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Kaffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Rnmmer 289.

FernspreHrr 951 und 952.

Mittwoch, 12. November 1919.

Fernsprecher 951 und 952.

9. Zahrgarra.

Saarkohlen für deutsche Kartoffeln.

MiMerßiede«.

Bedeutsame Schlaglichter der Gegenwart.

MinPerreden dienen meist dazu, Aufklärung stber Verhältnisse der Gegenwart oder Anhalts­punkte für die künftige politische Richtung zu Reben. Es liegen jetzt Aeußcrimgen von Mini­stern vor, die sie bei Gelegenheit des Jahres­tags der Revolution taten, woraus man vie­lerlei Merkmale entnehmen kann. Sehr bezeich­nend für die innervolitische Lage ist die ent­schiedene Stellungnahme des preußischen Innen­ministers Heine zur Reichsfinanzreform und der scharfe, man könnte sagen vernichtende An­griff auf den Reichsfinanzminister Erzberger. Ist e.8 schon keine alltägliche Erscheinung, daß ein Minister gegen einen andern öffentlich ein derartiges Mißtrauensvotum ausspricht, so hat es noch mehr Bedeutung, daß ein sozialdemo­kratischer Minister eines Gliedstaates-chen Fi­nanzplan der Reichsregierung, beit selbst die so­zialdemokratischen Reichsminister gutgeheißen haben, in Grund und Boden verurteilt. Wenn er in seiner Dessauer Rede sagt, die Erzberger- schen Zentralisierunasabsichten im Steuer­wesen seien so gefährlich für die deutsche Ritl- tur, sowie für die Einzelstaaten und die Ge­meinden, daß sie das ganze Reich zu­grunde richten müßten, so ist das eine Aeußerung, die den Finanzminister zum sofor­tigen Rüchiritt veranlassen könnte wenn er nicht Erzberger hieße. Der Finanxminister mußte auch den Vorwurf über sich ergehen las­sen, daß er sich für den Friedensvertraa, der Deutschland zum Sklavenvolkc machen will, ein­gesetzt habe imd nun das Geld nehmen müsse, wo er es finde. Am den radikalen Erzberger- scheu Standpunkt scheint sich ja die Rerchsregie- rung überhaupt schon geeinigt zu haben, wie man aus den Aeußerungen des Reichswehr- Ministers N o s k e schließen darf, die er in einer mehrheitssozialistischen Versammlung in Chem­nitz tat. Dort sagte dieser bei einer Schilde- r:urg der Finanzlage unter anderem:Wir Ha­chen die Sozialisierung in anderer Weise (als nach bisheriger Theorie) eingeleitet. In diesem Winter werden dem Reichstage Gesetzesvor­lagen zugehen, nach denen die großen Unterneh­mer mitfünfundsiebztqProzentbe- steuert werden. Sie werden dann tatsächlich zu besser bezahlten Angestellten ihrer Betriebes Dazu wollen wir nur feststellen, daß über die Besteuerung bisher in Regierungskreisen und sogar innerhalb der sozialdemokratischen Partei die Meinungen noch weit auseinander gingen. Wir wissen nicht, was den Minister Noske be­rechtigte. so bestimmt zu sprechen, glauben aber, daß über die Steuergesetzentwürfe, die nicht nur die großen Unternehmer, sondern auch den klei­nen Mann sehr stark heranziehen wollen, noch in der Nationalversammlung heftige Kämpfe entstehen weiden.

Neben dieser Angelegenheit geben die Mittei­lungen der Minister über die allgemeine po­litische Lage mancherlei interessante Aufschlüsse. S-o sagte zum Beispiel der preußische Minister Heine über di« Reichswehr, daß Offiziere und Truppen treu zur Regierung ständen, deshalb dürften sie nicht fortwährend vor den Kopf gestoßen werden. Diese Mahnung richtet sich gegen die Hetze, die von gewisser Seite be­trieben wird. Daß der Minister recht hatte, haben ja die letzten Tage erwiesen. Der ruhige Verlauf des 7. und 9. November ist hauptsäch­lich der Bereitschaft der ReichÄvehr und der Sicherbeitstrupven zu danken, die entschlossen itrtb gerüstet waren, die Ordnung im Reiche aufrecht zu erhalten. In gleichem Maße kommt inbetracht, daß Ne Mehrheitssozialiften und Ge­werkschaften ihre Anhänger zur Einsicht und Ruhe ermahnten. Die Erkenntnis dringt eben doch durch, daß mit umstürzlerischen Gewatt- mitteln nichts zu gewinnen ist. Von demselben Standpunkte geht auch ein int .Vorwärts" er­schienener Artikel des Reichskanzlers Bauer aus. der anläßlich des Jahrestages der Repu­blik daraus hinweist, daß Ne Wirrnisse eine Versumpfung des politischen In- teresses herbeigeführt hätten. Recht deutlich drückt sich weiterhin der preußische Minister Heine aus, als er darüber klagt, daß es au innerer Einigkeit mangele. Die Behauptung, die Ne Feinde oufgestcllt haben und die sogar ge­wisse Deutsche nachschwatzen, daß Deutschland allein Ne Schuld am Kriege trage, sei huridert- mal erlogen. Es sei deshalb ein übles Begin­nen, .nach der Schuld Deutschlands im Dreck herumzuwühlen Wie jetzt in Berlin". Wie uns die Untersuchung der einseitigen Schuld am Kriege nicht Helsen tarnt, so wenig kann uns der Streit der Parteien über Ne Schuld am Zu­sammenbruch aus der Not heransreißen "Wenn die Aufdeckung der Schuldfragen zur Lehre für die Zukunft bienen soll, muß man versuchen, sie objektiv zu -betrachten. Es wird ja nicht nur von Politikern., sondern auch von manchen Mili­tärs unuMwundeit gesagt, daß wir den K r i e g, nachdem unsere Verbündeten »usammenge- brochen waren, auch ohne Revolution ver­loren hätten. Aber andererseits darf man

nicht übersehen, daß angesichts einer intakten Mtllionenarmee der Feind nie gewagt hätte, uns derartige Wasfenstillstands-Bedin- gungen anzubieten. Wir hätten nie und nim­mer einen so vernichtenden Frieden angenom­men und nicht anzunehmen brauchen. Nur El- saß-Lothriugen imd vielleicht einige polnische Kreise hätten wir opfern müssen. Die Feinde hätten sich wohl gehütet, gegen Ne starken Rheinfestungen an,zuremien. Aber dadurch, daß wir selbst uns mit der Revolution völlig wehr­los mochten, hat der Feind uns diesen surcht- baren Frieden auferlegen können.

Tie Hoffnung, daß die nur dem Namen nach demokratischen Regierungen der Feinde, falls auch wir zur demokratischen Regierungsform übergingen, uns einen glimpflichen Frieden ge­währen würden, war eben ein Trugschluß, her­vor gegangen aus der Verkennung des im Frank­reich und England herrschenden Imperialismus. Die Bestätigung dafür haben wir jetzt erneut zu hören bekommen durch die Rede, die der französische Ministerpräsident Clemenceau vorgestern in Metz gehalten hat. Er sagte dort, daß Frankreich für die nächsten Jahre keine politischen Verhandlungen mit Deutschland führen dürfe Ter Gefft der deut- fchen R e p u b l i k fei nicht anders als der der früheren Monarchie. Nicht Ne Staatssorm mach« das Glück eines Volkes aus. Vielleicht seien Ne Deutschen für eine republikanische StaatSform überhaupt nicht geeignet. Werden nun Ne Leichtgläubigen, die von der Jnter- naiionale so viel erwarteten, erkennen, wonach die Feinde streben? Wr könnten ihnen die Hand zur Versöhnung reichen und uns noch mehr demütigen, sie wollen unsere Freundschaft nicht. Es verdient dabei immer wieder hervor­gehoben zu werden, daß auch die Sozialisten der feindlichen Länder deutsche Annäherungs­versuche brüsk ablehnen. Die einzige Möglich­keit, wieder den Friedenszustnnd anzubahnen, besteht m wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Aber auch dabei werden wir die Rolle der Ge­duldeten spielen müssen, zum mindesten sol.rnge, bis die Otten Fanatiker Clemenceau und Kon­sorten von der Bildfläche verschwinden. Mit welch gistiaem Haß diese Männer noch erfüllt sind, geht daraus hervor, daß sie Ne für das hungernde und frierende Wien erbetene Unter­stützung ablehnten. K. F D*r.

Au« dem besetzten Gebiet.

Verbot von deuffchen Schülerspielen (Eigene Drahtmeldung.)

Ludwigshafen, 11. November.

General Favolle hat im Bereich der 10. Ar­mee den Schuldirektoren folgende Verfügung zustellen lassen: ES wurde dem Generalkommrs- sar mktgeteilt, daß wirkliche militärische Vor- berettnngsübungen (?) wie Appell, Manöver mit Stöcken irfto. in den Schulen der besetzten Gebiete ausgeführt werden. Die Direktoren aller Anstalten werden benachrichtigt, daß alle derartigen Manöver und körperlichen Uebungen, die auf nrifitäriirbe Vorberei­tungen abzielen streng verboten sind. Jede Uebertretung dieser Vorschriften zieht die Be­strafung der schuldigen Lehrer und verantwort­lichen Direktoren nach sich.

Stoeierlei Maß in der Versorgung.

Saarbrücken. 11. November. (Eigene Draht­meldung.) In der Stadtverordnetensitzuna von Saarlouts und Saarbrücken wurde mitgetetlt, daß die Aussichten für die künftige Milch- versorgnna im Saargebiet trostlos seien, da der biSheriae Milchbezna aus Elsaß- Lothringen aufhöre und Milch nur mehr für kleinste Kinder imd solche Kranke geliefert wer­den könne, bei denen der.Arzt Todesgefahr für vorliegend erachtet. Auch hier ist am bemerken, daß Ne französische Militärverwaltung ver­fügte. daß für die französischen Familien im Saargwiet täglich genügende Mengen Milch unbedingt und ohne Rücksicht auf die Saarbevölkeruna zu liefern find.

*

Die Gefangenen-Heimkshr.

Köln. 11. November. (Privat-Telegrarmn.) Für Donnerstag wird der letzte Transport der in britischen Gefangenenlagern in Rordfrani- reich befindlichen deuffchen Kriegsgefangenen erwartet. Bisher wurden über 360000 deutsche Kriegsgefangene aus englischer Hand in die Heimat rurückbcfördert. darunter zweihundert- tausend über Ne Sammelstelle Köln-Deutz. In den letzten Tagen trafen bereits deutfch- fchlesische Abstimmungsberechtigte ein. die un. ter Führung polnischer Offiziere in daS Ab- stimmunasgebiet geleitet wurden.

Maßnahmen gegen Revolutionäre.

Simrbrsicken. 11. November. (Prchat-Tele- gramm.) General Decpurtte hat im Saarstaat

und den angrenzenden psälzischen Bezirken eine Bekanntmachung erlassen, in der mitge­teilt wird, daß die französische Behörde ent­schlossen sei. künftia jede revolutionäre Treiberei rücksichtslos zu unterdrücken itab daß die Truppen Anweisung erhielten, bet Unruhen und Ausschreitungen, die durch Po- littsche Wühler entstehen, unnachsichtlich von der Waffe Gebrauch zu machen.

Austausch von Kartoffeln und Kohlen.

Saarbrücken. 11. November. (Privat-Tele- gramm.) Die französische Militärverwaltung deS Saargebiets hat die Einwilligung dazu gegeben, daß zur Steueruna per Kartosfelnot künftia Saarkohlen gegen Kartoffeln auS dem unbesetzten Deutschland anSgetauscht werden. ES fahren jetzt täglich Kohlenzüg« mit hundert Tonnen nach dem unbesetzten Deutschland, um dafür Kartoffeln mttzubrinaen. Auch Züge mit Ammoniak befinden stch darunter, um dafür rechtsrheinische Kartoffeln einzutauschen. Außer­dem hat Polen mit der Kartoffel-Lieferung für daS Saargebiet begonnen.

BsschlUe Des AMetteurates.

Freilassung des Generals v. Mackensen.

(Eigene Drahtmeldung.)

Bern, 11. November.

Ans Paris wird berietet: Der Oberste Rat hat in seiner gestrigen Sitzung seine Vertreter ermächtigt, Generalfeldmarschäll von M a ck e n-1 fen, der sich zur Zeit in Saloniki befindet, in Berücksichtigung feines hohen Alters und sei­nes Ges-midheitAzustaNdes sofort fr ei zu- lassen und ihm dir Heimreise zu ermögli- cheu. Der Oberste Rat ist fern!« überein?,e ° kommen, an den Völkerbund in seiner ersten Tagung den dringenden Appell zu richten, alle Möglichkeiten zu erwägen, um die Situation zu klären, bie angesichts der Verzögerung der Ratifikativn durch Amerika entstehe.

Aufsicht über die Abstimmungen.

Zürich, 11. November. (Eigene Drahtmel. düng.) Der Oberste Ra-t tagte gestern unter dem Vorsitz Clemenceaus. Er behandelte Nr Frage der oberschlesischen Gemeinderats- w ah len, bie vorgestern unter der Leitung der deutsches Behörde stattgefunden haben. Diese stehen nach Ansicht des Obersten Rates in Wi­derspruch mh brr Freiheit der Volksabstim­mung und es wurde enffcküedrn, daß sie annul­liert werden sollen. ES wurde ferner der Ent­wurf einer Antwort an die deutsche Regierung genehmigt über Ne Streife Eupen und Mamle- dy, wo Deutschland bie Volksabstimmung wünscht. Die Antwort der Entente ist entschie­den ablehnend.

Rückzug aitS Ungarn.

Basel. 11: November. (Eigener Drahtbe- richt.) Dor Oberste Rai der Alliierten hat an Rumänien eine Note gerichtet, in der end - gültig der Rückzug der in Ungarn befindlichen Truppen Ns ju den in den beiden Noten vom Juni bekcmntgegebeneri Grenzen verlangt wird. Gleichzeitig fordert bet Oberste Rat bett Rück­zug der Serben. Kroaten und SoNvenen, sowie der Tschechien au5 allen ungarischen Gebieten.

Sie Waß-L»thrinzer Borgiinge.

Versuchte Kundgebung am RevolufionSiage.

(Eigener Drahtbericht.)

Straßburg, 11 November.

In Straßburg Kolmar und Mülhausen wurden trotz des Verbotes durch die französi­sche Militärbehörde seitens der Arbeiterschaft Versuche unternomimrn, am Sonntag Kundge­bungen anläßlich des Jahrestages der Revolu. timt zar veranstalten. Die ftanzösische Polizer zerstreute einzelne sich bildende Demonstratio.rs- zstae und löste drei unerlaubte Versammlungen aus Mehrere Personen wurden verhaftet.

*

Zff dasAbrüstung"? j

Kehl. 11. November, (Eigener Drahtbe, richt.) Bei seinem letzten Besuch in Straßburg hat Clemenceau. wie die Straßburger Blätter melden, auch Ne Bußenbeftsttgungen von Straßburg und die Forts des Kehler Brücken­kopfes besichtigt. Clemenceau erklärte, zur Si­cherstellung für künftige Zeiten müsse Straß­burg nach Belfort die größte und wider, standsfähigste ftanzösische Festung werden. Ter Ausbau der Festung werde unverzüglich nach Bewilligung von Krediten durch die Kam­mer in Amrriff genommen.

Amerikas SriegsbrSule.

Ein unwillkommener Zuwachs. $ic »feien KriegSdrSute, Me die tcniftlen Soldaten au« Frankreich und England mikgebracht Haden, erregen den Unwille!» der amerikanische» Weiblichkeit und »^Ursachen den Behörden viel Sorge. AuS Newvork wird aetoriehen: Die ameri­kanischen Soldaten haben sich in Europa nicht nur auf militärische Eroberungen beschränkt, sondern offenbar auch auf dem Gebiete der Liebe recht achtbare Erfolge errungen. Nach Zei­tungsberichten haben sich nämlich nicht weni­ger als vierzchntaufend amerikanische Soldaten in Europa verheiratet, häufia aller­dings unter einem gewissen Zwange. Di« Kriegsbräute sind fast ausnahmslos Englände­rinnen und Französinnen. Dieses unvorge- schene Ergebnis der amerikanischen Invasion hat hier keineswegs Begeisterung erregt. Ein- mal macht die Versorgung der Kriegsbräut« den amerikanischen Behörden viel Kopfzerbre­chen imd endlose Scherereien, und bann sieht man es natürlich auch im Interesse der Töchter des eigenen Landes nicht gern, wenn sich 14000 heiratsfähig? Amerikaner ihre Frauen aus Europa holen. Man muhte sich jedoch in daS Unvermeidliche schicken und tröstete sich zunächst mit dem Gedanken, daß die Maffenverschwä- gerung immerNn zur Stärkung der anglo-amc- rikanifchcn und Nr franco-amerikanischen En­tente cordicile beitragen werde. Nachgerade stelle sich jetzt aber heraus, daß Nese Soldaten­ehen nicht nur nicht dazu angetan sind, die in­teralliierten Beziehungen zu fördern. sondern daß sie viel eher zu einer ernstlichen

Störung des guten Einvernehmens führen mögen. Es erweist sich nämlich, daß bie große Mehrzahl der Kriegsbrand- au8 mora­lisch unb physisch degenerierten Personen be­steht. bie als bloße Einwanderer unter ben be» stehenden Gesetzen hier nie zugelassen werben könnten. Da sie jeboch mit Amerikanern ver­heiratet sinb. so kann man ihnen ben Zutritt ,u diesem gelobten Land nicht gut verwehren. Die Washingtoner Regierung bemüht sich aber, in zahlreichen Fällen die Annullierung dieser Ehen Ntrchziffetzcn. um .eine moralisch« Berseuchitna dieses Landes" zu verhindern. Sie findet in diesen Bestrebimgen jedoch be: den übrigen Alliierten wenig Verständnis und Entgegenkommen. Offenbar ist man drüben froh, für Nese Sorte Abnehmer gefunden zu haben. Die Amerikaner haben infolgedessen schon mehrere Schiffsladungen diefer Kriegs- bräirte Nr überbringen müssen, von denen ent großer Teil von ihren inzwischen aus dem Mi­litärdienst entlassenen Männern verlassen wor- ben ist und nunmehr von der Regierung unter« halten werden muß. Eine amerikanische Rote- Kreuz-Schwester, Miß Byrd Me Fall. die kürz lich aus Europa zurückkehrte, hat der Presse sehr erbauliche Mitteilungen über den Charakter eines großen Teiles der importierten Kriegs- bräute gemacht. Sie erklärt, daß viele dieser Soldatenfrauen in ihren Heimatsorten sich der besonderen

Aufmerksamkeit der Polizeibehörden erfreut hätten. Es seien, rund heraus gesagt, Straßenvirnen. Diebinnen imb jitm Teil Frauen, die mit scheußlichen anftedenben Krank, heften behaftet seien. Man hätte diese nie in Amerika landen lassen dürfen. Miß Mc Fall erzählt, daß sie persönlich zwei Weiße Soldaten, stauen gesehen habe, Ne Negerbabys geboren hatten imd mit ihnen die Reise nach Amerika an traten. Vier weitere Fälle Neser Art wurden ihr mftgeteilt. Nach ihrer Darstellung rührt das ganze Unglück daher, daß bie amerikanischen Militärbehörden sich erboten jedes Mädchen, das in Europa einen amerikanischen Soldaten heiratete, kostenfrei na'ch Amerika zu be­fördern. Mele der Soldatenfrauen heirateten deshalb ihre Männer nur aus dem Grunde, um kostenlos nach Amerika zu kommen. Viele der Frauen gestanden ganz offen ein. daß sie gar nicht daran dächten, mft ihren Männern in Ehegemeinschaft zu leben, nachdem sie ein­mal Amerika erreicht hätten. Nach anderen Be­richten werden zahlreiche dieser Sokdatenehen Nirch amerikanische Richter wieder geschieden werden, unb in diesen Fällen dürsten die Frauen, soweft sie nicht ganz müyandstei sind? deportiert werden.

Preußens Landesversammluug.

Di« Kohlen- und Transportfrage.

(Siaener Drahtbericht.)

Berlin. 11. November.

In der gestrigen Sitzung wurde bei der zwei­ten Beratung des BergbauhauSHalts die Lage im Ruhrgebiet besprochen. Der Zen. trmnsabgeordnme Rörup bezeichnet ,d« kürzlich abgeschlossenen Tarifvertrag. *8 einen .gewaltigen Erfolg der zielbewußten Bergar- berter". Man nrSffe die Hetz« der Kommunist^