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Meter Neueste Ntchrichteü

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

9. Jahrgang.

Donnerstag, 6. November 1919

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 284

Fernsprecher 951 und 952.

hiete«. 5« ftcSt sich tret flebeÄq^nHest fron»

den Bergleuten nicht genehm war, den die Direktion aber nicht entlassen will, tft di« Be­legschaft aitf der Zeche Flotte tu den AnSstand getreten. Zwecks Beilegung des Streik schwe­ben nunmehr Derhaudkimgen der Betriebs- rate mit dem Reichskommiffar Severin«.

Die «afieter Neueste» Nachrichten erichetnen wöchentllch sechsmal und paar abends. Der UbonnementSp^eiS beträgt monatt 1.50 Mart bei freier guftellun, in« Hau« Bestellungen werden 1«der,ett von der »elchsnsstille -der een Boten entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redaltion-. Schlarbthofstratze 28/30. Für unverlangt einMandte Beiträge lärm di« RedaMon eine Verantwortung -der Gewähr tu keinem Falle übernehmen. Rückzahlung de» BeeugSgeldeS oder Anlvrüche wegen eiwaigernicht ordnungsmäßiger Sielerung auSgeschlofsen.

Fttnfzehner-ltommifsion hat er erTtort. n halte feilt« Mission bei dieser Angelegenheit für er­ledigt, nachdem die Arbeitgeber -durch ihre Er- klänmg Wgesagt hätten, d- die alten RechtederArbeiter wieder hergestellt seien, und daß insbesondere die Institution der Arbeiterräte nicht in Gefahr sei. Dir allein übriggebliebene Frage der Wiedereiustellung u-stv. sei lediglich eine gewerkschaftliche Frage, zu deren Erledigung die Mitwirkung rein po­litischer Faktoren, wie es der Vorstand einer po­litischen Partei sei, nicht geeignet erscheint.

ReichsverkehrSmiirister Bell äußerte sich über die neuen Maßnahmen, daß wahrscheinlich auch nach dem 15. November starke Ein­schränkungen erforderNch seien. Auch die Binnenschiffahrt müsse alles tun, um den Tranz Port zu heben. Die Maßnahme bei der Eisen­bahn habe keinen Zusammenhang mit dem 9. November, dem KrmhgebumgStag.

Weiße «nd schwarze Franzosen.

Ludwigshafen. 5. November (Privat-Tele- gramm.) Die" französischen Kolonialtruppen sind in letzter Zeit mehr und mehr von wei- ßenFranzosen ersetzt worden. Der Trans­port der schwarzen Truppen bat di« pfälzischen Bahnen stark m Anspruch genom- men. ebenso der Transport der Ablösungstrup­pen aus Frankreich. Di« Städte Ludwigshafen, Kaiserslautern. Landau und Speyer erhielten stärkere Besatzungen als während der WaffrnsWstandsperiode, während nur etwa fünfzehn kleinere Orte der Pfalz von den Franzosen geräumt wurden.

gnfertiontoretfe: a) Einheimisch- Aufträge Die einspaltige Anzeigen-Zeil- 50 Big. sein, schließlich T-uerungSzoschlagi. die einspaltige Reklame,eile M. 1 20 !-tnschlteblich Teuerung«. ,Uschlag), b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige Anzeigen,eile 40 Pfg. und 5O»/oNeuerung«. Uschlag, die einspaltige R-Nam-zell- M. 1.10 und 50»/. Teuerung«,uschlag. Für die RichtigkeU aller durch Fernlprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie iür Aufnahmedaten und Plätze keine Gewähr. »eschästSstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nr. 961 u. 952

Neue Streiks in Westfalen.

Dortmund. 5. November. (Privatteke- gramm.) Die Straßenbahner des Bezirks Dortmund-Hörde sind in den Streik eingetreten. Aus Wanne wird gemeldet: Wegen der

Die Sorge der GrotzstLdte.

Dresden, 5. November. kPr-vatteke- grmnm.) In der Sitzung der Sächsischen Volks­kammer teilte der Abg. Blueher, Oberbür» ermeister von Dresden, mit. daß die Groß­städte sich z« ernsten Vorstellungen wegen der Gefährdung der Kartoffelversvrgung zusE- mengeschlosien hätte«. Sie hätten der ReichS- regierung dem Vorschlag gemacht, den Personen. Zugverkehr auf drei Wochen einzustellen, um die Großstädte vor einer Katastrophe $« bewahren.

das Ueberhandnebmen von VerguügungS- reisen der BesatzMtgstruppon am Rhein wendet. Der französische Oberkomman- dierende der Rbeünarmee. General Degoutte^ hat das Ersuchen zahlreicher Stadt« und Ge- meinden der französischen Besatzungszone. die Z «reise französischer Familien tu daS besetzte Gebiet mit Rücksicht auf di« außerordentliche Wohnungsnot zu verbieten oder öinzuschränken. abschlägia beschieden.

Wirrnisse des Friedens.

Die Gewaltherrschaft der Feinde.

Der Alliiertenrat ist unermüdlich im Erfin­den neuer Druckmittel gegen Deutschlaich. Wie unsere Telegramme gestern und vorgestern be­sagten, sollen wir, obwohl wir den Friedens- Vertrag unterschrieben haben, jetzt auch beson­ders unterzeichnen, daß nebenbei einzelne Be­dingungen aus dem WaffenstiUtands-Abwm- men bestehen bleiben sollen. Der Wasifenstill- stand war für die Entente das Mittel, uan uns

Sie Arbeiter-Bewegnng.

Der Berliner Metallarbeiter-Ausstand.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin. 5. November.

Der Parteivorstand der Mehrheitssozial­demokratie hat die Aufforderung des Stt«ik- komitees der Metallarbeitei. an den Sitzungen

Der Ausstand flaut ab.

Berli«, 5. November. (Eigene Drahtmel- dnng.) Die Vertrauensleute und Arbeiterräte des VerkehrsgeiwerÄes hielten gestern nachmit­tag im WAHelmshof eine Sitzung ab, in der zu dem Generalstieiksbeschluß des Metallarbei- terverbandes Stellung genommen wurde. Der Einberufer Thomas gab einen Bericht über die Entstehung des MetallarbeiterstreLks und führte in längeren Ausführungen aus, daß kein Grund niehr zum Streik vorhanden fei, nach­dem die materiellen Forderungen durch die Schiedssprüche vollständig geregelt sind. .Ist gleich entschiedener Weise traten Vertreter der Hochbahnwerkstätten und des Kraftwerkes, sowie die Omnibussahrer gegen einen neuen Verkehrsstreik ein. In der Versammlung der Funktionäre des deutschen Eisenbahnerbundes wurde ein« Entschließung angenommen, wonach ein Sympathiestreik der Eisenbahner für die Metallarbeiter glatt ab gelehnt wurde.

Postsendungen durch Luftfahrzeuge.

Berlin, 5. November. (Delegraphisthe Mel­dung.) DaS ReichspostnrrmsSerium plant di« Einrichtung eines erweiterten Lnstpostver- kehrs wÄrestd der Zeit der Eisenbahnver- kebrssiperre. Wie von der Deutschen Lufttchiff- fah-rtS-A.^. mitgeteAt wird, würde das Pas- sagierluftschiff .Bodensee- tatfmhkich in der Lage sein, einen großen TeU der Brief- posebeförderunq im Gewichte von je dreitausend Kilogramm Briefpost zu übernehmen. Auch Flugzeuge, Material und Flieger sind da, nur fehlt es vor allem an Betriebsstoff.

Mischen Geistes dar. an dem noch dem Ober- komimUar Tirard das deutsche Volk genesen soll. Und so wird denn der wahre Friede nicht etwa heraufgeführt, sondern für immer geschändet. D. N.

Sie Berkehn-stinstellimg.

Ausruf bet Regierung an Alle. (Telegraphische Meldung.) , Berlin. 5. November.

Gestern wurde nachstehender, vom Reichs­präsidenten nnd Reichskanzler unterzeichnete Austuf erlassen: .Volksgenossen! Tue ungeheure Rot in der Sartoffelversorgung und die große Gefahr der Karwffelnot in den Städten haben di« Reichsreaierung gezwun­gen. den gefamten Personenverkehr auf den Eisenbahnen für vorläufig elf Tage zu unter- binden nnd die Verkehrsmittel allein ht den Dienst der Kohlen- und Kartoffelbe- schaffung zu stellen. Aber diese einschnei­dende Maßnahme kann nur Erfolg haben, wenn in diesen Tagen zugleich alle Kräfte der Erzeugung und Beförderung von Kohlen und Kartoffeln aufs höchste angespannt werden. Darum. Bergleute, steigert weiter die Kohlenförderung! Landwirte, liefert Kar­toffeln ab! Arbeiter und Unterneh­mer des Derkehrsgewerhes. sorgt für rafcheste Abfuhr! Eisenbahner in Betrieb und Werkstatt, verwendet alle Kraft auf höchste Lei-, stungsfähigkeil der Eisenbahn! Elf Tage müs­sen die Kohlen- und Kartoffelzüge nnanfhörlich durch das ganze Deutschland rollen. Feder Zug ir-bt, der beladen und abgefertiot werden kann, bedeutet einen Schritt zur inneren Festival, und Wohlfahrt. Hier mitzuh elfen ist vaterlän­dische Pflicht. Ein Volksgenosse muß dem an­deren helfen und alle müssen für das gesamte Gemeinsame arbeiten. Wenn sich in diesen elf Tagen unsere Hoffnungen erfüllen, dann können wir dem kommenden Winter mit aller seiner Schwere und allen seinen Anforderungen ruhiger ««tgegensehen als heute.-

Untersuchungsausschuß

Weitere Vernehmung der Staatsmänner (Eigener Drahtbrricht.)

Berlin, 5. November.

Selbst daS Groß« Und Tragische verblaß! wenn es zur Gewohnheit wird. So auch die wichtige Staatsaktion der Untersuchung der Kriegsursachen und Friedens-Möglichkeiten. Ge­stern begann wieder di« Sitzung, zu der viele Zuhörer gekommen waren, mit der Verneh­mung des früheren Kanzlers v. Bethmann« Hollweg. Er ist recht aufgeräumt, man merkt ihm an, daß er mzwischen die Men durchstudiert hat. Ws der Komet des Tages bilden Wahnschaffe, Zimmermann, Dr. Helfferich und andere wieder seinen Troß. Don der Marine sind der ehemalige Staatssekretär von Capelle und der Admiral K o ch zur Stelle. Sonst hat sich im Bilde nichts geändert. Die Sachverständigen sind vollzäh-lig anw-esend, nur Professor Bonn fehlt, der in« Mischen einmal nach London gefahren ist. Die änßere Stimmung im Saale ist sehr düster, nur der Reflex der Helle, welchen das dicht­beschneite Dach der ReichstagAprMdenten-Wvh. nung herüberwirst, bringt einen lichteren To« in das Dunkel.

Ter deutsche Gesandte in Bern. Herr von Romberg, wird vereidigt. Er wählte die religiöse Formel. Zu einer Mion kommt Herr von RonMrg heute nicht. In der Verneh­mung B « t h m a n n s wird fortgefahren. Die in der vorigen Sitzung unbeantwortet geblie­benen Fragen hat Bethmann inzwischen bezüg­lich ihrer Beantwortung nach den Akten rekon-

Bahrische Regierung «nd Volk.

München. 5. November. (Eigener Draht, bericht.) Eine von sämtlichen Parteien deS bayrischen Landtages, mit Ausnahme der Un­abhängigen. unterzeichnete Kundgebung wen­det sich an das bayrische Volk mit einem Ap­pell. den Schwierigkeiten des kommenden Win. ters mit erhöhtem Gemeinsinn ent­gegenzutreten. Keiner der Volksgenossen bßrfe aus selbstsüchtigen Beweggründen den auf ferne Schultern fallenden Teil dieser Sorgen­last abschütteln wollen. Nur gemeinsa­mes Tragen vermöge sie zu erleichtern und geschlossenes Zusammensteben aller bayerischen VoMskreise die Not zu befestigen.

ren Vormarsch seiner Heere befehlen. Die bru­talste MachtpokitA war also in der Lage, Or­gien zu feiern. Diesen Zustand des Waffen­stillstandes, der letzten Endes doch immerhin ent Kriegszustand war. will man auch in den Frie­den hinüberziehen. Darum plant der Rat der Fünf eine Verklausulierung des Friedens, so daß er eine Mischung zwischen Waffenstill­stands- und Friedensvertrag darstellen soll. Dir Vertreter der Großmächte haben beschlossen, daß Deutschland ein Protokoll unterzeichnen soll, in dem es anerkennt, daß es die WaffenstillstandA- bedingungen noch nicht erfüllt habe, daß also diese Bsdin-gungen noch nach dem Eintreten des Friedenszustandes trotz der Härten des Friedensvertrages noch erfüllt werden müssen. Mit Verlaub, Ihr Herren in Paris, das gleicht doch allzusehr dem mittelalterlichen System der Daumenschrauben, dieser furchtbaren Folter- Einrichtung, als daß es heut« im zwanzigsten Jahrhundert noch Verwendung finden könnte.

-'.-che Derff^ffuliernng des ersten Frie­denswaes, der immer noch hinauszezögert wird, wäre doch wohl das Tollste, was uns zuge- mutct werden könnte. Wir sollen Schadenersatz schuldig sein für die bei Scapa Flow versenk­ten Schiffe, obgleich weder die deutsche Regie­rung, noch das deutsche Volk für diese Tat ver­antwortlich gemacht werden können. Weiter sol­len wir unterschreiben, daß wir noch nicht alle Handelsschiffe und noch zu wenig Eifenbalm­material a6 geliefert hätten. Außerdem sollen wir uns noch für dieses und jenes als Schuldner bekennen. Wie aus allem her­vorgeht, sind eS di« Franzosen, die dadurch eilte Verzögerung des Friedens durchsetzen wollen. Der deutschen Regierung soll ein Geständnis erpreßt werden, daß sie in böswilliger Absicht die Bedingungen des Wafsenstillstandes nicht erfülle.

Reben diesen vertraglichen Zwangsmitteln üben die Feinde, namentlich die Franzosen, an der Westgrenze eine Gewaltherrschast über die Deutschen aus. als ob wir noch im schlimmsten Kriege lebten. In der Nationalversammlung hat kürzlich der deutsche Minister des Auswär­tigen, Müller, erklärt, es geb« in Deutschland noch immer einen Militarismus, aber er regiere unter dem französischen Regiment ht den besetzten Gebieten und im Saar­land. Wir wissen außerdem, daß das innere Leben des elsaß-lothringischen Volkes mit dem Einzug der Franzosen m einen Wirbel der Unruhe gestürzt worden ist. der allmählich beinahe zu einem Kampf Aller gegen die fron- Mischen Beherrscher wurde. Außerdem soll Marschall Fach als oberster UeberwachungAom- missar mit unbeschränkten militärischen Voll­machten Über Deutschland eingesetzt werden. Der Geist, der unter den Alliierten lebt, ist durch die brutale Verhängung der Ostseeblok- k a d e zum Ausdruck gebracht worden und auch die unversöhnliche Haltung der Entente in der Frage der Räumung des Baltikums zeigt, daß st« sich in solchen Dingen noch einig sind.

Welcher Art dieser Geist aber ist, geht eben jetzt aus interessanten Mitteilungen hervor, di« von einem Abgeordneten Über di« Verhältnisse in dem, von der zehnten französischen Armee besetzten Gebeit gemacht werden Es ist eine Sammelliste von Bekundungen der äußersten Unduldsamkttt, der Brutalität, der Ungerechtig­keit. der kleinlichen Schikane und der giftigsten Gehässiakeit. Die Generale Fayolle und Man­gin verkörperten in ihrem ganzen Benehmen vom ersten Tage ihrer Tätigkeit an die rück­sichtsloseste Gewalt: Wenn Deputationen zu ihnen kamen, so wurden die Beschwerden ein­fach überhört und die Gelegenhett zu wilden Schimpfreden aus DeutscUcmd benutzt. Der läh­mende Lwang schärfster Zensur, die bedenken­loseste Ausnutzung der militärischen Macht zu­gunsten der Tendenzen auf Zerstücklung Deutschlands, die unerhörteste Knebelung der freien MeinunMäußerirng waren an der Tages­ordnung. Wie wett die kleinlichen Schikanen gingen, erweist die Tatsache, daß zum Beispiel keine Jagdverpachtung eiptgen durfte, bevor sie nicht vorher französischen Offiziereu angeboten worden war. Verunglimpfungen der Ehre der deutschen Frauen wurden mit blumigem Hohn geantwortet, über die ärmsten Lew« wurden die iun.nöglichsten Geldstrafen verhängt. Und die

Negierungs-Aufrufe an das Volk

Antworten einfach ab. Don Anfang an liegt in Form nnd Ton dieser Antworten etwas sehr Lehrhaftes, wo dann von dem Abgeordneten Sinzheimer Fragen außerhalb des allgemeinen Rahmens gestellt werde«, weist Bethmann auf seine Freitagsrede, die er anscheinend als den Born aller politische« Weisheit' ansieht, hin. Wenn es ihm gar zu bunt wird, dann macht er ein Gesicht, wie wenn er sagen wollte: Gott, was sind die Herrschaften schwerfällig! Auch sonst beweist er sichtlich der neuen Zeit und ihren neuen Männern durchans nicht einen übertriebenen Respekt. Sie bekommen es öfters zu hören, daß er hier nicht als Angeklagter oder reumütiger Sünder steht, sondern daß er fein» Rolle" als die einer Auskunftsperson auffaßt. Dem Abgeordneten Cohn ist daS gar nicht recht. Das paßt doch so wenig in seine politischen Absichten Der sachliche Ertrag der DienstagS- tmtersuchung M recht mager. Eine Belastung des alten politischen Regimes und seiner Ver­treter mit der Schuldfrage wegen des Schei­terns der Wilsonfchen Friedensaktton war trotz aller Kreuz- und Querfragen nicht zu konstru­ieren. Umfo lehrreicher war aber die politische Erkenntnis, die sich aus den Dienstagsverhand. Inn gen ergab. Nichts Geringeres als die von unfern alten RegierungSmännern beliebte Methode der Unterrichtung der öffentliche« Meinung und deS Parlaments stand zur De- batte, und vor Gericht! Gleich $u An­fang hat Bethmann heftigen Einspruch wegen des Vorwurfs erhoben, daß er in der Frag« der Friedensaktton ein .Doppelspiel" getneber habe. Er kam wieder auf seine

Polittk derMei Eisen im Feuer- zurück, ohne aber auch jetzt eine Erklärung da» für geben zu können, warum keines der bei-»« Eisen glühte, während er sich dabei obendrein noch di« Finger verbrannte. Mtt aller Deut- lichkett schasbt Bethman« jegliche Verant- wort«ng, daß es mtt Amerika zum Bruch ^kommen ist. auf den U-Bootkrieg tritt. Wieder betont er seine Gegnerschaft und seine« Kampf gegen die Anwendung dieses Mittels, lieber ferne, des Kanzlers, und der Regierung Stellung zu den Kriegs- und Friedensfragen hätte in Washington niemals eine Täuschung obwalte« können. Bethman« spricht das alles sehr fest und sicher. Kei« Doppelspiel habe et getrieben, alles fei nur eine logische Folge der Ereignisse gewesen. Hier wurde also die Frage der politischen .Opporttrnttät" angeschnitten. Lange soll Bethman« einem Kreuzfeuer vom Ausschuß, «nd Sachverftändigen-Tisibe über die Frage standhalten, ob der amerikanische Bot­schafter Gerard bezüglich der deutschen Frie- densabstchten und der Basis, auf welcher sich di« Friedensbedingungen bewegten,im Bilde- war. Bethmann muß zum fünften- und sechsten- mal« ekwaS sagen, was er schon längst des lan­ge« nnd breiten erklärt hat. Das wirft auf feilte Stimmung offensichtlich nicht gerade gün­stig. Aus dem Grafen Bernstorff sucht man über dies« langweilige Gerardfrage noch etwas ber cmszuhokeu: «S gelingt aber nicht. Sinz­heimer bohrt immer «och an Bethmanns Ge­dächtnis. Da hält Bethmann dem Herrn Sinz- Heimer eine regelrechte Vorlesung über den diplomatischen Verkehr. Das wirkt recht amü­sant. Er betätigt sich demgemäß' auch mit fei- Jtot SäuSe®. sodaß das Tirttenseua «ar Kay-

Sn der Mannheimer Metallindustrie.

Mannheim. 5. November. .(Eigener Draht« bericht.) Ein« Dersanmtlung von viertausend Angestellten der hiesigen Metallindustri« ver­warf den Schiedsspruch des SckMchttmgsaus- Kes. In der Versammlung zeigte sich groß« ung für den Streik. Heute soll in deu einzelnen Betrieben ab gestimmt werden.

Sm Dresdener Großhandel.

Dresden, 5. November. (Privattelegvamm.) Der Angestelltenstreik hat jetzt die gesamte Schiffahrt und de« Hafenverkchr, das Spedi- ttons-, Lager« urtb Fuhrwesen ft i II g # I e g t. Die Kegieruua will ein« Einigung hethelführen.

Aus de« besetzten Gebieten.

Die Willkür der Feind« im Westen.

(Prtvat-Telearamm.)

Köln. 5. November. . 1

Wie die Information meldet, hat der Ober- kommandierende der englischen Rheinannee soeben eine Verordnung «Me«, die sich acäqkA