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Meier Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Dienstag, 11. November 1919.

9. Jahrgang

Nummer 288.

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952

Der preußische Minister Heine gegen Erzberger

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ist in Straßburg und an der obetetsassisch- schweizer Grenze erefolat. Ihre kriegsgericht­liche Aburteilung steht bevor.

Xte Rafflet ?tuet en Siactrtoten erscheinen woUeiilUc! 'echrmai und zwar a bend L Ter Hi onnement#t>teie betrögt monatl 1.FO Mark bet tretet Zustellung in« Saus Bestellungen werden Terzett ron der tSeschättstielle oder den Boten entnegeneenommen. Irudere'.. Berlag und Rebattlon kchlachthowraße 28/80. ur unverlangt etngefanbte Beiträge kann die Redattion eine .-erantwortung oder Gewähr in keinem 'alle übernehmen Rückzahlung de» Bezuosgelde« oder Anivrüche wegen etwaiaern chtordnungsmäbiger Sie erung ausgeschlolsen.

nicht Folge gle istet hatten und schließluh noch tätlichen Widerstand leisteten.

Ruhige Revolutions-Feier«.

Seilte Störungen nn ganzen Reiche.

(Privat-Telearamm.)

Berlin. 10. November.

3nfertton#t>retfe: ■) Sin heimische Anträge e Die einspaltige Anzeigen, geile 50 Psg. sein- schNeßlich renerimgsznschlagl. die tnspaliige Reklame,eile MI» einschlietzlich leuerunge- zuschlag), b) Auswärtige A«steige Die einspaltige Anzeigenzeile 40 Pfg. und 0°/,Teuerung«. Mschlag, die einspaltige ReNamezeile M. l.to und 50•/, Teu ermigSzuschlag. — Für die R'dbtWdt aller durch Fernsprecher anfgegebenen Anzeigen, sowie für Bufnah-nedaten und Plätze,keine Sewäht. — Ses^istsNelle: Kölnische S'ratze ft. Telephon Nr. 951 n. 952

Französische militärische Maßnahmen.

Straßburg, $0. November. (Eigene Drabt- meldung l Die französische Regierung hat für den 16. Rovembe'', den Tag der Wahlen, besondere militärische Maßnahmen für das gesamte Elsaß-Lothrinarn in Aussicht genom­men. Einem nmlitärrschen Erlaß zufolge haben an diesem Tage und in der Nacht sämtliche Truppen in den Garnisonen alarmbereit zu sichen. Für das oberelsässische und lothrin- gische Jndickttiegebiet werden für den Wahltag besonders zuverlässige Truppen verwandt.

angenommen, als zuerst geglaubt wurde, beson­ders in der Siegesallee haben Gruppen bei em» brechender Dunkelheit diesen groben trieben. Sir haben auf einige Marmor mit roter Oekfarbe geschrieben: Hoch die elt- rwolutton! und nieder mit den Kapitalisten! Zu Ruhestörungen ist es fast nirgends gekom­men. Rur an zwei Stellen mußte di« Polizei zu Fest.rahmen schreiten, da die Betreffenden

muj bei uns eingezogen, der einfach vor nichts H«kt macht. Woraus erklärt sich dieser ©tim« mangSumschwunq und inwieweit ist ex berech« tnjt ? Es kann nicht geleugnet werden, daß un» str Vaterland dicht am Abgrund vorbeigegan- oen ist und im Begriffs stand, in be"— Nchen Chaos zu versinken. Aber

liegen, im ganzen Reiche durchaus ruhig ver- laufe«. Das Winterwetter hat zu diesem un­gestörten Verlauf der RevolutionSfeieru oaS ©einige betgetragen. In den Großstädten for­derten zwar einzelne Kehrtet zu Umzügen oder zu geschloffenem Marschieren «all, bestimmte« Pimkten auf, aber die große Mehrheit der Ver­sammlungen ging mit wenigen Ausnahmen nicht darauf ein. M<m zog eS vor. nack-dern man die Redner angehört hatte, den Mantelkragen hochzuschlagen und nachhause zu gehen. Die Beamten der SicherheitSw-chren hatten für diese Tage den Befehl erl/alten, sich ohne dringenden Grund weder in den Straßen, noch in Gastwirt- fdjaften oder Versammlungslokalen zu zeige«; eine Rücksichtnahme, die auch ihren beruhigen­den Eindruck nicht verfehlt hat. Nach den Mel- tmnzen, die aus Berlin, Leipzig, Dres­den und München vorliegen, haben sich nen­nenswerte Zwischenfälle nirgends ereignet.

Wonnen. Aehnlich steht eS in den sozialen Kragen und Kämpfen. In der Mehrzahl der Mttle kvcchlt man zunächst den Weg der Verhand- Binoen über die ausgestellten Forderungen und sich dem Spruch bet Schiedsgerichte, ichnenb dafür, wie start bas Verständ­nis für die Notwendigkeit der Ordnung im Wirtschaftsleben wächst, ist wohl die Verein»«

doch lehnte der Präsident des Handelsmini­steriums die Wünsche der Fabrikanten auf Er- richturty von Schutzzollmauern ob. Amerika hat kürzlich auf Drangen seiner Textilindustriel- len die Einfuhr deutscher Farbstoffe fr ergeben müssen, obgleich es gern feine neil en tstandene chemische Industrie schützen und großzüchten möchte. Wirtschaftliche Wege sind eben nicht

«rnchen Ausbau unseres Wirtschaftslebens als Hauptprogrammpunkt seiner Politik hmzusiel- fen. Auf der anderen ©eite wieder tritt auch der frühere demokratische ReichSschaHminister Goch ein. mir für einen schrittweisen Abbau der Zwangswirtschaft ein. Wie scharf standen sich die Auffassmtgm in der Frage der Planwirt- fck>aft gegenüber, und heute sind bereits große Teile ber Industrie und ihre führenden Ver­bände für eine gemeinwirkschaftliche Regelung

dieser äußersten Rot, um unser eigenes Volk und unsere Gegner zur Selbstbesinnung und Vernunft zu bringen, und die Erkenntnisse aus Röten und Gefahre« pflogen einen guten Grund zum Slufbau abzugeben. Ueberall zeigt sich ber Wille zur Verständig na. ohne die es nun doch einmal bei ber engen Verkettung des gesamten Erdengeschehens nicht geht-

Zunächst im Inneren Deutschlands In der Wirtschaftspolitik vollzieht sich eine finmer größere Amtähernug ber gegeneinander stehenden Auffassungen. Sozialisten bekennen, daß eine sofortige Sozialisierung ohne schwerste Schädigung des Wirtschaftslebens gegenwärtig nicht denkbar fei und machen, tote Bernstein jüngst im »Vorwärts*, unter Berufung auf Marx, da- Zugeständnis, daß da, wo Nicht so« xialisiert werden könne, das Kapital unentbehr­lich fei, und daß der Fortschritt ber Arbeiter- Kaffe auch an seine Entwicklung gebunden sei. Auf ber anderen Seite propagieren Deutsch- nationale bett Gedanken ber GewinnbeleiMmng der Arbeiter durch die Schaffung der Klein­aktie. In der Frage ber Zwangswirtschaft geben heute selbst unbedingte Anhänger des freien Handels in Hamburger HanbeiSkreisen Mt, daß man ohne gswstse Bindungen in der eilt« und Ausfuhr gegenwärtig nicht auskom- men kann, während ber Reichswirtschafts« Minister in ferner Hamburger Rebe nicht bavor

politische Wege, und über Haß und Abneigung hinweg führt wirtschaftliche Zusammengehörig­keit und Konkurrenz Wege des Nutzens unb Gewinns. — Auch die Valutasragehatdie internationalen Ziksammenbänge gefördert. Immer mehr bringt auch in den Ententekän-- bent die Erkenntnis durch, daß nur internatio­nale Vereinbarungen eine Lösung dieser Krise bringen können. Will man Deutschland »ah« kuugs- und leistungsfähig erhalten, so muß man rhm auch die Mittel geben, um sich wieder auf« richten zu können, und auf diese Weise bricht sich der Gedanke einer Verständigung immer stärker Bahn. Dr. W. Seh wahn.

rtreg der Eisenbahn- und Postangestellten zur Bekätwtfung des Wuchers und ©chrebertums.

Doch auch unsere Gegner haben die Rot- wenbigDeit einer Derständiguna erkannt. Zwar fst die Stimmung in den DMern noch geteilt, «her neben Aeußerungen ber Mißachtung unb Ablehnung stehen doch andere, die, von ber Erkenntnis der wirtschaftlichen Notwendigkeiten ausaehend, die Ausschaltung Deutschlands für unmöglich und schädlich erklären, lieber po­litische Stimmungen und Gefühle hinweg gehen hie wirtschaftlichen Zusammenhänge und Be- tiebungen ihren eigenen Weg. Frankreich schließt ein politisches Schutz- und Trutzbünd- uis mit England und Amerika, und gleichzei­tig muß fein Minister für den industriellen Wie­deraufbau ein Rundschreiben ergeben lassen, in dem er in Hinsicht aus den ungünstige« Stand der Valuta dazu mahnt, die Einkäufe ht beiden Ländern aufs Aeuß erste eintzuschränken und, trotz patriotischer Bedenken, in Deutschland zu Kufen. In England herrscht in toetten Kreisen lebhafte Sorge vor der deutschen Kon­kurrenz toi Kampf auf den Welimärkten, und

Gegen die haften Steuern.

Eine Rede des preußischen Ministers Heine.

(Privat-Telegramm.l

Berlin. 10. November.

Der preußische Innenminister Heine hielt am Jahrestag der Revolution in Dessau eine Rede, in der er auSführt«, daß man keinen Grund habe, eine Triumph feier zu begehen an- aesichts des Elendes des Vaterlandes. DaS Reich gab fich die Verfaffung durch ein Kompro­miß mit dem Zentrum, weil die NattonaEver- fammlung wie einem Diskutierllub glich, und chre Reden anzuhören, vielfach nicht der Dlühe wert war. Das die Gefühle aufs tiefste ver­letzende Kompromiß mit dem Zentrum wäre Nicht zustande gekommen, wenn Preußen au8» ftftoggebertb gewesen wäre Die Pläne Er z- bergerS in der ©teuerfrage würden bei ihrer Durchftihrung nicht nur die Länder, son­dern auch die Gemeinden tot machen. Die Kulturarbeiten der Gemeinde seien unmöglich, wenn hiese zu Kostgängern ErzbergerS gemacht würden. Erne vom grünen Tisch aus in ber SMturfrage gefaßte Entscheidung sei ein Un­ding für eie deutsche Kultur. Wenn von der Reichsspitze so weiter regiert werde, wie es auf Grund ber Erzbergerschen Projekte den Anschein habe, fiele bas ganze Reichzufammen. Es sei einfach nicht möglich, das ganz« deutsch« Volk to dieser W-ise zu vergewaltigen. Erz- 'berget habe sich für den Friedensvertrag ein­gesetzt und «Äffe z-tr Durchführung die Gelder hemehmen, wo er sie finde. Aber er täusche sich, wenn er glaube, daß nach ein oder zwei Jahren die Sache zu Ende fei. Die in der WiMelmstraße gemuhten Projekte bedeuteten den Tod des Staates. Die Bundesstaaten müß­te« sich dagegen mit aller Kraft wehren. Die Republik werde sich gegen Rechts und Links behaupten, solange di« Ordnung und Arbeit aufredrf erhalten werden könne. Es seien ernst­hafte Versuche gemacht worden. Offiziere ber Reichswehr zu gegenrevolutionären Zwecken zu Mißbrauchen, aber sie seien einmütig zurückge- wiesen worden. Die Offiziere und Truppen ständen treu zur Regierung, dürften aber nicht fortwährend vor den Kops gestoßen werden. Wenn sich die Ianuarere'Kliffe in Berkin wie­derholten, zögen Bürger und Bauer« nach Ber­lin und erstickten nicht nur die fpartaftnil-fie Herrschaft, sonder« aitch die Freiheft tot Blute. Eine Bauern-Republik wäre mich den Groß- grundbesitzern gar nicht unangenehm Das beirtfd* Volk fei von aller Welt verlaffen. Die Internationale habe versagt. Die französischen Sozialisten unterstütze« Clemen- ceait in der gänzlichen WehrkoSmachung Deutschlands, das zum Prügelsklaven oemacht werden soll Die Behauptung, baß Deutschland allein die Schuld am Krieae trage, sei hun­dertmal erlogen. ES sei deshalb ein WleS Beginnen, «ach der Schuld Deutschlands i m Dreck herumzuwühlen tote jetzt in Ber­lin. Tie Folge weide sein, daß wir vor aller Well als die mit dem Makel Behafteten ba- stehen würden. Der Minder zweifelt nicht an Deutschlands Zukunft und ist überzeugt, baß bet Revolutioustag nach hundert Jahren im

Sparprämien Anleihe.

Die Zeichnung beginnt heute.

e« lieft im allgemeinen Interesse, über di« nette Anleihe, deren Zeichnung«frist heute beginn^ «och einige aufklSreud« Mitteilungen zu mache«. Die erste Friedensanleihe des Deutsche« Reichs ist teils Sparanleihe, teils Losanleihe Trotzdem ist sie etwas ganz anderes als eine Lotterie. Mft der Lotterie hat sie nur ge­meinsam, daß Ziehungen und Auslosungen er­folgen, und daß Gewinne gemacht werden ton­nen. Mer während bei der Lotterie, wenn der Spieler eine Niete gezogen hat, das Geld ver­loren ist, verbleibt dem Zeichner der Spar- Prämienanleihe auch dann, wenn er weder bei den Tilgungsziehungen, noch bei den Gewinn­auslosungen herauskommt, fein Wertpapier als wertvoller Besitz. Auf diesen Unterschied mutz nachdrücklich hingewiesen werden, damit nicht aus der Bezeichnung .Losanleihe" falsche Schlüffe gezogen werden. Unbedingt sicher sind dem Besitzer eines Spar-Prämienstückes die Zuschläge von 50 Mark, um die alljährlich daS Kapital anwächst. In zehn Jahren zum Bei- Siel wächst das Kapital um 500 Mark. Für n Besitzer ist mithin, da er bei einem Kriegs- aUleihekurs von 80 v. H. für ein 100-Mark- W Prämienstück nur 900 Mark bezahlt hat, eine Vermög-nsverbefferung um 600 Mark eingetre­ten. Die Zuschläge von 50 Mark treten an bi« Stelle einer laufenden, jährlich zahlbaren Ver­zinsung, die bei der Prämienanleihe fehlt. Aber gerade das kennzeichnet den Charakter der An- leche als ©paranleihe. Die Zinserttüge sind dem laufenden Verbrauch entzogen, sie dienen ausschließlich bei Kapttalvermehrung. Wer alsr seine Prärnieustücke aus einem zwingender Grunde nicht zu verkaufen braucht — Verlach befrei***♦: ye «** winnchance«. hat an seiner Prämienanleihe eine Sparkaffe, die entweder ihm selber oder später Kindern und Kindeskindern zugute kommt. Wenn der Besitzer von seinem Küw- digungsrecht Gebrauch macht, das ihm vom zwanzigsten Jahre ab zusteht, so entspricht der Kapitalszutoachs, abzüglich ber 10 v. H_ einer breiprozentigen Derzinsung mft Zins und Zin» keSzrns.

Noch viel werter tritt der Kostenpunkt gegen­über den Gewinnmöglichkeiten zurück. Da ist zunächst der Bonus, das heitzt, ein sogenann» ter Extrazuschlag, den jedes zweite Zrämien- Mck erhält, das in der jährlich einmal fiatt- finbenben Tilgungsziehung gezogen wirb. In den ersten zehn Jahren (1920 bis 1929) werde« 50000 Stück getilgt (mit 1000 Mark plus Zu­schlag entsprechend der Zahl ber Jahre). Jedes zweite getilgte Stück erhält einen Bonus im Bettage von 1000 Mark. Wer zum Beispiel nach zehn Jahren bet der Tilgungsziehung bet« auSkommt unb einen Bonus erhält, hat 160t Mark gewonnen, denn er hat für ein Prämien­stück 900 Mark gezahlt und erhält 2500 Mart «Dom zehnten Jahre ab bis 1950 steigt »zahl ber zur Tilgung bestimmten Stücke, um bann wieder zu fallen; vom dreißigsten Jahre ab erhöht sich ber Bonus, unb zwar ix den Jahren von 1950 bis 1959 aus 2000 Mark, für den Rest der Laufzeit der Anleihe auf 4000 Mark. Ein tot fünfzigsten Jahre bei ber Tih gung mft Bonus gezogenes Prämienstück, füi das bei der Zeichnung 900 Mark bezahlt wur­den, würde mft 7500 Mark zurückgezahlt werden Neben den Tilgungsziehmrgen giibt es aber noch die Gewinnziehungen, an denen das einzelne Prämienstück auch bei wiederhol­tem Gewinn solange teilninmtt, bis eS selbst bei einer Tilsgings Ziehung ausgelost wird. Zweimal jährlich (erstmalig tot März 1990) finden Gettännziehungen statt. In jeder " Gewinne, darunter 50 - von 100000 Mark bis on Mark. Für die gesamte Lauheit bettäat die Zahl ber Gewinne 400000, so baß bumhßchnitLüh auf jedes zwölfte bis dreizehnte Prämienstück ein Gewinn fallen muß. ES ist also der Fall durchaus denkbar, daß ein und dasselbe Prämienstück mehrere Male mft einem Hauptgewinn tot Werte von 1 Million Mark herauskommt. Ader auch der sehr viel weniger anspruchsvolle jedenfalls nicht ganz unwahr- schemliche Fall, daß ein Prämienstück mehrere Male den kleinsten Treffer macht (tot Bettage von 1000 Mark), läßt die Austvendung von 900 Mark für den Erwerb von einem ©tud ^mr> Prämienanleihe durchaus nicht als ein großes Risiko, sondern eher als eine Anwartschaft ans das Glück erscheinen, dem man, wie das Sprich­wort sagt die Hand bieten mutz, wenn-es «in.

MGSnmg in Maß-Lothringen.

Verschiebung ber Schuld auf Deutsche.

(Eigene Drahtmeldung.)

Straßburg, 10. November.

Generalkommissar Mverand hat Dorkeh- rmtaen getroffen. Um die angeUsich auf sttvift- lichem Wege von Deutschland au5 durch die Schweig hindurch betriebene totenstve Propa. aanbo in Llfaß-Lothringen zu unter« brücken. Die Verhaftung mehrerer Agenten

Wettere BerftSndiguag.

Anfang zur Befferuug.

Während noch vor wenigen Wochen jeder, bei feiner Uebergeugung Ausdruck gab, baß Deutschland doch wieder hochkommen werbe, alS unvrrbefferlicher, wirklichkeitsftemder Moralist verschrien würbe, ist gegenwärtig bis hinauf zu een Ministern ein hochgesti mutter Optimis-

Deutsche Spar-Prämienanleihe 1919

40. As 26. November.

Versammlungen in Berlin.

Berlin, 10. November. (Privattelegramm.) Zum einjährigen Gedenftage ber Revolution hielten gestern in Berlin bie beiden sozia­listischen Parteien eine größere Anzahl von Feiern ab, bie stark besucht waren und in denen die bekannten Führer sprachen. In allen Teile« der Stadt und fet den Vororten fanden riesige VerfamMkungen der MehrheftSfozialdemokraten statt. Sie versammelten sich um zehn Uhr mor­gens im geschlossenen Sälen. So fanden allein in bett Vororten dreißig Versammlungen statt. Die Tagesordnung behandelte überall das Thema: »Die Sozialdemokratie und der 9. No­vember". Die Redner besprachen die (Ent» ftehung ber Revolution und ber deutschen Re­publik unb schilderten Wetter, weshalb bisher nicht alle Erwartungen bei Volkes to Erfüllung gehen konnten. Wenn ber SoziaLdemokratie vor geworfen werde, daß sie einen neuen Mili­tarismus geschaffen habe, so trügen die Schuld gerade die radikalen Element«. Ebenso wurde auch das traurige Los ber noch in Frankreich befindlichen skriegsgesangeuen besprochen und die Regierung aufgefordert, alles daran zu set­zen, um ihnen bie Freihett wiederzuaehen. Die Reden Langen aus in dem Bekeuntois zur be- mokratischen Republik, deren Einrichtungen noch weiter ausgebaut und gegen jeden Versmh einer Diktatur von Rechts oder Links geschützt wer­ben solle. Nach den Versammlungen bewegten S einige DemonstrationSzüge durch

Stadt, die jedoch durch das Eingreifen der Sicherheitspolizei Überall toieber aufgelöst wurden. Der Führer eines Zuges, der in der Stadt etwa achthundert Munn in breitem Aus- marfch über bie Bürgersteige gegen das Zen­trum hrte, wurde verhaftet. Saust hat die spottzei keinen ©rurtb zum Etnschrei-

Die Denknväler-Schäudung durch