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Nummer 287
Sonntag, 9. November 1919.
Fernsprecher 951 und 952
9. Jahrgang.
Fornsprech« »1 und 952.
Ruhiger Verlauf des 7. November
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Eln • elöste Probleme.
f vor-
neuen Lohnbewegung btt der
Basel, 8. Novemib«. «Silent Drghtmeldnng.) In Vans ve^ttel, daß die Frieden?tonf«^z m tfym fleficntonrthgen Zusammensetzung a s b-e LSs'mades russischen Problems wch dnAdwafra«verdichten will. - Me Werter brnchfet werd, f»ff sich ®Tef Apponyi 2? d-riS befinden-, um von
^.A^^enSronferenq die Anerkerrmma der im. ganjchrn Regierung unter dem Ministexpmsi.
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.man hätte mich von mein«» Matze hinweg, gefegt', ,maa hätte mich (im Reichstag) zur Tür hinauSgeschmissew usw. — Trotz allein: diese Geschichtsschreibung im GerichtSsaale ist sehr, sehr lückenhaft. Eie verläuft zudem in einer Richtung, Vie Manchen recht wenig in ihre politischen Tendenzen Paßt; atzer je mehr diese Dinge ihrer Politischen Tendenz entkleidet wer- den, umso mehr werden wir dem erstrebenswerten Ziel, die Wahrheit zu erforschen, näher kommHi. E. K.
sselne Revolution«fe^m.
Keine Rnhestörungen am gestrigen Tage.
(Vrivat-Telegramme.t
Berlin. 8. November.
Der 7. November ist sowohl in B e r l i n als arrch im Reiche trotz der link'ra vitalen Gene- ralstreikshetze vollkommen ruhig verlaufen. Nirgends fartb die GeneralfireikSparole f-d den Arbeitern Antlang. In verschiedenen Stadtteilen wnrden Ansamml;?ngen bemerkt, so im HumbolvShain wo ein Umzug mit roten Fahnen stattfand, ebenso im Friedrichshain und nm ArnSwald« Platz, veberast trat die Sicher. heitSwehr in Tätigkeit und zerstreute die Menge mit Waffengewalt, ohne vast eS zu ernsten Zn. sammenstößen kam. Auch in -Hamburg ist der Tag vollkommen ruhig verlaufen. Abends fanden einige kommunistische Bersammlnn^n statt, die sehr schwach bcsncht waren. Eine ge. plante graste kommunistische Versammlung wurde nicht gehalten. Tage en besuchten meh- rere h'.ülsrU Roulmmrtstn» ,’ltr it.- Tt vokntionSopser. Auch in Dresden ist alles ruhig geblieben. Ein beabsichtigt« grob« Nm- zug ist wegen schlechte,, Wetters unterblieben. In Kiel blieb alles ruhig. Eestreikt wird in keinem Betriebe. «,,S Leipzig wird b«ichtet. dast auch dort, trotz der eifHirn Agitation von kommunistisclier Sette, in einen Generalstreik einzutreten, unter der «rbeitnschaft kcsnnlci Neigung besteht, dieser Parole zu folgen. Die Stadt ,st vollkommen ruhig. D« Ausforderung der revolutionären Oll-ute in Danzig, in e'nen Dyrm-athiestreik f’ir die „Brüd« in Ruß- lanV einzutreten, ist niemand gefolgt. Der war. nonde Maueranscl'lng des Polizeipräsidenten hat seine Wirkung nicht verfehlt. In d« Stadt war alles ruhig. Bon einem Streik wwtr nirgends etwas zu bemerken
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L^LLALMrte*®Un»I.i”«?*»«»«««« M d°-
Sohnford-runaen in Schlesien.
3’*, 8." Rovemdrr. (Eigener Drchtb'. t.l AuS .«fit<owttz wird a^m ldtt: Dc ge- f.. ,€6erftf4e?l*n8 ist an den
Irgend etwas N«ieS haben wir also bei allevem nicht erfahren. Auch die Handhab ina der politischen Information gegenüber Parlament und Presse war Mr Leute ivom Fach" schon lange kein Geheimnis mehl' Wn d-eser .Enchülluna' konnte eigentlich auch ■ d'aufen niemand, der offenen A-weS durch die Zeit gegangen ist. üb-rrachstt werden. Diese Dtiae sind ietzt mir etwas mehr imtertzri-*en worden. Wove? allerdings däe alte politische Pronaaanda-M.'fhode zuwki'.'.u in einem recht sonderbrren LIch»te erscheint Wenn wir auch nicht f» wett "eben wie Mrntster David der bi« damalige Haltung der Ne-ck^eit-na ar$ va hamgm»Svie' bezeichnete, so müssen w'r hoch erklären daß mit den Interessen d?S BoDeS damals nicht -in einer Weise berfa*trr worden tft. wie es in ein« solch sikuchsa^ssts-weren Stund« die Sachwalter dieser Interessen hätten tirn nrusien. Treu und Glauden ist nicht tn*r ein Erfordernis des verjönffcken, sondern auch ein solches des politischen Verkehrs, -erm^l in einer Teaoe, in der eS um Sen c^er Nichtsein erues Sieb»»g-N!"li:onen-Volkes gebt. Wenn sich Betbmann üb« b:e N-V oot-Hvpn o se im deutschen Kolke und darüder beschwert, daß da» rnals m alloemein der N-Vootkriea verlangt worden .ff, so must man doch entgegen baden das! an dierr Enfw-'chluna gerade Vetbmonns Stellung Mitschuld,, [ff Wenn er den v.«»oL krieD wie er ietu als das größte Verbäirg. ms fiir uuf« VeLk «kannte, dann hätte er »m- bedingt alle ibm zu Gebote stehenden Nstttel anwenden müssen, nm diesen Entschlust hintan zu halten Er bat da? nicht ae'au. « hat durch fe n Bleiben diesen Ents^lust n'cht nur nicht ge.
'£1 ^acht-er wich noch öffentli.ch C:r^ ,' 7^- fi"tn « sich nun heute bar« beschweren, hast das Volk damals sein«, Führern glaubte und vertraute?
technischen Reparaturstellen ließ nach.
^e Ausnutzung der U-Boote war am benen^ dadurch gewährleistet, dast man sie mög. ltchst, früh einsetzte. Auf die Einwendungen deS Ministers Dr. David, wie denn die Ausgabe - dos Salonikiunternehmens seitens Englands oder die sßriedenSresolution des Reichstages mrf England hätten wirken sollen, erwidert Ad- rmral Koch: Hätten wir dauernd gezeigt, dast wir die Starken sind, daß wir mit allen Mitteln dirrchchalten wollen, so hätten wir uns« Ziel er.: ^ cht. Die England« haben dagegen «sghren.i daß unsere Bemdesgenossen nicht mehr aushÄ- tot konnten. DaS hat bewirkt, daß sie alles daranietzten, uns marode zu macken, was ihnen,• mrff gelungen ist. - Dr. Helsferich fügt* muzu, dß nach englischen Angaben die Versen. kimg von Schiffen viel umfangreich« gewesen s«, als wir gemeldet hätten. — lieber die An. gaben, die d« Admirakstab und das ReichS- marineamt im HauptauSschuß des Reichstags über dae U-Bootwaffe gemacht hatten, berichtet d« Abg. Struve: Im Mär, 1916 waren
jroirt-x&en Angaben insgesamt 23 N-Boot» fronkb«ett. Dazu waren elf in d« Nords« Auch im Januar 1917 waren eS nur zwanzig Boote. W:r besaßen zwar 132. ab« nur zwanzig dmren frontverwendunasfäHig Spät« wa. rm eS von 205 U-Booten 54. Richtig ist, daß die Zahl btr frcnfbereiten U-Boote im Laufe der IaHr« 1917 und 1918 auf 36. 43, 47 und
i^eiter gestiegen ist. Wenn man ein rich» ttges Bild von dem ll-Dooiban gewinnen will darf man sich nicht an die Zahl Der klammern, sondern must die Tonnenzahi Errechnen. Mr bauten zu«st U-Boote von 16 Vi9 200 xjntnen, spättr Boote mit einem Raum «chalt von Liber 200Q Samen, äfcfrea Kvanu
tige RStnnung Budapests durch die Simtinen in tongew — Die am« kani-'che Delegation im Ersten Rat verlangte laut den Basel« N-ch!
- En tn» sofortige Ausweisun g d« rn» Soldaten anS 11 «»am a'S Dorau^elnna «str die ef^rxntf. Ä5“ T't «Mier en .o-.den fa^t
. Eera d»s Partei-Kk-öiirett auf. m Parwisichrer ein.
M» ^^"^5^kdung einer neuen Re. Gerung ^verständigen. — Me aus Paris ge.
Verhaftung von Kommunkffe«.
Berlin, 8. November. lPrivattelegramm.) Wie miS Hamburg gemeldet wird, ist dort d« bekannte Konnnunistenführ« Dr. Lauten- borgwenen Aufreizung zum Klaffenkampf auf Grund eines Haftbefehls deS außerordentlichen KricosgeriilstS verhaftet worden — Aus Z"lin Nock zu berichten: Auf Grund der B-rfstumg des OberbefehlSlmb«S Rosle tour u^118 Mitglieder der Parteileitung d« unabhängigen und Kommuntsten verhaltet
Sie Nrbeiter-Bewepvng.
Bedrohliche Kundgebungen in Neukölln.
tVrivat.Telearamm.1
auna zustandekommt, ist bte Energieversorgung des ganzen Industriebezirks bedroht.
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Französischer politischer Streik.
Genf. 8 Novemb«. tEigene Drahtmerdung.l Die Eisenbahner der Grupve Pariser Staitts- bahn haben beschlossen, in einen Protest, streik wegen d« langsamen Dmchfiihrung der Amnestie und wegen der Intervention in Rußland ein$utreten. Auch die Eisenbahner d« Gruvpe MarSf-ld habm sich diesem Streik angeschlossen.
*
Der Streik in Amerika ist beendet.
Amsterdam. 8. November sEigener Draht- k«ickt.l Nack einer Radiomeld'-ina b«ichtend'e amerikanischen Blätter daß der Ausstand bei Newhorker Hafenarbeit« brigeleat ist.
Kohlen- nnd Mst-Mangel.
Bedrohliche La^e in Oesterreich.
(Eigen« Drahtbericht.)
Wien, 8. Novernh«.
Die Dersoroung Wiens ist abeemaLS in- folge des imobü<klichen WnsserstrndeJ der Donau und deS Kohlenmanae'S. d« lefendeiS die Vahir'mn'Svortr beeinffußt, abermals bedroht. Auch in Steiermark Tirol und Dorarlberg herrscht stark« Brotmangel. Besonders er- schlurrend für Wien ist b’e Stockung der Fleisch, -ufuhr. Im allgemeinen ist die L»-e ungün. st r g e r denn ie. Die Mehlretivn für die nä-tTfe Wecke ist m f die Nässte herabgesetzt. — Dio Brestiuformatron meldet m-s Paris: Hier
i, »?>«* rir: Besi.rech^ina uw«
den »aStttet SMwli-dern statt, oie bez.oeü.r, daß ffrankreich eine .bilse^eistung gegenüber der S'adt Wien unternehmen sollte. D« französische Gesandt« Alize batte ein* baldige Unter« stsi.himg d« Notleidenden in Wien der sranzö- fltch»n Reoier'ma dringend empfohlen. Auch fM daS gesamte Kabinett war der Ansicht, daß sich fine Gelegenheit bieten würde, um zwischen den Völkern das Band des fbriedenS zu erneuern. Aber nach ein« längeren «ese ClemenceauS, der von einer Hilfe nichts wstlon wollte, wurde die Unterstütz'mg abae- lehnt. Clemenoeau erffärte daß falsche Schlüsse dfaus gezogen werden könnten, wenn k?ranfreich feinem Ieind vm aestern in solch t'eundst-k« Weise entgegenkomme
*
Notlage in Frankreick nnb Deloien.
Betbmann bat erklärt, daß d« N-Booffriea ttzoch oroßere WirHrngen gehabt habe, als es tzt darg-estellt w-rde. Er Grach soaar davon ?eS Jahres 1917 die eng.
™ DchtklSvettusie so stach waren, daß da- als gsw-sse Verhandlungsmöglich, reit e n mit England gegeben gewesen sihade, daß man diele aeheim» Andetwm'en bei den Ira^esteDmgen mckt Wetter auSm.'tzte. Jedenfalls wird sich gar. nnfH umgeben lassen, aus diese Din»e nock deS näheren zuri'chzukommen. Ueb« Bethman-S wirkliches volittrches Denken ist ab« auch fetzt eine Klarheit geschaffen worden. Vielfach hat*. m<m den Eindruck, daß Betbmann vich zu riet! Le.t^.e.’fnro* Person als ir»<r«rW von dem Geschicke des Reiches betrachtete. Was ;rt für en Staatsmann der einen Eatscksn«- ^r^- unbe^st'oll für fern Volk ansieht, her den scke- rfn. str'eg mit Amerika und damit d«n meI^I'<fien Verlust deS Krieges «he-r auSneht, u**d der ttotzd-em. auf ein
„.V,.V"?; '?derg. u-d Hütten. V ’ “ r’;t der Forderung eret dr-'ß g-pr*. n i *en Lohnerhöhung für alle Itchu» der steigenden Te-erung berange-
Noch leine Klarheit.
W«den wir zu einer Lösung kommen?
Die Vernehmung Dethmauns, deS früheren Reick'SkauzlerS, ist beendet. Er hat vor dem parlamentarischen UntersuckmngsauSschuß das von ihm geforderte Zeugnis abgelegt, und er fcrt sich dabei gleichfalls zu der Auffassung betont t, daß das deutsche Volk ein Recht habe, Vie Wahrheit zu erfahren. Auch wir halten »iese Wahrhetts«forschung für eine Notwendig, feit, schon nm die Vergiftung in unserem cffent. kichen Leben auSzumerzen, die leider über Kriegsschukdfraaen und dergleichen Platz gegriffen hat. Mur die Irage ist jetzt doch wobl be- rechtigt: Sind wir nun gescheiter geworden? Es wird sehr schw« fallen, auf diese Rraoe eme beiaheude Antwort zu geben. Zwar handelt eS sich um eine hochpolitische An- gelegenhett. die der Untersuchung unt«laa, ab« sie bildete hn Rahmen d« Gesanttgeschehnisse doch mir einen Absckmitt. Wir haben auch jetzt noch feine Kl rrheit darüber weShakb unf«e uwd Wilsons Iriedensaktion nickt zum Ziele führten. Wir hätten tun und lassen können, was wir nur wollten, wir wären rmm« die Hunnen und Barbaren in der Auffassung nn- f«er Gegner geblieben. Man wollte unS .strafen", und biete Tendenz obwaltet ja noch hmte. nach einem vollen Jahre des Abschlüsse? de-' Waffensttllsiandez. Auch jetzt sollen wir zur „©träfe* allerlei weitere Abgaben leisten, di« unseren wirtschaMicken Aufbau, ab« auch die Erfüllung unser« P-flickten nur immer mehr gefährden. ES bleibt dabei. wo.S wir von Anfang an zu dies« Irage schrieben: daß ohne Ofi^leUmg ssämss'cher Akten d« Kegen, feite eine KlärirnU dieser Dmge. bei denen ungemein viel . Stinnnuuoen* mitstielen, eine Unmöglickkeit ist. Bei der Vernehnring de? Admirals Koch erfuhr man. daß d°e Adnirroli- tat nur vom N-Bootkrieg einen Sieg etbosfte ' aber man hörte auch bte Bestätigung, daß die maßgebenden Stellen sich ht der Wirkung verrechnet hatten.
Basel 8. November. lEt-ene Drah^nel- du"g) Die Beckss<r Nationatzetwnq erfäkrt au? PariS: Die Schließung all« Gießerelgn in Nordfrankreick st-bt wegen Kohlenmnn^lS tnt. miff-'TTmr bwor Die Kohlende, Lge au» England wecken durck bi< Valittavechältnisse '' durch daS N«sr-'en d«Essenbabn. difchd'n Mangel an TranSvorttnitttln außerordentlich «fchw«t. Auch Belgien ist sehr gefährdtt.
Frleden?vErtraav"dB«lkerhknd.
Mehr Anlässe zum Krieg als jemals.
tPrivat-Teleoramm.i
Bern, 8. Noveniber.
Da» Bern« Tagebla 1 meldet an» London: Bei ber ?w«r'gen Eröffnung des britischen Mis. sionSkongresseS führte b« Bischof von London auS: ES könne keine Rede von einem BSl. kerb und fein, solange nicht der chrisMche Eetst die Welt re««e. Man freue sich üb« de» Freden, ab« Anlässe zvm Krieg feien in der Welt mehr als jemals vorhanden. Die Bereinigung d« christlichen Bekenntnisse werde mrf dem MisfionSfelde «stehen.
Berlin. 8. November.
Infolge d« von den Mebrheitssoz i rld-'mo- kraten beantragten Ablehnung der Mittel stir die Arbeit erröte bmt Neukölln kam eS m der Stadtverordnetenfitziing tu
V 6 e nf^_$=^.r 6 5 " 6 e n. Auf d« Straße sammelten sich große Menschenmengen an. die b* Kommunisten und unabhänaiaeu sozialdemokra'en in zwei Versammlitogen vor Beginn d« Stadwerordneienversammluna V'« sammengebracht hatten. Die Türen zum Nat- bans m"fiten ver'chlossen werdm. Als sie vo'- ubergehend geSfinet werden mußten, itnt em'ae Besuch« eivzulassen. stürmte die Meng- d'e Türen und besetzte nicht nur die Tri-btzneu sie drana auch in den Sitzungssaal, wo en ge Stadtv«ordnete tätlich angegriffen turf* mißhandelt w"rden. Die Landes.
t't 6er6eifle»rnt worden mußte, souberte sodann das Rat-auS.
Kasseler Neueste Nuchrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Untersuchungsausschutz
Der Mißerfolg deS Ü'BoottriegeS. r
lTelegraphisch«KL«icht.j 1\
B«lin. 8. November.
In d« gestrigen Vernehmung wurde dal Versagen des U^Eootkrieges weiter besprochen Auf die Frage deS Vorsitzenden, Adg. War« muth, warum bte Marinebehörden die Auf. fassuug hatten, daß mit Hilfe d« U-Boote Eng. land innerhalb fünf Monaten zum Frieden gezwungen werden könne, erklärt Admiral Koch, auf dem ArbettSgeSiet her Marine sei alles getan worden, was möglich war. Führung und Opfer freudigleit der Maunschafttn waren üb« jeden Zweifel erhüben. Die Ursachen für den Ausgang müssen auf anderem Gebiete fiegeni. Möglich ist es, daß England gewaltsam die neutrale Schiffahrt ht seinen Dienst zwang und damit feine Lücken teilweise aus- füllte. Den Zweck, England anSzuhnngern, haben wir nie verfolgt. Wir wollten eS durch SchifiahrtSv«luste zu d« Ueb«zengung bringen, daß die Zett gegen England ardeite. England mußte zu der U Überzeugung kommen, daß Deutschland länger durchhülten könne und wolle. Nach der Veröffentlichung des Admirals SimL waren wir setzt dazu auf dem besten Wege. Lloyd G e o r g^ und R i b o t waren schon nrt Begriff, nach Rom zu reifen, itm dort übet einen Verständigung-frieden zu t>er2 bandeln. Durch irgend einen unglücklichen Umstand fiel gerade zu dies« Zeit ein
düst« gefärbt« Btticht des Grafen 6$enrht der Entente ht die Hände und «regte dort grs- ßeS Auffehsn. Aus diesem Bericht hat traut dr.st u-ch D.nt'chfend ch^r dem .g». sammeubruck stehe. Der V«ständlgungsgodarckL wurde definitiv fallen gelassen. Angesichts dieses Umstandes konnte die Resolutioir deS Reichstages leine andere Mrkung aus- nben als das vorangegangene Friedensangebot der Monarchen. Der N-Bootkrieg bot berechtigte Aussicht auf volle Wirkung tmd Erfolg. Er war kein va dnngns-Dpiel. D« einzige Fehlet war, daß er nicht früher eingesetzt hat. —i Oberst von Mertz salS Verttet« des Kriegs- Ministeriums): Dieser Zweifel ist durchaus^, rechtigt. Wir haben bei d« Obersten Heeres- leitnng klare Änhaltsvunkte üb« eine gute Wir- King des U-Bootltzieges. Ein aufgefangen«! irunkfpruch Rom-Petersburg spricht von der verheerenden Wirkung des U-Boot- ttieges, durch die die Lebensmittelfrage tu England außerordentlich brennend geworden fei. Man fei voraussichtlich genötigt, daS Sülonikrunternehmen abzubrechen: das bedeute die Preisgabe von Griechenland an die Mittelmächte, daß wir hierdurch neue U-Bootstütz- punktt «langten und den Mtttelmeerverkehr. unmöglich machen tonnten. Einem abgehörten Ferngespräch an d« mazedonischen Front konnten wir entnehmen, daß die englischen Truppen im Munitionsverbrauch außerordentlich vorstch. tvg fein sollten, — Auch FregattenkaipttLn Bar. tenduch bestätigt dies. Zunächst bestand gegen die N-Bovte fein brauchbares Gegenmittel. Erst im Lause d« Zett wurden Mwehrmaßnahmen au^ebrtoet. Minen, Flieg«, bewaffnete Han. velsschtffe, U-Boote d« Gean« und das Horch, verfahren. Die Lejstungsfäh'gkett d«