Potsdam tourbe gestern von Beamten der Potsdamer skniminal- voliizei eine groß? Notendrnckeret für Interims, selb der westrussischen Regierung beschlaanahml.
Staliens neue Richtung.
Neigung am Grieck-enlanv und Spanien.
(Gigcne Drahttneldung f
Zürich, 15. November
In Lritartkeln führen ttal eniffte-Slätter aus. rs fei Pflicht der italien scheu StiatSlenker, au geslklitS der Haltung der All-ierten in der F u. mtfrnne mit einer po.itifchen N uorimt erung am beginnen. Dabei wird auf e n Bündnis Italiens mit Griechenland und Spanien lsingewiefen Auch die ständige Verbesserung der Beziebung Jtt.l «ns mit Deutschland werde erhofft und allgemein gewünscht.
Haushalt bis zur Industrie auch weiterhin zur Schau trüge, könnte weder konkurrenzfähig noch wirtschaftlich geachtet sein, noch auch große Leistungen für seine Geltung auf dem Weltmarl! erbringen. Für mechanisch« Wirtschastsauffas- .sung sollte di« Zeit wirklich vorbei fein; di« psychische Seite ist immer noch die, die ihrer nicht spotten ltzßt. Dr. A. Elster.
Aus dem besetzten Gebiet.
FranASflfche Gewaltmaßnahmen.
■ (Privattelegramm.
Ludwigshafen, 15. November.
Di« französisklien Militärbehörden in der Pfalz und im Saargebiet '«bei den Bü * germeistern der Gemeinden den Befehl erteilt, dafür am sorgen, daß die Heizung in den von den BefatzungStruppen belegen Quartieren eine durchaus ausreichende ist, widrigenfallz die Ge. meindeoberhäupter wegen Nachlässigkeit ihre ,NmtSenthebung imd Ausweisung durch die französischen Militärbehörden zu gewärt gen Hütten. e
Lieferungen für die Feinde.
Ludwigshafen 15 November. fPrivat-Tele- gramm.) Das Oberkommando der französtsch.m Desatznugstnlppen in der Pfalz Hai b~r pfälzischen Negierung die Aufforderung zughen lassen, 120 000 Doppelzentner Heu für die Beiat» luiwstruppen bis 1. Mai zu liefern. In dem Bifehl ist bmverkt. daß die Rblieferungsziff.'r noch vermindert Foevden kann, sobald dir eu>g -ft tifle Stärke,isfer oer BesahungStruppen feststeht
Zürich. 15. November, (öiqcne Lrabtmel- dnia.) Rach M.lduugen von c>«r ttarienischrn Grenze mar der i-'crcffiierte Wirrshastsra. an dem italirnisihe, sranzösikche u:.t englisch« Dole, gierte teil ne hm en. in Rom rch zwar »m 21.
Ha»sKaHs-Arbeit.
Der moralisch« Gedanke in unserer Wirtsilmst.
Es breitet sich doch allmählich die lieber» Zeugung wieder ans, daß bi« deutsche Wirtschaft sich auf dem nationalen Gedanken des eigenen wirtschaftlichen und politischen Stolzes wieder aukbauen muß, der die Vergewaltigung und di« Wirtschaftsintrigen abletznt, aber jede anstän. big« internationale Hilfe annimmt. Damit dies in einer aussichtsreichen Weise geschehe, ist aber auch ein« sittlich geführt« Wirtschaft, eine neue Betonung des moralischen Gedankens hi der beutldien Wirtschaft nötig. Der Gedanke der protukiiven ernsten Arbeit ist ja nicht nur ein wirtschaftlicher und nationaler, sondern ebensosehr ein eminent sittlicher Gedanke, der — auch von der neuen Reichsversassung besonders betont — di« Grundlage für den Wiederaufbau abgeben muß. Es genügt aber nicht, damif nur bi« Arbeit der Handwerker in Bergwerk und Industrie, i n Landwirtschaft und Handelsgewerbe inS Auge zu fassen. Die Arbeitgeber, die den Betrieben vorsteheu, arbeiten ja in der Regel jetzt mehr als früher. Und das gleiche gilt von vem Mittelstand, sei ez in seinem Geschäft, fei tS im Haushalt. Denn auch sorgsame Haushaltführung, die auf rationelles und Idarfames Wirtschaften sieht, ist produktiv, wie denn alle Hilfstätigketten al» produktiv für das Wirtschaftsganze angesehen werden müssen.
Aber gerade in der Haushaltführung macht sich eine unsoziale Strömung geltend — ausgehend von den Kriegsgewinnlern und dem Schiebertum. Diejenigen firetfe.'bie noch heute von der weitverbreiteten wirtschaftlichen Rot in Deutschland nichts merken und zumeist in den Großstädten und in den Uebergangsgebieten im Westen Deutschlands sitzen, erschweren die solide Haushaltft'chrung der anderen Kreis« nicht nur durch ihre über jedes Maß gesteigerte Kaufkraft für LebenSnuttel. sondern aus dem gleichen Gruitoe hinsichtlich der Hilfskräfte für den Harts- Halt. Vieler Hausangestellten hat sich weithin ein« Stimmung bemächtigt, di« nur auf leichtes, sorgloses Leben mit guter Verpflegung und großer Selbständigkeit sieht, aber von ernster Arbeit und notwendiger Unter« ordniunA nichts mehr wissen will. Im frauen- losen Haushalt rind zu kiiiderlofen Ehepaaren melden sich, wenn man den Anzeigenteil großstädtischer Zeitungen durchsieht, mehr Leute, als es frauenlose Haushalte mid kinderlose Ehepaare gibt. Dort, wo man Hilfskräfte am leichtesten entbehren kann, tarnt man sie am leichtesten ha- ben. Den Frauen aber, die Kinder zu versorgen haben und sich in Arbeit aufzehren, ist es saft unmöglich, zuverlässig«-, williges Personal zu bekommen Denn mtt dem Nichtarbeitenwollen geht lveiter auch eine allgemeine Verschlechterung Hand in Hand, die nickst zuletzt aus die Lockerung der gesetzlichen Bestimmungen zurückzuführen ist und die Achtung vor Recht. Anstand und Sitte tief hat sinken lassen.
Das ist eine Erscheinung, die vom Gesicksts- ptnukt großen wirtschaftlichen Geschehens klein erscheinen mag, aber für di« Produktivität der deutscheit Wirtschaft dock) keineswegs bedeutungslos und außerdem als moralisches Symptom sehr beachtenswert ist. Es ist das eine Folge der Verschiebung der moralischen Wittschasts- «uftassung immer mehr nach der Richtung stau- peklosen Wohllebens !-<d möglichst leichten, <n« bcitslosen Verdienens, ohne" Gewissen für Ge- p'Mvart uitd Zukunft und unter Kampfstellung gegen den deutschen Nackiwnchs. Der letzte Grund dafür liegt auch wieder dort, wo über- Haupt der sozialsittliche und wirtschaftliche Krankheitsherd zu hieben ist: in dem Schiebertum das sich außerhalb des TurckschnittSstandes der beu- ligen deutschen Haushalts- und Wirtschaftsführung stellen kann und stellt. Es ist deshalb ganz besonders dankbar zu begrüßen, daß deutsch-französische Vereinbaningen mtt den Gewerkschaften |m besetzten Gebiet angebahnt worden sind, die sich (raren das Schiebertum im Westen richten. ES wurde bort. wie vor einigen Dagen «Nltgetetlt wurde, gesetzlich bestimmt, daß Schieber nm Zuchthaus nicht unter ehtem. Jahre bestraft werden sollen, daß ferner dort Höchstpreise festgesetzt werden und ausreichende Belieferung Mtt Kohle stattfinden soll — also jedenfalls ein mnsang der Stützung ordnungsmäßiger Arbeit find der Abwehr unproduktiven Verdienens, daS carf Kosten der Ehrlichen geschieht.
Sie russischen Verwicklungen.
Kämpfe im Norden und Süden.
(Eigene Drahtmeldung )
Stockholm. 15. November.
Nach dem lettischen Informationsbüro haben lettische Truppen mit Unterstützung der Ententetruppen die !ivländi'ck>e Aa und die Tü na unter hcfttgen Kämvsen überf byitten tm att; westlick^n Vorstädte Rigas erobert Di« Beute und Gefangenenzahl sei bedeutend Oberst Ber» iuondt zieht sich nach Mitan zurück. — Dr uf-ai. nische Pressedienst meldet: Infolge der u n g ü n stiqen militätischen Lage des linken Flügels DenikinS, besonders in dem Raum von Kiew, flüchtet die russische ^mWigen; was. senhast aus Kiew. At».b di« russische Provag.tN- dafrelle wurde noch Charkow verlegt, wo sich De» uckin den Winter über zu behaupten hofft. Bol- schewrsftsche Nachrichten besagen, daß die Kosa. fengebiete von Kuban und Terek bi« sich gegen Denikin erhoben haben, von russischen Freiwcllsi. gen geführt werden.
Es^ ist ein Ansiing nur, und solange- nicht so tnergtfd) und erf»>gre:ch dnrchg«griffen wird baß bie „ScMetuen* nicht r.zchr über die anderen lachen und ihren Raub nicht mehr zum Nach- letl aller soliden Wirtschafter genießen können, klerbt dte schwere morol^che Wunde am deutschen Wirrschaftskörper bestehen, di«, solange sie stccht geschlossen wird, di« dauernde VergiftungS. tefahr für alle anderen Zeile bedeutet. ES wär« "sch. anzunehmen, daß daS alles nur von in. jerner wtrtfdyafrtid.xr Bed.utuna für Deutsch, land ist: eS ist zugleich di« immer lebendige Grundlage für die weltwirtschaftliche Neugcllun«^ und Auffrisch-.,nr: Tenckchlands. ,» w #1L^1 Äi.
ycw» 3» Doll, dos s-stch« Eise-»ichast«n dou: i bis 23. Dez^mk-er. Zar Verhandlung roumrmz
alle schweb enden WntschastS fragen toi« die Rohstoff-, Kohlen, und Nahrungsmittelversorgung verschsdener Länder. Auch di" Verproviantierung Deutsch-OesterreichS soll jjereftett werden.
Kunvgebungen in Berlin.
Schmähens« gegen Erzberger. lPrivat-Telearamml
Berlin. 15. November.
Die deutsch« .Liga für den Völkerbimd' halt« für Freitag abend eine öffentliche Versammlung über daS Thema .Entente und Völkerbund^ einberufen. Als Redner waren anaeftindigt Neichsminisier Erzberger und Professor Walter ö tz. Bestimmte, dem Stoinifter Erz- ; beraer feindlich gesinnte Kreise benutzten diese Versammlung ,u einer Demonstration fielen den Reichsminister Mehrere hundert Personen stürmten den VersammlungSsaal vor Gräff nun« der Versammlung. Nachdem di« Polizei ibn einmal geräumt hatte, wurde der Saal zum zwettenmale gestünitt und nun setzte ein ohrenbetäubender Lärm ein. Professor Schük. fing der di« Versammlung leiten wollte, w ir. de beschimpft und bedroht. Ebenso Professor Verastrasser. der Herausgeber des .Demokratischen Blattes Deutschland* Professor Götz wurde aewaltsam gezwungen, seine Rede zu unterbrechen. Er verzichtete schließlich auch auf das Wort. Run übernahm der deutschnationale Abgeordnete Laberen, den Vorsitz der V^r-c sommlnng und nachdem verschieden« Redner für die K, iegsgefangenen gesprochen hatten, hielt Abgeordneter Laverenz eine Rede gegen Erzberger. Unter Absingen des Liedes .Dernsch- land über alle»" und unter Schmährusen gegen Erzberaer ging die Versammlung auseinander. ES wurde lebhafte Agitation getrieben, in ein m Demonstrationszug sich zu vereinen, der sich nach der Wohnung Srzbergers begeben sollte. Inzwischen trat die blaue Polizei in Tätigkeit, wel- cke die mtfaereate Mena« zu zerstteuen suchte.
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Hochrufe für Hindenburg.
Berlin. 15. November. fPrivat-T-legramm.) Gestern vormittag sammelten sich vor der Berliner Universität etwa ftinftansend Studenten mit schavarz-weiß-roten Bannern, d e zum Teil ihre KorporationSfahnen mit sich führten. In Reinen Trupps zogen sie durch die Linden und di« Eharlottenbnrger Chaussee in den Tiergarten Kurz vor 10 Nhr hatte sich dort eine Menge von ungefähr 10 000 Personen eing-fun- den, in deren Mitte man zahlreich« schwarz- weiß-rote Banner erblickte. Um 10 Uhr kam das Auto des Generalfeldmarschalls von Hindenburg, der mit seinem Sohne im Wagen saß. um zum Rbichsiaa zu fahren. Di« Menge sperrte jedoch di« Straße und trotz aller Warnungssignale des Chauffeurs wurde der Krastwaaen in wenigen Augenblicken von ein.r ungeheueren Menschenmenge einges.tkossen und angehalten. Hindenbura beugte sich aus dem Wagest und danfte für den freundlichen Empfang und bat. die Straße freizuaeben da er in den Untersuchungsausschuß fahren müsse. In diesem Auaenblick sckstvang sich ein Student auf das Trittbrett und rief: .Straße sperren. Wir lassen Hindenburg nicht vor dem Untersuchungsaussckmb ausfragen - Hindenburg protestierte, wie man deutlich erkennen tarnte, vermochte sich jedoch in dem riesenhaften Lärm, welcher dieser Aufforderung solate. kein Gebör zu versckv.ffeu. Sodann schwenkten etwa tausend Personen guer durch den Tiergarten nach dem ReichStaa ad und nahmen dort Aufstellung. Inzwischen umlagerte die Menge noch hnnrr den Kraftwagen des Generalseldmarschalls und obwohl Hindenbura und *>er Chauffeur auf die Menge einzureden versuchten, vermochte sich das Auto nur schrittweise vorznschieben Unter dem Gesana patriotischer Lieder ging der Zug nch dem Reichstag. Bor diesem hatten inzwischen dte tausend Personen, welche im Tiergarten abgeschwenkt waren. Anfstellnna genommen >!NÄ erwarteten das Amo deS Generalf-ldmar- fchalls Bald kam der Kraftwagen Hinden- bürg» heran. Die Meng« umd^ängte das Auto und rief: .Nicht hinein ft Hindenburg bl eb sMießlich nichts anderes übrig, als dem Ehm-s- feur den Auftrag zu geben, abzubiegen. Halbamtlich w-rd dazu mit««teilt: Es haben heute arößere Demonsttationen- an denen sich im we- s ntlichen Sttidentm und Schüler bcteilgten, vor dem RrichStagsgebLude stattgefundeu. Die Demoofttationen laufen den Bestimmungen, die durch daS Oberkommando auf Grund deS B.e. lagerun«.Szustand s ergangen sind. >«• w der, DeS Oberkommando hat auf bal na daiicknckSe bann Sorge gettagen. daß derartige Demonstrationen und Umzüge unter alle» Umständen nnterblelben.
Wertere Einschränkung.
Die Kohlen- und Kartofselversorgung.
H«»e* »en Erfolg »er »erkehrgsprrre UNS bi* Su«4 n<8ten für bie Zukunft üutz-rt- fleh der ReichSver» Dr. Dell ei ern Vertreter einer Br» «hier Blatte« ge «nüber ia felgentee Weise: Was die unter mir arbeitenden Fachloui^ insbesondere Geheimrat Marr, erwartet habens das ist ein getreten: Eine nicht asm unerhebliche Besse ribua der Wa ge nae stellun g ftl, Kohlen. Im Ruhrrevier sind in der letz, ten Woche täglich dreitausend SBaaen mehr jutf Verfügung gest.llt worden, sodaß der Bedarf fite een letzten Montag bereits von 23 J00 auf 16 000 Wogen herabgegangen ist Ireilich wird erst zmtt von der Halde verladen. Wenn uns nuhk die Witterung einen Strich durch die Rechnung maebt* — der Mnister warf einen sorgenvollen Blick durch das Ienster — .vorläufig ist sie int Ruhrrevier noch milo, so werden die Werke wohl angesichts der dauerndm Diehrgestellimg an Wa. gen jetzt in größerem Umfang zum Abfahren von der Halde übergehen. Wir haben am Montag dem Ruhrevier mehr Wagen stellen können als angefordert waren; wenngleich wohl in den täg. ttoben Berichten kleine Mindergestellungen auf- treten werden, so liegt das einfach daran, batz einzeln« Wagen auf Nebenstrecken den Zechen an. schluß nicht rechtzeitig erreicht haben; das gleicht sich dann den Tag darauf auS. Iür Oberschlesien haben wir fünfzehnhunbert Wagen den Tag mehr gestellt Und diese Besserung v«r DerhStttMe ließ sich nur durch di«
GünfteCuna deS Personenverkehrs ermöglichen? — -Nur dadurch. Das hat Etnffusi nach zwei Richtungen: E:mnal bekommen wir dadurch Lokomotiven frei, wenn sich frei, sich auch lange nicht alle Personenz glokomotiven für Güterzüge verwenden lassen, Zweitens abe# bekommen wir die Strecken frei und könne« uugeh ndert disponieren. Am vorigen Dienstag imd Ir-eitag haben wir alle Transporte, außer venen von Kohlen und Kartoffeln abgedrosselt; auch das wäre wegen der Stteckenverstopfnng nicht möglich gewesen, wenn nicht der Personenverkehr radikal ans geschaltet worden wäre." — Und die Kartossoltransporte? — .Haben sich gleichfalls gehoben, obgeich die Witterung einen sehr ungünstigen Einfluß gehabt hat. Ende Ok. t»ber wurden täglich sechs» dis siebentausend Wa- gen für Kartoffeln angefordert, jetzt sind es unser dem Einftnß deS Frostes nur noch 2500 bis 3300. Wir könneten also unsere Leistung steigern, sowie das Wetter ein Einsehen haben will. Daß wir mtt der Kartoffelversorgung noch so weit im Rückstinde sind, liegt übrigens auch mit davon, daß bis znm 13, Oktober, auf Wunsch dez Reicktswirtschastsministeriums, die Getreide, transvorte vor denen von Kartoffeln bevorzugt wurden. Jetzt hoffe ich für die direkte K a r t of. felversorgung der Großstädte achthundert Lastkraftwagen in Betrieb bringen zu tön* nm; der nötige Betriebsstoff ist mir in einer soeben beendigten Konferenz zugefagt worden." — Wird sich auch die Binnenschiffahrt In größerem Maßstab heranziehen lassen? — .Auch hierauf hoffe ich Die Binnenschiffahrt: Das ist ja eine sehr verfitzte Materie. Der von mir auch ’ür dieses Gebiet eingesetzte und so viel bemän. gelte Ausschuß hat durch Fühlungnahme mit al. len Interessenten sehr wertvolles Material zur Beurteilung der VerhAtniss« zusammen gebracht. — Alles im allem also, Herr Minister: Ein« ge» wrsstz Besserung, aber kein Grund zu Optimismus ? — .So ist eS. Wir werden
auch nach dem 15. November dte einschneidendsten Verkehrs. BS. schränknngen ausrecht erhallen müssen. Aus vorläufia noch nicht absehbar« Zett. Nur bet allernotwendi gste Personenverkehr wird freigeae» ben werden Äuch der Weihnachtsverkehr, nach dem ich schon sehr viel lstftagt worden bitt, wird unter diesem Zeichen stehen Bei allem Wohlwollen für hie in diesem Fall« besonders begreiflichen Wünsche deS Publikums," — Etz« n e Wurzel des Hebels ist ia wohl die mangelnde Leistung der BetriebSwerkstätten. Di« irrtterstehen Ihnen ia nun nicht unmittelbar, Her* Minister, tmb ich bin mir sehr flat darüber, daß Sie nur aus dem Wege einer Druckes auf die zuständigen landesstaatlichen Eisenbahnverwal. rangen und Reichsbehörden hier einrmrken tön. neu. — „Somit haben Sie vollkommen recht. Meine Wünsche in dieser Richtung — von einem Druck möchte ich nicht gerne sprechen — gehen einmal auf eine Ablösung des reinen Zeit- lohstshstemS durch ein System von altorb. lohnähnlichem Charakter, ent Prämienft-, stem, oder was sich immer als praktisch erweise« maa. jedenfalls etwas, das den besonderen De» hältnissen der BetriebSwerkstätten sorglich trage- paßt ist. Daneben mnß wohl in her Organist tion mancherlei nmgestellt werden Di« proutzk- kchen Behörden sind da an der Arbeit, Im Ro- fall« scheint mir rite Anregung sehr erwäg wert, die Herr HuS mir jüngst gegeben bat • Z Leschaffuns des notwendigen Werkzeugu... . i