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Kasseler Abendzeitung

Nummer 285

Freitag, 7. November 1919

Fernsprecher 951 und 953

9. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

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Sie StalTewr 8ieuc:;en SlodjriditeTt crfdjetnen wocDentltdi «ech«mal und groar a benb 6. Ter Abonnement «frei« betrögt ntonatl 1.50 Mark bet fielet Zustellung ins 6au5 Bestellungen merken lederzett non her Geschäftsstelle ober den Boten entgegengenommen. Truckerei, Bering und Redaktion Lchkachthofftrnße 28/30. lür unverlangt etngesanbte Betträge kann bte Sebatttrn ebne Verantwortung ober Gewähr In keinem Talle übernehmen. Sluck,ablung des BetugSg^idc? ober Ansprüche wegen etwatgernichtorbnungSmastigerLte-erungauSgeschlosten.

JnlertlonSpreUec a) Ein heimische Aufträge: Die einspaltige Anzeigen. Zelle so Akg ein. schließlich TeuerungSzuschlaO, die einspaltige ReName,eile M 1 20 .einschließlich Teuerung«, zuschlag), b) Auswärtige Aufträge ■ Die einspaltig c Anzeigen »eile 40 Pfg. und igf/, Teuerung«, zuschlag, bte einspaltige Reklame,eile TL i.io nnb 50»/. Teuerung«,Uschlag. — flür bte Rlchtiakett aller durch Fernfprecher auf .v geben en An zeigen, sowie für Austiahli-ebaten und Plätze keine Gewähr. — Seichäft«stelle: «ölnIsche S.raße \ Telephon Nr. 961 u. 952.

Drohung der Feinde mit Zwangsmatznahmen.

alte, Kräfte au« döchsse angesbamtt werden j Dienst^ und BetwoltungSeinrichtuuffen Wunen ,E:n 2to3S<«ittfte muß dem Urkunde«, bte bte sofort!« Tätiakrit

Drohung zur Fortsetzung des Krieges.

Paris, 6. November (Eigene Drahntel» binifl.) Das Blatt ElemenceauS „tzounne Libre" schreibt zu der Gntrntenote an Deutscklanb: Auch über b*e neue (Fntrntenote n'fit es keine Berhandlunff en mit Deutschland. Dte Note ist nur anzun-hmen oder aSzulehnen. ?n letzterem FaSe würde berFtiedenichtra- t i f i „ i e r t werdens — Der deiktfche G’-ftWf?. tränet machte daraus ausmerffam, d«ß die Friss ,ur Enffendung einer deutschen Deleoation bis 10. Nvvenkber kaum nmeaebalteu werde« f3nwe.

settuna der Kontrollkommissionen der Feinde in Deutschland, über den Ein- zua der a l l i i e r t e « T r u p p e n mtd die Er. setzung deutscher Behörden. @« wird schon ietrt erklärt, daß die deutschen Behörden alle

Berlin, 6. November. (Privat telegramm.) Wie erlantet. sind seitens der Regierung be- sondereMaßnahmen beabsichtigt, um je, den Bersttch eines politischen Generalstreiks im Keime z« ersticken.

ftcrfciffm. Sowohl für 9 Uhr o's Mich für 12 Uhr sind nach sämilichea Bahnhöfen V-rsamm. fmtgett einberufen worden. Die Verhandkun- gen um 12 Uhr sind crröfjtertteKS gesprengt worden. D« auf einigen B"hNhöfen durch­hetzerische Reden wmt Streif aufgefordert wurde, batte die Polin ei Anlaß mnztesck-reiten. Sie nahm et niete Verhaftungen vor. Dar­aufhin zogen die Teilnehmer zu ihren zustän- diaen Bahnhöfen, um dort die Ver'am-mlnngen kortnusetzen. allgemeinen verliefen diese Versammelncrcn ruhig nutz es hat den An. schein, als ob die Straßenbahner gegen eine Teilnahme am Streik sind.

benswichtiffer Betriebe vom 17. Okto­ber für Eroßberlin wieder in Kraft gesetzt. Zu. widerhandelnde letzen sich einer Gefängnisstrafe bis Mi einem Jahr u. sofortiger Berhaftung aus

DiepreußischeRegierung: Hirsch. Braun, Fischbeck. dänisch. Heine. Oeser. Stegerwald. Dr. Südekum. Am Zehnhosf.

Um der aus der Not hervorgegangenen Re- Kierunysmaßnabme volle Kraft zu verleihen, ssi cl'o, erhöhte Arbeit auf allen Gebieten ersor. berhich. Trotzdem ich aber nach den Telegram­men zu verzeichnen, daß es gerade in diesem Augenblick an vielen Orten kriselt. IN WeWr- len stich Bergleute in den AuSstand getre­ten. weil ihnen ein Marfenfrmfroöerr nicht ge­nehm war: ttn Dresdener Großhandel und in der Schrßfachrt haben die Angestellten bte Ar­beit niebergelegt, weil die Tarifeerbandlungen nicht schnell genug erledigt wurden. Wie ein Telegran'm erwähnte, ist dadurch die Lebens- NNttekverforguna gefährdet und die Bevölke­rung wird schwer betroffen. Während der Ber­liner Metallarbefterchreif werteraekn, taucht schon ein neuer AuSstand in demtekb-n Indu­striezweig in Mannheim auf. Und wer weiß, wo drifte oder morgen die Räder ftM'fthen weiden. Es kann nicht unsere Ausgabe sein, drr Urlach- dteter Streiks mceckzuforßben und die Srt"-ldsrage zu imtifen. Mr können tritt

der interalliierten Behörden ermöglich"« sollen an Ort «nb Stelle lassen müllen und ebenso die deutschen Truppen alle von ihnen b?- mttzten Einrickttunoen an ihrem Ort befallen muffen. Heber die nicht erfüllten Bedinannaen wird beftintmt. daß Deutschland noch 42 Loko­motiven und 4460 Magen abliesern soll. Kilt dte versenkte Motte bei Scapa Flow sollen wir fünf leichte Kreuzer, sowie schwimmende Docks, Krane. Schlepper «nd Bagoer. zusammen vier­hunderttausend Tonnen, abliefern «nd eine Liste von allem Schiffahrtsmaterial, das Deutschland noch besitzt, übergeben. Außerdem sollen wir abgeben: 40 Kemke-Dampfvflngffrnv - den. 15 000 Schaufeln. 4407 Pflüge 1834 Bro bantpflüge 4482 Garen. 2157 Stablkultivatenre 3674 Düngerstremnaschinen. Schließlich jsi noch festgesetzt, wieviel Maschinen von N-Booten wir abgeben sollen. 5W die an neutrale Länder verkauften Schiffe und Lnsffchiffe, Flugzeuge nsw. sollen wir Hobe Summen an die Feinde zahlen. — Sofern Deutschland feinen Verpflich­tungen in den varaesehemm Fristen nicht Nach­kommen sollte, behalten sich die alliierten Ar­meen vor. alle militärischen und ande­re« Zwangsmaßnahme« z« ergreifen, die sie für angezeigt halten.

die Datsiche sesfftesten, daß diese Arbeitsnieder- ieeun-ren mit den Regierungs Aufrufen im Wi-

dergrub stehen. G5 wird darin gesagt, daß zvfl' fi - — *

Die in den letzten Tagen kritischer gewor­dene Arbeiterbewegung hat einen solchen Um­fang angenommen, daß die Regierung eine ernste Gefahr darin erkennt. Sie sieht sich ge­zwungen, von neuem das Volk zum Zusam­menhalt aufz-urufm.

Abstimmung über den Generalstreik

Berlin, 6. November. (Privattelegramm.) In der Abstimmung der Gewerkschaftskommis - ston ist der General st reik abgelehnt worden. Dagegen verlangte ein Antrag Schmidt, der angenommen wurde, daß der Ausschluß der GswerffchastSkommifsion beauf­tragt wird, mit den maßgebenden Behörden tu verhandeln, um die Maßregelungen der bishe­rigen Betriebs-Vertrauensleute rückgängig zu machen. — Ungeachtet des Aufrufes der Mehr. heitSsoziaKften gegen die neue Generafftreiks- bewejwng beschlossen gestern spät abends die radikalen Betriebs- und Arbeiterräte Groß, bevffns den Generalstreik im allen Betrieben zu Proklamieren und die Verhandlungen mit den auswärtigen radikalen Orgauisationm. sortzusetzen, um den Generalstreik zu einem all­gemeinen deutschen Generalstreik .ruszudehnen. In einet radWalen Eisenbahner-Ver- s ammlung in Gharlottenburg wurde gestern nritgeteilt. daß der Anschluß der Eisenbahner an die neue deutsche Generalstreiks bewegnng unter allen Umständen durchgeführt werden, .müsse fiKtife d-4 aestniaea Tages sind in Berlin drciaehn Strei'aaitatoren auf Grund des Roskeschen Streikerlasses f e st g e n o m m e n worden. — Bis gestern abend 11 Uhr war bei der Straßenbahn eine Entschei­dung über die Teilnahme an einem Symva. tlnsstreik für den M etallarbciterbreik noch nicht

Dieser Appell an den Gems iusinn ist »urchaus berechtigt. Mag man die das Ge- Khäffk»dl Einüenung des B.-sa nenverkehrs betrachten, wie man will, nachdem Ite nun einmal, wenn auch spät, als das ein­zige rettende, Mittel das uns über eine gefahr­drohende Zeit hinweghelfen kann, erkannt wor­den ist. kommt eS nur aus die erfolgreiche An­wendung an. DaS heißt: während der Zeit, in der der gesamte Bahnbetrieb mtr für Güter und Post, für Kartoffeln und Kohlen zur Verfii-mng steht, müssen alle Beteiligten ihre ganze Kraft einsetzen, um die höchste Leistung zu erzielen. Dte Bergleute werden ermahnt, die Koh- lenförderung zu steigern, damit die ständig rol­lenden Züge soviel wie mScckick aus bett ' Kob­lengebieten ins Innere Detttschlands bringen können, wo sie in tausend Richtungen verteilt werden müssen. ES kommt jetzt darauf an, ge- wisse Vorräte zu schaffen, denn der frühzeitig begonnene Mnter wird lang und kalt, und es würde em sehr trübes Dasein werden, wenn die Menschen in thren Wohnungen, die infolge der Wobmmgsnot an sich immer ungemütlicher werden, frieren sollen und vielleicht nicht genug Kohlen zum Kochen hätten. Weiter würde der Mangel für die Industrie und di- ElektrisitätZ- ltnd Gaswerke schlimme Folaen haben. In Süd­deutschland sehen wir bereits ietzt das abschrek- kende Beispiel. daß schon vor Beginn des Win­ters ganze Städte imd Därftr ohne Licht sind, Straßenbahnen stillstehen und industrielle Werke schließen müssen. Dieser Znstand muß beseitigt und es müssen normale Verhältnisse geschaffen werden, die ganz Dentschland vor dem wirt­schaftlichen Zusamme-rbruch schützen. Wenn der Airfrus der Reich^-enierun- sich auch an dir L am d w i r t e mn möglichst rasche Kartofsel- lieferuwa wendet, so qekchi-'ft das ebenfalls int Interesse des ganzen Volkes. Die Millionen der Stadtbewohner sind aus die Zufuhren vom Lande anaewrefen. Die Kriegsjahre haben ia zur Genüge bewiesen, daß die deutstkre Land­wirtschaft ein l-benSwicktiaer. unentbehrlicher Teil itnferer Volkswirtschaft ist und eines be­sonderen Schutzes bedarf. Durch besibkeun'at» Lieferung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse Aeschieht eine nationale Tat und zugleich ein Werf remer M-i-fft»s'ft>keit.

Ärbeils-EmstekkiNsien.

Reue Erschwerm.g des Wirtschaftslebens.

Es sind erst neun Tage her, da hat der ReichSwirtschastsminister Schmidt in der Natto- nalversammlung von dem Beginn des Wieder- Ausstiegs gesprochen. Er sagte, daß das in den Sommermonaten herrschende Streikfieber über­wunden sei, daß die Arbeiterschaft, deren For- derungen damals zum größten Teil bewilligt wurden, jetzt einsehe, wie sehr die Ausstände dem Voike Schaden zufügen. Er sprach noch feine reude darüber aus, daß die Arbeitslust m bedeuiendetn Umfange zunehme und man mif bessere Zeiten wieder hoffen könne. Tas Hauptgewicht legte er allerdings in seiner Rede daraltf, auf die Besserung der Ernährung hin- zuwe-.fen. Außer der Ernährung sind aber erforderlich: Kohlen und Arbeit. Nur ein Zu- fammenwirken kann Erfolg haben. Die Ernäh­rung allein kann nicht gewährleistet werden, wenn die Kohlen zum Transport und zum Hausbrand fehlen. Beides ist mit der Notwen, digkert der Arbeit verknüpft. So greift eins ins andere. Die zuversichtliche Meinung des Mrt- fchaftsministers wird nun doch wesentlich durch die neueste Entwicklung getrübt. Tie Auf­rufe, die die R eich s r e gieruug, die preußische und die bayerische Regierung an das Volk gerichtet haben, weisen auf die Schwie­rigkeiten des kommenden W i n t er s hin und ermahnen alle Kreise des Volkes, zusam­menzustehen und bte Bürde gemeinsam zu tragen.

helfen und alle müssen für das gesamte Gemeinsame arbeiten", heißt es in dem einen Ausruf und „Nur gemeinsames Tvaaen vermag die Sorgenlast des kommenden Win­ters zu erleichtern" steht in dem andern. In diesen Sätzen kommt die Notwendigkeit zum Ausdruck, die zikr Beeeitiaung der drohenden Vage mithelfen soll. Stehen jetzt nicht alle Kreise des deutschen Volkes zusammen streben ie nicht gemeinsam nach dem einen Ziel, den Mnter okme Not zu übenstehen, dann können die beftiremetnten Maßnahmen der Regierung nichts nütz-n. Nur wenn die nächsten Mo-na'e ohne ernste Krisis versaufen, können wir aus eine bäkldiae Besserung hoffen, denn der kom-

mende Winter ist der Prüfstein der neuen Zeit. Es soll die Grimdsiage gelegt werden für den Wiederanfftieg. Dabei mithelsen und schaffen, muß allgemeiner Grundsatz werden. K. F. D=r.

Die Mannheimer Metallarbeiter.

Mannheim. 6. November. (Vrivat-Tele- armnm.j Die Anaestellt-n der Mannheimer Metallindustrie haben gestern na b enter in ihren Betrieben vorgenommenen Abftinmr>tng beschlossen, unter Umgehung des Schieds- svruches des Schftchtungs'«»?fchusse?, der eine zehnprozmtlgc Gehaltserhöhung ablehnt-, von beute ab in den Streik einzutreten.

Maßnahme gegen Sabotage.

Berlin. 0. November. (Tel-gravhis.be Mel­dung.) Aus Befehl des OberbeteAshabers NoS'e wurde der Erlaß zum Schutze le. I

! besprochen, v. Bethmann-Hollweg ffchrt . dazu u. a aus: Die Antwort bei Entente , war eine Absa ge der V er handlungs- bereitschaft. Auch die nach dem 9. Januar : cchgegangene Antwort der Entente auf die Irie- densnote WiffonS hat in mir nicht die Ueber- zeuMng hervornffen können, daß ich am *» Ivnuar Unrecht gehabt hätte, wenn ich bei mei­ner Haltung davon ausging. daß ich eine Ver- haudlungsbereitschaft der Entente in absehbarer Zeit nickst vorführen könne. Ich habe -in Mort gebraucht, daß ich den Beschluß für einen verhängnisvollen gehalten habe, denn wenn nun der U-Bootskrieg nickst glückte, s« mußte er das Verhängnis Deutsstlauds sein Aber ich wiederhol-: Der U-Bootskrteg blieb em Experiment. Die Akten darüber sind noch nicht abgeschlossen, wie weit die Wirkungen des U-Dootskrieges tatsäckstich gereickn haben Wir werden das erft später aus den Akten bei Entente Hörem Ich habe den Eindruck, daß du Wirkungen weitreichende aewcsen sind (Be- wegung.) Ich kann mich dem Eindruck nickit ver­schließen, daß im Mai—Juni die Be'org- nrsse in England vox den Wirkungen des U-Dootskneges außerordentlich stark oewesen sind, und ich bin überzeugt, wir werden wei­tere Nackstveise im Lauf- der Zeit von der En- tente bekommen. Ich glaube, man hat sich in manchen Kreisen DeutsMands die Wirkung des U-Bootskrieges optimistischer vorgestellt, als an si<b die politischen Realitäten errnöglickit hätten Sah England, daß der ll-Bootkrieg ihm wirk­lich an die Nieren ging, dann hätte es nickst den völligen Zusammenbruch abgswartet, son­dern es hätte die Gelegenheit genommen, sibo« vorher, natürlich nicht unter Erklärung der Re« piiulationsbedü rftigkeit, Verhandlimgen anzn» knüpfen. Dieser Moment ist dagewesen. Diese Wirkung des U-Bootskrieges ist erzielt worden, Der Beschluß ist trotzdem verhängnisvoll ge- blteben, Werl er uns schließlich vor das Ergeh, nis gestellt hat, daß Amerika eine Unmenge von Truppen nach Europa geworfen hat und wir einer erdrückenden Nebermacht gegen- ii-berstanden, bte beim gleichzeitigen Zusammen­bruch unserer Bundesgenossen bte militärffchc Lage so gestaltet hat, wie sie im Herbst 1918 war. Es lag damals di- Ueberzeugung der militärischen Stellen vor: Ohne den rückpchts- losen U-Bootkrieg können wir den Krieg nicht zu entern guten Ende führen. Und für mich lag vor: Ich kann nicht in Aus- sicht stellen, daß ich den Krieg in anderer Weist wenden würde (mit erhobener Stimme):

WMg8-NWWki! m kW WklßlsSWz

Eine neue Ermahnung an das deutsche Volk.

ll»terfsch«asss»ssch»ß.

Der unbeschränkte Untersecbootskrteg. (Telegraphischer Bericht.)

Berlin, 6. Rovember.

In der gestrigen Vernehmung kamen aufcet von Bethmann auch Graf Dcrnstorff und Staatssekremr Zimmermann zu Worte. Gras Bernstor ff erklärte, daß die deutsche Pro. Paganda in den Vereinigten Staaten völlig un- zureichend war gegenüber der ausgedehnten englischen Propaganda, die schon feit vielen Zähren vor dem Kriege dort in ganz bestimm­ter Abiicht getrieben wurde, lieber die Frie- densbestrebungen Wilsons äußert sich bann Staatssekretär a. D. Zimmermann. Er verwe-.fr auf den Bericht eines Gesandten, der eine Unterredung mit einem neutralenMi- n i st e r hatte. Danach erklärte der Minister, daß der Schritt WilsonS dahin gedeutet werde, daß er den Zweck verfolgen werbe, die Zentral­mächte im Interesse Englands zur Bekannt- gäbe ihrer Bedingungen zu zwingen. Für derartige Manöver, betonte der Minister, wüi'.sche er sich nicht Vorspannen zu lassen. Auf diese Grundlage stütze ich meine Ansicht, sagt Zmimermann. Daran anknüpsend, bemerkt Mi­nister Dr. David, diese Auffassung sei von gro­ßer Tragweite, da auch v. Hindenburg sie geteilt habe. Graf Dernstorff fügt hinzu, es sei möq- etch, daß Wlson vorher bei Enaland Erkundi- gungcn eingez-ogen habe. — lieber den Nickt- empfang d-S Giraten Bernstorfs beim Kaiser lügt von Bethmann aus, er (Betbmann) Habe dem Kaiser sofort mitgeteilt, wa« B-xn. üorff chm berichtet hatte. Ta der Kaiser somit über all-s unterrichtet war, hätte er den Emv- fang hinansgeschvben. Das habe aber auf der politischen Gang keine Wirkung gehabt G# iatirbe dann dir

Angelegenheit des U-Boot-Krieges

Da mußte etwas geschehen.

Da mußte eine Entscheidung gefallt werden ge» genüber der Haltung der Mehrheft des Parla­ments, gegenüber einer von ehrlichem Glauben getraaenen Ueberzeugung der weitesten Volks- sthicht-n, daß die Unterlassung deS U-Boot- krieges brdeuten würde, die Zukunft der Natior. zu opfern. In dieser Lage — und ich bin noch heute der Ansicht, daß ich richtig gehandelt habe — habe ich gesagt: „Ew. Majestät, ich kam- Ihnen nicht raten, sich in Diderfpndch mit dem Votum Ihrer militärischen Ratgeber zu setzen." Ein Gehen meiner Person würde an der Sacke

Sie Srpreffernote der Feinde.

Deabsicktiffte VerMavuno DeutschkandS.

(Telegraphische Melduna.j

Berlin. 6. November.

Die No bet Alliierten, wonach die deutsche Regiernna einen Vertretet bis zum 10. Novem- 6er nach Paris entsenden soll zur Untemeich- nuitff des neue« Protokolls, das; Teutschlanb n o ch «i ch t alle WaffenstiSstandS-Dedingnngen erfüllt habe, ist in Berlin einnefroffen. Das Protokoll enthält Bestimmungen über die Ein-

Aufruf der Regiernng.

B e rl i n, 6. November. < Privateekegranmi.) Die Rerchsregierung und die preußifche Regie­rung erlassen folgenden Aufruf:

Volksgenossen! Ein vernichtender Streich fall geten Euch geführt werden. Wir hatten dem Laude bas filiwere Opfer der zeit­weiligen EinfteUung des gesamten Personenver­kehrs auserlegen müssen, um im letzten Augen­blick Kartoffel« und Kohlen in die Städte zu bringen. Um btefen Erfolg soll das den sche Volk betrogen werden. Gerade jetzt wird zum politischen Generalstreik aufge- nisen. - Der Kamps bet Metallarbeiter ist. soweit er ein wirtschaftlicher. Kamps war, durch Vcr- ItauMungen so gut wie gegenstandslos getont den. Trotzdem soll weiteraekämpst werden: so diktiert es eine zum Aeußersteu bereite Min­derheit, an ihrer Spitze dte von den Radi- kirlen beherrschte Füufzehnerkommission und der umrhhängig-kommunistische Nrmrpf-VollzugSrat. Ste sprechen offen von dem „nun politisch ge toorbenen Kamps". Das deutsche Boll will Frieden Nnb«. Orbn'-n-k -,«r Brat tir i weiß, daß die Arbeit dieser Tage keinen Auf­schub bulbet, und es wird sich in seiner über­wiegenden Mehrlzeit gegen die Elemente weh­ren dte es noch tiefer ins Unglück stürzen. Wir sind erantwortlich für Leben und Gesund­heit von sechzig Millionen Deutschen. Wir wer­den sie mit Aufbietung aller Kraft schützen

BolkSgenoffeul Steht uns in diesen schweren Tagen zur Seite. Es geht um Euch und Eure Frauen und ffhtbert

Berlin. 5. November 1919.

Die ReichSregierung:

Rauer. Schiffer. Dr. Bell. Dr. David Erzberger. Dr. Geßler. Eiesberts. Koch. Dr. Meyer. Müller. Noske. Schlicke. Sckmidt.